Defekter Gleichrichter oder Elko?

OP #7614640
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Hallo zusammen,

Ich habe hier ein defektes Netzteil bei dem ich nicht weiß wie der Spannungsverlauf hinter dem Gleichrichter zu interpretieren ist. Aufbau wie folgt : Brückengleichrichter eingansseitig an Netzspannung und ausgangsseitig mit 120uF 450V Siebelko, keine weitere Last angeschlossen (Drahtbrücke geöffnet)

Mit dem Oszi messe ich am positiven Pol des Elkos aber unerwarteterweise eine Wechselspannung, so als wäre kein Elko vorhanden. Auslöten des Elko und Messung mittels ESR Meter (600mV, 100Hz) zeigt 120uF bei 0.4 Ohm ESR, also unauffällig. Komisch ist noch, dass am Pluspol des Elkos auch nur jede zweite Halbwelle anzukommen scheint.

Am Minuspol des Elkos genau das gleiche Bild nur eben mit negativer Spannung.

Deutet das nun auf einen defekten Gleichrichter hin (fehlende Halbwellen) oder auf einen defekten (durchgeschlagenen?) Kondensator? Oder gar beides?

Danke und viele Grüße

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#7614653
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Jay K. schrieb:

Auslöten des Elko und Messung mittels ESR Meter (600mV, 100Hz) zeigt 120uF bei 0.4 Ohm ESR, also unauffällig.

Und warum hast du dann den Gleichrichter nicht gleich mit durchgeklingelt? Diode, für Diode, in beide Richtungen. Oder da du das Oszi schon in Reichweite hast, hätte der wie beim Enweggleichrichter, nur eine Halbwelle angezeigt.

OP #7614661
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Gleichrichter ist ein integrierter, Typ GBL08. Den habe ich mit Multimeter durchgemessen, dabei eben auch unauffällig:

Multimeter auf Diodenmessung und positive Messspitze an ~Eingang, negative Messspitze an + Ausgang: Durchfluss bei 0.5V Spannung. Umgekehrt wird gesperrt.

Dann nochmal Negative Messspitze an - Ausgang des Gleichrichters und positive Spitze an ~ Eingang. Durchfluss bei 0.5V Spannung, umgekehrt wird gesperrt

Spannungsmessung mit Multimeter auf Gleichspannungsmodus ergibt 330V und auf Wechselspannung 0V

OP #7614677
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Nein, kein Trenntrafo vorhanden.

Ja, der Gleichrichter wird mit Netzspannung gespeist. Der Tastkopf ist ein PVP3150 auf 10x gestellt, mit dem ich über einen zusätzlichen Spannungsteiler 2x 1MOhm in Reihe eben am Gleichrichter messe.

Also dann Trenntrafo besorgen, Schaltung über diesen speisen und dort dann die Oszimasse mit anklemmen?

#7614708
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Jay K. schrieb:

Mit dem Oszi messe ich am positiven Pol des Elkos aber unerwarteterweise eine Wechselspannung, so als wäre kein Elko vorhanden.

Eine Spannungsmessung findet immer zwischen zwei Punkten statt.

Wo hast du den anderen Pol angeschlossen? Wie sehen die Eingangssignale am Brückengleichrichter aus?

Zeige einen Schaltplan inklusive deines Messaufbaus.

(Firma: Hobbytheoretiker) #7614720
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Die einfachste Methode wäre, Du schnappst Dir eine 9V Blockbatterie und ein Multimeter. Damit kannst Du messen, ob der Gleichrichter noch tut wie er soll. Die Elkos übrigens ebenfalls, wenn Oszi vorhanden über die Abfallzeiten. Den Schukostecker kannst Du dabei direkt mal so und so rum dranhalten.

OP #7614743
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Danke für die zahlreichen Rückmeldungen. Die Messung ist Mist, das ist mir jetzt klar geworden. Ich hatte den für Schaltnetzteile typischen Y-Kondensator im Kopf, der ja eine kapazitive Kopplung zum PE herstellt, nur gibt es hier in dem Gerät keine Verbindung zu PE. Damit hängt das Oszi natürlich auf nem ganz anderen Bezugspotential als das Gerät...war wohl doch noch zu früh am Morgen, sorry.

Anbei der Schaltplan von dem ganzen Sums, wobei der leider nicht ganz korrekt ist, insbesondere Vcc vom Infineon sieht anders aus, da scheint der Hersteller irgendwann eine neue Revision des PCB gebracht zu haben.

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OP #7614872
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Nach meinem Verständnis müsste die Start-Zelle einen kleinen Strom von Drain an Vcc fließen lassen, den dortigen C aufladen bis die Logik anfängt den MosFet durchzuschalten und sich damit dann über die Sekundärseite der Spule zu versorgen.

Leider passiert da gar nichts, keine Spannung an Vcc messbar. Ursprünglich hatte es FB920, den C925 und die beiden R923 zerschossen. Meine Vermutung war ein Sterben der D920 als Ursache, dadruch dann kein Abbau der Back-Emf und Zerstörung der genannten Komponenten durch Überspannung.

Nach dem Wechsel der genannten Komponenten plus neuem ICE (nicht von mir selbst durchgeführt) aber immernoch kein Lebenszeichen.

OP #7615527
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Dieter D. schrieb:

Der Chip stellt die Arbeit ein, wenn an den drei Pins zu Versorgungen D, Vcc, erhoehte Spikes auftauchen und von FB ein Signal ausbleibt oder zu spaet kommt, weil der OK nachgelassen hat. Wenn I Drain zu schnell steigt auch.

Danke für die Hinweise, die Z-Diode die am Kollektor des Optokopplers hängt, hat tatsächlich dauerhaft Durchgang zu Masse, nach auslöten auch dauerhaft Durchgang in beide Richtungen. Neue ist bereits bestellt.

#7615565
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Jay K. schrieb:

Dieter D. schrieb:

Der Chip stellt die Arbeit ein, wenn an den drei Pins zu Versorgungen D, Vcc, erhoehte Spikes auftauchen und von FB ein Signal ausbleibt oder zu spaet kommt, weil der OK nachgelassen hat. Wenn I Drain zu schnell steigt auch.

Danke für die Hinweise, die Z-Diode die am Kollektor des Optokopplers hängt, hat tatsächlich dauerhaft Durchgang zu Masse, nach auslöten auch dauerhaft Durchgang in beide Richtungen. Neue ist bereits bestellt.

Dann war sie vorm Auslöten ganz ...

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