Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Sohn - 10.Klasse Gymnasium - Praktiker


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von Helene M. (hmeyer)


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Hallo,
was würdet ihr zu folgender Situation sagen...

Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium 
auch schaffen würde, möchte gerne die Schule abbrechen und eine 
Ausbildung als Mechatroniker beginnen.

Grundsätzlich würde ich es unterstützen, da es heute viele Wege gibt, 
auch später noch mit einer Ausbildung zu studieren und ich aktuell den 
Sinn nicht sehe, dass er 3 weitere Jahre in der Schule Sachen lernen 
muss, die er später zu einem Großteil nicht mehr braucht.
Allerdings macht mir die aktuelle Wirtschaftslage hier Sorgen. Da wir ja 
offensichtlich in eine Rezession geraten bzw. schon drin sind, ist 
dieser Schritt ja auch nicht ohne Risiko.
Zudem höre ich häufig, dass ein Mechatroniker eigentlich nichts richtig 
kann. Aber als Einstieg finde ich die Mischen bzw. den Einblick in die 
verschiedenen Bereiche Mechanik - Elektrik und Elektronik gar nicht 
schlecht, damit er sehen kann, wo seine Interessen liegen.

von Dieter S. (dolivo)


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Sei froh, dass er einen Beruf ergreifen will.
dolivo

von Sebbl M. (sbm)


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ich stand damals vor der gleichen Situation, wollte aber Zimmermann 
werden. Habe dann aber doch auf dem Gymi fertig pubertiert, Mechatronik 
gelernt und dann studiert. Mama hat mich dazu überredet bekommen einfach 
das Gymi fertig zu machen. Im Nachhinein die bessere Entscheidung.
Ja, als Mechatroniker kann man nicht alles perfekt, das Feld ist zu groß 
und jeder Ausbildungsbetrieb legt sich Schwerpunkte anders. Aber einen 
Teilbereich davon wird er gut beherrschen. Und wie gesagt, geht auch 
nach dem Abi.

: Bearbeitet durch User
von Helmut -. (dc3yc)


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Fachabitur? Dann hat er nur noch zwei Jahre und eine Fremdsprache 
weniger.

von Helene M. (hmeyer)


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Ja, Fachabi wäre jetzt auch mein Vorschlag.

Aber er ist gerade in einer "Sturm und Drang - Phase", hat richtig viel 
Power und möchte praktisch arbeiten.

von Peter (pittyj)


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Bei den Mechatronikern gibt es kaum Mädels. In den Gymi Klassen schon.
Von daher würde ich das Abi durchziehen. In reine Männergesellschaften 
kommt man beim ETechnik oder Maschbau Studium noch früh genug.

von Helmut -. (dc3yc)


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Helene M. schrieb:
> Aber er ist gerade in einer "Sturm und Drang - Phase", hat richtig viel
> Power und möchte praktisch arbeiten.

Weiß nicht, wie's heute ist, aber wir hatten in der 11.Klasse FOS 
(Technik) viele Praktikas mit handwerklichen Tätigkeiten: Mauern am Bau, 
Strippenziehen bei der Telekom und Feilen sowie Drehen beim 
Metallpraktikum.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Ich habe auch nach der 10. Klasse Schluss gemacht (dann Fachabitur) weil 
ich keine Lust mehr auf die Schule hatte, insbesondere die vielen 
Fremdsprachen. Habe es nie bereit.

von Helene M. (hmeyer)


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Mädels sind kein Argument - die sind alle doof in seiner Klasse ;-)
Praktikum in der Technik FOS wird schulintern gemacht, wäre es extern, 
wäre ich sofort dabei. Agrar FOS hätte ihn evtl. interessiert, aber hier 
bist du im Praktikum halt häufig ein kostenloser Mitarbeiter für 
Hilfsjobs.

von Jan K. (jan_k776)


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Naja, Oberstufe kann aber auch erst richtig interessant werden, da man 
viel wählen kann. Weg mit den Sprachen, ran mit Informatik, Physik, ggf. 
Mathe. Solide Grundlage für Mechatronik (und ggf. weiteres) schaffen.

Und Party-mäßig ist in der Oberstufe auch viel mehr los. 
Klassengemeinschaften werden aufgebrochen, Leute mischen sich. Und man 
kann sich selbst entschuldigen ;)

Ich würde die Zeit unter keinen Umständen missen wollen - völlig 
unabhängig vom Abi, das fiel da halt so mit ab.

Wenn er sich auspowern will: wie wäre es mit einem Nebenjob? Kann man 
nach der Schule machen (bzw. konnte man - kp wie es heutzutage 
aussieht). DHL, oder Computerladen, oder in einer Werkstatt? Da bekommt 
er vielleicht auch schonmal etwas mit wie der Alltag da so aussieht, und 
hat dann vielleicht doch kein Bock mehr darauf ;)

edit: das mit den Mädels ändert sich auch ziemlich schlagartig.

: Bearbeitet durch User
von Bruno V. (bruno_v)


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Ein Mechatroniker ist auch ein Handwerker:

https://www.youtube.com/watch?v=2EDjSkvoqjQ

von Thomas W. (goaty)


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FOS war super mit Praktika in Mechanik- und Elektrowerkstatt. Bin ich 
froh das gemacht zu haben.

von Ralf H. (ralf_h939)


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Mein Jüngster hat damals auf ein technisches Gymnasium gewechselt - 
beste Entscheidung ever. 'Normales' Abitur, aber schon der Schwerpunkt 
auf Informatik. Er hat dann Medien und Informatik studiert, aber nach so 
einem Abitur spricht auch nichts gegen eine Ausbildung. Menschen mit 
Ausbildung wird es immer brauchen...

von Helene M. (hmeyer)


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Sebbl M. schrieb:
> ich stand damals vor der gleichen Situation, wollte aber Zimmermann
> werden. Habe dann aber doch auf dem Gymi fertig pubertiert, Mechatronik
> gelernt und dann studiert. Mama hat mich dazu überredet bekommen einfach
> das Gymi fertig zu machen. Im Nachhinein die bessere Entscheidung.
> Ja, als Mechatroniker kann man nicht alles perfekt, das Feld ist zu groß
> und jeder Ausbildungsbetrieb legt sich Schwerpunkte anders. Aber einen
> Teilbereich davon wird er gut beherrschen. Und wie gesagt, geht auch
> nach dem Abi.

Das heißt aber auch, dass das Abi dir doch gar nichts gebracht hat, 
oder?! So hätte er in 3 Jahren seine Ausbildung als Mechatroniker 
fertig, könnte noch 1 Jahr auf die BOS und dann studieren. So hätte er 
sich dann also im ganzen 2 Jahre gespart, in denen er Geld verdienen 
kann.

von Maik .. (basteling)


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In meiner Schullaufbahn stand ich an einer ähnlichen Entscheidung.
Gibt etwas mehr autobiographischen Text - vielleicht hilft es.

Hier war die Ausgangslage das von mir mit wenig Freude aber 
befriedigendem Gesamtergbnis besuchte örtliche Gymnasium mit 
unmotivierten Lehrkräften - dazu hohes Technikinteresse bei mir und 
wirklich niemandem anderen im Jahrgang der sich wirklich für 
Elektrotechnik ineressierte. Da gab es nur gute Freunde einige Jahre 
älter mit gleichem Profil. Zusammen mit mir ist ungefähr 1/3 des 
Jahrgangs auf andere weiterführende Schulen geflohen.

Dabei bin ich nach der 10.Klasse mit allen Vor- und Nachteilen* zum 
Fachgymnasium, das jedoch mit einem allgemeinen Abitur abgeschlossen 
hat.
Somit wären nach wie vor alle Türen offen geblieben.

Wir hatten seinerzeit im 25km Radius 3 Fachgymnasien mit technischer 
Ausrichtung. Ich habe mir damals alle drei angesehen. Dabei habe ich in 
Erinnerung dass die Schulleiter immer sehr interessiert an 
interessierten Schülern sind - und zusätzliche zu den Infotagen auch mal 
schnell eine Einstundenführung oder einen Probeunterrichtsbesuch 
ermöglichen. Mit etwas Glück kann man noch die alte zweite Fremdsprache 
mit einem Jahr zuende belegen. Statt mich weiter mit für mich unsinnigem 
Latein zu beschäftigen - hab ich einfach noch drei Jahre Spanisch 
gemacht.

In der 11 Klasse ging es dann mit jeweils einigen quasi Schnupperwochen 
in den drei angebotenen technischen Vertiefungsrichtungen weiter. 
Parallel zu den normalen Unterrichtsfächern. Inklusive dann 
samstäglicher Fachpraxis (zweiwöchentlich). Bau, Elektrotechnik, 
Maschinenbau. Daraus konnte man dann ab der 11 Klasse eine 
Vertiefungsrichtung wählen. Es waren ja noch 13Jahrgänge bis zum Abitur.

An diese Vertiefungsschnuppermonate erinnere ich mich noch mit Freude. 
Bei den Maschinenbauern mussten wir einen großen Stand - CD Ständer aus 
10er Flachmaterial per Bohren, Sägen und viel Feilen anfertigen. 
Währenddessen 10m weiter eine ganze Reihe Deckel FP Fräsmaschinen grün 
im Schummerlicht schlief, mussten wir charakterbildend ackern. Nur der 
Bodenschlitz wurde gefräst. Wohl deswegen ist heutzutage meine CNC 
Maschinenausstattung in der Firma etwas eskaliert. Der CD Ständer steht 
heutzutage noch bei mir im Wohnzimmer, bei einem guten alten Schulfreund 
auf der Kachelofenablage. Also was mit Erinnerungspotential.

Bei den Bautechnikern wurde von jedem eine Verschalung für einen 
Betonblumenkübel mit angephasten Ecken gezimmert und dann ausbetoniert. 
Den war ich damals aber zu faul mit der Bahn abzutransportieren.

In der Elektrotechnikvertiefungsrichtung wurde dann ein Durchgangsprüfer 
gebaut. Platinenbohren und Bestücken mit astabilem Multivibrator, 
Gehäusebohren mit ordentlichem Lautsprecher - Lochbild.

Und in der späteren Elektrotechnikvertiefung wurde es dann eine 
Digitaluhr. Mit Eagle Platinenlayout...

Dafür standen die Labore und Werkstätten der Berufsschule zur Verfügung, 
an die das Fachgymnasium angegliedert war.

*Damit wir nicht vollständig verhungerten, gab es dann die Spanienfahrt 
mit den angehenden Fremdsprachenkorrespondentinnen. Das ist auch ein 
klarer Nachteil am technischen Fachgymnasium. Ein ziemlicher 
Herrenverein. Aber nette begeisterte Menschen mit mehr Motivation zum 
Thema, als einfach ein normales Abitur abzuhängen - bei dem alle wissen, 
dass sie den unterrichteten Kram kaum wieder brauchen. Aber in einer 
technischen Ausbildung wären es wohl auch nicht mehr Mädels gewesen. 
Dafür gab es dann außerdem die tägliche S-Bahn Fahrt zurück in die 
Kleinstadt - wo alle vorm dortigen Mittelmaß Geflüchteten wieder 
aufeinanderstießen. Von der in ausbildung befindlichen Baletttänzerin 
bis zum Funkamateur vom Fachgymnasium.

Also - ich würde es wieder so machen.

Wichtig wäre noch zu prüfen, wie das Einzugsgebiet der Schule ist.
Damals in der "Großstadt" wurde ein Klassenverband mit uns aus den 
Umlandgemeinden bestückt. Davon gab es dann relativ wenig Abbrecher. Bei 
den Stadtkindern war die Quote deutlich höher. Da waren wohl einige 
Dabei die einfach einen anderen Weg zum Abitur versuchten. Wir hatten 
aber auch recht motivierte Lehrer und Lehrerinnen - aus normalen 
Gymnasien, Quereinsteiger mit Industrieerfahrung und Berufsschullehrer.
Auch ein preiswerter USA Austausch mit einer Partnerschule für eine 
knappen Monat wurde damals organisiert. Mit haufenweise 
Fabrikbesichtigungen, dort vom Alter her illegalen Feiern und Ausflügen 
in die benachbarte liberale Großstadt.

Ein weitere kleiner Tipp. Lass Deinen Sohn mal schauen, ober er 
vielleicht Hyperaktiv (AD(H)S) und/oder recht begabt ist. Das kann sich 
ganz toll gegenseitig maskieren. Dann hat man natürlich weniger Lust auf 
Dauersitzen im Unterricht. Wenn es aber Themen sind die einen 
intrinsisch motivieren (Technik) - geht das plötzlich doch.
Daher ist für mich auch die Frage nicht hundertprozentig zu beantworten 
- ob es - wie gefühlt - vom Anspruch niedriger war als das bisher 
besuchte Gymnasium - oder der der deutliche Notenmäßige Leistungsanstieg 
an der höheren Motivation lag. Faul in Bezug auf Hausaufgaben war ich 
unverändert.
Als eigentlich mathematisch uninteressierter Mensch habe ich dann doch 
glatt Mathematik als Abitur-Leistungskurs gewählt und bestanden, da mich 
die technischen Anwendungsgebiete motivierten.

vg

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Helene M. schrieb:
> Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium
> auch schaffen würde, möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen.
Kann er machen, aber warum Mechantroniker?
Gibt`s nix besseres?
Und wenn ja, min. Ausbildungszeitverkürzung um ein Jahr aushandeln!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Maik .. schrieb:
> Als eigentlich mathematisch uninteressierter Mensch habe ich dann doch
> glatt Mathematik als Abitur-Leistungskurs gewählt und bestanden, da mich
> die technischen Anwendungsgebiete motivierten.

Mathe Abi und technische Anwendungsgebiete, sowas gibt mir zu denken!

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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sieh es halt so, wenn man später nach einer Ausbildung
 studieren will und nebenbei noch was dazuverdienen will/muss,
ist man nicht unbedingt auf Jobs wie Pizzafahrer
oder Zeitungsausträger angewiesen.

Man kann fachbezogen arbeiten
und das dann auch noch in den CV einfliessen lassen

von Bernd (bernd_mt-09)


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Cha-woma M. schrieb:
> Kann er machen, aber warum Mechantroniker?
Warum denn nicht? Wenn es Ihn doch interessiert.

> Gibt`s nix besseres?
Warum soll das schlecht sein?

> Und wenn ja, min. Ausbildungszeitverkürzung um ein Jahr aushandeln!
Das können nur so Überflieger wie Du

von Gunnar F. (gufi36)


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Kannst Du ihm nicht einen Ingenieur und einen Gesellen vorstellen und 
die mal etwas über ihre Jobs und Laufbahn erzählen lassen?
Ich habe studiert, nicht wegen Karriere, sonder weil mich Elektronik 
faszinierte und ich verstehen wollte, nicht auswendig Lernen von 
Formeln. Habe das Studium nie bereut, denke heute, mit einem Beruf wäre 
ich nicht so glücklich geworden. War aber auch "faul", hatte nie groß 
Lust auf dreckige Hände...

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Helene M. schrieb:
> Gymnasium auch schaffen würde,

Schule fertig machen und danach Lehre machen. Er haette so nicht mal 
mittlere Reife und damit schlechtere Chancen.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Wenn er die Schule abbrechen will, warum will er nicht später mal die 
Ausbildung abbrechen? Hat dann ja schon einmal geklappt.

Die Idee, daß man das, was man in der Schule lernt, später nicht mehr 
braucht, hat er wohl nicht selbst entwickelt, sondern von seiner Familie 
mitbekommen. :)

Warum sollte er denn irgendwas, das er in der Ausbildung lernt, später 
brauchen?

Um es noch etwas zu überspitzen: In England haben früher Kinder in den 
Kohleminen gearbeitet, ohne sich mit Mathe und Sprachen zu belasten oder 
ähnlichem hochgeistigen Zeug.

Ich kenne einen, der hat mit 25 das Fachabi nachgemacht, ist dazu 2 
Jahre auf einer Schule mit sagen wir mal Spätzündern rumgehangen, hat 
dann ein Physikstudium angefangen und es nach dem zweiten Semester 
abgebrochen. Nun ist er 30 und hat gar nichts.

In den 50er Jahren mögen solche Gedanken, wie man schnell eine Familie 
ernährt, noch berechtigt gewesen sein. Aber heutzutage gibt es keinen 
Grund, auch noch aktiv zu verhindern, eine höhere formale Bildung zu 
erreichen.

Zumal einem die Zeit, in der man noch nicht in der Arbeitstretmühle 
hängt, auch die Chance gibt, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. 
Kann natürlich sein, daß man besonders in ländlichen Regionen, mit 15, 
16 bereis ausentwickelt ist und sowieso nur Beruf, Frau, Haus und Kind 
will, mit möglichst wenig Varianz über die Jahrzehnte.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Dieter D. schrieb:
> Schule fertig machen und danach Lehre machen. Er haette so nicht mal
> mittlere Reife und damit schlechtere Chancen.

Mit erfolgreichen  Abgang 10 Klasse Gymie kriegt er das automatisch oder 
er muß halt eine Prüfung an einer Realschule ablegen.
Mittlere Reife gibt´s heutzutage nicht mehr.
Nennt sich FOS-Reife

von Franko S. (frank_s866)


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Helene M. schrieb:

Schick ihn in ein Jesuitenkloster, die suchen immer Nachwuchs.

von Peter (wokinloksar)


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Hallo,

hier fehlt schon mal die wichtigste Information: Ist es G8 oder G9, 
anders ausgedrückt: Noch ein oder zwei Jahre. Nächste Frage: Welches 
Bundesland?

In BW, Hessen und Niedersachsen gibt es z.B. die Möglichkeit durch 
Abgang nach Klasse 11 des G8 (mit weniger als 8 unterpunkteten Kursen 
(>5)) und einem FSJ, einer fachpraktischen Ausbildung oder eines 
mindestens 1-jährigen Praktikums automatisch die Fachhochschulreife zu 
bekommen.

Eine Ausbildung nach Klasse 11 würde daher dort automatisch die 
Fachhochschulreife beinhalten, während beim Abgang nach Klasse 10 drei 
weitere Berufsjahre plus Prüfung dazukämen. Je nach Nachfrage der 
Bewerber auf Lehrstellen kann es auch die Chance geben, nach Klasse 11 
eine Reduktion der Lehrzeit um 0,5-1 Jahr zu erreichen.

Wenn die Interessen meines Kindes klar erkennbar wären, es sich mit 
diesem Thema auch hobbymässig schon intensiv beschäftigt, würde ich mein 
Kind diesen Weg gehen lassen und mit ihm Möglichkeiten, wie die eingangs 
skizzierten, diskutieren.

Ein Weg, den ein Jugendlicher dann geht, mit seinen Eltern auch hart 
ausdiskutiert hat, wird weit erfolgreicher sein, als der Weg, den Eltern 
dem Jugendlichen aufzwingen.

just my 2 cents

von Peter (wokinloksar)


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Cha-woma M. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Schule fertig machen und danach Lehre machen. Er haette so nicht mal
>> mittlere Reife und damit schlechtere Chancen.
>
> Mit erfolgreichen  Abgang 10 Klasse Gymie kriegt er das automatisch oder
> er muß halt eine Prüfung an einer Realschule ablegen.
> Mittlere Reife gibt´s heutzutage nicht mehr.
> Nennt sich FOS-Reife

Ist leider Quatsch! Da Bildung Ländersache ist, heisst das in nahezu 
allen Bundesländern anders. In einigen nach wie vor auch "Mittlere 
Reife".
Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Schulabschluss

Nur: FOS heist das nirgendwo. FOS ist die Fachoberschule, die mit dem 
Abschluß besucht werden kann.

von Uwe B. (uwebre)


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Helene M. schrieb:

> Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium
> auch schaffen würde, möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen.

Wir gehen mal vom Mechatroniker in der Industrie aus, nicht vom 
Autoschraubermechatroniker...

> Grundsätzlich würde ich es unterstützen, da es heute viele Wege gibt,
> auch später noch mit einer Ausbildung zu studieren

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Mechatroniker stehen viele 
weitere Wege offen. Mehr als mit "nur" Abitur. Meister, Techniker, 
Fachoberschule, Fachhochschule.
Mit abgeschlossener 10. Klasse hat man imho Oberstufenreife  (für die 
FOS)
Man ist dann "erwachsen" und hat eine ganz andere Motivation. Auch kann 
man den Meister oder Techniker berufsbegleitend erarbeiten, (genügend 
Selbstdisziplin vorausgesetzt) und nebenbei noch an der Familienplanung 
feilen.

Aber, schon als Facharbeiter ist man ein wertvoller Teil der 
Gesellschaft, kann gutes Geld verdienen und mit sich und seinem Job 
zufrieden sein. Natürlich.

> Allerdings macht mir die aktuelle Wirtschaftslage hier Sorgen. Da wir ja
> offensichtlich in eine Rezession geraten bzw. schon drin sind, ist
> dieser Schritt ja auch nicht ohne Risiko.

Wir haben Fachkräftemangel. (ein Grund für die Rezession) Das wird noch 
ziemlich krass werden. Man wird (guten) Facharbeitern und Handwerkern 
jeden Morgen die Füße küssen müssen.

> Zudem höre ich häufig, dass ein Mechatroniker eigentlich nichts richtig
> kann. Aber als Einstieg finde ich die Mischen bzw. den Einblick in die
> verschiedenen Bereiche Mechanik - Elektrik und Elektronik gar nicht
> schlecht, damit er sehen kann, wo seine Interessen liegen.

Dumme Sprüche von Leuten die keinerlei Ahnung haben. (Lehrer?)
Der Beruf ist sehr vielfältig, ja. Es hängt sehr von der 
Ausbildungsstätte ab was und in welchem Umfang man lernt. Ein 
"Spezialist" ist man nach Abschluss sicherlich nicht, hat aber das 
Rüstzeug mitbekommen um im weiteren Weg ein Solcher zu werden. Das ist 
bei einem Studium nicht anders.
Der Zerspanungsmechaniker beispielsweise, der "seinen Job richtig kann" 
hat eher nicht so viele Aufstiegsmöglichkeiten bzw. muß sich noch 
ordentlich was draufschaffen.
Der Mechatroniker hat sicherlich den spannenderen Job. Inbetriebnahmen, 
Troubleshooting etc, ggf weltweit. Z.B.

Ich mag jedenfalls meine Ausbildung zum Maschinenschlosser nicht missen. 
(Hatte auch mal grade keinen Bock mehr auf Schule...)
Wohl deswegen ist auch bei mir meine CNC Maschinenausstattung in der 
Firma etwas eskaliert...

Uwe

von Lu (oszi45)


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Helene M. schrieb:
> möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen

Dann lass ihn ein Praktikum dort machen, wovon er jetzt träumt! Mir 
haben 3 Wochen Ferienarbeit zu neuen Erkenntnissen gereicht.

von F. M. (foxmulder)


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Helene M. schrieb:
> Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium

Helene M. schrieb:
> möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen.

Würde ich persönlich nicht machen.
In der 10. Klasse ist man schon so weit, unbedingt durchziehen und Abi 
einstecken, dann kann er machen was er will.
Vor allem bei der wirtschaftlichen Situation und diesem Arbeitsmarkt das 
Abi zu verschenken weil man sich für die 2 Jahre zu fein ist, keine gute 
Idee

von Uwe B. (uwebre)


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F. M. schrieb:
> Vor allem bei der wirtschaftlichen Situation und diesem Arbeitsmarkt das
> Abi zu verschenken weil man sich für die 2 Jahre zu fein ist, keine gute
> Idee

Ich meine daß wir aktuell Vollbeschäftigung und Facharbeitermangel 
haben. Was sich bei der demagogischen Entwicklung wohl nicht so schnell 
ändern wird.
Ich meine auch daß die wirtschaftliche Situation unter dem 
Fachkräftemangel (und daran daß man ja eh kaum noch Zeit zum Arbeiten 
hat) leidet aber sonst ganz okay ist. Mehr Akademiker sind jedenfalls 
nicht unbedingt Teil einer ggf. notwendigen Lösung.

Du hast andere Informationen?

Dem Sohn zu unterstellen daß er sich "zu fein" wäre ist schon unter der 
Gürtellinie. Er wird Gründe haben die er in diesem Forum sicherlich 
nicht diskutieren wird.

Uwe

von Wendels B. (wendelsberg)


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Steve van de Grens schrieb:
> weil ich keine Lust mehr auf die Schule hatte,
> insbesondere die vielen Fremdsprachen. Habe es nie bereit.

Offensichtlich war da auch Deutsch dabei.

von Reinhard S. (rezz)


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Helene M. schrieb:
> und ich aktuell den
> Sinn nicht sehe, dass er 3 weitere Jahre

Es gibt noch G9?

> in der Schule Sachen lernen
> muss, die er später zu einem Großteil nicht mehr braucht.

Nennt sich Allgemeinbildung.

> Allerdings macht mir die aktuelle Wirtschaftslage hier Sorgen. Da wir ja
> offensichtlich in eine Rezession geraten bzw. schon drin sind, ist
> dieser Schritt ja auch nicht ohne Risiko.

Genau der richtige Zeitpunkt. Wenn er die Ausbildung beendet hat ist die 
Rezession (oder was auch immer grade herrscht) vorbei.

> Aber als Einstieg finde ich die Mischen bzw. den Einblick in die
> verschiedenen Bereiche Mechanik - Elektrik und Elektronik gar nicht
> schlecht, damit er sehen kann, wo seine Interessen liegen.

Wobei man das bei Ausbildungsbeginn schon so grob geklärt haben sollte. 
Vielleicht wären ja auch mal (Ferien-)Praktika eine Idee?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Jetzt duerfte der/die Nichttechniker/in ausreichend gefüttert worden 
sein. Wirft genug Stoff fuer ein paar Doktorarbeiten ab.

von Martin S. (sirnails)


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Sobald man im Beruf steht muss es schon richtig scheiße laufen, damit 
man freiwillig auf das Gehalt verzichtet. Das hält im Nachgang ganz 
viele ab. Für mich war es der Grund den Master nicht zu machen und das 
bereue ich bis heute. Jeden Monat beim Gehalt.

Wenn dein Sohn nicht vorhat, denn Meister zu machen, und im Handwerk zu 
bleiben, soll er bloß auf dem Gymi bleiben.

In der Ausbildung wird er 1-2 Jahre der Depp vom Dienst sein, mies 
bezahlt werden, um dritten Jahre zwar nicht mehr der Depp vom Dienst, 
aber immernoch mies bezahlt, und als gesellte dann immernoch mies 
bezahlt sein. Außer, er geht in die Industrie mit IGM.

Die Frage ist: will er weiter lernen oder Geld verdienen? Beides lässt 
sich in diesem Alter eigentlich nicht vereinbaren.

Die Hauptsache ist, er betreut es nicht.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Uwe B. schrieb:
> Ich meine daß wir aktuell Vollbeschäftigung und Facharbeitermangel
> haben.

Was ich die Tage wieder im Maschinenmarkt (Industriezeitschrift) gelesen 
habe, weckt Zweifel, mehrere etablierte Metallverarbeiter melden Konkurs 
an. Zulieferindustrie und Maschinenbau klagen über mangelnde Aufträge. 
Elektro(nik)indurstrie wie Bosch, Continental bauen mal wieder Stellen 
ab - an Vollbeschäftigung glaube ich nicht.

Über Facharbeitermangel will ich mich nicht auslassen, dazu gibt es 
genügend kontroverse Diskussionen.

> Was sich bei der demagogischen Entwicklung wohl nicht so schnell
> ändern wird.

Ein netter Vertipper (oder Absicht?) in der aktuellen Landschaft. Gerade 
heute war der Wirtschaftsminister im FS und korrigierte die Schätzung 
zum Wirtschaftswachstum von 1,5 auf 0,3% herunter.

Es sollte kein Fehler sein, zu versuchen, dem Bengel sein Abitur 
schmackhaft zu machen.

Was ist eigentlich ein Mechatroniker - ein toll klingender Berufsname, 
der alles und nichts sein kann.

Ich musste vor ein paar Jahren meine Heizöl-Tankanlage erneuern lassen. 
Der eine Mitarbeiter hatte Kfz-Mechantroniker gelernt, früher hätte er 
sich Autoschlosser genannt. Nach wenigen Jahren fand er 
Autoteiletauscherei doof und hat das Tätigkeitsfeld gewechselt. Heißt 
also, dass auch eine Berufsausbildung nicht unbedingt der Schlüssel zum 
Glück ist, wenn man sich danach in dem Bereich nicht ausgelastet fühlt.

Ich habe ursprünglich Fernsehtechniker gelernt und schon während der 
Leerzeit gemerkt, dass das nicht mein Ding ist - Teiletauscher ohne 
wirklich die Technik zu verstehen. War halt der Einstieg in Grundlagen, 
um mich danach weiter zu entwickeln.

Reinhard S. schrieb:
>> in der Schule Sachen lernen
>> muss, die er später zu einem Großteil nicht mehr braucht.
> Nennt sich Allgemeinbildung.

Ich musste in der Schule Dinge lernen, deren Sinn mir erst 20 Jahre 
später klar wurde. Andersherum auch jede Menge Scheiß, den man nie 
braucht, z.B. Geschichtsunterricht.

>> Allerdings macht mir die aktuelle Wirtschaftslage hier Sorgen. Da wir ja
>> offensichtlich in eine Rezession geraten bzw. schon drin sind, ist
>> dieser Schritt ja auch nicht ohne Risiko.
> Genau der richtige Zeitpunkt. Wenn er die Ausbildung beendet hat ist die
> Rezession (oder was auch immer grade herrscht) vorbei.

Schön wäre das. Solange Mama das bezahlen kann, besser das Gymnasium 
zuende bringen und dann schauen.

>> Aber als Einstieg finde ich die Mischen bzw. den Einblick in die
>> verschiedenen Bereiche Mechanik - Elektrik und Elektronik gar nicht
>> schlecht, damit er sehen kann, wo seine Interessen liegen.
> Wobei man das bei Ausbildungsbeginn schon so grob geklärt haben sollte.
> Vielleicht wären ja auch mal (Ferien-)Praktika eine Idee?

Schrieb jemand weiter vorne: Per Praktikum feststellen, dass eine Lehre 
vielleicht doch nicht zum Traum passt?

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Reinhard S. schrieb:
> Es gibt noch G9?

Ja gibt`s wieder für alle!

von Lu (oszi45)


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Manfred P. schrieb:
> Schrieb jemand weiter vorne: Per Praktikum feststellen, dass eine Lehre
> vielleicht doch nicht zum Traum passt?

DER Jemand war ich. Bin meiner Mutter heute noch dankbar, dass sie mich 
vor einem schön aussehenden Irrweg gerettet hat. Ein Praktikum öffnet 
die Augen.

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Man wird als Azubi für Mechatronik genommen, auch wenn man die Schule am 
abgebrochen hat?

von Helene M. (hmeyer)


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Also es handelt sich um ein bayrisches Gymnasium (G9), also müsste er 
für das Abi noch 3 Jahre in die Schule gehen. Wäre es noch das G8 würde 
ich ihn auch dazu ermuntern, die 2 Jahre noch durch zu ziehen!

Nur zur Info, wir haben nichts gegen Bildung ;-) Wir haben beide selbst 
studiert und auch unser anderes Kind hat allgemeines Abi und befindet 
sich gerade im Studium. Allerdings finde ich durchaus, dass die Schule 
heutzutage auch ein Ort ist, an dem die Kinder indoktriniert werden und 
ich bin nicht immer einverstanden mit dem, was und wie es ihnen 
beigebracht wird. Aber das nur am Rande.

Unser Sohn würde "abbrechen", weil er seine Interessen kanalisiert und 
mehr Zeit damit verbringen möchte, sich in den Punkten weiterzubilden, 
die er für wichtig erachtet. Ich sehe es auch nicht als "abbrechen", da 
er ja an einem Punkt angekommen ist, an dem er einen Abschluss 
(Mittlerer Schulaubschluss / früher genannt Mittlere Reife) erreicht hat 
und über seine Zukunft entscheiden kann. Er ist sehr gewissenhaft und 
würde sich auch überreden lassen, wenn wir es unbedingt wollen. Auf der 
anderen Seite sehe ich da einen großen jungen Mann voller Energie und 
Durchhaltevermögen und ich finde auch, dass man es fördern sollte, sich 
zu dorthin zu entwickeln, worin seine Aufmerksamkeit geht. Gerade wenn 
ich bestimmte Studienkollegen denke, hab ich doch das Gefühl, dass ihnen 
auch mal richtige Arbeit nicht geschadet hätte ;-)
Gerade wenn ich den Beitrag von Wollvieh lese und mein Kind ansehe, dann 
habe ich das Gefühl seine Persönlichkeit kann er in dem Beruf zum 
jetzigen Zeitpunkt besser weiterentwickeln, als nochmal 3 Jahre in der 
Schule mit Leuten abzuhängen.
Zudem wäre es meiner Meinigung ja nicht die Endstation, sondern nur ein 
Zwischenschritt, so dass er dann noch BOS und vielleicht ein duales 
Studium machen kann.

Ach ja, Praktikas hat er schon 2 gemacht, die haben ihm super gefallen. 
Ich dachte (hoffte) eigentlich, dass ihm die normalen Arbeitstage dann 
zu lang wären und er so die Vorzüge der Schule erkennen würde ;-) dem 
war aber nicht so, ganz im Gegenteil.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Stefan H. schrieb:
> Man wird als Azubi für Mechatronik genommen, auch wenn man die Schule am
> abgebrochen hat?

Aber ja, heute wird jeder und alles genommen.

Vor 40 Jahren war es anders. Ich wollte Radio- und Fernsehtechniker 
werden mit gutem Realschulabschluss. Keine Chance. Habe Abitur 
nachgeholt und mich komplett anders orientiert.

Heute bin ich darüber froh, weil der Beruf des Radio- und 
Fernsehtechnikers ausgestorben ist. Den Mechatronikern könnte es ähnlich 
ergehen.

von Uwe B. (uwebre)


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Rainer Z. schrieb:
> Heute bin ich darüber froh, weil der Beruf des Radio- und
> Fernsehtechnikers ausgestorben ist. Den Mechatronikern könnte es ähnlich
> ergehen.

Nein, den Mechatronikern wird es nicht ähnlich gehen. Du, und weitere 
Mitforisten, verwechselst den Beruf mit dem KFZ-Mechatroniker.
Ganz andere Baustelle.

Ich zitiere mal aus Wikipedia:

Mechatroniker sind Elektrofachkräfte und Metallfachkräfte, d. h., sie 
werden so ausgebildet, dass sie selbstständig an elektrischen und 
mechanischen Anlagen arbeiten dürfen. Qualifikationen der 
Metallbearbeitung und Elektrotechnik sind ebenso erforderlich wie die 
Grundlagen der Hydraulik, der Pneumatik und der Steuerungstechnik. 
Messen, Prüfen und Programmieren von Komponenten stehen mit auf dem Plan 
der 3½-jährigen Ausbildung (diese kann auf 3 Jahre verkürzt werden).

Mechatroniker sind in der Montage, Inbetriebnahme und Wartung 
mechatronischer Systeme von komplexen Maschinen, Anlagen und Systemen 
tätig. Diese Tätigkeiten werden an unterschiedlichen Einsatzorten 
ausgeübt, auf Montagebaustellen, in Maschinenhallen oder in Werkstätten 
und Betrieben des Werkzeugbaus und des Sondermaschinenbaus. Der Umgang 
mit Steuerungs- und Regelungstechnik ist ein zentraler Zweig der Arbeit 
eines Mechatronikers. Er muss in der Lage sein, eine 
Speicherprogrammierbare Steuerung zu installieren. Hierzu gehört auch 
der korrekte Umgang mit verschiedenen Feldbus-Systemen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mechatroniker

Aus meiner Sicht ein sehr vielseitiger und interessanter Beruf mit 
vielen Möglichkeiten zu Spezialisierung und Weiterbildung sowie guten 
Verdienstmöglichkeiten.

Uwe

: Bearbeitet durch User
von Uwe B. (uwebre)


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Manfred P. schrieb:
> Andersherum auch jede Menge Scheiß, den man nie
> braucht, z.B. Geschichtsunterricht.

Aktuell denke ich daß viele Mitbürger im Geschichtsuntericht besser mehr 
aufgepasst hätten...

Uwe

von Maik .. (basteling)


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Also - ich mach nochmals gerne Werbung für das Fachgymnasium. Gern mit 
anschließendem Studium, für das ich dann gleich noch das Fachgymnasium 
als Grundpraktikum angerechnet bekommen habe. Alle in allem eine 
Entscheidung  über die ich immernoch sehr glücklich bin.
Dort waren auch meine Mitschüler und die Lehrerschaft engagierter bzw 
für die Themen begeisterter. Statt das die Klasse, wie wir damals im 
örtlichen Gymnasium, geschlossen den Unterricht im Stadtpark schwänzte 
und 30 Prozent der Mitschüler kifftw - haben wir im Fachgymnasium dann 
z.B. einfach mal statt Unterricht eine Industrieversteigerung besucht 
und Hobbyeinkauf an Computern und Werkzeug gemacht. Die Mitschüler waren 
halt interessierter und engagierter - aber trotzdem gab es nur wenige 
überfleißige Streber.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Uwe B. schrieb:
> Nein, den Mechatronikern wird es nicht ähnlich gehen. Du, und weitere
> Mitforisten, verwechselst den Beruf mit dem KFZ-Mechatroniker.

Stimmt. Mechatroniker verbinde bzw. verband ich bis zu Deinem Hinweis 
mit Kfz-Mechatroniker.

Uwe B. schrieb:
> Aktuell denke ich daß viele Mitbürger im Geschichtsuntericht besser mehr
> aufgepasst hätten...

Hier erst recht volle Zustimmung.

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Echtes Wissen sollte immer mit den eigenen Interessen und Neigungen 
mitwachsen. Was nützt mir kurzfristig auswendiggelerntes Abiturwissen, 
wenn ich es nicht in meinen persönlichen Kontext einordnen kann. Ich 
vergesse es schnell wieder und habe Lebenszeit verschwendet.

Wenn ich einen Beruf erlenen möchte, ist das zu diesem Zeitpunkt genau 
die richtige Entscheidung. Wenn ich etwas später meinen Horizont 
erweitern möchte, gibt es ausreichende Möglichkeiten zur 
Weiterqualifizierung. Also immer schön Schritt für Schritt.

In meiner Ausbildung zum Feinmechaniker haben mich mechanische 
Fertigungsverfahren brennend interessiert, heute bringe ich jungen 
Menschen die Faszination der MAXWELL’schen Gleichungen bei. Dieser 
Schritt war nicht planbar, sondern das Ergebnis eines Berufslebens 
welches sich immer an den persönlichen Interessen orientierte.

von Oliver S. (oliverso)


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Helene M. schrieb:
> Unser Sohn würde "abbrechen", weil er seine Interessen kanalisiert und
> mehr Zeit damit verbringen möchte, sich in den Punkten weiterzubilden,
> die er für wichtig erachtet.

Und dein Sohn kennt das Leben als Azubi so genau, daß er sicher ist, das 
in der Ausbildung zum Mechatroniker zu bekommen?

Ja, Schule ist natürlich immer doof, aber das Leben außerhalb braucht 
auch keine Traumtänzer. Das ist jetzt nicht persönlich auf deinen Sohn 
zu sehen, den kenne ich ja nicht.

Joe G. schrieb:
> Was nützt mir kurzfristig auswendiggelerntes Abiturwissen,
> wenn ich es nicht in meinen persönlichen Kontext einordnen kann.

Wer nicht verstanden hat, daß die reine Wissensvermittlung nur ein Teil 
des Ausbildungsgangs zum Abiturs ist, der ist da tatsächlich falsch 
unterwegs.

Oliver

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Helene M. schrieb:
> Zudem höre ich häufig, dass ein Mechatroniker eigentlich nichts richtig
> kann.

Ok, mal was zum Berufsbild.

Natürlich lernt ein Mechatroniker nicht zwei, bzw. drei Berufe auf 
einmal (neben Mechanik und Elektronik wird manchmal noch Informatik 
aufgeführt).

Er lernt aus den jeweiligen Bereichen das, was häufig gebraucht wird. 
Betriebe leisten sich Mechatroniker, weil es billiger ist eine Person 
einzustellen bzw. auszubilden, statt zum Beispiel separat einen 
Betriebselektriker und einen Industriemechaniker[1].

Meine persönliche Erfahrung mit Mechatronikern ist, dass sie im 
Elektrobereich[2] eher schwach sind. Viele geben offen zu, dass sie den 
Beruf wegen dem mechanischen Teil ergriffen haben und sich durch den 
Elektroteil mehr oder weniger durchgequält haben. Wer wirklich Interesse 
an Elektrik hat, der ist mit einer Elektroausbildung besser bedient.

> Aber als Einstieg finde ich die Mischen bzw. den Einblick in die
> verschiedenen Bereiche Mechanik - Elektrik und Elektronik gar nicht
> schlecht, damit er sehen kann, wo seine Interessen liegen.

Eine Berufsausbildung ist jetzt nicht dazu da sich einen Einblick zu 
verschaffen oder Interessen auszuloten. Das sollte man vorher, zum 
Beispiel durch Schülerpraktika, erledigt haben. Eine Berufsausbildung 
soll zum professionellen Ausüben eines Berufs ertüchtigen, und nicht 
einen bei der Interessenfindung bespaßen.

Wer zum Bespaßen da ist wird seine Ausbildung wahrscheinlich nicht 
abschließen.
_
[1] Ich habe nicht nachgesehen ob es die Ausbildungen noch gibt.

[2] Warum schreibe ich Elektro- und nicht Elektronikbereich? Vor Jahren 
hat man Elektroberufe zu Elektronikberufen aufgehübscht. Elektroniker 
klingt nun mal besser als Elektriker. Inhaltlich hat das eigentlich 
nichts geändert. Baugruppen enthalten heutzutage zwar immer mehr 
Elektronik, aber damals wie heute wird eine Baugruppe in erster Linie 
vom Elektriker/Elektroniker getauscht, nicht repariert. Da ist es egal 
ob Elektronik oder Elektromechanik drin ist.

von Thomas W. (thomas_w808)


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Hannes J. schrieb:
>
> Meine persönliche Erfahrung mit Mechatronikern ist, dass sie im
> Elektrobereich[2] eher schwach sind. Viele geben offen zu, dass sie den
> Beruf wegen dem mechanischen Teil ergriffen haben und sich durch den
> Elektroteil mehr oder weniger durchgequält haben. Wer wirklich Interesse
> an Elektrik hat, der ist mit einer Elektroausbildung besser bedient.
>

Da muss ich aber deutlich widersprechen. Bin selbst Mechatroniker, und 
kann bestätigen dass es hauptsächlich ein elektrotechnischer Beruf ist. 
Bei uns im Maschinenbau gibt es gar keine Industrieelektroniker mehr, 
nur noch Mechatroniker und Industriemechaniker.

von Reinhard S. (rezz)


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Stefan H. schrieb:
> Man wird als Azubi für Mechatronik genommen, auch wenn man die Schule am
> abgebrochen hat?

Man wird sogar als Akademiker bezeichnet wenn man mit Zertifizierung das 
Studium abbricht.

von Franko S. (frank_s866)


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Person kann Licht einschalten = Mechatroniker
Lichtschalter = Mechanik (Knickknack) + Elektrodingens (hell/dunkel).
Was gibts denn da gross auszubilden?

Uwe B. schrieb:
> Aus meiner Sicht ein sehr vielseitiger und interessanter Beruf mit
> vielen Möglichkeiten zu Spezialisierung und Weiterbildung sowie guten
> Verdienstmöglichkeiten.
Ja aufm Papier sieht das immer toll aus. Der Gaswasserscheisseexperte 
fummelt in der Werbung auch immer nur in blitzsauberen, 
sonnendurchfluteten Kellern aufm Tablet rum, konfiguriert nur die 
Anlagen, der Blaumann sieht frisch gebügelt und gestärkt aus. Der 
bekommt Hornhaut nur am Zeigefinder vom rumwischen aufm Tabletchen.

In der Realität darf der "Mechatroniker" Kabel verlegen oder anderen 
langweiligen Scheiss machen und immer mitten im Dreck, je nach Firma.
Der moderne Allzweckschrauber der auch mal ein Kabel anfassen darf.

Diesen Beruf hat man zusammengewürfelt aus anderen damit er wichtiger 
und modernen klingt, das passiert so alle 20 Jahre. In 10 Jahren ist das 
der KI-Troniker oder bekommt nen anderen idotischen Namen, die Tätigkeit 
ist dann immer noch die gleiche: Depperte Aufgaben machen. Der darf dann 
in Staubsauger- und Mährobotern die kaputten Akkus wechseln. Gaaanz doll 
diese "modernen" Berufe.

An die Mutti: Prügel dein Kind aufs Gynasium. Wenn er nicht spurt drohe 
mit Handyentzug, das reicht meistens schon, dass er sich die Flausen 
ausm Kopf schlägt.

: Bearbeitet durch User
von Ernest (ernest)


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Es gibt nicht unbedingt nur richtig und falsch - es kommt immer drauf 
an, was man daraus macht. Und die Motivation etwas draus zu machen ist 
dann auch wieder sehr individuell.

Nach der 10. abgehen, Mechatronikerausbildung. Nach der Ausbildung oder 
ein zwei Jahren Berufserfahrung feststellen, dass das doch langweilig 
ist und dann doch noch Fachabi nachholen und studieren. Geht, hat den 
großen Vorteil, dass man sehr leicht einen vernünftig bezahlten Nebenjob 
bekommen kann. Wer eine abgeschlossene Ausbildung hat, muß nicht 
Tellertaxi machen um über die Runden zu kommen. Und nach dem Studium hat 
man den Vorteil, dass man das Berufsleben schon kennt - das wird 
durchaus gerne gesehen.

Plan B: Nach ein paar Jahren Berufserfahrung feststellen, dass das doch 
langweilig ist und den Meister machen. Geht auch.

Plan C: Nach der Ausbildung oder ein zwei Jahren Berufserfahrung 
feststellen, dass das doch langweilig ist und ein paar Jahre Montage im 
Ausland machen. Geht auch, man sieht die Welt, verdient gut Geld und die 
Sprachkenntnisse werden auch besser.

Es muss nicht unbedingt Abi und dann Studium sein.

von Uwe B. (uwebre)


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Franko S. schrieb:
> Person kann Licht einschalten = Mechatroniker
> Lichtschalter = Mechanik (Knickknack) + Elektrodingens (hell/dunkel).

Person kann Birne wechseln = Ingenieur

> Was gibts denn da gross auszubilden?

Eben.

> An die Mutti: Prügel dein Kind aufs Gynasium. Wenn er nicht spurt drohe
> mit Handyentzug, das reicht meistens schon, dass er sich die Flausen
> ausm Kopf schlägt.

Widerlich. Ich hoffe du hast keine Kinder.

Uwe

von Reinhard S. (rezz)


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Ernest schrieb:
> Es muss nicht unbedingt Abi und dann Studium sein.

Manche machen auch nach dem Abi eine Ausbildung.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Rainer Z. schrieb:
> Vor 40 Jahren war es anders. Ich wollte Radio- und Fernsehtechniker
> werden mit gutem Realschulabschluss. Keine Chance.

Wenn Du damals schon so unterwegs warst wie in einigen µC-Threads, kein 
Wunder. Mir scheint, Du bist ruhiger geworden.

> Heute bin ich darüber froh, weil der Beruf des Radio- und
> Fernsehtechnikers ausgestorben ist.

Im Forum gibt es viele gelernte Fernsehpruckler, für die das der 
Einstieg in die Elektronik war und sich danach weiterentwickelt haben. 
Ich war dort im falschen Film, die Kollgen konnten reparieren, aber 
simple Schaltungen nicht erklären.

Uwe B. schrieb:
>> Den Mechatronikern könnte es ähnlich ergehen.
> Nein, den Mechatronikern wird es nicht ähnlich gehen. Du, und weitere
> Mitforisten, verwechselst den Beruf mit dem KFZ-Mechatroniker.

Auch denen nicht, Autos haben noch immer Räder, Radlager, Querlenker, 
Bremsen ... . Die KFZ-Mechatroniker werden natürlich mehr mit Elektrik 
zu tun haben. Da habe ich aber leider den Eindruck, dass vieles von 
deren Tätigkeit auch durch dressierten Schimpansen ausgeführt werden 
könnte: Diagnosestecker dran, Verbindung zum Hersteller-Rechner und 
gemäß dessen Fehlerkatalog Baugruppen tauschen.

Joe G. schrieb:
> Echtes Wissen sollte immer mit den eigenen Interessen und Neigungen
> mitwachsen. Was nützt mir kurzfristig auswendiggelerntes Abiturwissen,
> wenn ich es nicht in meinen persönlichen Kontext einordnen kann.

Das hängt doch von Deiner Persönlichkeit ab. Es gibt genug Ingenieure, 
die iheren Titel durch fleißges Auswendiglernen erworben haben und 
danach nichts auf die Reihe bekommen.

Hannes J. schrieb:
> Meine persönliche Erfahrung mit Mechatronikern ist, dass sie im
> Elektrobereich[2] eher schwach sind. Viele geben offen zu, dass sie den
> Beruf wegen dem mechanischen Teil ergriffen haben und sich durch den
> Elektroteil mehr oder weniger durchgequält haben. Wer wirklich Interesse
> an Elektrik hat, der ist mit einer Elektroausbildung besser bedient.

Aber auch mit Elektroausbildung musst Du Dich auf einen Bereich 
festlegen, den Universal-Alles-Elektroniker gibt es nicht.

Franko S. schrieb:
> In der Realität darf der "Mechatroniker" Kabel verlegen oder anderen
> langweiligen Scheiss machen und immer mitten im Dreck, je nach Firma.
> Der moderne Allzweckschrauber der auch mal ein Kabel anfassen darf.

Ja, nein, vielleicht. Es kann gut sein, Strippen ziehen zu müssen. 
Genauso kann er auch in einen Bereich geraten, wo er Schaltschränke und 
Steuerungen baut, Fehler an Maschinen sucht und sich nur selten wirklich 
schmutzig machen darf. Also wieder: Kommt drauf an, wo man landet.

> Diesen Beruf hat man zusammengewürfelt aus anderen damit er wichtiger
> und modernen klingt ...

Diese scheiß Mode widerstrebt auch mir.

Ernest schrieb:
> Plan C: Nach der Ausbildung oder ein zwei Jahren Berufserfahrung
> feststellen, dass das doch langweilig ist und ein paar Jahre Montage im
> Ausland machen. Geht auch, man sieht die Welt, verdient gut Geld und die
> Sprachkenntnisse werden auch besser.

Ist nicht jedermanns Sache, eigenverantwortlich agieren und auch mal 
improvisieren. Ich habe Problemanlagen besucht, neudeutsch würde 
"Troubleshooting" geiler klingen. Da muß man auch noch souverän 
auftreten können, wenn man sich selbst unsicher ist. Da denke ich an 
zwei Kollegen, die ich mal mit hatte, die direkt in Panik verfielen, 
wenn es nicht nach Plan lief und eskalierte. Das ist nichts für 
Anfänger, Ausland braucht Leute mit Berufserfahrung.

> Es muss nicht unbedingt Abi und dann Studium sein.

Stimmt!

Uwe B. schrieb:
>> An die Mutti: Prügel dein Kind aufs Gynasium. Wenn er nicht spurt drohe
>> mit Handyentzug, das reicht meistens schon, dass er sich die Flausen
>> ausm Kopf schlägt.
> Widerlich. Ich hoffe du hast keine Kinder.

Etwas zu platt, das kann sowohl falsch als auch richtig sein - weiß man 
erst 10..20 Jahre später.

Helene kann die ganzen für und wider im Thread lesen, die Entscheidung 
kann ihr das Forum nicht abnehmen.

von Marci W. (marci_w)


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Manfred P. schrieb:
> Andersherum auch jede Menge Scheiß, den man nie
> braucht, z.B. Geschichtsunterricht.

Du hast scheinbar eine völlig andere Vorstellung von Bildung wie ich! 
Den Bildungsinhalt nur nach (materiellem) "Nutzen" zu bewerten halte ich 
für etwas kleingeistig.

ciao

Marci

von Marci W. (marci_w)


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Oliver S. schrieb:
> Wer nicht verstanden hat, daß die reine Wissensvermittlung nur ein Teil
> des Ausbildungsgangs zum Abiturs ist, der ist da tatsächlich falsch
> unterwegs.

+++

Full ACK!

von Manfred P. (pruckelfred)


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Marci W. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> Andersherum auch jede Menge Scheiß, den man nie
>> braucht, z.B. Geschichtsunterricht.
> Du hast scheinbar eine völlig andere Vorstellung von Bildung wie ich!

Da will ich Dir nicht widersprechen.

> Den Bildungsinhalt nur nach (materiellem) "Nutzen" zu bewerten halte ich
> für etwas kleingeistig.

Diese Meinung darfst Du vertreten, aber Du bitte akzeptieren, dass ich 
sie nicht teile.

Ich kann recht unfallfreie Texte schreiben und einen Spannungsteiler 
oder den kg-Preis im Supermarkt im Kopf überschlagen, Grundfertigkeiten 
aus der Schule. Dank Chemieunterricht erzeuge ich mit dem Kloreiniger 
kein Chlorgas. Ich musste Englisch lernen, was später in meinem Beruf 
wichtig wurde. Im Werkunterricht mal Säge und Feile benutzen zu müssen, 
hat mir auch nicht geschadet.

Du nennst es "materiellen Nutzen", ich resümiere, was mir im realen 
Leben wirklich nützlich war. Es ist ganz toll, zu wissen, wie die 
Indinaer ausgerottet wurden oder man die Pyramiden gebaut hat, welche 
Religionen es auf der Welt gibt und und und - der Handwerker verzeifelt, 
weil die hoch gebildeten Lehrlinge trotz Abitur aus Länge mal Breite 
keine Fläche mehr rechnen können.

Anders gesagt: Es wird jede Menge Zeug gelEErt, was keinerlei Nutzen hat 
und stattdessen werden Grundfertigkeiten vernachlässigt.

Da sind wir vielleicht wieder bei Helenes Sohn, der keinen Bock mehr auf 
den ganzen Kack hat und lieber etwas "zum Anfassen" hätte.

von Bernd G. (Gast)


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Helene M. schrieb:
> Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium
> auch schaffen würde, möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen.

In Zeiten in denen die Hälfte aller Schüler Abi macht, weil es zu 
einfach ist, gehört ein Nichtabiturient automatisch formell zu den 
unteren 50%.

Manfred P. schrieb:
> Zulieferindustrie und Maschinenbau klagen über mangelnde Aufträge.
Die klagen immer! Entweder wegen Überlastung oder Unterlastung. Sobald 
ein paar Grossabnehmer nehmlich nicht sofort alles bekommen, fragen sie 
auch andere an, damit schnellen dort die Anfragen nach oben.

Das ist wie beim Hamstern: Es fehlen nur 2% Toilettenpapierrollen, aber 
durch den Mangel muss man in 3 Gechäften fragen. Weil das alle tun, wird 
gehamstert und es fehlen 5%. Dann ist noch mehr Mangel und es bricht 
Chaos aus! Alle rennen, jammern und hamstern! Sehe ich auf dem 
Rohstoffmarkt andauernd! Bestelle dir mal Kupferbleche! Dann zahlst du 
dich tot. Vor 2 Jahren hatten wir Holzmangel! Niemand konnte uns 
Versandkisten bauen. Mittlerweile kriegst du es nachgeschmissen und wir 
kriegen Rabatte ohne Ende.

Das Problem ist das just in time Geschäft und die mangelnde 
Lagerhaltung.

Auf dem Personalmarkt ist es das selbe:

> Elektro(nik)indurstrie wie Bosch, Continental bauen mal wieder Stellen
> ab - an Vollbeschäftigung glaube ich nicht.
Um dann wieder nach der Erholung nach Mitarbeitern zu schreien und green 
card Lösungen zu forderen.

> Über Facharbeitermangel will ich mich nicht auslassen, dazu gibt es
> genügend kontroverse Diskussionen.
Der BDI jammert schon wieder, dass die Firmen nichts produzieren 
könnten, weil ihnen die Leute fehlen. Warum stellt man nicht beizeiten 
welche ein?

Anrwort: Weil man keine braucht! Man lässt die alten gehen und füttert 
nur 70% nach. Meine Firma macht das auch! Seit Anfang des Jahres sind 27 
Personen altersbedingt ausgeschieden und nur 11 eingestellt worden. Das 
ist ein ziemlich krasser Personalabbau, wenn man es ein Jahr lang macht.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Helene M. schrieb:
> Da wir ja
> offensichtlich in eine Rezession geraten bzw. schon drin sind,

Vielleicht wäre Insolvenz-Verwalter ein aussichtsreicher Beruf für die 
nächsten 20 Jahre.

mfg

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Christian S. schrieb:
> Vielleicht wäre Insolvenz-Verwalter ein aussichtsreicher Beruf für die
> nächsten 20 Jahre.

Das klingt so negativ. Das sollte umbenannt werden in 
Klimaschädlingsbeseitigungsunternehmer.

von Joe G. (feinmechaniker) Benutzerseite


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Mir scheint in diesem Forum, speziell in diesem Beitrag, die geballte 
Mechatronikkompetenz versammelt. Das würde ich gerne für eine Frage 
ausnutzen.

Welche Ausbildungsinhalte der Mechatronik sollen heutzutage, A in einem 
Lehrberuf, B in einem Studium, einem jungen Menschen vermittelt werden, 
so dass er relativ zukunftssicher ausgebildet ist?

PS: Die Frage ist tatsächlich ernsthaft gemeint.

von F. M. (foxmulder)


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Manfred P. schrieb:
> der Handwerker verzeifelt,
> weil die hoch gebildeten Lehrlinge trotz Abitur aus Länge mal Breite
> keine Fläche mehr rechnen können.
>
> Anders gesagt: Es wird jede Menge Zeug gelEErt, was keinerlei Nutzen hat
> und stattdessen werden Grundfertigkeiten vernachlässigt.

Das stimmt doch überhaupt nicht! Im Lehrplan ist beides drin, es ist 
doch lächerlich zu glauben, dass Mathematikgrundlagen nicht oder nicht 
sorgfältig unterrichtet werden.
Traditionell wird Mathematik nicht besonders gut unterrichtet, aber es 
gibt inzwischen unendlich viele teils extrem gute YouTube-Videos, die 
mit aufwendigen Animationen mathematische Zusammenhänge erklären. So 
schwer ist der Abi-Stoff nicht. Eigentlich müsste man es ohne Lehrer nur 
mit PC und Karoblock hinbekommen."

Generell ist diese Aussage, dass etwas keinen Nutzen hat, lächerlich. 
Das im Abitur unterrichtete Allgemeinwissen (Geschichte, Psychologie 
etc.) sind die absoluten Basics, es sei denn, man will als Erwachsener 
später einmal ein Fachidiot werden und von nichts eine Ahnung haben. Das 
klingt jetzt brutal, aber die Mehrheit der Leute, die es nicht im Rahmen 
ihrer Ausbildung (widerwillig) lernen müssen, wird es wohl kaum privat 
nachlernen. Mir ist durchaus bewusst, dass es auch unter Leuten aus dem 
Handwerk etc. teils sehr gebildete Leute gibt, das ist jedoch keine 
Mehrheit

Manfred P. schrieb:
> Andersherum auch jede Menge Scheiß, den man nie
> braucht, z.B. Geschichtsunterricht.

Teilweise merkt man schon, in welcher Blase dieses Forum teilweise lebt. 
Vor allem in einem Land wie Deutschland mit einer Geschichte von weit 
mehr als 1000 Jahren ist das eine extrem kindische Aussage. Muss man 
absolut immer der letzte Depp sein? Ist es so viel verlangt, wenigstens 
ansatzweise zu verstehen, woher wir kommen und wie wir zu unserer 
Identität gekommen sind? Tut es manchen Menschen weh, durch die Stadt zu 
gehen und zu jeder Kirche etc. ein paar Informationen zu haben, warum 
sie dort steht und wer sie hingestellt hat?

Helene M. schrieb:
> Mädels sind kein Argument - die sind alle doof in seiner Klasse ;-)

Auch wieder so ein infantiles Verhalten "mimi Mädels sind doof" sprach 
der 16 jährige Obercoole. Es ist sicherlich viel besser, Zeit in einer 
Werkstatt mit 12 anderen Jungs und einem Boomer Meister zu verbringen, 
als sich im Gymnasium mit den Mädels herumzuschlagen.

🐻 Bernie - Bär schrieb:
> In Zeiten in denen die Hälfte aller Schüler Abi macht, weil es zu
> einfach ist, gehört ein Nichtabiturient automatisch formell zu den
> unteren 50%.

Ist leider wirklich so, in meinem Bekanntenkreis macht so gut wie jeder 
Abitur, außer bei Sonderfällen wie zB. "Bauernhof daheim" wobei auch 
viele Landwirte die Kinder fleissig studieren lassen.
Die Welt wird sicher nicht weniger komplex und der Arbeitsmarkt & 
Immobilienmarkt wird sicher nur härter.
Apropos "doofe Mädels" :
"Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2020 52,5 
Prozent aller Studienanfänger:innen (1) Frauen." (Quelle:WSI)

Du kannst deinem Sohn schon einmal ausrichten, dass es als Handwerker 
(so ehrbar der Beruf auch ist) mit diesen 52.5% der zukünftigen 
Akademikerinnen eher schwierig werden wird. Kurz: Diese 52% kann er sich 
in die Haare schmieren.

"80 Prozent der deutschen Paare haben inzwischen ähnliche Berufe und ein 
ähnliches Bildungsniveau, stellt der Soziologe Hans-Peter Blossfeld von 
der Universität Bamberg fest." (Quelle:sueddeutsche)

Ich würde also doch Abi durchziehen....

: Bearbeitet durch User
von Helene M. (hmeyer)


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Also nochmal zur Schule. In Bayern haben wir eine Abiturquote von 32%. 
Unsere Große hat vor ein paar Jahren das allgemeine Abi gemacht - damals 
noch als G8, also nach der 12. Ich würde sagen etwa 80% sind nach dem 
Abi dagestanden und hatten keinerlei Ahnung, was sie jetzt machen 
sollten. Die meisten haben "irgendein" Studium angefangen, wobei viele 
davon nun das Party-Leben in der Großstadt genießen (und es sei ihnen ja 
auch gegönnt, wenn sie noch rechtzeitig die Kurve kratzen).
Noch dazu ist die "neu" eingeführte 11.Klasse jezt so ein Zwischenjahr, 
mit dem viele Lehrer und Schüler nun auch nicht so recht was anzufangen 
wissen. Abivorbereitung startet erst wirklich in der 12.Klasse.
Zur Schulbildung auf dem Gymnasium. Vieles ist wichtig, da stimme ich 
zu. Aber wenn ich sehe, dass sie in Englisch gefühlt ein halbes Jahr 
darüber sprechen, welche Vorteile sich durch die neue "diversity" für 
die Gesellschaft ergeben. Auch in Deutsch lässt sich über die ein oder 
andere Lektüre streiten. Latein, naja er hat nun das Latinum - möchte 
aber später nichts studieren, wofür er es braucht. Geschadet hat es ihm 
bestimmt auch nicht ;-) und vielleicht kann er sich das ein oder andere 
Fremdwort besser herleiten.
Meine Empfehlung für ihn wäre die FOS - hat doch noch nen praktischeren 
Touch und danach hat er trotzdem das Fachabi. Er hat nun aber auch einen 
Ausbildungsplatz, der ihm wirklich Spaß machen würde.
Also bei allem, was ich hier herauslese bleiben ein paar Punkte bei mir 
hängen:
1.Thema Mädels. Vielleicht doch nicht zu unterschätzen. Wir leben sehr 
ländlich. Im Ausbildungsbetrieb in der Werkstatt sind keine, in der 
Berufschule bestimmt auch nicht sehr viele, naja, da macht man sich als 
Mutter dann doch so seine Gedanken :-)
2.Thema Gehalt&Anspruch. Ich sehe die Ausbildung als eine 
Zwischenstation. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das für den Rest 
seines Lebens machen möchte - also auf unterster Ebene die Sachen 
zusammenbauen. Allerdings sehe ich es schon als Vorteil an, jetzt 
praktisch mal die Grundlagen zu erlernen. Und es ist vielleicht doch 
intensiver als einzig das Praktikum in der FOS.
3.Thema Selbstverwirklichung. So wie es aktuell aussieht, will er hier 
am Land, hier in unserem Ort bleiben. Es zieht ihn nicht weg und in der 
Stadt sieht er eher die Nachteile, als die Vorteile. Er ist auch gerne 
in der Land- und Forstwirtschaft tätig, dies auch schon jetzt.
Allerdings haben wir hier natürlich nur ein begrenztes Angebot an 
Arbeitgebern, die im Umkreis von 20-30km sind. Ich selbst bin jahrelang 
über 70km täglich einfach gependelt und die Zeit dafür ist einfach nur 
verschwendet!
Die Ausbildung ist für uns aktuell bequem, da er noch keinen 
Führerschein hat wäre sie einfacher zu händeln, als die FOS. Hier müsste 
er in eine WG oder ins Wohnheim ziehen, was aber schon auch machbar 
wäre.
Sein Zeugnis nach der 10. ist OK, aber natürlich nicht so berauschend 
wie das von Freunden die Mittelschule und dann den M-Zweig gemacht 
haben. Für mich ist das aber auch nicht vergleichbar, da ich finde der 
Arbeitseinsatz beim Weg übers Gym ist mit dem anderen nicht 
vergleichbar.
4.Thema Verantwortung. Ich finde es eigentlich toll, dass er weiß was er 
will. Er ist vernünftig und ich brauche ihn nicht mit Handyentzug zu 
drohen, damit er etwas tut ;-). Wenn er von der Schule geht, dann ist 
das für mich definitiv kein Scheitern, sondern hat etwas mit 
Eigenverantwortung zu tun. Klar, werden andere im Dorf es wahrscheinlich 
so sehen, als hätte er das Gym nicht geschafft und hat deshalb 
abgebrochen. Allerdings kann uns das ja wirklich egal sein.

Ich hab keinerlei Bedenken, dass er mal auf der Straße steht und nichts 
mit sich anzufangen weiß und jede Firma die ihn bekommt kann sich 
glücklich schätzen. Das muss ich, als stolze Mama auch einfach mal 
gesagt haben!

Kann sein, dass dieser Schritt von Personalern evtl. mal anders gesehen 
wird. Kann sein, dass er sich auch mal über Vorgesetzte ärgert, die 
weniger Ahnung haben als er, aber dafür das Abi fertig gemacht haben und 
nun über ihn bestimmen dürfen - ja aber dann muss er halt was tun und 
uns sich später weiterbilden und hocharbeiten.

Ich danke euch auf jeden Fall für die redliche Teilnahme und die vielen 
Hinweise und Meinungen!!! Bin ich gar nicht gewohnt hier, üblicherweise 
ist der Umgangston hier schnippisch, belehrerisch und oft nicht sehr 
hilfreich ;-) Also danke für die Empathie!!

Ich hab meinem Sohnemann mal den Link hier zum Forum geschickt, ist ja 
nicht gerade höflich hinter dem Rücken von jemanden über ihn zu reden 
bzw. zu schreiben ;-)

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Stefan H. schrieb:
> Man wird als Azubi für Mechatronik genommen, auch wenn man die Schule am
> abgebrochen hat?

Ja wird man!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Helene M. schrieb:
> Allerdings finde ich durchaus, dass die Schule

> heutzutage
nowadays?
War schon immer so!
Gilt halt auch Dort wie Damals und in der Zukunft:
"Wer zahlt schafft an!"
In der Schule gilt halt wer Bezahlt, der legt auch fest was die Inhalte 
sind!
Zahlt der Staat, da schafft der an,
zahlt die Kirche, da schafft der an,
zahlt Pivater, da schafft der an,
zahlt der Erdogan, da schafft der an,
zahlt der Teufel, da schafft der an,
.....
> auch ein Ort ist, an dem die Kinder indoktriniert werden und
> ich bin nicht immer einverstanden mit dem, was und wie es ihnen
> beigebracht wird.

Dann steck deine Kinder halt woanders rein!

> Aber das nur am Rande.
Genau, Randansichten!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> Aus meiner Sicht ein sehr vielseitiger und interessanter Beruf mit
> vielen Möglichkeiten zu Spezialisierung und Weiterbildung sowie guten
> Verdienstmöglichkeiten.

Dienstleistung wird nie gut bezahlt. Ausserdem gibt`s von Mechatronikern 
mehr als genug!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> Andersherum auch jede Menge Scheiß, den man nie
>> braucht, z.B. Geschichtsunterricht.
>
> Aktuell denke ich daß viele Mitbürger im Geschichtsuntericht besser mehr
> aufgepasst hätten...
>
> Uwe

Das Problem am Geschichtsunterrichts in D-land ist:
Er hört mit dem Jahr 1945 auf!

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Joe G. schrieb:
> Mir scheint in diesem Forum, speziell in diesem Beitrag, die geballte
> Mechatronikkompetenz versammelt. Das würde ich gerne für eine Frage
> ausnutzen.
>
> Welche Ausbildungsinhalte der Mechatronik sollen heutzutage, A in einem
> Lehrberuf, B in einem Studium, einem jungen Menschen vermittelt werden,
> so dass er relativ zukunftssicher ausgebildet ist?
>
> PS: Die Frage ist tatsächlich ernsthaft gemeint.

Er sollte lernen, sich selbst neue Ausbildungsinhalte beizubringen. 
Quasi eine geistige Von-Neumann-Architektur entwickeln. Statt 
Holzzahnräder mit bestenfalls einem Satz Lochkarten zur Auswahl zu 
behalten.

Theoretisch lernt man das erst an der Uni.

von Joachim B. (jar)


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Manfred P. schrieb:
> Die KFZ-Mechatroniker werden natürlich mehr mit Elektrik
> zu tun haben. Da habe ich aber leider den Eindruck, dass vieles von
> deren Tätigkeit auch durch dressierten Schimpansen ausgeführt werden
> könnte: Diagnosestecker dran, Verbindung zum Hersteller-Rechner und
> gemäß dessen Fehlerkatalog Baugruppen tauschen

du vergisst "teuer auf Kundenrechnung", wenn es das Modul nicht war, 
dann wird weiter probiert, das Eingebaute wird natürlich NICHT gegen das 
Ausgebaute OHNE Fehler zurückgetauscht, das mindert ja den Umsatz.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Joe G. schrieb:
> einem jungen Menschen vermittelt werden,
> so dass er relativ zukunftssicher ausgebildet ist?
> PS: Die Frage ist tatsächlich ernsthaft gemeint.

Ernsthafte Antwort wäre, dass in dem Beruf und im Studium möglichst 
breite Grundlagen vermittelt werden sollten. Es bringt nichts, wenn 
zugunsten von Modeberufen eine Ausbildung zu sehr darauf zugeschnitten 
wird.

Wenn eine Ausbildung zu sehr auf etwas zugeschnitten wird, dann ist es 
immer betriebswirtschalftlich besser für ein Unternehmen mit neuen 
Mitarbeitern mit der neuen Modeausbildung eine neue Abteilung 
aufzumachen und alle anderen komplett (Vom Facharbeiter bis 
einschließlich der Ings/Ph/Masch/BChem/Inf/WiInf usw.) auf die Straße zu 
setzen.

Insgesamt ist so etwas volkswirtschaftlich betrachtet schlechter für ein 
Land, wenn der Arbeitsmarkt so abläuft.

von Wolfgang S. (wolfgang_s278)


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Schicke deinen Sohn in allen kommenden Ferien In ein (viele) Praktikum 
(Praktika).
Kein Praktikum länger als eine Woche, dann halt zu verschiedenen Firmen.

Dann aber auch in mindestens ein Praktikum mit Maschinenbau und ein 
Praktikum Elektrotechnik, in dem auch Ingenieure sind.

Dann wird er selbst die richtige Entscheidung treffen.

Umfangreiche Praktika wurden wohl bisher versäumt, oder?

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Peter schrieb:
> Nur: FOS heist das nirgendwo. FOS ist die Fachoberschule, die mit dem
> Abschluß besucht werden kann.

Bärbel Bas hat die Fachoberschulreife, wiki Bärbel Bas --->
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rbel_Bas#Leben_und_Beruf
Fachoberschulreife:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fachoberschulreife&redirect=no

: Bearbeitet durch User
von Reinhard S. (rezz)


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Wolfgang S. schrieb:
> Kein Praktikum länger als eine Woche

Aus Sicht des Zeitmangels nachvollziehbar, aber ob er so einen 
ordentlichen Einblick bekommt?

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Helene M. schrieb:
> 1.Thema Mädels. Vielleicht doch nicht zu unterschätzen. Wir leben sehr
> ländlich.
> ...
> naja, da macht man sich als Mutter dann doch so seine Gedanken :-)

Würde ich nicht so schlimm sehen. Ist bei mir schon Jahrzehnte her, aber 
als Student haben wir mit den Auszubildenden (damals noch Stifte und 
Lehrlinge :)) und den frischen Gesellen "konkurriert". Die hatten 
nämlich Geld! Und fahrbare Untersätze! Und geregelte Arbeitszeit! Und 
schicke Klamotten in der Freizeit! Die konnten anpacken! Machten was 
praktisches!

Das ist jetzt sehr verallgemeinert und klingt materialistischer als es 
soll. Aber als junger Bursche der was anständiges :) lernt und sich 
benehmen kann (da kommt die Mutter in Spiel :)) geht schon was.

> Im Ausbildungsbetrieb in der Werkstatt sind keine,

Wenn er nicht gerade im Mönchskloster arbeitet dann sind welche in 
anderen Teilen im Betrieb, in Nachbarbetrieben und Freizeit hat man 
auch.

> in der
> Berufschule bestimmt auch nicht sehr viele

Kommt auf die Berufsschule an. Wo ich aufgewachsen bin gab es ein 
zentrales Berufsbildungszentrum. Da wurden alle Berufe unterrichtet, 
auch die damals typischen Frauenberufe. Da soll einiges gegangen sein.

> Ich sehe die Ausbildung als eine
> Zwischenstation.

Was denn sonst? Niemand bleibt ewig Auszubildender. Also, ich habe viele 
Dauerstudenten gesehen aber nie einen Dauerauszubildenden.

> Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das für den Rest
> seines Lebens machen möchte - also auf unterster Ebene die Sachen
> zusammenbauen.

Nach dem ersten Ausbildungsjahr ist er schon nicht mehr auf der 
untersten Ebene. Es gibt auch so einige gestandene Altgesellen die 40 
Jahre ihren Beruf machen weil sie ihn lieben, und die nicht selten sehr 
gut verdienen.

In vielen Berufen reicht es mittlerweile Facharbeiter mit Erfahrung zu 
sein um sich selbstständig machen zu dürfen. Dann bist'e Chef, und 
verantwortlich.

> Und es ist vielleicht doch
> intensiver als einzig das Praktikum in der FOS.

Wenn das noch so ist wie vor ein paar Jahren dann wird die Ausbildung 
auf der FOS statt eines Praktikums anerkannt. Das verkürzt sie auf ein 
Jahr. Es gibt manchmal auch die Möglichkeit die FOS parallel zur 
Ausbildung zu machen. Dann ersetzt sie zum Teil die Berufsschule. Ist 
also keine komplette Doppelbelastung.

> Die Ausbildung ist für uns aktuell bequem, da er noch keinen
> Führerschein hat wäre sie einfacher zu händeln, als die FOS.

Egal. Auf dem Land ohne eine Möglichkeit rum zu kommen ist eine Qual. 
Zeit für ein Zweirad und intensive elterliche "Betreuung" bezüglich 
sicherem Verhaltens im Straßenverkehr. So schnell wie möglich einen AM 
oder A1 Führerschein, je nach Alter, und den B oder BE anfangen. Ein L 
oder später T kann auf dem Land auch ganz nützlich sein, hilft bei der 
persönlichen Mobilität aber nicht.

> Sein Zeugnis nach der 10. ist OK, aber natürlich nicht so berauschend
> wie das von Freunden die Mittelschule und dann den M-Zweig gemacht
> haben.

Da kräht nach der Ausbildung kein Hahn nach.

> Klar, werden andere im Dorf es wahrscheinlich
> so sehen, als hätte er das Gym nicht geschafft und hat deshalb
> abgebrochen.

"Der Bub lernt jetzt was anständiges. Und ihrer, noch immer so viele 
Probleme in Mathe?" :)

> Das muss ich, als stolze Mama auch einfach mal
> gesagt haben!

So, fußaufstampf! :)

> Kann sein, dass dieser Schritt von Personalern evtl. mal anders gesehen
> wird.

Nur wenn er scheitert und sich wiederholtes Abbrechen irgend wann mal 
wie ein roter Faden durch seinen Lebenslauf zieht. Ansonsten ist das 
nicht mal eine Jugendsünde.

> Kann sein, dass er sich auch mal über Vorgesetzte ärgert, die
> weniger Ahnung haben als er,

Das ist der Normalfall. Vorgesetzte sind dazu da dass man sich über sie 
ärgert.

> Ich hab meinem Sohnemann mal den Link hier zum Forum geschickt,

Der wird sich gefreut haben :)

Hey Sohnemann, hast'e gesehen? Ich habe oben geschrieben dass du einen 
fahrbaren Untersatz brauchst. Dank mir später :)

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Cha-woma M. schrieb:
> Ausserdem gibt`s von Mechatronikern
> mehr als genug!

Ne, ist ein "Regionaler Engpassberuf". "Regional" nur deshalb weil es in 
Sachsen-Anhalt keinen Mangel gibt, und man für Meck-Pom keine Zahlen 
hat, man also keine bundesweite Aussage machen kann:

https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Navigation/Footer/Top-Produkte/Fachkraefteengpassanalyse-Nav.html 
In der Zip-Datei für 2022:
>> 4.3.2 Mechatronik und Automatisie-
>> rungstechnik (Fachkräfte)
>>
>> In der Berufsgruppe Mechatronik und Automatisierungs-
>> technik waren 2022 in fast allen Ländern Engpässe festzu-
>> stellen (siehe Abbildung 3). Einzig in Sachsen-Anhalt ist die
>> Lage im Vergleich noch nicht ganz so angespannt. Für
>> Mecklenburg-Vorpommern liegen keine Angaben vor

In Österreich - wenn er dahin auswandern will - ist es ebenfalls ein 
Mangelberuf
https://www.migration.gv.at/de/formen-der-zuwanderung/dauerhafte-zuwanderung/bundesweite-mangelberufe/
>>>> 48. ElektromechanikerInnen

Oder wie wäre es mit Kanada?
https://www.destinationkanada.ca/kanada/gesuchte_berufe/index.html

Haufenweise Elektro- und Mechaniker-Berufe. Wobei die Kanadier nicht so 
sehr auf den Titel schauen, sondern auf die Tätigkeit
>>> Zur Erinnerung: Bei der Bestimmung des "richtigen" NOC sind die
>>> Berufstätigkeiten und -aufgaben wichtige als der Berufstitel.

: Bearbeitet durch User
von Bernd G. (Gast)


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Hannes J. schrieb:
> Aber als junger Bursche der was anständiges :) lernt und sich
> benehmen kann (da kommt die Mutter in Spiel :)) geht schon was.

Das liegt daran, dass junge Frauen in der Experimentierphase die 
Hazardeure cool finden und sich gerne mal von einem richtigen Handwerker 
mit Muckies bearbeiten lassen. Mit 30 wollen sie geheiratet werden, 
suchen dann aber etwas anderes, weil sie bei der Auswahl des 
Dauerpartners ihr Hirn einschalten.

Die, die mit 20 ihre Jugendliebe geheiratet haben, sind mit 30 durch und 
wollen dann auch was anderes, weil es ihnen zu langweilig wird. Dann 
suchen sie sich was nebenher und verlassen gfs sogar die Familie!

Mit spätestens 40 merken die dann, ob sie die richtige Entscheidung 
gefällt haben und tauschen ihren Alten gfs nochmal aus.

Allerdings gibt es dann nix mehr Gescheites auf dem Markt, weil die 
guten Männer alle weggeheiratet sind und bei den ehemaligen 
gutaussehnden und cabriofahrenden Fi...ern, die seinerzeit 5-10 Jahre 
älter und erfahrener waren, sich untenrum nicht mehr viel tut und sie so 
toll auch nicht mehr aussehen.

Spätestens ab 50 merkt Frau dann, dass sie nicht mehr gefragt ist und 
bei der Mama unseres TE dürften solche Erkenntnisse eine Rolle spielen!

von Georg M. (g_m)


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von Rbx (rcx)


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Helene M. schrieb:
> was würdet ihr zu folgender Situation sagen...
>
> Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium
> auch schaffen würde, möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen.

Käme drauf an..
Am besten mal Ideale und Realisierbarkeiten direkt vergleichen.
Das Abi bereitet eigentlich auf eine wissenschaftliche Ausbildung und 
Karriere hin. Viele Studenten zu meiner Studienzeit hatten sich auch bei 
Burschenschaften angeschlossen.
Aber viele Unis heutzutage sind völlig überlaufen und oberflächlich 
drauf.
Und wenn keiner mehr im Handwerk arbeitet, kann das ja auch nicht so 
dolle sein.

von Bernd G. (Gast)


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Rbx schrieb:
> Das Abi bereitet eigentlich auf eine wissenschaftliche Ausbildung und
> Karriere hin.

Sicher? Das Abitur bescheinigt derzeit rund jeder zweiten Person, 
allgemein hochschultauglich zu sein, was ich für lächerlich halte. 
Nehmen wir an, die würden alle Mathematik studieren, flögen 50% direkt 
nach dem 2.Semester raus und durch kämen keine 20%.

Seien wir mal ehrlich: ALLGEMEIN studientauglich sind bestenfalls 10% 
eines Jahrgangs.

von Rbx (rcx)


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Berni-Bär 🐼 schrieb:
> Sicher?

Ja, heißt ja auch nicht umsonst "allgemeine Hochschulreife". Man kann 
sich das als Schnittstelle zwischen Schule und Studium vorstellen.
Besser ist natürlich, wenn man schon als Kind Vorbelastungen hat, 
ähnlich wie bei der Musik oder beim Tischtennis.
Ist bei der E-Technik ganz genauso. Du hast möglicherweise gar keine 
Ahnung, wie so manche E-Technik-Studis bei schwierigen Schaltkreisen (?) 
ganz schön hilflos aussehen.
Dafür kann man natürlich andere Stärken haben/ausbauen. Das Leben ist 
halt oft viel komplexer als man so denkt ;)

von Joachim B. (jar)


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Berni-Bär 🐼 schrieb:
> Seien wir mal ehrlich: ALLGEMEIN studientauglich sind bestenfalls 10%
> eines Jahrgangs.

bin ganz bei dir, ich schätze man kann auch 12% sagen, soviele kamen bei 
meiniger RFS Techniker Ausbildung durch und soviele auch im Studium.
Die 50% Abiquote ist doch Irrsinn wenn gestandene Studenten nach 
Klausurräume fragen, aber nicht wissen in welchem Gebäude!

Zuerst lernen (Ausbildung) dann Studium ist nicht verkehrt, da haben die 
Menschlein Zeit zum Reifen, mit nur Studium haben sie nichts gelernt nur 
studiert :-)))
Sieht man ja am allgemeinen Fachkräftemangel in der Politik.

von Marci W. (marci_w)


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Manfred P. schrieb:

> weil die hoch gebildeten Lehrlinge trotz Abitur aus Länge mal Breite
> keine Fläche mehr rechnen können.
Mit Verlaub, aber das ist Quatsch! Und warum, um alles in der Welt, 
sollte jemand OHNE Abitur MEHR Fähigkeiten aus der Schule mitnehmen als 
der Abiturient. Dann wäre ja mehr Unterricht sogar schädlich für die 
Bildung!

Oh Mann, so langsam reg ich mich auf...

Manfred P. schrieb:
> Anders gesagt: Es wird jede Menge Zeug gelEErt, was keinerlei Nutzen hat

Da du gerade den Geschichtsunterricht (der mir übrigens auch keinerlei 
Freude bereitet hat, mal vorsichtig ausgedrückt) so durch den Dreck 
ziehst:
In diesem beschissenen, überflüssigen Unterricht lernt man unter anderem 
auch über die Ereignisse in der Zeit von 1933 bis 1945.
Denk mal darüber nach!

Manfred, auch wenn es nicht in Dein Weltbild passt: die Schule ist keine 
Lernfabrik, in der die Leute nur das zu lernen haben, was später 
"nützlich" sein könnte. Schule soll die Schüler eine allgemeine Bildung 
(nennt sich "Allgemeinbildung") vermitteln, und keine hirnlosen 
Arbeitsknechte züchten!

Ich denke, das war jetzt deutlich genug.

ciao

Marci

von Marci W. (marci_w)


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Cha-woma M. schrieb:
> Das Problem am Geschichtsunterrichts in D-land ist:
> Er hört mit dem Jahr 1945 auf!

Ach was!? Dann habe ich in der Schule im Geschichtsunterricht wohl oft 
geträumt...

ciao

Marci

von Manfred P. (pruckelfred)


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Marci W. schrieb:
>> weil die hoch gebildeten Lehrlinge trotz Abitur aus Länge mal Breite
>> keine Fläche mehr rechnen können.
> Mit Verlaub, aber das ist Quatsch! Und warum, um alles in der Welt,
> sollte jemand OHNE Abitur MEHR Fähigkeiten aus der Schule mitnehmen als
> der Abiturient.
>
> Oh Mann, so langsam reg ich mich auf...

Das ist bei Deiner Lesefähigkeit nicht abwegig. Ich schrieb nicht 
wegen Abitur, sondern trotz Abitur.

> Manfred P. schrieb:
>> Anders gesagt: Es wird jede Menge Zeug gelEErt, was keinerlei Nutzen hat
>
> Da du gerade den Geschichtsunterricht (der mir übrigens auch keinerlei
> Freude bereitet hat, mal vorsichtig ausgedrückt) so durch den Dreck
> ziehst:

Erneut unterstellst Du mir etwas, was ich nicht gesagt habe, ich "ziehe 
nichts durch den Dreck". Ich habe lediglich gesagt, dass er keinen 
praktischen Nutzen hat.

> In diesem beschissenen, überflüssigen Unterricht lernt man unter anderem
> auch über die Ereignisse in der Zeit von 1933 bis 1945.
> Denk mal darüber nach!

Genau diese Diskussion brauchen wir hier nicht und sie war auch nicht 
Bestandteil meines Beitrages.

von Marci W. (marci_w)


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Manfred P. schrieb:
> Ich schrieb nicht
> wegen Abitur, sondern trotz Abitur.

Ist dennoch Quatsch, denn jemand, der z.B. eine vollständige 
Kurvendiskussion durchführen und auch einfache Gleichungen integrieren 
kann wird wohl auch die Fläche eines Rechtecks berechnen können. ;-)

Aber evtl. bin ich jetzt Korinthenkacker und Du hast das Beispiel 
exemplarisch und dramatisiert gewählt. Dann sorry...

ciao

Marci

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Marci W. schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>> Das Problem am Geschichtsunterrichts in D-land ist:
>> Er hört mit dem Jahr 1945 auf!
>
> Ach was!? Dann habe ich in der Schule im Geschichtsunterricht wohl oft
> geträumt...
Na dann lass mal hören:
Warum die Russen Afghanistan besetzt haben.
Warum Filbinger vom Amt des MP des Bundeslandes BW zurücktrat.
Warum Ronald Regan Gadaffi im April 1986 bombadieren ließ.
Warum der 11. Mai 1952 in D-land total total unbekannt ist.
https://www.lokalkompass.de/essen-nord/c-politik/vor-70-jahren-kampf-gegen-die-wiederbewaffnung-deutschlands_a1728547
....
Oder warum es im Falklandkrieg ging.
Hoffenlich biste da besser als es deine Altersgenossen in dem  Kommentar 
erahnen läßt!
https://www.welt.de/geschichte/article250222216/Lawinenkatastrophe-von-Galtuer-300-000-Tonnen-weisser-Tod-stuerzten-auf-das-Dorf.html?source=puerto-reco-2_ABC-V37.1.B_test#Comments

Einer der Kommentare:

"
Margret H.
vor 2 Tagen
 Ich finde es dankenswert, wenn "Welt-Geschichte" auch die jüngere 
Vergangenheit,  an die sich  Ü 60  noch erinnern können, mal 
thematisiert (besser vielleicht auch noch mit Querverweisen oder alten 
"links").
Ich kam mit um die 30-jährigen mal in Diskussion um den "globalen 
Süden", Südamerika, Argetinien; Und als ich vom "Falklandkrieg" 
erzählte, wusste keiner davon.
Vielleicht ist die jüngere Geschichte doch wirkmächtiger als die von 
"anno tobak".
"

Soviel zum aktuellen Geschichtswissen!

Globaler Süden!
Den kennt ihr, aber was dort passierte, davon habt ihr doch 0,nix 
Ahnung!

: Bearbeitet durch User
von Steve van de Grens (roehrmond)


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Berni-Bär 🐼 schrieb:
> Spätestens ab 50 merkt Frau dann, dass sie nicht mehr gefragt ist

Wow! Kommt die Geschichte aus deinem Leben, oder aus dem Fernseher?

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Hannes J. schrieb:
> Ne, ist ein "Regionaler Engpassberuf". "Regional" nur deshalb weil es in
> Sachsen-Anhalt keinen Mangel gibt, und man für Meck-Pom keine Zahlen
> hat, man also keine bundesweite Aussage machen kann:

Die Grenze wo der Mangel beginnt ist 2,9999999999 Bewerber auf eine 
Stelle.

von Frank O. (frank_o)


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Sebbl M. schrieb:
> Und wie gesagt, geht auch
> nach dem Abi.

Wir haben aktuell einen Auszubildenden, der Abitur hat. Es wird wohl so 
sein, dass er danach noch studiert.
Ich bin, wenn man so will, Mechatroniker und das schon lange vor der 
Erfindung dieses Berufes.
Egal was jemand macht, diese technische Ausbildung ist wie ein zweites 
Gehalt.
Ich habe mir immer sehr viel mehr leisten können als andere. Einzig 
wegen der Fähigkeiten sehr viel selbst machen zu können.
Wenn ich heute diesen Auszubildenen sehe, ein cleverer Junge und ich mag 
den, dann sehe ich aber, dass vieles was mir selbstverständlich 
erscheint, erstmal gelernt werden muss.
Abitur sollte der Sohn auf jeden Fall zu Ende machen. Danach ist das 
alles immer sehr schwer.
Mein Vater wollte nicht, dass ich weiter zur Schule gehe und danach 
wollte ich das nachholen. Es kamen immer wieder Umstände dazwischen, 
meist nicht beeinflussbar, die das verhindert haben.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Frank O. schrieb:
> Abitur sollte der Sohn auf jeden Fall zu Ende machen. Danach ist das
> alles immer sehr schwer.
> Mein Vater wollte nicht, dass ich weiter zur Schule gehe und danach
> wollte ich das nachholen. Es kamen immer wieder Umstände dazwischen,
> meist nicht beeinflussbar, die das verhindert haben.

Ich mag mich eigentlich nicht einmischen, muss aber Frank O. bezüglich 
eines nachgeholten Abiturs zustimmen. Obwohl es von der Zeitdauer 
einerlei ist, ob zunächst die Schule mit Abitur abgeschlossen und dann 
die Ausbildung absolviert wird oder ob die Ausbildung vorgezogen und das 
Abitur nachgeholt wird: Letzterer Weg scheitert sehr oft (an gestiegenen 
monetären Ansprüchen, die man nicht mehr missen möchte?). Und 
Alternativen wie Abendschule sind knallhart, das muss man trotz des 
jungen Alters erstmal durchhalten nach einem vollen Arbeitstag.

von Frederic S. (frederics)


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Ich kann jedem der die Chance dazu hat Fachabitur oder Abitur am 
technischen Gymnasium zu machen nur empfehlen das zu machen, da 
inzwischen auch viele Handwerksbetriebe gerne Abitur oder Fachabitur 
sehen wollen und die (kognitiven) Anforderungen auch im Handwerk stetig 
steigen.
Mit (Fach)Abitur stehen ihm alle Möglichkeiten offen. Z.B nach der 
Ausbildung oder falls er die Ausbildung abbricht zu studieren oder ein 
duales Studium zu beginnen.

Man kann auch zu Schulzeiten Praktika oder kleine Jobs machen und 
Erfahrungen sammeln.

Am Technischen Gynasium liegt der Fokus klar auf technischen Fächern, in 
Deutsch Englisch Religion geht es viel entspannter zu als am Gymnasium. 
Musik und Kunst gab es bei uns gar nicht.
Das macht die Schule für viele naturwissenschaftlichen/ Technisch 
interessierte wesentlich angenehmer.

Aber wenn er absoulut kein Fachabitur sondern erstmal eine Ausbildung 
machen will würde ich ihn machen lassen, er sollte sich aber bewußt sein 
dass er sich damit einschränkt für die Zukunft (auch finanziell) und mit 
einiger Anstrengung verbunden ist Abitur nachzuholen um z.B. zu 
studieren.

von Georg M. (g_m)


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Statistik (2017)

Im Studium befindlicher Bevölkerungsanteil:
USA: 6,0 %
BRD: 3,4 %

https://de.wikipedia.org/wiki/Tertiärer_Bildungsbereich_in_den_Vereinigten_Staaten

von Uwe B. (uwebre)


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Georg M. schrieb:
> Statistik (2017)
>
> Im Studium befindlicher Bevölkerungsanteil:
> USA: 6,0 %
> BRD: 3,4 %
>

Naja, was bei uns eine Buchhalterlehre ist bei den Amis schon gleich ein 
Studium. Der Rest der arbeitenden Bevölkerung schafft praktisch 
angelernt.
So etwas wie unsere duale Ausbildung gibt es dort nicht, man beneidet 
uns darum.

Den Bildungsstand des allgemeinen Bürgers der USA mag ich nicht 
besonders hoch einschätzen wenn ich daran denke daß der tatsächlich 
einen boshaften Clown ein zweites mal zum Chef wählen möchte...

Uwe

von Rainer Z. (mrpeak)


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Helene M. schrieb:
> Euer Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht und das Gymnasium
> auch schaffen würde, möchte gerne die Schule abbrechen und eine
> Ausbildung als Mechatroniker beginnen.

Ich würde ihm Justus-Memes zeigen und ihn dann nach denen mit 
Mechatronikern fragen.

von Bernd G. (Gast)


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Frederic S. schrieb:
> Ich kann jedem der die Chance dazu hat Fachabitur oder Abitur am
> technischen Gymnasium zu machen nur empfehlen das zu machen, da
> inzwischen auch viele Handwerksbetriebe gerne Abitur oder Fachabitur
> sehen wollen u

Aber das hat doch seine Ursache in dem immer schlechter werdenden 
Abtitur!

Würden nur die obersten 30% ein Abi haben und die nächsten 30% die 
Realschule, dann wäre die auch wieder etwas wert! Dann hätten die untern 
30% die HS und nur 10% nichts.

Dann wäre der Unterricht am Gymnasimum wieder anspruchsvoller und die 
Realschule zu 50% mit Scheingymnasiasten besetzt, gleichzeitig wären die 
HS wieder weiter unten. Auch da wäre da Nieveuu wieder höher und die 
schlechten würden nicht den Unterricht herunterbremsen, sodass alle 
einen Nachteil haben.

Heute muss der Handwerksmeister zwanghaft einen Abiturienten nehmen, um 
nicht Ausschuss zu bekommen. Wer knapp auf der Realschule landet, hat 
die A-Karte, weil er automatisch zu der untern 50%-Gruppe gehört und 
dann runtergezogen wird.

von Joachim B. (jar)


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Berni-Bär 🐼 schrieb:
> Aber das hat doch seine Ursache in dem immer schlechter werdenden
> Abtitur!

verwirre doch nicht mit Fakten!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Frederic S. schrieb:
> Ich kann jedem der die Chance dazu hat Fachabitur oder Abitur am
> technischen Gymnasium zu machen nur empfehlen das zu machen,
Mein Eindruck vom technischen Gymnasium ist nicht so toll.
> da
> inzwischen auch viele Handwerksbetriebe gerne Abitur oder Fachabitur
> sehen wollen
Vorallem sind die Azubis schon Ü18 -> Jugendarbeitsschutzgesetz ist für 
die nicht mehr relevant.
> und die (kognitiven) Anforderungen auch im Handwerk stetig
> steigen.
Ja davon träumen die Chefs im Handwerk, fachlich schon gut 
vorqualifiziertes Personal das man für 3,5 Jahre zum Lehrlingsgehalt 
"ausbaiten" kann!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Joachim B. schrieb:
> Berni-Bär 🐼 schrieb:
>> Aber das hat doch seine Ursache in dem immer schlechter werdenden
>> Abtitur!
>
> verwirre doch nicht mit Fakten!

Das Abitur wird doch immer besser. Fast 50% eines Abiturjahrgangs hat 
eine 1,XX als Notenschnitt!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> So etwas wie unsere duale Ausbildung gibt es dort nicht,
Sowas wie die duale Ausbildung ist ein absoluter Sonderweg weltweit 
gesehen.
> man beneidet
> uns darum.
Nachmachen will es aber trotzdem keiner, und das hat seine Gründe!

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Uwe B. schrieb:
> So etwas wie unsere duale Ausbildung gibt es dort nicht, man beneidet
> uns darum.

Das trifft den Kern. Wenn man in einer Union ist, dann wäre das 
berufsschulädequate Addon zum Certified Handwerker ein mit der Uni 
organisierte Bachelor-Studium.

von Uwe B. (uwebre)


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Cha-woma M. schrieb:
> Nachmachen will es aber trotzdem keiner, und das hat seine Gründe!

Die da wären?

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>> Nachmachen will es aber trotzdem keiner, und das hat seine Gründe!
>
> Die da wären?
z.B.:
- zu lange Ausbildungszeiten,
- veraltete Lehrinhalte,
- bürokratische Strukturen,
- anlern-Berufe kommen in der dualen Ausbildung nicht vor,
- lebenslange berufliche Weiterbildung fehlt ganz,
- Berufsfeldwechsel nicht vorgesehen,
- Ausbildung am Arbeitsmarktbedarf vorbei --> Arbeitskräfte 
Fehlallokation
.....

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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In der Schule lernt man nicht mit Geld umzugehen.
Da helfen auch keine Börsen-Planspiele.
Man kriegt es ja vom Staat.

von Uwe B. (uwebre)


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Cha-woma M. schrieb:
>> Die da wären?
> z.B.:
> - zu lange Ausbildungszeiten,

Es sind vielfältige Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. 
Entsprechend lange dauert die Ausbildung. Weniger anspruchsvolle 
Ausbildungen sind z.B. in 2 Jahren durch. Auch besteht die Möglichkkeit 
durch Vorkenntnisse oder besondere Leistung zu verkürzen.

> - veraltete Lehrinhalte,

So schnell veralten die Lehrinhalte nicht. Es hängt natürlich 
insbesondere vom Ausbildungsbetrieb ab. Teilweise bieten Betriebe auch 
ergänzenden Theorieunterricht an.
Brösels Werner bei Meister Röhrich ist möglicherweise nicht ganz 
vorne...

> - bürokratische Strukturen,

Wo findest du die?

> - anlern-Berufe kommen in der dualen Ausbildung nicht vor,

Ist ja auch nicht der Sinn der dualen Ausbildung. Niemand wird 
gezwungen. Die Schulpflicht endet mit der Volljährigkeit. Auch 
"Ungelernte" gehen solange - eher ungerne - zur Berufsschule.

> - lebenslange berufliche Weiterbildung fehlt ganz,

Wie soll die duale Ausbildung das leisten? Weiterbildung ist eine 
persönliche Veranstaltung, wünschenswerterweise durch den Arbeitgeber 
gefördert. Es soll auch Ingenieure geben die auf Weiterbildung 
verzichten.
Schulpflicht bis zur Rente?

> - Berufsfeldwechsel nicht vorgesehen,

Auch dafür ist jeder selbst verantwortlich. Ob man sich selbst eine neue 
Profession erarbeitet oder weitere Ausbildungen macht, Jeder wie er mag.

> - Ausbildung am Arbeitsmarktbedarf vorbei --> Arbeitskräfte
> Fehlallokation

Auch hier wieder. Man sollte um die Zukunft wissen bevor man einen 
Ausbildungsvertrag im Bergbau unterschreibt.

Der andere Weg wäre die Planwirtschaft, nicht unbedingt ein 
Erfolgsmodell, aber bequem...

Die Duale Ausbildung ist ein wichtiger Pfeiler unserer Sozialen 
Marktwirtschaft, maßgeblich verantwortlich für unseren Wohlstand, 
besonders dessen (einigermaßen) breiten Verteilung.

https://d-nb.info/1075145236/34

Uwe

von Peter (wokinloksar)


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Cha-woma M. schrieb:
> Peter schrieb:
>> Nur: FOS heist das nirgendwo. FOS ist die Fachoberschule, die mit dem
>> Abschluß besucht werden kann.
>
> Bärbel Bas hat die Fachoberschulreife, wiki Bärbel Bas --->
> https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%A4rbel_Bas#Leben_und_Beruf
> Fachoberschulreife:
> https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fachoberschulreife&redirect=no

Und? Merkst Du was?
Dein Wiki-Link ist ein Redirekt auf den vor mir bereits geposteten Link.
Da gibt es nirgendwo einen Abschluss namens FOS.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Peter schrieb:
> Dein Wiki-Link ist ein Redirekt auf den vor mir bereits geposteten Link.

Wo ist dein Link?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Ganz so einfach ist das nicht.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> Die Duale Ausbildung ist ein wichtiger Pfeiler unserer Sozialen
> Marktwirtschaft, maßgeblich verantwortlich für unseren Wohlstand,
> besonders dessen (einigermaßen) breiten Verteilung.

Jo, lass das aber mal die Bettina Stark-Watzinger wissen.
Die lassen jetzt alles rein, was irgendein Stück Papier hat mit dem sie 
irgendeine berufliche Qualifikation nachweisen können.

https://www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/tdw/neue-regeln-fuer-die-fachkraefteeinwanderung--114292

: Bearbeitet durch User
von Max (bit8)


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Cha-woma M. schrieb:
> Die lassen jetzt alles rein, was irgendein Stück Papier hat mit dem sie
> irgendeine berufliche Qualifikation nachweisen können.

Das stimmt, war neulich beim Zahnarzt, die Deutschkenntnisse, brauchen 
wir nicht darüber zu sprechen. Das andere ging gar nicht. Sorry ne da 
gehe ich nicht hin.

Cha-woma M. schrieb:
> Uwe B. schrieb:
>> Die Duale Ausbildung ist ein wichtiger Pfeiler unserer Sozialen
>> Marktwirtschaft, maßgeblich verantwortlich für unseren Wohlstand,
>> besonders dessen (einigermaßen) breiten Verteilung.

Das mag ja sein, aber wenn ich Abitur habe brauch ich den anderen nicht 
die Lehrstelle klauen, sondern habe eine entsprechende Ausbildung 
anzutreten.
Ich setz mich doch auch nicht in ein Porsche und fahre nur 50 km/h auf 
der Autobahn...

https://youtu.be/zBKP7CPD42Q

Finde ich nicht verkehrt, man könnte erst Maschinenbau studieren, dann 
E-Technik, dann Physik, dann Mechatronik, dann Informatik. Und am Ende 
wird es dann Maschinenbauinformatik an der WBH.

Dann habe ich ADS und schaffe keine 43h week und bekomme jeden 20h Job.

Hat jemand von euch Machetronik studiert auch PhD?

Hall!?oo?!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Max schrieb:
> Das mag ja sein, aber wenn ich Abitur habe brauch ich den anderen nicht
> die Lehrstelle klauen, sondern habe eine entsprechende Ausbildung
> anzutreten.
So denke ich zum Teil auch, aber hehre Ansichten pflege ich nicht mehr:
Das war schon vor 40 Jahren so, dass mit Abitur genügend Leute in die 
Industrie gingen (Industriekaufmann) oder zu Banken oder Versicherungen 
um dort den Kaufmann zu machen.
Etliche haben nach der Ausbildung noch ein Studium aufgenommen.
Beim "Bund" hab ich dann noch eine spezifische "Spezies" von Abiturenten 
kennengelernt und beruflich ihr Gegenstück die "Zivis" . (s.U.)
N.B.:
Neuerdings gibt`s ja auch Personen die nach einer "Erst"-Ausbildung 
nochmal eine Berufsausbildung dran setzen. Z.B nach den 
Einzelhandelskaufmann noch eine Ausbildung zum Industriekaufmann.
> Ich setz mich doch auch nicht in ein Porsche und fahre nur 50 km/h auf
> der Autobahn...
Das sollte man alle Eltern fragen die ihre Kinder auf`s Gymie schicken.
Vorallem diejenigen Eltern die ihren Kindern nach dem Abi kein Studium 
finanzieren können.
Zumeist ist es  halt ein "Status"-Fetisch bei den "städtischen" Bürger 
das ihr Nachwuchs auf`s Gymie geht. Da sind die Kinder von den 
Handwerksmeister dann aber auch keine Ausnahme. Die Kinder von denen 
gehen aufs Gymie um dann im Anschluß "auf" Lehramt zu studieren. 
Ziemlich schräg ist dann das  Gejammere der HWK-Innung wg. der 
ungewissen Nachfolgeregelung in den Handwerksbetrieben.

Meine pers. Berührungspunkte "mit denen vom Gymie" waren bis zum Bund 
und Studium nur der gemeinsame Konfirmandenunterricht (Der Pfarrer hat 
sich dabei nur mit den vom Gymie und Realschule abgegeben, der Rest war 
halt der "Rest"). Danach noch in der  9.Klasse Hauptschule die 
"Rückkehrer" die den Weg Grundschule --> Gymie --> Realschule --> 
Hauptschule gingen. 3 Stück waren dann im meiner Klasse, erstaunt war 
ich von deren "Vorwissen". Das war nämlich recht "dürftig"!
Dazwischen waren dann fast 5 Jahre bis ich dann mit der Krönung des 
"teutschen" Bildungswesen, den "Abiturenten" wieder zusammen kam. Der 
Bund_W15 lies hier die Wege kreuzen. Die "Bildungselite" stellte sich 
als schlapp, antriebslos, weinerlich, psychisch instabil, kurzatmig, 
tapsig, kindisch ,.... heraus. Geistig überfordert und  physisch zuhauf 
kolabieren. Was aber auffiel wie "Die vom Gymie" aus der näheren 
Umgebung auf komode Posten in der Schreibstube oder als Fahrer 
unterkamen. Eine weitere Gruppe  machte 2 oder 4 Jahre SaZ um dann 
"elternunabhäniges" Bafög oder gleich mal Kohle auf die Pranke zu 
bekommen. Ein 24 jähriger Beamter vom Zoll (ja wurden auch geholt dank 
H._Kohl) der  in die Schreibstube kam (bei vollen Beamtenbezügen als 
Wehrpflichtiger). Dann noch eine Gruppe vom Gymie die keine SaZ wurden 
(weil einfach zublöd oder auffällig) aber den ROA-Lehrgang "Freiwillig" 
machten. Denen war gemeinsam das sie alle nach dem "Bund"  eine 
"Ausbildung" bei einer staatlichen Einrichtungen (AOK, Gemeideveraltung, 
etc) zum Verwaltungsfachangestellten machten. Mit Abi bekammen die eine 
"Lehrzeitverkürzung" und zusätzlich für den ROA-Lehrgang auch eine. Dies 
war offenbar noch nicht genug, deshalb konnten die den Wehrdienst um 3 
Monate zusätzlich  verkürzen wegen "Ausbildungsbeginn" im Juli 19xx. 
Einen hab ich dann 3 Monate später im Studium an der FH wieder 
getroffen, in den drei Monaten hat der halt dann einen Ferienjob 
gemacht.
Neben den  freiwilligen ROA`s habe noch etlich andere W12 statt W15 
gedient. Der Zollbeamte und Neffen von Unternehmer sind dann auch 3 
Monate "früher" ausgeschieden.
Unter den 2 SaZ war auch der Sohn des Pfarres der mich konfermiert hat. 
Der  konnte mit 2 Jahren  SaZ + Verpflichtung als Reserve-Militärarzt 
den Medizinstudium-NC umgehen und zusätzlich elternunabhängiges Bafög 
erhalten.
Die Kniffe wie  Zivis sich einen schlanken Fuss machen konnte hab ich 
dann später als Krankheitsvertretung der tech. Leitung eines 
Krankenhauses erlebt.
Die Zivis konnten sich die Zeit des Zivildienstes auf die 
Ausbildungszeit zum Krankenpfleger anrechnen lassen, 
+Dienstzeitverkürzung wg. Ausbildungsantritt im August. Alternativ 
konnte durch den Zivi-Dienst aber auch der NC-Notenschnitt wg. Wartezeit 
verbessert werden.
Da so ein Zivi nur 15h/Woche Dienstpflichtig war, war das eine wie das 
andere für die meisten garned mal so "übel"!

Fazit:
Abi am Gymie machen zu 50% nur Kinder aus den Netzwerken 
"Friends&Family", denen im Anschuß auch immer wieder  geholfen wird!

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Cha-woma M. schrieb:
> Abi am Gymie machen zu 50% nur Kinder aus den Netzwerken
> "Friends&Family", denen im Anschuß auch immer wieder  geholfen wird!

Bei uns flattern auch ständig "Nachhilfe"-Werbung-Zettel ins Postfach. 
Man könnte das fast schon aggressive Werbung nennen. Also wenn die 
eigentliche "Schule" in der Nachhilfe stattfindet.
Dabei sind die Bücher selber, mit denen die Kinder arbeiten gar nicht so 
schlecht.
Was denen tatsächlich öfter fehlt, das ist die Übung.

Man könnte den Kindern empfehlen, zum Fernsehen zu gehen. Dort sendet 
man zwar keine Vielfalt mehr, aber jede Menge Geld für teure 
Herumgehype-Produktionen oder noch eine, und noch eine, und noch eine 
neue Tatort-Variante scheint ja vorhanden zu sein.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Rbx schrieb:
> aber jede Menge Geld für noch eine, und noch eine, und noch eine
> neue Tatort-Variante scheint ja vorhanden zu sein.

Tatorte sind keine teuren aufwändigen Produktionen. Das ist eher eine 
billigere Variante vom Theater (wo viele Alte übrigens nicht mehr hin 
gehen können) und für Leute, denen das Lesen zu anstrengend geworden 
ist.

Vergiss nicht, dass die Bevölkerung jetzt rasant älter wird. Die älteren 
bezahlen freiwillig für Unterhaltung in den öffentlich rechtlichen 
Medien.

Ihr jüngeren habt TikTok, Netflix und co.

: Bearbeitet durch User
von Uwe B. (uwebre)


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Cha-woma M. schrieb:

> [Unfassbaren Mist]

Solche Reden habe ich zuletzt vor über 40 Jahren in der Dorfkneipe 
gehört.
Die Dorfkneipe und die Redner hat längst das Zeitliche gesegnet. Gut so.

Kommt man mit dieser Weltsicht eigentlich ohne Psychopharmaka klar? 
Welche Drogen helfen? Damals gab es Weizenkorn, tut der es heute noch? 
Gibt ja viel mehr zu bedenken, in den modernen Blasen.

Iwe

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> Kommt man mit dieser Weltsicht eigentlich ohne Psychopharmaka klar?
> Welche Drogen helfen? Damals gab es Weizenkorn, tut der es heute noch?
> Gibt ja viel mehr zu bedenken, in den modernen Blasen.

Ganz einfach:
"Mit Humor und Gemütlichkeit .....!"

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Uwe B. schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>
>> [Unfassbaren Mist]
>
> Solche Reden habe ich zuletzt vor über 40 Jahren in der Dorfkneipe
> gehört.

Ich habe ca. 40 Jahre dazugelernt seit ich die die Schule verließ, und 
die hehren Ansichten  mit denen ich indoktriniert wurde auf ihren waren 
Kern reduzieren können.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Uwe B. schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>
>> [Unfassbaren Mist]
>
> Solche Reden habe ich zuletzt vor über 40 Jahren in der Dorfkneipe
> gehört.
> Die Dorfkneipe und die Redner hat längst das Zeitliche gesegnet. Gut so.

dafür ist heutiges Influencer-Geschwurbel viel weitreichender.
also nur die 20 People im Saufraum.

Also ich hätte die Dorfkneipe gerne wieder.

von Uwe B. (uwebre)


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Rbx schrieb:
> Man könnte den Kindern empfehlen, zum Fernsehen zu gehen. Dort sendet
> man zwar keine Vielfalt mehr,

Ganz anders als damals, also in der "guten alten Zeit", mit dem Ersten, 
dem Zweiten und einem verrauschten Dritten (nur wenn es nicht regnete). 
Ich erinnere mich an die Vielfalt, besonders auch an die Testbilder und 
das unterhaltsame Rauschen mit dem man auf dem Sofa aufwachte wenn die 
Sender abgeschaltet waren.

Es ist schon ein Elend mit diesen modernen Zeiten

Uwe

von Rbx (rcx)


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Uwe B. schrieb:
> besonders auch an die Testbilder

Zum Fernsehen neu einstellen und kalibrieren, waren die schon sehr 
nützlich.

Verrauscht waren doch vor allem die Weltempfänger.

Dass die privaten Sender ihre Berechtigung haben, hatten sie bewiesen. 
Ob man einen brauchbaren Film wirklich in Ruhe da ansehen kann, hängt 
davon ab, wie man mit den Werbeunterbrechungen klarkommt.
Star Wars High Fidelity (auch beim Samplen) hatte ich mit 
Fernsehaufnahmen, obwohl ich die Kaufkassetten auch habe.
Der Kinobesuch war so eine Sache, wenn man öfter auf die Toilette 
musste.

von Udo S. (urschmitt)


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Rbx schrieb:
> Man könnte den Kindern empfehlen, zum Fernsehen zu gehen. Dort sendet
> man zwar keine Vielfalt mehr

Erkläre doch bitte mal wann mehr Vielfalt war. Was genau war das. Welche 
Art von Programmen und Sendungen vermisst du?
Oder wo (in der Welt) wird bessere Vielfalt gesendet, und von welchen 
Sendern.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Udo S. schrieb:
> Erkläre doch bitte mal wann mehr Vielfalt war.

Das ZDF-Magazin, das mit dem Oszilloskop-Vorspann war ein Muss

https://www.youtube.com/watch?v=RfiVZbVj8VM

oder das hier:

https://www.youtube.com/watch?v=Yzyj9DJpH6w

Weltspiegel

: Bearbeitet durch User
von Walter S. (avatar)


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Cha-woma M. schrieb:
> Das Problem am Geschichtsunterrichts in D-land ist:
> Er hört mit dem Jahr 1945 auf!

das war vielleicht zu deiner Zeit so, das war schon zu meiner Zeit in 
den 70ern anders und heutzutage fängt z.B. an der FOS in Bayern der 
Geschichtsunterricht erst mit 1945 an

Beitrag #7617636 wurde vom Autor gelöscht.
von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Walter S. schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>> Das Problem am Geschichtsunterrichts in D-land ist:
>> Er hört mit dem Jahr 1945 auf!
>
> das war vielleicht zu deiner Zeit so

Die sich wahrscheinlich mit meiner Zeit gut deckt.

Dafür wurde dann im Fach Geographie die UDSSR durchgeochst bis zum 
Get-No.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Heute bin ich darüber froh, weil der Beruf des Radio- und
> Fernsehtechnikers ausgestorben ist. Den Mechatronikern
> könnte es ähnlich ergehen.

Ich hab uebrigens letzte Woche noch so gedacht das wir den
Radio und Fernsehtechniker wieder einfuehren muessen. Klar,
braucht natuerlich heute einen neuen Namen, aber wir erinnern
uns? Geraete sollen doch wieder vermehrt repariert werden
und dazu wird man Fachkraefte brauchen die mindestens auf
dem Level des alten Radio und Fernsehtechniker sind, also
Schaltungen lesen koennen, SMD loeten usw.

Vanye

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> https://www.youtube.com/watch?v=Yzyj9DJpH6w
>
> Weltspiegel

HeheHe, und im Vorspann kommt die Werbung von knusper.de wo der 
Schlachter das Messer wetzt!!!!!
Johhhhhh!!!!!!
Da wird das linksgrüne woke Bildungsbürgertum von Berlin-Mitte &Co. auf 
den Straßen mega Tolerant hüpfen!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Walter S. schrieb:
> das war vielleicht zu deiner Zeit so, das war schon zu meiner Zeit in
> den 70ern anders und heutzutage fängt z.B. an der FOS in Bayern der
> Geschichtsunterricht erst mit 1945 an

70´ziger?????
was wilst du Ur-Opa in einen Tech-Forum eigentlich?
Geh mit deinen Urenkel in den Park zum Spielen.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Walter S. schrieb:
> das war vielleicht zu deiner Zeit so, das war schon zu meiner Zeit in
> den 70ern anders und heutzutage fängt z.B. an der FOS in Bayern der
> Geschichtsunterricht erst mit 1945 an

70´ziger?????
Was wilst du Ur-Opa in einen Tech-Forum eigentlich?
Geh mit deinen Urenkel in den Park zum Spielen.

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Vanye R. schrieb:
> Geraete sollen doch wieder vermehrt repariert werden
> und dazu wird man Fachkraefte brauchen

das wird nicht passieren.
Denn wie üblich wird im Gesetz ein wischiwschi-Zeugs stehen.
Im Sinne von "müssen reparierbar sein"

Das ist es alles heute auch schon, nur künstlich verteuert.

wenn man WIRKLICH was einsparen wollte, müssten alle Geräte-Arten
gleich aufgebaut sein.

wie viele Designs bei Gehäusen von Steckernetzteilen gibt es eigentlich?
kommen wir da mit 2Tausend aus?

: Bearbeitet durch User
von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Vanye R. schrieb:
>> Heute bin ich darüber froh, weil der Beruf des Radio- und
>> Fernsehtechnikers ausgestorben ist. Den Mechatronikern
>> könnte es ähnlich ergehen.
Wozu solche Leute. R+F- Techniker noch zu gegebrauchen sind ,kann ich 
sagen:
Die sitzen in Amtsstuben des ÖD rum, sind Verkäufer im Mediamarkt, 
werkeln im Kabelbau oder sind  über F&F-Netzwerk untergekommen.
> Ich hab uebrigens letzte Woche noch so gedacht das wir den
> Radio und Fernsehtechniker wieder einfuehren muessen. Klar,
> braucht natuerlich heute einen neuen Namen, aber wir erinnern
> uns?
1999 wurde diese Berufsbezeichnung abgeschafft. Der Nachfolgeberuf ist 
der des/der Informationselektronikerin.
> Geraete sollen doch wieder vermehrt repariert werden
Das sind Leute die gerne darüber reden, im echten Leben verhalten sie 
sich dann ganz anders. Dann läufts ab "in die Tonne" oder bestenfalls ab 
zum Wertstoffhof.
> und dazu wird man Fachkraefte brauchen die mindestens auf
> dem Level des alten Radio und Fernsehtechniker sind, also
> Schaltungen lesen koennen, SMD loeten usw.
SMD-löten?
Wenn heute noch mehr als 100-Bauteile auf einer Platine sind, dann haste 
da min 80% Teile die ein Poti, Schalter oder Netzteil sind. Der Rest ist 
im Fehlerfall  tot, und mit einen Lötkolben nicht zu reparieren.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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●DesIntegrator ●. schrieb:
> wenn man WIRKLICH was einsparen wollte, müssten alle Geräte-Arten
> gleich aufgebaut sein.

Zumindesten sollten gewisse Standarts  von Gerätetypen gegeben sein.
Das Netzteil z.B. sollte problemlos zwischen Geräten tauschbar  sein,
oder als externes Gerät ausgeführt sein.

von Rbx (rcx)


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Cha-woma M. schrieb:
> Das Netzteil z.B. sollte problemlos zwischen Geräten tauschbar  sein,
> oder als externes Gerät ausgeführt sein.

gell, wer braucht schon einen Handy-Netzteil-Zoo?

Einsparungen bei so Nahrungssachen aus dem Supermarkt gehen ja häufig 
so: "jetzt noch mehr drin" oder "jetzt auch mit Vitamin C" - ..wie immer 
das gemeint ist, aber die Aufklärung Pollmers erklärte ganz gut, dass am 
Ende nur billiger produziert wird. Wie immer eigentlich.

Die Klima-Demonstranten wollen den umgekehrten Weg: jetzt noch viel viel 
teurer.
Ich hätte lieber gegen zu teure Bahnpreise und gegen schlechte 
Verbindungen demonstriert.
(u.a. weil Trier so ein wenig in der Pampa liegt - die superguten 
Sonnenuntergänge in Koblenz bekommt man nur mit, wenn man mit dem Auto 
durchfährt.)

Oder um mal wieder auf die E-Technik zurückzukommen: "jetzt mit vielen 
integrierten Schaltkreisen".
Schwierig manchmal die Ersatzteilbeschaffung. Mein Vater war 
unerschrockener hinsichtlich Bestellungen aus dem Ausland. Der hatte 
sich mal irgendwelche gehypten Angelposen aus Indien bestellt.
So ein Synth-Umbau (mehr Speicher, Sequential Prophet VS Input) wäre 
auch nicht schlecht.
Aber das legt schon fast ein E-Technik-Studium nahe.
Als Anreiz hatte damals eine halbe Welle als Digitalinput wohl gereicht. 
Naja, theoretisch.
Interessanterweise hatten einige Leute die Betriebssysteme einiger 
Synths geduldig ausgepiept/dokumentiert und so mehr 
Eingriffsmöglichkeiten.

von Max (bit8)


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Peter schrieb:
> FOS heist das nirgendwo. FOS ist die Fachoberschule, die mit dem
> Abschluß besucht werden kann.

Ist das nicht, das was man vor 40 Jahren etwa bekam, wenn man Realschule 
hatte und eine Berufschule besuchte?
Qausi 11. Klasse und Zugang zur 12.?

Was waren überhaupt Oberschulen?

von A. F. (chefdesigner)


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Helene M. schrieb:
> Sohn, der in der 10.Klasse das Gymnasium besucht

Ich erinnere mich bei solchen Diskussionen immer wieder an einen Herrn, 
den ich hier auf dem Christkindlesmarkt getroffen hatte und der mir 
vorlamentierte, sein Sohn fände keine Stelle.

Der Sohnemann hatte ein sehr gutes Abi (auf Deutsch, er gehört zu den 
oberen 20%), studierte extra nicht in NBG an der GSO sondern gezielt an 
der FAU in Erlangen im Fach Medizintechnik, um dann bei der Siemens 
anfangen zu können.

Falsch gedacht!

Die Siemens braucht kaum Medizintechniker und soweit es Pharmazie 
angeht, was meine Tocher gemacht hat, sind die Stellen auch knapp und 
zudem nicht in Erlangen, sondern der damals zugekauften DADE Behring mit 
Standorten in z.B. im Taunus und in Nordhessen. Ich bin ja auch für die 
tätig gewesen und im Taunus aktiv, obwohl ich die Siemens in Forchheim 
um die Ecke hätte!

Wer sich ausrechnet, als Ingenieur oder Informatiker bei der Siemens 
landen zu können, weil er aus der Region stammt, sieht sich mit dem 
Umstand konfrontiert, dass er über Zeitarbeit anfangen darf, sich dann 
abrackern muss, um dann nach China versetzt zu werden!

Die Siemens stellt Leute von überall her ein, Hauptsache sie sind billig 
genug, weil sie überfrachtete Abteilungen haben, die sehr viel Geld 
verbraten und es mit den einstigen Superprodukten rückwärts geht.

Viele andere Firmen arbeiten genauso! Sie nehmen niemanden aus der 
Region, sondern den Billigsten!

Wenn sich der Sohnemann also ausrechnen kann, ohne Abi oder Studium bei 
einer regionalen Firma einsteigen zu können und das klappt, könnte er 
besser fahren, als viele Studenten!

von A. F. (chefdesigner)


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Thomas W. schrieb:
> Bei uns im Maschinenbau gibt es gar keine Industrieelektroniker mehr,
> nur noch Mechatroniker und Industriemechaniker.
Macht auch irgendwie auch Sinn oder?
Wahrscheinlich, weil auch die umgekehrte Vermutung desjenigen, auf den 
du antwortest, stimmt, nämlich dass sich auch die Industrieelektroniker 
durch die Mechanik durchgequält haben :-)

Ich sage dazu nur Schuster, bleib bei deinen Leisten.

Cha-woma M. schrieb:
> Zumeist ist es  halt ein "Status"-Fetisch bei den "städtischen" Bürger
> das ihr Nachwuchs auf`s Gymie geht.
... und die Konsequenz ist, dass heute jeder diesen Status haben möchte 
und es vor Abiturienten nur so wimmelt.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Wenn sich der Sohnemann also ausrechnen kann, ohne Abi oder Studium bei
> einer regionalen Firma einsteigen zu können und das klappt,

Ich hoffe wirklich nicht das es Leute gibt die so eine Lebensplanung
haben. Wer so denkt kann es vielleicht beim Zoll vom Unterstempler
zum Oberstempler bringen, aber nach einem interessanten Leben
sieht das nicht aus.

Vanye

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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das tut sich so an, als gäbe es nur Siemens,
wo man in dieser Welt arbeiten kann.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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A. F. schrieb:
> ... und die Konsequenz ist, dass heute jeder diesen Status haben möchte
> und es vor Abiturienten nur so wimmelt.

... was sich dann fortsetzt und es vor Absolventen verschiedener 
Modestudienfächer nur so wimmelt. In den sozialen Medien wird dann der 
Frust als Video gepostet.

Beziehungsweise ettliche Firmen testen die Kandidaten selber und 
verlassen sich nicht mehr auf die Abschlüsse:
https://qz.com/work/1367191/apple-ibm-and-google-dont-require-a-college-degree

Hochschulen fangen an zu kürzen, weil nutzlose Fächer studieren und dann 
über Jahre die Schulden abtragen, bringt es nicht:
https://www.americanthinker.com/blog/2018/03/academics_reeling_as_market_discipline_comes_to_the_university_of_wisconsin.html

von A. F. (chefdesigner)


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Dieter D. schrieb:
> ... was sich dann fortsetzt und es vor Absolventen verschiedener
> Modestudienfächer nur so wimmelt. In den sozialen Medien wird dann der
> Frust als Video gepostet.

Ja, "wir machen es mit Medien". Die Krankheit seit 20 Jahren.

Vanye R. schrieb:
> Wer so denkt kann es vielleicht beim Zoll vom Unterstempler
> zum Oberstempler bringen,
du vergisst die vielen Handwerker, die ohne Studium und ABI 7-9 Jahre 
früher in den Beruf komme und Geld verdienen, während "unser eins" 
jahrelang nichts hat.

Da der Abstand immer weiter sinkt, muss man sich echt überlegen, ob man 
das machen sollte.

Die Einstiegsgehälter sinken! Seht euch mal die Job Postings auf Linked 
in - an: Ingeniuere zum Einstieg 45-50k. Das hatten wir vor 20 Jahren! 
In Anbetracht der Teuerungsrate ist das ein Verlust von 30%!

von A. F. (chefdesigner)


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So als kleines Beispiel:

1995 gab es für FH-Absolventen mindestens DM 65.000 - für Uni bis zu 
75.000. Das wären bei 2% bzw. 3% Teuerungsrate heute 58.000 … 67.000. 
Das passt auch etwa: 1998 is mein Studienkollege bei einer IT-Firma für 
80.000 eingestiegen - als unerfahrener Absolvent!

Eine Hochphase gab es 2006, 2007. Da hätten es 41k bis 53k sein müssen, 
waren real aber bei 45k und 55k,  Uniabgänger bekamen locker 60k. Danach 
ging es aber eine Weile rückwärts oder stagnierte!  Wenn ich bis heute 
durchschnittlich 2,5% / Jahr rechne, gelange ich zu 61.000 /  71.000 als 
Einstiegsgehalt für FH und Uni. Das wäre ungefähr eine Verdopplung des 
Gehalts.

Es wäre aber nicht sonderlich viel im Vergleich zu anderen Preisen und 
Kosten. Man kann sich die Preisentwicklung für Strom und Wasser oder 
Lebensmittel ansehen: Der Preis für Teile des Warenkorbs, besonders der 
der Lebensmittel ist seit Mitte der 1990er fast um Faktor 3 angewachsen
Dem gegenüber hätte man also nur 2/3 des Gehalts!

Auch andere Preise für Gold und Silber liegen weit jenseits des Faktors 
2. Nur Benzin ist momentan wieder billig mit Faktor 1,4 … 1,6 und 
Elektronik sowie Computer liegen darunter. Die Gesamtpreisentwicklung 
liegt aber auch eher bei diesem Faktor 2. Die gezahlten 
Einstiegsgehälter sind aber 5-10k niedriger in Relation.

Bezogen auf die Lebenshaltungskosten verdienen die Jungeinsteiger heute 
vlt gerade gut die Hälfte von damals, d.h. dieser Anteil fehlt für die 
private Vorsorge oder den Vermögensaufbau, um ein Eigenheim zu bauen, 
etc.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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A. F. schrieb:
> Bezogen auf die Lebenshaltungskosten verdienen die Jungeinsteiger heute
> vlt gerade gut die Hälfte von damals,
> ...  um ein Eigenheim zu bauen, etc.

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/wef-schwab-101.html
Die Idee des "Great Reset"
"Dann geht es nicht mehr nur darum, dass ich als Mensch, als Unternehmen 
oder als Staat möglichst viel verdiene, sondern dass ich möglichst 
diesen unterschiedlichen Anspruchsgruppen gerecht werde."

Damit liegen die Löhne nun mehr in diesem Korridor:
"es nicht mehr nur darum, dass ich als Mensch, ... möglichst viel 
verdiene,"

von A. F. (chefdesigner)


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Dieter D. schrieb:
> Damit liegen die Löhne nun mehr in diesem Korridor:
> "es nicht mehr nur darum, dass ich als Mensch, ... möglichst viel
> verdiene,"

Mir geht es daraum, aufzuzeigen, wie nutzlos und kontraproduktiv ein 
Studium sein kann, weil es eine Investition in eine unsichere Zukunft 
ist. Wenn selbst die eigentlich gefragtesten Studenten mit immer weniger 
abgespeist werden, dann wird dieser Bildungszweig den Zweitklassigen 
überlassen!

Schon jetzt werden die schlauen Leute vorwiegend Anwalt, 
Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater, oder sie gegen in den Verkauf, 
weil es da erheblich mehr zu verdienen gibt und überlassen das 
engineering den eingeholten Ausländern, die das billiger machen.

Die Konsequenz ist der Abfluss von Knowhow und eine Verlagerung ins 
Ausland. Irgendwann wird nur noch dort entwickelt und produziert, sodass 
es hier ausser Involvenzen nicht mehr viel zu verwalten gibt!

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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A. F. schrieb:
> Irgendwann wird nur noch dort entwickelt und produziert, ...

Erfahrungsgemäß sind in Ländern, wo nichts produziert wird, die 
Clanstrukturen besonders wichtig. Die Warlords verwalten dann die 
Insolvenzen mit aufmunitionieren und messern. Unter dem Aspekt 
betrachtet, wäre Berlin dann schon auf dem richtigen Weg.

von Joachim B. (jar)


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Cha-woma M. schrieb:
> Standarts

das sollten dann Standgeräte sein!

Im Ernst vor 45 Jahren konnten Reparaturen von 200 bis 300 DM 
durchgeführt werden, allen ging es gut, Chef und Techniker, wenn ich 
heute sag die Reparatur kostet 300€ zeigt man mir einen Vogel und geht 
zum Blödmarkt.
Selbst wenn man reparieren wollte, man bekommt nach 3 Jahren kaum 
Ersatzteile oder wenn nur überirdisch teuer.

von Manfred P. (pruckelfred)


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Vanye R. schrieb:
> Ich hab uebrigens letzte Woche noch so gedacht das wir den
> Radio und Fernsehtechniker wieder einfuehren muessen.

Die lernen, trotz weitgehender Ahnungsfreiheit sicher aufzutreten, wie 
Du ja selbst ziegst. Man braucht sie nicht mehr. Früher haben die Röhren 
umgesteckt, später Module getauscht, aber Schaltungen zu verstehen, war 
kein Lehrinhalt. Wichtig war allerdings noch, Reparaturrechnungen 
gewinnoptimiert  zu gestalten.

Ich habe nie bedauert, direkt nach der Fernsehleere den Bereich 
verlassen zu haben.

Joachim B. schrieb:
> Im Ernst vor 45 Jahren konnten Reparaturen von 200 bis 300 DM
> durchgeführt werden,

.. die bei ehrlicher Berechnung eher 150DM gekostet hätten.

> wenn ich
> heute sag die Reparatur kostet 300€ zeigt man mir einen Vogel und geht
> zum Blödmarkt.

Die Lohnkosten sind ein Problem, an 100€ Werkstattstunde wird man als 
Betrieb brauchen. Bauteile sind billig, aber selbst mit 150€ wärst Du 
häufig nicht weit genug vom Neupreis weg.

> Selbst wenn man reparieren wollte, man bekommt nach 3 Jahren kaum
> Ersatzteile oder wenn nur überirdisch teuer.

Wieso drei Jahre, von vielen Buden bekommst Du von Anfang an nichts. 
Über teuer besser garnicht reden, es gibt genug Forenthreads zu 
Ersatzteilpreisen wie z.B. 25 €uro für einen Netzschalter.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Im Ernst vor 45 Jahren konnten Reparaturen von 200 bis 300 DM
> durchgeführt werden,

Das liegt aber daran das neue Geraete, damals vermutlich der TV
oder ein Radio, deutlich teurer waren.
Dem kann man aber problemlos abhelfen. Heute ist es ja schon so
das ein gutes Handy >1000Euro kostet. Wenn wir dafuer sorgen das
der Billigkram vom Markt verschwindet und die Kunden wieder nur
Qualitaet kaufen koennen, welche sie ja so gerne einfordern
aber nur ungern bezahlen, ja dann ist ploetzlich wieder eine
Reparatur denkbar.

> Selbst wenn man reparieren wollte, man bekommt nach 3 Jahren kaum
> Ersatzteile oder wenn nur überirdisch teuer.

Das ist teilweise nicht anders machbar. Die Leute haben heute
gewisse Ansprueche. Man kann kein Handy mit 10Stk BC107 bauen.

Andererseits treffen aber da wohl gerne Ahnungslosigkeit auf Kundenseite
und gierige Arroganz von Verkaeuferseite aufeinander. Sowas
fuehrt nicht immer zu den besten Ergebnissen. :)




> Die lernen, trotz weitgehender Ahnungsfreiheit sicher aufzutreten, wie
> Du ja selbst ziegst. Man braucht sie nicht mehr.

Kann es sein das nie einen kennengelernt hast? Oder selbst nicht der 
hellste bist? Also die welche ich kannte oder bei der Arbeit zugesehen 
habe, die haben schon die Schaltung eines TVs verstanden.

Vanye

von Uwe B. (uwebre)


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Vanye R. schrieb:
>> Im Ernst vor 45 Jahren konnten Reparaturen von 200 bis 300 DM
>> durchgeführt werden,
>
> Das liegt aber daran das neue Geraete, damals vermutlich der TV
> oder ein Radio, deutlich teurer waren.

Das regelt der Markt. So gibt es in jeder Kleinstadt einen 
Handy-Reparaturshop der Spiderdisplays tauschen oder USB-Buchsen anlöten 
kann.

Mein Vorschlag an die Politik wäre daß Reparaturen von der 
Mehrwertsteuer befreit werden, entsprechend der Zoll auf importierte 
(Elektro(nik))-Artikel justiert wird. Damit wären auch Chinesische 
Hersteller welche reparaturfreundliche Gerätschaften anbieten im 
Vorteil.

Mich würde mal interessieren was bei einigermaßen wertvoller 
Konsumerelektronik heute regelmäßig kaputtgeht. Ich tippe auf Elkos und 
die Schaltnetzteile, Fehler die ein erfahrener Techniker schnell finden 
und beheben könnte.

Dereinst gab es "Datenbanken" in denen typische Fehler z.B. der 
TV-Chassis beschrieben waren. (ASWO) Allerdings war die Vielfalt noch 
bescheiden.

Uwe

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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so wie alle über die Schule maulen,
sollten diese Mauler mal das Schmierfon beiseite legen,
sich mehr mit den Kindern beschäftigen und zusehen,
dass man dann wenigstens selbst dem Nachwuchs DAS beibringt,
was in der Schule nicht vorkommt.

Und davon gibts genug.
Der oben bereits angesprochene Umgang mit Geld sollte
GANZ oben auf der Agenda stehen.

und sonst:

Wenn z.B. grad eine Baumassnahme anliegt:
kannst nen Halbstarken mal einen Kubikmeter Sand hinschütten lassen.
In einer Stunde liegt de Sand an der Mischmaschine.

Auch wenn es nicht nach einer Stunde fertig ist,
sagte dann:

"Wenn Du nichts lernst,
wirst Du für den Rest Deines Lebens so arbeiten müssen".

Aber das geht auch ohne Baumassnahme.

Lass den Sand wieder zurück zur Auffahrt schippen und der Nachwuchs
kann den Sand dann verkaufen - eben mit Geld umgehen.

dorför mutt Ju bloot ne Plattschüffel he'm

Schö'n Freidach

von Maik .. (basteling)


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Na - und da wäre ich wieder mit der Forderung da - die kostenlose 
Veröffentlichung von Schaltungs- und Bestückungsunterlagen auf 
Bauteilebene zur Bedingung zum Marktzugang zu machen.
Im Notfall nur für Komsumerware, bei Industriekram gern per 
Hinterlegungsstelle nach z.B. 10 Jahren.

(Ich kenne das auch, dass wichtige Quellcodes für Kunden für die 
Absicherung einer Weiterproduktion bei Insolvenzfällen o.ä. notariell 
hinterlegt wurden.)

Gut, die Kostenschieber un CE Kleber die gar nicht wissen, was sie da 
aus Fernost ins Land bringen würden maulen...

Zumindest wäre dann wieder eine wichtige Grundbedingung zur Reparatur 
und für entsprechende Berufsfelder vorhanden.


---

Und zum Thema Berufswahl. Die einen suchen das Berufsfeld nach maximalem 
Ertrag, die nächsten nach maximaler Macht - und dann gibt es Gott sei 
Dank  Menschen - die streben nach Erfüllung und Lebensfreude. Aus meiner 
Sicht: wenn man dann noch im letzteren Fall auskömmlich davon leben kann 
- ist doch alles gut. Und das kann sehr gut in Technik oder Forschung 
sein.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Mich würde mal interessieren was bei einigermaßen wertvoller
> Konsumerelektronik heute regelmäßig kaputtgeht. Ich tippe auf Elkos und
> die Schaltnetzteile, Fehler die ein erfahrener Techniker schnell finden
> und beheben könnte.

DAs wird im Durchschnitt stimmen. Allerdings hat jedes Geraet dann immer
noch so seine Eigenprobleme. Dann gibt es Geraeteklassen die spezielle 
Kundenprobleme haben. Handy z.B mit Wasser oder Kopfhoererbuchsen. .-)

Man muss ja auch nicht jedes Geraet reparieren. Es gibt immer Faelle
die sich nicht lohnen oder machbar sind. Aber wenn man 80-90%
repariert dann ist schon viel gewonnen.

> und dann gibt es Gott sei Dank  Menschen - die streben nach
> Erfüllung und Lebensfreude. Aus meiner Sicht: wenn man dann
> noch im letzteren Fall auskömmlich

Nur wenn man Spass dran hat kann man richtig gut sein und wenn
man gut ist dann kann man auch davon leben.

Vanye

von Al. K. (alterknacker)


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Uwe B. schrieb:
> as regelt der Markt. So gibt es in jeder Kleinstadt einen
> Handy-Reparaturshop der Spiderdisplays tauschen oder USB-Buchsen anlöten
> kann.

Der is jut
;-))

MfG
alterknacker

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Manfred P. schrieb:
> Wieso drei Jahre, von vielen Buden bekommst Du von Anfang an nichts.
> Über teuer besser garnicht reden, es gibt genug Forenthreads zu
> Ersatzteilpreisen wie z.B. 25 €uro für einen Netzschalter.

Früher war der Service (da zählt die Ersatzteilversorgung dazu) da um 
die Kundentreue zu belohnen. Der Service sollte sich selbst tragen und 
brauchte dann aber keine Gewinne erzielen. Jetzt soll auch im Service 
ein Gewinnmarge von 20% min. erreicht werden. Da wird dann halt 
ordentlich "verlangt"!

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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A. F. schrieb:
> Cha-woma M. schrieb:
>> Zumeist ist es  halt ein "Status"-Fetisch bei den "städtischen" Bürger
>> das ihr Nachwuchs auf`s Gymie geht.
> ... und die Konsequenz ist, dass heute jeder diesen Status haben möchte
> und es vor Abiturienten nur so wimmelt.

Es wimmelt nicht von Abiturienten. Es werden immer noch fast soviele 
Schüler an den Gymnasien unterrichtet wie 1991.
Aber es gibt immer weniger Schüler die an Haupt/Mittelschulen 
unterrichtet werden.
Dadurch steigt halt der % Anteile der Schulabgänger mit Abitur.
Absolut hat sich die Anzahl der Abiturenten nur von
1990: 199.268  824%) bei (Gesamtzahl) 844.102 Abgängern
auf
2020: 254.438 (33,7%) bei (Gesamtzahl)  755.495 Abgängern
geändert.
Quelle:
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)


was zur info noch:
https://www.datenportal.bmbf.de/portal/de/Tabelle-2.5.85.html

von Joachim B. (jar)


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Manfred P. schrieb:
> aber Schaltungen zu verstehen, war
> kein Lehrinhalt.

das mag es gegeben haben, nur nicht in meiner Lehre, der Inhaber wollte 
die besten Techniker und hatte extra eine Lehrwerkstatt eingerichtet mit 
einem Ausbilder der NUR für die Ausbildung zuständig war, hauptsächlich 
Röhren und Co und später seit IC und Digitaltechnik kam ein 2ter 
Ausbilder hinzu!

Wir mußten täglich 8 Stunden theoretischen Unterricht "ertragen" durften 
nicht die Werkstatt fegen, kein Bier holen für die anderen 
Werkstattechniker, durften nur selten in der Spedition zur Geräte 
Abholung und Lieferung aushelfen und wenn rissen wir uns darum weg von 
der Theorie raus in die weite Welt mit Trinkgelder!

Nach einem Jahr waren wir theoretisch bereit zur Meisterprüfung.
Wir lernten Schaltungen auswendig, welcher Widerstand mit welchen Werten 
sitzt wo in der Schaltung, mußten Vertikalendstufen und 
Horizontalendstufen aus dem Gedächnis zeichnen mit Werten. Wir lösten 
die Wheatstone Brückengleichung ohne was von Maschen und Knotenregel zu 
wissen, einfach nur alle Unbekannte in Gleichungen einzusetzen.
Ich wär froh es heute noch zu können, der Ausbilder löste die in 15 
Minuten, ich brauchte 1 Stunde mit 16. Mein Ehrgeiz wollte das nicht 
zulassen also lag ich mit Vater auf Urlaub im spanischen Sand und übete 
bis ich auf 30 Minuten runter war.
Als die erste Revox A77 0der A700 ? in den 70er in die Werkstatt kam 
konnte keiner die Schaltung verstehen, der alte Ausbilder legte die 
Pläne auf dem Werkstattboden aus und konnte jedes Schaltungsdetail 
erklären. Wie die Bandzughebel einen Oszillatorkreis verstimmten und 
damit der Bandzug geregelt wurde uvam. Wir waren so gut ausgebildet das 
kaum einer in dem Job blieb, viele wollten mehr mit dem Gerüst.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Joachim B. schrieb:
> Manfred P. schrieb:
>> aber Schaltungen zu verstehen, war
>> kein Lehrinhalt.
>
> das mag es gegeben haben,
........
> uvam. Wir waren so gut ausgebildet das
> kaum einer in dem Job blieb, viele wollten mehr mit dem Gerüst.

Wieviele Promille haben diesen Beitrag ermöglicht?

: Bearbeitet durch User
von Joachim B. (jar)


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Cha-woma M. schrieb:
> Wieviele Promille haben diesen Beitrag ermöglicht?

Neid muß man sich halt erarbeiten.

Saufen ist eh out, wer über 30 noch säuft der hat mein Beileid.

: Bearbeitet durch User
von Rbx (rcx)


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Joachim B. schrieb:
> Saufen ist eh out, wer über 30 noch säuft der hat mein Beileid.

Mein Verdacht ist ja, weil das pubertäre Wachstum so schnell geht, dass 
zusätzliche Gesundheitsschutzhilfen genutzt werden. Eventuell hilft es 
auch, chaotische Hintergründe ((u.a.)Gehirnwachstum) zu stabilisieren.
(man kann alternativ Herausforderungen nutzen, sofern die vorhanden 
sind, die aber auch öfter nahelegen, sich gelegentlich wieder "dümmer" 
zu stellen.)

Leider hat Alkohol so eine ungünstige Wirkung im Straßenverkehr: man 
wird mutiger bzw. nachlässiger, bei gleichzeitiger 
Reaktionsverminderung.
Sehr viel bessere Reaktionen (+ Kreativschub) erlauben 
Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, oder PMR.
Klebstoff- oder Lötzinndämpfe werden auch ihre (ähnliche) Rolle haben, 
im Wachstumsgeschehen.
Ältere Schweißer meinten, bloß nicht Schweißer werden, Schweißen macht 
so krank.

Dauerhafter Alkoholgenuss ist eigentlich auch nicht zu empfehlen. Früher 
wurden Kinder besoffen gemacht, bevor man sie auf einer Kultbergspitze 
opferte. Die hatten dann kein Langzeitproblem mit Alkohol.
Aber man schließt sich auch aus bestimmten gesellschaftlichen 
Zusammenhängen aus, wenn man komplett verzichtet. In Trier gab es z.B. 
im Herbst öfter Weinfeste hier und da, die fand ich immer sehr schön.
Das Brauereinsterben finde ich eher schade.
Hobbythek - Bier selbstgebraut
https://www.youtube.com/watch?v=xF77j-VdTPc

: Bearbeitet durch User
von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Joachim B. schrieb:
> Saufen ist eh out, wer über 30 noch säuft der hat mein Beileid.

Ich glaub eher, das es zunimmt. Vorallen Frauen tanken ganz ordentlich, 
obwohl bei denen der Alkohol ganz eindeutig mehr Schäden anrichtet.

https://www.spiegel.de/gesundheit/krankenkassen-analyse-alkoholsucht-nimmt-bei-berufstaetigen-stark-zu-a-6fe7a3a0-eea5-44e4-baf4-dc1a712ca95a

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Die Jugend hat heute mehr Schaeden durch Cannabiskonsum usw., als durch 
Alkohol.

Haeufiger Genuss von Alkohol, wenn man danach nicht ein Fahrzeug faehrt, 
fuehrt nich zum Fuehrerscheinentzug.
Wer sich bei diesen Cannabisportalen registriert, duerfte den 
Fuehrerschein verlieren und gesperrt sein.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Dieter D. schrieb:
> Wer sich bei diesen Cannabisportalen registriert, duerfte den
> Fuehrerschein verlieren und gesperrt sein.
Da müßte der Bundesinnenminister schon Horst Seehofer heisen. Der hat ja 
auch das strikte Rauchverbot in Gaststätten durchgesetzt
Die Faeser Nancy nippt zumindestens ab und zu am Sektglas und schaut vom 
Balkon in Kiew den ankommenden Marschflugkörpern zu.
Die ist  also schon mal viel lockerer. Da denke ich mir die wird so eine 
Schnüffelei nicht wollen.

von A. F. (chefdesigner)


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Dieter D. schrieb:
> Erfahrungsgemäß sind in Ländern, wo nichts produziert wird, die
> Clanstrukturen besonders wichtig. Die Warlords verwalten dann die
> Insolvenzen mit aufmunitionieren und messern. Unter dem Aspekt
> betrachtet, wäre Berlin dann schon auf dem richtigen Weg.

Die haben wir hier in NBG inzwischen auch!

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