Syntaktische Python-Spaesse

OP #7616047
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Moin,

beim Herumspielen mit Generatoren und zwecks Verbesserung der Lesbarkeit (das mag zunaechst als Witz erscheinen) bin ich bei folgendem Python-Code gelandet:

1
  @process
2
  def worker(context):
3
    yield (switch(context)
4
      @case@ (a == 1) @select@ [
5
        b @next@ 2,
6
        v @next@ True
7
      ]
8
      @case@ (a == 2) @select@ [
9
        b @next@ 1, v @next@ False
10
      ]
11
      @fallback@ [
12
        b @next@ 4, v @next@ False
13
      ]
14
    )

Spaetestens jetzt sollte angemerkt werden, dass es sich um Transpilat-Material handelt, d.h. es wird hier Code generiert anstatt unmittelbar ausgefuehrt (und die Maschinerie dahinter noch verschwiegen). Aber es ist immerhin legaler Python-Code, im Sinne einer DSL und moege zur Anregung oder weiteren Ideen dienen. Zunaechst lasse ich es mal zur Verwirrung so stehen, und wage nur die Frage: Erkennt wer, was hier passiert?

(Firma: 1984now) #7616191
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Martin S. schrieb:

Aber es ist immerhin legaler Python-Code

Wenn das so ist (kann ich nicht einschätzen), beweist das eigentlich nur, dass Python auch nicht besser ist, als jede andere verbreitete Sprache. Man kann halt in jeder Sprache praktisch vollkommen unlesbaren Code verfassen.

Aber: man muss das nicht tun. In keiner dieser Sprachen. Naja, C++ vielleicht mal ein wenig ausgenommen...

#7616228
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Ob S. schrieb:

Man kann halt in jeder Sprache praktisch vollkommen unlesbaren Code verfassen.

Das stimmt.

Aber: man muss das nicht tun. In keiner dieser Sprachen. Naja, C++ vielleicht mal ein wenig ausgenommen...

Der Unterschied ist: in Python muß man sich Mühe geben, wenn man unlesbaren Code schreiben will. In den meisten anderen Sprachen muß man sich Mühe geben, um lesbaren Code zu schreiben.

Moderator #7616260
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Ein T. schrieb:

Martin S. schrieb:

Aber es ist immerhin legaler Python-Code,

Nein.

Der Code ist legal, wenn vorher folgenden Dinge geeignet definiert worden sind:

  • der Dekorator /process/

  • die Funktion oder Klasse /switch/

  • die Variablen /case/, /select/, /next/, /fallback/, /b/ und /v/

  • der /matmul/-Operator für die Klassen, auf deren Instanzen er angewendet wird

OP #7616279
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Ob S. schrieb:

Wenn das so ist, sollte er nicht lauffähig sein. Also entweder einen Laufzeitfehler liefern (im Interpreterbetrieb) oder einen Compilezeit-Fehler (wenn halt compiliert wird).

Er ist lauffaehig (sofern die Hilfsklassen importiert sind), und er generiert auch das Richtige. Ich betone noch mal den Hinweis: Es soll Code generiert werden, nicht nativ ausgefuehrt. Es handelt sich auch nicht um Code-Obfuscation. Ich hole kurz aus:

In der nativ in Python ausgefuehrten Form saehe es so aus:

1
if a == 1:
2
    b.next = 2
3
    v.next = True
4
elif a == 2:
5
    b.next = 1
6
    v.next = False
7
else:
8
    b.next = 4
9
    v.next = False

Daraus z.B. C-Code zu erzeugen geht nicht direkt per Generierung, sondern nur per vorherige Uebersetzung per AST (abstract syntax tree) in ein ein explizites Konstrukt wie hier:

1
  yield (
2
    context.If(a == 1).Then(
3
      b.set(2), v.set(True)
4
    ).Elif(a == 2).Then(
5
      b.set(1), v.set(False)
6
    ).Else(
7
      b.set(4), v.set(False)
8
    )
9
  )

Python ist leider dahingehend eingeschraenkt, dass man nicht einfach zwischen Generatoren und Ausfuehrung umschalten kann. Dazu muesste man eine Konditional-Struktur-Klasse (if, else, ..) ableiten sowie die Zuweisung ('=') per Metaprogrammierung umbiegen koennen.

Aus obigem laesst sich direkt per Ausfuehrung in Zielcode (gemaess context) transpilieren (hat einige Vorteile, das so zu tun).

Gibt noch ein paar andere Moeglichkeiten der lesbareren Darstellung. Die Problemstellung sollte somit etwas plastischer geworden sein :-).

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