Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Bohrung exzentrisch erweitern.


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von Kolja L. (kolja82)


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Ich habe Bleche und U-Profile (Stahl, V2A, je ca 1.5mm) mit 5mm 
Durchmesser.
Diese sind ca 2mm vom Rand entfernt, aber leider zu klein.
Mit 6mm käme ich deulich besser klar, aber der Abstand zum Rand soll 
gleich bleiben.

Ideen?
Zum Feilen sind es mir zu viele Teile.
Gute Standbohrmaschine ist leider nicht vorhanden, aber ein Bohrständer.

Was bleibt da noch?

von Peter M. (Gast)


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V2A Stahl, das bohrst und feilst Du nicht so einfach.
Wenn Dir feilen schon zuviel Arbeit ist, warum kannst Du die 5 mm Löcher 
nicht nutzen? Eine 5er Schraube passt gerade so durch die 5er Bohrung. 
Wobei 2 mm Abstand zum Rand sehr, sehr knapp ist. Bei Innensechskant ist 
der Kopfdurchmesser allgemein geringer.
Oder gehe auf 4 mm Schrauben.
Wenn Du versuchst aus den 5er Löchern 6er Langlöcher zu machen sieht das 
danach aus wie die Wutz.
V2A ist zäh, das wird hässlich. Stanzen oder fräsen sehe ich als 
realistische Möglichkeit. Aber nicht im Hobbykeller mit einem wackeligen 
Bohrmaschinenständer.

von Daniel F. (df311)


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Kolja L. schrieb:
> Ich habe Bleche und U-Profile (Stahl, V2A, je ca 1.5mm) mit 5mm
> Durchmesser.
> Diese sind ca 2mm vom Rand entfernt, aber leider zu klein.
> Mit 6mm käme ich deulich besser klar, aber der Abstand zum Rand soll
> gleich bleiben

ich kann mir zwar vorstellen was du meinst, aber der Text ist - so wie 
er ist - sinnlos.

eine einfache Skizze würde den größten Teil der (verwirrenden) Prosa 
ersetzen.

Peter M. schrieb:
> aus den 5er Löchern 6er Langlöcher zu machen

ähm, vorausgesetzt das passende Werkzeug und Geschick  ist vorhanden:

wenn ich bei einen Loch den Mittelpunkt um die halbe Differenz der 
Durchmesser verschiebe und ein größeres Loch bohre, dann sollte das Loch 
doch rund werden?

von Christian B. (luckyfu)


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Daniel F. schrieb:
> wenn ich bei einen Loch den Mittelpunkt um die halbe Differenz der
> Durchmesser verschiebe und ein größeres Loch bohre, dann sollte das Loch
> doch rund werden?

Ja, wenn das vorherige Loch 3 und das folgende Loch 10mm ist vielleicht. 
Aber bei einem 5mm Loch, welches vorhanden ist, wirst du mit einem 6mm 
Bohrer kein außerzentrisches Loch hin bekommen, da der Bohrer einfach in 
das vorhandene Loch wandern wird. Wenn, dann kann man das nur mit einem 
Stirnfräser schaffen, der verbiegt sich nicht, aber auf einem 
Bohrständer kann man das getrost vergessen. Das wird allenfalls Eirig.

von Daniel F. (df311)


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Christian B. schrieb:
> Ja, wenn das vorherige Loch 3 und das folgende Loch 10mm ist vielleicht.
> Aber bei einem 5mm Loch, welches vorhanden ist, wirst du mit einem 6mm
> Bohrer kein außerzentrisches Loch hin bekommen, da der Bohrer einfach in
> das vorhandene Loch wandern wird. Wenn, dann kann man das nur mit einem
> Stirnfräser schaffen, der verbiegt sich nicht, aber auf einem
> Bohrständer kann man das getrost vergessen. Das wird allenfalls Eirig.

ok, du hast dich auf den konkreten Fall bezogen, ich mich auf den 
Idealfall ;-)

Daniel F. schrieb:
> ähm, vorausgesetzt das passende Werkzeug und Geschick  ist vorhanden:

von Christian B. (luckyfu)


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Daniel F. schrieb:
> ok, du hast dich auf den konkreten Fall bezogen, ich mich auf den
> Idealfall ;-)

ja, was nützt dir der Idealfall, wenn er im konkreten Fall nicht 
funktioniert? Dann ist der Rat ziemlich sinnlos :)

Daniel F. schrieb:
>> ähm, vorausgesetzt das passende Werkzeug und Geschick  ist vorhanden:

Ich möchte das gern mal sehen, wie du in ein vorhandenes 5mm Loch in 2mm 
V2A mit einem 6mm Bohrer ein um 1mm zentrisch versetztes Loch bohrst 
(und das Loch ist nachher auch wirklich kreisrund). Wo muss ich hin 
kommen?

: Bearbeitet durch User
von Marcel V. (mavin)


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Daniel F. schrieb:
> eine einfache Skizze würde den größten Teil der (verwirrenden) Prosa
> ersetzen.

Christian B. schrieb:
> Ich möchte das gern mal sehen, wie du in ein vorhandenes 5mm Loch in 2mm
> V2A mit einem 6mm Bohrer ein um 1mm zentrisch versetztes Loch bohrst
> (und das Loch ist nachher auch wirklich kreisrund).

Der Bohrer wird nur um 0,5mm versetzt, verbiegt sich aber trotzdem beim 
Bohren und kann abbrechen!

Christian B. schrieb:
> Aber bei einem 5mm Loch, welches vorhanden ist, wirst du mit einem 6mm
> Bohrer kein außerzentrisches Loch hin bekommen.

Zumal die Querschneide des Bohrers in der Luft hängt und somit keine 
Zentrierung mehr vorhanden ist!

von Troll A. (trollator)


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Ich bin jetzt kein Profi in Metallbearbeitung, aber würde mal behaupten 
das geht nur mit Fräsen und recht langsamen Vorschub.

Worin besteht denn das Problem, dass die vorhandenen 5mm Löcher nicht 
ausreichen?

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> V2A Stahl, das bohrst und feilst Du nicht so einfach.

Ach komm, mit ordentlich Muskeln bekommt man das schon hin. .-)

Industriell gibt es da wohl zwei Ansaetze. Erstens einen Fraeser 
verwenden. Setzt aber vorraus das man die Teile vernuenftig spannen kann 
und Bohstaender kein wackeliger Wutz ist weil hochlegierte Staehle Kraft 
brauchen.

Es gibt kleine Fingerfraeser aus Hartmetall die zum "pfuschen" gedacht 
sind. Die verwendet man ueblicherweise in Luftgeraeten mit sehr hoher 
Drehzahl. Die kann man in der Hand fuehren wenn man nicht ganz kraftlos 
ist.

Sowas hier:

https://www.bohrer-handel.de/product-113.html

Und dann einen Geradschleifer:

https://www.amazon.de/Makita-GD0600-Geradschleifer-400-W/dp/B000I6PIQ2?th=1

Bohrmaschine hat zu wenig Drehzahl. Der Witz ist hohe Drehzahl und fein 
Zaehne am Fraeser damit man das von Hand fuehren kanne ohne das es 
verkanntet.

Vanye

von Martin S. (sirnails)


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Die einzige Möglichkeit, die mir für Privat einfällt, wäre einen 
größeren Metallblock mit Deiner 6mm Bohrung oben auf die Bleche zu 
setzen, ordentlich mit dem Blech zusammen festzuspannen, und versuchen, 
durchzubohren. Viel Öl, wenig Vorschub - das ist zwar der sichere Tod 
eines jeden Bohrers aber einen Versuch Wert.

Alternativ gibt es überall kleinen CNC Buden, die Dir das für Geld 
machen. Aber da wäre dann die Frage, ob es das Material überhaupt wert 
ist.

von Wollvieh W. (wollvieh)


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Exzentrisch ist nicht nur die gesuchte Bohrung, sondern vor allem die 
Beschreibung derselben.

von Walter T. (nicolas)


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Sicher geht das. Auch mit der Ausstattung. Es macht nur keinen Spaß.

Man zwingt oben und unten jeweils ein Stück Stahl (3,5 ... 4 mm wären 
prima) auf und bohrt dann den ganzen Stapel neu.

Wenn's rostfrei bleiben soll, müssen die dicken Streifen aus dem 
gleichen Stahl wie das Blech sein.

Das Problem ist: Man muß für jedes Bohrloch den ganzen Stapel neu 
bohren. Kommt man auf die weniger kluge Idee, ein fertiges Bohrloch im 
Deckstreifen zu nutzen, wird sich der Bohrer verhaken.

von Udo S. (urschmitt)


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Vanye R. schrieb:
> Es gibt kleine Fingerfraeser aus Hartmetall die zum "pfuschen" gedacht
> sind. Die verwendet man ueblicherweise in Luftgeraeten mit sehr hoher
> Drehzahl. Die kann man in der Hand fuehren wenn man nicht ganz kraftlos
> ist.
>
> Sowas hier:
>
> https://www.bohrer-handel.de/product-113.html
>
> Und dann einen Geradschleifer:
>
> https://www.amazon.de/Makita-GD0600-Geradschleifer-400-W/dp/B000I6PIQ2?th=1

erscheint mir noch als die Lösung die man am ehesten machen kann.

Ansonsten bleibt nur jemanden finden der einem das fräst oder lasert.

Was soll da durch?
Was soll rauskommen: 5mm Langloch oder 6mm rund?

Was muss das halten?

Eine Skizze wäre wirklich hilfreich.

von Rüdiger B. (rbruns)


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sowas:
https://www.ebay.de/itm/394219484286
und einen Klotz mit 3,2 mm drunter zum Führen.

von Marcel V. (mavin)


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Man kann auch eine hohe, gehärtete und geschliffene 6mm Bohrbuchse in 
eine Hartholzplatte einsetzen und von unten eine Gegenplatte legen.

Das ganze Paket muss unter der Säulenbohrmaschine passend platziert und 
stramm fixiert werden!

von Kolja L. (kolja82)


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Vanye R. schrieb:
> Es gibt kleine Fingerfraeser aus Hartmetall die zum "pfuschen" gedacht
> sind. Die verwendet man ueblicherweise in Luftgeraeten mit sehr hoher
> Drehzahl. Die kann man in der Hand fuehren wenn man nicht ganz kraftlos
> ist.
> Sowas hier:
> https://www.bohrer-handel.de/product-113.html

Danke, so etwas kannte ich noch nicht und die Idee klingt erstmal 
testwürdig.

Werde berichten, aber erst nächste Woche.

Danke 😃

von Michael B. (laberkopp)


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Kolja L. schrieb:
> Zum Feilen sind es mir zu viele Teile.
> Gute Standbohrmaschine ist leider nicht vorhanden, aber ein Bohrständer.
> Was bleibt da noch?

Dremel mit zylindrischem Schleifstift, Teil so hinlegen dass die 
Vergrösserung nach unten geht, Dremel per Hand führen bis das Loch gross 
genug ist.

Wenn es wirklich VIELE sind brauchst du mehr als 1 Schleifstift.

von Udo S. (urschmitt)


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Kolja L. schrieb:
> Werde berichten, aber erst nächste Woche.

Ja bitte.

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Vielleicht hast du Kontakt zu jemanden, der die Löcher Stanzen statt 
bohren kann.

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Dremel mit zylindrischem Schleifstift,

Nicht das ich es selber probiert haette, aber ich hab so meine Zweifel 
ob ein Dremel fuer Edelstahl noch genug Energie aufbringt.
Aber versuchen kann man es ja. .-)

Vanye

von Uli S. (uli12us)


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Wie wärs denn in dem beschriebenen Fall mit nem Karosseriebohrer. Das 
könnte mit etwas Glück einwandfrei funzen. Der sieht aus wie einn 
Holzbohrer.
Wenn man dann noch die Zentrierspitze wegschleifen würde, nur in dem 
Fall, dass die stören würde, dann schneidet der Bohrer zuerstmal in 
einem Ring ganz aussen. da störts dann nicht, dass innen schon gebohrt 
ist, wenn man die vorbohrung erreicht, dann ist die Führung aussen schon 
gross enug, dass der Bohrer nicht mehr wandert. Sinnvoll wär natürlich 
trotzdem, wenn man zuerstmal irgend ein Opferblech drüber spannt, damit 
die Führung ausreiched gross ist.

von J. T. (chaoskind)


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Vanye R. schrieb:
> Nicht das ich es selber probiert haette, aber ich hab so meine Zweifel
> ob ein Dremel fuer Edelstahl noch genug Energie aufbringt.
> Aber versuchen kann man es ja. .-)
> Vanye

Aus eigener Erfahrung weiß ich, das der Dremel zumindest genügend 
LEISTUNG bringt, um einen Diamantstaubschleifstift in Edelstahlblech 
auszuglühen. Aber auch Dremels gibt es von kraftlos bis ziemlich potent.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Vanye R. schrieb:
>> Dremel mit zylindrischem Schleifstift,

Ich würd eher einen nicht vollständig zylindrischen empfehlen. Zumindest 
abgerundet sollte er vorne sein. Dann kann er schon mal im 5mm Loch 
ansetzen.

https://www.krause-modellbau.shop/2-silikon-polierscheiben-5763.html

Den Schleifstift kann man ja auch in eine Säulen-Bohrmaschine 
einspannen. Allerdings sollte das Werkstück gut im Schraubstock fixiert 
werden. Allerdings kommt man damit nicht wirklich auf Drehzahl. Gut ist, 
wenn man einen Ständer für einen Dremel hat.

> Nicht das ich es selber probiert haette, aber ich hab so meine Zweifel
> ob ein Dremel fuer Edelstahl noch genug Energie aufbringt.
> Aber versuchen kann man es ja. .-)

meine kleine Hand-Bohrmaschine (keine Marke "Dremel", aber 
funkionsgleich) schafft 20.000 Umdrehungen/Minute. In Kombination mit 
meiner Kollektion Zahnarzt-Bohrer, Schleifstifte und Fräser [*1] bin ich 
immer wieder erstaunt, wsa ich da alles weg gebohrt/gefräst/gescheift 
bekomme. Normaler Stahl (1.5 mm) klappt auf jeden Fall ....

[*1] ich durfte mal bei der Auflösung eines Dental-Labors mit helfen. 
Zähne Zahnschmelz und Keramik-Kronen  sind schon ziemlich robust, also 
muss es das Werkzeug auch sein. Die weiter oben genannten 
"Pfusch-Fräser" sind auch mit dabei, die schaffen tatsächlich gut was 
weg.

: Bearbeitet durch User
von Rainer D. (rainer4x4)


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Troll A. schrieb:
> würde mal behaupten das geht nur mit Fräsen

Jepp, so würde ich es auch machen. Einfach und schnell.

von Walter T. (nicolas)


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Das dumme ist halt, dass 5 mm kein Standarddurchmesser für Feilen ist. 
Ansonsten hätte ich gesagt: "Rundfeile 5 mm, Hieb 1" und die Sache wäre 
schneller und billiger als mit dem Dremel erledigt.

Bei den üblichen Herstellern (Pferd & Co.) haben 100-mm-Rundfeilen 4 mm 
Außendurchmesser und 150 mm 6,5 mm.

Von den Abmessungen wäre das hier ideal:
https://www.amazon.de/KOTARBAU%C2%AE-Werkstattfeile-Rund-L%C3%A4nge-Metallverarbeitung/dp/B08SM9829X

Von dem Hersteller habe ich allerdings noch nie gehört, kann also 
durchaus Tofudreg sein.

von Rainer D. (rainer4x4)


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Walter T. schrieb:
> Ansonsten hätte ich gesagt: "Rundfeile 5 mm, Hieb 1" und die Sache wäre
> schneller und billiger ..... erledigt.

Siehe Eingangspost, ist dem TE zu mühsam.
Es sei denn er würde second hand...:
https://www.youtube.com/watch?v=AaqSzFGknNE

von Uli S. (uli12us)


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Wenn der TO jetzt irgendwas hätte, das eine präzise Führung erlaubt, 
dann könnte ers ja stanzen. An sich ist das keine grossartige Sache, 
aber das steht und fällt halt mit der entsprechenden Vorrichtung. Es 
gibt fürs Autobasteln entsprechende Handzangen, aber ob jetzt mit dem 
richtigen Durchmesser und Lochabstand vom Rand weiss ich nicht. Naja, 
und Va mit der Stärke ist im Auto auch recht selten. Jedenfalls klappt 
das prinzipiell schon, ob bei der Anwendung müsste probiert werden.

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