Abschirmung Mikrowellenherd

OP #7611402
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Ahoi,

der Mikrowelleherd meiner Mutter funktioniert, schaltet aber nach ca. 3 Minuten ab (alles aus, inkl. Display). Er läuft meines Erachtens auch leiser also sonst, habe den Verdacht, dass der Lüfter nicht mehr läuft und dann ein Thermoschutz auslöst. Wenn ich jetzt das Gehäuse des Herdes wegbaue, kann ich den dann kurz laufen lassen, um den Lüfter und dessen Anschlussleitung zu prüfen, weil die Garkammer und Tür ausreichend abschirmen, oder frittiere ich mir mein Hirn, sobald das Gerätegehäuse abgebaut ist?

Danke! Björn

#7611432
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Solange die Tür geschlossen bleibt bist du vor den Mikrowellen sicher. Allerdings sind nach Abbau des hinteren Gehäuses die Zuleitungen zum Magnetron frei zugänglich und diese können >2kV Spannung führen. Wenn du da nicht weißt was du tust.....

Da hilft auch kein RCD mehr!

#7611464
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Ohne die Gehäusewand tritt keine Strahlung aus, wenn Tür und Garraum weiterhin original schließen. Die Hochspannung des Trafos ist allerdings tödlich (das ist kein Witz!) und es gibt da einen Kondensator, der das auch noch lange nach ziehen des Steckers ist.

Die Maschine ohne Deckel zu betreiben ist also kein Problem, wenn ein Glas Wasser drinsteht und die Finger in der Hosentasche bleiben. Nein, nichtmal mit einem VDE-Schraubendreher fummeln, nur mit den Augen! Sollte sich herausstellen das der Propeller echt nicht dreht, muss man dann weitersehen.

#7611466
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Björn T. schrieb:

weil die Garkammer und Tür ausreichend abschirmen, oder frittiere ich mir mein Hirn, sobald das Gerätegehäuse abgebaut ist?

Bei korrekt montiertem Magnetron sollte keine Mikrowellenstrahlung austreten, auch nicht nach Abnehmen des Gehäusebleches.

Anderenfalls sind eher Deine Augen als Dein Hirn dran. Die Mikrowellen zerstören die Netzhäute der Augen in kürzester Zeit und Du bist blind, bevor Du etwas merkst.

Zuletzt noch mein gebetsmühlenartiger Hinweis auf den fetten Kondensator im Hochvoltteil. Der hat eine Kapazität von ca. 1 µF bei allerdings 2.000 Volt und demnach die Fähigkeit, Dich selbst im ausgeschaltetem Zustand des Herdes zu töten. Zwar sollte ein paralleler Entladewiderstand eingebaut sein, das ist aber nicht immer der Fall (wie z.B. bei einem alten Siemens-Herd von mir). Außerdem kann er unterbrochen sein. Also entladen oder - weil Du eher Teile an anderen Stellen prüfen willst - dem Kondensator nicht zu nahe kommen.

#7611470
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Rainer Z. schrieb:

Die Mikrowellen zerstören die Netzhäute der Augen in kürzester Zeit und Du bist blind, bevor Du etwas merkst.

Die Netzhaut ist die Sensorschicht hinten drin, du meinst sicherlich die Hornhaut (also Linse, vorne), oder? Wenn die Nerven hinten gegrillt werden wird der Rest auch schon gut warm, das würde man doch merken (auch wenn man dann schon starke schäden hat).

#7611480
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Jens M. schrieb:

Die Netzhaut ist die Sensorschicht hinten drin, du meinst sicherlich die Hornhaut (also Linse, vorne), oder?

Ich habe keine persönlichen Erfahrungen dahingehend (Gott sei Dank nicht). Habe es tatsächlich so verstanden, dass tatsächlich die Netzhaut - die Du zutreffend beschrieben als "Sensorschicht" bezeichnest, schnell zerstört wird, Hornhaut/Linse ist nicht gemeint.

Quellen kann ich Dir nicht spontan nennen und muss jetzt gleich nach der Pause weiterarbeiten, weil ich heute Präsenztag habe. Sonst würde ich es versuchen herauszufinden. Am Abend vielleicht. Evtl. weiß es jemand hier im Forum besser. Ich lasse mich selbstverständlich gerne eines Besseren belehren, wenn mein Beitrag bezüglich der gefährdeten Netzhaut Quatsch sein sollte.

#7611486
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Ich würde davon ausgehen, das die MW ebenso wie beim Essen auch am stärksten die Oberfläche erwärmt und mit zunehmender Tiefe an Kraft verliert. Homogenes Material mal vorausgesetzt, aber das nehme ich beim Auge mal an. Aber auch hier: zum Glück keine eigenen Erfahrungen und auch niemanden aus dem näheren Umkreis. Die Leute die ich kennen sind nicht wagemutig, unvorsichtig oder dumm genug, mit Mikrowellen zu experimentieren.

Technisch wäre es auch egal, ob Linse oder Nerven, kaputt ist kaputt, will man nicht.

#7611492
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Rainer Z. schrieb:

Der hat eine Kapazität von ca. 1 µF bei allerdings 2.000 Volt und demnach die Fähigkeit, Dich selbst im ausgeschaltetem Zustand des Herdes zu töten.

In der Regel ist im Gehäuse des Kondensator noch ein Widerstand drin der den C entladen soll nach dem die Mikrowelle abgeschaltet hat.

https://www.ebay.de/itm/113241976240

Allerdings NUR wenn das Gerät nicht zu extrem alt ist.

Defekte entladewiderstände habe ich noch nicht gehabt.

Gast #7611595
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Gerald K. schrieb:

Thomas R. schrieb:

Ganz vorsichtige tragen so etwas. Das ist kein Witz und bei Anwendung von Diathermie im GHz Bereich völlig normal. Manche Funkamateure tragen die Dinger wenn sie an der sendenden GHz Antenne arbeiten müssen.

Aluhut nicht vergessen;)

Du liegst falsch.

Gast #7611695
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Björn T. schrieb:

So, es war einfach nur die Lüfterwelle fest. Nach ein paar Umdrehungen mit der Hand läuft er wieder. Ob es dauerhaft so bleibt, werde ich sehen.

Die Sintermetallager der da üblichen Spaltpolmotore sind wohl nicht richtig mit Öl gefüllt worden, dann passiert genau das. Es wird bald wieder klemmen.

#7611703
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Björn T. schrieb:

So, es war einfach nur die Lüfterwelle fest. Nach ein paar Umdrehungen mit der Hand läuft er wieder. Ob es dauerhaft so bleibt, werde ich sehen. Ich weiß nicht, warum er festgegangen ist, aber der Mikrowellenherd funktioniert vorerst wieder ganz normal.

Das Dauerhafte kannst mit einem Tropfen Öl massiv unterstützen! Falls das alte Öl inzwischen verharzt ist, mit WD40 wieder aufweichen und mit mehr WD40 oder Benzin versuchen, auszuspülen. Anschiessend Mechanikeröl (harzfrei!) in die Lager tröpfeln, weil das WD40 kein Schmiermittel auf Dauer ist. Diese Methode hat den Lüfter meiner vorherigen Heizung über viele weitere Jahre gebracht. Eine neue Lüftergruppe wurde mit über 240€ aufgerufen! Die paar Tropfen jährlich waren gut investiert...

#7611750
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Björn T. schrieb:

Er läuft meines Erachtens auch leiser also sonst, habe den Verdacht, dass der Lüfter nicht mehr läuft und dann ein Thermoschutz auslöst.

Es wäre geschickt, im Voraus sich einen Schaltplan zu besorgen, denn übersichtlich verdrahtet sind die MWHs überhaupt nicht und haben oft mehrere Schalter hintereinander, manchmal Relais noch auf irgend einer Platine.

Die Augen gehen als erstes kaputt von den Mikrowellen. Mal versehentlich bei Betrieb die Hand für 0,3 Sekunden im Garraum, da merkt man nur die Wärme, so ähnlich wie wenn die Sonne drauf scheint. Falls sowas vorkommt, sofort aus machen oder den Stecker ziehen. Bis zum Hirn hat man ja noch die Haut und den Schädel dazwischen, außer man ist "oben offen" und nur mit Plexiglas zugedeckt. Da passiert also so schnell nichts nachteiliges.

Im Zweifelsfall über Verlängerungskabel aus ausreichend Sicherheitsabstand einschalten.

Man kann auch mittels einer in Reihe geschalteten Glühbirne (die haben ja alle weg geworfen) die Stromaufnahme prüfen, wenn man keine anderen Messmittel für 230V hat.

Dämpfer, also Glas Wasser oder ähnliches innen drin ist sinnvoll.

Und niemand weiß, ob es sich um einen klassischen MWH mit dickem Trafo oder so einen neumodischen mit stufenloser Lestungseinstellung handelt, die das Magnetron über einen Inverter und Ferrittrafo ansteuern. Bisher ist nur bekannt: "Mikrowelleherd meiner Mutter". OK der Universaltyp.

mfg

Gast #7612006
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Thomas U. schrieb:

H. H. schrieb:

Thomas U. schrieb:

massiv

Ist der Murks.

Deine Lösung ist:? Ohne Austausch des Sinterlagers?

Geht nicht ohne. Das Lager ist längst mechanisch beschädigt, und die Welle möglicherweise auch schon.

Dann doch lieber aller paar Monate einen Tropfen Öl spendieren. Der Aufwand nimmt mit der Erfahrung regelmäßig ab.

Bleibt Murks, wenn Lager und Welle noch unbeschädigt sind, dann kann man auch das Lager richtig neu befüllen. Kann man als Murkser halt nicht.

#7612022
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H. H. schrieb:

Thomas U. schrieb:

H. H. schrieb:

Thomas U. schrieb:

massiv

Ist der Murks.

Deine Lösung ist:? Ohne Austausch des Sinterlagers?

Geht nicht ohne. Das Lager ist längst mechanisch beschädigt, und die Welle möglicherweise auch schon.

Dann doch lieber aller paar Monate einen Tropfen Öl spendieren. Der Aufwand nimmt mit der Erfahrung regelmäßig ab.

Bleibt Murks, wenn Lager und Welle noch unbeschädigt sind, dann kann man auch das Lager richtig neu befüllen. Kann man als Murkser halt nicht.

Danke fürs Kompliment! Dann bleibt, weil sicher ALLE Murser sind, nach deiner Meinung nur: Schrott? Der von mir geschilderte Fall Heizung hat den Lüfter noch ca. 10 Jahre ohne Austausch laufen lassen. Der 'Auuuufwand' und (wirksamer) Murks, den Tropfen Öl ins lager zu geben, verschwandt im Gesamtaufwand der jährlichen Reinigung von Wärmetauscher u. Ä. Es hat nicht Jeder die verordnete 'german Angst' vor jeder Schraube!

OP #7612026
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Teuerster Joe, "Ahoi" ist ein Grußwort mit maritimen Hintergrund, dass hier bei uns (neben "moin") ganzjährig zu jeder Tages- und Nachtzeit gern genutzt wird. Was solche Clowns wie du damit zu Fastnacht oder Karneval anstellen, ist mir herzlich egal.

Der MWH ist ein Lunik 440, war neu schon günstig, ist jetzt gar nichts mehr wert, ein neuer Lüfter oder auch nur neue Lager scheiden wohl aus. Tropfen Öl werde ich aber mal probieren, hab Caramba da, das sollte im Gegensatz zu WD40 ganz brauchbar schmieren. Vielen Dank für die Tipps!

Bei zerspanungsbude.net habe ich nen Thread gefunden, der beschreibt, wie man mit Hausmitteln alte Sinterlager reinigen und neu mit Öl befüllen kann. Falls man die Lager aus dem Motor rausbekommt (so genau hab ich mir das jetzt gestern nicht angeschaut), wär das vielleicht noch ne Maßnahme, aber ich bin mir schon nicht so sicher, dass ich das Plastiklüfterrad zerstörungsfrei von der Welle bekomme... Wenn duschen mit Bremsenreiniger oder Silikonentferner und danach Kriechöl nicht dauerhaft hilft, dann gibt's wohl nen neuen MWH.

(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #7612566
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Rainer W. schrieb:

Rainer Z. schrieb:

Die Mikrowellen zerstören die Netzhäute der Augen in kürzester Zeit und Du bist blind, bevor Du etwas merkst.

Unsinn - bis zur Netzhaut kommt die Mikrowelle gar nicht richtig. Die Strahlung wird vorher schon im Augapfel absorbiert. Das Eiweiß denaturiert und der Glaskörper wird trübe.

aber der Graue Star ist frei gebrannt :-þ

OP #8013646
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So, um das Ganze abzuschließen: Der Lüfter der Mikrowelle lief nach dem freidrehen ohne weitere Ölzufuhr oder sonstige Maßnahmen zwei Jahre einwandfrei. Wieso der festgegangen ist, wieso freidrehen ohne Ölapplikation geholfen hat und wieso der zwei Jahre lang nicht wieder festgegangen ist, ist mir schleierhaft, aber ich will mich nicht beschweren ;-) Nun fängt der Lack oben an der Decke der Garkammer an abzublättern und es kommt rostiges Blech zum Vorschein. Meine Mutter möchte nicht, dass ich da dran rumschleife und lackiere, es soll jetzt einer Neuer her.

Alle Netz- und Hornhäute sind noch ganz, und Ahoi schreibt man hier im Norden als informellen Gruß. Mit Karneval haben wir nichts am Hut...

: Bearbeitet durch User

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