"Kalibrierung" U und R

OP #7628946
Lesenswert?

Hallo,

könnte jemand der messtechnisch rel. gut ausgerüstet ist, für mich ein paar Widerstandsnormale und ein Weston-Normalelement (ungesättigt) nachmessen. Ich kann z.Z. direkt nur Spannung messen. Altes Fluke 8860A 5-1/2-stellig, der R-Bereich ist defekt. Ich hab außerdem ein paar Knick Spannungs-/Stromkalibratoren (Fehler ca.5E-4). Strom und Widerstand messe ich per Ohmsches Gesetz mit meinen R-"Normalen" und den I-Kalibratoren. Die gemessenen Werte scheinen plausibel zu sein, aber ich kenne die "wahren" Werte nicht. Das Zeug ist alles alt und nicht kalibriert.

Evt. könnte jemand der 6-1/2 oder 7-1/2 stellig messen kann, drei Dinge mal nachmessen, wenn sie oder er denn Zeit u. Lust hat.

1000 Ohm Vishay Selbstbau 100 Ohm Otto Wolff 1.018xxx Volt Weston Normalelement

Bei dem Westonelement ist die Umgebungstemperatur während der Messung wichtig.

Herzlichen Gruß, Uwe

#7629306
Lesenswert?

Hallo Uwe,

Bei dem Westonelement ist die Umgebungstemperatur während der Messung wichtig.

ob Dein Westonelement in der Disziplin Frachtpostzentrum bzw. Hub-Weitwurf eine genauso gute Figur macht wie in der Spannungshaltung?!

Welche Gefahr besteht darin mitzuteilen, wo Du zu Hause bist?

Die Republik und das benachbarte Ausland beheimatet zahlreiche freundliche Voltnuts, die Dich unterstützen könnten.

Was Du vielleicht auch noch erwähnen solltest, weil den jüngeren Foristen der Begriff Weston-Element vielleicht nichts sagt, ist, dass das Weston-Element nicht mit einer niedrigen Eingangsimpedanz belastet werden darf.

Ich meine, dass z.B. bestimmte Prema-Multimeter nicht in allen Spannungsmessbereichen hochimpedant sind.

Mutmaßlich kann auch die Umschaltung des Messbereichs bei bestimmten Premas während das Element angeschlossen ist, für unangenehme Überraschungen sorgen.

Viel Erfolg!

OP #7629546
Lesenswert?

Peter M. schrieb:

Welche Gefahr besteht darin mitzuteilen, wo Du zu Hause bist?

untergetaucht...., nein Berlin.

Was Du vielleicht auch noch erwähnen solltest,...

Richtig!

Transport sollte bei ungesättigten gut verpackt hoffentlich kein so großes Problem sein, nach Empfang ein paar Tage senkrecht ruhen lassen (Eierbecher, Schnapsglas o.ä.).

Danke Dir und Armin für die Hinweise zum Westonelement.

Gruß, Uwe

Gast #7631371
Lesenswert?

Erinnert an alte Zeiten, als alle "Bundeswehrverweigerer" in Berlin untertauchten. :-)

Ja, dann hiess es oft: "Bandmitglied xyz ist 'aus technischen Gründen' nach Berlin verzogen".

Für die Spätgeborenen:

  • mit Berlin ist nicht "Berlin - Haupststadt der DDR" gemeint
  • genaugenommen waren es "Totalverweigere" nicht "Bundeswehverweigerer", weil man konnte seine Wehrpflicht statt beim Bund auch als "Zivildienstleister" im Krankenhaus/Altersheim o.ä. aussitzen.

https://www.spiegel.de/politik/gelobte-stadt-a-9c39b0c8-0002-0001-0000-000014023511

https://www.spiegel.de/politik/auf-ewig-ausgerottet-a-de5bf548-0002-0001-0000-000013501919

Nach der Wiedervereinigung und damit mit Erlöschen des 4-Mächte-Status der Stadt war Berlin auch kein sicherer Hafen für solcherart mehr, die zogen dann oft ans Mittelmeer und blieben dort bis sie keine Mittel mehr hatten ;-).

#7631715
Lesenswert?

Werner H. schrieb:

1 V / 10 M = 0,1 µA, das kann die Elektrochemie der Westonzelle ohne Schaden liefern. Bei 10 MOhm eines DVM gibt es also keine Probleme.

Aber auch nur kurzfristig, denn sonst stimmt die Chemie nicht mehr - im wahrsten Sinn des Wortes.

In den alten sog. Eichtischen - bis in die 1970er Jahre - war eine 1,5V 150Ah Primärzelle als Versorgung und die Spannung des Westonelements wurde durch Vergleich mittels eines Null-Galvanometers - also Stromlos - genutzt. Die "Eichspannung" im mV Bereich konnte dann durch einen Kelvin-Teiler eingestellt werden.

#7631768
Lesenswert?

Werner H. schrieb:

1 V / 10 M = 0,1 µA, das kann die Elektrochemie der Westonzelle ohne Schaden liefern. Bei 10 MOhm eines DVM gibt es also keine Probleme.

Doch, selbst 10M ist eine unzulässig große Belastung.

Ich habe vor Ewigkeiten mal den Innenwiderstand eines gesättigten Westonelements zu ca. 1 kOhm gemessen. 10MOhm sind also nur etwa 10.000 Mal soviel, und eine Belastung damit würde die Spannung um etwa 0,1mV erniedrigen!

Gesättigte Westonelemente haben übrigens eine bessere Langzeitkonstanz als ungesättigte, aber einen größeren Temperaturkoeffizienten, weil sich wegen der temperaturabhängigen Löslichkeit des anwesenden festen Cadmiumsulfates dessen Konzentration in der Lösung ändert.

Beim ungesättigten Typ gibt es keinen Bodensatz aus kristallinem CdSO4, und deshalb bleibt dessen Menge in der Lösung nahezu konstant. (Die Konzentration in Mol/Liter kann sich wegen der Wärmeausdehnung des wässerigen Elektrolyten trotzdem geringfügig ändern.

#7632077
Lesenswert?

Peter M. schrieb:

das weiß ich leider nicht, sonst hätte ich es direkt geschrieben. Eines meiner Multimeter kann auch mit ">10 GOhm" messen, da ist man dann vermutlich auf der sicheren Seite.

Nun, ein normaler 7106 hat ja ohne Spannungsteiler einen Eingangs- widerstand im GOhm-Bereich aber ein Weston und ein 7106 passen von der Genauigkeit nicht zueinander. Mein 4,5 stelliges Agilent hat aber nur 10 MOhm. Wahrscheinlich war die Idee, mein jahrzehntealtes Weston zu reaktivieren, doch nicht so gut.

#7632192
Lesenswert?

Hallo Harald W.,

Harald W. schrieb:

Nun, ein normaler 7106 hat ja ohne Spannungsteiler einen Eingangs- widerstand im GOhm-Bereich aber ein Weston und ein 7106 passen von der Genauigkeit nicht zueinander. Mein 4,5 stelliges Agilent hat aber nur 10 MOhm. Wahrscheinlich war die Idee, mein jahrzehntealtes Weston zu reaktivieren, doch nicht so gut.

kompetente Gesprächspartner findest Du am 17. und am 18. August 2024 für eine Beratungsgebühr von EUR 19,80 pro Tag im Kongresszentrum in Hannover!

In Verbindung mit dem original PTB-Bleistift darfst Du Dir auch eine Stelle mehr aufschreiben, wenn die PTB denn vor Ort ist!

:)

#7632512
Lesenswert?

Peter M. schrieb:

kompetente Gesprächspartner findest Du am 17. und am 18. August 2024 für eine Beratungsgebühr von EUR 19,80 pro Tag im Kongresszentrum in Hannover!

In Verbindung mit dem original PTB-Bleistift darfst Du Dir auch eine Stelle mehr aufschreiben, wenn die PTB denn vor Ort ist!

Ja, ich denke, ich werde dieses Jahr wieder auf der Makerfaire sein und dort nicht nur den Stand der PTB besuchen!

#7632534
Lesenswert?

Harald W. schrieb:

Sind da die 10 MOhm eines Standardmultimeters schon zuviel Belastung?

Bei der Betrachtund des Multimeters ging es darum, dass manche bei der automatischen Bereichsumschaltung deutlich niederohmiger werden. Damit würde man ein Westoneleme für längere Zeit "Stören". Und ja. Wenn man 6.5 oder 7,5 Stellen nach dem Komma sehen kann und beim 7,5 stelligen bereits die drittletzte Stelle Abweichung zeigt tut das im Auge weh.

(Firma: ;-) gibt es auch) #7633262
Lesenswert?

Berlin ist immer mal ne Reise wert! Zugriff auf nen Agilent 3458A, frisch kalibriert. Für ganz Ängstliche: Eingangsimpedanz kann von Standard 10M auf <10GOhm eingestellt werden 😉 Temperatur messen gehört zu Alltag hier.

Wenns sein soll musste halt Bescheid geben via PM. Die Widerstände kannste sonst auch schicken wennste magst. Direkter Vergleich gegen hochpräzise Referenzwiderstände.

Viele Grüsse Ove

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren