Forum: Ausbildung, Studium & Beruf EPR/erweiterte Herstellerverantwortung Ebay gestützte Petition


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von Thomas H. (thomash2)


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Habe gestern eine Email erhalten mit dem Verweis auf Ebaymainstreet, 
dass man dort Adressen sammelt für eine Petition gegen die erweiterte 
Herstellerverantwortung in der EU.

https://www.ebaymainstreet.com/de/petition/emea-epr

Punkt 1 sollte eigentlich schon längst so umgesetzt werden soweit ich 
mitbekommen habe haben sich die einzelnen Staaten (oder einige) aber bis 
jetzt dagegen gewehrt.

Punkt 2 gibt es zum Teil, aber auch etwas umständlich, vor allem wenn es 
eine Zentrale Anlaufstelle geben würde wäre das schon mal ein Vorteil.

Punkt 3 ist natürlich zum Vorteil von Ebay gedacht, könnte meiner 
Ansicht nach eigentlich gestrichen werden. Aber Ebay hat nun mal die 
Reichweite.

Habe soweit auch die Header der Mail überprüft und den Eingang, es wurde 
tatsächlich von Ebay geschickt.

Es ist ein kleiner Lichtblick für kleine Unternehmen und Selbstständige 
die Elektronik entwickeln und vertreiben möchten und selber vertreiben 
möchten.
Der Beitrag gehört deshalb schon in den Bereich Ausbildung, Studium & 
>>Beruf<<
Die aktuellen Regelungen und Bedingungen ähneln in gewissen 
Elektronik-Bereichen eher einem Berufsverbot.

von Rolf S. (audiorolf)


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Alles wofür ein solcher Laden wirbt, ist nur gut für ihn selbst.
Es ist also gegen die Händer oder gegen die Kunden, oder gegen Beide!

von Klar P. (Gast)


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Thomas H. schrieb:
> Habe gestern eine Email erhalten mit dem Verweis auf Ebaymainstreet,
> dass man dort Adressen sammelt für eine Petition gegen die erweiterte
> Herstellerverantwortung in der EU.

Blablabla, Kern der Petition ist wohl dieser:

"Die Kosten für die Einhaltung der EPR können sich für ein kleines 
Unternehmen, das Zugang zum gesamten Binnenmarkt haben möchte, auf bis 
zu 140.000 € sowie 39 Arbeitstage pro Jahr belaufen (Quelle: Ecommerce 
Europe)."

"Aktuell ist eine neue EU-Abfallrahmenrichtlinie in Vorbereitung,  ..., 
vor dem Verkauf in der EU eine Vielzahl komplexer 
Registrierungsverfahren zu durchlaufen. Diese neuen Regeln werden auch 
als erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer 
Responsibility, EPR) bezeichnet."

Wer hat Angst vor einer Registrierung?!? Wer braucht 5 Wochen 
Fulltime-Job für eine Registrierung?

> Die aktuellen Regelungen und Bedingungen ähneln in gewissen
> Elektronik-Bereichen eher einem Berufsverbot.

Oder einem Pfuscher/Quacksalber-Verbot. Was ist falsch an dem Prinzip
"Berufsausbildung nach Qualifikation"? Von Deinem Arzt verlangst Du doch 
auch das er nachgewiesenermaßen kann, was er verspricht.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Zum Teil liegt das daran, dass nicht reiner Wein eingeschenkt wurde, was 
das Lieferkettengesetz für Auswirkungen hat. Die kleinen Betriebe wurden 
beschwichtigt, dass diese davon verschont bleiben. Aber dem ist nicht 
so. Sobald diese an größere Betriebe liefern, erwischt diese es genau 
so. Ein Betrieb, der die Größe hat, diese Lieferketten im Detail 
einzuhalten, muss diese Daten von allen Zulieferern auch einholen und 
daher einfordern.

Die Regeln des Greening of Finanzial System sind damit auch verbunden. 
Das NGFS („Network for Greening the Financial System“) ist ein 
weltweites Netzwerk von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, das sich 
für ein nachhaltigeres Finanzsystem stark macht.

Von dieser Seite her gibt es Druck auch auf die Nichthersteller, wie 
Ebay, die nur als Portalanbieter daran verdienen. D.h. im Prinzip, dass 
darüber bald nur noch Dinge weiterverkauft werden können, für die diese 
Informationen und Belege vorliegen.

D.h. wenn jemand eine gebrauchte Waschmaschine, für die es diese Daten 
gibt, dann geht das reibungslos, sofern er Marke, Typ und Modell dann im 
Auswahlfeld findet.
Wenn jemand eine ältere Waschmaschine oder mitgebrachte aus Türkey 
verkaufen möchte, die da nicht erfaßt ist, darf dann die ganzen 
Formulare ausfüllen und das Portal diese noch prüfen.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Für viele erschließt sich vielleicht nicht, dass der EPR auch mit dem 
Lieferkettengesetz zusammenhängt.

Eine solche Stilblüte der Bürokratie gab es aus der Runde der 
selbstständigen Unternehmer vor kurzem. Für seine handwerklichen 
Dienstleistungen für einen großen Konzern mußte einer aus der Runde 
alles mögliche angeben.

Prognose des Spritmenge oder kWh für die Gesamtsumme der Fahrtwege.
Nachweis, wie Reste und Abfall entsorgt werden.
Keine Produkte aus Kinderarbeit.
Keine Geldgeschäfte (Aktien), die Kinderarbeit enthalten.

Auf dem Formular mußte er dafür unterschreiben, dass sein einjähriges 
Kind belehrt worden, d.h. das Merkblatt vorgelesen wurde und die 
Belehrung verstanden hätte.
Jener hatte bei der Firma deshalb rückgefragt, dass das unsinnig wäre, 
aber es wurde nach Prüfung darauf bestanden. Da dachte ich es wäre 
Märchenstunde, aber dieser hatte Kopien (Smartphone mit CamScanner 
gemacht) dabei.

von Klar P. (Gast)


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> Auf dem Formular mußte er dafür unterschreiben, dass sein einjähriges
> Kind belehrt worden, d.h. das Merkblatt vorgelesen wurde und die
> Belehrung verstanden hätte.
> Jener hatte bei der Firma deshalb rückgefragt, dass das unsinnig wäre,
> aber es wurde nach Prüfung darauf bestanden. Da dachte ich es wäre
> Märchenstunde, aber dieser hatte Kopien (Smartphone mit CamScanner
> gemacht) dabei.

Nachfrage ändert am Unsinn nichts. Und gibt es nicht den 
Rechtsgrundsatz, das offensichtliche "Scherze" (per iocum) keine 
Rechtskraft haben?!
Kinder jünger als sieben Jahre sind ohnehin komplett geschäftsunfähig (§ 
104 §105 BGB).

von Thomas H. (thomash2)


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Klar P. schrieb:
> Thomas H. schrieb:
>> Habe gestern eine Email erhalten mit dem Verweis auf Ebaymainstreet,
>> dass man dort Adressen sammelt für eine Petition gegen die erweiterte
>> Herstellerverantwortung in der EU.
>
> Blablabla, Kern der Petition ist wohl dieser:
>
> "Die Kosten für die Einhaltung der EPR können sich für ein kleines
> Unternehmen, das Zugang zum gesamten Binnenmarkt haben möchte, auf bis
> zu 140.000 € sowie 39 Arbeitstage pro Jahr belaufen (Quelle: Ecommerce
> Europe)."
>

Sorry dass ich voraussetze dass jemand lesen kann! Sollte ich eventuell 
nicht. Sehe ich auch an den Bewertungen - tut mir schrecklich leid.

> "Aktuell ist eine neue EU-Abfallrahmenrichtlinie in Vorbereitung,  ...,
> vor dem Verkauf in der EU eine Vielzahl komplexer
> Registrierungsverfahren zu durchlaufen. Diese neuen Regeln werden auch
> als erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer
> Responsibility, EPR) bezeichnet."
>
> Wer hat Angst vor einer Registrierung?!? Wer braucht 5 Wochen
> Fulltime-Job für eine Registrierung?
>

Die Registrierungen sind auch ein zeitlicher Aufwand bis man sich 
überall reingelesen hat, und wozu denn wenn man 10Kg in der EU verkaufen 
möchte dann soll man sich nur einmal registrieren und fertig. Praktisch 
gesehen wird so ne Menge aktuell illegal verkauft (ob man das so will?)

>> Die aktuellen Regelungen und Bedingungen ähneln in gewissen
>> Elektronik-Bereichen eher einem Berufsverbot.
>
> Oder einem Pfuscher/Quacksalber-Verbot. Was ist falsch an dem Prinzip
> "Berufsausbildung nach Qualifikation"? Von Deinem Arzt verlangst Du doch
> auch das er nachgewiesenermaßen kann, was er verspricht.

Was hat Berufsausbildung nach Qualifikation mit EPR zu tun?
Man sollte darauf achten dass der Marktplatz in Europa eine maximale 
Reichweite hat und den Markt nicht maximal für die Großen vorbereiten 
und für alle anderen verminen.

Bin irgendwie richtig froh außerhalb der EU zu wohnen, die Leute stellen 
sich nicht so extrem dämlich an wie in Deutschland, vor allem jene die 
von diversen Richtlinien betroffen sind. Aber ich lasse mich immer gern 
eines besseren belehren. Viele Dinge mit denen ihr in Deutschland 
rumscheissen müsst gibt's bei uns nicht mal... aber ja wird ja so 
akzeptiert. Das ist dann wohl das "kritische" Denken dass man in den 
Schulen in Deutschland lernt :D

: Bearbeitet durch User
von Ernest (ernest)


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Ja, es gibt eine Menge Vorschriften, die einzuhalten sind.

Ja, viele Flüsse in der EU (auch in Deutschland) sind sauberer als sagen 
wir mal 1980, es gibt wieder mehr Greifvögel, ... . Ja, wenn ohne 
Einschränkungen Produkte in der EU verkauft werden dürfen, die wer weiß 
wo mit Kinderarbeit hergestellt werden, dann wird es in der EU bald kaum 
Arbeit mehr geben. Weil unser Wohlstandsniveau und damit unsere Kosten 
zu hoch sind, als dass wir mit Kinderarbeit konkurrieren könnten. etc 
etc. In sofern ist die EU ein geschützter Markt. Der durchaus auch seine 
Bewohner schützt. Den meisten geht es dabei auch nicht wirklich schlecht 
- im weltweiten Vergleich eher im Gegenteil, den meisten geht es 
ziemlich gut dabei.

Und nun?

Klar sind die Hürden gerade für kleine Hersteller damit hoch. Selber in 
alles einlesen muß man sich vermutlich nicht, weil es für die meisten 
Aspekte auch Dienstleister geben dürfte, die wissen wie man das 
aufzieht. Natürlich kosten die wiederum Geld. Welches bei jemandem, der 
sich als Hersteller selbständig machen will, in der Regel knapp sein 
dürfte.

Die großen Konzerne - dürften inzwischen alle Ziele zur Reduktion von 
Energieverbrauch, Abfall etc etc haben. Wenn das auf die Produkte 
umgelegt wird, müssen auch die Lieferanten Angaben machen. Viel 
Spielraum gibt es in den großen Konzernen bei solchen Themen nicht, als 
Lieferant macht man da entweder mit (so gut es geht) oder man sucht sich 
andere Kunden (so das denn geht ...).

Sicherlich keine einfache Situation, wenn man sich als Hersteller 
selbständig machen will. Andererseits werden alle Gesetzeslücken und 
Bagatellgrenzen ja gerne ausgenutzt / missbraucht, was gegen die 
Einführung von Gesetzeslücken und Bagatellgrenzen spricht.

Überraschenderweise - unter den gleichen Randbedingungen wachsen und 
gedeihen einige Firmen und andere gehen ein.

von Thomas H. (thomash2)


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Kritisches denken ist halt nichts was man den meisten deutschen Bürgern 
zumuten kann.

Ein Punkt der Petition ist eine zentrale Registrierung, einige deutsche 
Michels fordern wohl tatsächlich eine Registrierung pro EU Land?
Es geht nicht darum die Entsorgungsgebühren abzuschaffen sondern zu 
zentralisieren damit man die Vorteile der EU nutzen kann.

Die Vereinigten Staaten sind ein großer Marktplatz, genau so viele 
Länder in Asien, und Europa? Selbst innerhalb Europas gibt es maximale 
Marktzugangsbeschränkungen.
Es hält die Leute nicht davon ab zu handeln (siehe Ebay, sehr viele 
Anbieter in der EU verkaufen dort in die ganze EU obwohl sie das 
eigentlich nicht dürfen). Aber diese haben dadurch halt auch das Risiko 
abgestraft zu werden. Sehr viele sind dort nur in ein oder zwei Ländern 
registriert (wenn überhaupt).

> Überraschenderweise - unter den gleichen Randbedingungen wachsen und
> gedeihen einige Firmen und andere gehen ein.

Das hat mit der Petition und der Forderung in der Petition nicht 
besonders viel zu tun.
Wenn jemand eine Tonne Elektronik innerhalb Europas verkauft dann solle 
er genau für diese Menge auch Recycling Kosten tragen, und nicht pro 
Land 500 EUR an Registrierungskosten hinlegen. Sagen wir 50$ (so viel 
kostet eine Tonne z.B in den U.S.), mag durchaus auch mehr sein, selbst 
wenn es 500$ pro Tonne sind wäre es noch günstiger als die Registrierung 
pro EU Land.

Viele Unternehmen fangen zudem klein an, will man die Unternehmen von 
morgen schon am Stand abwürgen? Das passiert zur Zeit auch in 
Deutschland, es vergeht ja kein Tag an dem Unternehmer nicht weiter in's 
Ausland verlagern.

Und Unternehmen (welche diverse Produkte anbieten welche durch die 
Beteiligten geschaffen wurden) versorgen nun auch Familien.

: Bearbeitet durch User
von Klar P. (Gast)


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>> Blablabla, Kern der Petition ist wohl dieser:
>
> Sorry dass ich voraussetze dass jemand lesen kann! Sollte ich eventuell
> nicht. Sehe ich auch an den Bewertungen - tut mir schrecklich leid.

Eben das ist dein Problem, du verlangst stillschweigend das andere von 
den selben Problemem umgetrieben werden wie Du und gibts Dir daher nicht 
dien Geringste Mühe dein Proplem nachvollziehbar zu schildern. Einfach 
EPR ins subject knallen, dann wird jeder gerne nachrecherchieren was 
damit überhaupt gemeint ist. Ist halt ein typischer "Kassandra-Komplex", 
ist kein besonders schweres Charakter-Tick.

> Bin irgendwie richtig froh außerhalb der EU zu wohnen, die Leute stellen
> sich nicht so extrem dämlich an wie in Deutschland, vor allem jene die
> von diversen Richtlinien betroffen sind.

Aber von Selbstkritik-befreiten Oberlehrertum kannste nicht lassen, wa 
?!
Jetzt willst die Oberlehrernation Deutschland von der ?Türkei, Persien , 
Britannien, Indien, VR China,...? heraus belehren was gut in/für 
Deutschland wäre?!

von Monk (roehrmond)


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Thomas H. schrieb:
> aber ja wird ja so akzeptiert. Das ist dann wohl das "kritische" Denken
> dass man in den Schulen in Deutschland lernt :D

Nicht lustig, denn man hat keine freie Wahl. Entweder hält man sich an 
die Gesetze, oder endet im Gefängnis.

von Thomas H. (thomash2)


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Klar P. schrieb:
> Aber von Selbstkritik-befreiten Oberlehrertum kannste nicht lassen, wa
> ?!
> Jetzt willst die Oberlehrernation Deutschland von der ?Türkei, Persien ,
> Britannien, Indien, VR China,...? heraus belehren was gut in/für
> Deutschland wäre?!

Aus diesem Grund gibt es die Petition von Ebay, und diese ist vor allem 
innerhalb der EU entstanden und hat mit den genannten Ländern erst mal 
nichts zu tun. Ebay hat Reichweite.
Nicht alle Gesetze welche von der deutschen Bundesregierung beschlossen 
wurden machen auch Sinn, das sollte man als Person welche etwas kritisch 
denken kann doch mittlerweile wissen oder nicht?

> Nicht lustig, denn man hat keine freie Wahl. Entweder hält man sich an
> die Gesetze, oder endet im Gefängnis.

Deshalb betreiben finanzstarke Unternehmen Lobbying, und den Kleinen 
bleiben halt nur die Petitionen.

von Monk (roehrmond)


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Thomas H. schrieb:
> Deshalb betreiben finanzstarke Unternehmen Lobbying, und den Kleinen
> bleiben halt nur die Petitionen.

Ebay ist kein kleines Unternehmen. Wenn Ebay sich plötzlich so rührend 
um die kleinen kümmert, kann das nur hinterhältige Beweggründe haben.

: Bearbeitet durch User
von Thorsten M. (pappkamerad)


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Ebay ist doch schon laengst zu einem Aliexpress-Ersatz geworden. Wenn 
das alles wegbrechen wuerde wegen Plattformhaftung bei 
WEEE-Verstoessen...

Und trotzdem waere es gut, wenn Klein(st)unternehmen mit ueberschaubaren 
Kosten am EU-Markt teilnehmen koennten.

von Thomas H. (thomash2)


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Steve van de Grens schrieb:
> Thomas H. schrieb:
>> Deshalb betreiben finanzstarke Unternehmen Lobbying, und den Kleinen
>> bleiben halt nur die Petitionen.
>
> Ebay ist kein kleines Unternehmen. Wenn Ebay sich plötzlich so rührend
> um die kleinen kümmert, kann das nur hinterhältige Beweggründe haben.

Siehe Punkt Nummer 3 in der Petition.

eBay Main Street is a global network of ecommerce. advocates run by the 
eBay Inc. Government Relations. team.
Sie wollen es mit der Petition untermauern.
Tatsächlich sind die aktuellen Entwürfe, sogar die aktuellen Gesetze ein 
Problem für viele Händler und kleine Hersteller.
Wie geschrieben agieren zur Zeit einfach viele kleine Unternehmen im 
illegalen Bereich.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Steve van de Grens schrieb:
> Ebay ist kein kleines Unternehmen. Wenn Ebay sich plötzlich so rührend
> um die kleinen kümmert, kann das nur hinterhältige Beweggründe haben.

Wenn Du meinen ersten Posts in dem Thread in Ruhe liest, siehst Du 
vielleicht das Problem, was hier auf alle zukommt, die EBay nutzen. Es 
könnte sogar passieren, dass Du das Adjektiv "hinterhältig" noch mal neu 
vergeben mußt.

Mittlerweile wachen mehr auf, sogar Karlheinz Böhms Stiftung:
https://www.menschenfuermenschen.de/news/menschen-fur-menschen-positioniert-sich-zum-europaischen-lieferkettengesetz/

Zum Beispiel muss eine Alpenbäuerin, die die großgezogenen Kälber und 
den hausgemachten Bergkäse verkauft für alle Tiere die Betriebe und 
alles Weiden auf denen diese jemals gegrast haben mit GPS-Koordinaten 
hinterlegen. Auch die Futtermittel müssen angegeben und belegen, dass 
die Tiere nicht von entwaldeten Flächen gegrast haben. Ganz doof ist es, 
wenn die Viecher einmal ausgebrochen sind.
Die große Supermarktkette kann dann den Käse nicht mehr im lokalen Markt 
anbieten, weil die Regionalabteilung über der Beschäftigungsgrößengrenze 
ist.

Bei Ebay wird es dann auch so laufen. Ebay müsste dann sogar die 
Produkte der Stiftung Böhms aus Äthopien ablehnen über sein Portal 
vertreiben zu lassen.

Analog verhält es sich mit dem Abfall. Also der Abfall, der während der 
Produktion entsteht. Es geht dabei nicht nur um die Verpackung für den 
Versandt.

: Bearbeitet durch User
von Purzel H. (hacky)


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> Oder einem Pfuscher/Quacksalber-Verbot. Was ist falsch an dem Prinzip
"Berufsausbildung nach Qualifikation"? Von Deinem Arzt verlangst Du doch
auch das er nachgewiesenermaßen kann, was er verspricht.

Nein, das kann man genau nicht. Ein Arzt kennt keine Garantien, noch 
Garantiearbeiten. Ein Arzt darf rum-quacksalbern.
Das erkennt man daran, dass man als Patient fuer Operationen 
unterschreiben muss. Bedeutet der Arzt stuft sich zum Lehrling runter, 
dafuer geht die Verguetung hoch.

von Rolf S. (audiorolf)


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Purzel H. schrieb:
> Bedeutet der Arzt stuft sich zum Lehrling runter,
> dafuer geht die Verguetung hoch.

Ganz so ist es nicht, aber in der Tat hat es die Ärzteschaft 
hinbekommen, sich bestmöglich aus der Verantwortung zu stehlen! Sie 
haben sogar Versicherungen, die eine Fehlbehandlung absichern, die 
offenkundig falsch ist.

Als Ingenieur in der Medizintechnik gehst du in den Knast, wenn 
irgendein Dokument nicht stimmt.

von Thomas H. (thomash2)


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Heute habe ich Endstops einer CNC gereinigt, was funkelte mir da 
entgegen - eine Pin Beschreibung für den Schalter. Made in Germany, 
Balluff aus Neuhausen.
Dann mal Balluff mit Google gesucht - tja ...

----
Das weltweite Massnahmenbündel sieht unter anderem vor, die am Stammsitz 
verbliebenen Produktionskapazitäten an Standorte in Ungarn und China zu 
verlagern und im Gegenzug Neuhausen konsequent zu einem Innovations- und 
Kompetenzzentrum für Networking-, Software- und IIoT-Lösungen, Opto- und 
(Magneto-) Induktive Sensorik sowie RFID weiterzuentwickeln. Weltweit 
strebt die Unternehmensführung bis Ende 2021 eine Verringerung um rund 
400 Stellen an, etwa die Hälfte davon am Stammsitz.
----

Als ob China und Taiwan nicht längst in genannten Bereichen unterwegs 
sind und schon längst Marktführer sind.

Warum ich das erwähne? da die Standortbedingungen in Deutschland bereits 
äußerst kompliziert sind für diverse Unternehmen - welche aber durchaus 
brauchbare Produkte in der Welt vertreiben.
Mit EPR wird die Lage noch schwieriger und es ist eine Tatsache dass 
gewisse Unternehmen ihre Beine in die Hände nehmen werden und das 
Gleiche wie oben genannt machen werden.

Und jedes abgewanderte Unternehmen geht ab - jedes versorgte Familien 
und hat Wohlstand geschaffen.
Der deutsche Staat schafft keinen Wohlstand, er würgt ihn lieber ab.
Balluff scheint ein starkes Unternehmen zu sein - aber da zeigt sich was 
einem Angestellten diese Stärke dann wirklich bringt.

Es wird auch nichts helfen wenn Olaf nun nach China pilgert und dort um 
besseren Marktzugang bettelt, die Chinesen werden werden ihn lächelnd 
abservieren. (Nunja man hat Zugeständnisse gemacht, und darf jetzt auf 
leichteren Äpfel und Fleisch-Import nach China erwarten... wer China 
kennt weiß dass sich das aber auch schnell wieder ändern kann, wenn 
angeblich plötzlich Würmer oder ähnliches in den Importen gefunden 
werden, so wie es bei Importen von Taiwan nach China regelmäßig 
praktiziert wird)

Nehmt EPR lieber ernst, stimmt (sofern es möglich ist) für einen 
ordentlichen innereuropäischen Marktzugang in Europa. Vor allem wird das 
auch die nächsten Generationen betreffen die es ohnehin schon nicht 
leicht haben.
Wenn die großen Renten-wellen kommen wird es zunehmend schwieriger 
werden in Deutschland.
Außerdem in Asien gibt es ebenfalls eine beinharte Konkurrenz, die 
werden sich hier nicht die Butter vom Brot nehmen lassen um Rücksicht 
auf die Situation in Deutschland zu nehmen. Die haben genug andere 
Probleme um die sie sich kümmern müssen.

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