Forum: HF, Funk und Felder Nebenkostenprivileg, Sperrdosen und Frequenzfilter


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von Sven K. (satirebird)



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Moin moin,

wir sind in unserer Wohnung auch bald von der Abschaffung des 
Nebenkostenprivileg betroffen. (Der Vermieter zahlt dann nicht mehr für 
alle Mieter die Kabel-TV-Gebühren.) Das ist super für uns, denn wir 
haben keinen klassischen Fernseher mehr und das spart damit etwas Geld.
Ich frage mich allerdings wie der Kabel-Netz-Betreiber denn technisch 
den Empfang verhindern will?

Ich sehe da zwei Möglichkeiten. Beide sind für mich von eher 
fragwürdiger Natur.

1. Sperrdose mit Plombe
So wie ich es verstanden habe wird dort einfach die Anschlussdose 
mechanisch verplombt, so dass man keinen Fernseher mehr anschließen 
kann. Die Fritzbox hingegen hängt dann am gleichen Kabel, kann das 
gesamte Frequenzband empfangen und bietet von Hause aus sogar die 
Möglichkeit TV-Programme anzuschauen. Das passt für mich nicht zusammen. 
Siehe Bild

2. Frequenzfilter
Der Betreiber baut irgend einen Frequenzfilter ein. Das geht meines 
wissens nur bei einer Sternstruktur im Haus und zweitens überlappen sie 
die genutzten Frequenzen vom Internet/TV zumindest teilweise. Siehe 
Bild. Ein Filter dürfte kompliziert werden.

Weiss von euch jemand, wie das ganze gemacht wird? Wurde das bei euch 
schon mal umgesetzt?

Viele Grüße

von Achim H. (anymouse)


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Variante 3:

Der Betreiber vertraut Euch, bzw. schätzt den tatsächlichen Aufwand 
einer physischen Sperrung höher ein als das Risiko (= Wahrscheinlichkeit 
* Schadensbetrag) einer Missbräuchlichen Verwendung (eine Nutzung des 
Kabel-Anschluss ist in der Rechnung für die Internetnutzung bereits 
inkludier). Dafür wird er in bestimmten Abständen und bei Mieterwechsel 
nachfragen.

von Michael H. (mha1)


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Ich vermute viele Vermieter haben sich dazu noch keine ausreichenden 
oder für den Mieter eher nachteilige Gedanken gemacht. Bisher wird 
häufig die Infrastruktur des Vermieters für die Verteilung des Signals 
genutzt. Der Vermieter ist für die Wartung zuständig. Da die Kosten 
dafür nicht umlagefähig sind, möchte der Vermieter die Verantwortung 
dafür loswerden. Ohne Einspeisung hat sich das Thema für den Vermieter 
quasi erledigt.

Der Sammelanschluss wird vom Kabelanbieter zum Stichtag abgeschaltet. 
Kunden die eine weitere Versorgung wünschen, müssen einen neuen Vertrag 
mit dem Kabelanbieter abschließen. Dieser wäre dann für die Verteilung 
des Signals in die Wohnung zuständig.

Internet über TV-Kabel (Koax) gibt es bereits heute meistens nur 
zusammen mit einem TV-Kabelanschluss. Das könnte auch in Zukunft so 
sein. Nur wird der TV-Einzelanschluss bei vielen Anbietern teurer werden 
als der Sammelanschluss über den Vermieter.

Bei meiner Mutter wurde eine neue Glasfaserleitung plus Medienkonverter 
für Internet, Telefon und Kabelfernsehen eines lokalen Providers 
verlegt. Da kann der Betreiber nach belieben aus der Ferne Dienste Ein- 
und Ausschalten. Die alte Infrastruktur wird demnächst einfach 
abgeschaltet.

von Joachim B. (jar)


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Sven K. schrieb:
> Ich frage mich allerdings wie der Kabel-Netz-Betreiber denn technisch
> den Empfang verhindern will?

praktisch gar nicht.

Hier im Haus geht eine Stammleitung vertikal durch alle Etagen.
Bei einem Freund geht die Stammleitung durch die Strasse, da könnte am 
Abzweiger vielleicht gesperrt werden, ist aber noch nicht obwohl die 
Kabelgebühren seit Jahren nicht bezahlt werden.

Ich denke lieber Kunden behalten auch ohne Gebühren die Werbung schauen 
als wenn alle plötzlich nicht mehr Werbefernsehen schauen können, dann 
gehen auch die Werbeinnahmen der Sender zurück.

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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In meiner Mietwohnung damals ging in jede Wohnung ein eigenes Kabel. Im 
Keller gabs eine verplombte Kiste, in denen jeder Mieter auf 
'Grundversorgung' oder 'Vollprogramm' umgesteckt werden konnte. Dazu 
gabs für den gesmaten Wohnblock ein Sperrfilter, das die in der Region 
vorhandenen ÖR Programme durchliess für die Grundversorgung. Jeder 
Aufgang hatte also zwei Kabelnetz Versorgungen.

: Bearbeitet durch User
von Roland E. (roland0815)


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Vodafone hat hier nach Kündigung des Anschlusses nur die CI-Karte und 
den Receiver eingesammelt. ÖR und SD Private liegen immer noch an.

von Günter R. (guenter-dl7la) Benutzerseite


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Bericht dazu: Schätze, dass es noch lange beim alten bleiben wird, weil 
das Umrüsten/Absperren etc. ja personell kaum zu schaffen ist.

Wir haben hier sogar Sternverkabelung; von einem abschlossenen 
Verteilerschrank im Keller geht es in die einzelnen Wohnungen. Unsre 
Verwaltung hat vor 1 1/2 Jahren den Kabel-Deutschland-Anschluss (jetzt 
O2) gekündigt (seitdem bekommen die kein Geld mehr), Es hat alleine ein 
Jahr gedauert, bis O2 die Kündigung bestätigt hat, bis heute hat sich 
noch keiner gemeldet und nichts getan. Im Nachbarhaus hängt von O2 ein 
Flyer, man möge sich doch um einen neuen Vertrag bemühen. Auch die 
Nachbarhäuser schauen unentgeltlich schon so lange.

Also: wait and see...

von Karl B. (gustav)


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Damit nicht auch noch DVB-C-Digitalradio mit abgewklemmt wird, da ja 
auch Radio nicht mehr analog eingespeist wird, die Radio-Buchse tot ist, 
und das Radio an die TV-Buchse angeschlossen wird, habe ich einen 
zweiten Vertrag abgeschlossen. Also ein Vertrag, wie gehabt für Telefon 
und Internet, und jetzt den zweiten Vertrag nur für Kabel-TV inclusive 
Digitalradio (kein DAB+!!) Und drei Monate gratis, ein Betrag 
Gutschriftenbonus fürs Beibehalten. Klausel: Kostenpflichtig erst ab 
Ende August, und auch nur dann, wenn bis dahin der Vermieter seinen 
Sammelvertrag gekündigt hat.

Da hier Baumstruktur vorliegt, können die anderen Mieter am selben 
Strang für lau mitgucken. Dafür spendieren Sie mir regelmäßig ein Pils 
mehr.

Aber, jetzt kommt's. Ganz kostenfrei ist die Wartung der Kabelanlage 
nicht.
Zumindest die Stromkosten für NTBA oder was das ist im Keller werden 
noch umgelegt. Ist zwar weniger als vorher, aber immer noch nicht Null 
Euro.
Und der separate Kabel-TV-Vertrag ist billiger als die Umlage früher.
Schon mal ein Vorteil. Und monatlich kündbar, falls das zattoo besser 
sein sollte. Die verlagen aber mindestens einen Internetanschluss mit 30 
MB.
Und mehr als 3 Fernseher simultan geht da nicht. Frisst zuviel 
Datenvolumen. Sonst ruckelt's im Bild.
Die Aussage: "Deutschland verabschiedet sich vom Kabelfernsehen" ist 
also wieder so eine tolldreiste Werbelüge.

ciao
gustav

P.S: Der Nachbar mit der Eutelsatantelle sieht momentan noch mit 
Satellit. Aber spätestens, wenn wieder Blätter am Baum hängen, ists 
damit vorbei, sagte er mir.
So ist das mit dem Satellitenempfang. Geht nur, wenn nicht irgendetwas 
im Wege steht, und sei es nur ein Baum in voller Pracht. UNd wer hat 
schon eine Wohnung, die nach Südosten raus geht? die anderen bekommen 
garnichts rein. 
https://www.eutelsat.com/de/satelliten/eutelsat-13-ost.html

: Bearbeitet durch User
von Stefan P. (form)


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Sven K. schrieb:
> So wie ich es verstanden habe wird dort einfach die Anschlussdose
> mechanisch verplombt, so dass man keinen Fernseher mehr anschließen
> kann. Die Fritzbox hingegen hängt dann am gleichen Kabel, kann das
> gesamte Frequenzband empfangen und bietet von Hause aus sogar die
> Möglichkeit TV-Programme anzuschauen. Das passt für mich nicht zusammen.

Wieso?
Ob Internet oder TV ist ja irrelevant. Wenn Du irgendwas über den 
Kabelanschluss machen willst musst Du ihn eben auch bezahlen. Eine 
Trennung zwischen den Services findet da nicht statt. Es geht hier ja 
nur um die Kosten für den Anschluss, nicht für die gebuchten Dienste.

von Harald K. (kirnbichler)


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Karl B. schrieb:
> UNd wer hat
> schon eine Wohnung, die nach Südosten raus geht?

Es soll ja auch Dächer geben, habe ich mal irgendwo im Internet gelesen.

von Sven K. (satirebird)


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Stefan P. schrieb:
> Sven K. schrieb:
>> So wie ich es verstanden habe wird dort einfach die Anschlussdose
>> mechanisch verplombt, so dass man keinen Fernseher mehr anschließen
>> kann. Die Fritzbox hingegen hängt dann am gleichen Kabel, kann das
>> gesamte Frequenzband empfangen und bietet von Hause aus sogar die
>> Möglichkeit TV-Programme anzuschauen. Das passt für mich nicht zusammen.
>
> Wieso?
> Ob Internet oder TV ist ja irrelevant. Wenn Du irgendwas über den
> Kabelanschluss machen willst musst Du ihn eben auch bezahlen. Eine
> Trennung zwischen den Services findet da nicht statt. Es geht hier ja
> nur um die Kosten für den Anschluss, nicht für die gebuchten Dienste.

Doch genau darum geht es. Ich habe und bezahle ja auch den 
Internetanschluss übers Kabel. So wie ich es verstanden habe, sind damit 
auch die Kosten für den Anschluss enthalten. Das Nebenkostenprivileg 
ist/war nur für die TV-Versorgung. Oder sehe ich das falsch?
Siehe hier ganz unten, letzte FAQ: 
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/nebenkostenprivileg-das-bedeutet-die-abschaffung-fuer-ihr-kabeltv-53330

: Bearbeitet durch User
von Stefan P. (form)


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Sven K. schrieb:
> Oder sehe ich das falsch?

Ja. Das Nebenkostenprivileg betrifft den Anschluss.
Für die gebuchten Dienste warst schon immer Du selbst verantwortlich - 
Demnächst halt zusätzlich auch für den Anschluss. Es kommen also 
Mehrkosten auf Dich zu.

: Bearbeitet durch User
von Sven K. (satirebird)


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Stefan P. schrieb:
> Sven K. schrieb:
>> Oder sehe ich das falsch?
>
> Ja. Das Nebenkostenprivileg betrifft den Anschluss.
> Für die gebuchten Dienste warst schon immer Du selbst verantwortlich -
> Demnächst halt zusätzlich auch für den Anschluss. Es kommen also
> Mehrkosten auf Dich zu.

Bei Vodafone z.B. gibt es einen Kabelanschluss nur mit TV. Vodafone 
schreibt hierzu:

"Als Mieter:in zahlst Du bisher Deine Kabelgebühren über die 
Betriebskostenabrechnung. In Zukunft hast Du Deine Anschluss-Kosten 
besser im Blick. Du buchst Deinen eigenen Kabel-TV-Vertrag. Und zahlst 
die Kosten pro Monat an Deinen Anbieter. Die Kosten sind von Deiner 
Adresse abhängig. Mach deshalb zuerst eine Verfügbarkeitsprüfung. Dann 
siehst Du, wieviel Du an Deiner Adresse für Deinen Anschluss zahlst. 
Meist liegen die Gebühren zwischen 6,99€ und 9,99 € pro Monat. Unser 
Tarif für den Kabelanschluss heißt TV Connect." (1).

Ein Tarif "Kabelanschluss ohne TV" habe ich zumindest nicht gefunden. 
Das heißt im Umkehrschluss: Mit deiner Argumentation muss ich einen 
TV-Anschluss buchen (und ich benutze das Kabel-Fernsehen wirklich 
nicht), damit ich Internet bekomme. Was soll dann aber das Gerede mit 
irgendwelchen Filterdosen z.B. von der Verbraucherzentrale. Das wäre 
dann ja völlig sinnlos.

Früher (Zu Kabel-BW-Zeiten) stand immer in den Internet-Verträgen, dass 
die Gebühren für den Anschluss extra zu zahlen sind und für die Nutzung 
ein aktiver Kabelanschluss vorhanden sein muss.
In den neueren Angeboten steht da nichts mehr davon. Ich habe mal meinen 
Vertrag durchgesehen. Zumindest auf den ersten Blick gibt es keinen 
Hinweis dazu.

(1) 
https://www.vodafone.de/privat/fernsehen/kabelfernsehen/nebenkosten.html

: Bearbeitet durch User
von Herbert Z. (herbertz)


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Also bei mir war vor einigen Tagen ein Klinkenputzer meines Internet 
Providers. Von denen hat auch meine Hausverwaltung einen Massevertrag 
für die komplette Wohnanlage zu guten Konditionen (7,20 Euro) Dieser 
wollte mir einen Einzelvertrag aufschwatzen. Ich könnte schon bald sonst 
nicht mehr Fernsehen schauen.
Ich habe ihn vertröstet bis ich mit meiner HV gesprochen habe.
So, jetzt ist es so, dass ich von meiner HV ein schriftliches Angebot 
bekommen werde. Leider laufen diese Vertreter schon überall herum und 
versuchen Einzelverträge die vermutlich teurer sind mit allen Tricks zu 
verkaufen.

: Bearbeitet durch User
von Thomas U. (charley10)


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Herbert Z. schrieb:
> Also bei mir war vor einigen Tagen ein Klinkenputzer meines Internet
> Providers. Von denen hat auch meine Hausverwaltung einen Massevertrag
> für die komplette Wohnanlage zu guten Konditionen (7,20 Euro) Dieser
> wollte mir einen Einzelvertrag aufschwatzen. Ich könnte schon bald sonst
> nicht mehr Fernsehen schauen.
> Ich habe ihn vertröstet bis ich mit meiner HV gesprochen habe.
> So, jetzt ist es so, dass ich von meiner HV ein schriftliches Angebot
> bekommen werde. Leider laufen diese Vertreter schon überall herum und
> versuchen Einzelverträge die vermutlich teurer sind mit allen Tricks zu
> verkaufen.

Welche Vorgehensweise hättest du erwartet?
Hier hat sich vor einigen Wochen eine Klinkenputzer***in unbeliebt 
gemacht als sie tönte, wenn ich mich nicht für Glasfaser entscheide, 
wird Kupfer bei Verfügbarkeit des Glasanschlusses sofort abgeschaltet 
und ich hätte dann gar nix mehr! Ich hatte richtig Angst...

von Herbert Z. (herbertz)


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Thomas U. schrieb:
> Welche Vorgehensweise hättest du erwartet?

Wenn man wie Pyur mit seinem Rückkanalfähigem Kabelzugang noch Glasfaser 
Konkurrenz der Stadtwerke als Anbieter hat, dann sollte man Kunden die 
man hat, nicht sauer machen.

von Lu O. (oszi45)


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Evtl. wird das wieder eine neue Gelddruckmaschine für die Anbieter? Neue 
Anschlussgebühr=??

von Ralf (Gast)


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von Ralf (Gast)


Angehängte Dateien:

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Sven K. schrieb:
> Ich frage mich allerdings wie der Kabel-Netz-Betreiber denn technisch
> den Empfang verhindern will?

Bei der Kabeleinführung bekamen die "Nur-terestrischen" Filterdosen. Da 
die Abschirmung des Koax auf den ersten 30 cm abgestrippt, einmal um die 
Dose gelegt und Oma hatte kapazitiv induzierten kostenlosen 
Kabelempfang.

Die zwei Fake-Fotos der Verbraucherzentrale dienen zur Abschreckung von 
Lochfetischisten ;)

von Reinhard S. (rezz)


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Michael H. schrieb:
> Internet über TV-Kabel (Koax) gibt es bereits heute meistens nur
> zusammen mit einem TV-Kabelanschluss.

Nö, bisher gabs das eher immer getrennt. Weil der Anschluss selbst ja in 
der Regel eh bezahlt war. Vodafone hat wohl seit neustem ein paar 
Internet-Tarife mit inkludiertem Kabelanschluss, natürlich durchaus 
preisintensiv.

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