Daten-Funkverbindung auf großem Betriebsgelände

OP #7641836
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Hallo

In unserer Firma ist die Idee aufgekommen, die etwa 20 Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände mit Kamera, GPS usw. auszustatten und die Daten Live zu übertragen.

Auch wenn das Vorhaben noch nicht spruchreif ist, möchte ich mich trotzdem mit ein paar Infos ausstatten. Vor allem, welche Funkverbindung in Frage kommt.

Das Gelände ist etwa 300m x 500m groß und hat ein paar hohe Hallen, in denen auch Fahrzeuuge verkehren. Das Bürogebäude befindet sich am Rande der schmalen Seite; dort sollten die Daten empfangen und ausgewertet werden.

Die Installation von einer Vielzahl von Hotspots bzw. Repeatern sollte weitgehenst vermieden werden.

Hat jemand ein paar Ideen?

#7641847
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WLAN ist die offensichtliche Lösung, willst du aber nicht. Bei nur 20 Fahrzeugen ist die Sache relativ klar: Mobilfunk. Verursacht überschaubare monatliche Kosten, benötigt keine weitere Infrastruktur. Vielleicht reicht sogar ein handelsübliches Smartphone in einem wetterfesten Gehäuse als Kamera+GPS.

#7642173
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F. schrieb:

WLAN ist die offensichtliche Lösung, willst du aber nicht.

Angemeldet seit 09.04.2024 11:11 um Unsinn zu schreiben!

150.000qm mit WLAN und funktionierendem Wechsel der APs glaube ich erst, wenn ich es eigenhändig nachmessen kann.

Purzel H. schrieb:

Und vergiss mal GPS. Das funktioniert aussen nur auf 5m genau, und innen eher gar nicht.

In der Agrartechnik gibt es Korrektursender: Einen GPS-Empfänger an einem präzise definierten Standort, der dem Erntegrät ständig die Abweichung übermittelt. Damit sollen angeblich Abweichungen weniger cm machbar sein.

Innen geht GPS nicht bzw. liefert im Übergang außen zur Halle unsinnige Positionen - es braucht in jedem Fall Ortungssender (neudeutsch Beacons) innerhalb der Hallen.


Bei der Größe des Geländes kommt eigentlich nur TETRA in Betracht, was aber für Video nicht genug Bandbreite hat.

Die Idee mit Smartphone ist Bastelkram, aber GSM wäre durchaus eine geeignete Funktechnologie. Vielleicht mag ja O2 eine Funkzelle aufbauen und Sonderkonditionen für die betriebsinterne Nutzung einräumen - hängt davon ab, ob sie noch Senderstandorte brauchen.

Egal wie, der Spaß kostet hoch fünfstellige Euros.

#7642330
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Hans Markus G. schrieb:

Schau dir mal das an was die Funkamateure mit 'APRS' machen. Das wäre dann aber ohne Video. Dafür relativ einfach realisierbar und es reicht mutmaßlich ein Empfänger

Tolle Idee Hans Markus! Schau dir mal das an was die Schäfer mit 'Glocken' machen. Das wäre dann auch ohne Video. Dafür noch viel einfacher realisierbar und es reicht mutmaßlich ein Ohr.

#7642474
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Manfred P. schrieb:

F. schrieb:

WLAN ist die offensichtliche Lösung, willst du aber nicht.

Angemeldet seit 09.04.2024 11:11 um Unsinn zu schreiben!

Auch ein früheres Anmeldedatum schützt nicht davor, Unsinn zu schreiben.

150.000qm mit WLAN und funktionierendem Wechsel der APs glaube ich erst, wenn ich es eigenhändig nachmessen kann.

Offensichtlich sind die Geschäftsprozesse nicht davon abhängig, dass latenzarm, genau und zuverlässig Live-Bilder und Position übertragen werden. Wären sie das, wäre das nämlich schon längst umgesetzt. Es dürfte also eine Lösung reichen, die moderaten Ansprüchen genügt. Ich kann verstehen, warum WLAN ungünstig ist, es werden eben einige Access Points benötigt, die möglichst hoch installiert werden müssen, um freie Sicht zu haben. Das ist ein großer Aufwand. Technisch ist das Problem bei so großen Installationen aber hauptsächlich die Anzahl der Clients, die sich dann gegenseitig stören, weil sie sich nicht mehr gegenseitig empfangen können. Bei 20 Clients ist das aber verteilt auf so einer großen Installation absolut kein Problem. Als Hardware bieten sich professionelle WLAN-Lösungen an, die Hersteller wissen, was sie tun. Erschwinglich ist zum Beispiel Ubiquiti. 50m-80m Reichweite rundherum sind im Außenbereich eigentlich immer drin (gegebenenfalls deutlich mehr). Wechsel zwischen APs wird von einem zentralen Controller gesteuert. Je nach Sichtbedingungen werden aber die Gebäude oder andere Dinge stören.


Bei der Größe des Geländes kommt eigentlich nur TETRA in Betracht, was aber für Video nicht genug Bandbreite hat.

Die Idee mit Smartphone ist Bastelkram, aber GSM wäre durchaus eine geeignete Funktechnologie. Vielleicht mag ja O2 eine Funkzelle aufbauen und Sonderkonditionen für die betriebsinterne Nutzung einräumen - hängt davon ab, ob sie noch Senderstandorte brauchen.

Egal wie, der Spaß kostet hoch fünfstellige Euros.

Offensichtlich sind die Geschäftsprozesse nicht davon abhängig, dass latenzarm, genau und zuverlässig Live-Bilder und Position übertragen werden. Wären sie das, wäre das nämlich schon längst umgesetzt. Es dürfte also eine Lösung reichen, die moderaten Ansprüchen genügt. Die Welt hat sich seit den 1990er-Jahren übrigens weitergedreht und mittlerweile sind Funktechnologien selbst im Consumer-Bereich verbreitet, die Dinge ermöglichen, die früher so nicht möglich waren. TETRA ist für diese Aufgabe die traditionelle, d.h. veraltete, Lösung. Consumer-Bereich ist gut, denn durch die Masse wird es kostengünstig. Das Betriebsgelände liegt nicht auf dem Mars, absurde Anforderungen an die Technik schließe ich aus. Wenn's nur um Positionsdaten geht, lässt sich das heutzutage mit einem LoRa-Empfänger völlig bequem umsetzen für einen sehr niedrigen vierstelligen Preis für das Gesamtsystem. Bei Nutzung des vorhandenen Mobilfunknetzes entstehen vernachlässigbare initiale Kosten und Betriebskosten von sagen wir mal 250 Euro monatlich. Da muss das System schon sehr lange betrieben werden, damit sich eigene 5G-Infrastruktur lohnt.

(Firma: FEP) #7643793
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Slade C. schrieb:

Hallo

In unserer Firma ist die Idee aufgekommen, die etwa 20 Fahrzeuge auf dem Betriebsgelände mit Kamera, GPS usw. auszustatten und die Daten Live zu übertragen.

Auch wenn das Vorhaben noch nicht spruchreif ist, möchte ich mich trotzdem mit ein paar Infos ausstatten. Vor allem, welche Funkverbindung in Frage kommt.

Das Gelände ist etwa 300m x 500m groß und hat ein paar hohe Hallen, in denen auch Fahrzeuuge verkehren. Das Bürogebäude befindet sich am Rande der schmalen Seite; dort sollten die Daten empfangen und ausgewertet werden.

Die Installation von einer Vielzahl von Hotspots bzw. Repeatern sollte weitgehenst vermieden werden.

Hat jemand ein paar Ideen?

Statt normalem W-Lan auf 2,4 GHz gibts auch noch das Wi-Fi HaLow, ein abgespecktes W-Lan für kleinere Datenraten aber auf 863 – 868 Mhz mit besserer Reichweite und Durchdringung.

https://de.wikipedia.org/wiki/IEEE_802.11ah

Gruss D.W.

#7643995
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F. schrieb:

Ich kann verstehen, warum WLAN ungünstig ist

Es ist nicht ungünstig, sondern schlicht und einfach eine ungeeignete Technologie. Der Betrieb mehrerer APs und ein Wechsel zwischen diesen ist nicht spezifiziert und gelingt mit proprietären Bastellösungen eher schlecht als recht. Das ist einer der Gründe, weshalb sich Schnurlostelefonie per WLAN nicht durchsetzt und man noch immer DECT verwendet.

F. schrieb:

es werden eben einige Access Points benötigt,

Definierte "einige". In der Ursprungsfrage eh ausgeschlossen: Slade C. schrieb im Beitrag #7641836:

Die Installation von einer Vielzahl von Hotspots bzw. Repeatern sollte weitgehenst vermieden werden.

F. schrieb:

Access Points benötigt, die möglichst hoch installiert werden müssen,

Unfug, befasse Dich mit Antennendiagrammen.

um freie Sicht zu haben.

Das ist in diesem Frequenzbereich sehr wichtig und es genügt schon eine geschlossene Holztüre, die Feldstärke deutlich einbrechen zu lassen.

#7644015
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Manfred P. schrieb:

Der Betrieb mehrerer APs und ein Wechsel zwischen diesen ist nicht spezifiziert

https://de.wikipedia.org/wiki/IEEE_802.11r

Wenn man mit kurzen Aussetzern leben kann, bekommt man roamingfaule Endgeräte aber auch diszipliniert, indem man sie unter einem gewissen Empfangspegel einfach abwirft, damit sie sich einen besseren AP aussuchen.

Das Hidden-Node-Problem ist bei WLAN das deutlich grössere, aber in so einer Umgebung mit wenigen Clients ebenfalls beherrschbar.

#7644106
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Manfred P. schrieb:

Es ist nicht ungünstig, sondern schlicht und einfach eine ungeeignete Technologie. Der Betrieb mehrerer APs und ein Wechsel zwischen diesen ist nicht spezifiziert und gelingt mit proprietären Bastellösungen eher schlecht als recht.

Die Technologie ist geeignet, sie ist aber ungünstig, weil einige Access Points benötigt werden, die mitsamt Kabeln an schlecht erreichbaren Stellen montiert werden müssen. Wie bereits genannt, ist Roaming schon seit fast zwei Jahrzehnten spezifiziert (vor 802.11r gab's 802.11f). Wie gut es funktioniert, ist eine andere Frage. Manche Clients wollen partout den Access Point nicht wechseln, dafür gibt es aber bei entsprechend gemanagten Systemen Lösungen. Ich komme nicht um den Eindruck umhin, dass du mit deinen Ansichten irgendwo in den frühen 2000ern steckengeblieben bist, wo das alles total schrecklich war. Die Welt hat sich weitergedreht. Einige Probleme sind physikalischer Natur und nur sehr schlecht zu lösen, bei anderen können wir durch gut gemachte Software und Hochleistungsprozessoren, die komplizierte Signalcodierungen verarbeiten können, dann doch recht viel tun.

Außerdem: Es geht um Live-Bilder und -Positionen, nicht um Echtzeit-Fahrzeugsteuerung. Wenn das Netzwerk mal 5 Sekunden weg ist, dann ist es mal 5 Sekunden weg. Wäre es für die Geschäftsprozesse so wichtig, dass das immer 100% verfügbar ist, dann gäbe es bereits eine Lösung im Einsatz.

Das ist einer der Gründe, weshalb sich Schnurlostelefonie per WLAN nicht durchsetzt und man noch immer DECT verwendet.

Schnurlostelefonie per WLAN funktioniert prima: Dein Handy macht es mit VoWiFi (muss gegebenenfalls eingeschaltet werden). Dass immer noch viel DECT verwendet wird, dürfte wahrscheinlich eher am besser verfügbaren Band liegen, gegebenenfalls ist die DECT-Hardware auch historisch kostengünstiger als die WLAN-Hardware. Wer weiß.

Manfred P. schrieb:

Definierte "einige". In der Ursprungsfrage eh ausgeschlossen:

Einige heißt einige. Zum Firmengelände ist nichts bekannt, ist das hauptsächlich Freifläche, sind da viele verwinkelte Gebäude? Wissen wir nicht. Einige heißt daher einige, da man schon weitgehend eine Sichtverbindung braucht. Das größte Problem haben wir hier nicht: Die APs müssen nur sehr sehr wenige Clients versorgen. Üblicherweise ist das anders.

Manfred P. schrieb:

F. schrieb:

Access Points benötigt, die möglichst hoch installiert werden müssen,

Unfug, befasse Dich mit Antennendiagrammen.

Ich habe mich lange genug damit befasst. Eine möglichst hohe Installation sorgt dafür, dass Hindernisse (die sich ja üblicherweise auf dem Boden befinden) nicht bzw. möglichst wenig in die Fresnel-Zone hineinragen. Das erhöht die Signalstärke und damit die Reichweite. Wenn du mich missverstehen willst: Möglichst hoch heißt realistischerweise z.B. auf Beleuchtungsmasten, unter dem Hallendach, oder oben an Gebäudefassaden, nicht möglichst hoch im Sinne von im geostationären Orbit (wobei dort die Fresnel-Zone weitgehend frei ist). Übliche WLAN-APs haben keine besonders ausgeprägte Richtwirkung der Antennen. Antennen mit besonders hohem Gewinn bringen für diesen Einsatzzweck relativ wenig. Selbst die Richtfunk-APs, die als CPE eingesetzt werden, haben meist noch eine relativ breite Abstrahlcharakteristik. Die Empfänger sind gut genug, die Sendeleistung muss sowieso runtergeregelt werden, das vereinfacht dann hauptsächlich die Ausrichtung.

Manfred P. schrieb:

Das ist in diesem Frequenzbereich sehr wichtig und es genügt schon eine geschlossene Holztüre, die Feldstärke deutlich einbrechen zu lassen.

Oder Regen und Vegetation im Außenbereich. Das war hauptsächlich bei meiner Richtfunkstrecke auf 5 GHz ein Problem, bei schlechtem Wetter war die deutlich langsamer.

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