Forum: Platinen ATMega328PB-AU Grundschaltung auf Platine


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Manuel (gymknopf)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo,

ich habe ein kleines, einfaches Projekt in Form einer Lochrasterplatine 
mit aufgelötetem ATMEga328P StandAlone hier liegen. Ich würde dieses 
Projekt nun gerne in eine erste Platine überführen.

Dafür würde ich anstatt des ATMega328P im DIP Package nun den 
ATMega328PB-AU im TQFP Package nutzen. Die beiden µC können 1 zu 1 
ersetzt werden, oder?

Die Platine soll im ersten Schritt nun nichts können, außer dass der µC 
über einen Molex Stecker mit dem AVRISP mkII Programmer programmierbar 
ist. Ich möchte also wirklich nur die absolute Minimalschaltung dafür 
auf eine Platine bringen. Ich möchte also lediglich den Bootloader 
aufspielen und über das AtmelStudio den µC programmieren können.
Da ich noch recht wenig Erfahrung in diesem Bereich habe, wäre ich euch 
dankbar, wenn ihr euch den angehängten Plan anschauen könntet, ob es 
ausreichend ist, wenn ich die Platine in dieser Form bestelle?

Vielen Dank im Voraus!

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Und wo sind die Abblock-Cs? Warum ist der 2. Ground nicht angeschlossen?
Du könntest ja mal einen Arduino Pro-Mini als Vorlage benutzen. Soo viel 
mehr als deine Schaltung hat der nicht drauf. Aber sie funktioniert 
wenigstens millionenfach.

: Bearbeitet durch User
von Frank K. (fchk)


Lesenswert?

1. Alle(!) (A)VCC und (A)GND anschließen.
2. zwischen jedem (A)VCC-(A)GND-Pärchen 1* 100n X7R 0603 anschließen. 
Dabei Leitungslänge zu den Pins minimal halten - nicht mehr als ein paar 
mm.
3. 100n zwischen AREF und GND.
4. Unbenutzte Pins entweder auf Ausgang oder Eingang mit Pullup 
schalten.
5. Leitungslänge Prozessor-Quarz minimal halten
6. Die Kondensatoren am Quarz müssen zum Quarz passen. -> nach 
Lastkapazitäten Quarz googeln
7. 1M parallel zum Quarz verbessert das Anschwingen des Quarzes.

fchk

von Eduard I. (eiten)


Lesenswert?

Hallo Manuel,

das was @Helmut sagt. Zum Verständnis: Abblock-Cs sind 
100nF-Kondensatoren von VSS/AVCC nach GND, möglichst nahe an den Pins.
1:1 ersetzt... naja. Pass auf: Die Pin-Nummern sind anders! Zudem hat 
der AU ein paar Pins mehr. Aber das Die ist das gleiche, nur mit anderer 
Verpackung, und somit die funktionen auch.

LG, Edi

: Bearbeitet durch User
von Manuel (gymknopf)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo zusammen,

zuerst vielen Dank für die raschen Antworten. Da ich ein absoluter 
Neuling auf dem Gebiet bin, bin ich sehr dankbar für jede Hilfe die ich 
bekomme!

Ich habe nun den 2. GND verbunden und jeweils von VCC / AVCC und auch 
von AREF einen 100nF Kondensator (0603B104M250NT) nach GND gelegt.
Die Leitungslänge möglichst gering zu halten würde ich dann beim Routing 
natürlich auch berücksichtigen (sowohl zwischen µC-Pins und 
Blockkondensatoren als auch zwischen µC-Pins und Quarz).

Sieht die Schaltung nun besser aus?


Vielen Dank nochmals!

von Mi N. (msx)


Lesenswert?

Manuel schrieb:
> Dafür würde ich anstatt des ATMega328P im DIP Package nun den
> ATMega328PB-AU im TQFP Package nutzen. Die beiden µC können 1 zu 1
> ersetzt werden, oder?

Der direkte Ersattyp heißt 328P-AU oder 328PA-AU.
328PB-AU bietet zum Beispiel keinen 'full swing' und auch kein 20 MHz 
Quarz als Taktquelle. Da gab es hier vor Jahren eine Diskussion mit den 
Unterschieden im Detail.
Beitrag "ATMEL verändert einige Dinge im ATMega"

von Keks F. (keksliebhaber)


Lesenswert?

Ich meine, es gibt hundertseitige Datenblätter mit Beispielbeschaltung. 
Inhaltlich gut aufgereiht und suchbar.

von Sebastian W. (wangnick)


Lesenswert?

Manuel schrieb:
> Sieht die Schaltung nun besser aus?

Die Pinbelegung des ISP-Verbinders CN1 ist etwas seltsam. Normalerweise 
ist Pin 1 MISO. Das hängt aber auch vom Footprint und der Nummerierung 
der Pins des Verbinders ab, ob das ein Fehler ist oder nicht.

LG, Sebastian

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Ich würde noch alle unbenutzten Portpins auf Pinheader führen. Dann kann 
man a) schön messen und b) auch externe Schaltungen anschliessen.

von Manuel (gymknopf)


Lesenswert?

Hallo,
also wenn ihr keine Einwände mehr habt würde ich die Platine mal so 
umsetzen! Vielen Dank für eure Hilfe! :-)
Falls noch jemand Tipps / Ergänzungen hat, so nehme ich die natürlich 
gerne an.

Bezüglich Programmierung: Ich würde mir für meinen AVRISP mkII 
Programmieren noch ein "Adapterstück" basteln, welches ich dann mit dem 
Molex Stecker auf der Platine verbinden kann.

von Eduard I. (eiten)


Lesenswert?

Schaut so aus, als möchtest Du das bei JLCPCB bestellen (EasyEDA). Wenn 
du da auch bestücken lassen willst, dann würde ich anstatt der 
0603B104M250NT den CC0603KRX7R9BB104 nehmen, der ist ein Basic Part. X1 
wäre dann der X322516MLB4SI, C1 und C2 CL10C150JB8NNNC, und R1 
0603WAF1002T5E. Da kommt Dich dann das bestücken günstiger, als wenn Du 
die Teile selbst kaufen musst.

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Moin,

Aus meiner Erfahrung hin, möchte ich vorschlagen auch den Pro-Mini 
Bootloader Anschluß mit deren Beschaltung mit einzubeziehen. Der 
Optiboot Bootloader ist eine feine Sache und lässt sich auch ohne 
Arduino IDE betreiben. Auch ist Atmel Studio damit kompatibel. Seh Dir 
mal ein Pro-Mini Schaltbild an. Zum Anschluß dafür besorg Dir dann noch 
ein USB Serial Modul oder Kabel mit sechs Anschlüssen (4-pin gehen wegen 
fehlenden DTR Pin nicht).

Ich habe schon einige Designs so mit-integriert und habe es nie bereut, 
zusätzlich zum ISP noch diese Möglichkeit zu haben.

AVRdude lässt sich auch leicht von Windows cmd mit Kommandozeile 
betreiben.

Ferner würde ich noch die Schaltung so erweitern, daß man eine externe 
Spannungsreferenz an den AREF-Pin anschließen kann. Das ist manchmal 
praktisch, wenn man genau mit anderer als die interne VREF messen 
möchte.

Übrigens empfiehlt es sich beim Bootloader die TX und RX Pins über 1K 
Widerstände anzuschließen. Das hat den Vorteil, daß man gleichzeitig 
direkt an diesen Pins mit spezieller Schaltweise noch einen RS485 oder 
RS232 Transceiver gleichzeitig mit dem USB Serial mit betreiben kann. 
Auf der Bootloader Header Seite ist es praktisch, dann noch zwei LEDs 
über 1K anschliessen mit den Anoden nach VCC. Dann sieht man auch die 
Datenaktivitäten beim Gebrauch des USARTs.

Letztlich empfehle ich die Bord so zu beschalten, daß man wahlweise den 
328P oder 328PB einlöten kann. Der PB ist halt doch noch etwas fähiger, 
auch wenn 20MHz vielleicht beschränkt ist. Aber 20MHz ist ohnehin für 
Baudraten etwas ungünstiger. Bis jetzt hatte ich noch nie auf 20MHz 
zugreifen müssen.

Watterott hat ein Pro-Mini Design. Da kannst Dir mal das Schaltbild 
anschauen.


nur meine zwei-einhalb Cents worth...

Gerhard

Nachtrag:

Mit einbeziehe genau den gleichen 6-pin Header und Anschlußbelegung wie 
sie beim Nano zu finden ist. Bitte weiche nicht von den üblichen 
Belegungen ab. Da machst Du Dir nur das Leben schwer.

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7643159 wurde vom Autor gelöscht.
von Manfred P. (pruckelfred)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Gerhard O. schrieb:
> USB Serial Modul oder Kabel mit sechs Anschlüssen
> (4-pin gehen wegen fehlenden DTR Pin nicht).

Am Chinaboard nachstricken.

Dazu müssen dann am Bastelboard PD0(RXD) und PD1(TXD) und (/RESET) 
greifbar sein.

> Seh Dir mal ein Pro-Mini Schaltbild an.

Es läuft doch auf den Nachbau des ProMini heraus, bis auf den 
Spannungsregler und die LED stellt der die Minimalbeschaltung des 328 
dar.

Der Entwurf ohne jegliche Peripherie ist Unfug, zumindest eine LED an 
einem Port (wie Arduino) als Lebenszeichen sollte man haben. Kann man ja 
mit einer Wischbrücke trennbar gestalten.

Ob der µC ohne C am Reset überhaupt anlaufen wird?

von Steve van de Grens (roehrmond)


Lesenswert?

Manfred P. schrieb:
> Ob der µC ohne C am Reset überhaupt anlaufen wird?

Ja

von Joachim B. (jar)


Lesenswert?

Manfred P. schrieb:
> Ob der µC ohne C am Reset überhaupt anlaufen wird?

und eine Diode parallel zu R1 in Sperrichtung wäre auch nützlich.
An den ISP Pins die auch als Ports genutzt werden haben sich serielle R 
mit 470 Ohm bewährt so das ein ISP Programmer auch unabhängig von der 
externen Beschaltung den AVR programmieren kann und nicht gegen high und 
low der Portbeschaltung kämpfen muss.

von Manuel (gymknopf)


Lesenswert?

Hallo zusammen, vielen Dank für die ganzen Tipps. Das hilft mir wirklich 
sehr viel. Insbesondere danke für die konkrete Benennung der 
Standardbauteile bei JLCPCB, da ich vorhabe die Platine auch dort 
bestücken zu lassen.

Eduard I. schrieb:
> Schaut so aus, als möchtest Du das bei JLCPCB bestellen (EasyEDA). Wenn
> du da auch bestücken lassen willst, dann würde ich anstatt der
> 0603B104M250NT den CC0603KRX7R9BB104 nehmen, der ist ein Basic Part. X1
> wäre dann der X322516MLB4SI, C1 und C2 CL10C150JB8NNNC, und R1
> 0603WAF1002T5E. Da kommt Dich dann das bestücken günstiger, als wenn Du
> die Teile selbst kaufen musst.

@Eduard, ich habe nun alle Komponenten durch die von dir genannten Teile 
ersetzt, bist auf die beiden 18pF Kondensatoren. Die von dir genannten 
C's CL10C150JB8NNNC haben 15pF, sind die ebenfalls in Ordnung?

X1 hat ja 4 Pads, ich habe gelesen dass die beiden GND Anschlüsse 2 und 
4  in der Regel nicht verbunden werden, richtig?

von Mi N. (msx)


Lesenswert?

Manuel schrieb:
> Insbesondere danke für die konkrete Benennung der
> Standardbauteile bei JLCPCB, da ich vorhabe die Platine auch dort
> bestücken zu lassen.

Du scheinst mir noch etwas unerfahren zu sein. Wieviel Stück sollen es 
denn werden?
Vielleicht ist es geschickter, erst einmal ein paar Stück per Hand zu 
löten, um Fehlfunktionen auszuschließen. TQFP32 ist noch gut 
handzuhaben, 0603 ebenfalls.

von Johannes T. F. (jofe)


Lesenswert?

Manuel schrieb:
> über einen Molex Stecker mit dem AVRISP mkII Programmer programmierbar

Warum noch mit ISP und ATmega328xx etc. beschäftigen? Das sind 
Auslaufmodelle.

Wer jetzt neu in AVR-µC einsteigt, dem würde ich stark empfehlen, gleich 
mit halbwegs neuen UPDI-fähigen AVRs anzufangen (z.B. ATtiny32x6 oder 
ATmega4809). UPDI braucht nur eine Leitung + Masse und ist von der 
Verdrahtung daher wesentlich einfacher und schneller handzuhaben.

Und ein ATtiny416-Xplained-Nano als UPDI-Programmer und UART-Bridge ist 
für wenig Geld erhältlich. Das hat zudem auch noch einen eigenständigen 
ATtiny416 mit Minimalbeschaltung drauf, sodass sich ein extra Testboard 
ohnehin erübrigen würde.

von Wastl (hartundweichware)


Lesenswert?

Johannes T. F. schrieb:
> UPDI braucht nur eine Leitung + Masse und ....

.... ist vermutlich arschlangsam. Wenn ich debuggen wollte
würde ich diese Version gerne vermeiden. Nur wenn es bei
sehr kleinen AVRs unbedingt notwendig ist weil nix anderes
zur Verfügung steht.

von Jack V. (jackv)


Lesenswert?

Wastl schrieb:
> .... ist vermutlich arschlangsam. Wenn ich debuggen wollte
> würde ich diese Version gerne vermeiden.

Zumindest beim Schreiben/Lesen ist avrdude bei ISP auch nicht schneller 
fertig. Was Debugging angeht, lehne ich mich mal etwas aus dem Fenster 
und behaupte, dass das hier nicht relevant ist.

von Mi N. (msx)


Lesenswert?

Wastl schrieb:
> Johannes T. F. schrieb:
>> UPDI braucht nur eine Leitung + Masse und ....
>
> .... ist vermutlich arschlangsam. Wenn ich debuggen wollte
> würde ich diese Version gerne vermeiden.

Da irrst Du! Auch debugging geht per UPDI.
Nur was nützt es dem TO, wenn er zum Beispiel Arduino-Programme 
verwenden möchte?

von Johannes T. F. (jofe)


Lesenswert?

Wastl schrieb:
> Johannes T. F. schrieb:
>> UPDI braucht nur eine Leitung + Masse und ....
>
> .... ist vermutlich arschlangsam.

Es entzieht sich momentan meiner Kenntnis, was den 
Geschwindigkeitsvergleich von UPDI vs. ISP angeht. Ist aber m.E.n. 
nebensächlich, weil es ISP bei neueren AVRs ohnehin nicht mehr gibt, 
d.h. es wird durch UPDI ersetzt, langfristig wird ISP „aussterben“.

von Steve van de Grens (roehrmond)


Lesenswert?

Das Problem beim Hobby ist, dass jeder Mikrocontroller nach ein paar 
Jahren durch einen anderen "besseren" ersetzt wird. So schnell kommt da 
kaum mit dem Lernen hinterher.

Der ATmega328 ist meine Meinung nach keine schlechte Wahl. Für ihn gibt 
es ohne Ende Anleitungen, Beispielcodes und jede Menge billige Boards. 
Er ist robust. Das Datenblatt ist gut verständlich.

Aus dem Bauch heraus schätze ich, dass der Chip noch mindestens weitere 
10 Jahre produziert wird. Zum Ende hin werden chinesische Firmen ihre 
kompatiblen Nachbauten anbieten.

Vergleiche die Situation mal mit dem ESP8266EX. Der hat einen ziemlich 
langen Rattenschwanz von "besseren" Nachfolgern und ist seit 2021 
offiziell deprecated. Dennoch ist er "überall" noch zu haben - kein 
Engpass in Sicht.

: Bearbeitet durch User
von Veit D. (devil-elec)


Lesenswert?

Mi N. schrieb:
> Manuel schrieb:
>> Dafür würde ich anstatt des ATMega328P im DIP Package nun den
>> ATMega328PB-AU im TQFP Package nutzen. Die beiden µC können 1 zu 1
>> ersetzt werden, oder?
>
> Der direkte Ersatztyp heißt 328P-AU oder 328PA-AU.
> 328PB-AU bietet zum Beispiel keinen 'full swing' und auch kein 20 MHz
> Quarz als Taktquelle. Da gab es hier vor Jahren eine Diskussion mit den
> Unterschieden im Detail.
> Beitrag "ATMEL verändert einige Dinge im ATMega"

Hallo,

hast du dich vielleicht verschrieben? Einen ATmega328PA finde ich beim 
Hersteller nicht. Desweiteren verstehe ich gerade nicht wie ein 
ATmega328P-AU ein Ersatztyp sein kann wenn die gesamte ATmega328P Serie 
eingestellt wird. Habe ich etwas verpasst?

von Veit D. (devil-elec)


Lesenswert?

Manuel schrieb:

Hallo,

mit 16MHz Quarz spielt es keine Rolle ob ATmega328P oder PB. Den Rest 
wie meine Vorredner. Den Programmieranschluss würde ich auf ISP 
Standardbelegung abändern. Das ist eine 2x3 Stiftleiste mit anderer 
Belegung wie du aktuell hast. Generell kannst du dir einmal die App Note 
AVR042 anschauen. Die ist heute noch pauschal gültig. Resettaster wird 
nicht benötigt? Bei Entwicklung ggf. von Vorteil.

von Johannes T. F. (jofe)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ich würde statt des Quarzes einen Quarzoszillator-Sockel einbauen:
https://www.pollin.de/p/quarzoszillator-sockel-400150

Dieser erlaubt Frequenzwechsel durch einfaches Auswechseln des 
Oszillators auch bis 20 MHz.

Außerdem können eine Diode (1N4148 bzw. LL4148) von Reset nach VCC 
(Kathode an VCC) sowie ein Filter-C (100 nF) zwischen Reset und GND 
nicht schaden; siehe dazu die AppNote AVR040:
https://ww1.microchip.com/downloads/aemDocuments/documents/OTH/ApplicationNotes/ApplicationNotes/Atmel-1619-EMC-Design-Considerations_ApplicationNote_AVR040.pdf

von Mi N. (msx)


Lesenswert?

Veit D. schrieb:
> hast du dich vielleicht verschrieben? Einen ATmega328PA finde ich beim
> Hersteller nicht.

Den hat Microchip vergessen herauszubringen.
Ich hatte nur überschlägig meine Datenblätter angesehen und dabei eines 
für ATmega48PA, 88PA, 168PA und 328P gefunden. Das fehlende 'A' hatte 
ich intuitiv ergänzt ;-)

> Desweiteren verstehe ich gerade nicht wie ein
> ATmega328P-AU ein Ersatztyp sein kann ...

...P-AU als funktionsgleich zu ...P-PU (weniger Pins). Auch wenn die 
Serie eingestellt sein sollte, ändert sich daran nichts. Der TO fragte 
nach einem 1:1 Ersatz.
Aber letztlich ist mir nicht klar, was der TO erreichen will. Ein µC mit 
Quarz und Programmieranschluß aber ohne jegliche IO-Beschaltung?
Wozu dann einen /RESET-Taster?

Selber habe ich den 328PB wegen des reduzierten Frequenzbereiches 
vermieden.

Johannes T. F. schrieb:
> Ich würde statt des Quarzes einen Quarzoszillator-Sockel einbauen:
> https://www.pollin.de/p/quarzoszillator-sockel-400150
>
> Dieser erlaubt Frequenzwechsel durch einfaches Auswechseln des
> Oszillators auch bis 20 MHz.

Parallel zum Quarz vielleicht als 'Blendwerk', aber in der Praxis eher 
sperrig und stromfressend. 'Power down' nicht möglich.

von Johannes T. F. (jofe)


Lesenswert?

Mi N. schrieb:
> Parallel zum Quarz vielleicht als 'Blendwerk', aber in der Praxis eher
> sperrig und stromfressend. 'Power down' nicht möglich.

Es geht ja auch offensichtlich um ein Experimentierboard, nicht um eine 
Schaltung für die Serienproduktion. Da sollten Größe und Energiebedarf 
keine vordergründige Rolle spielen.

von Sebastian W. (wangnick)


Lesenswert?

Mi N. schrieb:
> Selber habe ich den 328PB wegen des reduzierten Frequenzbereiches
> vermieden.

Zwei UARTs sind oft schon schön ...

LG, Sebastian

von Veit D. (devil-elec)


Lesenswert?

Mi N. schrieb:
> Veit D. schrieb:
>> hast du dich vielleicht verschrieben? Einen ATmega328PA finde ich beim
>> Hersteller nicht.
>
> Den hat Microchip vergessen herauszubringen.
> Ich hatte nur überschlägig meine Datenblätter angesehen und dabei eines
> für ATmega48PA, 88PA, 168PA und 328P gefunden. Das fehlende 'A' hatte
> ich intuitiv ergänzt ;-)

Hallo,

es gibt noch Humor im Forum. Die Antwort ist wirklich gut, ich musste 
lachen. Sehr schön. :-)

Wegen Quarz sockeln. Hatte von Gerhard O. folgenden Tipp bekommen.
Mill-Max 5522-0-15-15-09-27-10-0, für 0,38 - 0,46 mm Pins
Mill-Max 0566-2-15-15-21-27-10-0, für 0,38 - 0,56 mm Pins
Gibt es bei Mouser und DigiKey. Habe beide Größen mit den THT HC49 
Quarzen ausprobiert. Beide Größen passen wunderbar. In der "kleineren" 
Ausführung steckt der Quarz etwas straffer drin, gefällt mir besser. Wer 
sehr häufig wechseln möchte und nicht Kopfüber hängt sollte vielleicht 
die "größere" Ausführung nehmen. Das ist sicherlich Geschmackssache.

von Gerhard O. (gerhard_)


Lesenswert?

Ob 20MHz gegenüber 16MHz die Sau wirklich fett machen? Es sind ja nur 
20% Unterschied gegenüber der häufig zu findenden 16MHz. Auch sind die 
Baudratenabweichungen teilweise stärker ausgeprägt. Wenn 16MHz nicht 
ausreichen, dann ist es vielleicht Zeit mit stärkerem Geschütz 
aufzuwarten. Alternativen gibt es ja. Auch ist genaue ms Timing bei 
16Mhz angenehmer mit den üblichen binären vorzufindenden Vorteilern.

Bis jetzt hatte ich noch nie eine Anwendung wo die Taktfrequenz zu eng 
wurde.

Ich finde, auch MCUs sollten ohne triftigen Grund nicht unbedingt an den 
Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit betrieben werden, weil man dann bei 
Zukunftserweiterungen oft schnell an reale Grenzen stößt. Es ist immer 
gut Ellbogenfreiheit zu haben, um unerwartete Änderungen noch ohne 
Neuentwicklung durchziehen zu können. Ich halte mich da eher an 
Startreks Scotty Philosophie:

https://www.youtube.com/watch?v=kX_O6PULFF4

: Bearbeitet durch User
von Mi N. (msx)


Lesenswert?

Sebastian W. schrieb:
> Mi N. schrieb:
>> Selber habe ich den 328PB wegen des reduzierten Frequenzbereiches
>> vermieden.
>
> Zwei UARTs sind oft schon schön ...

Na ja, drei sind dann wohl schöner: ATmega4808 mit fraktionalen 
Baudratengeneratoren, bei weiterhin 1,8 - 5,5 V und günstigem Preis.
Allein die Timer sind (für mich) etwas merkwürdig.

Gerhard O. schrieb:
> Ob 20MHz gegenüber 16MHz die Sau wirklich fett machen?

Ich sag mal so: hohe Baudrate und 18,432 MHz.

von Johannes T. F. (jofe)


Lesenswert?

Veit D. schrieb:
> Wegen Quarz sockeln. Hatte von Gerhard O. folgenden Tipp bekommen.
> Mill-Max 5522-0-15-15-09-27-10-0, für 0,38 - 0,46 mm Pins
> Mill-Max 0566-2-15-15-21-27-10-0, für 0,38 - 0,56 mm Pins
> Gibt es bei Mouser und DigiKey. Habe beide Größen mit den THT HC49
> Quarzen ausprobiert. Beide Größen passen wunderbar.

Das Problem beim Quarz-Wechseln ist: Die Last-Cs müssen zum Quarz-Typ 
passen. Und du wirst kaum Quarze verschiedener Frequenzen bei gleicher 
erforderlicher C_L bekommen. Damit müsstest du nicht nur den Quarz, 
sondern auch die Cs mit wechseln, was sehr unpraktisch wäre. Oder das 
Risiko eingehen, dass ein Quarz mit unpassender C_L nicht zuverlässig 
schwingt. Daher der Tipp von mir, einen Sockel für Quarzoszillatoren zu 
verwenden.

von H. H. (Gast)


Lesenswert?

Johannes T. F. schrieb:
> Und du wirst kaum Quarze verschiedener Frequenzen bei gleicher
> erforderlicher C_L bekommen.

Ganz im Gegenteil, es gibt nur wenige Standardbürden.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.