Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Suche IC für IKEA DUKTIG Kinderküche


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von Dominik F. (dommi81)


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Hallo werte Gemeinde,

ich habe hier ein IKEA Kochfeld für eine Kinderküche das zeimlich stark 
verrostet war. Aller sauber gemacht, fehlende Bauteile wieder eingelötet 
und trotzdem keine Funktion. Der IC hat keine Beschriftung.

Es soll lediglich mit dem jeweiligen Druckknopf die LED des 
entsprechenden Kochfelds ein- und ausgeschaltet werden. Daher dachte ich 
instinktiv an einen dual-flip-flop. Doch hatte bislang keinen Erfolg bei 
der Suche des ICs. Einen uC würde ich aufgrund der Beschaltung 
ausschließen.

Ich habe einen "Schaltplan" und ein Bild angefügt.

Danke für eure Hilfe.

von H. H. (Gast)


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Dominik F. schrieb:
> Einen uC würde ich aufgrund der Beschaltung
> ausschließen.

Passt aber bestens zu einem der ganz billigen von Padauk.

von Michael B. (laberkopp)


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Dominik F. schrieb:
> Daher dachte ich instinktiv an einen dual-flip-flop.

Wie soll das ohne Entprellung funktionieren

Dominik F. schrieb:
> Einen uC würde ich aufgrund der Beschaltung ausschließen.

Tja. VCC und RESET an plus, GND an minus, PIC12F508 oder Padauk.

von Dominik F. (dommi81)


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Danke für eure Antworten!

H. H. schrieb:
> Passt aber bestens zu einem der ganz billigen von Padauk.

Dachte nur dass ein uC für so einen Zweck etwas übertrieben ist.

Michael B. schrieb:
> Tja. VCC und RESET an plus, GND an minus, PIC12F508 oder Padauk.

Stimmt, ist mir jetzt auch aufgefallen. Glaube ich aber nicht dass für 
so eine primitive ein/aus Schaltung ein uC verwendet wird.

Es ist aber nicht ausgeschlossen dass es ein uC ist.

Michael B. schrieb:
> Wie soll das ohne Entprellung funktionieren

Wäre bestimmt mit im IC integriert, vorrausgesetzt es gibt so einen IC.

von H. H. (Gast)


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Dominik F. schrieb:
> Glaube ich aber nicht

In Glaubensfragen bitte an den örtlichen Vertreter einer 
Religionsgemeinschaft wenden.

von Oliver R. (orb)


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Dominik F. schrieb:
> vorrausgesetzt es gibt so einen IC.

Ja, nennt sich µC

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Dominik F. schrieb:
> Dachte nur dass ein uC für so einen Zweck etwas übertrieben ist.

Ist heute ganz normal. Überall wo du heute einfache Taster-Steuerungen 
hast und das Produkt aus Asien kommt ist mit großer Wahrscheinlichkeit 
ein meist unbeschrifteter "mysteriöser" µC drin.

Padauk wurde schon genannt. Von der Firma kostet ein einfacher µC unter 
3 Euro Cent wenn du genug von nimmst. Padauk hat den Vorteil, dass es 
englische Dokumentation, Entwicklungsumgebung und besonders Programmer 
in den Westen geschafft haben.

Das ist aber bei Weitem nicht der billigste µC für solche Anwendungen 
aus Asien. Es gäbe es zum Beispiel von Nyquest Technology den NY8A051H 
https://www.nyquest.com.tw/upload/2024_02_293/NY8A051H_v1.6.pdf. Da bist 
du mit 1,7 Cent pro Stück dabei wenn du 10000 Stück nimmst.

Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr Typen die wir im Westen nicht 
kennen. Besonders wenn es nur chinesische Dokumentation gibt und es 
keine Entwicklungsumgebung und Programmer in den Westen geschafft haben.

Ein Kollege meine mal scherzhaft, dass wenn du einen Eimer voll von 
diesen µC hast, der Eimer teurer als die µCs drin.

: Bearbeitet durch User
von Frank O. (frank_o)


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H. H. schrieb:
> Passt aber bestens zu einem der ganz billigen von Padauk.

Hast du damit schon etwas gemacht?

von Martin S. (sirnails)


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Dominik F. schrieb:
> Aller sauber gemacht, fehlende Bauteile wieder eingelötet
> und trotzdem keine Funktion.

Hast Du die SMD-Taster geprüft? Nachdem meine Kinder Weltmeister darin 
sind, das Kochfeld zu putzen, hab ich die schon zweimal tauschen müssen. 
Ist so ein dämliches Sonderformat, das man nicht bekommt. Wurde damals 
über Kleinanzeigen fündig, bei jemand anderen, der das gleiche Problem 
hatte.

von Frank O. (frank_o)


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Baue doch eine Platine, mit gängigen Mikrocontroller. Vielleicht kannst 
du die als "kompatibel" verkaufen.

von Peter D. (peda)


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Dominik F. schrieb:
> Daher dachte ich
> instinktiv an einen dual-flip-flop.

Ne, da bräuchte man zuviel Außenbeschaltung, Logik-IC haben  weder 
Entprellung noch Power-On Reset.

Um 180° gedreht ginge z.B. ein ATtiny13 (Reichelt 1,20€), Pin 4 = GND, 
Pin 8 = VCC.
Pin-Change Interrupt fürs Strom sparen (Power down, 150nA), wenige 
Zeilen C-Code, fertig.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Martin S. schrieb:
> Ist so ein dämliches Sonderformat, das man nicht bekommt. Wurde damals
> über Kleinanzeigen fündig, bei jemand anderen, der das gleiche Problem
> hatte.

Für mich sehen die auf dem Bild ziemlich normal aus. Ähnlich

https://de.aliexpress.com/item/1005005209141683.html
https://de.aliexpress.com/item/32887573473.html
https://de.aliexpress.com/item/1005005746167999.html

von Harald K. (kirnbichler)


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Martin S. schrieb:
> Hast Du die SMD-Taster geprüft?

Auf dem Bild da oben sieht man bedrahtete THT-Taster. Nix SMD.

von Martin S. (sirnails)


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Harald K. schrieb:
> bedrahtete THT-Taster. Nix SMD.

Macht der Gewohnheit.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Dominik F. schrieb:
> Dachte nur dass ein uC für so einen Zweck etwas übertrieben ist.
Warum? Der verbraucht genauso viel Silizium und Plastik wie das 
Flipflop. Und man kann ihn programmieren.

> Glaube ich aber nicht dass für so eine primitive ein/aus Schaltung ein
> uC verwendet wird.
Wenn man diesen µC noch in anderen "Schaltungen" einsetzt, dann kommt 
man insgesamt auf bessere Stückzahlen, als wenn man da jedesmal ein 
spezielles Flipflop oder Monoflop oder "Blinkflop" sucht.

von Tristan M. (antimodes)


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>Warum?

Ich habe da eine Erklärung zu:
In diesem Forum wird usern regelmäßig vorgeworfen, dass für einfachste 
Aufgaben heutzutage ein uc benutzt werden muss anstatt das diskret zu 
lösen. Der uc wird quasi mit planlosigkeit gleichgesetzt. Ich denke das 
gräbt sich ins kollektive Gedächtnis ein.
Ist vermutlich ein ähnlicher Effekt der viel zu häufig auf eine, 
durchaus prägnante und gut aufbereitete, Frage den nachgeblökten Aufruf 
nach Schaltplan (*1) und größerer Absicht provoziert... Das haben die 
Leute vielleicht selbst von den usern mit Ahnung gesagt bekommen oder 
schlicht gelesen.


edit *1: Ich meinte natürlich Aufbau ;-)

: Bearbeitet durch User
von Peter D. (peda)


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Martin S. schrieb:
> Hast Du die SMD-Taster geprüft? Nachdem meine Kinder Weltmeister darin
> sind, das Kochfeld zu putzen, hab ich die schon zweimal tauschen müssen.

Ja, was man so liest, sind es die Taster. Warum sollte auch der µC den 
Geist aufgeben?

von Frederic S. (frederics)


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Hast Du gemessen Bekommt der uC Strom ?

Was spricht dagegen die Taster gegen DruckSchalter zu tauschen und die 
Elektronik einfach wegzulassen?

von Peter D. (peda)


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Tristan M. schrieb:
> In diesem Forum wird usern regelmäßig vorgeworfen, dass für einfachste
> Aufgaben heutzutage ein uc benutzt werden muss anstatt das diskret zu
> lösen.

Ja, das ist eben nicht mehr zeitgemäß, ein µC hat zu viele Vorteile. Ein 
µC verringert den Schaltungsaufwand drastisch.

Das Hauptproblem ist aber, daß sich die heutigen Bastler zu wenig 
Gedanken machen oder machen wollen. Die Ideen sind daher sehr 
unausgegoren und nebulös. Und das beißt sich entschieden mit einer 
reinen Hardwarelösung. Der kleinste Fehler und die Platine ist für die 
Tonne.
In Software kann man dagegen die Lösung schrittweise verfeinern und 
viele Fehler ausbügeln.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Frederic S. schrieb:
> Was spricht dagegen die Taster gegen DruckSchalter zu tauschen
Standesgemäß wären Touchtaster wie am "richtigen" Herd. Gibts für 20 
Cent beim Ali unter dem Stichwort TTP223.

von H. H. (Gast)


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Frank O. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Passt aber bestens zu einem der ganz billigen von Padauk.
>
> Hast du damit schon etwas gemacht?

Das Datenblatt gelesen.

Ich bin ja schon lange im Ruhestand, und für Bastelei nimmt man was man 
kennt und da hat.

von Harald K. (kirnbichler)


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Frederic S. schrieb:
> Was spricht dagegen die Taster gegen DruckSchalter zu tauschen und die
> Elektronik einfach wegzulassen?

Der Stromverbrauch. Der µC kann sich nach ein paar Minuten einfach 
ausschalten, während bei Schaltern die LEDs so lange leuchten, bis die 
Batterie leer ist.

Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern aber korreliert nicht mit Dingern, 
die man ausschalten muss.

Und nein, nicht jedes Kinderspielzeug taugt zur "Aber achtet auf die 
Batterien!"-Erziehung.

von K. F. (Firma: Dipl.-Ing.*in) (ntguser)


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Tristan M. schrieb:
> In diesem Forum wird usern regelmäßig vorgeworfen, dass für einfachste
> Aufgaben heutzutage ein uc benutzt werden muss anstatt das diskret zu
> lösen. Der uc wird quasi mit planlosigkeit gleichgesetzt. Ich denke das
> gräbt sich ins kollektive Gedächtnis ein.

Ist das gfs der Grund, warum solche Controller in gewaltigen Stückzahlen 
erzeugt werden?
Und wenn es nur Cents sind - wo ist dann da das Problem?

von Harald K. (kirnbichler)


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K. F. schrieb:
> Ist das gfs der Grund

Was soll "gfs" der Grund sein? Planlosigkeit?

Nee. Ganz klar nicht. Die Hersteller von so etwas können rechnen, und da 
bringt jedes eingesparte Bauteil, auch wenn es nur irgendwas passives 
ist, eine Kostenersparnis.

Es ist halt viel billiger, eine LED mit einem µC anzusteuern, um sie 
blinken zu lassen, als dafür einen NE555 zu verwenden, oder gar das 
ganze mit einer aus Transistoren diskret aufgebauten Schaltung zu 
machen.

von Frank O. (frank_o)


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H. H. schrieb:
> und für Bastelei nimmt man was man
> kennt und da hat.

Da bin ich völlig bei dir.
Irgendwann hatte es eine Panik gegeben, dass es den ATTiny10 bald nicht 
mehr geben wird. Also hatte ich noch eben 300 Stück gekauft.
Die reichen für den Rest meines Lebens.

von Harald K. (kirnbichler)


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Frank O. schrieb:
> Also hatte ich noch eben 300 Stück gekauft.
> Die reichen für den Rest meines Lebens.

Ich drück' Dir die Daumen, daß Du noch weiteren Bedarf haben wirst. Ich 
wünsch' es Dir. Kopf hoch.

von Re D. (re_d228)


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Harald K. schrieb:
> K. F. schrieb:
>> Ist das gfs der Grund
>
> Was soll "gfs" der Grund sein? Planlosigkeit?
>
> Nee. Ganz klar nicht. Die Hersteller von so etwas können rechnen, und da
> bringt jedes eingesparte Bauteil, auch wenn es nur irgendwas passives
> ist, eine Kostenersparnis.

Der µC.net Forenuser bekommt für jeden nicht verwendeten Takt eine 
Rückvergütung und da bekommt man für nicht verwendete µCs ganz viel 
Geld. Prinzipiell  ist alles was in Software gemacht wird nur Pfusch 
(z.B. Softwareentprellung) nur Hardware ist real! Die µC-Lösung ist 
deshalb immer dumm und billig vom dummen billigen Chinesen. 
Wirtschaftlichkeit ist nur für BWLer. Der µC-Forenuser bildet die 
Oberklasse (Achtung hat nichts mit OOP zu tun, die ist auch dumm und 
schlecht), die den Maßstab setzt.

von Frank O. (frank_o)


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Harald K. schrieb:
> Ich
> wünsch' es Dir.

Vielen Dank Harald!

von Frank O. (frank_o)


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Harald K. schrieb:
> Es ist halt viel billiger, eine LED mit einem µC anzusteuern, um sie
> blinken zu lassen, als dafür einen NE555 zu verwenden, oder gar das
> ganze mit einer aus Transistoren diskret aufgebauten Schaltung zu
> machen.

Als ich zum ersten Mal mit der Elektronik anfing, da war der NE555 mein 
erster IC, den ich überhaupt einsetzte.
Warum? Ich hatte irgendwo gelesen, dass das einmal der meistbenutzte IC 
der Welt gewesen wäre.
Auch wenn ich im Anfang damit hätte alles bauen können, weil ich 
wirklich jede Schaltung mit dem nachgebaut habe, würde ich heute für 
alles lieber einen µC nehmen.
Der Tiny10 reicht für ganz viele kleine Zwecke und man kann leicht etwas 
ändern.
Gut, ich programmiere die vor dem Löten und wenn was geändert werden 
muss, könnte ich das theoretisch auch, aber da nehme ich doch lieber 
einen neuen - meistens jedenfalls.
Ein Taster oder Schalter, ein Relais und eine Led, dafür sind die 
kleinen Käfer perfekt.

von K. F. (Firma: Dipl.-Ing.*in) (ntguser)


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Harald K. schrieb:
> K. F. schrieb:
>> Ist das gfs der Grund
>
> Was soll "gfs" der Grund sein? Planlosigkeit?

Nein. Ich meinte, daß die Nutzung solche Controller aus Einfachheit, die 
Hersteller dazu veranlasst, entsprechendes zur Verfügung zu stellen 
woraus sich die Massenproduktion, die Preise und noch mehr Verwendung 
ergibt.

von Dominik F. (dommi81)


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Hallo zusammen!

Zum Fehler: Ich habe den Widerstand R1 völlig falsch dimensioniert. Ich 
weiß nicht wie das passieren konnte. Der Widerstand war so hochohmig 
(>10k) dass ich bis zum uC >2V Spannungsabfall hatte. Konnte es jedoch 
nicht gleich testen da die Platine vorübergehend nicht zugänglich war.

Ich danke euch für eure Hilfe!

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