Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Welcher Wert hat dieser Kondensator?


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von Klaus (voenigs)


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Hallo und guten Abend!

Versuche gerade als Gelegenheitsbastler einen HiFi-Verstärker zu 
reparieren.
U.a. hat es einen Kondensator auf der Phono-Platine  in seine 
Einzelteile zerlegt. Bauform und Farbkennzeichnung sind wie bei einem 
Widerstand.
Die Angabe über dessen Kapazität verstehe ich aber nicht zweifelsfrei, 
also ob Piko-, Nano, oder Mikrofarad? Die Angaben anderer Kondensatoren 
sind in Pikofarad angegeben, aber ausgerechnet der betreffende 
Kondensator hat keine Angabe über die Einheit.

Kann da wer helfen? (-:

Gruß
Klaus

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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Ich tippe ganz stark auf 0.01µF (10nF). Die anderen Kondensatoren ohne 
Präfix sind ja auch ziemlich sicher in Mikrofarad angegeben und 10nF 
passen vom Wert auch an die Stelle zwischen PE und GND.

von Mani W. (e-doc)


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10nF - 0,01µF

Normalerweise sind Angaben in Schaltplänen immer in µF, wenn nicht
dann steht pF dahinter...

In seltenen Fällen steht vielleicht ein F hinter dem Wert, das
würde dann Farad bedeuten, also 1 000 000 µF...

: Bearbeitet durch User
von Ralf (Gast)


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Sebastian R. schrieb:
> an die Stelle zwischen PE und GND.

Dann hat der Verstärker einen Schuko-anschluß / 3-poliger stecker?

Klaus schrieb:
> Kann da wer helfen?

Das Internetz schreibt AIWA, dann auf Englisch gucken

https://en.wikipedia.org/wiki/Ceramic_capacitor

CAP = Capacitor aka Kondensator
CERA-SOL = ceramic solid aka festkeramisch aka Kerko im Ggs. zu Elko
U = U-Form, aka "stehend" im Ggs. zu axial-"liegend"
.01-16 = Kapazität in µF - Spannung in Volt
Y = Dielektrikumsart Y5Z nach EIA

einen Hinweis dazu hier:
https://www.pollin.de/p/richwell-keramikkondensator-10-nf-100-v-10-201085

Da der C nicht im Nutzsignalweg liegt aka koppelt, sondern evtl 
parasitären Störkram gegen die Funktionserde oder Masse ableitet aka 
entkoppelt ist der Wert/Toleranz unkritisch.

War denn dieser Kondensatordefekt vor der optischen Feststellung auch 
akustisch wahrnehmbar und wie hörte sich das an?

von Klaus (voenigs)


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> Dann hat der Verstärker einen Schuko-anschluß / 3-poliger stecker?
>
> War denn dieser Kondensatordefekt vor der optischen Feststellung auch
> akustisch wahrnehmbar und wie hörte sich das an?

Hallo Ralf!

Leider begreife ich die Zitatfunktion nicht richtig. )-:

Es handelt sich um den Verstärker Aiwa XA-950.
Den Stecker des Verstärkers nennt man glaube ich EU-Stecker. Er ist 
flach und in Gummi eingegossen. Das Stromkabel ist ohne Dose am 
Verstärker durch das Gehäuse hindurch direkt mit dem Transformator 
verbunden.

Unmittelbar vor dem Kondensatordefekt, konnte ich den Verstärker von 
gänzlich tot wieder in den Zustand rechter Kanal einwandfrei + linker 
Kanal hörbar aber mit Verzerrung versetzen.
Dann bin ich während der Spannungsmessung eines Endstufentransistors mit 
der Messspitze versehentlich an den Kühlkörper gekommen. Da sich 
besagter Kondensatordefekt auf der Phono-Platine befindet, vermute ich, 
dass es sich akustisch nur im Betrieb mit angeschlossenem Plattenspieler 
bemerkbar machen würde.

Was es mir, als eh nur Laie, noch viel schwerer macht ist, dass auf dem 
Schaltplan eigentlich keine Spannungsangaben stehen!!!
Zwei, drei Volt-Angaben auf der Frontplatte, aber ansonsten keine 
Angaben!
Das ist das seltsamste Service Manual, das mir je zu Gesicht kam! :-D

: Bearbeitet durch User
von Klaus (voenigs)


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Nachtrag:
Wenn ich die Bruchstücke des explodierten Kondensators richtig deute, 
war es ein liegender Kondensator, der einem üblichen Widerstand mit 
Farbringen sehr ähnlich sah.

von H. H. (Gast)


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Klaus schrieb:
> Das ist das seltsamste Service Manual, das mir je zu Gesicht kam!

Ist halt nicht für Laien.

von H. H. (Gast)


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Ralf schrieb:
> Dann hat der Verstärker einen Schuko-anschluß / 3-poliger stecker?

Nö.

Aber die übliche Erdungsschraube.

von Sebastian R. (sebastian_r569)


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H. H. schrieb:
> Aber die übliche Erdungsschraube.

Mein Begriff "PE" ist demnach tatsächlich falsch, weil es ja keine 
Schutz- sondern eine Funktionserde ist.

: Bearbeitet durch User
von Ralf (Gast)


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Klaus schrieb:
> Farbringe

Die gibts auch bei Kondensatoren. War vlt. eine spätere Version. Das 
Hauptproblem ist aber nicht der C33, sollte trotzdem ersetzt werden, 
nachdem der Hauptfehler beseitigt ist.

Klaus schrieb:
> Zustand rechter Kanal einwandfrei + linker
> Kanal hörbar aber mit Verzerrung versetzen.
> Dann bin ich während der Spannungsmessung eines Endstufentransistors mit
> der Messspitze versehentlich an den Kühlkörper gekommen

Kanalvergleich war richtig. Falls beide Kanäle jetzt tot, hats die 
Stromversorgung erwischt.

von Klaus (voenigs)


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Ralf schrieb:
> Klaus schrieb:
>> Farbringe
>
> Die gibts auch bei Kondensatoren. War vlt. eine spätere Version. Das
> Hauptproblem ist aber nicht der C33, sollte trotzdem ersetzt werden,
> nachdem der Hauptfehler beseitigt ist.
>
> Klaus schrieb:
>> Zustand rechter Kanal einwandfrei + linker
>> Kanal hörbar aber mit Verzerrung versetzen.
>> Dann bin ich während der Spannungsmessung eines Endstufentransistors mit
>> der Messspitze versehentlich an den Kühlkörper gekommen
>
> Kanalvergleich war richtig. Falls beide Kanäle jetzt tot, hats die
> Stromversorgung erwischt.

Von den beiden Relais-Klicks nach Anschalten des Verstärkers, schaltet 
der erste durch, was ja glaube ich die allgemeine Stromversorgung ist. 
Das zweite Relais, bzw. die beiden Lautsprecherrelais mucksen sich aber 
nicht, somit bleiben beide Kanäle stumm.
Zwischen Trenntrafo und Verstärker sind noch eine 60-Watt Glühbirne und 
ein Messgerät mit einer Anzeige für Watt und Ampere zwischengeschaltet. 
So kannn ich sehr gut sehen, dass in der Verstärkerschaltung noch 
irgendein Kurzschluss sein muß.
Da ja im Schaltplan keine Spannungswerte stehen, kann ich den 
Kurzschluss nicht so leicht eingrenzen.

von Rainer W. (rawi)


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Klaus schrieb:
> Leider begreife ich die Zitatfunktion nicht richtig. )-:

Sooh schwierig ist das nicht ;-)
1. Zu zitierenden Text markieren
2. Link "Markierten Text zitieren" unten rechts unter dem Beitrag 
anklicken.

von Ralf (Gast)


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Klaus schrieb:
> Da ja im Schaltplan keine Spannungswerte stehen, kann ich den
> Kurzschluss nicht so leicht eingrenzen.

Diagnose totsicher unüberwindliche Wissensdefizite.
Bei Kurzschluß ist der Vogel (†) = keine Spannung.

U → 0
U ≈ 0
U ≡ 0

Eingrenzen mit Piepser und Ohmmeter oder mit Sarg und Friedhofsmauer.

von Klaus (voenigs)


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Rainer W. schrieb:
> Klaus schrieb:
>> Leider begreife ich die Zitatfunktion nicht richtig. )-:
>
> Sooh schwierig ist das nicht ;-)
> 1. Zu zitierenden Text markieren
> 2. Link "Markierten Text zitieren" unten rechts unter dem Beitrag
> anklicken.

Danke, für den Tipp! :-)

von Klaus (voenigs)


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Ich denke, meine Frage wurde hinreichend beantwortet!
Vielen Dank an alle, für die Antworten, Hinweise und Anmerkungen!

:-)

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