Forum: PC Hard- und Software Daten-CD auf SSD kopieren geht unter Windows10 (und Linux) mal langsam und mal schnell


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von Dummy0815 (dummy0815)


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Früher wurden Hörbücher als Audio CDs vertrieben. Da konnte ein 
umfangreiches Buch selbst gekürzt 20 CDs einnehmen. [1] Inzwischen 
werden die Hörbücher zumeist als "Mp3-CDs" vertrieben und sind somit 
Daten CDs.

In der Praxis sind meist um die 600MB an MP3 Dateien auf einer CD 
gespeichert, was je nach Qualität eine Spielzeit bis zur Größenordnung 
von 9 Stunden ermöglicht. Das ersetzt somit rund sieben Audio-CDs. Die 
meisten Hörbücher bestehen aus ein oder zwei MP3-CDs. Es gibt 
Extremfälle mit acht MP3-CDs. [2]

Jetzt zum Problem, das sowohl unter Windows 10 als auch unter Linux Mint 
Cinnamon auftritt. Bei Linux verkompliziert ein weiteres Problem die 
Reproduzierbarkeit und daher möchte ich mich hier auf den einfacheren 
Fall mit Windows10 beschränken.

Kopiert man diese rund 600MB von einer mp3-CD auf eine SSD, so dauert 
dies manchmal neun Minuten und manchmal 4:30 Minuten. Im ersteren Fall 
bleibt das CD Laufwerk leise und dreht mit niedriger Drehzahl, im 
zweiten Fall beschleunigt es heulenderweise deutlich hörbar und läuft 
also mit hoher Drehzahl. Die langsame bzw schnelle Drehzahl bleibt dabei 
über die gesamte CD konstant. Es lässt sich keine Systematik 
feststellen, wann langsam und wann schnell kopiert wird. Bei 
derselben-CD läuft das Laufwerk auf demselben PC beim Kopieren mal 
langsam und mal schnell durch. Ich habe eine ganze Sammlung von 
Hörbüchern erhalten und mehr als 100 mp3-CDs kopiert. (Es sind definitiv 
keine Audio CDs. Die muss ich rippen.)

Ich habe jedes Mal nach dem Einlegen der CD gewartet, bis die Inhalte im 
Datei-Explorer angezeigt wurden und das Laufwerk zur Ruhe gekommen ist. 
Dann habe ich alle mp3s auf der CD markiert (Crtl-A, Crtl-C) und auf die 
SSD kopiert (Crtl-V). Auf die SSDs kann ich von anderen Quellen mit der 
zigfachen Geschwindigkeit kopieren. Die sind definitiv nicht der 
Flaschenhals.

Das Ganze habe ich auf sieben alten (von 2010) und neueren Notebooks und 
zwei Desktop-PCs alle mit SSD und internem Laufwerk getestet. Zudem habe 
ich zwei externe USB-Laufwerke getestet. Das Problem bleibt immer das 
Gleiche.

Hat jemand eine Idee, wie man Windows10 dazu bewegen kann, bei allen 
Kopiervorgängen das Laufwerk auf die höhere Geschwindigkeit zu 
beschleunigen?


[1] 
https://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_trksid=p2332490.m570.l1313&_nkw=324444658405&;

[2] 
https://shop.die-bibel.de/Die-Grosse-HoerBibel.-Ungekuerzte-szenische-Lesung.-8-MP3-CDs/2225

https://www.buecher.de/shop/klassiker/der-hoerkanon/audio-cd/products_products/detail/prod_id/44883123/#product_description

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Das hier kopiert zwar nur Audio-CDs, aber vielleicht steht da auch etwas 
allgemeineres zum Auslesetempo:
https://www.exactaudiocopy.de/

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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bei USB-Laufwerken und bei Laufwerken in Laptops
könnte ich mir das mit Erschütterungen erklären.
einmal für die CD erkannt, wird langsamer gelesen, um Fehlerraten
zu minimieren.

Aber sonst? passiert das beim Desktop-PC mit internem Laufwerk auch?

Kumpel von mir wohnt in einer Dachwohnung mit Holzboden.
da wackelt der ganze Tisch wenn man durch den Raum geht.
Das hat ihm schon mal eine HDD gekostet (PC auf Tisch)
Ist das evtl bei Dir auch so?

von Christopher B. (chrimbo) Benutzerseite


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Unter Linux kann mit
> eject -x 0
die Geschwindigkeit der Disk eingestellt werden. 0 ist in dem Fall die 
maximale Datenrate, 4 wäre 4x, 8 wäre 8x etc.
Aber du willst ja den Windows Weg gehen. Ob es da auch so ein Tool gibt 
weiß ich nicht.

Aber eine Frage, wird die selbe Disc mal schnell mal langsam kopiert? 
Vielleicht könnte es an Lesefehlern liegen dass auf die langsame 
Geschwindigkeit geschaltet wird.

: Bearbeitet durch User
von Rene K. (xdraconix)


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Christopher B. schrieb:
> Aber eine Frage, wird die selbe Disc mal schnell mal langsam kopiert?
> Vielleicht könnte es an Lesefehlern liegen dass auf die langsame
> Geschwindigkeit geschaltet wird

Schätzungweise ist dies so. Ein Laufwerk fängt erstmal mit Maximal an 
und regelt dann runter. Es liegt zum großen Teil an den Discs selbst, 
wie der Laser sie abtasten kann.

von Peter D. (peda)


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Sind das noch alte CD Laufwerke oder DVD-Writer?

von Gerald B. (gerald_b)


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Ich kann mich erinnern, als das Thema optische Datenträger kopieren noch 
ganz unverkrampft publiziert werden durfte und auch wegen deren 
Verbreitung aktuell war, gab es ein Tool namens CD Bremse, wo man die 
Laufwerkgeschwindigkeit runtergregeln konnte. Dazu mußte aber das 
Laufwerk mitspielen. Einfach mal danach googeln.

von G. K. (zumsel)


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Dummy0815 schrieb:

> Jetzt zum Problem, das sowohl unter Windows 10 als auch unter Linux Mint
> Cinnamon auftritt. Bei Linux verkompliziert ein weiteres Problem die
> Reproduzierbarkeit und daher möchte ich mich hier auf den einfacheren
> Fall mit Windows10 beschränken.

Bei Linux könnte man in die Logs schauen und nach Lesefehlern suchen.

von Motopick (motopick)


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So manches Laufwerk braucht erstmal ein Firmwareupdate um CDs/DVDs
mit angemessener Geschwindigkeit zu lesen.
So geschehen z.B. bei einem DVD-Laufwerk von Toshiba.
Oder: Ein von der IBM verbautes DVD-Laufwerk war bei der Software
Nero auf der "Blacklist". Mit dem redete sie demzufolge nicht.
Da half dann ein kleiner Patch. :)

Ich benutze fuer solche Kopieruebungen seit Jahren "Blindwrite"
unter Windows. Sehr empfehlenswert!

von Jack V. (jackv)


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G. K. schrieb:
> Bei Linux könnte man in die Logs schauen und nach Lesefehlern suchen.

Bei Linux nutzen die meisten grafischen Frontends im Hintergrund eine 
Software namens ›cdparanoia‹ – das versucht, je nach Einstellung, eine 
möglichst exakte Kopie der Audiodaten anzufertigen, wofür es auch schon 
mal ’ne Stelle sehr langsam oder auch mehrmals liest.

Das Problem mit Audio-CDs ist: auch wenn es ein digitaler Datenträger 
ist, kann man sie nicht Bit für Bit auslesen und heraus fällt die 
bitgenaue Audiodatei im wav-Format. Während Windows das so suggeriert 
(zumindest früher war’s so, dass nach dem Einlegen der CD eine 
Verzeichnisansicht mit allen Stücken als track[…].wav zur Verfügung 
stand, die man dann kopieren konnte), funktioniert das Auslesen da auch 
nicht sehr viel anders, sodass eine konstante Lesegeschwindigkeit auch 
dort nicht zu erwarten ist.

von Franko S. (frank_s866)


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Disc komplett auslesen als .iso. Das erspart das dateiweise rumgerödel,
vor allem bei vielen kleinen Dateien geht das viel schneller.

Danach das .iso mounten oder auspacken z.B. mit 7z.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Herzlichen Glückwunsch, du hast herausgefunden warum CD-ROMs als 
Datenträger nicht taugen.
Die sind einfach dazu da, sie mit Singlespeed in 70 Minuten zu lesen, 
alles was schneller geht ist Glück.
Schlecht gepresst, dann eiert sie.
Etwas zu warm oder kalt, das hat sie eine Welle.
Zu oft benutzt dann sind Kratzer drauf.
Und so ein LW hat auch nur eine begrenzte Lebensdauer, der Laser wird 
immer schlechter. Wenige hundert bis untere 4-stellige Betriebsstunden 
und das Ding ist für den Müll.

Das LW wird mit Singlespeed anfangen und dann aufdrehen wenn es kann, 
aber beim kleinsten Lesefehler wird es wieder langsamer. Je nachdem wie 
schlecht oder gut die Firmware ist, kommt es danach schneller wieder zu 
sich oder auch gar nicht mehr.
Da CD/DVD-Laufwerke m.W. nicht nur nicht mehr verbaut sondern auch gar 
nicht mehr produziert werden, kann man davon ausgehen, das es schon seit 
Jahren keine Firmwareupdates mehr gibt, d.h. eine Verbesserung durch 
neue oder andere LW wird auch nur Glück sein.
Bei Bluray-Drives ist der CD-DVD-Modus nur ein "naja, muss halt rein", 
aber sorgfältig und gut gemacht ist der definitiv auch nicht, weil es 
einfach keiner mehr braucht.

Dann kommt noch dazu, das die Kiste für mehrere kleine Dateien jedesmal 
zurück zum Index muss, dann neu die Stelle des nächsten Files suchen. 
Die Zugriffszeiten sind nunmal etliche hundert Millisekunden, d.h. es 
kann Sinn machen die CD als Image in einem Rutsch zu lesen und dann 
dieses als Datei zu benutzen.
Und im Leseprogramm evtl. eine geringere als mögliche 
Lesegeschwindigkeit einzustellen, in der Hoffnung das statt einer 
unsteten 48-fach eine konstante 12-fach-Speed rauskommt, die am Ende 
schneller ist.

von Motopick (motopick)


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Jens M. schrieb:
> Herzlichen Glückwunsch, ...
> Und im Leseprogramm evtl. eine geringere als mögliche
> Lesegeschwindigkeit einzustellen, in der Hoffnung das statt einer
> unsteten 48-fach eine konstante 12-fach-Speed rauskommt, die am Ende
> schneller ist.

Fuer einen wirklich lesenswerten Beitrag fehlt noch der Hinweis,
dass je nach Anwendung unterschiedliche Fehlerkorrekturen moeglich
oder voellig unmoeglich sind.

VCD ist zum Beispiel frei von jeder moeglichen Fehlerkorrektur.
Daher passt auch scheinbar mehr drauf, als bei einer Daten-CD. :)
Die sollte Mann also besonders langsam beschreiben.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Motopick schrieb:
> Die sollte Mann also besonders langsam beschreiben.

"Mann" hatte hier das Problem, eine Daten-CD zu lesen.
VCDs hab ich schon seit locker 20 Jahren keine mehr gesehen, und das war 
auch nur eine mit einer Werbung drauf.

: Bearbeitet durch User
von Motopick (motopick)


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Jens M. schrieb:
> Motopick schrieb:
>> Die sollte Mann also besonders langsam beschreiben.
>
> "Mann" hatte hier das Problem, eine Daten-CD zu lesen.
> VCDs hab ich schon seit locker 20 Jahren keine mehr gesehen, und das war
> auch nur eine mit einer Werbung drauf.

So eine Daten-CD ist recht opulent mit Fehlerkorrektur bestueckt.
Aber wenn es beim Brennen eilig war :), kann es schon mal knapp werden.
Und es gibt ja noch mehr Formate. VCD ist halt da etwas extrem,
und damit ein gutes (oder schlechtes) Beispiel.

Immerhin kann man mit VCD recht gut die Qualitaet von Medien und
Brenn- und Leselaufwerk feststellen. Auch ob die Lagerung richtig war.

von Norbert (der_norbert)


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Motopick schrieb:
> Aber wenn es beim Brennen eilig war :),

…ja, dann sehen die Pits nicht mehr wie sauber gepresste Vertiefungen 
aus, sondern ehe wie kleine ausgefranste Bombenkrater. Und schlimmer 
noch, konträr zum Sprichwort heilt die Zeit hier nicht alle Wunden.

von Lu (oszi45)


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Dummy0815 schrieb:
> so dauert
> dies manchmal neun Minuten und manchmal 4:30 Minuten. Im ersteren Fall
> bleibt das CD Laufwerk leise und dreht mit niedriger Drehzahl, im
> zweiten Fall beschleunigt es heulenderweise deutlich hörbar

Zu 90% ein Problem der CD-Qualität und Lesefehler. Manche CDs hatten 
nicht mal das Loch genau in der Mitte.

von Motopick (motopick)


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Lu O. schrieb:

> nicht mal das Loch genau in der Mitte.

Wie hast du denn das festgestellt? Mit euklidischer Trigonometrie? :)

von Lu (oszi45)


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Durch Austausch festgestellt, neue CD benutzt.

von Jens M. (schuchkleisser)


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Motopick schrieb:
> Wie hast du denn das festgestellt?

als es noch CDs auf Spindel gab, war die eine im Laufwerk ein "die 
Waschmaschine schleudert mit Backsteinen und geht zu den Nachbarn", die 
andere eher "ist da überhaupt eine drin?".
Wenn man gute hatte waren die halt alle besser und ruhig. Aber die 
meisten Leute haben halt den Krempel vom Aldi gekauft und die waren eben 
so gut wie günstig.

von Michael O. (michael_o)


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Es könnte auch sein das der Expolorer versucht alle Dateien gleichzeitig 
zu lesen, das gibt eine sehr langsame Übertragung wenn der Lkopf dauernd 
umpositioniert. Versuch mal robocopy.

MfG
Michael

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