Ich fand das interessante Thema zum Wert von SCRUM für das Team und den AG und habe dazu eine kritische Frage: Beitrag "Re: Meeting-Hölle/Scrum - Kollision mit Betriebsratsinteressen?" Da ich das für wichtig erachte, mache ich ein eigenes Thema dazu auf. Die Fragen drehen sich um die Aufgaben, welche eine Scrum-Gruppe zur Umsetzung einer Lösungen definiert und dann abarbeitet. Der Werdegang bei Scrum ist ja der, dass jemand (der Owner, der Scrum Master?) die Aufgabe definiert und sagt was gebaut werden soll und dann das Team entscheidet, wie und von wem es gemacht wird. Dazu werden einzelne Untermodule definiert und mit Planzeiten versehen. (Bei uns stehen die in einem Excel). Sind diese Planzeiten und Aufgaben für den Auftraggeber einsehbar? Kann das der Scrum Master oder der PO sehen? Oder gar die Geschäftsleitung? Was ist mit den ganzen vielen Teilaufgaben und der Zuordnung zu den einzelnen Bearbeitern? Ist das von der Teamleitung oder der Projektleitung einsehbar? Die Frage die sich stellt, ist, ob es dann ausgewertet werden kann und zu einer Beurteilung des Mitarbeiters herangezogen werden kann, was ja sehr problematisch ist. Der BR ist da aus verständlichen Gründen regelmäßig dagegen. Bleiben solche Planungen bei euch als Arbeitsdukumentation dauerhaft gespeichert? Könnten die Punkte mit einer Software ausgewertet werden, um festzustellen, wie lange eine Person an einer Aufgabe dran war?
Fragst du für einen faulen Schmarotzer? Oder welchen anderen vernünftigen Grund könnte man dagegen haben, dass die eigene Auslastung transparent ist? Meine Chefs und Kollegen wissen immer, wie hoch ich gerade ausgelastet bin. Manchmal arbeite ich gar nicht, das sehen sie auch. Daran ist nichts schlechts. Im Gegenteil: Wir sind so ohne bürokratischen Wasserkopf imstande, uns gegenseitig zu entlasten und die Arbeit gerecht aufzuteilen.
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Ich frage das aus folgendem Grund: Ich bin hier bei meinem derzeitgen AG im Betriebsrat und wir haben diesbezügliche Vereinbarungen, wo es mich interessieren würde, wie das anderswo gehandhabt wird. Wie ich im gelinkten Beitrag schon habe anklingen lassen, wurden bei einem anderen AG von mir, regelmäßig Protokolle der Mitarbeiter über die Inbetriebnahme und Fehler an den Maschinen angefertigt, in eine Datenbank getippt und dann automatisch ausgewertet. Enthalten waren auch die Zeiten, die dann die Entwicklung brauchte, die Fehler zu beheben. Jeder Fehler induzierte eine Mikroaufgabe, die in Unteraufgaben unterteilt wurde und dann in die Entwicklung ging. Der Teamleiter hat dann die Aufgaben zugeteilt. Das gab wie gesagt, mächtigen Ärger mit dem Betriebsrat, so gegen berechtigte Interessen der AN verstoßen und der Datenschutz verletzt wurde. Das Problem war in erster Linie, dass es alles elektronisch gespeichert war und auch in einer einzigen Datenbank, womit es automatisch auswertbar wurde. Solche automatisierten Auswertungen waren aber nicht gestattet! Es war nämlich für jeden ersichtlich: - wer an welchem Fehler wie lange gearbeitet hatte - wie lange er an dem Tag in der Firma war - wann er Urlaub hatte - wann er wegen Krankheit ersetzt wurde - wann die Aufgabe weiter deligiert wurde, weil er den Fehler nicht fand - wer die meisten Fehler behoben hatte - wie lange jemand fürs Protokoll brauchte - wie lange jemand Auszeiten nahmen - wie lange jemand fürs Planen und die Fehlerbeschreibung brauchte Alle diese Daten waren direkt oder indirekt für jeden ersichtlich. Als Folge fielen einige auf, die sehr lange planten und andere, die lange tippten, weil sie mit Texten nicht so klar kamen. Bei einigen musste öfters umdisponiert werden, sie hatten aber eventuell nur Pech, weil ihnen eine schwierige Aufgabe zugeteilt wurde. Solche Dinge, wie Daseinszeiten, Bearbeitungszeiten, Anwesenheit darf aber nur die Personalabteilung in einer Liste führen, die vom Rest getrennt sein muss. Sie darf z.B. nicht sehen, wer welche Aufgaben bearbeitet hat und wieviele Fehler und Nachträge es deswegen gegeben hatte. Anders herum durfte nur der Teamleiter um Arbeitsergebnisse wissen, weil er den Mitarbeiter beurteilen muss. Der Rest des Teams darf das nicht. Als Folge mussten dann alle Protokolle ohne Bearbeitervermerk ins SAP. Der Zusammenhang zwischen der Person und dem Maschinen-Protokoll verblieb auf Papier. Die große Datenbank, mit der die Fehler und die getroffenen Maßnahmen an der Anlage protokolliert wurden, ist um diese Punkte reduziert worden. Die ehemals gefassten Aufgaben- und Installationspläne mussten nach der Fertigstellung gelöscht werden, weil sie nicht mehr benötigt wurden und es daher keinen Grund mehr gab, sie zu speichern. Eine Statistik war dann nicht mehr möglich und damit waren die Abwesenheiten und Urlaube und vor allem die Krankheiten nicht mehr evident.
K. F. schrieb: > Alle diese Daten waren direkt oder indirekt für jeden ersichtlich. Na und? Ich verstehe die Geheimniskrämerei nicht. Sind wir teamfähig oder Einzelkämpfer?
Um die erste Frage zu beantworten: Steve van de Grens schrieb: > Oder welchen anderen > vernünftigen Grund könnte man dagegen haben, dass die eigene Auslastung > transparent ist? Um zu verhindern, dass Personen, die nicht in die Mitarbeiterberurteilung eingebunden sind, solche Details wie Urlaube, Krankheiten und Überstunden nach vollziehen können. Nicht wenige sind unverschuldet abwesend, können mal eine Weile nicht so, weil sie krank sind. Es gibt auch tausende Beispiele dass Mitarbeiter deshalb überlastet sind, weil ihnen zuviel zugemutet wird und sie einfach mit schwierigen Aufgeban zugedonnert wurden. Wenn nun im Zuge von Scrum, sehr kleinteilige detaillierte Aufgaben definiert werden und das für jedermann sichtbar ist, dann laufen da Informatinen zusammen, die nur dem AG dienen können. Der gläserne Mitarbeiter ist ja das, was wir verhindern wollen, weil wir wissen wie ungerecht die Beurteilungen durch solche simple Kennzahlen ausfallen. Ferner dient es der Vermeidung von Diskriminierung. Es geht niemanden etwas an, wie oft jemand krank war und wieviele Stunden er gearbeitet hat. Das ist nur für den Teamleiter und die PA wichtig, die gfs das Gehalt ausverhandeln.
Steve van de Grens schrieb: > Meine Chefs und Kollegen wissen immer, wie hoch ich gerade ausgelastet > bin. Manchmal arbeite ich gar nicht, das sehen sie auch. Ja, das sehen wir an deiner Postingrate. Sind deine Chefs und Kollegen eigentlich garnicht neidisch auf dich?
K. F. schrieb: > Wenn nun im Zuge von Scrum, sehr kleinteilige detaillierte Aufgaben > definiert werden und das für jedermann sichtbar ist, dann laufen da > Informatinen zusammen, die nur dem AG dienen können. Nein. Vetrauensvolle transparente zusammenarbeit ist für alle gut. Wenn jemand überfordert wird oder mal einen Durchhänger hat, dann muss er das kommunizieren, damit das Team und Vorgesetzte darauf eingehen können. Es geht nicht darum, Leute in die Pfanne zu hauen, sondern jeden so arbeiten zu lassen, daß er optimale Leistung bringen kann. In kreativen Jobs bedeutet "optimale Leistung" nicht, die Leute zu verbrauchen. Ein guter Chef weiss das und handelt entsprechend. Wenn Transparenz zu Ungerechtigkeit oder Ausbeutung führt, hat das Management grob versagt. Intransparenz kann diese Misstände nicht verhindern. Ich behaupte sogar, dass Intransparenz die Probleme verschärft.
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Steve van de Grens schrieb: > jeden > so arbeiten zu lassen, daßer optimale Leistung bringen kann. In > kreativen Jobs bedeutet "optimale Leistung" nicht, die Leute zu > verbrauchen. Ein guter Chef weiss das und handelt entsprechend. Wie schön dass es nur verständnisvolle und sorgsame Chefs gibt. Dann können wir die Betriebsräte in deutschen Konzernen ja alle auflösen. Da kannst Herrn Grupp die Hand geben. Der denkt genau so wie du!
Kennst du sowas? https://www.scrumpoker-online.org/ Oft werden mit sowas die "Planzeiten" im Team ausgewürfelt. Anhand dieser Methode kannst du dir ein Bild machen, welche Relevanz die initial vorgesehenen Zeiten überhaupt haben. Das ist eine grobe Hausnummer, auf die sich das Team als erste Schätzung einigen konnte. Wie zutreffend die ist und wie lange derjenige wirklich braucht, zeigt sich danach erst. Wenn eine Geschäftsleitung also sowas zur Beurteilung heranziehen sollte, dann sollte sie sich wohl gleich noch überlegen, woher sie die neue Belegschaft bekommt, die sie danach benötigen wird.
Mein Chef kannn ruhig sehen, wenn ich mir Katzenvideos anschaue. Wenn ich mal mehr als 2 Stunden Leerlauf habe, informiere ich ihn und das Team direkt. Wenn ich einen durchhänger habe, bitte ich auch direkt um Entlastung. Meistens bekomme ich sie.
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K. F. schrieb: > Wie schön dass es nur verständnisvolle und sorgsame Chefs gibt. Es mag andere geben. Da würde ich aber nicht lange bleiben. In der Branche muss man sich schlechte Chefs nicht gefallen lassen. Es gibt genug andere, die einen mit Kusshand aufnehmen.
K. F. schrieb: > Wenn nun im Zuge von Scrum, sehr kleinteilige detaillierte Aufgaben > definiert werden und das für jedermann sichtbar ist, dann laufen da > Informatinen zusammen, die nur dem AG dienen können. Warum hackst du hier so auf Scrum rum? Selbst ohne Scrum sollten die genannten Infos nicht für jedermann sichtbar sein. > Der gläserne Mitarbeiter ist ja das, was wir verhindern wollen Das hat aber wie gesagt null mit Scrum zu tun.
Steve van de Grens schrieb: > Wenn ich einen durchhänger habe, bitte ich auch direkt um > Entlastung. Ein Durchhänger kommt bei mir zustande, wenn aus $Gründen die Motivation absackt und ich keinen Bock mehr habe. Dann brauch ich keine Entlastung. Eher kommt dann ein zeitiger Feierabend.
Steve van de Grens schrieb: > Ich behaupte sogar, dass Intransparenz die Probleme > verschärft. Alle an einem Strang ziehen ist die Mutter der Intransparenz. Du, der Du Dein Hobby zum Beruf gemacht hast und zu den High-Performern gehörst, bist mit jeder transparenten Beurteilung im Vorteil. Darum hast Du davor keine Angst. Andere bauen grade, pflegen ihren Partner oder sind einfach schlecht. Der gemeinsame Strang lässt sie ihr Gesicht wahren. Davon profitierst auch Du: jeder noch so schlechte Kollege kann Dich ausstechen wenn es darum geht, Metriken zu erfüllen.
Reinhard S. schrieb: > Das hat aber wie gesagt null mit Scrum zu tun. Das sehe ich allerdings auch so.
Bruno V. schrieb: > Andere bauen grade, pflegen ihren Partner oder > sind einfach schlecht. Das ist schon OK. Zur Zeit arbeite ich z.B. mit einer Frau zusammen, die mit ihrem Sohn aus der Ukraine geflohen ist. Ihr Mann muss an die Front. Die Frau hat Sorgen und Stress. Oft wird sie von der Schule angerufen, sie solle kommen und sich um ihren Sohn kümmern. Sie muss auch erstaunlich oft zu den Behörden gehen, um komplizierte Formalitäten zu erledigen (das Haus, das Verrückte macht). Niemand hat damit ein Problem, dass sie hier zu den Low-Performern gehört. Sie wird besser. In ein paar Jahren bin ich vielleicht derjenige, der von ihr mit gezogen wird. Man erwartet vernünftigerweise nicht, dass alle Angestellten gleich viel Output liefern. Wir sind doch keine Roboter. Was zählt ist, dass man zusammen das Projekt ordentlich fertig bekommt, damit der Kunde zahlt und alle ihr Einkommen haben.
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K. F. schrieb: > Ich frage das aus folgendem Grund: > > Ich bin hier bei meinem derzeitgen AG im Betriebsrat und wir haben > diesbezügliche Vereinbarungen, wo es mich interessieren würde, wie das > … > …Schnipp…!!! > … > Es war nämlich für jeden ersichtlich: > > - wer an welchem Fehler wie lange gearbeitet hatte > - wie lange er an dem Tag in der Firma war > - wann er Urlaub hatte > - wann er wegen Krankheit ersetzt wurde > - wann die Aufgabe weiter deligiert wurde, weil er den Fehler nicht fand > - wer die meisten Fehler behoben hatte > - wie lange jemand fürs Protokoll brauchte > - wie lange jemand Auszeiten nahmen > - wie lange jemand fürs Planen und die Fehlerbeschreibung brauchte > Was hat das bitte mit SCRUM zu tun? In keinem meiner Projekte steht in irgendeinem Softwarewerkzeug (Azure DevOps, JIRA, …) etwas über Krank, Ersatz von Ressourcen, usw. Der Rest - also von mir aus eine gebuchte Zeit auf eine User Story (oder Bug) - wird manchmal in „Stunden“ dokumentiert - i.d.R. wird jedoch mit Story Points gearbeitet, d.h. die Komplexität wird bewertet. Zudem: Der Gesetzgeber hat schon erkannt und festgelegt, dass Software grundsätzlich Fehler enthält. Wenn Fehlerbeseitigung als Bewertung eines Teammitglieds herangezogen wird, dann ist das schon einmal ein Zeichen dafür, das „jemand“ intellektuell mit agilem Vorgehen (SCRUM) überfordert ist. Wenn diese Punkte tatsächlich vom Management verwendet werden (sollen), dann würde ich einen Anwalt bemühen und mir eine neue Firma suchen… Das wäre in einem klassischen Wasserfallprojekt ganz genauso.
Uiiii.... die Minderleister fahren Deutschalnd in den Graben
Uwe D. schrieb: > einen Anwalt bemühen und mir eine neue Firma suchen… ist schnell dahin gesagt, aber leider nur für die wenigsten von uns Realität. Wer hat schon die Möglichkeit, dauernd seinen Job zu wechseln? Das fällt im Lebenslauf auf und deutet auf einen Unzufriedenen und Meckerer hin. Der wird dann nicht mehr genommen. Steve van de Grens schrieb: > muss man sich schlechte Chefs nicht gefallen lassen. Auch diese Haltung können sich nur einige gut im Sattel sitzende Mitarbeiter erlauben.
Purzel H. schrieb: > Uiiii.... die Minderleister fahren Deutschalnd in den Graben "Unser Lieblingswort heißt Leistung" ;-)
Reinhard S. schrieb: > Warum hackst du hier so auf Scrum rum? Selbst ohne Scrum sollten die > genannten Infos nicht für jedermann sichtbar sein. Es ist aber sichtbar, sobald detaillierte Aufgabenplanungen für die gesamte Gruppe erkennbar sind. Das Problem ist vor allem die Speicherung dieser Daten azf Dauer und die Möglichkeit der statistischen Auswertung. Uwe D. schrieb: > In keinem meiner Projekte steht in irgendeinem Softwarewerkzeug (Azure > DevOps, JIRA, …) etwas über Krank, Ersatz von Ressourcen, usw. Solche Tools lassen es aber für gewöhnlich zu, dass Aufgaben konkreten Personen zugeteilt werden und Zeitvorgaben erstellt werden. Erfolgt dann eine Umplanung ist das erkennbar.
A. F. schrieb: > Uwe D. schrieb: >> einen Anwalt bemühen und mir eine neue Firma suchen… > ist schnell dahin gesagt, aber leider nur für die wenigsten von uns > Realität. Wer hat schon die Möglichkeit, dauernd seinen Job zu wechseln? > > Das fällt im Lebenslauf auf und deutet auf einen Unzufriedenen und > Meckerer hin. Der wird dann nicht mehr genommen. > > Steve van de Grens schrieb: >> muss man sich schlechte Chefs nicht gefallen lassen. > Auch diese Haltung können sich nur einige gut im Sattel sitzende > Mitarbeiter erlauben. Kein Problem, hier im Forum sind ja eh nur High Performer unterwegs. PS: Okay, fast.
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Ein T. schrieb: > hier im Forum sind ja eh nur High Performer unterwegs Insbesondere im Fach Trollologie. :-)
Jörg W. schrieb: > Ein T. schrieb: >> hier im Forum sind ja eh nur High Performer unterwegs > > Insbesondere im Fach Trollologie. :-) Ich habe nicht die leiseste Ahnung, wie Du auf so etwas kommst. 😇
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