Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Arbeiten auf Hawaii was wäre zubeachten?


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von Frank S. (tueftler81)


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Diese Woche hat mich diese Stellenanzeige gefunden:
https://careers.parpacific.com/job/Kapolei-Process-Controls-System-Engineer-HI-96707/1121402600

Klingt ja erstmal nicht schlecht.

Auf was sollte man denn achten, wenn man als deutscher im Ausland 
arbeitet?
Die Lebenshaltungskosten dort sind wohl ganz schön happig.
Welche Probleme gibt es denn eine Arbeitsgenehmigung in den USA zu 
bekommen, oder ist das mit Arbeitgeber nur eine Formsache?
Wie kann man US Einkommen in Deutsches Einkommen umrechnen?

von Helmut -. (dc3yc)


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Frank S. schrieb:
> Auf was sollte man denn achten, wenn man als deutscher im Ausland
> arbeitet?

Wie Paul Kuhn schon 1963 besang und Gus Backus etwas später (paasend zur 
Faschings/Fastnachtszeit): Es gibt kein Bier auf Hawaii, es gibt kein 
Bier. Drum fahr' ich nicht nach Hawaii, drum bleib' ich hier!

von Clemens L. (c_l)


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Frank S. schrieb:
> Welche Probleme gibt es denn eine Arbeitsgenehmigung in den USA zu
> bekommen, oder ist das mit Arbeitgeber nur eine Formsache?

Sie sagen explizit, dass sie dir nicht helfen:
"To meet the basic qualification for this role, you will have legal 
authorization to work permanently in the United States for any employer 
without requiring a visa transfer or visa sponsorship."

Deine einzige Chance wäre die Green-Card-Lotterie.
https://dvprogram.state.gov/ sagt:
"The entry period for the DV-2025 Diversity Visa Program was between 
October 4, 2023 and November 7, 2023. Entries are not being accepted at 
this time."

Tja.

von Georg G. (df2au)


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In der Stellenanzeige steht doch ganz eindeutig
To meet the basic qualification for this role, you will have legal 
authorization to work permanently in the United States for any employer 
without requiring a visa transfer or visa sponsorship.

Also läuft ohne Greencard überhaupt nichts. Und die bekommst du nicht 
mal so nebenbei.

von Michael B. (laberkopp)


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Frank S. schrieb:
> Auf was sollte man denn achten,

a) sie können dich jederzeit wieder entlassen, dann musst du wieder 
zurück (es sei denn dh hast den nächsten Job parat). Auf den ganzen 
Kosten der Hinreise, neues Leben aufbauen, Rückreise, und hier wieder 
neu etablieren, bleibst du sitzen.

b) 120k sind nur 10k/Monat, wenn man von 25% des Einkommens für Mieze 
ausgeht, wird das knapp 
https://www.apartmentfinder.com/Hawaii/Kapolei-Apartments mit 50% für 
Miete kommt man gut hin.

c) das Unternehmen ist verpflichtet, vor Ort nach Arbeitskräften mit 
derselben Qualifikation zu suchen, gibt es einen, bekommt der den Job.

d) Krankenversicherungsproblem. Ggf. deutsche KV ruhen lassen (kostet 
Geld).

von Lu (oszi45)


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Helmut -. schrieb:
> Es gibt kein Bier auf Hawaii

Heute schon. 
https://www.tripadvisor.de/Attractions-g28932-Activities-c36-t133-Hawaii.html

Frank S. schrieb:
> Auf was sollte man denn achten

Finanzamt, Greencard, Sprache, Gesundheit, Mentalität, Entfernungen, ...
Die Frage scheint mir noch recht optimistisch.

von Ralf X. (ralf0815)


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Frank S. schrieb:
> Wie kann man US Einkommen in Deutsches Einkommen umrechnen?

Mit einem Währungsrechner?

Ich habe mir die Stellenausschreibung nicht durchgelesen, aber ich 
glaube nicht, dass Du für die Stelle geignet wärest, selbst wenn das 
Problem mit der Greencard nicht bestände.

von (prx) A. K. (prx)


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Ralf X. schrieb:
> Mit einem Währungsrechner?

Vorzugsweise einen, der Lebenshaltungkosten, Miete, Versicherungen etc 
auf Hawaii mit auf der Umrechnung hat.

: Bearbeitet durch User
von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Georg G. schrieb:
> Also läuft ohne Greencard überhaupt nichts. Und die bekommst du nicht
> mal so nebenbei.

Und da die Wahrscheinlichkeit dass jemand eine Greencard und 
gleichzeitig das sonstige geforderte Wissen hat relativ gering ist sagt 
das eigentlich, dass sie keinen Ausländer einstellen wollen.

von Lu (oszi45)


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Hannes J. schrieb:
> ohne Greencard überhaupt nichts

Kann man nicht zu 100% sagen. Ein Kollege, der nach dort geheiratet hat, 
mußte aller 3 Monate 1x ausreisen und wieder einreisen. Wenn da was 
klemmt, wird es interessant. Mir wäre der Aufwand zu groß.

von Purzel H. (hacky)


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Die Krankenversicherung laeuft ueber den Arbeitgeber. Bist du den Job 
los, bist du die Krankenversicherung los. Und wenn du krank wirst, wirst 
du den Job los. Praktisch, nicht ? Dann musst du schleunigst weg, sofern 
du noch kannst.

: Bearbeitet durch User
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Purzel H. schrieb:
> Dann musst du schleunigst weg, sofern du noch kannst.
Viele deutschen Expats, die ich in Amerika getroffen habe (Rentner, die 
sich ihre Rente dorthin überweisen lassen), haben immmer ausreichend 
viel Geld in der Hinterhand, dass sie noch einen Flug nach D bezahlen zu 
können, falls sie mal ernsthaft krank werden...

Frank S. schrieb:
> Wie kann man US Einkommen in Deutsches Einkommen umrechnen?
Gar nicht. Das insteressiert dich auch absolut nicht, weil du ja gar 
nicht in Deutschlad lebst. Oder rechnest du jetzt auch noch immer Euro 
in D-Mark um?

In den USA ist eines wichtig: vernetzen. Wenn du nicht der Typ für 
gemeinsame Afterwork-Partys, Barbeque und Social-Clubs bist, dann bist 
du ein Aussenseiter. Keiner kennt dich und keiner will was mit dir zu 
tun haben.

: Bearbeitet durch Moderator
von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Die meisten wissen erst was sie in Deutschland hatten,
wenn man im Ausland anfängt

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Purzel H. schrieb:
> Die Krankenversicherung laeuft ueber den Arbeitgeber. Bist du den Job
> los, bist du die Krankenversicherung los. Und wenn du krank wirst, wirst
> du den Job los. Praktisch, nicht ? Dann musst du schleunigst weg, sofern
> du noch kannst.

Es gibt sogar Versicherungsverträge, bei denen sich der Arbeitgeber im 
Falle eines Arbeitsunfalls verpflichtet, den Mitarbeiter noch vor dem 
Eintreffen im Krankenhaus oder beim Arzt fristlos zu entlassen, damit 
die Versicherung nicht zahlen muss.

von Cyblord -. (cyblord)


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Was soll jetzt toll daran sein auf Hawaii zu arbeiten? Das sind doch 
Kindergartenphantasien.
Mach da Urlaub wenn du es da so geil findest.

von Harald W. (wilhelms)


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Cyblord -. schrieb:

> Was soll jetzt toll daran sein auf Hawaii zu arbeiten?

> Mach da Urlaub wenn du es da so geil findest.

Das sehe ich auch so. Für Urlaub ist Hawaii sicherlich schön,
aber auf Dauer wäre mir das zu einsam (zuviel Wasser drumherum).

von Hadmut F. (hadmut)


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Falls du nähe LaHaina wohnen willst achte auf ein azurblaues dach.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Cyblord -. schrieb:
> Was soll jetzt toll daran sein auf Hawaii zu arbeiten? Das sind doch
> Kindergartenphantasien.
> Mach da Urlaub wenn du es da so geil findest.

Ich mache auch immer dort Urlaub, wo andere für mich arbeiten.

von Michael B. (laberkopp)


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Cyblord -. schrieb:
> Was soll jetzt toll daran sein auf Hawaii zu arbeiten?

Alleine schon dort dem ständige Gequängel von Cyblord entgehen zu können 
ist Gold wert.

Warum sollte man in Deutschland bleiben ? Miese Löhne, hohe Preise, nur 
Kotzerne wie Benko finden es hier toll um Steuermilliarden abzugreifen.

von Cyblord -. (cyblord)


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Michael B. schrieb:

> Warum sollte man in Deutschland bleiben ? Miese Löhne, hohe Preise, nur
> Kotzerne wie Benko finden es hier toll um Steuermilliarden abzugreifen.

Soso und Hawaii (=USA) soll da jetzt der Gegenentwurf sein? Konzerne hat 
man da natürlich noch nie gesehen und hohe Preise gibts da auch nicht 
(vor allem nicht auf Hawaii...) . Dafür sind die Löhne alle TOP TOP TOP. 
Wie ich sagte: Kindergartenphantasien.

von Udo S. (urschmitt)


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Michael B. schrieb:
> Warum sollte man in Deutschland bleiben ? Miese Löhne, hohe Preise

Und du denkst das wäre in Hawaii besser?
Immerhin, in Deutschland hast du kein Problem einfach auszuwandern.
Das ist nicht überall so einfach.

von Michael B. (laberkopp)


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Udo S. schrieb:
> in Deutschland hast du kein Problem einfach auszuwandern

Scheint ja doch ein Problem zu sein, Hawaii nimmt ihn nicht gern, 
eigentlich haben alle Länder der Welt restriktive 
Einwanderungsbedingungen wenn man nicht Millionär oder Profifussballer 
ist sondern arbeiten muss um sein Leben zu finanzieren.

Ob USA oder China oder Kanada, ob SaudiArabien, Südafrika oder 
Patagonien.

Aber immerhin innerhalb Europas ist man beweglich. Das ist nun aber auch 
nicht größer als die USA ansich, oder Australien.

von Dieterich (einermehr)


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Hallo

Michael B. schrieb:
> Aber immerhin innerhalb Europas ist man beweglich. Das ist nun aber auch
> nicht größer als die USA ansich, oder Australien.

Nur als Hinweis:
Ich habe nie ernsthaft ans Auswandern gedacht (denken müssen), aber als 
Gedankenexperiment und was wäre, wenn mal "nur so" drüber nachgedacht:

Ja, die USA sind, was die sozialen Sicherungssysteme angeht (auch ihrer 
eigenen Bevölkerung gegenüber - scheint aber auch Mentalität zu sein) 
eine Schande für ein entwickeltes Industrieland - das scheinen viel 
Westeuropäer mit Recht bis richtig guter Ausbildung erstaunlicherweise 
zu übersehen...?!

Aber gehen "wir" mal den einfachen weg und bleiben in EU-Europa:

Das Leben besteht ja zum Glück nicht nur aus Erwerbsarbeit, zumindest 
für mich ein wichtiger Punkt ist das Wetter und die Anzahl der 
Tageslichtstunden.

Davon haben wir in Deutschland über das Jahr gesehen ja auch nicht 
besonders viel (insbesondere so von September bis in den Mai) und die 
Durchschnittstemperatur und die Niederschlagsmenge ist: Na ja mit hält 
es aus, generell gleichmäßiger und tendenziell mehr Temperatur und 
weniger Niederschlag darf es aber sehr gerne sein (Egal was irgendwelche 
Förster und Landwirte so sagen).
Tja und wo innerhalb EU Europa Leute gesucht werden und ausgebildete 
Deutsche als Arbeitskraft beliebt sind, sieht es mit dem Wetter eher 
schlimmer aus.

In Spanien und Portugal hauen sogar gut ausgebildete Leute ab, weil es 
für sie keine entsprechenden Jobs gibt, Griechenland wird noch viele 
Jahre an den Sünden aus deren jüngsten Vergangenheit leiden müssen 
(Gerade die Jugend - die teilweise gar nicht mehr so jung ist).
Italien?
Na ja, da wo eventuell ein Angebot besteht, ist es Wettermäßig oft auch 
nicht soviel besser (Norditalien, teilweise Hochgebirge), da wo es 
Klimatisch über das Jahr gesehen (komm jetzt keiner mit 
Extremwetterereignisse, die haben wir bei uns auch) angenehm wird haben 
es die Einheimischen schon schwer genug.

Österreich, Frankreich...
Na ja besonders beliebt sind wir als Deutsche als Einwanderer und nicht 
nur als Touristengeld bringende Kurzzeitbewohner nicht...
Außerdem ist, wo Frankreich sich Klimatisch von Deutschland deutlich 
unterscheidet, schon sehr auf sich bezogen und wird schnell richtig 
teuer.

Also wenn man auch von unserem Wetter "flüchten" möchte (man lebt ja 
dann dauerhaft dort) dann sieht es innerhalb von EU Europa eher 
bescheiden aus.

Hinzu kommt:
Man muss die Sprache lernen (praktisch auf jeden Fall, ob rechtlich ist 
mir nicht bekannt, aber es sollte moralisch selbstverständlich sein) und 
sich dem Land und den Leuten anpassen (zumindest ich fordere es von 
unseren "Einwanderern" - also muss auch ich es leisten wenn ich 
auswandere) - es darf dann keine "German Towns" oder selbstgeschaffene 
Deutschen Ghettos geben.

Die nordischen (skandinavischen) Sprachen klingen zwar in Teilen ähnlich 
wie deutsch, sind dann aber doch sehr anders und weltweit gesehen noch 
unbedeutender als Deutsch.

Tja Auswandern ohne das man viel Leistet, eventuell so einiges verliert 
(unser Sozialsystem ist bei weiten nicht so schlecht wie viele es gerne 
behaupten) sich auch von der Mentalität umstellen muss (und darunter 
auch länger leidet, bzw. wenn man es nicht macht zu Recht ausgeschlossen 
wird - wie geschrieben: keine German Towns, kein "Klein Berlin" keine 
Stadtviertel wo 80% von einer Zuwanderer-Volksgruppe bewohnt wird, das 
wünsche ich mir hier in Deutschland betreffend unserer Zuwanderer und 
den Verwaltungen und würde es von mir und anderen deutschen Auswanderern 
entsprechend im Ausland verlangen) ist eigentlich unmöglich.

: Bearbeitet durch User
von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Das übliche Problem. Ein guter Geschäftspartner ist im Ruhestand sofort 
nach Mallorca ausgewandert. Ca. zwei Jahre später war er wieder zurück 
in Deutschland, nachdem sich Herzbeschwerden einstellten. 
Gesundheitliche Versorgung ist in Deutschland also so schlecht nicht?

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Das hier so verpönte Wort Heimat
bekommt in der Fremde eine ganz andere Bedeutung.

In Deutschland ist man ja schnell ein Nazi,
wenn man dieses Wort in den Mund nimmt.

von Udo S. (urschmitt)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> In Deutschland ist man ja schnell ein Nazi,
> wenn man dieses Wort in den Mund nimmt.

Der Quatsch wird durch Wiederholung auch nicht wahrer.

Die wachsende Minderheit die so gerne das Wort verwendet, verwendet dann 
auch entsprechende andere Worte die nicht mehr harmlos sind.

Genau wie sie gerne "christlich" verwenden und dabei genau das Gegenteil 
der wichtigsten christlichen Grundsätze wollen.

von Cyblord -. (cyblord)


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Udo S. schrieb:

Stimmst du der Aussage:

> In Deutschland ist man ja schnell ein Nazi,
> wenn man dieses Wort in den Mund nimmt.

mit

> Die wachsende Minderheit die so gerne das Wort verwendet, verwendet dann
> auch entsprechende andere Worte die nicht mehr harmlos sind.

Nicht ausdrücklich zu?

von Le X. (lex_91)


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Michael B. schrieb:
> Warum sollte man in Deutschland bleiben ? Miese Löhne, hohe Preise, nur
> Kotzerne wie Benko finden es hier toll um Steuermilliarden abzugreifen.

Inhaltlich will ich auf dieses Stammtischgeblubber jetzt garnicht 
eingehen.
Da ist nichts dabei worauf man eine Diskussion aufbauen könnte.

Witzigerweise hat aber genau heute YT mir ein paar Videos in die 
Vorschläge gespült wo US-amerikanische Expats über das Arbeiten und 
Leben in Deutschland berichten.
Solche Videos sind ganz interessant wenn man mal einen anderen 
Blickwinkel über sein Land haben möchte.
Erstaunlicherweise kommt DE da überwiegend sehr positiv weg.

: Bearbeitet durch User
von Cyblord -. (cyblord)


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Le X. schrieb:
> Witzigerweise hat aber genau heute YT mir ein paar Videos in die
> Vorschläge gespült wo US-amerikanische Expats über das Arbeiten und
> Leben in Deutschland berichten.
> Solche Videos sind ganz interessant wenn man mal einen anderen
> Blickwinkel über sein Land haben möchte.
> Erstaunlicherweise kommt DE da überwiegend sehr positiv weg.

Nicht Expat aber prominentes Beispiel:

https://www.youtube.com/@usa.mom.in.germany

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Was man bei allen Auswanderungsplänen nicht vergessen darf, ist die 
soziale Komponente:
Auf einen Schlag sind alle Freunde, alle Bekannten, alle Verwandten 
nicht mehr vor Ort. Kurz: das soziale Netz ist weg. Da hilft auch kein 
Skypen.

Le X. schrieb:
> Solche Videos sind ganz interessant wenn man mal einen anderen
> Blickwinkel über sein Land haben möchte.
> Erstaunlicherweise kommt DE da überwiegend sehr positiv weg.

Warum "erstaunlicherweise"?

Man sollte eben nicht der hiesigen Jammerei glauben sondern sich einfach 
mal ins Ausland begeben und dort mit Einheimischen sprechen. Dann merkt 
man sehr schnell: es geht uns hier ziemlich gut.

von Le X. (lex_91)


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Chris D. schrieb:
> Warum "erstaunlicherweise"?
> Man sollte eben nicht der hiesigen Jammerei glauben sondern sich einfach
> mal ins Ausland begeben und dort mit Einheimischen sprechen. Dann merkt
> man sehr schnell: es geht uns hier ziemlich gut.

Das musst du mir nicht erklären ;-)

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Chris D. schrieb:
> Man sollte eben nicht der hiesigen Jammerei glauben sondern sich einfach
> mal ins Ausland begeben und dort mit Einheimischen sprechen. Dann merkt
> man sehr schnell: es geht uns hier ziemlich gut.

FULL ACK
Eben das meinte ich...

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Chris D. schrieb:
> Was man bei allen Auswanderungsplänen nicht vergessen darf, ist die
> soziale Komponente:
> Auf einen Schlag sind alle Freunde, alle Bekannten, alle Verwandten
> nicht mehr vor Ort.
Und auch, dass der Menschenschlag, den man am Zielort trifft, in der 
Realität u.U. ganz anders ist, als man sich das erträumt hat.

Ein Nachbar, der gerne im Freien war, draußen am Lagerfeuer mit einer 
Flasche Wein übernachtet hat, im Wald lautstarke Grillfeste mit Freunden 
veranstaltet hat (frag mal den Förster) und morgens um 5 bei 
Sonnenaufgang schon fröhlich pfeifend vor unserem Schlafzimmer Holz 
gemacht hat (frag mal wie ich den eingenordet habe), dem war D viel zu 
eng und viel zu sehr reguliert. Sein absoluter Traum war es, als 
Holzfäller nach Kanada zu gehen. Das hat er nach 2 Jahren Vorbereitung 
dann auch geschafft. Er hat alle seine Habseligkeiten in einen Container 
gepackt und ist nach Kanada ausgewandert.

Nach weniger als 2 Jahren war er wieder da. Und herb enttäuscht, dass 
man dort entweder genauso reglementiert wird oder irgendwo fern von 
anderen Menschen bei seinem Grillfest ganz allein im Wald herumhockt.

Kurz: er hat herausgefunden, dass die Kanadier einfach nicht zu ihm und 
seinen Erwartungen passen.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Lothar M. schrieb:
> Er hat alle seine Habseligkeiten in einen Container
> gepackt und ist nach Kanada ausgewandert.
>
> Nach weniger als 2 Jahren war er wieder da. Und herb enttäuscht, dass
> man dort entweder genauso reglementiert wird

geht schon damit los, dass Du hier gekaufte Sicherheitskleidung
dort gleich in die Tonne treten kannst,
wenn da nicht die in Kanada gültigen Prüf-Logos drauf sind.

Die mögen allesamt deren Specs erfüllen,
anerkannt werden die Teile nicht, wenns zum Unfall kommt.

Oder USA, fahr da mal an einem Schulbus vorbei,
wenn der grad Kinder auslädt. Das sieht man hier entspannter.

von Wendels B. (wendelsberg)


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Mal ganz abgesehen davon, dass der TO eine Eintagsfliege war.
Wer es nicht hinbekommt, wenigstens diese Frage zu recherchieren und 
dazu in einem Elektronikforum fragen muss:

Frank S. schrieb:
> Welche Probleme gibt es denn eine Arbeitsgenehmigung in den USA zu
> bekommen,

Der kriegt das sowieso nicht auf die Reihe.
Und damit ist der Thread eher fuer Offtopic als A&B.

: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


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Frank S. schrieb:
> Auf was sollte man denn achten

Unbedingt Surfbrett kaufen!

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> USA, fahr da mal an einem Schulbus vorbei, wenn der grad Kinder auslädt.
Da halten sogar die Autos auf der mit einer Leitplanke getrennten 
anderen Fahrbahnseite einer vierspurigen Straße an.

>  Das sieht man hier entspannter.
Und bei uns weiß offenbar keiner, dass man (auch in Gegenrichtung) an 
einem warnblinkenden Bus nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren 
darf.

Aber das ist ein anderes Thema...

von Frank O. (frank_o)


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Im Fitnessstudio hatte ich mich einmal mit einem jungen Mann 
unterhalten.
Er war ein halbes Jahr in Kanada.
Schwärmte über die Maßen. Meine Frage an ihn, wieso er nicht geblieben 
ist.
Die Antwort war so einfach wie trocken: Im Sommer zu heiß, im Winter zu 
kalt.

Gerhard O. lebt dort. Da wir öfter über WhatsApp telefonierten, hatte 
ich mir das Wetter (wegen der Uhrzeit) von seiner Heimatstadt in die 
Wetterapp gelegt.
Ganz häufig um die -40Grad Celsius.

Also ich noch bei der Bundeswehr war, wollte ich danach nach Australien.
Alles was giftig ist, das giftigste Viehzeugs überhaupt, findest du in 
Australien.
Eine der häufigsten Todesursachen dort, das ist der Biss der Schwarzen 
Witwe.

Man muss vieles beachten.
Mein Vetter lebt auf Neuseeland. Das letzte Mal sah ich ihn, als ich 
noch Jugendlicher war. Irgendwann kam mir die Idee nach meiner Tante zu 
suchen und rief diese an. Zufällig waren beide Söhne in Deutschland. Ich 
sprach noch mit Peter. Glücklich wirkte er nicht.
Der war immer mein Vorbild. Mit 19 ist der mal eben für ein langes 
Wochenende in die Türkei, mit dem Motorrad. So fing es an, dass er sich 
alles umbaute.
Sein Segelschiff hat er wohl noch, mit dem er die Welt umsegelt hatte.
Die erste Frau war weg, als er sesshaft wurde.
Das hat mir alles (bis heute) sehr zu denken gegeben.
Mit Kind, das meine Ex damals sehr früh bekam, wollte ich solche Risiken 
nicht eingehen. Heute weiß ich, dass man erstmal öfter und auch längere 
Zeit an den Orten gewesen sein sollte, um wirklich so einen Schritt zu 
wagen.
Und man sollte schon vorher, bevor man dann ganz geht, die Sprache, die 
dort gesprochen wird, so wie sie dort gesprochen wird, sehr gut 
verstehen und sprechen können.

: Bearbeitet durch User
von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Frank O. schrieb:
> Und man sollte schon vorher, bevor man dann ganz geht, die Sprache, die
> dort gesprochen wird, so wie sie dort gesprochen wird, sehr gut
> verstehen und sprechen können.

so wie in Bayern, da brauchste auch ne andere Sprache :-]

von Le X. (lex_91)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> so wie in Bayern, da brauchste auch ne andere Sprache :-]

Andersrum wird ein Schuh draus.
Ich muss jedesmal auf 'ne andere Sprache ausweichen wenn einer von den 
Preißn was von mir will ;-)

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Le X. schrieb:
> Ich muss jedesmal auf 'ne andere Sprache ausweichen wenn einer von den
> Preißn was von mir will ;-)

Es käme hier im Forum doch auf den Versuch an. :)

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Bei all den Erklaerungen erscheint mir die vom Fehlen des Hopfeneistees 
an der Destination der Gesamtproblematik bei Weitem am angemessensten.

Gruss
WK

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Wendels B. schrieb:
> Wer es nicht hinbekommt, wenigstens diese Frage zu recherchieren...

Früher gab es dazu noch Grundinfos in den Fächern Wirtschaft-Recht oder 
Sozialkunde. Da sind stattdessen andere Inhalte im Lehrplan. Kürzel 
waere PC. Damit ist aber nicht Personal Computer gemeint.

Da fehlt, wenn nicht im Bekanntenkreis jemand sein sollte, bereits die 
Grundlage überhaupt die miesesten Falschinfos bei der Suche im Internet 
selbst auszufiltern.
Wer nichts weiß, muss alles glauben!

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Frank O. schrieb:
> Eine der häufigsten Todesursachen dort, das ist der Biss der Schwarzen
> Witwe.

Erst neulich hatte ich eine Statistik über die durch Tiere verursachten 
Todesursachen in Australien gesehen. Interessanterweise standen dort 
nicht Spinnen- oder Schlagenbisse an der Spitze, sondern Tritte durch 
Rinder. Leider war nicht ersichtlich, ob dies eine typische Todesursache 
nur für Landwirte und deren Gehilfen ist. Und wie sähe die Statistik um 
Landwirte bereinigt aus?

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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vielleicht bezog sich diese weiter oben genannte Statistik auch nur auf 
Wildtiere.

: Bearbeitet durch User
von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Wer in die USA auswandern will, sollte auch unbedingt die erheblichen 
Unterschiede im Gesundheitssystem beachten, d.h. insbesondere das 
immense Kostenrisiko. Es gibt sehr viele durchaus krankenversicherte 
Personen, die dort schon völlig ruiniert wurden. Z.B. sind meist schon 
die Fahrten mit dem Krankenwagen nicht abgedeckt. Die absurden 
Phantasiepreise für jegliche Leistungen treffen vor allem diejenigen, 
die es sich eh nicht leisten können. Und z.B. eine Selbstbeteiligung von 
10% hört sich zunächst durchaus interessant an, ist aber das Gegenteil. 
Wenn in Deutschland eine Behandlung EUR 200 kostet, dann in den USA 
$4.000. Die Krankenkassen haben aber mit ihren Vertragskliniken 
Rabattverträge mit z.B. 95%. Ein Patient bezahlt dann einen Eigenanteil 
von $400 auf den Listenpreis. Die Versicherung bezahlt aber nur $200 und 
verdient sogar noch bei jedem Eingriff.

Ich hatte vor einigen Tagen ein Video gesehen, in dem ein Kind einen 
kleinen chirurgischen Eingriff (kleine Knochenabsplitterung) benötigt. 
Aber statt dass dieser gleich durchgeführt wurde, freuten sich die 
Eltern darüber, dass ihnen die Bank schon im nächsten Jahr das Darlehen 
für den Eigenanteil der OP auszahlen werde! Und das waren keine armen 
Leute, sondern normale Mittelschicht mit mehreren Kindern.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Ich hatte in Amiland mal einen "verschlauchten" Menschen gesehen,
der als Kassierer arbeitete. So um die 30 Jahre alt.
Als er merkte, dass ich nicht aus den USA komme,
fing er gleich an, wie es dort viele machen,
zu fragen: woher wohin etc.

-Das ist übrigens auch ein Unterschied zu hier,
hier wird man sowas nur sehr bedingt gefragt.

Zum Schluss sagte er dann noch etwas von herzkrank und auf eine 
Transplantation wartend.
Dass man in solchem zustand hier in D nicht wirklich arbeiten muss,
um zu überleben, konnte er mir nicht glauben.

Und wie Sozialfälle hier aufgefangen werden...

⊙▂⊙

"jawdropping" sagt man dort.

von Michael B. (laberkopp)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> -Das ist übrigens auch ein Unterschied zu hier,
> hier wird man sowas nur sehr bedingt gefragt

Als Deutscher wirst du in Deutschland nur sehr bedingt gefragt, wo du 
her kommst, als erkennbarer Ausländer ist das aber quasi auch hier die 
erste Frage die Deutsche an dich stellen.

von (prx) A. K. (prx)


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Andreas S. schrieb:
> Leider war nicht ersichtlich, ob dies eine typische Todesursache
> nur für Landwirte und deren Gehilfen ist.

Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Andreas S. schrieb:
> Die absurden
> Phantasiepreise für jegliche Leistungen

Wir waren vor ca. 20 Jahren mit den Kindern in USA. 3 Tage nach dem Flug 
hatte meine Kleinste und ich starken Husten mit Schleimauswurf. Also in 
das nächste Krankenhaus in die Ambulanz.
Bei uns beiden wurde die Lunge geröntgt. Ich hatte Bronchitis, meine 
Kleine leichte Lungenentzündung.
Ich musste knapp 2000 Dollar vorstrecken, bekam die aber später von 
meiner Urlaubskrankenversicherung zurück.

Und das war wie gesagt vor 20 Jahren.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> vielleicht bezog sich diese weiter oben genannte Statistik auch nur auf
> Wildtiere.

Hier eine unglaubliche seriöse wissenschaftliche Quelle für durch Tiere 
verursachte Todesfälle:

https://www.ruv.de/reiseversicherung/reisekrankenversicherung/gefaehrliche-tiere-australien

Laut diesem Blog sterben aber etwas mehr Menschen durch giftige Pflanzen 
und Tiere:
https://geheimtippreisen.blogspot.com/2019/10/die-todlichsten-gefahren-in-australien.html

Und hier die offiziellen australischen Statistiken, die ich aber nicht 
analysiert habe:

https://www.abs.gov.au/statistics/health/causes-death/causes-death-australia/latest-release

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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(prx) A. K. schrieb:
> Andreas S. schrieb:
>> Leider war nicht ersichtlich, ob dies eine typische Todesursache
>> nur für Landwirte und deren Gehilfen ist.
>
> Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)

Es werden auch in Deutschland gar nicht mal so wenige Menschen von 
Rindern angegriffen, wenn sie unbedacht eine Weide überqueren.

von Wendels B. (wendelsberg)


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(prx) A. K. schrieb:
> Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)

In D heissen die neuerdings SUV.

von (prx) A. K. (prx)


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Andreas S. schrieb:
>> Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)
>
> Es werden auch in Deutschland gar nicht mal so wenige Menschen von
> Rindern angegriffen, wenn sie unbedacht eine Weide überqueren.

Nicht nur, aber ganz besonders, wenn von allen Rindviechern auf dieser 
Weide nur eines 4 Beine hat.

Aber typischerweise erlebt man das nicht mitten in der Stadt. :)

: Bearbeitet durch User
von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Wendels B. schrieb:
> (prx) A. K. schrieb:
>> Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)
>
> In D heissen die neuerdings SUV.

oder Politessen, aber die sind nicht heilig.

von Michael B. (laberkopp)


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Wendels B. schrieb:
> (prx) A. K. schrieb:
>> Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)
>
> In D heissen die neuerdings SUV.

Im Gegenteil, SUV werden eie Freiwild geschlachtet.

https://www.ardmediathek.de/video/hamburg-journal/hohe-parkgebuehren-fuer-suv-in-paris-ein-vorbild-fuer-hamburg/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS82MTBmZmY2Zi1lYWY5LTRiODMtYTdkYS02OThlZDU1ZGQ3OWY

EV sind die heiligen Kühe.

Mein SUV ist kürzer, schmaler und leichter als ein Passat. Aber warum 
fahre ich SUV und nicht mein altes 1050kg Auto ? Weil man inzwischen 
Angst haben muss von 2.2 Tonnen EV über den Haufen gefahren zu werden, 
deren Beschleunigung ist dank fehlendem Getriebe meist besser als die 
ehemaliger Sportwagen (Tesla Mod3 4.4-6.7s, Plaid 2.1s).

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Wendels B. schrieb:
> (prx) A. K. schrieb:
>> Heilige Kühe im Stadtverkehr gibts m.W. nur in Indien. :)
>
> In D heissen die neuerdings SUV.

Der ist gut!!! :))

Udo S. schrieb:
> Bei uns beiden wurde die Lunge geröntgt. Ich hatte Bronchitis, meine
> Kleine leichte Lungenentzündung.
> Ich musste knapp 2000 Dollar vorstrecken, bekam die aber später von
> meiner Urlaubskrankenversicherung zurück.

Weiß nicht, wie es bei Dir vor 20 Jahren war, aber heute kostet eine 
Auslandskrankenversicherung für USA gewöhnlich einen extra teuren Tarif.

Ein guter Bekannter von mir ist ab Rente sofort nach Mallorca 
ausgewandert. Nach recht kurzer Zeit (< 2 Jahre) kehrte er zurück. 
Herzprobleme. Nichts Dramatisches, aber das Gesundheitssystem in 
Deutschland wäre um Längen besser, meinte er.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Michael B. schrieb:
> Weil man inzwischen
> Angst haben muss von 2.2 Tonnen EV über den Haufen gefahren zu werden

Ach was. Schon an Radfahrer gedacht? Was sollen die erst über SUV 
denken?

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Michael B. schrieb:
> Aber warum fahre ich SUV...?
> Weil man inzwischen Angst haben muss von 2.2 Tonnen EV über den Haufen
> gefahren zu werden
Das ist eine arg fadenscheinige Ausrede, das weißt du aber auch. Oder 
meinst du, du hast in deinem selberklärt "kleinen" SUV eine Chance gegen 
einen 40-Tonner? Und davon fahren viel mehr herum als von den 
Elektrokutschen.

Angesichts der allgemeinen Polemik glaube ich fast, der Thread hat sein 
seliges Ende erreicht...

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Rainer Z. schrieb:
> Ein guter Bekannter von mir ist ab Rente sofort nach Mallorca
> ausgewandert. Nach recht kurzer Zeit (< 2 Jahre) kehrte er zurück.
> Herzprobleme. Nichts Dramatisches, aber das Gesundheitssystem in
> Deutschland wäre um Längen besser, meinte er.

wundert mich, dass man einen Rentner dort offenbar krankenversichert,
obwohl man im dortigen Sozialsystem vorher irgendwie nur sehr bedingt 
eingezahlt hat.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> Zum Schluss sagte er dann noch etwas von herzkrank und auf eine
> Transplantation wartend.
> Dass man in solchem zustand hier in D nicht wirklich arbeiten muss,
> um zu überleben, konnte er mir nicht glauben.
>
> Und wie Sozialfälle hier aufgefangen werden...

In Deutschland geht das sogar oft in die gegenteilige Richtung, d.h. 
Patienten werden sogar dazu gedrängt, sich in die soziale Hängematte zu 
begeben. Meine Frau hatte eine schwere Lungenerkrankung, ging aber 
trotzdem noch die ganze Zeit lang arbeiten. Selbst während der Wartezeit 
auf ein Spenderorgan, die sie auf der Intensivstation verbrachte, ließ 
sie sich auf eigenen Wunsch Arbeit schicken. Sie übersetzte in der Zeit 
alle möglichen Bedienunganleitungen für Produkte ihres Arbeitgebers von 
deutsch nach englisch, wofür bisher auch niemand Zeit hatte.

Irgendein Sachbearbeiter beim Amt für soziale Dienste versuchte sehr 
deutlich, ihr eine Frühverrentung schmackhaft zu machen, und konnte 
überhaupt nicht verstehen, warum sie die Gelegenheit nicht nutzen 
wollte. Schließlich sei ja eigentlich jeder bestrebt danach, möglich 
früh in Rente zu gehen. Und genauso schlimm sind irgendwelche 
Selbsthilfegruppen, in denen sich die Leute gegenseitig einreden, sie 
seien ja die ärmsten aller armen Opfer. Wer sich einmal auf dieses Spiel 
einlässt, kommt auch nur schwer wieder heraus. Ich schaute mir 
irgendwann auch die Rezensionen einer Rehaklinik an; es gab doch einige 
Leute, die die Klinik schlecht bewerteten, weil sie anschließend 
tatsächlich wieder arbeitsfähig waren und die Klinik sich weigerte, 
ihnen einen Persilschein auszustellen.

von Harald W. (wilhelms)


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Lothar M. schrieb:

> Und bei uns weiß offenbar keiner, dass man (auch in Gegenrichtung) an
> einem warnblinkenden Bus nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren
> darf.

Und wenn man das macht, wird man ständig angehupt. Ich habe
allerdings mal erlebt, das ein Bus mit Warnblinker auf freier
Strecke mit Warnblinker auf einer Landstrasse stand. Ich wusste
nicht so recht, wie ich mich da verhalten sollte und hab dann
erst mal meine Geschwindigkeit reduziert. Allerdings war ich
beim passieren des Busses immer noch schneller als 6km/h.

von Norbert (der_norbert)


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Harald W. schrieb:
> Und wenn man das macht, wird man ständig angehupt. Ich habe
> allerdings mal erlebt, das ein Bus mit Warnblinker auf freier
> Strecke mit Warnblinker auf einer Landstrasse stand. Ich wusste
> nicht so recht, wie ich mich da verhalten sollte und hab dann
> erst mal meine Geschwindigkeit reduziert. Allerdings war ich
> beim passieren des Busses immer noch schneller als 6km/h.

Tja, da hast du Glück gehabt und wurdest nicht erwischt.
In dem geschilderten Fall muss man auch auf der Gegenspur von 100km/h 
auf Schrittgeschwindigkeit abbremsen.

Aber das Warnblinklicht darf der Busfahrer nicht nach Gutdünken 
einschalten. Dafür gibt es extra Markierungen an den entsprechenden 
Haltestellen.

von Franko S. (frank_s866)


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Udo S. schrieb:
> Ich musste knapp 2000 Dollar vorstrecken, bekam die aber später von
> meiner Urlaubskrankenversicherung zurück.

Wärst du einfach in die nächste Pharmacy Store gegangen und hättest dort 
frei verkäufliche Antibioticahämmer, Hustensaft mit 
ElefantenWirkstoffdosierung gekauft wäre es billiger gewesen. Bei uns 
bekommt du bald nicht mal mehr Erwachsenenlakritz ohne Rezept.

von Ralf X. (ralf0815)


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Norbert schrieb:
> Aber das Warnblinklicht darf der Busfahrer nicht nach Gutdünken
> einschalten. Dafür gibt es extra Markierungen an den entsprechenden
> Haltestellen.

Leider erlebt man es immer wieder, dass Busfahrer bei Motorschaden, etc. 
das Warnblinklicht auf freier Strecke als echtes Warnblinklicht 
missbrauchen...

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Franko S. schrieb:
> Wärst du einfach in die nächste Pharmacy Store gegangen und hättest dort
> frei verkäufliche Antibioticahämmer, Hustensaft mit
> ElefantenWirkstoffdosierung gekauft wäre es billiger gewesen. Bei uns
> bekommt du bald nicht mal mehr Erwachsenenlakritz ohne Rezept.

In Frankreich konnte ich vor Jahrzehnten in der Apotheke ("Pharmacie") 
frei ein Hustenmittel mit Codein kaufen, das einzig wirksame Zeugs 
überhaupt.

In Deutschland hätte ich dafür vielleicht die Fahrerlaubnis verloren...

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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wenn man denn als medizinischer Laie eine Lungenentzündung erkennt
und man die Wirksamkeit einer "Elephantendosierung"
für ein Kind einschätzen kann (ob gut oder besser doch nicht),
wird man sowas wohl nehmen können.

Ich würde da auch lieber die $2k vorstrecken.
Das wäre mir die Gesundheit eines Kindes wert.

von Ralf X. (ralf0815)


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Rainer Z. schrieb:
> Franko S. schrieb:
>> Wärst du einfach in die nächste Pharmacy Store gegangen und hättest dort
>> frei verkäufliche Antibioticahämmer, Hustensaft mit
>> ElefantenWirkstoffdosierung gekauft wäre es billiger gewesen. Bei uns
>> bekommt du bald nicht mal mehr Erwachsenenlakritz ohne Rezept.
>
> In Frankreich konnte ich vor Jahrzehnten in der Apotheke ("Pharmacie")
> frei ein Hustenmittel mit Codein kaufen, das einzig wirksame Zeugs
> überhaupt.
> In Deutschland hätte ich dafür vielleicht die Fahrerlaubnis verloren...

In sehr vielen Ländern der Welt fällt Codein unter das 
Betäubungsmittelgesetz o.ä. und immer weiter verschärft.

Ich glaube nicht, dass man in Frankreich mit "Morphium" im Blut als 
fahrtüchtig gilt oder galt, falls nachweisbar.

von Wendels B. (wendelsberg)


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Ralf X. schrieb:
> Leider erlebt man es immer wieder, dass Busfahrer bei Motorschaden, etc.
> das Warnblinklicht auf freier Strecke als echtes Warnblinklicht
> missbrauchen.

Nein, das ist voellig korrekt.

STVO § 20 Abs.4 enthaelt genau zu dieser Unterscheidung den Wortlaut:
"die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht 
eingeschaltet haben"

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Ralf X. schrieb:
> In sehr vielen Ländern der Welt fällt Codein unter das
> Betäubungsmittelgesetz o.ä. und immer weiter verschärft.

Klar, und ich will nicht behaupten, dass Codein in Frankreich immer noch 
frei verkäuflich ist. Ich weiß es nicht! Mein Fall liegt Jahrzehnte 
zurück.

Wendels B. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Leider erlebt man es immer wieder, dass Busfahrer bei Motorschaden, etc.
>> das Warnblinklicht auf freier Strecke als echtes Warnblinklicht
>> missbrauchen.
>
> Nein, das ist voellig korrekt.
>
> STVO § 20 Abs.4 enthaelt genau zu dieser Unterscheidung den Wortlaut:
> "die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht
> eingeschaltet haben"

Ich denke, das hat Ralf X. eher ironische gemeint?

von Norbert (der_norbert)


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Ralf X. schrieb:
> Leider erlebt man es immer wieder, dass Busfahrer bei Motorschaden, etc.
> das Warnblinklicht auf freier Strecke als echtes Warnblinklicht
> missbrauchen...

Ob der schwierigen Thematik bekommen diejenigen ohne StVO Kenntnisse ja 
eine Logiktabelle.
Bushaltestelle Ja/Nein
Warnblinklicht Ja/Nein

von Harald W. (wilhelms)


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Wendels B. schrieb:

> STVO § 20 Abs.4 enthaelt genau zu dieser Unterscheidung den Wortlaut:
> "die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht
> eingeschaltet haben"

Das kannte ich so nicht. Also hätte ich den blinkenden Bus beliebig
schnell überholen können.

von Ralf X. (ralf0815)


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Harald W. schrieb:
> Wendels B. schrieb:
>
>> STVO § 20 Abs.4 enthaelt genau zu dieser Unterscheidung den Wortlaut:
>> "die an Haltestellen (Zeichen 224) halten und Warnblinklicht
>> eingeschaltet haben"
>
> Das kannte ich so nicht. Also hätte ich den blinkenden Bus beliebig
> schnell überholen können.

Nein.
Schon bei jedem normalen Fahrzeug mit Warnblinker ist erhöhte Vorsicht 
angebracht, bei Bussen noch erheblich mehr.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Franko S. schrieb:
> Bei uns bekommt du bald nicht mal mehr Erwachsenenlakritz ohne Rezept.

Aber dafuer wird Cannabis freigegeben. Ob das ein vorteilhafter Tausch 
ist, sei dahingestellt.

Fuer Elektrobastler ist das nichts, weil sich das nicht mit SMD fummeln 
auf die Platinen vertraegt.

von Harald W. (wilhelms)


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Dieter D. schrieb:

> Fuer Elektrobastler ist das nichts, weil sich das nicht mit SMD fummeln
> auf die Platinen vertraegt.

Etwas Alkohol (0,3‰) dagegen könnte schon nützlich sein.
Man bekommt dadurch ruhigere Hände.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Rainer Z. schrieb:
> In Frankreich konnte ich vor Jahrzehnten in der Apotheke ("Pharmacie")
> frei ein Hustenmittel mit Codein kaufen, das einzig wirksame Zeugs
> überhaupt.

In meiner Jugend(tm) enthielten auch die allermeisten Hustenmittel 
Codein oder waren sogar direkt Codeintabletten.

von Frank O. (frank_o)


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Andreas S. schrieb:
> Erst neulich hatte ich eine Statistik über die durch Tiere verursachten
> Todesursachen in Australien gesehen.

Das ist schon lange her. Es war sogar eine Doku im Fernsehen. Dort 
sagten sie, dass Herzinfarkt die häufigste Todesursache dort wäre und 
gleich danach kam der Biss der Schwarzen Witwe.
Ob das stimmt oder immer noch stimmt, habe ich nicht nachgeprüft.

von Ernest (ernest)


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Als junger Mensch ein paar Jahre im Ausland leben und arbeiten? Wenn das 
geht, ist das eine tolle Sache. Auf jeden Fall sieht und erlebt man mal, 
dass Dinge auch anders gemacht werden können als hier. Besser oder 
schlechter ist dabei nicht unbedingt so wichtig, es geht darum zu 
erleben, dass vieles "anders" auch (irgendwie) gehen kann. 
Interkulturelle Erfahrung wird in vielen Firmen auch gerne gesehen.

Die risikoarme Version ist - wenn es das denn noch gibt - eine 
Entsendung durch einen deutschen Arbeitgeber.

Wenn man das auf eigene Faust machen will - ist eigentlich oben schon 
alles gesagt. Vielleicht noch eine Anmerkung dazu: Die Amerikaner nennen 
das Geld, welches man auf der hohen Kante haben sollte, um selber 
jederzeit hinschmeissen zu können (oder im Fall einer Kündigung über die 
Runden kommen zu können) "F@** you money". Davon sollte man nach 
Möglichkeit genug haben, wenn man in einem Land mit eher grobmaschigem 
sozialen Netz arbeiten will.

: Bearbeitet durch User
von (prx) A. K. (prx)


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Frank O. schrieb:
> Ob das stimmt oder immer noch stimmt, habe ich nicht nachgeprüft.

Stimmt nicht. Durch Herzinfarkt zu sterben ist nur bei Männern auf Platz 
1 und die einzige schwarze Witwe weit und breit ist seine demente Frau.

https://www.aihw.gov.au/reports/life-expectancy-deaths/deaths-in-australia/contents/leading-causes-of-death

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Andreas S. schrieb:
> In meiner Jugend(tm) enthielten auch die allermeisten Hustenmittel
> Codein

in meiner auch und halfen schnell, heute gibt es nichts was bei Husten, 
bis die Brust schmerzt, so hilft.

: Bearbeitet durch User
von Harald W. (wilhelms)


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Joachim B. schrieb:

>> In meiner Jugend(tm) enthielten auch die allermeisten Hustenmittel
>> Codein
>
> in meiner auch und halfen schnell, heute gibt es nichts was bei Husten,
> bis die Brust schmerzt, so hilft.

Man muss da aber unterscheiden, ob es sich um produktiven oder um
unproduktiven Husten handelt. Bei produktiven Husten wäre Codein
ehwer falsch und gefährlich.

von (prx) A. K. (prx)


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Grundlage der Einschränkungen von Codein ist wohl der Gedanke, dass eine 
Behandlung nicht riskanter sein sollte, als das, was sie behandelt.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Harald W. schrieb:
> Man bekommt dadurch ruhigere Hände.

Nur wenn man den Tremor durch vorherigen exzessiven Alkoholkonsum auch 
bekam.

Beitrag #7631219 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Michael B. schrieb:
> Harald W. schrieb:
>> Man bekommt dadurch ruhigere Hände.
>
> Nur wenn man den Tremor durch vorherigen exzessiven Alkoholkonsum auch
> bekam.

Nein, es ist durchaus bekannt, dass kleinste Mengen Alkohol bei 
Nichtalkoholikern gleichzeitig beruhigend und leistungssteigernd wirken 
können, da sie den Ruhetonus der Muskulator herabsetzen. Eine 
Überdosierung kehrt diesen Effekt aber in Windeseile komplett um, 
insbesondere auch dann, wenn dies zu häufig erfolgt. Aus diesem Grunde 
taugt es eher dazu, nachzuweisen, dass jemand eben kein Alkoholiker 
ist. Natürlich gibt es auch bei sog. Spiegeltrinkern eine beruhigende 
Wirkung durch Alkohol, aber das ist ein gänzlich anderes Phänomen, da es 
dabei um die Unterdrückung von Entzugserscheinungen geht.

Es gab vor einigen Jahren auch Diskussionen darüber, ob der geringfügige 
Alkoholkonsum bei Sportwettkämpfen, in denen genau gezielt werden muss 
(Dart, Schießen, usw.), als Doping eingestuft und verboten werden 
sollte. Ich weiß nicht, wie diese Diskussionen ausgegangen sein.

von Mark S. (voltwide)


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Rainer Z. schrieb:
>> Weil man inzwischen
>> Angst haben muss von 2.2 Tonnen EV über den Haufen gefahren zu werden

Von wievielen EV wurdest Du bislang über den Haufen gefahren?
Hast Du Kopfverletzungen davon getragen?

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