Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Wie könnte man eine Druckmatrix bauen?


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von Benedikt I. (squeakyben)


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Ich habe eine Idee wie man blinden Personen einen gewissen Grad an 
Sehkraft geben könnte, stoße aber bei der Darstellungsmöglichkeit auf 
ein Problem:

Meine Idee ist, eine Art Matte mit Stempeln für die Handfläche zu bauen, 
die dann ein Schwarz-Weiß-Bild mit Druck abbildet.
Jetzt stellt sich mir aber die Frage wie ich am besten eine gewisse 
Auflösung hinkriege, die hoch genug aufgelöst ist (für den Prototyp 
wären 16x12 Pixel schön, für das richtige Produkt wären dann eher 60x40 
oder mehr schön) und auch genug Kraft hat, damit man überhaupt was 
fühlt.

Ursprünglich hatte ich über Piezoelektronik nachgedacht, aber damit 
genug Kraft zu kriegen stell ich mir schwer vor.
Ein weiterer Gedanke war eine pneumatische Matrix zu machen, aber die 
dann klein genug zu kriegen, dass 16x12 auf eine Handfläche passt stell 
ich mir auch nicht leicht vor.
Eine weitere Überlegung waren Linearmotoren, aber da könnte 
Stromversorgung und Hitze ein Problem werden.

Habt ihr da eine gute Idee?

von Thomas E. (tmomas)


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: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Benedikt I. schrieb:
> Stempeln für die Handfläche

Blinde Personen nutzen die Fingerspitzen, nicht die Handfläche. Die 
Kräfte, die für eine Braillezeile genügen, genügen daher auch für Dein 
Unterfangen.

Bleibt die mechanische Herausforderung, ausreichend kleine 
Braille-"Pixel" zu konstruieren, um die bildgebend einsetzen zu können.

von H. H. (Gast)


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von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Benedikt I. schrieb:
> Habt ihr da eine gute Idee?

Eine gute Idee ist es meist sich mit den späteren Usern 
auseinanderzusetzen.
Möglichst bevor man sich in technischen Details verliert, die völlig am 
Bedarf vorbeigehen.

Nach meinen spärlichen Informationen nehmen Blinde taktile Informationen 
auf zwei Arten war.
Entweder sie lesen etwas per Braile Zeile oder die betasten (Hände oder 
Hilfsmittel) ein größeres Objekt, um einen Eindruck von seiner 
Beschaffenheit zu bekommen.
Fall 1 ist längst gelöst (Braile Zeile).
Fall 2 wäre z.B. über den 3D Druck eines größeren Objektes zu lösen.

Ein handtellergoßes xy Druckfeld mit grober Auflösung und äußerst 
begrenzter Z-Achse, hat m.E. kaum einen Nutzen.
Aber das wird Dir eine blinde Person sagen können.

Auch danach erfolgt erstmal eine Definition von Auflösung, 
Geschwindigkeit und Verfahrweg.
Ganz am Schluss kommt die Auswahl der verwendbaren Technik oder deren 
Neuentwicklung.

Vermutlich wäre einer blinden Person weit mehr damit gedient wenn Du 
eine KI dazu trainierst wortgewaltige Beschreibungen aus Bildern zu 
erzeugen.
Beschreibung von Farbe, Form, Oberflächenbeschaffenheit (hart, kalt, 
warm, flauschig etc.pp) mit Vergleichen zu Dingen die sie bereits 
kennen.
Wir erschaffen ein inneres Abbild der Welt mit starker Fokussierung auf 
unsere Augen.

Blinde nehmen die Welt anders wahr und sind oft weit besser an die reale 
Welt angepasst als wir uns vorstellen können.
Ich empfehle einen Besuch bei Dinner in the Dark oder einem der 
zahlreichen anderen Angebote bei denen man in völliger Dunkelheit, 
geführt von Blinden, deren Welt erfahren und sich mit ihnen austauschen 
kann.

von Benedikt I. (squeakyben)


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> Blinde nehmen die Welt anders wahr und sind oft weit besser an die reale
> Welt angepasst als wir uns vorstellen können.
> Ich empfehle einen Besuch bei Dinner in the Dark oder einem der
> zahlreichen anderen Angebote bei denen man in völliger Dunkelheit,
> geführt von Blinden, deren Welt erfahren und sich mit ihnen austauschen
> kann.

Dinner in the dark kenn ich garnicht, muss ich aber mal gucken wo man so 
was findet, denn es hört sich cool an. Dankesehr!

von Benedikt I. (squeakyben)


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Harald K. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Stempeln für die Handfläche
>
> Blinde Personen nutzen die Fingerspitzen, nicht die Handfläche. Die
> Kräfte, die für eine Braillezeile genügen, genügen daher auch für Dein
> Unterfangen.
>
> Bleibt die mechanische Herausforderung, ausreichend kleine
> Braille-"Pixel" zu konstruieren, um die bildgebend einsetzen zu können.

Die Handfläche hab ich genau aus Gründen der Auflösung (und weil eine 
Befestigung an Handfläche wesentlich simpler als an der Fingerkuppe ist) 
als Ziel genommen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Benedikt I. schrieb:
> Die Handfläche hab ich genau aus Gründen der Auflösung (und weil eine
> Befestigung an Handfläche wesentlich simpler als an der Fingerkuppe ist)
> als Ziel genommen.

Befestigung?!

Sprich mit jemandem, der blind ist, bevor Du auch nur einen einzigen 
weiteren Gedanken in Dein Unterfangen investierst.

von Cyblord -. (cyblord)


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Benedikt I. schrieb:
> Dinner in the dark kenn ich garnicht, muss ich aber mal gucken wo man so
> was findet, denn es hört sich cool an. Dankesehr!

NIEMALS würde ich blind irgendwas essen was ich nicht sehe und noch nie 
gesehen habe. Wer macht sowas?

von Harald K. (kirnbichler)


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Cyblord -. schrieb:
> Wer macht sowas?

Menschen, die blind sind.

Und Menschen, die aus der engen Suppentasse ihres eigenen Horizontes 
aussteigen können.

von Cyblord -. (cyblord)


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Harald K. schrieb:
> Cyblord -. schrieb:
>> Wer macht sowas?
>
> Menschen, die blind sind.

Die MÜSSEN das machen die machen das nicht freiwillig.

von Udo S. (urschmitt)


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Cyblord -. schrieb:
> NIEMALS würde ich blind irgendwas essen was ich nicht sehe und noch nie
> gesehen habe.

Machst du doch täglich. Oder jagst du selbst und verwurstest dein Fang 
persönlich, säst dein Korn, erntest und mahlst es und backst dein Brot 
selbst?

Ich wette du kaufst deine Lebensmittel nicht (nur) vom Biobäcker und dem 
Metzger mit eigenem Bauernhof.
Was in Wurst und Fleisch von Edeka, Aldi, und all den anderen drin ist 
siehst du nicht, und was dir im Lokal als Steak vorgesetzt wird oder was 
in deinem Burger ist weisst du genausowenig.

Dein Essen ist doch garantiert zu 70% oder mehr von großen 
Lebensmittelkonzernen.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Cyblord -. schrieb:
> NIEMALS würde ich blind irgendwas essen was ich nicht sehe und noch nie
> gesehen habe. Wer macht sowas?

Naja, jeder der offener ist als Du und Menschen ein Mindestmaß an 
Vertrauen gegenüberbringt, würde ich vermuten.
Du isst ja auch ständig Dinge denen Du nicht ansehen kannst was da alles 
drin ist und unter welch ekelhaften Bedingungen es produziert wurde.

Für mich war es ein sehr angenehmer und besonderer Abend, mit guten 
Gesprächen und gutem Essen.
Es ist erstaunlich wie kommunikativ wildfremde Menschen sind die 
zusammen essen, wenn hören und tasten die einzigen verbleibenden Sinne 
sind.
Wahnsinn welche Vorurteile alle wegfallen wenn es keine optische 
Information gibt und Alter, Status, Intellekt nicht aufgrund von Uhr, 
Handy, Klamotte und Frisur vermutet, sondern durch pure Geistesleistung 
und verbales Vermögen vermittelt werden.

Der geschniegelte Anzugträger wird da schnell zur leeren Blase, die er 
ist und der unscheinbare Wollpulliträger mit abgelatschten Schuhen 
sprüht ggf. vor Witz und Eloquenz.
Erstaunlich wie sehr wir uns täglich durch Optik täuschen lassen.
Aufregend wie sich binnen kurzer Zeit die Sinne schärfen und man ein 
inneres Bild schafft ohne je etwas davon gesehen zu haben.

Cyblord -. schrieb:
> Die MÜSSEN das machen die machen das nicht freiwillig.
Red mal mit einem.

von Cyblord -. (cyblord)


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Udo S. schrieb:
> Machst du doch täglich. Oder jagst du selbst und verwurstest dein Fang
> persönlich, säst dein Korn, erntest und mahlst es und backst dein Brot
> selbst?

Es geht nicht darum in die Lebensmittel rein zu sehen sondern auf den 
eigenen Teller zu sehen.

von Harald K. (kirnbichler)


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Cyblord -. schrieb:
> Es geht nicht darum in die Lebensmittel rein zu sehen sondern auf den
> eigenen Teller zu sehen.

Nein, es geht um den eigenen Horizont. Und wie eng der bei manchen 
Personen sitzt. Bei Pferden nennt man das dann auch "Scheuklappen".

Zurück zum Threadstarter:

Über das gesamte Projekt sollte er sich ausführlich mit blinden Personen 
(Plural!) unterhalten.

Die dürften auch deutlich besser in der Lage sein, ihre Bedürfnisse zu 
artikulieren, als jemand, der etwas an Händen befestigen will.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Cyblord -. schrieb:
> sondern auf den eigenen Teller zu sehen.

Als Kind mochte ich (vermutlich wie viele andere Kinder) keinen Spinat. 
Auf dem Teller sah er aus wie das, was bei der Kuh hinten rauskommt.

Irgendwann hab ich dann gelernt, dass Optik nicht alles ist, und Spinat 
doch eigentlich ganz lecker ist....

von Harald K. (kirnbichler)


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Wegstaben V. schrieb:
> und Spinat doch eigentlich ganz lecker ist....

Wenn man ihn nicht durchmöllert, kann er sogar noch interessanter sein.

von Benjamin K. (bentschie)


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Benedikt I. schrieb:
> Ich habe eine Idee wie man blinden Personen einen gewissen Grad an
> Sehkraft geben könnte, stoße aber bei der Darstellungsmöglichkeit auf
> ein Problem:

Andere haben es schon gesagt, ich wiederhole es, weil es die einzige 
richtige Antwort ist. Rede mit unbedingt mit Betroffenen, die 
Anforderungen und Bedürfnisse sind ganz anders als du dir denkst. Ich 
kenne mehrere Blinde in der Verwandschaft (das häuft sich erstaunlich 
schnell über Sozialkontakte). Dort sind die Anforderungen ja von Person 
zu Person unterschiedlicher als hier angenommen wird.

von Peter N. (alv)


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Wegstaben V. schrieb:
> Auf dem Teller sah er aus wie das, was bei der Kuh hinten rauskommt.

Spinat ist grün. Was du meinst, ist Braunkohl...


Aber eine ganz andere Idee:
Vielleich könnte man statt mechanischen "Pixeln" thermische "Pixel" 
verwenden?

von Rudi (rudils)


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Ganz andere Idee:
Das gibt es schon: Blinde machen mit dem Mund Klickgeräusche, deren Echo 
sie als Umgebung hören können. Also das Fledermausprinzip.

Im Frequenzbereich des Ultraschalls funktioniert das viel besser. Also, 
Klicksender bauen und 2 Empfänger mit Frequenzumsetzung in den 
Hörbereich.

Das alles passt unter einem Hut.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Peter N. schrieb:
> Spinat ist grün. Was du meinst, ist Braunkohl...

ich bin auf dem Land groß geworden. Und dort gab es viele saftige 
(grüne) Wiesen, und Kühe. Als Kind bin ich auch gerne barfuß 
rumgelaufen, und konnte dadurch die Haptik der Kuh Hinterlassenschaften 
genauer ermitteln. Ich habe die Kuhfladen optisch noch leuchtend grün in 
Erinnerung. Aber wie das so ist mit Erinnerungen: positive Dinge werden 
immer irgendwie "überhöht" abgespeichert ;-)

von Harald K. (kirnbichler)


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Wegstaben V. schrieb:
> Ich habe die Kuhfladen optisch noch leuchtend grün in
> Erinnerung.

War in der Nähe ein Kernkraftwerk? Dann leuchten die Fladen natürlich 
auch nachts ...

von Benedikt I. (squeakyben)


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Benjamin K. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Ich habe eine Idee wie man blinden Personen einen gewissen Grad an
>> Sehkraft geben könnte, stoße aber bei der Darstellungsmöglichkeit auf
>> ein Problem:
>
> Andere haben es schon gesagt, ich wiederhole es, weil es die einzige
> richtige Antwort ist. Rede mit unbedingt mit Betroffenen, die
> Anforderungen und Bedürfnisse sind ganz anders als du dir denkst. Ich
> kenne mehrere Blinde in der Verwandschaft (das häuft sich erstaunlich
> schnell über Sozialkontakte). Dort sind die Anforderungen ja von Person
> zu Person unterschiedlicher als hier angenommen wird.

Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen 
kann (muss ja außerdem nicht blind sein, kann ja auch Leute mit 
anderweitigen Sehbehinderungen sein) es geht mir nur darum, etwas 
technisch anspruchvolles zu basteln.
Wenn es am Ende jemandem hilft ist es gleich noch mal so schön, wenn 
nicht, dann bleibt es eine Spielerei.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Harald K. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Die Handfläche hab ich genau aus Gründen der Auflösung (und weil eine
>> Befestigung an Handfläche wesentlich simpler als an der Fingerkuppe ist)
>> als Ziel genommen.
>
> Befestigung?!
>
> Sprich mit jemandem, der blind ist, bevor Du auch nur einen einzigen
> weiteren Gedanken in Dein Unterfangen investierst.

Warum so aufgeheizt?
Befestigung im Sinne von einem Handschuh, den man tragen kann.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Benedikt I. schrieb:
> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
> kann

Z.B. über die zahlreichen Events die angeboten werden um Sehenden die 
Welt der Blinden zu zeigen.
Dialog im Dunkeln, Dinner in the dark etc. pp.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Michael schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
>> kann
>
> Z.B. über die zahlreichen Events die angeboten werden um Sehenden die
> Welt der Blinden zu zeigen.
> Dialog im Dunkeln, Dinner in the dark etc. pp.

Dinner in the Dark schau ich mir grad an, ist aber mit 80 Euro etwas 
kostspielig.
Ich glaub ich schau nach dem Dialog eher, ich glaub da kriegt meine 
Geldbörse keinen Schock.

von Cyblord -. (cyblord)


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Benedikt I. schrieb:
> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
> kann

Tinder

von Harald K. (kirnbichler)


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Benedikt I. schrieb:
> Befestigung im Sinne von einem Handschuh, den man tragen kann.

Wie aber kommst Du auf die Idee, daß man mit der Handfläche irgendwas 
mit einer gewissen Detailauflösung erfühlen kann?

Fingerspitzen. Die sind das, womit Menschen die Beschaffenheit von 
Objekten ertasten, egal, ob sie blind sind oder nicht.

Mach doch ein ganz primitives Experiment (für das brauchst Du noch einen 
Helfer)

Lass von einem Helfer verschiedene Münzen nebeneinanderlegen (1-Cent, 
2-Cent- und 5-Cent-Münze), Dir aber nicht sagen, in welcher Anordnung 
oder Anzahl.

Du darfst natürlich nicht hinsehen.

Und dann (wieder vom Helfer assistieren lassen) legst Du Deine Hand so 
drauf, daß die Handfläche auf den Münzen aufliegt.

Bestimme durch Dein Gefühl die Anzahl und Anordnung der Münzen, schreibe 
das Ergebnis auf (weiterhin ohne nachzusehen!), lass den Helfer die 
tatsächliche Anordnung notieren.

Wiederhole das ganze zehnmal.

Und jetzt vergleichst Du Deine Ergebnisse mit den Notizen des Helfers.

Wie oft hast Du danebengelegen? Und wie oft nicht?

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Benedikt I. schrieb:
> mit 80 Euro etwas
> kostspielig.

Was glaubst Du kostet eine Produktentwicklung?
Da sind 80€ für 'Marktanalyse' ein Schnapper.

Du wirst sehen das so profane Dinge wie ein Farbsensor mit Sprachausgabe 
(längst erfunden) das Leben eines Blinden bereits sehr erleichtert.
Woher soll der sonst wissen wie die Klamotten zusammenpassen, die er aus 
dem Schrank holt?

Was sollte er mit Deinem taktilen Handschuh anfangen?
Für VR Immersion allerdings könnte das der Hit sein.

von Peter N. (alv)


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Harald K. schrieb:
> Wie oft hast Du danebengelegen? Und wie oft nicht?

Mit meinen "Fummelstummeln" würde ich keine einzige Münze erkennen...

von Harald K. (kirnbichler)


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Peter N. schrieb:
> Mit meinen "Fummelstummeln"

Handfläche! Nicht Finger.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Harald K. schrieb:
> wiederhole das ganze zehnmal.
> Und jetzt vergleichst Du Deine Ergebnisse mit den Notizen des Helfers.
> Wie oft hast Du danebengelegen? Und wie oft nicht?

Dein Experiment in Ehren, aber auch blinde Menschen haben ihren Tastsinn 
nicht durch 10-maliges Ertasten von Münzen erlernt. Weder diejenigen mit 
langer Blindheit (und daher Verlagerung der Sinneswahrnehmungen), noch 
kürzlich erblindete.

Und das Morse-Alphabet (es hat ja eine ähnliche Komplexität) lernt man 
nicht, indem man 10 x hintereinander einen leichten oder aufwändigen 
Text per Morse-Gepiepse anhört. Wobei ich persönlich vermute, das 
"Gepiepse anhören" viellleicht noch einfacher zu erlernen ist als 
"Hubbel abtasten".

Sicherlich kommen später gewohnte und bekannte Buchstabenkombinationen 
hinzu (Worte oder Satzfragmente), aber am Anfang stand der Buchstabe.

Es bedarf da schon eine deutliche Übung, um da etwas per Tastung zu 
"erlesen".  Braille-Schrift (egal ob von "gedruckten Büchern" oder 
mittels elektronischer Braille-Zeile) ist ja schon mal ein vernünftiger 
Ansatz, um überhaupt ein Bewustsein zu erlangen, wie man da etwas 
erfühlen kann.

Braille-Bücher kann man bestimmt in örtlichen Büchereien ausleihen, um 
mit dem Thema vertrauter zu werden.

SPäter, wenn man ansatzweise Braille "lesen" kann, kann man mal im 
Selbstversuch prüfen, ob andere Körperteile ausser den Fingerkuppen für 
andere taktile Signale empfänglich oder empfänglicher sind.

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Wegstaben V. schrieb:
> Dein Experiment in Ehren, aber auch blinde Menschen haben ihren Tastsinn
> nicht durch 10-maliges Ertasten von Münzen erlernt. Weder diejenigen mit
> langer Blindheit (und daher Verlagerung der Sinneswahrnehmungen), noch
> kürzlich erblindete.

Es geht nicht darum, Tastsinn zu erlernen, sondern darum, zu erkennen, 
daß die Handfläche für die Aufgabe signifikant weniger geeignet ist 
als die Fingerspitzen.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Michael schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> mit 80 Euro etwas
>> kostspielig.
>
> Was glaubst Du kostet eine Produktentwicklung?
> Da sind 80€ für 'Marktanalyse' ein Schnapper.
>
> Du wirst sehen das so profane Dinge wie ein Farbsensor mit Sprachausgabe
> (längst erfunden) das Leben eines Blinden bereits sehr erleichtert.
> Woher soll der sonst wissen wie die Klamotten zusammenpassen, die er aus
> dem Schrank holt?
>
> Was sollte er mit Deinem taktilen Handschuh anfangen?
> Für VR Immersion allerdings könnte das der Hit sein.

Ich hatte mir erhofft, dass einfach rudimentäres sehen mit der 
Handfläche dabei helfen kann sich zu orientieren.
Ist nicht dazu gedacht, die Mona Lisa in ihrer Schönheit zu sehen, 
sondern dazu, dass man grob sehen kann wo der Bürgersteig endet, wo der 
Zebrastreifen ist und ob eine Tür vor einem ist, ohne Blindenstock.
Hatte da also gehofft, dass die "Auflösung" der Handfläche hierbei 
ausreicht, denn da kann man mit einem Pad von 3-4 cm dann schon ein paar 
Stempel unterbringen, um ein Bild darauf zu visualisieren.

Und was die kostspieligkeit angeht, da muss ich leider sagen, dass ich 
halt nicht gut bei Kasse bin.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Harald K. schrieb:
> Wegstaben V. schrieb:
>> Dein Experiment in Ehren, aber auch blinde Menschen haben ihren Tastsinn
>> nicht durch 10-maliges Ertasten von Münzen erlernt. Weder diejenigen mit
>> langer Blindheit (und daher Verlagerung der Sinneswahrnehmungen), noch
>> kürzlich erblindete.
>
> Es geht nicht darum, Tastsinn zu erlernen, sondern darum, zu erkennen,
> daß die Handfläche für die Aufgabe signifikant weniger geeignet ist
> als die Fingerspitzen.

Das ist mir bewusst, nur geht ein erster Prototyp mit niedriger 
Auflösung auf der Handfläche tausendmal besser als auf einer 
Fingerkuppe.
Wenn das ganze dann mal besser ist (vielleicht mit einem 
Piezofingerschuh?) dann würde ich versuchen das Konzept in Auflösung zu 
verbessern und die höhere Feinheit der Fingerspitze auszunutzen, denn da 
geht das ganze dann viel feiner.
Allerdings vermute ich, dass nicht die Auflösung von Finger oder 
Handfläche, sondern die Auflösung des Aktuators selbst das Problem 
darstellen wird.
Ich hatte auch mit dem Gedanken gespielt eine Matte auf den Rücken zu 
verwenden, aber da ist die Handfläche noch höher auflösend mit einem 
Pad, als der Rücken mit einer richtigen Matte, deswegen ist das mein 
Gedankengang.

von Udo S. (urschmitt)


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Benedikt I. schrieb:
> Und was die kostspieligkeit angeht, da muss ich leider sagen, dass ich
> halt nicht gut bei Kasse bin.

Um so mehr würde ich es an deiner Stelle vermeiden, etwas aufwändiges zu 
basteln, das dann vielleicht niemand testen kann.

Siehe:

Benedikt I. schrieb:
> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
> kann (muss ja außerdem nicht blind sein, kann ja auch Leute mit
> anderweitigen Sehbehinderungen sein) es geht mir nur darum, etwas
> technisch anspruchvolles zu basteln.
> Wenn es am Ende jemandem hilft ist es gleich noch mal so schön, wenn
> nicht, dann bleibt es eine Spielerei.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Udo S. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Und was die kostspieligkeit angeht, da muss ich leider sagen, dass ich
>> halt nicht gut bei Kasse bin.
>
> Um so mehr würde ich es an deiner Stelle vermeiden, etwas aufwändiges zu
> basteln, das dann vielleicht niemand testen kann.
>
> Siehe:
>


Ich würde es anfangs selbst testen. Augen verbinden und schauen ob man 
sich mit dem niedrig aufgelösten Bild überhaupt zurecht finden kann.

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Benedikt I. schrieb:
> rudimentäres sehen mit der
> Handfläche dabei helfen kann sich zu orientieren.

In welcher Situation genau erhoffst Du eine bessere Orientierung?
Beschreibe bitte mal detailliert was da ablaufen soll.
Was erzeugt die Daten für die Matrix aus welchem Sensor in welcher 
Situation und welche Informationen bekommt der Blinde dadurch?

von Harald K. (kirnbichler)


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Benedikt I. schrieb:
> Das ist mir bewusst, nur geht ein erster Prototyp mit niedriger
> Auflösung auf der Handfläche tausendmal besser als auf einer
> Fingerkuppe.

Dann mach das von mir beschriebene Experiment.

Mach es. Kostet kein Geld (die dafür benötigten Münzen lassen sich 
weiterverwenden), nur etwas Zeit.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Michael schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> rudimentäres sehen mit der
>> Handfläche dabei helfen kann sich zu orientieren.
>
> In welcher Situation genau erhoffst Du eine bessere Orientierung?
> Beschreibe bitte mal detailliert was da ablaufen soll.
> Was erzeugt die Daten für die Matrix aus welchem Sensor in welcher
> Situation und welche Informationen bekommt der Blinde dadurch?

Also.
Man kriegt eine niedrig aufgelöste Kamera aufgesetzt (bei den 
Auflösungen reicht eine kleine Kamera in einer Brille locker aus) und 
das Bild wird dann auf einen Handschuh übertragen, welcher dann das Bild 
so darstellt, als ob man sich dabei die Augen zuhält, also Finger sind 
oben, Arm ist unten.
Alternativ habe ich darüber nachgedacht, dass ich das ganze mit einem 
Solid State LIDAR mache, aber das ist noch mal was ganz anderes.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Benedikt I. schrieb:
> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
> kann (muss ja außerdem nicht blind sein, kann ja auch Leute mit
> anderweitigen Sehbehinderungen sein) es geht mir nur darum, etwas
> technisch anspruchvolles zu basteln.

Aha, ohne jegliche Vorkennisse und durch vorsätzliches Ignorieren 
jeglicher Anforderungen willst Du ein Produkt entwickeln.

> Wenn es am Ende jemandem hilft ist es gleich noch mal so schön, wenn
> nicht, dann bleibt es eine Spielerei.

Es ist sehr wohl absehbar, dass ein Produkt, das an den Bedürfnissen der 
späteren Nutzer komplett vorbeientwickelt wurde, niemandem hilft. 
Natürlich kannst Du Dir einbilden, dass Du einen wertvollen Beitrag für 
die Menschheit leisten würdest. Aber in Wirklichkeit produzierst Du 
dabei nur Mechanik- und Elektronikschrott, dessen Herstellung und 
Entsorgung die Umwelt belastet.

Wir hatten auch einmal eine Produktidee für Sehbehinderte. Es war 
überhaupt kein Problem, in wenigen Stunden Recherche unzählige 
Selbsthilfegruppen zu finden, die auch für entsprechende Produkttests 
bzw. vorab Einschätzungen offen wären. Und bei der Recherche fanden wir 
auch Lehrstühle an Hochschulen und etablierte Hersteller von 
Hilfsmitteln. Es ist schon fast ernüchternd, wie viele Leute sich schon 
ernsthaft Gedanken gemacht, Studien durchgeführt und darauf 
Produktentwicklungen durchgeführt haben.

Und wie schon von mehreren Vorrednern gschrieben, unterscheiden sich die 
Anforderungen Sehbehinderter teilweise ganz erheblich, insbesondere auch 
in Abhängigkeit von deren Grunderkrankungen. Eine junge Person, die 
"nur" blind ist, hat ganz anderen Möglichkeiten als eine Person, die 
z.B. an Epidermolysis bullosa leidet und bei der nicht nur die Hornhaut 
stark vernarbt ist, sondern insbesondere auch die Haut an den Händen. 
Demjenigen ist tatsächlich eine normale Braillezeile zu klein, aber es 
könnte auf Grund der durch Narben verkrümmten Fingern auch nicht die 
gesamte Handfläche nutzen, dafür aber eine übergroße Braillezeile. Und 
bei einem Patienten, der durch Multiple Sklerose erblindet ist, liegen 
andere Hirnfunktionsstörungen vor als nach einer Meningitis oder Sepsis. 
Und dementsprechend können sie auch nur bestimmte Hilfsmittel sinnvoll 
nutzen.

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Harald K. schrieb:
> Es geht nicht darum, Tastsinn zu erlernen

Naja, ohne irgendeine taktile Sinnes-Wahrnehmung geht erst mal gar 
nichts, egal an welchem Körperteil. Dies ist erst mal grundsätzliche 
Voraussetzung.

Ob das durch Tasten-Sensorik, Schmerzrezeptoren, Vibrations-Sensoren 
oder Temperatursensoren in den Kopf gelangt, ist da noch ein weiterer 
Punkt.

https://www.netdoktor.de/anatomie/taktile-wahrnehmung/

Du musst also erst mal die Sinneswahrnehmung im Kopf verdrahtet haben, 
z.B. einer Anordung von "hubbel" einer Bedeutung (Braille-Buchstabe) 
zuzuordnen. Oder dem Symbol "Eichenblatt" auf der Rückseite einer 
deutschen 2 Cent Münze wahrzunehmen und genau dieser Münze zuzuordnen. 
Wobei ich das mit dem Wahrnehmen der Münze stark bezweifle dass dies 
generell möglich ist, dazu ist die 3. Dimension einfach zu schwach 
ausgeprägt.

> sondern darum, zu erkennen,
> daß die Handfläche für die Aufgabe signifikant weniger geeignet ist
> als die Fingerspitzen.

Mir ist schon klar, was dein Beispiel aussagen sollte. Und das in der 
Hand-Innenfläche weniger sensorische Rezeptoren vorhanden sind als in 
den Fingerspitzen ist auch "klar". Dennoch bleibt es erst mal ein "lesen 
lernen und Buchstaben kennen lernen" (siehe zuvor gesagtes). Wenn du die 
Braille-Punkt-Anordnung ":" nicht dem lateinischen Buchstaben "b" 
zuordnen kannst, dann nutzt das wenig, auf welchem Körperteil dir das 
":" mit welcher Art auch immer zugeführt wird.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Andreas S. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
>> kann (muss ja außerdem nicht blind sein, kann ja auch Leute mit
>> anderweitigen Sehbehinderungen sein) es geht mir nur darum, etwas
>> technisch anspruchvolles zu basteln.
>
> Aha, ohne jegliche Vorkennisse und durch vorsätzliches Ignorieren
> jeglicher Anforderungen willst Du ein Produkt entwickeln.


Ist ja gut. Ich gebs schon auf.

von Andreas S. (Firma: Schweigstill IT) (schweigstill) Benutzerseite


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Harald K. schrieb:
> Fingerspitzen. Die sind das, womit Menschen die Beschaffenheit von
> Objekten ertasten, egal, ob sie blind sind oder nicht.

Bei älteren Epidermolysis-bullosa-Erkrankten, die eben auch stark 
sehbehindert bis blind sind, sind aber auch die Fingerkuppen stark 
vernarbt und nur begrenzt sensibel.

von Peter N. (alv)


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Eine weite Möglichkeit wäre, die Umgebung mit einer Kamera aufzunehmen 
und in  ein Geräuschmuster umzuwndeln, ähnlich Echolot, nur mit opticher 
Erfassung.

Erfordert aber ein intensives Lernen...

von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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Benedikt I. schrieb:
> ist ja gut. Ich gebs schon auf.

Verfolge deine Ideen und Ziele gerne und ruhig weiter. Grade 
Diskussionen wie diese hier zeigen ja auf, dass es viele Dinge zu 
beachten gibt, welche du halt im Vorfeld gar nicht auf dem Schirm 
hattest.

Diese ganzen Einwände und Hinweise lenken dann dich und deine Bemühungen 
in eine Richtung, die vielleicht zielführend für dein Vorhaben ist.

Du hast dir halt kein "einfaches" Problem ausgesucht, sondern ein 
"schwieriges". Bewerte und überdenke die verschiedenen Hinweise und 
überlege, wie du sie umgehen oder berücksichtigen kannst.

: Bearbeitet durch User
von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Benedikt I. schrieb:
> niedrig aufgelöste Kamera

Nehm Dir mal ein Bild und bearbeite es mit Filtern so das die Info 
rauskommt die Du als Druckmatrix bereitstellen willst.
Ich denke nicht das Du eine sinnvolle Kombination findest die mehr tut 
als wirren Quatsch zu generieren.

Tiefeninformation mittels ToF Kamera wäre eher in die Richtung.
Aber auch da kann ich mir keine sinnvolle Info vorstellen die ein 
Blinder bekommen könnte.

Wie wäre es mit einem weit weniger ambitioniertem Projekt?
Z.B. ein 'intelligenter' Schuh, der eine taktile Rückmeldung gibt bevor 
der Blinde über ein Hindernis stolpert?

Benedikt I. schrieb:
>> Aha, ohne jegliche Vorkennisse und durch vorsätzliches Ignorieren
>> jeglicher Anforderungen willst Du ein Produkt entwickeln.
> Ist ja gut. Ich gebs schon auf.

Bei einer jeden Entwicklung kommt nach der Phase der lustigen Ideen, die 
lange und beschwerliche Phase in der eine Spinnerei in die Realität 
gehievt werden soll.
Man braucht eine hohe Frustrationstoleranz, die Bereitschaft zu lernen, 
Hindernisse zu beseitigen oder zu umgehen.
Daher kleine Ziele setzen und solide Vorarbeit leisten.
Sonst füllt das Projekt nur staubige Pappkartons auf dem Dachboden.

von Benedikt I. (squeakyben)


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> Bei einer jeden Entwicklung kommt nach der Phase der lustigen Ideen, die
> lange und beschwerliche Phase in der eine Spinnerei in die Realität
> gehievt werden soll.
> Man braucht eine hohe Frustrationstoleranz, die Bereitschaft zu lernen,
> Hindernisse zu beseitigen oder zu umgehen.
> Daher kleine Ziele setzen und solide Vorarbeit leisten.
> Sonst füllt das Projekt nur staubige Pappkartons auf dem Dachboden.

Da ich keinen Dachboden habe, wird sich dieser Prozess leider erübrigen.

Es tut mir leid, aber es erschien mir, dass sich das ganze Thema etwas 
zum feindseligen wendet. Kann gut an mir liegen.

Ich nehme mir einfach mal Zeit, erst mal Daten zu sammeln und mit 
etwaigen Interessengruppen zu sprechen.

von Benedikt I. (squeakyben)


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Peter N. schrieb:
> Eine weite Möglichkeit wäre, die Umgebung mit einer Kamera aufzunehmen
> und in  ein Geräuschmuster umzuwndeln, ähnlich Echolot, nur mit opticher
> Erfassung.
>
> Erfordert aber ein intensives Lernen...

Das Umwandeln in ein Geräuschmuster halte ich für schwierig, aber 
Versuche eine Art "Fledermaus-Optik" zu bauen, die gab es bereits.
https://www.youtube.com/watch?v=PD3Y1l8XyUw
Hier, das wäre so ein Versuch.

von Purzel H. (hacky)


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> > NIEMALS würde ich blind irgendwas essen was ich nicht sehe und noch nie
> gesehen habe. Wer macht sowas?

Bei uns gibt's ein Restaurant : Blinde Kuh. Da isst man im Dunkeln, wird 
an den Platz gefuehrt. Bedient wird man natuerlich von Blinden. Ich 
selbst war nicht da, es soll aber sehr gut sein. Ein tolles Erlebnis. 
Weshalb man sich das antut ? Einen Abend in der Welt verbringen, in 
welcher Blinde immer sind..

Und ja. Ohne einen Blinden musst du gar nicht beginnen. Das bringt 
nichts. Nicht, dass du nicht "blind" spielen kannst, aber die 
Schwierigkeiten liegen oft anderswo.

: Bearbeitet durch User
von Benedikt I. (squeakyben)


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Purzel H. schrieb:
>> > NIEMALS würde ich blind irgendwas essen was ich nicht sehe und noch nie
>> gesehen habe. Wer macht sowas?
>
> Bei uns gibt's ein Restaurant : Blinde Kuh. Da isst man im Dunkeln, wird
> an den Platz gefuehrt. Bedient wird man natuerlich von Blinden. Ich
> selbst war nicht da, es soll aber sehr gut sein. Ein tolles Erlebnis.
> Weshalb man sich das antut ? Einen Abend in der Welt verbringen, in
> welcher Blinde immer sind..
>
> Und ja. Ohne einen Blinden musst du gar nicht beginnen. Das bringt
> nichts. Nicht, dass du nicht "blind" spielen kannst, aber die
> Schwierigkeiten liegen oft anderswo.

Ich werds in entsprechenden Foren für Blinde mal probieren dort Feedback 
zu sammeln.
Zwar hört sich das Dinner in the Dark sehr schön an, aber ich hab leider 
nicht die Kohle 80 Euro mal eben so rauszuwerfen. Vielleicht klappts mit 
meinen Bewerbungen, dann ändert sich das bald.

von Cyblord -. (cyblord)


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Benedikt I. schrieb:
> Zwar hört sich das Dinner in the Dark sehr schön an, aber ich hab leider
> nicht die Kohle 80 Euro mal eben so rauszuwerfen. Vielleicht klappts mit
> meinen Bewerbungen, dann ändert sich das bald.

Dann hast du nicht die Kohle um irgendwas zu entwickeln was man später 
mal auch nur annährend in Serie fertigen könnte. Wie kommt man darauf 
sowas mit Null Kapital angehen zu wollen?

von Benedikt I. (squeakyben)


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Cyblord -. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Zwar hört sich das Dinner in the Dark sehr schön an, aber ich hab leider
>> nicht die Kohle 80 Euro mal eben so rauszuwerfen. Vielleicht klappts mit
>> meinen Bewerbungen, dann ändert sich das bald.
>
> Dann hast du nicht die Kohle um irgendwas zu entwickeln was man später
> mal auch nur annährend in Serie fertigen könnte. Wie kommt man darauf
> sowas mit Null Kapital angehen zu wollen?

Irgendwie denkt hier jeder, dass ich dieses Produkt auch zwingend zur 
Serienreife bringen möchte.
Es geht mir zuallererst um einen Proof of Concept, wenn der dann Erfolg 
hat, dann wäre so was wie Finanzen gefragt.
Fürs erste aber? Da geht es strikt um einen Prototyp, den ich, 
übertrieben gesagt, aus Rost und Klebeband zusammenbauen will.

von Cyblord -. (cyblord)


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Benedikt I. schrieb:
> Irgendwie denkt hier jeder, dass ich dieses Produkt auch zwingend zur
> Serienreife bringen möchte.
> Es geht mir zuallererst um einen Proof of Concept,

Schließt sich ja nicht aus. Im Gegenteil. Aber auch für einen Prototyp 
braucht man Kohle.
Vielleicht brauchst du erst mal einen Investor.

von Alfred B. (alfred_b979)


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Cyblord -. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Ich weiß leider nicht über welche Wege ich an Blinde menschen rankommen
>> kann
>
> Tinder

@Benedikt, abweichende (/nächstmögliche) Idee:

Jetzt kennst Du immerhin einen halbwegs sicheren Weg, einen
nie aus seinem Schleimtopf ausgebrochenen "Neo" zu kontakten.

Ihn da rauszuholen, brächte Zugriff auf diverse elektrische
Com-Interfaces - fähig, eine virtuelle Welt bis ins kleinste
Detail vorzugaukeln (müssen offensichtlich echt spitze sein).

von Alfred B. (alfred_b979)


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Benedikt I. schrieb:
> Irgendwie denkt hier jeder,

Nein, ... nein. Nur kann ohne daß auch das konkretisiert
würde keiner Deine alles_NICHT_technische betr. Umstände
/Pläne bzgl. dieses Vorhabens kennen (nicht mal ahnen).

Also zieht man diverse denkbare Umstände in betracht.

von John B. (craftsman)


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Benedikt I. schrieb:
> Habt ihr da eine gute Idee?

Lies dich in Wahrnehmungspsychologie und -physiologie ein. Du hast 
gegenwärtig noch vollkommen wirklichkeitsfremde Vorstellungen von den 
Prozessen, die bei der Wahrnehmung ablaufen. 16x12 Pixels statisch auf 
der Handfläche ist chancenlos.

Und danach studiere die bisherigen Entwicklungen von technischen 
Hilfsmitteln. Mit dieser Reihenfolge vermeidest du, dass die technischen 
Vorurteile, dein Verständnis des zentralen Themas behindern.

Mit diesem Wissen, befrage deine Zielgruppe nach Erfahrungen.

Ohne dieses umfangreiche Hintergrundwissen kann man auch basteln, da 
machst du aber besser einfach etwas, was dir Freude bereitet.

von Re D. (re_d228)


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Cyblord -. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Irgendwie denkt hier jeder, dass ich dieses Produkt auch zwingend zur
>> Serienreife bringen möchte.
>> Es geht mir zuallererst um einen Proof of Concept,
>
> Schließt sich ja nicht aus. Im Gegenteil. Aber auch für einen Prototyp
> braucht man Kohle.
> Vielleicht brauchst du erst mal einen Investor.

Vielleicht brauchst du mal einen Investor. Ein Investition in ein paar 
Schulungen zum Sozialverhalten und schon kannst du in den 1. 
Arbeitsmarkt integriert werden und Gewinn abwerfen. Dein Benehmen ist 
einfach ekelhaft.

von Cyblord -. (cyblord)


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Re D. schrieb:
> Vielleicht brauchst du mal einen Investor. Ein Investition in ein paar
> Schulungen zum Sozialverhalten und schon kannst du in den 1.
> Arbeitsmarkt integriert werden und Gewinn abwerfen. Dein Benehmen ist
> einfach ekelhaft.

Vielleicht nimmst du mal deine Medikamente. Was stimmt mit dir nicht?

von H. H. (Gast)


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Cyblord -. schrieb:
> Vielleicht nimmst du mal deine Medikamente.

Geh mit gutem Beispiel voran.

von Cyblord -. (cyblord)


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H. H. schrieb:
> Cyblord -. schrieb:
>> Vielleicht nimmst du mal deine Medikamente.
>
> Geh mit gutem Beispiel voran.

Weil ich schreibe dass man auch für einen Prototyp ein Minimum an Kohle 
braucht? Und wer das nicht hat, aber eine gute Idee, der sucht 
normalerweise einen Investor.
Eigentlich ganz normal. Aber für manche Boomer hier wohl ein Grund 
ausfallend zu werden.
Natürlich kann man einen Prototyp recht günstig bauen, aber ein paar 
hundert Euro sind schnell weg. Das weißt jeder der mal ernsthaft ein 
Gerät aus HW und SW entwickelt hat. Auch ganz für privat.

: Bearbeitet durch User
von Wegstaben V. (wegstabenverbuchsler)


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@Benedikt:
vielleicht ist ja dieser Artikel für dich interessant.
https://www.th-koeln.de/hochschule/mit-der-hand-sehen_95426.php

Benedikt I. schrieb:
> Da geht es strikt um einen Prototyp, den ich,
> übertrieben gesagt, aus Rost und Klebeband zusammenbauen will.

Benedikt I. schrieb:
> aber ich hab leider
> nicht die Kohle 80 Euro mal eben so rauszuwerfen.

Mit 80 EUR und ein paar Stunden Bastelarbeit, Rost und Klebeband wirst 
du vermutlich nicht so weit kommen wie der erwähnte Student. Vielleicht 
kannst du ihn ja mal kontaktieren zu seinen Erfahrungen und WIssen

von Benedikt I. (squeakyben)


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Wegstaben V. schrieb:
> @Benedikt:
> vielleicht ist ja dieser Artikel für dich interessant.
> https://www.th-koeln.de/hochschule/mit-der-hand-sehen_95426.php
>
> Benedikt I. schrieb:
>> Da geht es strikt um einen Prototyp, den ich,
>> übertrieben gesagt, aus Rost und Klebeband zusammenbauen will.
>
> Benedikt I. schrieb:
>> aber ich hab leider
>> nicht die Kohle 80 Euro mal eben so rauszuwerfen.
>
> Mit 80 EUR und ein paar Stunden Bastelarbeit, Rost und Klebeband wirst
> du vermutlich nicht so weit kommen wie der erwähnte Student. Vielleicht
> kannst du ihn ja mal kontaktieren zu seinen Erfahrungen und WIssen

Oh, Umwandlung in Vibrationsmuster? Das ist echt sehr sehr interessant, 
daran hab ich garnicht gedacht. Dankesehr!

von Benedikt I. (squeakyben)


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John B. schrieb:
> Benedikt I. schrieb:
>> Habt ihr da eine gute Idee?
>
> Lies dich in Wahrnehmungspsychologie und -physiologie ein. Du hast
> gegenwärtig noch vollkommen wirklichkeitsfremde Vorstellungen von den
> Prozessen, die bei der Wahrnehmung ablaufen. 16x12 Pixels statisch auf
> der Handfläche ist chancenlos.
>
> Und danach studiere die bisherigen Entwicklungen von technischen
> Hilfsmitteln. Mit dieser Reihenfolge vermeidest du, dass die technischen
> Vorurteile, dein Verständnis des zentralen Themas behindern.
>
> Mit diesem Wissen, befrage deine Zielgruppe nach Erfahrungen.
>
> Ohne dieses umfangreiche Hintergrundwissen kann man auch basteln, da
> machst du aber besser einfach etwas, was dir Freude bereitet.

Hatte nicht damit gerechnet, dass psychologie hier tatsächlich zum 
tragen kommt.
Anscheinend lernt man wirklich nie aus.
Ich werde mal einen Blick auf die beiden erstgenannten Sachen werfen, 
dankesehr.

von Harald K. (kirnbichler)


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John B. schrieb:
> 16x12 Pixels statisch auf der Handfläche ist chancenlos.

Aus genau diesem Grund habe ich ja den ganz primitiven "Münzentest" 
vorgeschlagen.

von Roland D. (roland_d284)


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Moin,

Harald K. schrieb:
> John B. schrieb:
>> 16x12 Pixels statisch auf der Handfläche ist chancenlos.
>
> Aus genau diesem Grund habe ich ja den ganz primitiven "Münzentest"
> vorgeschlagen.

Laut:

http://physiologie.cc/XIV.3.htm#:~:text=Der%20Tastsinn%20kann%20noch%20Schwingungen,7%2D8%20Mikrometer%20Durchmesser).&text=Beispiele%3A%20Zungenspitze%20~1%20mm%2C,Zwei%2DPunkt%2DDiskrimination%20ab.

Auflösung in der Handfläche 11mm. Also Platz für etwa 4x5 Pixel. 
Bisschen wenig um Bilder darzustellen.

Gruß, Roland

von Benedikt I. (squeakyben)


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Roland D. schrieb:
> Moin,
>
> Harald K. schrieb:
>> John B. schrieb:
>>> 16x12 Pixels statisch auf der Handfläche ist chancenlos.
>>
>> Aus genau diesem Grund habe ich ja den ganz primitiven "Münzentest"
>> vorgeschlagen.
>
> Laut:
>
> 
http://physiologie.cc/XIV.3.htm#:~:text=Der%20Tastsinn%20kann%20noch%20Schwingungen,7%2D8%20Mikrometer%20Durchmesser).&text=Beispiele%3A%20Zungenspitze%20~1%20mm%2C,Zwei%2DPunkt%2DDiskrimination%20ab.
>
> Auflösung in der Handfläche 11mm. Also Platz für etwa 4x5 Pixel.
> Bisschen wenig um Bilder darzustellen.
>
> Gruß, Roland

Die Auflösung ist nur 11 mm?`
Da muss ich mich falsch erinnert haben, hatte da 1-2 mm in Erinnerung.

von John B. (craftsman)


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Benedikt I. schrieb:
> Die Auflösung ist nur 11 mm?

Das ist dabei nicht das grösste Problem. Die Schwierigkeiten liegen 
tiefer, sie sind grundlegender Natur.

Wahrnehmung funktioniert anders als eine Kamera, oder ein Drucksensor. 
Der Tastsinn funktioniert anders als das Sehen.

Um das zu verstehen, muss man sich von den kruden mechanistischen 
Modellen der Technik lösen. Nur so kann man in weiterer Folge Technik 
entwickeln, die die Wahrnehmung unterstützt. Und es geht gleichzeitig 
darum, zu vermeiden dass der Organismus sich sinnlos an die Technik 
anpassen muss. Das funktioniert nicht gut.

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