Forum: Fahrzeugelektronik Wiegesystem für Teleskoplader


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von Florian (florian2412)


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Guten tag, ich möchte gerne an unserem Teleskoplader ein Wiegesystem 
einbauen. Meine Idee wäre es über einen Drucksensor am hubzylinder zu 
realisieren.

Hat da evtl. schonmal einer eine Erfahrung gemacht, wie genau es wiegt?
Da ich nicht so fit im programmieren bin, gibt es schon fertige 
Programme?


ich würde mich sehr über eure Unterstützung freuen!

Mit freundlichen grüßen
Florian

von C. D. (derschmied)


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Gibt es fertig,

https://agro-center.de/teleskopladerwaage-dynamik-plus-hzbxxx600530.html

Aber der Preis ist echt furchterregend.

Vielleicht guckst Dich besser in eine Forum für Landmaschinen um, mit 
einfach einen Sensor hinpappen isses nicht getan, da steckt einiges mehr 
dahinter.

DerSchmied

: Bearbeitet durch User
von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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In welchem Bereich bewegt sich denn der Hydraulik-Druck?

Dann kann man aufgrund der Sensor-Art auf die Genauigeit schließen.

von Wolf17 (wolf17)


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Florian schrieb:
> ich möchte gerne an unserem Teleskoplader ein Wiegesystem
> einbauen. Meine Idee wäre es über einen Drucksensor am hubzylinder zu
> realisieren.

Wie genau soll es sein? Da ist ja reichlich unbestimmbare mechanische 
Reibung im Spiel. Reicht da nicht eine große Druckmessuhr mit 
angefertigter Gewichsskala?

von Armin X. (werweiswas)


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So ein Teleskoplader hat doch einen ausfahrbaren Arm.
Der liesse sich nur auf ein bestimmtes Szenario kalibrieren, wobei...
Ist die Gabel auch mittels Hydraulik schwenkbar? Dann müsste man dort 
den Druck abfragen.

von Florian (florian2412)


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Hallo, der Druck wird ca um die 200Bar sein.

von Florian (florian2412)


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Armin X. schrieb:
> So ein Teleskoplader hat doch einen ausfahrbaren Arm.
> Der liesse sich nur auf ein bestimmtes Szenario kalibrieren, wobei...
> Ist die Gabel auch mittels Hydraulik schwenkbar? Dann müsste man dort
> den Druck abfragen.

Hallo, wenn man das Gewicht bei eingefahrenem Teleksop sehen würde, wäre 
mir das absolut ausreichend.

Ja, genau die Schaufel ist auch Hydraulisch- schwenkbar, aber ich glaube 
das Gewicht über den Hubzylinder zu bestimmen, ist einfacher und 
"genauer"

von Carypt C. (carypt)


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Beim Traktor habe ich schon mal einen Dehnungsmessstreifen an einem Arm 
oder Hebel des Dreipunkt-krafthebers (Dreipunkthydraulik) gesehen. Das 
Gestänge (wo der Pflug dran kommt) hielt ich eigentlich für zu steif um 
da Kräfte bestimmen zu konnen, aber dennoch war es da. im Wiki steht 
unter noch etwas zur elektronischen Hubregelung (EHR), zb daß sich unter 
Krafteinwirkung die magnetischen Eigenschaften eines Spulenkernes ändern 
können. Hört hört. Wau.
Geht da was am Teleskoplader ? Wo da ?

von Achim H. (pluto25)


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Florian schrieb:
> das Gewicht bei eingefahrenem Teleksop

Das stimmt dann aber nur für eine Höhe.
Wenn das über einen MC läuft sollte der auch
den Winkel und die Ausfahrweite kennen
dann stimmt die "Schätzung" immer.
PS Ist der "modern" genug das Anheben/Ausfahren zu verweigern?
Dann sind dort schon Druckgeber und Weiteerkennung eingebaut.
Dessen Spannungen könnten dann verwendet werden.

: Bearbeitet durch User
von Florian (florian2412)


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Wolf17 schrieb:
> Florian schrieb:
>> ich möchte gerne an unserem Teleskoplader ein Wiegesystem
>> einbauen. Meine Idee wäre es über einen Drucksensor am hubzylinder zu
>> realisieren.
>
> Wie genau soll es sein? Da ist ja reichlich unbestimmbare mechanische
> Reibung im Spiel. Reicht da nicht eine große Druckmessuhr mit
> angefertigter Gewichsskala?

Ja, das würde sicherlich gehen. Möchte aber das Hydrauliköl aus der 
Kabine raushalten ;)

auf den KG kommt es jetzt nicht an. Wenn ich einen LKW mit 25T belade, 
möchte ich schon +-50kg erreichen

von Florian (florian2412)


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Achim H. schrieb:
> Florian schrieb:
>> das Gewicht bei eingefahrenem Teleksop
>
> Das stimmt dann aber nur für eine Höhe.
> Wenn das über einen MC läuft sollte der auch
> den Winkel und die Ausfahrweite kennen
> dann stimmt die "Schätzung" immer.
> PS Ist der "modern" genug das Anheben/Ausfahren zu verweigern?
> Dann sind dort schon Druckgeber und Weiteerkennung eingebaut.
> Dessen Spannungen könnten dann verwendet werden.

Hey, Ja modern genug ist er : Bj 2022. Winkel und Drucksensoren sind 
sogar verbaut, ich bekomme das Gewicht über paar led dioden angezeigt, 
aber das ist mir zu ungenau. Den winkel bekomme ich im Display 
angezeigt.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Florian schrieb:
> Hallo, wenn man das Gewicht bei eingefahrenem Teleksop sehen würde, wäre
> mir das absolut ausreichend.

Zum Glück gibt es ja nur eine Art von Teleskopladern.. .-((

von Wolf17 (wolf17)


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Florian schrieb:
> auf den KG kommt es jetzt nicht an. Wenn ich einen LKW mit 25T belade,
> möchte ich schon +-50kg erreichen

50kg sind 0,2% von 25t!
Über die Biegekraft wird das nicht gehen. Ein Gewicht kann ja weiter 
vorne oder hinten auf der Gabel sitzen, wudurch sich der Hebel ändert.
Vier flache Wägezellen in die Gabel integrieren und eine zweite Gabel 
darauf?

von Reinhard S. (rezz)


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Wolf17 schrieb:
> Florian schrieb:
>> auf den KG kommt es jetzt nicht an. Wenn ich einen LKW mit 25T belade,
>> möchte ich schon +-50kg erreichen
>
> 50kg sind 0,2% von 25t!

Anderseits wirst du die 25t halt auch nicht mit nur einer Schaufel voll 
vom Teleskoplader schaffen.

von Wolf17 (wolf17)


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Wenn er 250 Säcke zu 100kg lädt und die 25t auf 50kg treffen muss, muss 
er jeden auf 0,2kg genau wiegen. Bleibt also bei der 0,2% Anforderung.
Ausser jemand fängt jetzt mit statistischer Wahrscheinlichkeit und 
Korrelationsrechnung an.

von Achim H. (pluto25)


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Eine Wiegung in der Präzision alleine ist schon ne Herausforderung. Das 
größere Problem sehe ich in der Zeit. Er kann ja nicht jeden Hup heben, 
warten bis es ausgeschwungen ist und dann erst weiterfahren. Ich würde 
hunderte Messwerte vom Hub bis zum Absetzen erfassen. Dann das Ganze mit 
der Lkw Waage abgleichen. Oder eine definierte Kiste x-mal bewegen. Das 
würde auch die erreichbare Genauigkeit bestimmen.
Was wird verladen? Bei gleich großen Kisten mit Schüttgut ist das 
erheblich einfacher als mit beliebig verpackten Palletten verschiedener 
Größe. Bei letzterem wird sich Wolf17 s Vorschlag kaum umgehen lassen.
Um vorab ein Gefühl zu bekommen könnt ein Multimeter angeschlossen 
werden. Da erkennt man recht gut ob die Kiste beim zweiten Heben noch 
das selbe wiegt und die Auswirkungen von Neigung und Höhe.

von Uli S. (uli12us)


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Bei 200bar und 0,2% müsste man den Druck auf unter 0,4bar genau messen, 
das halte ich für recht ambitioniert. Wenn jetzt bestimmte Gewichte 
häufiger gebraucht werden, könnte man vielleicht den Druck dabei gezielt 
messen, das ganze in ne Tabelle eintragen und zwischenwerte einfach 
errechnen.
Es gibt ja hier µC spezialisten die das sicher hinkriegen bei nem 
bestimmten Analogwert als Eingang eine beliebige Zahl aus ner Tabelle 
oder per Berechnung auszugeben.
Aber schon allein so ein Drucksensor kostet fast 4stellig.
https://www.automation24.de/drucktransmitter-endress-hauser-cerabar-pmp51b
Schliesslich muss ja erst mal das ganze Gestänge angehoben werden und 
natürlich die Position des Teleskops berücksichtigt. vielleicht einfach 
mit nem Drehgeber, der den Punkt misst, ab wann sich der Hebearm bewegt. 
Oder nen Lineargeber und die Verlängerung einfach prozentuell 
aufgeschlagen.

von Wolf17 (wolf17)


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Diese Vorschläge lösen nicht das Problem der unbekannten 
Gewichtsposition auf der Gabel!

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Ralf X. schrieb:
> Zum Glück gibt es ja nur eine Art von Teleskopladern.

Für welche Art Teleskoplader könntest Du denn sachdienliche Hinweise 
liefern?

von Uwe B. (uwebre)


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Florian schrieb:
> Guten tag, ich möchte gerne an unserem Teleskoplader ein Wiegesystem
> einbauen. Meine Idee wäre es über einen Drucksensor am hubzylinder zu
> realisieren.

Raketentechnik ist das nicht, es gibt fertige Systeme zu kaufen.
Zum Beispiel:
https://www.mso-technik.de/rds-produkte/wiegesysteme/teleskopladerwaage.html

Auf deren Seiten ist das Prinzip erklärt, es gibt auch viele Photos vom 
Anbau.

Die Druckmessumformer, du benötigst zwei bis vier Stück, sind das 
Problem nicht, die Dinger sind schon verblüffend genau, 0,5% vom Endwert 
ist kein Thema:

https://shop.suchy-messtechnik.de/c/druckmesstechnik/drucksensoren-mit-innenliegender-membran/p/SD-28

Deine Anforderung an die Genauigkeit ist allerdings ambitioniert. MSO 
gibt für sein System eine Genauigkeit von +/-1% der max. Hubleistung an 
was imho schon ein guter wert ist.

Geeignete Druckmessumformer zum "spielen" gibt es auch bei den 
Kleinanzeigen oder im Auktionshaus.

Uwe

von Re D. (re_d228)


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Uwe B. schrieb:
> Raketentechnik ist das nicht, es gibt fertige Systeme zu kaufen.

Uwe B. schrieb:
> Die Druckmessumformer, du benötigst zwei bis vier Stück, sind das
> Problem nicht,

Hättest mal den Text zu Ende lesen sollen:

"Die Wiegung erfolgt ausschließlich dynamisch im normalen Hub­vorgang. 
Hierbei werden beim Loadmaster Alpha 100 T4 die Neigungs­winkel des 
Ladearms und des Maschinen­chassis erfasst. Die variable 
Hub­geschwindig­keit wird kompensiert."

Die ersten Raketen waren in der Steuerung da sicher wesentlich einfacher 
aufgebaut.

von Uwe B. (uwebre)


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Re D. schrieb:
> Uwe B. schrieb:
>> Raketentechnik ist das nicht, es gibt fertige Systeme zu kaufen.

> "Die Wiegung erfolgt ausschließlich dynamisch im normalen Hub­vorgang.
> Hierbei werden beim Loadmaster Alpha 100 T4 die Neigungs­winkel des
> Ladearms und des Maschinen­chassis erfasst. Die variable
> Hub­geschwindig­keit wird kompensiert."

Florian reicht es aus bei eingefahrenem Arm (bei festgelegtem Winkel?) 
und statisch zu wiegen. (Was sicherlich wenig komfortabel ist) Sonst 
kommen natürlich noch Winkel- und Weggeber sowie etwas Mathe ins Spiel.

>
> Die ersten Raketen waren in der Steuerung da sicher wesentlich einfacher
> aufgebaut.

Die ersten Raketen sicherlich. Aber schon die Dinger mit denen unsere 
Großväter London und Antwerpen anvisiert haben waren nicht ohne...

https://www.analogmuseum.org/library/hamburg_hoelzer.pdf

Uwe

: Bearbeitet durch User
von David G. (Firma: 10.08.1985) (follow2000)


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Hi Florian,

ich würde dir einen eventuell einfacheren Weg vorschlagen. Wenn du sagst 
das Gewicht wird dir schon über ein paar LED´s angezeigt gehe ich davon 
aus das dir diese Form der Anzeige nicht fein genug ist (zu niedrige 
Auflösung). Weil der Teleskoplader so neu ist gehe ich davon aus das du 
nur eine Variante des Laders hat der diese Art der Anzeige hat, der 
Lader aber selber genauer weiss wie das Gewicht ist. Ich habe schon oft 
Landmaschinen repariert (nicht teile getauscht:-). Manchmal funktioniert 
es recht simpel. Die Steuerung schickt das per CAN an deine Anzeige die 
daraus ein Analogsignal macht und dann kommt einen Schaltung die aus 
diesem Analogsignal eine LED Balkenanzeige macht. Hat für den Hersteller 
den Vorteil wenn du eine Variante mit ZeigerAnzeige kaufst braucht er 
die Steuerung nicht ändern. Um das genauer zu klären kannst du mal ein 
Foto von der besagten Anzeige machen und von dem was dahinter steckt. 
Meistens kann man die Teile realtiv einfach austauschen und somit 
abbauen.

von Weingut P. (weinbauer)


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Ob es nicht einfacher wäre das Fahrzeug auf ne mobile Radlastwaage zu 
fahren?

Bei Staplern macht man das beim Hub, also beim Anheben der Last, das 
sollte beim Teleskoplader ähnlich gehen, die Last steht oder liegt ja 
oft auf dem Boden und wird bei eingefahrenem Mast angehoben.

von Udo S. (urschmitt)


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Florian schrieb:
> auf den KG kommt es jetzt nicht an. Wenn ich einen LKW mit 25T belade,
> möchte ich schon +-50kg erreichen

Was ist dein eigentliches Problem?
Willst du dir damit das Wiegen des leeren und des vollen LKWs ersparen?

Meine Meinung:
0,2% kann man vergessen!
Man hat schon mindestens eine Größenordung mehr Unsicherheit, je nachdem 
wo genau der Schwerpunkt des Ladeguts sitzt (Länge des Hebelarms)

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