Forum: HF, Funk und Felder Ersatz für BD330


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von Dominik (09_dom_09)


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Guten Abend miteinander,

ich habe im Moment einen alten Nordmende Globetrotter 808 zum
reparieren, da er nicht mehr ganz so sauber läuft wie früher.
Habe also die wichtigsten Leistungsbauteile getestet und einen BD329 und
BD330 gefunden, die wohl den Lautsprecher nicht mehr ganz symmetrisch 
verstärken. Den BD 330 gibt es so gut wie gar nicht mehr.
Jetzt suche ich Ersatz für die beiden, ohne die Schaltung großartig
abändern zu müssen. Die Übergangsfrequenz von 100Mhz ist ja bestimmt mit 
der wichtigste Wert, weiß aber keine alternative. Kann mir da jemand 
weiter helfen?

Grüße Dom

von Kurt (sommerwin)


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BD 139 und BD 140 würd ich einbauen

von Gerald B. (gerald_b)


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Kurt schrieb:
> BD 139 und BD 140 würd ich einbauen

Die sind mit 1,5A Kollektorstrom etwas schwach auf der Brust. Die 
Originale haben 3A

von H. H. (Gast)


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Gerald B. schrieb:
> Kurt schrieb:
>> BD 139 und BD 140 würd ich einbauen
>
> Die sind mit 1,5A Kollektorstrom etwas schwach auf der Brust. Die
> Originale haben 3A

BD435/36/37/38

von Dominik (09_dom_09)


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H. H. schrieb:
> Gerald B. schrieb:
>> Kurt schrieb:
>>> BD 139 und BD 140 würd ich einbauen
>>
>> Die sind mit 1,5A Kollektorstrom etwas schwach auf der Brust. Die
>> Originale haben 3A
>
> BD435/36/37/38

Alles klar, vielen Dank euch, aber ist das Ft irrelevant?
BD330 hat 100Mhz, BD435 - 3 Mhz. Ich weiß nicht genau, was diese Angabe 
bedeutet, aber ist das nicht die Maximal zu verstärken mögliche 
Frequenz? Wenn ja dann klappt das mit Audiosignalen...

: Bearbeitet durch User
von Arno R. (arnor)


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Dominik schrieb:
> aber ist das Ft irrelevant?
> BD330 hat 100Mhz, BD435 - 3 Mhz.

Nimm 2SB772/2SD882, gibt es auch bei Reichelt.

von Arno R. (arnor)


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SD345, 347, 349 / SD346, 348, 350 geht auch.

Dominik schrieb:
> und einen BD329 und
> BD330 gefunden, die wohl den Lautsprecher nicht mehr ganz symmetrisch
> verstärken.

Klingt aber nicht besonders plausibel nach defekten 
Endstufentransistoren.

von Unwichtig (noname_user)


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Dominik schrieb:
> Ich weiß nicht genau, was diese Angabe bedeutet, aber ist das nicht die
> Maximal zu verstärken mögliche Frequenz?
fT ist die Transit-Frequenz

> Wenn ja dann klappt das mit Audiosignalen...
Wie weit geht eigentl. der hörbare menschl. f-Bereich, bis 5 MHz?
Oder eher so bis an die 20 kHz ....
Such mal den Fehler wo anders, die Endstufen-Tr. werden das garantiert 
nicht sein. In welcher Betriebsart tritt das denn auf, mit Akkus (Batt.) 
oder nur im Netzbetrieb?

von Arno R. (arnor)


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Hier das "Service-Manual" mit Schaltplan:

http://www.shortwaveradio.ch/lib/exe/fetch.php?media=manuals:nordmende_globetrotter_808_service.pdf

Die Endstufentransistoren haben keine Emitterwiderstände, deswegen kann 
der Ruhestrom (Sollwert 10mA) nicht vernünftig stabilisiert werden. 
Vermutlich ist der Ruhestrom zu klein und die Schaltung hat deutliche 
Übernahmeverzerrungen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Vielleicht hat das Einstellpoti fuer den Ruhestrom eine Macke.
Der Ausgangselko koennte Mitverursacher sein.

von Dominik (09_dom_09)


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Unwichtig schrieb:
> Dominik schrieb:
>> Ich weiß nicht genau, was diese Angabe bedeutet, aber ist das nicht die
>> Maximal zu verstärken mögliche Frequenz?
> fT ist die Transit-Frequenz
>
>> Wenn ja dann klappt das mit Audiosignalen...
> Wie weit geht eigentl. der hörbare menschl. f-Bereich, bis 5 MHz?
> Oder eher so bis an die 20 kHz ....
> Such mal den Fehler wo anders, die Endstufen-Tr. werden das garantiert
> nicht sein. In welcher Betriebsart tritt das denn auf, mit Akkus (Batt.)
> oder nur im Netzbetrieb?

Das ganze tritt nur im Netzbetrieb auf. Die Lautsprecher selbst 
funktionieren einwandfrei, auch sonst per Sichtkontrolle nicht viele 
Auffälligkeiten, genauso wie bei allen Kondensatoren. Hab dann die 
Transistoren der Endstufe getestet, rein nach den Messwerten 
funktionieren beide, haben aber 0,2V Differenz beim Diodentester. 
Deshalb die Annahme mit der Symmetrie.

Fehlerbeschreibung die ich bekommen habe: Ton kommt immer mit rauschen, 
Lautstärke war früher besser - habe selbst mit der Sendereinstellung 
herumgespielt und tatsächlich bekommt man das Rauschen nie weg.

Der Fehler müsste ja eigentlich auf der Verstärkerplatine und nicht beim 
Empfänger/Antenne sein

von Wf88 (wf88)


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Dominik schrieb:
> Der Fehler müsste ja eigentlich auf der Verstärkerplatine und nicht beim
> Empfänger/Antenne sein

Das kannst du mehr oder weniger leicht testen, indem du die beiden 
trennst und vom mp3-Player etwas in den Verstärker einspeist.

von Jens G. (jensig)


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Dominik schrieb:
> Transistoren der Endstufe getestet, rein nach den Messwerten
> funktionieren beide, haben aber 0,2V Differenz beim Diodentester.

Im ausgebauten Zustand?

> Fehlerbeschreibung die ich bekommen habe: Ton kommt immer mit rauschen,
> Lautstärke war früher besser - habe selbst mit der Sendereinstellung
> herumgespielt und tatsächlich bekommt man das Rauschen nie weg.
> Der Fehler müsste ja eigentlich auf der Verstärkerplatine und nicht beim
> Empfänger/Antenne sein

Der erste Test wäre, ob das Rauschen sich mit dem Lautstärke-Poti 
beeinflussen läßt.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Dominik schrieb:
> Ton kommt immer mit rauschen,
> Lautstärke war früher besser

Das klingt aber eher nach einem versagenden Koppelkondensator als nach 
einem halb kaputten Halbleiter, was an sich schon selten ist. Das sollte 
mit dem Oszi schnell zu finden sein, zumal der Schaltplan ja wohl 
vorhanden ist.

von Dominik (09_dom_09)


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Jens G. schrieb:
> Dominik schrieb:
>> Transistoren der Endstufe getestet, rein nach den Messwerten
>> funktionieren beide, haben aber 0,2V Differenz beim Diodentester.
>
> Im ausgebauten Zustand?
>
>> Fehlerbeschreibung die ich bekommen habe: Ton kommt immer mit rauschen,
>> Lautstärke war früher besser - habe selbst mit der Sendereinstellung
>> herumgespielt und tatsächlich bekommt man das Rauschen nie weg.
>> Der Fehler müsste ja eigentlich auf der Verstärkerplatine und nicht beim
>> Empfänger/Antenne sein
>
> Der erste Test wäre, ob das Rauschen sich mit dem Lautstärke-Poti
> beeinflussen läßt.

Naja, wird eben konstant mit dem eigentlichen Signal größer, lässt sich 
aber darüber nicht voneinander trennen.
Mit Anschluss am MP3 Player ist kein unterschied wahrnehmbar,
ich werde jetzt erstmal mit dem Oszi die Ausgänge messen, bisher hab ich 
unter Spannung nur die Ausgänge und den Antenneneingang überprüft.

von Unwichtig (noname_user)


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Dominik schrieb:
> Das ganze tritt nur im Netzbetrieb auf.

Und wo gibt es dann noch die weiteren Fragen? Das Netzteil prüfen, wenn 
die Vorstufen schon keine saubere U-Betrieb bekommen kommt das Rauschen 
wohl sicher aus verkorkster Betriebs-U.
Mit Batt.-Betrieb wird es zwar leiser (Leistung) aber ohne dem Rauschen?
Oder ist an dem Gerät dabei immer eine externe Signal-Quelle mit 
anschlossen?

: Bearbeitet durch User
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Dominik schrieb:
> und einen BD329 und
> BD330 gefunden, die wohl den Lautsprecher nicht mehr ganz symmetrisch
> verstärken.

Die gedankliche Wirkungsrichtng stimmt hier nicht.

> Die Übergangsfrequenz von 100Mhz ist ja bestimmt mit
> der wichtigste Wert,

Dürfte in etwa so wichtig sein wie deren Rauschzahl oder 
Anschlussbelegung.


Eher dürfte der Fehler an einem defekten Kondensator liegen, dessen 
Leitfähigkeit die Arbeitspunkte verschiebt.

mfg

von Unwichtig (noname_user)


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Christian S. schrieb:
> Eher dürfte der Fehler an einem defekten Kondensator liegen, dessen
> Leitfähigkeit die Arbeitspunkte verschiebt.

Und im Batt.Betrieb ist der dann wirkungslos? Rauschen u. Verzerrungen 
sind doch grundsätzl. verschiedene Störungen.
Mal auf eine externe Signal-Quelle umschalten u. den Eingang 
kurz-schließen, rauscht es dann immer noch, ist die NF-Vorstufe 
betroffen aber nicht die Endstufe.

von Jens G. (jensig)


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Dominik schrieb:
>> Der erste Test wäre, ob das Rauschen sich mit dem Lautstärke-Poti
>> beeinflussen läßt.
>
> Naja, wird eben konstant mit dem eigentlichen Signal größer, lässt sich
> aber darüber nicht voneinander trennen.

Ja, dann ist ja klar, daß das Rauschen bereits vor dem Poti entsteht. 
Hat also mit der endstufe nix zu tun.

Es hat hier übrigens schon Leute gegeben, die Rauschen von Brummen oder 
Schnarren oder Kratzen nicht unterscheiden können. Die meinten Brummen, 
schrieben aber Rauschen. Welche Variante ist es denn bei Dir wirklich?

: Bearbeitet durch User
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Dominik schrieb:
> einen alten Nordmende Globetrotter 808

Wirklich ein tolles Gerät, sogar mit Trommeltuner.

Unwichtig schrieb:
> Und im Batt.Betrieb ist der dann wirkungslos?

Man beachte den im service-manual angegebenen großen 
Betriebsspannungsbereich, wie er bei damaligen Kofferradios üblich war.

Vielleicht läßt sich an C405 und C505 auftrennen, um zu beobachten, ob 
das Rauschen von der Endstufe kommt oder einer der Vorstufen nahe der 
Klangsteller.

mfg

: Bearbeitet durch User
von Stephan (Gast)


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Dominik schrieb:

>Ersatz für BD330

> habe selbst mit der Sendereinstellung
> herumgespielt und tatsächlich bekommt man das Rauschen nie weg.

Hat nicht nie, aber selten ursächlich miteinander zu zu tun. Der 
Endverstärker verstärkt Rauschen, wenns bereits am Eingang vorliegt. Das 
kann auch ein fehlerhafter Widerstand sein, z.B. Dreck auf der 
Kohlenbahn eines Potis.

Strom aus, 20 x hin+her schieben bzw. drehen hilft nicht?

Beitrag #7584402 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Stephan (Gast)


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Jens G. schrieb:
> Schnarren oder Kratzen nicht unterscheiden können

Wenns die Kratz im Winter aufm Röhrenradio sitzt dann schnurren ;)

von Rainer W. (rawi)


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Dominik schrieb:
> Habe also die wichtigsten Leistungsbauteile getestet und einen BD329 und
> BD330 gefunden, die wohl den Lautsprecher nicht mehr ganz symmetrisch
> verstärken.

Wie geht es denn dem Entkopplungskondensator am Lautsprecherausgang 
(falls vorhanden)?

Beitrag #7584415 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Dominik (09_dom_09)


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Rainer W. schrieb:
>
> Wie geht es denn dem Entkopplungskondensator am Lautsprecherausgang
> (falls vorhanden)?

Ich habe die Fehler gefunden, danke für die Tipps. Hat erstmal ziemlich 
lange gedauert überhaupt an die NF Platine heranzukommen, musst dafür 
die Hälfte der Brücken zwischen den Platinen trennen.

Am Messpunkt "e" kam nicht wirklich eine schöne Kurve während dem Poti 
drehen an.
Schlussendlich war der Folienkondensator auf Masse kaputt.
Beim Poti Messen gab es auch ein paar ganz kleine Unterbrechungen, hat 
aber noch geklappt, hat man fast nur beim Poti "anschnippen" gesehen. 
Hab den auch getauscht, wird ja nicht mehr wirklich lange durchhalten. 
-> Den Poti selbst konnte ich leider nicht reinigen.
Danach gab es regelmäßiges "Knacken" vor allem beim Ein- und 
Ausschalten, beim messen sah der 1u- C zwischen den Lautsprechern zwar 
ganz gut aus, hat es aber unter Last anscheinend nicht vertragen. Also 
auch getauscht


Läuft jetzt wieder Einwandfrei.

Ich danke euch!!!

von Unwichtig (noname_user)


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Dominik schrieb:
> Schlussendlich war der Folienkondensator auf Masse kaputt.

Oh wow, der Folien-C auf Masse war kaputt, noch dazu am Meß-Punkt e, 
nur dass der überhaupt nichts mit der NF zu tun hat, dort wird die 
Abstimm-U für den C-Dioden-FM-Tuner bearbeitet.

Der 1 µF C zwischen den Lautsprechern war der für den Höchtöner als 
Koppel-C.
Ergo weißt du nicht was es war! Nennt man Anfängerglück, oder das 
Problem kommt wieder.

: Bearbeitet durch User
von Dominik (09_dom_09)


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Unwichtig schrieb:
> Dominik schrieb:
>> Schlussendlich war der Folienkondensator auf Masse kaputt.
>
> Oh wow, der Folien-C auf Masse war kaputt, noch dazu am Meß-Punkt e,
> nur dass der überhaupt nichts mit der NF zu tun hat, dort wird die
> Abstimm-U für den C-Dioden-FM-Tuner bearbeitet.
>
> Der 1 µF C zwischen den Lautsprechern war der für den Höchtöner als
> Koppel-C.
> Ergo weißt du nicht was es war! Nennt man Anfängerglück, oder das
> Problem kommt wieder.



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Beitrag #7587216 wurde vom Autor gelöscht.
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