Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Löten per Kamera über Bildschirm, funktioniert das?


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von Thomas (kosmos)


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Hallo, wollte mal fragen ob das jemand praktiziert oder ist die 
Umstellung mit der Koordination zu arg um damit vernünftig arbeiten zu 
können?

Ich habe die Möglichkeit ein Stereo Microskop nutzen zu können, 
allerdings ist der Schärfebereich (Entfernung als auch beim Versatz zur 
Mitte) extrem klein, 15 Pins weiter und es kann schon wieder unscharf 
werden.

Ich habe Stative-Kamera-Sets gesehen die ca. 50cm über der Tischfläche 
hängen, diese dürften doch eine viel bessere Tiefenschärfe haben da bei 
einem Abstand von 50cm ein paar Millimeter prozentual kaum etwas 
ausmachen.

Was meint ihr? Ich vermute das liefert zwar ein besseres Bild aber zum 
Arbeiten fehlt der Tiefeneffekt und die Koordination dürfte nicht so 
einfach sein.

von Gerhard O. (gerhard_)


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Thomas schrieb:
> Hallo, wollte mal fragen ob das jemand praktiziert oder ist die
> Umstellung mit der Koordination zu arg um damit vernünftig arbeiten zu
> können?
>
> Ich habe die Möglichkeit ein Stereo Microskop nutzen zu können,
> allerdings ist der Schärfebereich (Entfernung als auch beim Versatz zur
> Mitte) extrem klein, 15 Pins weiter und es kann schon wieder unscharf
> werden.
>
> Ich habe Stative-Kamera-Sets gesehen die ca. 50cm über der Tischfläche
> hängen, diese dürften doch eine viel bessere Tiefenschärfe haben da bei
> einem Abstand von 50cm ein paar Millimeter prozentual kaum etwas
> ausmachen.
>
> Was meint ihr? Ich vermute das liefert zwar ein besseres Bild aber zum
> Arbeiten fehlt der Tiefeneffekt und die Koordination dürfte nicht so
> einfach sein.

Mit Übung kann man das wahrscheinlich lernen. Ärzte sollen ja angeblich 
auch über Videolink und Aktuatoren am Menschen operieren können. 
Allerdings dürfte da das Vision System in 3D Steroskopisch 
funktionieren.

Probiere es halt aus. So viel kostet ja so ein Mikroskop nicht. 
Allerdings fürchte ich, das Fehlen von 3D Ansicht in Stereosicht könnte 
das Abschätzen der relativen Position schwierig machen. Vielleicht wäre 
dieser Aspekt der Wichtigste der dagegen sprechen würde.

von J. S. (jojos)


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https://youtu.be/5iRN084k48c?si=SFItXd8czocHM1Mj

Das Thema gab es doch schon so oft mit unzähligen Beiträgen.

von Uli S. (uli12us)


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Die Tiefenschärfe ist eine Funktion das Abbildungsmassstabs (und der 
Blende). Es ist dabei unerheblich ob die Linse 5cm oder 5Meter vom 
Objekt entfernt ist. Aber die Ausleuchtung beim Mikroskop ist in der 
Regel besser, wenigstens wenns sich nicht um eine Supertolle und teure 
Kamera handelt.
Dazu lässt sich beim Mikroskop mit Vorsatzlinsen der Betrachtungsabstand 
veergrössern oder verkleinern.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Umstellung mit der Koordination zu arg um damit vernünftig arbeiten zu
> können?

Also ich koennte damit NIEMALS arbeiten. Ohne 3D weiss man nicht wo
man auf der Platine ist und ich hab das schon probiert.
Du kannst das auch probieren indem du mal ein Auge am Mikroskop
zu machst. :-D

> Ich habe die Möglichkeit ein Stereo Microskop nutzen zu können,
> allerdings ist der Schärfebereich

Der Schaerfebereich haengt von der Vergroesserung ab. Ausserdem denke
ich auch das er etwas von der Helligkeit abhaengt. Wird es heller gehen
deine Blenden im Auge mehr zu.

Der Abstand haengt von der Barlowlinse ab. Den kann man variieren, es
gibt die in unterschiedlichen Staerken. Wie dir vielleicht aufgefallen
ist stellt man ueber den Abstand scharf. Verschiedene Brillentraeger
die ohne Brille scharf stellen haben verschiedene Abstaende.
Das kann bei der Arbeitshoehe auch ein paar cm ausmachen.

Vanye

von Max M. (jens2001)


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: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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von Steve van de Grens (roehrmond)


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Ich habe es mal probiert und kam nicht gut klar. Mir fehlte das 
Räumliche sehen (Distanzen abschätzen, oben/unten unterscheiden) und 
meine Kamera musste zu nahe am Bauteil sein, so dass nicht genug Platz 
für den Lötkolben war.

Da ich kurzsichtig bin, kann ich relativ bequem mit bloßen Augen (ohne 
Brille) löten. Extrem viel Licht hilft mir, scharf zu sehen. Danach 
kontrolliere ich mit einer Mikroskop-Kamera in Stift-Form, die ich in 
der Hand halte. Dazu habe ich mir aus einem Streichholz einem 
Abstandshalter gebastelt, der das manuelle Halten erleichtert.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Ist tatsächlich eine Umstellung aber nach kurzer Eingewöhnung jedenfalls 
bei guten Mikroskopen kein Thema. In unseren Laboren stehen die Dinger 
reihenweise herum und ich habe es an verschiedenen probiert (was immer 
gerade frei war). Also Minolta, Canon etc. nicht gerade 
Bastlerpreisklasse.

Kein Ahnung was die an Optiken so hatten....

: Bearbeitet durch User
von J. S. (jojos)


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ich habe ein gebrauchtes Mantis gekauft, die älteren bekommt man so ab 
500 €. Sind riesige Trümmer und brauchen viel Platz.
Ein Bekannter hat sich die Kamera wie aus dem YT Video gekauft und ist 
sehr zufrieden damit. Dazu ein kleiner Monitor der im Sichtfeld ist.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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wenn hier jetzt noch eine gewisse Latenz dazu kommt,
die das Bild auf dem Monitor zeitversetzt darstellen lässt wirds 
schwierig.

Bei analogen Systemen gabs das ja nicht wirklich.

von Keks F. (keksliebhaber)


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J. S. schrieb:
> https://youtu.be/5iRN084k48c?si=SFItXd8czocHM1Mj
> Das Thema gab es doch schon so oft mit unzähligen Beiträgen.

Das Gerät weckt schon länger mein Interesse, ich möchte aber den genauen 
Input Lag wissen. Alles über 2 Bildern/32ms wäre mir zu viel.

von C. D. (derschmied)


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Ohne ordentliche Absaugung / Zuluft wird das aber nichts, spätestens 
nach dem zweiten Lötpunkt ist die Linse sonst zugeschmoddert. Es spritzt 
und dampft, das macht keine Linse der Welt nen fingerbreit vom Ort des 
Geschehens lange mit. Und auch periodisches Putzen macht sie schnell 
blind und unbrauchbar.

Ein wenig an der Realität muss man sich schon orientieren, der 
Fragestellung nach geht es nicht um das Prüfen, sondern um aktives 
Geschehen. Kameras mit ausreichender Auflösung gibt es genug, aber keine 
die man ungestraft durch den Dreck ziehen kann wie eine Kalschnikow oder 
einen K98 im System Mauser.

DerSchmied

: Bearbeitet durch User
von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Thomas R. schrieb:
> Also Minolta, Canon etc. nicht gerade
> Bastlerpreisklasse.

Das ist aber nun mal das Kernproblem.
Es gibt diese Gerätschaften - sogar primär für genau diesen Zweck 
gedacht.

Aber die Preise... und nein, da geht es nicht "nur" um einige hundert 
Euro, sondern um Summen, die mit den wenigsten Hobbykassen (und auch so 
manchen Kassen von Einmannunternehmens) auch nur ansatzweise konform 
gehen.

Wenn geeignete (auch hier das Kernproblem) Stereomikroskop, die noch aus 
der DDR stammen (und zwar nicht kurz bevor sie Geschichte wurde) und 
stark (ab)genutzt wurden, viele hundert Euro kosten,  sagt da leider 
schon alles aus.

Leider hat China (und Co.) bei der hochwertigen Optik immer noch wenig 
Wissen, bzw. unterscheidet sich nicht von Optikpreisen Made in Japan 
oder gar Germany...

Wir im Hobbyumfeld werden weiterhin auf arge Kompromisse und viel Übung 
ausweichen müssen und unter suboptimalen Bedingungen arbeiten "dürfen" 
(Aber trotzdem ist es machbar, aber es macht keinen Spaß und ist 
anstrengend , vor allem wenn man mal kennenlernen durfte, was mit dem 
richtigen Werkzeug geht...)

von Dieterich (einermehr)


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J. S. schrieb:
> ich habe ein gebrauchtes Mantis gekauft, die älteren bekommt man so ab
> 500 €. Sind riesige Trümmer und brauchen viel Platz.

Da muss Mann aber schon Glück haben....

Und selbst wenn:
500€ für ein Werkzeug was viele im Hobbyumfeld letztendlich recht selten 
benötigen ist schon eine heftige Ansage - wobei indirekt der Platzbedarf 
ja auch noch mal richtig kostet, bzw. in der Praxis bei sehr vielen 
Unannehmlichkeiten nach dem Gebrauch macht (wenn halt immer wieder alles 
weggeräumt und neu verstaut werden muss)und richtig viel störende (!) 
Arbeit macht.

Die Hobbylabore der bekannten Elektronikyoutuber  (teilweise sogar 
angemietete Büroräume oder kleine Hallenabschnitte - und zwar dann nicht 
als einzige Hobbyhöhle ...) stehen den wenigsten Hobbyelektroniker zur 
Verfügung, noch werden diese (wenigstens zum Teil) durch andere 
Finaziert...

: Bearbeitet durch User
von Uli S. (uli12us)


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Man kriegt schon im unteren 3stelligen Bereich gute Stereomikroskope.
Da ist dann halt die Vergrösserung eventuell in mehreren Stufen fest, es 
gibt keinen zusätzlichen Anschluss für ne Kamera. Was aber lediglich ne 
Komfortsache ist. Der Knackpunkt ist halt die in dem Fall nicht optimale 
Halterung dafür, es wird ja häufig allein für das Stativ über 300€ 
verlangt.
Das mit der Latenz bei ner Kamera kenn ich im übrigen nur von 
USB-Teilen.
Wenn die über HDMI, DVI, VGA angeschlossen wird, ist keine Latenz 
vorhanden.

von J. S. (jojos)


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C. D. schrieb:
> Ohne ordentliche Absaugung / Zuluft wird das aber nichts, spätestens
> nach dem zweiten Lötpunkt ist die Linse sonst zugeschmoddert. Es spritzt
> und dampft, das macht keine Linse der Welt nen fingerbreit vom Ort des
> Geschehens lange mit. Und auch periodisches Putzen macht sie schnell
> blind und unbrauchbar.

was für Bedenken, es geht hier um Elektronik Löten und nicht ums 
Schmieden.
Weder mein Lötplatz, Gesicht oder Brille sind voll mit Harzpickeln, noch 
sind meine Fenster grau von Lötdampfschwaden.
Ein kleiner Miefquirl reicht um das bisschen Dampf zur Seite umzulenken 
und Harzspritzer sind maximal wenige cm um die Lötstelle. Pro Tipp: 
Dummy Filter oder Schutzglas vor das Objektiv montieren.

Mein Bekannter hat nochmal bestätigt das die Reaktion des Bildes sehr 
gut ist. Ich vermute das in der Kamera ein FPGA ist der das Bild sehr 
direkt auf den HDMI Ausgang schiebt. Gesehen habe ich es noch nicht, 
konnte den Kaufreiz aber nicht unterdrücken und habe die Kamera jetzt 
auch bestellt. Kommt aus Lager in D und war beim Kollegen nach 5 Tagen 
da.
Habe noch nicht bei EEVBlog nachgesehen, aber da findet man meist auch 
gute Rezensionen zu solchen Geräten.

Mantis: ja, muss man schon etwas Glück haben. Es gibt aber eine neuere 
Serie und wenn Firmen da umrüsten kann man die älteren eventuell 
bekommen. Bei Kleinanzeigen (ex eBay) werden jedenfalls einige 
angeboten.

: Bearbeitet durch User
von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Ohne ordentliche Absaugung / Zuluft wird das aber nichts, spätestens
> nach dem zweiten Lötpunkt ist die Linse sonst zugeschmoddert.

Uebertreib mal nicht. Alle Mikroskope die ich kenne haben da extra
eine anschraubbare Schutzlinse die man gelegentlich mal abschrauben
und putzen sollte. Aber ja, auch ich wunder mich manchmal wenn ich
irgendwo dran komme ob ich ploetzlich grauen Star habe, aber
es ist durch putzen zu erledigen. :-D
Aber oefter wie 2x im Jahr ist das auch nicht notwendig wenn
man einen vernuenftigen Arbeitsabstand hat.



> Man kriegt schon im unteren 3stelligen Bereich gute Stereomikroskope.

Ich habe privat eine chinesische Billigkiste. Das ist ein Trinokular
das zusammen mit der Kamera 340Euro gekostet hat. Einfach Stereo
ohne Kamera waere IMHO so 250Euro gewesen.

Ich kenne aus der Firma den Vergleich mit Nikon, Leica und Mantis.

So schlecht sind die Chinesen da nicht! Hauptproblem ist vielleicht
das man beim Zoomen immer/mehr scharf stellen muss. Also nicht
parfocal.
Ich kann damit gut arbeiten!

Mantis ist sicher cool. Aber nicht perfekt. Irgendwie anders.
Ich wuerde sagen nicht ganz so scharf/hell, dafuer kann man aber
seinen Kopf bewegen und muss den nicht so still halten.

Vanye

von Jens K. (jensky)


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Thomas schrieb:
> Was meint ihr? Ich vermute das liefert zwar ein besseres Bild aber zum
> Arbeiten fehlt der Tiefeneffekt und die Koordination dürfte nicht so
> einfach sein.

Doch, das geht! Allerdings musst du die Kamera an den Monitor schrauben 
um den selben Sichtwinkel zu haben wie du auf den Monitor schaust.

Da in diesem Fall aber du zu nah am Monitor sitzt, benötigst du eine 
konkave Linse davor.

von Ralf X. (ralf0815)


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Jens K. schrieb:
> Thomas schrieb:
>> Was meint ihr? Ich vermute das liefert zwar ein besseres Bild aber zum
>> Arbeiten fehlt der Tiefeneffekt und die Koordination dürfte nicht so
>> einfach sein.
>
> Doch, das geht! Allerdings musst du die Kamera an den Monitor schrauben
> um den selben Sichtwinkel zu haben wie du auf den Monitor schaust.

Nein, das ist lediglich Übung und Gewöhnung.
Denk einfach mal an den Modellflug u.ä., da machen z.B. die Hände/Finger 
irgend etwas ohne sie zu sehen, die Augen schauen da nur auf das Modell 
oder einen Monitor.

von Jens K. (jensky)


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Ralf X. schrieb:
> Nein, das ist lediglich Übung und Gewöhnung.

Nein! So arbeitet man nicht! Du fliegst ja nicht mit nem 1206er oder 
SOT-23 durch die Gegend

von Ralf X. (ralf0815)


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Jens K. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Nein, das ist lediglich Übung und Gewöhnung.
>
> Nein! So arbeitet man nicht! Du fliegst ja nicht mit nem 1206er oder
> SOT-23 durch die Gegend

Wer ist "man"?
Und wenn Du die Grösse ansprichst, schau doch mal, womit in der modernen 
Gefässchirurgie, Micro/Nanoentwicklung, etc. "händisch" gearbeitet wird.

von Manfred K. (4for)


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Vanye R. schrieb:
> Hauptproblem ist vielleicht
> das man beim Zoomen immer/mehr scharf stellen muss. Also nicht
> parfocal.

Wenn sich beim zoomen die Schärfe ändert musst du einmal, evtl. zweimal:
- bei grösster Vergrösserung die Schärfe mit der Höhenverstellung 
einstellen
- und dann bei kleinster Vergösserung an den Okularen mit dem 
Dioptrienausgleich scharf stellen.
Dann ists bei jeder Zoomstufe immer scharf.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wenn sich beim zoomen die Schärfe ändert musst du einmal, evtl. zweimal:

Super, danke! Man kann hier bei euch noch was lernen! Hat perfekt 
funktioniert.
Jetzt ist beim rumzoomen immer scharf.

Vanye

von Tim (timgabinski)


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Ich habe mir vor einigen Jahren eine billige Kamera mit Stativ besorgt, 
in der Hoffnung, damit besser SMD löten zu können. Die Auflösung war 
ausreichend, lag gab es auch kaum, aber ich bin mit der Koordination 
Auge/HAnd überhaupt nicht klargekommen. Ich habe die Kamera dann eine 
Zeit lang zur Kontrolle von Lötstellen verwendet; dafür war sie sehr gut 
geeignet.  Aber für einen dauerhaften Platz in meinem Labor war mir der 
Nutzen dann doch zu gering.

von Herbert Z. (herbertz)


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Löten eher nicht! Eine gute Kopfbandlupe ist da um einiges besser auch 
was die Räumlichkeit angeht.
Gut vorstellen kann ich mir allerdings das bohren von Leiterplatten. Da 
macht man sich auf dem Monitor ein passendes Fadenkreuz und richtet das 
Lötauge danach aus. Wenn man das gut einrichtet, ist das sehr präzise.
MfG

: Bearbeitet durch User
von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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hier geht das seit Jahren so...

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> hier geht das seit Jahren so...

Ja ja, die coolsten Oszis muessen sein, Loetstation natuerlich vom 
feinsten, Schraubendreher nur vom besten. Aber Optik der letze Dreck ist 
okay.

Ich wuerde mir privat auch kein Mantis kaufen. Zum einen wegen der 
Kohle, aber auch wegen der groesse. Aber einmal durch ein chinesisches 
250Euro Stereo Mikroskopf geschaut und ihr wollt nie mehr was anderes. 
Es loetet doch auch keiner mit einem Kupferblock an Omas Stocheisen 
oder?

Vanye

von Peter N. (alv)


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Löten kann ich praktisch nur noch mit Okular auf der Brille.
Die 2D-Sicht macht es schwierig...

Herbert Z. schrieb:
> Löten eher nicht! Eine gute Kopfbandlupe ist da um einiges besser auch
> was die Räumlichkeit angeht.

Die müßte dann schon 10-fache Vergrößerung haben und die dauernde 
Umstellung zwischen Mikro- und Normalsicht ist auch ziemlich 
anstrengend.


Aber eine Idee für Bastler:
Die Lötstellen mit 2 Mikroskopkameras über Videobrille betrachten.

von Ralf X. (ralf0815)


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Vanye R. schrieb:
>> hier geht das seit Jahren so...
>
> Ja ja, die coolsten Oszis muessen sein, Loetstation natuerlich vom
> feinsten, Schraubendreher nur vom besten. Aber Optik der letze Dreck ist
> okay.

Was soll so ein absurder Vorwurf?
Kennst du die Oszis, Lötstation und Schraubendreher von DesIntegrator 
und seine Anwendungen/Aufgaben?
Oder den Zustand seines Sehvermögens?

> Ich wuerde mir privat auch kein Mantis kaufen. Zum einen wegen der
> Kohle, aber auch wegen der groesse. Aber einmal durch ein chinesisches
> 250Euro Stereo Mikroskopf geschaut und ihr wollt nie mehr was anderes.
> Es loetet doch auch keiner mit einem Kupferblock an Omas Stocheisen
> oder?

Wenn Du es so toll findest, solltest Du es Dir kaufen.
Aber wie kommst Du auf die absurde Idee, dass es alleine wegen Deinem 
Empfinden, es jedem anderen genauso gehen müsste?

ICH kann das Löten unterm Mikroskop z.B. überhaupt nicht ausstehen:
Auf die Schnelle hingestellt fehlende Handballenauflage, mit 
Mikroskoptischerweiterung trotzdem die Stufe zum übrigen Werkzeug und 
Arbeitsmaterial, schnelle Rückenverspannung trotz ergonomischer 
Einstellung/Aufbau, kein schneller Blick aus der Diagonale, etc..
Aber wie gesagt, das gilt für MICH!

Wo es reicht, arbeite ich immer noch gerne mit der Lupe am Schwanenhals 
oder der grossen Lupenlampe, selten auch mit zweistufiger Uhrmacherlupe.
Reicht es nicht mehr, Cam am Schwanenhals am Monitor, egal ob 15" oder 
50".
Wichtig ist nur, dass das Bild ohne merkliche Latenz angezeigt wird.

Jeder muss für sich selber testen, was für ihn das geeignete ist.
Nur sollte man das niemals spontan entscheiden, sondern möglichst erst 
nach einer gewissen Probezeit.

von Frank G. (frank_g53)


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Thomas schrieb:
> Hallo, wollte mal fragen ob das jemand praktiziert oder ist die
> Umstellung mit der Koordination zu arg um damit vernünftig arbeiten zu
> können?

Ich hatte ein Zeiss-Stereo Mikroskop. Bin dann aber auf ein 2-D 
Mikroskop umgestiegen wg. der Möglichkeit auf einen großen Bildschirm zu 
schauen.
Für mich ist es einfach angenehmer, als durch Okulare zu schauen.

Der Unterschied ist sehr deutlich: Unter dem Stereo-Mikroskop kann man 
sicherer agieren. Während man unter dem 2D-Mikroskop sich an die 
Lötstelle herantastet.
Aber mit zunehmender Übung wird das besser.

Er hier kommt anscheinend gut klar:
https://youtu.be/ik0mFYXJHjk?t=285

von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Ralf X. schrieb:
> Auf die Schnelle hingestellt fehlende Handballenauflage, mit
> Mikroskoptischerweiterung trotzdem die Stufe zum übrigen Werkzeug und
> Arbeitsmaterial, schnelle Rückenverspannung trotz ergonomischer
> Einstellung/Aufbau, kein schneller Blick aus der Diagonale, etc..

Du bist aber auch anspruchsvoll ;-)

Ralf X. schrieb:
> Aber wie gesagt, das gilt für MICH!

Sehr gesunde Einstellung, an der sich so mancher im Forum (und auch 
sonst im Leben) ein Beispiel nehmen sollte...!

Ralf X. schrieb:
> Jeder muss für sich selber testen, was für ihn das geeignete ist.
> Nur sollte man das niemals spontan entscheiden, sondern möglichst erst
> nach einer gewissen Probezeit.

Theoretisch - ja so macht man es, theoretisch...

Praktisch:
Geöffnete Verpackungen, wo die Ware an sich aber einwandfrei und im 
optischen Umfeld auch eher (sehr) teuer ist und eigentlich nur auf dem 
Versandweg bezogen werden kann, sind zumindest problematisch in der 
Rückgabe und natürlich das man das Geld zurückbekommt, mal abgesehen von 
den Umständen und Zeitbedarf, die jede Rücksendung mit sich bringt.
In der glücklichen Lage es beim AG ausprobieren (vorgesetzt, Friss oder 
stirb...) zu können, sind die wenigsten Hobbyisten, am wenigsten gerade 
die, welche nicht ein Einkommen haben, wo man sich ein Mantis, Canon,... 
zusätzlich zu seinen zwei 4Kanal 10 GHz Oszilloskopen  leisten kann und 
will (darf...).

Also mit der Probezeit ist das so eine Sache, wenn man (endlich) einmal 
für den Rest seines Hobbylebens das "perfekte" und bezahlbares haben 
möchte, und nicht   die "zehnte" Behelfslösung und der langsame 
"Aufstieg" zum "Perfekten" hin wie bei schon so vielen Sachen 
(Lötstationen, Messgeräte aber auch bei anderen Hobbys) gehen will

Frank G. schrieb:
> Während man unter dem 2D-Mikroskop sich an die
> Lötstelle herantastet.
> Aber mit zunehmender Übung wird das besser.

Wie immer:
Üben, aber auch bei viel Üben gibt es Dinge und Handlungsweisen, für die 
man einfach (persönlich)  kein Gefühl und Talent hat... ;-)

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> stirb...) zu können, sind die wenigsten Hobbyisten, am wenigsten gerade
> die, welche nicht ein Einkommen haben, wo man sich ein Mantis, Canon,...
> zusätzlich zu seinen zwei 4Kanal 10 GHz Oszilloskopen  leisten kann und
> will (darf...).

Ich hab heute noch in der Firma ein paar 0402er gewechselt weil sie
falsch bestueckt waren und dazu das hier verwendet:

https://www.optik-pro.de/stereomikroskope/bresser-junior-stereomikroskop-auflicht-und-durchlichtmikroskop-50x/p,57605

Bloss das ich es vor 10Jahren gekauft habe und es da noch so bei 
25-28Euro lag.

Dabei haette ich zum dicken Leica Microskop nur ein paar Meter laufen 
muessen. Aber war einfacher wegen Schaltplan am Rechner zu bleiben und 
ging genauso gut. ;-)

Vanye

p.s: War gerade echt erstaunt wieviel coole die mittlerweile fuer das 
billige Plastikteil haben wollen!

von Uli S. (uli12us)


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Das Dingens von Bresser? scheint komplett aus Plastik zu bestehen.
Sieht jedoch so aus, als wärs auch so ein Standardteil, was unter nem 
Dutzend unterschiedlicher Namen verkauft wird, aber irgendwo in China 
hergestellt wird.
Ich hab eins in ähnlicher Preisklasse, bloss ganz Metall bzw Glas.
Dazu noch Zusatzobjektiv und Okular. Damit kann ich dann von 5-40X 4 
Vergrösserungsstufen abdecken. 
https://eu.amscope.com/collections/stereo-microscopes/products/20x-80x-multi-lens-stereo-microscope-pillar-stand

von Thomas (kosmos)


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ich warte noch ein ein bisschen und dann hole ich mir so ne 
Autofokuskamera, ich denke mit einem kleinen 10" Monitor der direkt 
vorne mittig montiert wird.

von Uli S. (uli12us)


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Ähnliche optische Mikroskope wie genannt gibts immer wieder mal bei 
Aldi,
ich kenn hier nur Süd, im Norden wahrscheinlich ebenso. Häufig zwar mit 
einer Profilsäule, die leider den Nachteil hat keinen unbeschränkten 
Zugang
zum Betrachtungsobjekt zu ermöglichen. Die Rundsäulen dagegen kann man 
auch an so einen Universalschwenkarm oder Storchschnabel befestigen, die 
oberhalb oder wenigstens weit entfernt der Betrachtungsebene angebracht 
sind.

von Berni-Bär 🐼 (stm32prof)


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Uli S. schrieb:
> Das Dingens von Bresser? scheint komplett aus Plastik zu bestehen.
> Sieht jedoch so aus, als wärs auch so ein Standardteil, was unter nem
> Dutzend unterschiedlicher Namen verkauft wird, aber irgendwo in China
> hergestellt wird.

In der Tat lässt Bresser  in China fertigen. Mikroskope und Teleskope. 
Heißt aber nichts. Mit die besten Teleskope und Gläser kommen inzwischen 
aus CN.

> Ich hab eins in ähnlicher Preisklasse, bloss ganz Metall bzw Glas.
Sicher, dass es Glasokukare sind? Ganz sicher? Geh mal auf 
Mikroskopie.de und lasse dich aufklären :-)  Die normalen RMS, die man 
so bekommt, sind alles Kunststoff!

> Löten per Kamera über Bildschirm, funktioniert das?
Ärzte operieren sogar über den Bildschirm. Nennt sich Endoskopie. Geht 
sicher auch zwei dimensional.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Das Dingens von Bresser? scheint komplett aus Plastik zu bestehen.

Klar. Das ist voll der Plastikbomber. War aber okay als es noch <=30Euro
gekostet hat. Aber mittlerweile hat die Gier wohl das Hirn gefressen.

Vanye

von Uli S. (uli12us)


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Bernie, das kann schon sein, dass das mittlerweile Plastiklinsen sind, 
stört aber nicht weiter. Das hat ja auch schon vor über 40 Jahren 
angefangen und das waren mit die teuersten Objektive, die Plastiklinsen 
verbaut kriegten. Der Rest des Teils ist jedoch von einigen wenigen 
Drehknöpfen, Abdeckungen usw abgesehen aus Metall.

Aber ob Bresser in China fertigen lässt oder aus dem reichlichen Angebot 
sich was passendes aussucht und nur seinen Namen draufdrucken lässt, das 
ist noch die Frage. Das was ich hab, gibts auch unter wenigstens 3 
unterschiedlichen Namen, vermutlich noch deutlich mehr, die ich aber 
nicht kenne.

von Thomas (kosmos)


Angehängte Dateien:

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also ich hatte mich letztendlich für diese hier entschieden 
https://de.aliexpress.com/item/1005004675631480.html und habe Sie seit 
ein paar Tagen hier.

Bin eigentlich zufrieden der Autofokus ist ne feine Sache das 130fach 
Objektiv wird aber durch ein etwas stärkeres mit 180x ersetzt, brauche 
nur eine bessere Halterung diesen hier kann ich nicht empfehlen 
https://www.aliexpress.com/item/1005006372164579.html

Anbei mal ein paar Bilder die das Teil produziert, leider ist die JPEG 
Komprimierung recht stark seitens des Herstellern eingestellt, habe 
diesen schon angeschrieben ob man das nicht etwas geringer einstellen 
kann.

Das Ringlicht müsste man aber etwas mit einer Folie weicher machen da es 
fast direkt zurück reflektiert. Anbei mal 2 Bilder davon, wenn es am 
Objektiv ist und dann man zum vergleich wenn das Ringlicht die Platine 
seitlich angestrahlt.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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bei anderen Anwendungen
mag das Licht, das beim Löten stört sicherlich genau richtig sein.

von Uli S. (uli12us)


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Das mit dem Licht finde ich stört am meisten. Bei meinem Digimikroskop, 
das im übrigen keineswegs eine 1000 fache Vergrösserung hat, sondern nur 
etwas mehr wie 30, weil das linear gerechnet wird, kann man zwar 
theoretisch die Helligkeit einstellen. Da gibts dann noch eine nicht 
abschaltbare Automatik, die die Helligkeit dann genauso hell dreht, wie 
sie vor der Anpassung hatte.
Wenigstens hab ich, trotz Durchsicht aller Optionen das nicht gefunden.
Aber immerhin, wenns zu sehr zurückreflektieren würde, könnte man die 
Helligkeit zurückdrehen, möglicherweise spiegelts dann weniger. Ich 
finde ohnehin das Ringlicht freundlich ausgedrückt suboptimal. Besser 
ist je ein Licht von der Seite. Trotzdem ist so ein Digitalteil mit 
Bildschirm manchmal ganz praktisch. Angenommen man hat sich an ner 
schlecht einsehbaren Stelle irgendwas eingetreten, dann kann man damit 
zumindest  die Stelle sehen.
Oder irgendwelche Bauteilebezeichnungen, wobei da auch wieder die nicht 
wirklich verstellbare Helligkeit stört. Für so was bevorzuge ich ein 
analoges Mikroskop, das trotz vielfach besserer Qualität keineswegs 
wesentlich mehr gekostet hat. Ich würde mal sagen, vielleicht 1/4 - 
1/3mehr.

von Jack V. (jackv)


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Uli S. schrieb:
> Bei meinem Digimikroskop,
> das im übrigen keineswegs eine 1000 fache Vergrösserung hat, sondern nur
> etwas mehr wie 30, weil das linear gerechnet wird, kann man zwar
> theoretisch die Helligkeit einstellen. Da gibts dann noch eine nicht
> abschaltbare Automatik, die die Helligkeit dann genauso hell dreht, wie
> sie vor der Anpassung hatte.

Du könntest mal in den Einstellungen schauen – bei meiner kann ich da 
die Belichtung hoch und runtersetzen, was effektiv einer 
Helligkeitseinstellung gleichkommt.

Ansonsten fand ich es am Anfang sehr ungewohnt, anhand des 
Bildschirmbildes zu löten, aber man gewöhnt sich schnell auch daran, und 
dann fühlt’s sich ganz normal an. Zumindest meiner Erfahrung nach.

von Berni-Bär 🐼 (stm32prof)


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Uli S. schrieb:
> Da gibts dann noch eine nicht
> abschaltbare Automatik, die die Helligkeit dann genauso hell dreht, wie
> sie vor der Anpassung hatte.

Konstanthaltung der Lichtdichte. Ist Standard.
Es ist allerdings auch Standard, Filter und Blenden einzusetzen.
Hat Dein Teil kein Filtergewinde?
Schau mal nach Köhlerblende.

von Uli S. (uli12us)


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Nein, gibts nicht, mittlerweile benutz ich das Teil nur mehr, wenn ich 
mal irgendeine SMD-Beschriftung nicht erkennen kann, irgendnen Splitter 
zu extrahieren und ähnliches. Das optische Bino-mikroskop ist einfach um 
soviel besser, dass ich vorzugsweise das verwende. Da lässt sich auch 
die Helligkeit so verändern, wie ichs will. Das ist im Gegensatz zu dem 
Digiteil auch als Profilprojektor verwendbar. Halt mit dem Nachteil, 
dass mans nicht einfach in nem Meter Abstand dazu benutzen kann, 
irgendwelche Kleinteile zu sehen.

von Thomas (kosmos)


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der Australier aus dem EEVBlog Channel 
https://www.youtube.com/watch?v=MvFf9RSJUhk verwenden einen linearen 
Polarisationsfilter (keine circularen aus dem Fotobereich), das hat er 
über seine Lampe geklebt die neben dem Mikrosop steht.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Da lässt sich auch die Helligkeit so verändern, wie ichs will.

Da muss man aber aufpassen. Man muss ja die Helligkeit etwas bei
unterschiedlichen Vergroesserungen anpassen und das Auge kann
auch abdunkeln. Und es sieht bei grosser Helligkeit erstmal alles
cooler/besser/schaerfer aus. Aber wenn man den ganzen Tag an sowas
arbeitet und die Helligkeit zu gross ist merkt man das hinterher
daran das Augen ueberfordert wurden/weh tun.
Also aufpassen was man macht.

Vanye

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