News Arduino-Roboter, neuer Orange Pi, ESP-Home-Analogon für ZigBee uvm


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von Tam H. (Firma: Tamoggemon Holding k.s.) (tamhanna)


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Nach dem eher überschaubaren Erfolg des Braccio probiert man im Hause Arduino einen weiteren Anlauf im Bereich Robotik für Ausbildungsstätten. Shenzhen Xunlong verkleinern ihren Achtkern-Einplatinencomputer, während Nordic Semi ein ESP-Home-Analogon auf Basis von ZigBee anbietet. Was es sonst Neues gibt, verrät dieser Round-Up.

CologneChip: Integrierte Logikanalyse-Funktion für den GateMate

Wer mit FPGAs oder sonstigen digitalen Schaltungen arbeitet, verwendet gern Logikanalysatoren - schade nur, dass sich dieser Markt in der Vergangenheit stark ausgedünnt hat (siehe auch https://www.linkedin.com/pulse/who-won-logic-analyzer-wars-barbara-aichinger/). Mit dem „Integrated Logic Analyser“ steht nun eine Komponente zur Verfügung, die - in das sonstige FPGA-Design implantiert - Logikanalysatorfunktionen zur Verfügung stellt. Für die Auswertung der gesammelten Daten steht außerdem das in der Abbildung gezeigte Programm zur Verfügung.

Bildquelle: https://github.com/colognechip/gatemate_ila

Da für die Kommunikation mit dem Rechner - logischerweise - Zusatzkomponenten erforderlich sind, empfiehlt sich die Verwendung des GateMate A1-Evaluationsboards. Im GitHub-Repositorium, dass oben als Bildquelle erwähnt wurde, findet sich allerdings auch folgende Passage mit „Zusatzinformationen“ zu Ansprüchen an lokale Hardware:

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If customer hardware is used, please note that the ILA requires a USB interface between the computer and the GateMate FPGA. The FPGA ultimately uses an SPI interface to communicate with the PCB circuitry. The USB-to-SPI adapter can either be built on the customer PCB or the GateMate FPGA Programmer can used and connected to the FPGA. Please see [Programmer Board Datasheet] (https://www.colognechip.com/docs/ds1002-gatemate1-programmer-latest.pdf) for more information.

Handelskrieg: Loongson gewinnt gegen MIPS.

Eine eher kleiner Nebenschauplatz im Handelskrieg im Halbleiterbereich war der Kampf zwischen Loongson und MIPS bzw. ihrem chinesischen Stellvertreter. Der im Allgemeinen gut informierte Branchen-Newsdienst Toms Hardware informiert und https://www.tomshardware.com/pc-components/cpus/chinese-chipmaker-loongson-wins-case-over-rights-to-mips-architecture-companys-new-cpu-architecture-heavily-resembles-existing-mips darüber, dass diese Entscheidung zwar wie das Hornberger Schießen ausging, man im Hause Loongson aber „etwas besser“ dasteht als die MIPS:

1
. The court decided last year that Loongson owed royalties to CIP United. However, CIP United, in turn, owed arbitration fees, which are significantly more than the royalties.

Auf lange Sicht gesehen dürfte diese Sicht allerdings einen Phyrhussieg darstellen - Loongson arbeitet nämlich seit einiger Zeit an einer „neuen“ Architektur, die mit dem MIPS-IP nichts mehr zu tun haben sollte.

ZigBee Home: ESP-Home mit Nutzung des ZigBee-Funkstandards.

Espressifs Eintritt in die Welt der Smart Home-Entwicklung wurde anfangs „unterschätzt“ - mit Produkten wie ESP-Home hat sich der Halbleiter-Hersteller mittlerweile aber eine sehr gute Position im Markt erarbeitet. Etablierte Hersteller wie das ZigBee-Standardisierungsgremium und die zu ihm gehörenden Halbleiterhersteller reagieren darauf eher langsam. Unter der URL https://github.com/ffenix113/zigbee_home ist nun eine als ZigBee Home bezeichnete Firmware aufgetaucht, deren Selbstbeschreibung kaum eindeutiger sein könnte:

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Project that aims to provide similar functionality to ESPHome, but for Zigbee devices.

Als „primäre“ Zielplattform sind die NRF52840-Dongles vorgesehen; langfristig ist auch eine Erweiterung in Richtung der NRF 53-Produktfamilie vorgesehen.

Orange Pi 5 Pro: „kleinere“ Variante des High End-Orange Pi.

Dass man sowohl im Hause Shenzhen Xunlong als auch im Hause OKDO schnellere Einplatinencomputer als den Raspberry Pi 5 fertigt, wurde hier in der Vergangenheit immer wieder besprochen. Nachteilig ist in diesen Produkten allerdings, dass sie auch physikalisch größer ausfallen als die Kollegen aus dem Hause Upton.

Bildquelle: Tamoggemon Holding k.s.

Mit dem Orange Pi 5 Pro plant Shenzhen Xunlong nun das Anbieten des in der Abbildung gezeigten Prozessrechners, dessen Formfaktor dem Raspberry Pi ähnelt.

Bildquelle: http://www.orangepi.org/html/hardWare/computerAndMicrocontrollers/details/Orange-Pi-5-Pro.html.

Auf der Produktwebseite finden sich auch die beiden gezeigten Abbildungen, die die Vorder- und Rückseite des Systems zeigen.

Bildquelle: http://www.orangepi.org/html/hardWare/computerAndMicrocontrollers/details/Orange-Pi-5-Pro.html.

Das Produkt ist in der Vergangenheit schon mehrfach in der Gerüchteküche aufgetaucht, wird von Shenzhen Xunlong nun aber erstmalig offiziell erwähnt. Zum Zeitpunkt der Drucklegung gilt allerdings, dass die beiden Kauf-Knöpfe noch nicht aktiviert sind.

Flux.AI: Künstlicher Intelligenz-basierter Assistent fortan nicht mehr kostenlos.

Wir hatten das Start-Up Flux.AI und seinen im Browser lebenden Platinen-Editor in der Vergangenheit immer wieder besprochen. Bisher galt, dass der in der Betaphase befindliche Copilot-Dienst - zumindest im Allgemeinen - kostenlos zur Verfügung stand. Mit dem „Eintreten der Serienreife“ ändert sich dies. Ganz analog zu OpenAI und Co. setzt man auch im Hause Flux auf das Konzept der Credits - im kostenlosen Konto sind nur noch 50 Credits pro Monat enthalten, wie im Fall von Open AI gilt außerdem, dass die Menge der zur Beantwortung einer Anfrage erforderlichen Credits nicht von vorneherein ersichtlich ist:

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Free Monthly Credits to Fuel Your Creativity
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To make Copilot accessible to everyone, were thrilled to offer every user 50 free Copilot credits that automatically renew every month.
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How do credits work? Every interaction with Copilot, will utilize credits. The number of credits consumed varies based on your prompt's complexity and the size of your project. A simple question involving a few components can be as low as 1 credit, while a complex question involving many components can be 30 credits or more. Learn more about credits.

Wer weitere Credits erwerben möchte, kann entweder auf einen „bezahlten“ Plan umsteigen, oder aber die Credits einzeln einkaufen - weitere Informationen hierzu finden sich unter der URL https://docs.flux.ai/reference/copilot-credits?. Interessant ist außerdem, dass Flux.ai die „Rückerstattung“ von für falsche Antworten verbrauchten Credits explizit ausschließt.

Bildquelle: https://docs.flux.ai/reference/copilot-credits

Arduino Alvik: Neuer Anlauf eines Educational Robots.

Der Arduino Braccio war in der (in Retrospektive aus gutem Grund) unterlegenen Fraktion des Arduino-Bürgerkriegs entwickelt - da sich Massimo Banzis Mannen durchsetzten, kam das Produkt nie wirklich auf den Markt. Mit dem auf dem Arduino Nano ESP32-Board basierenden Alvik möchte Arduino die Arduino-Gruppe nun eine „kleinere“ Variante eines Lehr-Roboters ins Rennen schicken.

Bildquelle: https://www.arduino.cc/education/arduino-alvik.

Explizite „Zielnutzer“ sind dabei Ausbildungsbetriebe und Schulen - im Rahmen der Ankündigung wirbt man mit 19 „schlüsselfertigen“ Übungen:

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Immerse students in over 19 engaging lessons with robotics and programming activities, exploring robotics movements and tackling innovative projects such as smart warehouses and smart highways. Lessons foster interdisciplinary connections, and encourage everyone to explore technology through hands-on projects and collaboration. By understanding the tech, students develop critical thinking and problem-solving capabilities, preparing them for real-world challenges.

Interessant ist außerdem, dass die Platine sowohl M3-Schrauben als auch Lego Technic-Erweiterungen bzw. Interfaces aufweist. 3D gedruckte oder sonst wie „im Haus gefertigte“ Erweiterungen lassen sich so bequem mit dem Testroboter verbinden.

Bildquelle: https://www.arduino.cc/education/arduino-alvik

Zum Zeitpunkt der Drucklegung dieses Artikels stehen noch keine Preisinformationen zur Verfügung - auf der Webseite gibt es derzeit lediglich die Möglichkeit, „Interesse am Produkt anzumelden“.

Literatur zu WiFi 7, 5G und Energy Harvesting.

Wer nach Lesestoff sucht, findet unter der URL https://news.mit.edu/2024/self-powered-sensor-harvests-magnetic-energy-0118 ein vom MIT ausgearbeitetes Paper zum Energie Harvesting. Unter https://resources.goanritsu.com/internet-of-things/evolution-towards-latest-wifi7-standard-802-11be steht ein Video aus dem Hause Anritsu zur Verfügung, dass den WeFi 7-Standard im Detail erklärt. QualComm bietet unter https://www.qualcomm.com/news/onq/2023/12/whats-next-in-5g-advanced eine Kurzfassung neuer Entwicklungen im Bereich 5G.

5G RedCap: Erste Module werden verfügbar.

Eine weitere für den IoT-Bereich relevante Neuigkeit betrifft das Verfügbar-werden von 5G RedCap-Modulen. Im aktuellsten Newsletter von Techship findet sich diesbezüglich die folgende Passage:

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5G RedCap (Reduced Capability) modules are a newer class of 5G technology designed to offer a more efficient and economical pathway for devices transitioning from LTE to 5G. They target the gap between high-speed mobile broadband and low-bandwidth devices, offering right-sized performance for mid-tier Internet of Things (IoT) applications that do not require the full capabilities of Enhanced Mobile Broadband (eMBB).
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Telit Cinterion has introduced first-generation RedCap modules like the PVR81 and FE910C04, which are compatible with previous LTE modules. Samples are available now. Fibocom has also entered the 5G RedCap module arena with the new FG131 and FG132 series, with samples also available for evaluation. We expect more module manufacturers to scale up their RedCap offerings throughout 2024.

: Bearbeitet durch NewsPoster
von Rick (rick)


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Tam H. schrieb:
> Mit dem „Integrated Logic Analyser“ steht nun eine Komponente zur
> Verfügung, die - in das sonstige FPGA-Design implantiert -
> Logikanalysatorfunktionen zur Verfügung stellt.
Sowas gibt es doch  gefühlt seit 100 Jahren...
Bei AMD/Xilinx heißt das Chipscope/ILA, bei Intel/Altera SignalScope und 
bei Lattice Reveal. Läuft halt immer nur auf dem jeweiligen FPGA. 
Herstellerunabhängig und Open Source wären dann u.a. SUMP und Bithound.
Braucht man aber alles i.d.R. relativ selten, weil man die Logikfehler 
am Besten vor der Synthese schon in der Simulation sucht bzw. findet.

Der Querverweis auf die 'logic analyzer wars' ist etwas seltsam, weil da 
geht es ja um 'echte' Geräte, die heute in der Form kaum noch benötigt 
werden.

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