Transistortypen Hella Warnblinker 70er Jahre

OP #7633611
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Hallo zusammen,

ich habe einen alten KfZ-Pannen-Warnblinker geschenkt bekommen, vermutlich aus den 70ern. Das Teil funktioniert noch. Es sind sogar noch alte Varta-Pertrix-Monozellen drin, die noch ausreichend Saft haben.

Mich hat die Schaltung interessiert, daher habe ich die Leuchte zerlegt und die Platine ausgebaut, siehe Bilder. Es handelt sich um einen simplen astabilen Multivibrator, der eine 6V-Birne mit 2,4W ungefähr einmal pro Sekunde kurz aufblitzen lässt. Rs im Schaltbild ist die Drahtwendel auf der Platine, diese kann über den Test-Taster kurzzeitig zugeschaltet werden und dient laut Aufdruck als Batterietester: Die Lampe soll bei vollen Batterien nicht aufhören zu blinken (die alten enthaltenen Zellen überstehen den Test leider nicht mehr).

Was ich nicht erkennen kann: Welche Transistoren sind hier wohl verbaut? Es handelt sich offenbar um PNP-Transen, vermutlich Germanium, im hohen TO-18 Gehäuse. Der Aufdruck beschränkt sich auf "T18" und "T19", wie im Schaltbild. Ich vermute, dahinter verbergen sich Standard-Typen. Kann mir hier jemand weiterhelfen? Zumindest T19 muss eine Type sein, die kurzzeitig den relativ hohen Einschaltstrom der Lampe verträgt. Im Netz habe ich bisher leider nichts gefunden.

Viele Grüße

Felix

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#7633692
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Felix H. schrieb:

Was ich nicht erkennen kann: Welche Transistoren sind hier wohl verbaut? Es handelt sich offenbar um PNP-Transen, vermutlich Germanium, im hohen TO-18 Gehäuse.

Transistoren. ist doch mega uncool obiges zu schreiben

Es sind Germanium Typen, in diesem Komplementärblinker. T18 ist wohl der NPN und E-C vertauscht in Deinem Plan. es gibt eine Siemens-Schaltbeipiele Schaltung dazu mit weitergehender Erklärung. Heft müßte ich raussuchen.

Hersteller selektiert, doch wirst Du mit den noch heute (einigermassen erhältlichen) AC187 / AC188 genauso Erfolg haben.

(Firma: 1984now) #7633700
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Andrew T. schrieb:

Es sind Germanium Typen, in diesem Komplementärblinker.

Muss nicht mal sein. Ich habe damals(tm) als eine meiner ersten funktionstüchtigen Schaltungen eine ganz ähnlichen Blinker mit SC206/GC121 gebaut, weil ich die einfach gerade da hatte. Also halb Si, halb Ge.

Die Vorlage stammte damals übrigens aus dem "Großen Transistorbastelbuch" von H. Jakubaschk.

#7633718
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Felix H. schrieb:

Es handelt sich offenbar um PNP-Transen, vermutlich Germanium, im hohen TO-18 Gehäuse. Der Aufdruck beschränkt sich auf "T18" und "T19", wie im Schaltbild. Ich vermute, dahinter verbergen sich Standard-Typen

Eher TO-1

Transistoren waren teuer, ein AC128 musste bestimmte Parameter einhalten, nicht jeder Transistor hatte das Glück in der manuellen Fertigung, Hella brauchte aber die ganzen Parameter nicht, er musste nur in der Schaltung von Hella funktionieren. Und genau diesen Ausschuss bekam Hella dann auch billiger. Es werden also schlechte Standardtypen gewesen sein.

(Firma: 1984now) #7633730
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Michael B. schrieb:

Transistoren waren teuer, ein AC128 musste bestimmte Parameter einhalten, nicht jeder Transistor hatte das Glück in der manuellen Fertigung, Hella brauchte aber die ganzen Parameter nicht, er musste nur in der Schaltung von Hella funktionieren. Und genau diesen Ausschuss bekam Hella dann auch billiger. Es werden also schlechte Standardtypen gewesen sein.

Ziemlich wahrscheinlich stimmt das. Diese Komplementär-Blinkschaltung ist sehr gutmütig, solange sie nicht das Ziel hat, ein exaktes Timing zu erreichen, sondern einfach nur mit dem ungefähr richtigen Timing blinken soll.

#7633749
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Viel bla-bla, alles falsch! 😆🤣😂

Ich räum dann mal auf:

"...Komplementärblinkschaltung, PNP und NPN...".

Nö. Beide Transistoren haben die übliche, metallische Emitterfahne am Gehäuse, beide zeigen fluchtartig vom Trimmpoti weg, beide Emitter sind mittels Leiterbahn direkt miteinander verbunden! Daher: Komplementär scheidet aus. Es sind beides PNP-Typen. (Batteriefach-Polung eindeutig, Elko-Polung eindeutig)

Gehäuse "...eher TO-1".

Nö, es ist TO-18-L, (T)ransistor (O)utline 18 (L)ong.

Beispiel dafür AC122.

Silizium hats übrigens nie in diesem dünnen, langen Gehäuse gegeben.

#7633830
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Und weils so schön ist: Die herbeigesehnte "Komplementär(transistoren)schaltung"zeichnet sich dadurch aus, nur einen einzigen Elko zu benutzen. Hier sinds aber zwei. Es ist ein unsymmetrischer, astabiler Multivibrator. Desweiteren ist die Komplementärschaltung "stromsparend", die hier verwendete jedoch nicht, einer der beiden Transistoren ist immer leitend.

#7633860
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radiomuseum(dot)org

Ganz oben rechts auf den Tab "Röhren & Tr" clicken.

Im ersten Eingabefeld "Suche nach einem Bauteil" AC122 eingeben, rechts daneben auf das rot unterlegte "GO" clicken.

Kostet nichts, ist anmelde- und gebührenfrei.

Es erscheint das Originalfoto eines zeitgenössischen Telefunken AC122, links unten findet sich die Pinbelegung von unten, samt Emitterfahne und im Text findet sich TO18-L.

Dein Nachbautyp ist 21. Jahrhundert eines Herstellers, den es "damals" noch gar nicht gab, Michael (laberkopp)!

Immer schön bei der Wahrheit bleiben, auch wenns schwerfällt.

OP #7634255
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Hallo zusammen,

danke für eure Beiträge. Ich weiß zwar noch nicht, um welche Transistoren es sich schlussendlich handelt, aber dass es irgendwelche AC-Typen sind, liegt auf der Hand. Die These, dass es sich um billige Ausschussware handeln könnte, klingt für mich plausibel. Danke für den Tipp!

Ich wollte mit meinem Beitrag keine Grundsatzdiskussion über Wahrheiten entfachen. Die Analyse der Schaltung zeigt deutlich, dass es sich um einen astabilen Multivibrator mit zwei PNP-Transistoren handelt. Beide Emitter liegen auf + Potential. Desweiteren sind zwei Elkos "über Kreuz" verbaut, jeweils vom Kollektor des einen zur Basis des anderen Transistors. Die stromsparende Komplementär-Blinkschaltung mit nur einem Kondensator, die ich sehr gut kenne, scheidet hier definitiv aus.

Ich wünsche allen friedliche und frohe Ostertage!

Felix

Gast #7635505
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Felix H. schrieb:

vermutlich aus den 70ern

Der ulkige Frosch auf Reiherstelzen hat ein Design vom Ende der 1960-er.

https://www.hella.com/hella-at/de/Historie-998.html Klick auf Produktentwicklung ⇒ 1965 erster vollelektronischer Blinkgeber.

eine 6V-Birne mit 2,4W ungefähr einmal pro Sekunde aufblitzen ... ... Welche Transistoren sind hier wohl verbaut?

Rechnerisch 0,4 A - AC 153 kann theoretisch 1 A, doch wegen dem PTC-Effekt aka Kalteinschaltimpuls brauchts mehr.

IMHO eine Testcharge, spez. gestempelt für eine Prototypen-Kleinserie aka Werbegeschenk an Handverlesene - dann Sammlerstück und gut aufpassen!

1971/72 vertrieb Hella stabile Rechteckige ohne Elektronik mit dem altbewährtem Bimetallglühobst 6 Volt 2,4 Watt nach dem Prinzip der Flipperbirne:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Blinkgluehlampe_Bimetall_animated.gif (die Suche nach ge406 liefert auch einige)

Gerald B. schrieb:

Silizium pnp mit 500 mA

Mehr ist sicherer, z.B. 1,5 A BD 136 o. gar eine 2 A Type.

Gerald B. schrieb:

das Glühobst durch eine orange 3W

Na welche Farbe hat denn der Warnblinker im ersten Bild?

Klaus H. schrieb:

Auf den Transistoren steht doch was drauf

Japp und wer lesen kann ist im Vorteil:

Felix H. schrieb:

... "T18" und "T19", wie im Schaltbild.

Felix H. schrieb:

dass es irgendwelche AC-Typen sind, liegt auf der Hand. Die These, dass es sich um billige Ausschussware handeln könnte, klingt für mich plausibel.

Eher keine "irgendwelche AC-Typen" oder "billige Ausschußware". Im Westen aus Prestigegründen (Konkurrenzrufschädigung) zwingend entsorgt und nur im Osten bzw. DDR aus Mangelgründen vermarktet, z.B. im Experimentbaukasten oder auch ungestempelt u.d.H. verteilt.

Die Testcharge floppte, weil Bimetallware dasselbe viel günstiger tut und das alternative Blinkerglühobst gibts immer noch als Ersatzteil.

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