Forum: Haus & Smart Home Erdung im Wohnhaus - Windrispenband erden?


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von Kay I. (imperator)


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Sollte man ein Windrispenband im Dach an den Potentialausgleich 
anbinden?

Was will ich erreichen?
> Blitzströme sollen auf jeden Fall draußen bleiben.
> Feldenergie aus Blitzeinschlag auf äußeren Blitzschutz / Blitzableiter soll sich 
an grobmaschigen geerdeten Käfig abbauen, sodass wenig davon in die 
Hausverkabelung eingekoppelt wird.

Was spricht gegen eine Erdung des Rispenbands?
> Bei Blitzeinschlag mit "mittlerer Stromstärke" und durchschnittlichem 
Ableitverhalten der Blitzableitung bleiben immer noch um die 10kV gegen Erde an 
der Fangeinrichtung stehen. (Quelle der 10kV-Kalkulation hab ich nicht mehr)
> Diese 10kV Potentialunterschied erfordern z.B. bei PV-Installationen, die nicht 
in den äußeren Blitzschutz eingebunden sind einen Abstand von min. 50cm oder mehr 
aller metallischen PV-Teile zum Blitzschutzsystem.
> Gleiches müsste dann auch für ein geerdetes Windrispenband gelten.
> Wenn es dumm läuft bietet das Rispenband am höchsten Punkt also ggfs. eine 
Entladepfad für die 10kV am First gegen Erdpotential.


* Wie denkt Ihr darüber?
* Wie könnte man eine verlässliche Isolation erreichen?
* Haltet Ihr so eine Rispenbanderdung für wirkungsvoll?



In einem Einfamilienhaus wurde bereits verbaut:
* unterer Ringerder 10x12m + Kreuzung (für Maschenweite < 10m) außerhalb 
des Betons im Erdreich 10..30cm unter dem Fundament
* zweiter Ringerder 10x12m ca. 1m über dem unteren Ringerder ohne 
Vermaschung zur Reduktion des Übergangswiderstands gegen Erde
* Steigleitung in Niro ab unterem Ringerder auf jeder Hausecke bis hoch 
zur Bodenplatte
* Steigleitung in Zinkstahl ab Bodenplatte bis Betonzwischendecke, in 
jeder Hausecke
* Steigleitung in Zinkstahl, alle 4 Hausecken bis Ringbalken des OG
* separate äußere Steigleitung ab unterem und zweitem Ringerder, alle 4 
Ecken für äußeren Blitzschutz


Bildquellen
Bild Windrispenband von: 
https://katjaalexhausbau.blogspot.com/2012/11/richten-des-dachstuhls.html
Abstand_Blitzschutz_PV und Trennungsabstand von: 
https://www.obo.de/fileadmin/DMS/Produktkataloge/Produktuebergreifende_Kataloge/Loesungen_Photovoltaik_de.pdf

: Verschoben durch Moderator
von Chris K. (kathe)


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Der Blitz nimmt den Weg des geringsten Widerstandes.

Dein Rispenband scheint wohl unter Solarmodulen zu liegen.

Deine Solaranlage hat eine Erdung.

Wo kommt der Blitz her was ist zuerst betroffen ?
Wie umständlich wird es das Rispenband zu erden um noch die Dichtigkeit 
einzuhalten?

Denk nach und du kommst zu deinem Ergebniss.

von Michael B. (laberkopp)


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Kay I. schrieb:
> Sollte man ein Windrispenband im Dach an den Potentialausgleich
> anbinden?

Nein.

Dein Blitzableiter ist unzureichend, nicht hoch genug um den Blitz von 
den Solarmodulen abzuhalten. Baue ihn höher um die Module, zumindest 
50cm.

Der Blitzableiter geht nur zum Ringerder. Er soll en Blitz ja an nichts 
im Haus reinleiten.

Alles andere geht auch zum Ringerder, aber über den Potentialausgleich, 
und Dinge die weit genug weg von jeder Stromleitung sind brauchen nicht 
mit dem Potentialausgleich verbunden werden. Beispiel Rispenband.

Geländer oder Kamin. Die können als Blitzfänger auch direkt an den 
Ringerder.

von Lu (oszi45)


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Michael B. schrieb:
> Blitzableiter geht nur zum Ringerder.

Schön, wenn der Erdwiderstand ausreicht. Bei trockenem Sandboden war es 
lt. Messung etwas zu hochohmig bei Nachbarn.  Bei Dehn gibt es einiges 
Infomaterial: https://www.dehn.de/de/downloads

: Bearbeitet durch User
von Günter N. (gnatz)


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Michael B. schrieb:
> Dein Blitzableiter ist unzureichend, nicht hoch genug um den Blitz von
> den Solarmodulen abzuhalten.

Nach Auskunft meiner Blitzschutzfirma wäre die Installation so 
ausreichend. Die Leitung auf dem First mit den hochgezogenen Enden ist 
der Hauptschutz. Wenn Gebäudeteile über den First ragen (Schornstein) 
wird daneben eine Fangstange (wie auch auf dem Bild zu sehen) 
angebracht, die an den Blitzschutz angeschlossen sind. Solarmodule 
müssen mit Abstand (nach meinen Informationen mindestens 50 cm) zum 
First und den Leitern der Blitzschutzanlage montiert werden. Das scheint 
der Fall zu sein. Der Erder der Blitzschutzanlage ist zum 
Potentialausgleich und zur Vermeidung von Korrosion durch 
Ausgleichsströme an einer Stelle mit dem Fundamenterder verbunden. Die 
Solarmodule sind normalerweise mit dem Hauserder verbunden. Eine 
Verbindung mit den Ableitleitungen der Blitzschutzanlage könnte dazu 
führen, dass der Blitz darüber in das Haus abgeleitet wird, was 
vermieden werden sollte.

von Kay I. (imperator)


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Danke für die Antworten.
Ich glaub, ich hab meine Ausganglage missverständich erklärt, daher hier 
nochmal eine Skizze.
Dachziegel und äußerer Blitzschutz sind noch nicht montiert - man kann 
also noch Maßnahmen ergreifen, wenn es sinnvolle gibt.


Ich möchte keinen Blitzstrom auf dem Rispenband - im Gegenteil, ich 
möchte es verhindern, aber dennoch das Rispenband erden, um einen 
grobmaschigen Käfig zu bekommen.



Chris K.
>> Wie umständlich wird es das Rispenband zu erden um noch die Dichtigkeit
einzuhalten?
Das Rispenband ist vom Inneren des Dachstuhls aus erreichbar, 
Schraubanschlüsse sind bereits vorbereitet.


Michael B.
>> Der Blitzableiter geht nur zum Ringerder.
Zu Material und Querschnitt hab ich nichts angegeben - wie kommst Du 
dennoch darauf?
>>Er soll en Blitz ja an nichts im Haus reinleiten.
Genau, daher wäre das Rispenband nur mit der internen Erdung verbunden - 
nicht mit äußerem Blitzschutz.

Lu O.
Ja, Dehn hat wirklich viel dazu, zu genau diesem Thema hier hab ich da 
aber nichts gefunden - darum frag ich hier.

Günter N.
>> könnte dazu führen, dass der Blitz darüber in das Haus abgeleitet wird
Genau darum geht es mir ... wie kann man das verhindern?

Danke und viele Grüße

: Bearbeitet durch User
von Günter N. (gnatz)


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Kay I. schrieb:
> Günter N.
>>> könnte dazu führen, dass der Blitz darüber in das Haus abgeleitet wird
> Genau darum geht es mir ... wie kann man das verhindern?

Wenn man das Rispenband wie auch die Solarmodule im Inneren des Hauses 
mit dem Fundamenterder verbindet und alle Teile der Blitzschutanlage an 
deren Ringerder angeschlossen sind, kann nichts passieren. Der Ringerder 
ist an einer Stelle mit dem Fundamenterder verbunden, wodurch dauerhafte 
Potentialunterschiede verhindert werden. Schlägt ein Blitz in die 
Blitzschutzanlage, so entsteht zwar durch den hohen Strom kurzzeitig 
eine hohe Spannung zwischen den Drähten der Blitzschutzanlage und den 
mit dem Fundamenterder verbundenen Teilen. Deshalb sollen beispielsweise 
Solarmodule einen Abstand von 50 cm zu den Drähten der Blitzschutzanlage 
einhalten. Wenn der Abstand des Rispenbandes diesen Sicherheitsabstand 
zu den Drähten der Blitzschutzanlage nicht einhält, sollte dieses über 
ein eigenes Kabel mit dem Hauserder verbunden sein, welches auch 
genügend Abstand zu anderen Kabeln halten sollte. Üblicherweise wird das 
Rispenband nicht geerdet, da es durch die Dachbalken isoliert ist. Es 
ist aber denkbar, dass durch einen geringen Abstand des Rispenbandes zu 
den Drähten der Blitzschutzanlage und zu den Solarmodulen das Rispenband 
den Sicherheitsabstand von 50 cm verkürzt. Falls das so ist, wäre eine 
Erdung des Rispenbandes am Fundamenterder sinnvoll.

von Carypt C. (carypt)


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Es könnte feucht sein unter den Dachziegeln.

von Michael B. (laberkopp)


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Carypt C. schrieb:
> Es könnte feucht sein unter den Dachziegeln.

Aber höchstens bis zur Unterspannbahn.

Wenn jedoch die Solarmodule wegen angeblich ausreichendem Blitzschutz 
drumrum keinen Treffer bekommen, ist das darunter liegende Rispenband 
auch sicher.

Lediglich der Abstand an dessen Enden zum Blitzableiter sollte grösser 
50cm sein. Daher den Blitzableiter ggf. etwas höher führen.

von Günter N. (gnatz)


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Michael B. schrieb:
> Wenn jedoch die Solarmodule wegen angeblich ausreichendem Blitzschutz
> drumrum keinen Treffer bekommen, ist das darunter liegende Rispenband
> auch sicher.

Die Solarmodule sollen einen Abstand von 50 cm zu den Leitungen des 
Blitzableiters haben. Wenn das Rispenband diesen Abstand unterschreitet 
und dann auch unter den Solarmodulen lang läuft, ist diese Sicherheit 
nicht mehr gegeben. Und die Leitungen des Blitzableiters "etwas höher" 
verlegen, wird nicht so möglich sein, dass die 50 cm sicher erreicht 
werden, wenn das Rispenband direkt darunter verläuft.

von Michael B. (laberkopp)


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Günter N. schrieb:
> Und die Leitungen des Blitzableiters "etwas höher" verlegen wird nicht möglich 
sein

Wieso nicht ?

Natürlich können Blitzableiter so montiert werden, dass Blitzschutz 
besteht, es ware ein unbrauchbarer Handwerker wenn er nicht kann.

Es ist wahrlich nicht kompliziert den Draht hochzubiegen und verbessert 
auch den Blitzschutz für das PV Modul.

von Carypt C. (carypt)


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Weil der Blitzableitermonteur das Windrispenband auch unter der 
Unterspannbahn nicht mehr sieht. Aber diese Möglichkeit besteht ja 
sowieso, daß die Solarkonstrunktion das Windrispenband kontaktiert und 
dieses dem Blitzableiter zu nahe kommt. was weiß ich.

von Thomas R. (thomasr)


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Chris K. schrieb:
> Der Blitz nimmt den Weg des geringsten Widerstandes.
>
> Dein Rispenband scheint wohl unter Solarmodulen zu liegen.
>
> Deine Solaranlage hat eine Erdung.
>
Da würde ich mir doch zuerst Gedanken über einen wirklich 
funktionierenden Potiausgleich/Erdung des PV Gestells machen. Wenn das 
schnödes Alu ist wird das nämlich ganz schön aufwändig, jeden 
Modulrahmen einzeln mit dem Gestell verbinden, jede Verbindungsstelle im 
Gestell überbrücken etc.

Alu hat Oxidschichten, die müssen für jede Kontaktstelle wirksam und 
dauerhaft gebrochen werden. Sieht man schön in Freiflächenanlagen.

Damit ist schon ein Faradayscher Käfig installiert. Was DARUNTER ist, 
wäre dann egal oder sogar kontraproduktiv.

: Bearbeitet durch User
von Günter N. (gnatz)


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Michael B. schrieb:
>> Und die Leitungen des Blitzableiters "etwas höher" verlegen wird nicht möglich
> sein
>
> Wieso nicht ?

Die Halter für die Leitungen sind aus Metall. Deshalb wird hier der 
Abstand verringert, wenn das Rispenband nahe bei dem Fußpunkt verläuft.

Das Rispenband geht über lange Strecken unter dem Dach entlang. Damit 
ist es wahrscheinlich, dass das Band auch unterhalb von einigen der 
Solarmodule in entsprechend geringem Abstand verläuft.

Der Faraysche Käfig, der den Blitz ableiten soll, besteht nur aus den 
Drähten der Blitzschutzanlage. Es wäre ein Fehler, die 
Halterahmenkonstruktion der Solarmodule mit in den Käfig einzubeziehen, 
da dann bei einem Blitzeinschlag auch dieser Teil einen Teil der Energie 
ableitet mit entsprechend hohen Spannungsabfällen und Strömen. Ein 
Schutz der Module wäre dann nicht mehr gegeben - im Gegenteil.

von Thomas R. (thomasr)


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Günter N. schrieb:
> Michael B. schrieb:
>>> Und die Leitungen des Blitzableiters "etwas höher" verlegen wird nicht möglich
>> sein
>>
>> Wieso nicht ?
>
> Die Halter für die Leitungen sind aus Metall. Deshalb wird hier der
> Abstand verringert, wenn das Rispenband nahe bei dem Fußpunkt verläuft.
>
> Das Rispenband geht über lange Strecken unter dem Dach entlang. Damit
> ist es wahrscheinlich, dass das Band auch unterhalb von einigen der
> Solarmodule in entsprechend geringem Abstand verläuft.
>
> Der Faraysche Käfig, der den Blitz ableiten soll, besteht nur aus den
> Drähten der Blitzschutzanlage. Es wäre ein Fehler, die
> Halterahmenkonstruktion der Solarmodule mit in den Käfig einzubeziehen,
> da dann bei einem Blitzeinschlag auch dieser Teil einen Teil der Energie
> ableitet mit entsprechend hohen Spannungsabfällen und Strömen. Ein
> Schutz der Module wäre dann nicht mehr gegeben - im Gegenteil.

Diese Argumentation geht auch in anderen Foren unter echten Fachleuten 
hin undher. Aber nach DIN und VDE hat man keine Wahl, die 
Tragkonstruktion muß eingebunden werden.

OHNE Blitzschutzanlage wäre das übrigens NICHT der Fall. Auf einem 
normalen Haus ohne Blitzschutz ist eine Einbindung des Tragestells in 
den Potentialausgleich nur dann erforderlich wenn auf dem Dach weitere 
metallische Installationen sind, also z.B. eine Antennenanlage. Der 
Monteur könnte ja gleichzeitig beide Metallkonstruktionen berühren und 
einen Schlág von der möglichen Potentialdifferenz erhalten. Also 
Einzelfallbetrachtung. Bei einer Blitzschutzanlage stellt sich diese 
Frage aber gar nicht mehr, da MUSS das Traggestell eingebunden werden.

Zu der konkreten Frage macht der Blitzschutzplaner von Dehn aber eine 
Aussage: der Trennungsabstand durch die Dachhaut zu leitenden 
Installationen wie Heizkörpern o.ä. muß eingehalten werden weil es sonst 
zu Durchschlägen durch die Dachhaut kommen kann. Gerade diese 
Durchschläge sind extrem gefährlich weil in einer feuergefährdeten 
Umgebung (Holzbalken).

Also sollte man gerade das Windrispenband auf KEINEN Fall erden!

von Kay I. (imperator)


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vielen Dank für Eure Beiträge.
Ihr bestätigt das für und wider, das ich mir auch überlege.
Letztlich wird der Schirmungs- / Dämpfungsgewinn durch Erdung der 
Rispenbänder in keinem Verhältnis zum Blitzpfadrisiko durch die Dachhaut 
stehen. Also werde ich diese wohl nicht erden sondern extra ein paar 
Kupferdrähte ziehen, die den Blitzstromführenden Bauteilen nicht so nahe 
kommen.

Danke!

von Lu (oszi45)


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Kay I. schrieb:
> sondern extra ein paar Kupferdrähte ziehen

WOZU sollen diese gut sein? HF-dicht wäre ein verlötetes Blechdach evtl.

von Kay I. (imperator)


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Lu schrieb:
> WOZU sollen diese gut sein? HF-dicht wäre ein verlötetes Blechdach evtl.

HF-dicht ist keine Anforderung.
Wie eingangs beschrieben soll die Feldausbreitung durch die Ableitung 
des Blitzstroms gegen Erde und deren Einkopplung in die Haus-Verkabelung 
gedämpft werden.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Michael B. schrieb:
> Dein Blitzableiter ist unzureichend, nicht hoch genug um den Blitz von
> den Solarmodulen abzuhalten. Baue ihn höher um die Module, zumindest
> 50cm.

Auf dem Bild ist aber auf dem First noch eine Fangstange montiert.
---> Den Schutzraum ermittelt, der durch den Blitzableiter abgedeckt 
wird.
---> Ansonsten die Solarmodule mit den Potential-Ausgleich 
Blitzstromfest verbinden.

von Michael B. (laberkopp)


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Cha-woma M. schrieb:
> Michael B. schrieb:
>> Dein Blitzableiter ist unzureichend, nicht hoch genug um den Blitz von
>> den Solarmodulen abzuhalten. Baue ihn höher um die Module, zumindest
>> 50cm.
>
> Auf dem Bild ist aber auf dem First noch eine Fangstange montiert

Ja, aber der Draht des Blitzableiters geht weniger als 50cm uber dem 
Windrispenband Richtung Erde/Traufe. Da muss man den Draht hochbiegen.
Ich halte es auch für schlau, ihn auf der gesamten Strecke 50cm über der 
Ebene der Solarmodule zu führen.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Michael B. schrieb:
> Ja, aber der Draht des Blitzableiters geht weniger als 50cm uber dem
> Windrispenband Richtung Erde/Traufe. Da muss man den Draht hochbiegen.
> Ich halte es auch für schlau, ihn auf der gesamten Strecke 50cm über der
> Ebene der Solarmodule zu führen.

Frage ist doch ob man die Windrispenbänder erden sollte, weil sie ein 
potentielles Blitzeinschlagsrisiko darstellen, oder vllt. pot. 
leitfähige Systeme sind wie:

Andere metallische Systeme (Heizungsrohre, Abwasserrohre, 
Führungsschienen von Aufzügen, Lüftungskanäle, Stahlkonstruktionen, 
Geländer etc.)

aus
Potentialausgleich:
https://www.baunetzwissen.de/elektro/fachwissen/grundinstallationen/potentialausgleich-153006

oder
Blitzschutz:
https://www.baunetzwissen.de/elektro/fachwissen/schutz/blitzschutz-153022

Ich würde die Bänder nicht Erden, da sie nicht in den Potentialausgleich 
eingebunden werden müssen. Ferner würde ich sie auch nicht aus 
Blitzschutzgründen erden, da diese nicht die äußere Blitzschutzzone 
"durchdringen". Ein abspringen des Blitzes von den Blitzstrom 
abführenden Leitungen erfolgt eigentlich nur dann, wenn die 
Blitzschutzerdung "versagt". Also ihre Aufgaben nicht mehr zuverlässig 
und sicher gewährleiten kann.

von Michael B. (laberkopp)


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Cha-woma M. schrieb:
> Frage ist doch ob man die Windrispenbänder erden sollte,

Die Frage habe ich beantwortet, und sehe das wie du, nur halt die 50cm 
Abstand sollan einhalten.

von Günter N. (gnatz)


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Eine wichtige Klarstellung:
Günter N. schrieb:
> Der Faraysche Käfig, der den Blitz ableiten soll, besteht nur aus den
> Drähten der Blitzschutzanlage. Es wäre ein Fehler, die
> Halterahmenkonstruktion der Solarmodule mit in den Käfig einzubeziehen,
> da dann bei einem Blitzeinschlag auch dieser Teil einen Teil der Energie
> ableitet mit entsprechend hohen Spannungsabfällen und Strömen. Ein
> Schutz der Module wäre dann nicht mehr gegeben - im Gegenteil.
dazu schrieb:
Thomas R. schrieb:
> Bei einer Blitzschutzanlage stellt sich diese
> Frage aber gar nicht mehr, da MUSS das Traggestell eingebunden werden.

Das Traggestell darf - wie ich erwähnt hatte - nicht mit den Drähten des 
Blitzschutzes verbunden werden. Dazu steht unter:
https://www.vde.com/de/blitzschutz/infos/pv-anlagen ganz eindeutig:
Montagegestell: Das metallene Montagegestell wird mit der 
Haupterdungsschiene verbunden. Bei räumlich ausgedehnten Anlagen kann 
die Verbindung auch an einer Potentialausgleichsschiene enden.
Wichtig: Eine direkte Verbindung des Montagegestells mit Leitungen des 
Blitzschutzsystems ist unbedingt zu vermeiden.

Nochmal als Klartext: Das Tragegestell der Module muss mit der 
Haupterdungsschiene des Hauses verbunden werden, auf keinen Fall aber 
mit den Drähten der Blitzschutzanlage. Zu denen müssen alle Teile der 
Solarmodule einen Sicherheitsabstand einhalten.

von Thomas R. (thomasr)


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Danke für die Klarstellung! "Einbinden" war wohl etwas ungenau, sollte 
aber dasselbe aussagen: Verbindung zur PAS, NICHT untereinander.

: Bearbeitet durch User
von Unwichtig (noname_user)


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Günter N. schrieb:
> Das Traggestell darf - wie ich erwähnt hatte - nicht mit den Drähten des
> Blitzschutzes verbunden werden. Dazu steht unter:
> https://www.vde.com/de/blitzschutz/infos/pv-anlagen ganz eindeutig:
> Montagegestell: Das metallene Montagegestell wird mit der
> Haupterdungsschiene verbunden.

Ja klar, weil da einer beim VDE was Schönes u. logisch dazu schreibt, 
wird sich jeder Blitz fern von der PVA halten?
Dass ich nicht lache, die Grafik zeigt dass die Leitungen der PVA ins u. 
dann durch das Haus rein geführt werden, das würde ich nie so bauen.
Aber diese Ausarbeitung ist ja noch unter Konstruktion, wer sich daran 
hält wird nicht damit froh.

von Günter N. (gnatz)


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Unwichtig schrieb:
> Ja klar, weil da einer beim VDE was Schönes u. logisch dazu schreibt,
> wird sich jeder Blitz fern von der PVA halten?
> Dass ich nicht lache, die Grafik zeigt dass die Leitungen der PVA ins u.
> dann durch das Haus rein geführt werden, das würde ich nie so bauen.

Die Blitzschutzanlage bildet einen Faradayschen Käfig. Wer sich 
innerhalb von diesem befindet, ist vor dem Blitz geschützt. ABER: Durch 
den hohen Strom des Blitzes und die Ableitwiderstände, wird der gesamte 
Käfig (samt dem geschützten Inhalt) um mehrere tausend Volt "angehoben". 
Das macht nichts, solange der "Inhalt" diesem Potentialsprung folgen 
kann. Da aber die PV-Anlage über den Wechselrichter mit dem Lichtnetz 
verbunden ist, sieht das Ganze anders aus. Damit die Überspannungen 
nicht ins Netz gelangen und auch der Wechselrichter nicht beschädigt 
wird, sollten die PV Komponenten mit dem Fundamenterder des Gebäudes 
verbunden werden. Damit entsteht aber beim Blitzeinschlag eine hohe 
Spannungsdifferenz zwischen dem Faradayschen Käfig und der PV-Anlage. 
Deshalb muss ein Abstand von 50 cm zwischen beiden Anlagen eingehalten 
werden. Und das haben die Fachleute vom VDE in ihren Richtlinien 
vorgesehen. Wenn man schon fachlich dieser Argumentation nicht folgen 
kann, sollte man besser Häme gegenüber dem VDE unterlassen. (Ich bin 
übrigens kein Mitglied beim VDE, habe aber immerhin so viel Fachwissen, 
dass ich den Grund für diese Regeln verstehen kann.)

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Günter N. schrieb:
> Und das haben die Fachleute vom VDE in ihren Richtlinien
> vorgesehen. Wenn man schon fachlich dieser Argumentation nicht folgen
> kann, sollte man besser Häme gegenüber dem VDE unterlassen

Genau!

Unwichtig schrieb:
> Ja klar, weil da einer beim VDE was Schönes u. logisch dazu schreibt,
> wird sich jeder Blitz fern von der PVA halten?
> Dass ich nicht lache, die Grafik zeigt dass die Leitungen der PVA ins u.
> dann durch das Haus rein geführt werden, das würde ich nie so bauen.
> Aber diese Ausarbeitung ist ja noch unter Konstruktion, wer sich daran
> hält wird nicht damit froh.

So ein Stuss kann nur eine total narzistische Persönlichkeit von sich 
geben. Die sich für den Größten und alle anderen für Vollpfosten halten.
Voll assi einfach!

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