Forum: Fahrzeugelektronik Plötzlich und unerwarteter Zelltod bei LiIon Zellen


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Dort habe ich das auch schon reingeschrieben aber ein neuer Faden passt 
wohl besser.
Akkulebensdauer beim E-Auto kein Problem mehr?


Ich sitze gerade vor einem Akkupack vom E-Bike. Es ist ein 10s5p Pack, 
der Akku wollte plötzlich nicht mehr laden. An den Zellen konnte ich bei 
9 Pärchen 4,1V messen, ein 5er Paar liegt bei um die 1V. Momentan lade 
ich mit Konstantspannung von 4,1V das tiefentladene Pärchen. Die Zellen 
nehmen nicht mal richtig Strom an, momentan fliessen dort 150…200mA. Der 
Strom schwankt dabei.
Das ist jetzt schon das dritte Rad von diesem Hersteller mit den 
gleichen Fehlerbild, alle hatten nur eine geringe Laufleistung und bis 
zum plötzlichen Fehlereintritt eine gute Reichweite.
Jetzt meine Frage:
Was passiert dort in den Zellen, es sind ja auch mehrere parallel? Es 
gehen ja vermutlich nicht alle 5 gleichzeitig kaputt. Also muss 1 Zelle 
die anderen mit in den Zelltod reissen. Was passiert dort?

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Momentan lade ich mit Konstantspannung von 4,1V das tiefentladene
> Pärchen

Nein.

Tu das nicht.

Das BMS hat recht, ein Aufladen des Akkus zu verbieten.
Denn diese Zellen sind dauerhaft geschädigt und neigen voll aufgeladen 
dazu, Feuer zu fangen.

Vermutlich war zuvor schon eine Zelle defekt, Schaden im Separator, und 
hat nicht nur sich, sondern auch die parallel geschalteten entladen. Da 
kann ein BMS das Entladen auch nicht verhindern.

Ersetze die Zellen durch neue.

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Dort habe ich das auch schon reingeschrieben aber ein neuer Faden passt
> wohl besser.
> Akkulebensdauer beim E-Auto kein Problem mehr?
>
>
> Ich sitze gerade vor einem Akkupack vom E-Bike. Es ist ein 10s5p Pack,
> der Akku wollte plötzlich nicht mehr laden. An den Zellen konnte ich bei
> 9 Pärchen 4,1V messen, ein 5er Paar liegt bei um die 1V. Momentan lade
> ich mit Konstantspannung von 4,1V das tiefentladene Pärchen. Die Zellen
> nehmen nicht mal richtig Strom an, momentan fliessen dort 150…200mA. Der
> Strom schwankt dabei.
> Das ist jetzt schon das dritte Rad von diesem Hersteller mit den
> gleichen Fehlerbild, alle hatten nur eine geringe Laufleistung und bis
> zum plötzlichen Fehlereintritt eine gute Reichweite.
> Jetzt meine Frage:
> Was passiert dort in den Zellen, es sind ja auch mehrere parallel? Es
> gehen ja vermutlich nicht alle 5 gleichzeitig kaputt. Also muss 1 Zelle
> die anderen mit in den Zelltod reissen. Was passiert dort?

Du meinst, die Höhe des jetzt bei Deinem Versuch fliessende Strom und 
verwendete "Ladeteil" interessiert hier nicht, um hierzu irgendetwas zu 
sagen?

Nagut, nehmen wir nur die vorhande Prosa:
Eine defekte Zelle nimmt alle anderen parallelen Zellen relativ zügig 
mit in den Tod.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Ralf X. schrieb:
> Du meinst, die Höhe des jetzt bei Deinem Versuch fliessende Strom und
> verwendete "Ladeteil" interessiert hier nicht, um hierzu irgendetwas zu
> sagen?
>
> Nagut, nehmen wir nur die vorhande Prosa:
> Eine defekte Zelle nimmt alle anderen parallelen Zellen relativ zügig
> mit in den Tod.

Es fliesst meiner Meinung nach ein Strom der viel zu gering ist (200mA).
Nehmen wir mal an eine Zelle ist defekt und entlädt die 4 anderen, warum 
sollten die dann nur widerwillig Strom annehmen?

Michael B. schrieb:
> Frank D. schrieb:
>> Momentan lade ich mit Konstantspannung von 4,1V das tiefentladene
>> Pärchen
>
> Nein.
>
> Tu das nicht.
Ich will die ja erstezen, aber ich will vorher feststellen ob das BMS 
noch funktioniert.

von Jack V. (jackv)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Nehmen wir mal an eine Zelle ist defekt und entlädt die 4 anderen, warum
> sollten die dann nur widerwillig Strom annehmen?

Wenn alle Zellen in diesem Block auf 1V waren, wie du oben schriebst, 
sind entgegen deiner Annahme alle Zellen in diesem Block defekt.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Jack V. schrieb:
> Wenn alle Zellen in diesem Block auf 1V waren, wie du oben schriebst,
> sind entgegen deiner Annahme alle Zellen in diesem Block defekt.

Also ich meine das schon so:
1 Zelle >> defekt
4 Zellen >> tiefentladen
Ja, vermutlich dürfen die nun alle als defekt bezeichnet werden, ich 
würde gerne wissen was da passiert ist in den Zellen.
Wie gesagt, das ist das dritte Rad mit dem Fehler und nun werde ich halt 
neugierig.
Verbaut waren übrigens:
Rad1: LGDBMH11865
Rad2: LGDBMJ11865
Rad3: LGDBMJ11865

von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Du meinst, die Höhe des jetzt bei Deinem Versuch fliessende Strom und
>> verwendete "Ladeteil" interessiert hier nicht, um hierzu irgendetwas zu
>> sagen?
>>
>> Nagut, nehmen wir nur die vorhande Prosa:
>> Eine defekte Zelle nimmt alle anderen parallelen Zellen relativ zügig
>> mit in den Tod.
>
> Es fliesst meiner Meinung nach ein Strom der viel zu gering ist (200mA).
> Nehmen wir mal an eine Zelle ist defekt und entlädt die 4 anderen, warum
> sollten die dann nur widerwillig Strom annehmen?

Bist Du Dir wirklich sicher, während Deines Ladeversuchs die 4,1V an 
den Zellen zu messen?
Und danach direkt wieder nur noch die ~1V?

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Ne, die hatten nur um die 1V. Jetzt laden die am Laborlader mit 4,1V 
Spannung eingestellt. Inzwischen sind die wieder über 3V angekommen, 
aber die laden halt nur widerwillig. Momentan fliessen etwa 500mA.

von Max M. (Gast)


Lesenswert?

Wie sehen den die Schweißpunkte aus?
Bei meinen EScooter Denver Odin gingen auch immer Zellen kaputt, nach 
der dritten Reparatur hatte ich die Nase voll und habe gleich ein 
komplett neues PAck gebaut.
Beim analysieren des alten ah ich dann, das die mit zu hohem 
Schweißstrom in china geanrbeitet haben.
JEDE Zelle war mit zu viel Strom geschweißt, dadurch waren nahezu alle 
Zellen minimal oder stärker undicht.
An einigen Verbindenr sah man Vefärbungen, wo ich mich schon gewundert 
hatte, mir aber noch nichts bei gedacht hatte..
Aber bei einigen roch es dann verdächtig, wenn man das Nickelband mit 
der Zange angezogen hat...der Schweisspunkt ging also durch...

von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Ne, die hatten nur um die 1V. Jetzt laden die am Laborlader mit 4,1V
> Spannung eingestellt. Inzwischen sind die wieder über 3V angekommen,
> aber die laden halt nur widerwillig. Momentan fliessen etwa 500mA.

Da können wir ja mit Spannung auf die nächste Salamischeibe warten. :-(
Hast Du die Zellen wenigstens separiert und sitzt zur 
Temperaturüberwachung daneben?

von Max M. (Gast)


Lesenswert?

Und wie die anderen schon schreiben, vergiss das ganz schnell mit dem 
Aufladen.
Das geht etliche male gut, und dann..oder stunden /tage später plötzlich 
bekommen die Zellen einen internen Kurzschluss und....

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Also muss 1 Zelle die anderen mit in den Zelltod reissen. Was passiert dort?

Notiere Dir mal die wievielte Zellenstufe des Packs den Fehler hat. Es 
könnte immer die gleiche Stelle sein. Es gibt Packs mit µC, da hängt 
einer parallel zu einer Stufe.

In dem Falle hatte anscheinend eine Zelle angefangen eine höhere 
Selbstentladung zu entwickeln. Es gibt genügend Packs, da ist kein 
Balancer mehr verbaut, oder hat einen zu kleinen Dauerstrom im 
mA-Bereich, dass das nicht funktionieren kann. Das reißt dann alle 
parallelen Zellen mit in den Tod.

Kondenswasser bildet sich immer an der selben Stelle an und entlädt eine 
Stufe oder führt zu falschen Spannungswerten, dass eine Stufe nicht 
balanciert wird.
Eine Zelle liegt ungünstig und bekommt über das Gehäuse Erschütterungen 
ab, verbeult sich aber nicht.

Bei so einem Chip, wie dem hier:
https://www.electronicdesign.com/technologies/power/power-supply/article/21802224/protecting-your-lithium-ion-batteries-isnt-so-hard
war die Ursache ein defekter SMD-Kerko.

Wegen des defekten Kerko, nach Murphy bei fast leerem Akku, fiel der 
Akku spontan aus und ließ sich nicht mehr laden. Bis der Akku zerlegt 
wurde dauerte es einige Tage. Bis dahin waren die Zellen tiefentladen.
Es kam dadurch jemand auf die Idee dort zu messen, aber das Messgerät 
war nicht hochohmig genug und endete in einem durch das BMS dauerhaft 
blockierten Akku.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Max M. schrieb:
> Wie sehen den die Schweißpunkte aus?

da ist alles i.O.

Ralf X. schrieb:
> Da können wir ja mit Spannung auf die nächste Salamischeibe warten. :-(
> Hast Du die Zellen wenigstens separiert und sitzt zur
> Temperaturüberwachung daneben?

Nein, der Pack ist unangetastet. Ich lade die 5 Zellen die in den 10s 
Pack verbaut sind. Die Temperatur messe ich nicht, aber ich fasse die an 
den Schweisspunkten an. Es ist keine Erwärmung spürbar.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Notiere Dir mal die wievielte Zellenstufe des Packs den Fehler hat. Es
> könnte immer die gleiche Stelle sein. Es gibt Packs mit µC, da hängt
> einer parallel zu einer Stufe.

Hier ist es die zweite Stufe, Balancer sind heutzutage eine Seltenheit, 
oft wird nur die Spannung überwacht.
Defekter Kerko oder Elektronikdefekte halte ich inzwischen für 
unwahrscheinlich. Es ist das 3te Rad mit dem gleichen Fehlerbild, nach 
Zellentauch funktionieren die auch wieder.

Die Frage ist was passiert da in den Zellen und warum?

von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Ich lade die 5 Zellen die in den 10s
> Pack verbaut sind. Die Temperatur messe ich nicht, aber ich fasse die an
> den Schweisspunkten an. Es ist keine Erwärmung spürbar.

Und da wundern sich manche immer noch, warum einige gute Hersteller bei 
einem Akkudefekt das BMS dauerhaft sperren.
Bei solchen Id.... das einzig sinnvolle.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

zwei Baustellen:
1.) Ich will feststellen ob das BMS noch funktioniert, deshalb das 
Laden.
2.) Mich würde wirklich mal interessieren was in den Zellen passiert, 
warum geht spontan eine defekt.

von Hadmut F. (hadmut)


Lesenswert?

> Plötzlich und unerwarteter Zelltod

Das kommt bei geimpft / geboosterten zellen öfters vor.
Wechsle die 1V zellen alle aus, so teuer sind die nicht.
Oder dann nimm jeder P reihe eine zelle ab und bastle dir eine P-reihe 
nach. Damit testest du dann dein BMS.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Also wenn dann würde ich vermutlich gleich alle Zellen wechseln. Dabei 
fallen noch 45 gebrauchte verwendbare Zellen an. Ich hatte ohnehin 
überlegt ein Elektromotor für mein Faltboot zu kaufen. Bleiakkus sind 
dafür unhandlich; teuer und schwer. Da könnte noch ein 15p3s Akku für 
das Boot bei rausspringen:)

von ArnoNym (bergler)


Lesenswert?

Hadmut F. schrieb:
> Das kommt bei geimpft / geboosterten zellen öfters vor.

Impfstoffe bestehen zu einem guten Teil aus Wasser, das kann zu 
Verunreinigungen des Elektrolytes führen. Durch Zersetzungsprozesse 
können die Zellen dann langfristig zerstört werden!
Auch die bei der Injektion erzeugten Löcher können langfristig zu 
Problemen führen. Entweder durch Elektrolytverlust, oder, viel 
schlimmer, wenn der Separator durchstochen wurde.
Eventuell ist das hier passiert?
Man braucht hier einen sehr vorsichtigen Impfarzt.

Wo lasst ihr eigentlich eure Zellen impfen? Macht das der Hausarzt, oder 
muss man zum Impfzentrum? Dort haben sie vermutlich mehr Praxis.

Und wie bekommt man die Injektionsnadel durch das Gehäuse einer 
Rundzelle? Bei den Teebeutelakkus ist das ja relativ einfach, aber bei 
18650ern ist das schon eine zähe Angelegenheit. Gibt es dafür spezielle 
Injektionsnadeln?

von Gerald K. (geku)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> An den Zellen konnte ich bei 9 Pärchen 4,1V messen, ein 5er Paar liegt
> bei um die 1V. Momentan lade ich mit Konstantspannung von 4,1V das
> tiefentladene Pärchen.
Ist einmal eine Li-Zelle tiefentladen, dann ist sie nicht mehr zu 
gebrauchen. Selbst wenn die Ursache in einer der 5 parallel geschaltenen 
Zelle zu finden ist, müssen alle 5 Zellen getauscht werden.

Wenn nur der Akku defekt ist, warum wurde dann das komplette Fahrrad 
getauscht?

: Bearbeitet durch User
von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Gerald K. schrieb:
> Ist einmal eine Li-Zelle tiefentladen, dann ist sie nicht mehr zu
> gebrauchen. Selbst wenn die Ursache in einer der 5 parallel geschaltenen
> Zelle zu finden ist, müssen alle 5 Zellen getauscht werden.
>
> Wenn nur der Akku defekt ist, warum wurde dann das komplette Fahrrad
> getauscht?

Es ist aktuell ein Fahrrad, aber es ist das dritte aus dieser Baureihe 
mit diesem defekt.
Bei meinem Rad war es nach einem Schlagloch.
Bei dem Rad einer Bekannten gab es keine Fehlerbeschreibung ausser "lädt 
nicht".
Das jetzige ist von meiner Frau und dort war es nach dem lagern über 
Winter.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

ArnoNym schrieb:
> Entweder durch Elektrolytverlust, oder, viel
> schlimmer, wenn der Separator durchstochen wurde.
> Eventuell ist das hier passiert?

Elektrolytverlust würde vermutlich aussen zu erkennen sein, aber dort 
ist alles sauber und trocken.
Separator durchstochen klingt plausibel, aber der Fehler scheint immer 
nur temporär zu sein. Bei den anderen Rädern konnte ich bei den 
gewechselten  Zellen:
- laden
- lagern ohne entladung
- Strom entnehmen

von Hadmut F. (hadmut)


Lesenswert?

Mach einen 12S 1P rein, aber mit vernünftigen zellen und neuem BMS vom 
Ali. Dann fährt das rad doppelt so weit. Satteltaschen hast du?

https://ru.nkon.nl/rechargeable/lifepo4/prismatisch/eve-lf32-prismatic-32ah-lifepo4-b-grade.html

: Bearbeitet durch User
von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Da geht nicht viel mit modifizieren, der Akku unterhält sich über 
Can-Bus mit dem Rad. Nicht bastlerfreundlich aber es ist wie es ist.

von Chris K. (kathe)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Ich sitze gerade vor einem Akkupack vom E-Bike. Es ist ein 10s5p Pack,
> der Akku wollte plötzlich nicht mehr laden. An den Zellen konnte ich bei
> 9 Pärchen 4,1V messen, ein 5er Paar liegt bei um die 1V. Momentan lade
> ich mit Konstantspannung von 4,1V das tiefentladene Pärchen. Die Zellen
> nehmen nicht mal richtig Strom an, momentan fliessen dort 150…200mA. Der
> Strom schwankt dabei.

Ist das das gleiche Problem wie bei den Mak..a Akkus?

Elektronik liegt über der ersten Zelle die mehr an Stress bekommt ?
Und leider immer als erstes Entladen wird. Die anderen 4 sind noch immer 
in der Sollspannung aber das BMS/ Elektronik macht dann dicht.

von Mark B. (mark_r733)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Hier ist es die zweite Stufe, Balancer sind heutzutage eine Seltenheit,
> oft wird nur die Spannung überwacht.
Ich kenne keinen Fahrrad-Akku ohne Balancing-BMS. Das sind aber nur 
kleine Bleeding-Kondensatoren, die ab einer gewissen Zellenspannung 
eingeschalten werden und langsam die Gruppe entladen.

> Die Frage ist was passiert da in den Zellen und warum?
Ich kenne den Kurzschluss einer Zelle, da sind danach alle Zellen 
kaputt. Und den langsameren Tod durch steigenden Innenwiderstand. IMHO 
sind immer qualitativ schlechte Zellen schuld. Vermutlich sich auch bei 
deinen Akkus, immer die gleichen Zellen verbaut.

Ich frage mich immer warum die Ebike-Akkus von deutschen Herstellern bei 
der geringen Last im Fahrrad so schnell kaputt gehen. Ein Schelm, wer 
Böses dabei denkt!

von Chris R. (rcc)


Lesenswert?

> Ja, vermutlich dürfen die nun alle als defekt bezeichnet werden, ich
> würde gerne wissen was da passiert ist in den Zellen.

Die Zelle die es verursacht hat hat einen Schaden am Separator oder 
einen externen Kurzschluss. Schaden am Separator kann viele Ursachen 
haben, von Fehler bei der Produktion über Auslegung falsch und damit 
Riss durch Schwelling im Aktivmaterial bishin zu vorausgegangener 
Tiefenladung.

Bei den parallelen Zellen die als Folge tiefentladen wurden verschieben 
sich die lokalen Potentiale so dass sich Cu aus den Ableiterfolien 
auflöst und am Separator wieder als metallisches Cu ablagert. Damit kann 
da früher oder später ein Kurzschluss entstehen, gerne beim Laden, mit 
den bekannten Folgen.

von Gerald K. (geku)


Lesenswert?

Wenn die parallelen Zellen nicht mit Dioden entkoppelt sein, reißt eine 
defekte Zelle die anderen in die Tiefentladung. Die guten Zellen 
versucht die defekte Zelle zu laden. Das BMS sollte defekte Zellen 
abtrennen.

von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Gerald K. schrieb:
> Wenn die parallelen Zellen nicht mit Dioden entkoppelt sein, reißt eine
> defekte Zelle die anderen in die Tiefentladung.

Hochspezialisierte Experten in den Entwicklungsabteilungen haben 
festgestellt, dass sich Akkuzellen mit einzelnen Schutzdioden sehr 
schlecht laden lassen.
Auch der Versuch mit gedrehten Dioden führte zu keinem befriedigendem 
Ergebnis.

> Das BMS sollte defekte Zellen abtrennen.

Bei guten Akkupacks werden die defekten Zellen automatisch in eine 
Entnahmeschublade geführt.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


Lesenswert?

Ralf X. schrieb:
> Bei guten Akkupacks werden die defekten Zellen automatisch in eine
> Entnahmeschublade geführt.

Jetzt müssen die hochspezialisierten Experten in den 
Entwicklungsabteilungen nur noch ein Einschubfach schaffen, durch 
welches automatisch die neuen Akkus an den richtigen Stellen eingefügt 
werden. Dann wäre der nachhaltige E-Bike-Akku perfekt.

von Gerald K. (geku)


Lesenswert?

Ralf X. schrieb:
> Hochspezialisierte Experten in den Entwicklungsabteilungen haben
> festgestellt, dass sich Akkuzellen mit einzelnen Schutzdioden sehr
> schlecht laden lassen.
> Auch der Versuch mit gedrehten Dioden führte zu keinem befriedigendem
> Ergebnis.

Man muss die Ladespannung direkt an der Zelle messen.Eine gute 
Schottkydiode hält den Spannungsabfall klein. Statt der Diode kann man 
auch einen FET verwenden.

Rainer Z. schrieb:
> Jetzt müssen die hochspezialisierten Experten in den
> Entwicklungsabteilungen nur noch ein Einschubfach schaffen, durch
> welches automatisch die neuen Akkus an den richtigen Stellen eingefügt
> werden. Dann wäre der nachhaltige E-Bike-Akku perfekt.

Vielleicht wir eines Tages KI ins BMS integriert;)

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Gerald K. schrieb:
> Vielleicht wir eines Tages KI ins BMS integriert;)

Dann aber mit Zugang zum Gewichtssensor, damit die KI die Sinnhaftigkeit 
der Batteriezuschaltung feststellen kann. In dem Falle, ob der Akku 
freigegeben wird oder am Display angezeigt wird "Heute wird ohne 
Unterstützung gestrampelt oder zu Fuß gelaufen. Du bist zu dick 
geworden. Die Autos in der Umgebung sind alle informiert und für den 
ÖPNV habe ich Dich vorsichtshalber auch gesperrt".  ;)

von Günther S. (guenther_sch)


Lesenswert?

Kann ich aus den LiFePO4 Zellen ein mit z.B. 15Ah/36V Kapazität und 12 
in Reihe einen vernümftigen Akku bauen?
https://ru.nkon.nl/catalog/product/view/id/5398/s/tb-33138-he-15ah-30a-lifepo4-3-2v/category/182/
Preislich wäre das ja mit 70€ mehr als günstig. Mein
Fahrad zieht nicht mehr als 15A. Hat man da genug Reserve? Oder wo ist 
mein Denkfehler?
VG
Günther

von Hadmut F. (hadmut)


Lesenswert?

Ein lifepo4 hat 3.40V max, das sind 41V oder 44V beim laden. Kann das 
deine elektronik ab?

Hast du einen lader dafür?
Hast du ein BMS?
Hast du einen nickelband-zellenschweisser?

Spricht nichts dagagen.
Lader: https://www.aliexpress.com/item/32986957513.html

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Günther S. schrieb:
> Oder wo ist mein Denkfehler?

Das BMS und Lageraet muss fuer diese Zellen geeignet sein. In eins fuer 
3,6V Nennspannung kannst Du nicht 3,2 Zellen hineinstecken.

von Günther S. (guenther_sch)


Lesenswert?

Meine erste Frage war wohl ungenau. An dieser Idee gefällt mir dass 
nicht 5 Zellen paralell geschaltet werden. Es ist wohl einen Versuch 
wert einen Pedelec Akku mit LiFePO4 Zellen aufzubauen, BMs habe ich 
schon eines dafür, Ladegerät muss ich kaufen, und was ich mit dem 
Schweissen mache, muss ich mir erst noch überlegen.

von Hadmut F. (hadmut)


Lesenswert?


von Gustav K. (hauwech)


Lesenswert?

Mark B. schrieb:
> Ich kenne keinen Fahrrad-Akku ohne Balancing-BMS.

Ich kenne keinen  Fahrrad-Akku mit Balancing-BMS.
Hast mal ein Foto von dem Balancer?

> Das sind aber nur
> kleine Bleeding-Kondensatoren, die ab einer gewissen Zellenspannung
> eingeschalten werden und langsam die Gruppe entladen.

Mit kleinen Kondensatoren wird eine Gruppe entladen?
Wie geht das denn?

von Gustav K. (hauwech)


Lesenswert?

Gustav K. schrieb:
> Hast mal ein Foto von dem Balancer?

Und wieder kein Foto :-(
Alles schwadroniert von Balancern und alle bleiben den Beweis schuldig.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)



Lesenswert?

Gustav K. schrieb:
> Alles schwadroniert von Balancern und alle bleiben den Beweis schuldig.

Wenn die Zellen vom zweiten/ersten Bild drin sind, dann die Zellen vom 
ersten/zweiten Bild epfohlen werden, dann hat ein TO keine große 
Hoffnung, es würde mit Bild besser.

: Bearbeitet durch User
von Peter N. (alv)


Lesenswert?

Die Fahrradakkus, die ich bislang geöffnet habe, hatten alle Balancer in 
Form von (zuschaltbaren) Parallelwiderständen...

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Jetzt vermischt sich hier zwei Beiträge, für den Akku mit den defekten 
Zellen sind heute die neuen Zellen angekommen. Ich habe gleich alle 50 
neu bestellt, preislich war das erträglich. Es waren 120€ mit Versand 
für Samsung Zellen. Am Wochenende ist erst mal Etropolis Festival in 
Oberhausen, danach schau ich mal in Ruhe wie ich die gewechselt kriege.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Frank D. schrieb:
> Samsung Zellen

D.h. einer der Akkus bekommt alle Zellen neu. Die anderen Zellen werden 
Ersatz fuer die anderen Akkus.

von Frank D. (Firma: Spezialeinheit) (feuerstein7)


Lesenswert?

Die anderen Akkus / Räder laufen schon lange wieder, der Fehler trat ja 
nicht zeitgleich bei allen 3 Rädern auf. Der Akku bekommt jetzt alle 
Zellen neu. Da bleiben 45 ungeschädigte Zellen über, die nehme ich evtl. 
um einen 12V Akku für einen Elektrobootsmotor zu bauen, oder ich 
bestücke den Akku vom Rad meines Sohnes. Der hat ein 10s3p Akku.

von T. L. (lawman)


Lesenswert?

Eines Tages fahren die Fahrräder mit Brennstoffzelle und du tankst 
Methanol. Ob wir das erleben?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

T. L. schrieb:
> Eines Tages fahren die Fahrräder mit Brennstoffzelle und du tankst
> Methanol. Ob wir das erleben?

Mit Ethanol fahren die Fahrräder doch schon. Du musst nur Bier tanken. 
A. K. hat das in einem Thread bereits bildlich vorgestellt. Fahrrad mit 
Anhänger und Bierkasten drauf mit genug Bier, also Ethanol für den 
Antrieb für die Strecke zum mc-Stammtischtreffen.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.