ich stelle mir gerade die Frage, ob ich mich nebenberuflich als Softwareentwickler selbständig machen sollte. Dabei stieß ich auf den unterschied zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit.
Ich möchte von Euch keine Rechtsberatung, sondern ehr Erfahrungen und evtl Empfehlungen.
Meine erste Frage ist, was es für einen Unterschied für mich macht, ob ich nebenher freiberuflich oder gewerblich tätig bin?
Als Einkommen würde ich mal (hoch geschätzt) 30.000€/a annehmen.
Zweitens interessiert mich, ob ich in dieser selbständigeit auch handwerklich tätig sein kann/darf?
Meine Qualifikationen sind, Tischlergeselle, M.Sc. Fachrichtung Maschinenbau, Webentwicklung autodidaktisch seit 15 Jahren (nie gewerblich), Weiterbildung zum Webentwickler (12 Monate).
Angestellt als Mensch für fast Alles mit 25h pro Woche.
Als Freiberufler kannst du immer Einnahme-Überschussrechnung machen und musst nicht bilanzieren, wenn später Umsatz und/oder Gewinn über die Grenzen steigen sollten.
Zweitens interessiert mich, ob ich in dieser selbständigeit auch
handwerklich tätig sein kann/darf?
Eher nicht. Auch mit Handel musst du vorsichtig sein, dem Kunden einen Server verkaufen usw. ist schon grenzwertig, auch wenn da dann deine Software drauf läuft.
Eigentlich keinen. Im Gewerbe vorab zu zahlende Steuern werden gegen
die Einkommensteuer gegengerechnet.
Rechne das mal genau durch, wieviel Vorteil du dadurch hast, und ob sich das lohnt.
Wenn am Schluss nur die IHK-Mitgliedsbeiträge als Vorteil bleiben, sind's die Einschränkungen und mglw. Risiko irgendwann rückwirkend doch als Gewerbe eingestuft zu werden m.M.n nicht wert.
Zweitens interessiert mich, ob ich in dieser selbständigeit auch
handwerklich tätig sein kann/darf?
Eher nicht. Auch mit Handel musst du vorsichtig sein, dem Kunden einen
Server verkaufen usw. ist schon grenzwertig, auch wenn da dann deine
Software drauf läuft.
Handel geht nur über Gewerbe, nicht freiberuflich. Das kann man aber auch parallel betreiben, wenn’s vorteilhaft ist. Das wird dann ein Fall für den Steuerberater.
Handel geht nur über Gewerbe, nicht freiberuflich.
Gibt ein paar Schlupflöcher, die man nutzen könnte... "Der Server war ein Prototyp"... Aber eben mit dem Risiko dass das Finanzamt kurz vor der Verjährung auf die Idee kommt, das alles rückabzuwickeln und neu zu bewerten.
Das kann man aber
auch parallel betreiben, wenn’s vorteilhaft ist.
Ja, so mach ich das, aber aus anderen Gründen, nicht zum Steuersparen.
Danke für die Antworten und Anregungen.
Klar, wenn es wirklich soweit kommen sollte, suche ich mir einen Steuerberater.
Mir geht es vor allem um Einfachheit und nicht um Steuern sparen.
Eigentlich keinen. Im Gewerbe vorab zu zahlende Steuern werden gegen
die Einkommensteuer gegengerechnet.
Die Gewerbesteuer wird nicht vorab gezahlt, das verwechselst Du entweder mit Vorauszahlungen oder mit der USt-Voranmeldung, beide werden natürlich mit der tatsächlichen Steuerschuld verrechnet.
Die Gewerbesteuer wird nur bis zum 4fachen des Messbetrags bei der Einkommensteuer abgezogen, d.h. wenn der Hebesatz in der Gemeinde höher als 400% ist (der Durchschnitt liegt bei 435%, die Spanne reicht von 200% bis zum Rekordhalter mit 900%), wird sie nicht komplett verrechnet.
Das sehe ich nicht ganz so! Es wird zwar immer wieder über die vermeintlich ausufernde Bürokratie berichtet. Da empfiehlt es sich dann, mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen, z.B. nach Spanien!
Außerdem ist die deutsche Finanzverwaltung zuverlässig! BTW: ich kann das ständige Behörden-Bashing nicht so ganz nachvollziehen.
Ich halte z.B. die Komplexität für eine Steuererklärung mit EÜR für nur mäßig (kann man auch gut ohne StB erledigen, wenn man die Grundlagen kennt)(*). Bei Bilanzierungspflicht sieht es dann natürlich anders aus. Vor allem, da man dann sinnvollerweise die Betriebsform auch gleich von Einzelgewerbe auf GmbH umstellt.
Ach so: ich würde dir (aus eigener Erfahrung) ein Gewerbe empfehlen.
ciao
Marci
(*) Hängt natürlich auch von Art und Umfang der Unternehmung ab!