Fast alle Lidare, mit Ausnahme von FMCW-Systemen, haben mit Sonnenlicht zu kämpfen. Das Problem ist, dass man ja Lichtimpulse raus schickt und deren Reflexionen zusammen mit dem Sonnenlicht zurückbekommt und man die Lichtquelle wegen Augensicherheit/Temperatur/Stromverbrauch auch nicht beliebig stark machen kann. Man könnte die Pixel größer machen, aber dann wird der Imager größer und dementsprechend auch die Optik und das gesamte System. Prinzipiell ist auch der Öffnungswinkel entscheidend, denn wenn man die doppelte Fläche beleuchten muss, dann braucht man auch doppelt so viel Licht.
TOF-Kameras sind klassisch iTof-Systeme (indirektes Time of Flight), d.h. sie senden ein moduliertes Signal mit 5-200MHz und können dann die Phase messen und die entspricht dann der Entfernung. Die o.g. Kamera von Arducam mit dem IMX316 von Sony ist so ein System. Es gibt so Systeme auch mit Sensoren von Opnous, z.B. die MaixSense-A010/A075V. Die bekommt man auf Aliexpress in einer ähnlichen Preisklasse. Solche Systeme gabs mit Sensoren von Infineon auch schon in Smartphones, z.B. Lenovo Phab2 Pro (2016) und ASUS Zenfone AR (2017). Auch Microsoft hatte mal so ein System (Azure Kinect).
Klassisches Lidar mit direkter Laufzeitmessung (dTOF, d=direkt) ohne bewegliche Teile wird heutzutage meist mit SPAD-Arrays gemacht. SPAD=Single Photon Avalanche Diode. Wenn da ein einzelnes Photon empfangen wird, dann wird da intern eine Lawine an Elektronen ausgelöst und man bekommt ein schönes Signal, dessen Zeitpunkt man dann messen kann. Die Lawine ist selbsterhaltend, d.h. man muss die explizit ausschalten, was dann z.B. 20ns dauert, d.h. in den 3m nach dem Event ist man blind. Wenn das jetzt ein Photon von der Sonne war und man das 1m vor dem Ziel gemessen hat, dann verschwindet ja das eigentliche Ziel. Deswegen muss man viele Messungen machen (hunderte) um trotz Sonnenlicht überhaupt was zu sehen. Bei jeder Messung wird dabei wieder ein Lichtpuls ausgesendet. Die o.g. Teile von ST sind solche SPAD-Lidare. Die gibts auch z.B. als VL53L5CX mit 8x8 Pixeln. Man muss bei denen aber genau ins Datenblatt schauen. Die bis zu 4m Reichweite gelten im Dunkeln mit 2x2-Binning (also bleiben nur 4x4 Pixel) auf ein helles Ziel (88% Reflexivität). Soll es etwas heller sein (5kLux), auf ein dunkelgraues Ziel (17% Reflexivität) mit den vollen 8x8 Pixeln, dann sind es nur noch 80cm. Volles Sonnenlicht im Freien sind eher so 100kLux, da wird die Reichweite nochmal deutlich niedriger sein. ST hat da aber prinzipiell ein recht großes Portfolio an Sensoren, an die man privat gut hinkommt. Es gibt so SPAD-Lidare auch mit großer Reichweite, aber leider nicht bezahlbar für ein Hobbyprojekt, z.B. von Microvision (ehemals IBEO). Von Sony gibts den IMX611, der so funktioniert und der im Iphone 15 sein könnte. Ich habe da leider nur Spekulationen und nichts definitives gefunden.
Es gibt auch Systeme, die den Laserstrahl mit einem MEMS-Spiegel (Micro-Electro-Mechanical Systems) ablenken. Die Hersteller bewerben das dann als "keine beweglichen Teile", obwohl sich der Spiegel natürlich bewegt, aber es ist nur der Spiegel und der ist klein hat recht wenig Masse. Die Intel Realsense L515 ist so ein System. Leider hat Intel die Realsense-Serie, mit Ausnahme der Stereokameras, eingestellt.
10m Reichweite mit Hobby-Budget ist wahrscheinlich nicht zu machen. Evtl. wäre eine Stereokamera eine Option, allerdings haben die natürlich ihre eigenen Probleme (gleichförmige Flächen, repetitive Muster wie Gartenzäune und Heizkörper usw.)