Forum: Offtopic Leerlaufspannungen bei Lithium-Eisenphosphat OK ?


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von Hans H. (wen_h)


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Hallo,

vor einem Jahr habe ich 24 Stück Einzelzellen Headway 40152SE neu 
beschafft. Beim Kauf hatten alle Zellen eine Leerlaufspannung von 3,33V. 
Die Zellen wurden dann eingelagert.

Heute die Leerlaufspannung erneut gemessen: 9 Zellen haben weiterhin 
3,33V, 12 Zellen haben zwischen 3,31 und 3,28V, eine Zelle hat 3,19V und 
eine Zelle hat 2.94V.

Normal?

Bei Lithium-Eisenphosphat-Akkus soll die Spannung ja nicht sonderlich 
aussagekräftig sein.

Hans

von Kilo S. (kilo_s)


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Hans H. schrieb:
> Normal?

Was sagt das Datenblatt zur selbstentladung?

Alle noch >2,5V, also theoretisch noch "ganz". Wenngleich auch mit 
abweichendem innenwiderstand.

So interpretiere ich das jedenfalls.

von Michael B. (laberkopp)


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Hans H. schrieb:
> Normal

Na ja, die beiden schwächeren waren entweder schon leer oder leiden 
unter stärkerer Selbstentladung.

Letztlich hilft nur eine  Kapazitätsmesung.

Zumindest scheint keine kaputt zu sein.

von Joachim B. (jar)


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Kilo S. schrieb:
> Was sagt das Datenblatt zur selbstentladung?

eben, 2 Möglichkeiten

aus verschiedenen Herstellugen und innerhalb der Toleranz, oder
man hat dir zwei recycelte untergejubelt.

Kannst du die Logos und QT Label prüfen?
https://www.youtube.com/watch?v=BOsJHzqcjoU
https://www.youtube.com/watch?v=_r8VgVJPq5k

von Kilo S. (kilo_s)


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Joachim B. schrieb:
> eben, 2 Möglichkeiten

Kurz überflogen sagt das DB dazu <5% pro Monat.

Leer sind die offiziell erst bei 2V, also außer einem höheren 
innenwiderstand (verminderter Kapazität) seh ich da noch keine 
"Problemzelle".

Mal unter last testen.

von Joachim B. (jar)


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Kilo S. schrieb:
> Kurz überflogen sagt das DB dazu <5% pro Monat

hast du die Label gescant?
(Die sollen auch manchmal gefälscht werden oder überklebt, ohne Aufsägen 
und Folie entfernen kan man da nie sicher sein)

Abweichungen hinter der 3 Stelle sind vernachlässigbar, aber so große 
Abweichungen wie hier genannt irritieren mich.
Messungen von Zellen und Untersuchungen gibt es reichlich im Netz und 
alle die richtig messen haben nur Unterschiede die deutlich geringer 
waren.

: Bearbeitet durch User
von Kilo S. (kilo_s)


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Joachim B. schrieb:
> hast du die Label gescant?
> (Die sollen auch manchmal gefälscht werden oder überklebt, ohne Aufsägen
> und Folie entfernen kan man da nie sicher sein)

Nö, nur das Datenblatt des angebenen Zelltyp gelesen.

Wenn hier die Angabe doch bereits gemacht wurde, so beziehe ich mich wie 
der TE auch darauf.
Laut des für den Akku angegebenen Datenblatt sollen es <5% pro Monat 
selbstentladung sein.

Ich spiele mit dem Gedanken mir einen LiFePo4 Akku anzuschaffen, 
Rundzellen gibt's bei nkon für einen recht guten Preis mit 20Ah: 
https://www.nkon.nl/de/eve-c40-40135-20ah-3-2v.html

von Joachim B. (jar)


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Kilo S. schrieb:
> Laut des für den Akku angegebenen Datenblatt sollen es <5% pro Monat
> selbstentladung sein.

eben und erklärt nicht die Abweichungen aller Akkus

von Gerhard H. (hauptmann)


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Joachim B. schrieb:
> Kilo S. schrieb:
>> Laut des für den Akku angegebenen Datenblatt sollen es <5% pro Monat
>> selbstentladung sein.
>
> eben und erklärt nicht die Abweichungen aller Akkus

Wie weiter oben vom TO selber schon bemerkt

Hans H. schrieb:
> Bei Lithium-Eisenphosphat-Akkus soll die Spannung ja nicht sonderlich
> aussagekräftig sein.

ist die vorhandene Spannung nicht alleine Maßstab für den Ladezustand.
Die zwei Zellen unter 3V würde ich trotzdem genauer unter die Lupe 
nehmen.
Evt. gabs bei den 24 ja doch erhebliche Qualitätsunterschiede. Im 
regelmäßigen Gebrauch "renkt" sich aber auch manches ein.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Hans H. schrieb:
> Beim Kauf hatten alle Zellen eine Leerlaufspannung von 3,33V.
> Die Zellen wurden dann eingelagert.

Die Zellen haben eine sehr flache Kennlinie. Daher ist die Spannung kein 
geeignetes Eingangskriterium. Wenn Du alle Akkus vor dem Laden auf 2,90V 
entladen hättest, danach mit konstant C/10 genau 3h geladen hättest und 
dann die Zellen eingelagert hättest, wäre das vergleichbar.

Außerdem liegt es nahe, dass hier günstige Zellen eingekauft wurden, die 
entsprechend beim Hersteller getestet wurden

: Bearbeitet durch User
von Kilo S. (kilo_s)


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Dieter D. schrieb:
> Die Zellen haben eine sehr flache Kennlinie. Daher ist die Spannung kein
> geeignetes Eingangskriterium.

Unter last müssen Sie "halten", dann sind Sie noch gut.

Joachim B. schrieb:
> eben und erklärt nicht die Abweichungen aller Akkus

Was wenn einfach zwei Chargen zusammen gewürfelt wurden?
Müssen ja nur Monate dazwischen liegen.

von Hans H. (wen_h)


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Michael B. schrieb:
> Na ja, die beiden schwächeren waren entweder schon leer

3,33V und leer ?

Michael B. schrieb:
> Zumindest scheint keine kaputt zu sein.

Diese eine "kaputte" (die mit 2,94V) habe ich mal geladen. Nach 
eingeladenen 12.000 mAh war die Spannung bei 3,47V. Habe dann 
abgebrochen, dauerte mir zu lange.

Habe dann alle Zellen unter 3,2V parallel geschaltet und solange 
geladen, bis sie auf 3,33V waren. Dazu hat es 17.000 mAh gebraucht. 
Jetzt haben alle Zellen im Leerlauf wieder 3,33V. Unklar ist weiterhin, 
welchem Ladezustand diese 3,33V entsprechen.

Dieter D. schrieb:
> Außerdem liegt es nahe, dass hier günstige Zellen eingekauft wurden

Die Zellen wurden in Deutschland bei einem bekannten deutschen Händler 
als Grad-A Zellen gekauft. Auf der Rechnung standen 749 Euro incl. 
Zellhalter und Zellverbinder.

von Hans H. (wen_h)


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Kilo S. schrieb:
> Alle noch >2,5V, also theoretisch noch "ganz". Wenngleich auch mit
> abweichendem innenwiderstand.

Bleibt die Frage, ob solche extrem abweichenden Innenwiderstände bei 
Lithium-Eisenphosphat normal sind. Denn das hieße ja, dass diese Zellen 
nicht länger als ein Jahr lagerfähig sind.

Bei LiIon Markenzellen kenne ich solch ein Verhalten nicht.
Bzgl. Selbstentladung tut sich da über Jahre nichts.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Hans H. schrieb:
> Habe dann alle Zellen unter 3,2V parallel geschaltet und solange
> geladen, bis sie auf 3,33V waren.

So bekommt man diese Zellen nicht identisch geladen.

Das geht nur an der Ladeschlussspannung ab 3,6V oder mehr.

von Michael B. (laberkopp)


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Hans H. schrieb:
> 3,33V und leer ?

Die Spannung bei LFP sagt wenig über den Ladezustand aus, die haben 3.3V 
wenn 20% ebenso wenn 80% drin sind.

> Diese eine "kaputte" (die mit 2,94V) habe ich mal geladen. Nach
> eingeladenen 12.000 mAh war die Spannung bei 3,47V. Habe dann
> abgebrochen, dauerte mir zu lange.

Wenn du nicht WILLST, musst du nicht. Parallelschaltung bei LFP 
funktioniert nicht so gut wie bei LiIon, es kann trotz parallel zuerst 
die eine von 20 bis 80, dann die andere, die es derweil nur von 20 bis 
30 geschafft hat, von 30 bis 80 geladen werden.

Aber du wirst das eines Tages schon noch rauskriegen, ob die 2.94V Zelle 
höhere Selbstentladung oder niedrigere Kapazität hat.

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Hans H.,

in Deiner Situation solltest Du alle Zellen testen.
Das bedeutet strombegrenzt jede Zelle auf 3,65 Volt laden bis der Strom 
etwa auf Null gefallen ist.

Im nächsten Schritt die Dinger an einer Stromsenke mit z.B. 5 Ampere 
entladen und die Akkuspannung mitloggen, Abbruch bei 2,25 Volt, so 
zumindest suggeriert das chinesische Datenblatt meiner 
Headway-Rundzellen mit 10 Ah.

Eine Stromsenke ist einfach zu bauen, siehe Beispiel auf 
elektronik-kompendium.de, alternativ kannst Du Dir eine billigen 
Stromsenke auf aliexpress.com kaufen.

Die Entladekurven solltest Du dann in einem Diagramm übereinander legen, 
das Diagramm ist noch aussagekräftiger als der Vergleich der Kapazität 
bei Entladung.

Wenn Du ein BMS für 8 LiFEPO4-Zellen hast, kannst Du die Zahlen auch in 
Reihe an einem strombegrenzten Labornetzteil mit 29,2 Volt laden und 
dann einzeln mit 3,65 Volt strombegrenzt volladen. Das Volladen geht 
dann typischerweise sehr schnell.

Über die Veröffentlichung des Diagramms würde ich mich freuen, gebe auch 
gerne meinen Senf dazu!

Wo konntest Du die Zellen beschaffen? Die Headways sind selten geworden, 
waren bei meinem letzten Kauf kaum zu finden.

von Jack V. (jackv)


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Hans H. schrieb:
> Bleibt die Frage, ob solche extrem abweichenden Innenwiderstände bei
> Lithium-Eisenphosphat normal sind. Denn das hieße ja, dass diese Zellen
> nicht länger als ein Jahr lagerfähig sind.

Ich hab hier grad mal drei kleine 14500er Zellen hervorgeholt, die vor 
zwei Jahren das letzte Mal geladen wurden, eine davon war meine 
Testzelle, die wurde einige Male tiefentladen – die hat noch 3,31V, die 
beiden anderen liegen bei 3,37V, bzw. 3,38V. Innenwiderstände sind auch 
etwa im gleichen Bereich, 125-150mΩ laut Ladegerät. Ich kann die bei 
Interesse gerne einmal entladen, um zu schauen, wieviel da wirklich noch 
drin ist.

von Gustav K. (hauwech)


Angehängte Dateien:

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Michael B. schrieb:
> Hans H. schrieb:
>> 3,33V und leer ?
>
> Die Spannung bei LFP sagt wenig über den Ladezustand aus, die haben 3.3V
> wenn 20% ebenso wenn 80% drin sind.

Mein Schätzeisen aus dem Modellbau gibt bei 3.33V einen Ladezustand von 
63% aus. Das kann ungefähr hinhauen. Nach meiner Erfahrung mit LiFePo 
sind 3.33V eher voll als leer.

Für die im 1. Beitrag genannten Spannungen sehe ich folgende Werte:

3.33V: 63%
3.31V: 47%
3.28V: 26%
3.19V: 8%
2.94V: 0%

Hans H. schrieb:
> Normal?

Nein. Man hat dir Gurken von der Resterampe rein gemischt.

Was meinen lange gehegten Verdacht bestätigt, dass man als Privatmann 
mit kleinen Mengen kaum eine Chance hat, im kunterbunten Internet 
1A-Ware zu bekommen. Ich habe in den letzten 10 Jahren 4x LiFePos 
gekauft und 3x ebenfalls solche "Mischungen" erhalten. Sind meist von 
kommerziellen Akkukonfektionieren aussortierte Zellen. Also alles 
zwischen 1B, 1C und Schrott. Im Zellverbund sind solche Gurken dann für 
einen frühen Akkutod verantwortlich.

von Hans H. (wen_h)


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Kilo S. schrieb:
> Laut des für den Akku angegebenen Datenblatt sollen es <5% pro Monat
> selbstentladung sein.

Das wäre dann im ungünstigsten Fall 60% Ladungsverlust in einem Jahr, 
damit wäre die Zelle mit 2,94V noch im grünen Bereich. Nur wie will man 
einen Akku mit z.B. 8 seriell verschaltete Zellen laden, wenn nach einem 
Jahr die einen Zellen noch voll sind und den anderen Zellen 10 
Amperestunden fehlen? Für jede Zelle eine eigene Ladebuchse und dann mit 
8 Ladegeräten gleichzeitig laden?

Joachim B. schrieb:
> Kannst du die Logos und QT Label prüfen?

Kann ich nicht, es gibt nur einen Strichcode und darunter eine Nummer. 
Alle Zellen tragen das gleiche Herstellungsdatum, die Nummern sind 
allerdings nicht fortlaufend, sondern kreuz und quer.

von Jack V. (jackv)


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Hans H. schrieb:
> Das wäre dann im ungünstigsten Fall 60% Ladungsverlust in einem Jahr,
> damit wäre die Zelle mit 2,94V noch im grünen Bereich.

Es ist aber nicht der typische Verlauf. Der höchste Spannungsverlust pro 
Zeiteinheit findet direkt nach dem Wegfall der Ladespannung statt; mit 
der Zeit verringert sich der Spannungsverlust pro Zeiteinheit immer 
mehr, bis sich die Spannung irgendwann konstant zu bleiben scheint.

Bei meinen Zellen (ca. 20 z.T. sehr verschiedene, von 200mAh bis 180Ah) 
liegt diese Spannung nach einigen Monaten zwischen 3,2 und 3,35V und 
ändert sich dann nur noch wirklich sehr langsam. Die Zelle, die auf <3V 
gefallen ist, würde ich entsprechend als kaputt betrachten und nicht zum 
regulären Einsatz bringen – ich würde sie aber unter verschiedenen 
Bedingungen vermessen um zu lernen. Das Schöne bei LiFePO₄ ist ja, dass 
sie einem mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht fauchend den brennenden 
Inhalt entgegenspucken, wenn man’s übertrieben hat.

: Bearbeitet durch User
von Hans H. (wen_h)


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Peter M. schrieb:
> in Deiner Situation solltest Du alle Zellen testen.
> Das bedeutet strombegrenzt jede Zelle auf 3,65 Volt laden bis der Strom
> etwa auf Null gefallen ist.

Du weißt aber schon, wie lange solch ein Test bei 15Ah Zellen und 24 
Stück dauern würde? Die Zeit habe ich nicht. Mir stellt sich eher die 
Frage, ob man solche Zellen nicht sofort wieder zurück schicken sollte, 
wenn man solche Unterschiede bei den Leerlaufspannungen feststellt.

Jack V. schrieb:
> Die Zelle, die auf <3V
> gefallen ist, würde ich entsprechend als kaputt betrachten

Kaputt passt nicht ganz, denn ich habe in die Zelle ja 12.000 mAh 
eingeladen und die Zelle war danach noch nicht voll. "In einem 
Zellverbund nicht verwendbar" würde besser passen.

Bisher habe ich mich um die Selbstentladung bei 
Lithium-Eisenphosphat-Akkus nicht gekümmert. Ich habe nach einem Kauf 
die Leerlaufspannung überprüft und die Zellen dann verbaut. Dass die 24 
Zellen 1 Jahr liegen geblieben sind, war nicht geplant.

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Hans H.,

Hans H. schrieb:
> Du weißt aber schon, wie lange solch ein Test bei 15Ah Zellen und 24
> Stück dauern würde? Die Zeit habe ich nicht.

Ich habe Dir alles Notwendige zur Beschleunigung des Tests gesagt.

Wenn Du keine Zeit zur Zellprüfung hast, solltest Du vielleicht auf 
fertigkonfektionierte Akkupacks zurückgreifen.

> Mir stellt sich eher die
> Frage, ob man solche Zellen nicht sofort wieder zurück schicken sollte,
> wenn man solche Unterschiede bei den Leerlaufspannungen feststellt.

Dein Befund hat keine Aussagekraft. Deine Zellen können aus 
verschiedenen Chargen stammen und dementsprechend ein unterschiedliches 
Alter aufweisen und eben auch unterschiedlich weit aufgeladen sein.

Soll jetzt der Händler für Dich testen?

von Jobst Q. (joquis)


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Hans H. schrieb:
> Kilo S. schrieb:
>> Alle noch >2,5V, also theoretisch noch "ganz". Wenngleich auch mit
>> abweichendem innenwiderstand.
>
> Bleibt die Frage, ob solche extrem abweichenden Innenwiderstände bei
> Lithium-Eisenphosphat normal sind. Denn das hieße ja, dass diese Zellen
> nicht länger als ein Jahr lagerfähig sind.

Wie kommt man bei der Messung der Leerlaufspannung auf abweichende 
Innenwiderstände?

Unterschiedlich ist allein die Selbstentladung. Und da die Akkus nicht 
zum Lagern gedacht sind, ist das kein Drama. Wieder aufladen und gut 
ist.

Hans H. schrieb:
> Für jede Zelle eine eigene Ladebuchse und dann mit
> 8 Ladegeräten gleichzeitig laden?

Das ist die optimale Methode, bei der jede Zelle die Ladung bekommt, die 
sie braucht. Wobei man mit einer Ladebuchse auskommt, die (Zellenanzahl 
+1) Kontakte hat. Ich habe mehrere 6S LiFePO4 Werkzeugakkus und mir ein 
entsprechendes Ladegerät aus 5V Netzteilen, TP5000 Lademodulen und 
7-Poligen DIN-Buchsen gebaut, das sich gut bewährt hat.

Für höhere Ströme eignen sich die Stecker und Buchsen für 
Anhängerkupplungen.

: Bearbeitet durch User
von Kilo S. (kilo_s)


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Jobst Q. schrieb:
> Wie kommt man bei der Messung der Leerlaufspannung auf abweichende
> Innenwiderstände?

Wo sollen sich die Zellen sonst entladen?

Die Zellen mit kleinerer Spannung sollten theoretisch einen kleineren 
innenwiderstand haben, denn nur an diesem kann die Spannung schneller 
(vorausgesetzt die lagerung erfolgte bei 20°C) abfallen als an den 
Zellen mit >3V. Die Zellen mit >3V sollten entsprechend einen höheren 
innenwiderstand aufweisen.

Alles andere ist dann eventuell auf falsche Temperatur beim lagern und 
einer chemischen Veränderung im Inneren der Zellen zurückzuführen. (?) 
Aber irgendwie klingt es alles eher nach unterschiedlichen Chargen und 
die Akkus sind völlig OK.

: Bearbeitet durch User
von Jack V. (jackv)


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Kilo S. schrieb:
> Jobst Q. schrieb:
>> Wie kommt man bei der Messung der Leerlaufspannung auf abweichende
>> Innenwiderstände?
>
> Wo sollen sich die Zellen sonst entladen?

Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Vielleicht solltest du nochmal 
nachlesen, wofür der Innenwiderstand bei Akkus steht? Hinweis: Mit 
Selbstentladung hat der nichts zu tun.

von Jobst Q. (joquis)


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Kilo S. schrieb:
> Die Zellen mit kleinerer Spannung sollten theoretisch einen kleineren
> innenwiderstand haben, denn nur an diesem kann die Spannung schneller
> (vorausgesetzt die lagerung erfolgte bei 20°C) abfallen als an den
> Zellen mit >3V. Die Zellen mit >3V sollten entsprechend einen höheren
> innenwiderstand aufweisen.

Der Innenwiderstand zeigt sich nur bei Belastung. Und je niedriger der 
Innenwiderstand, umso besser, umso weniger fällt die Spannung ab, wenn 
Strom entnommen wird. Gerade die Headways haben einen extrem niedrigen 
Innenwiderstand, sie erlauben einen Entladestrom von 10C, also bei 15Ah 
150A.

Der Innenwiderstand entspricht einem Widerstand in Serie zur Zelle. Die 
Selbstentladung entspräche einem parallelen Widerstand in einer ganz 
anderen Größenordnung.

von Kilo S. (kilo_s)


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Jobst Q. schrieb:
> Die Selbstentladung entspräche einem parallelen Widerstand in einer ganz
> anderen Größenordnung.

Wird durch den seperator gebildet, gleichzeitig ist dieser auch die 
"bremse" für den Strom. Je mehr Elektronen durch den seperator durch 
kommen um so höher der Strom. Je kleiner der innenwiderstand.
Dazu kommt noch die entstehende passivierungsschicht, irgendwo hatte ich 
bei meinen Recherchen zum Thema LiFePo4 auch mal eine Untersuchung 
gefunden.

Dort war eine gute Beschreibung zur selbstenladung anhand des Seperator 
durch das Elektrische Feld. Ja das kostet natürlich Zeit, von jetzt auf 
gleich geht das nicht.

Aber daher sagte ich ja auch, unterschiedliche Chargen, abweichendes 
alter...

Möglich isses.

Verunreinigungen der Chemie kommt auch in Frage, kommt auch vor.

: Bearbeitet durch User
von Jack V. (jackv)


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Kilo S. schrieb:
> Je mehr Elektronen durch den seperator durch
> kommen um so höher der Strom. Je kleiner der innenwiderstand.
> Dazu kommt noch die entstehende passivierungsschicht, irgendwo hatte ich
> bei meinen Recherchen zum Thema LiFePo4 auch mal eine Untersuchung
> gefunden.

Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Innenwiderstand und 
Selbstentladung. Und wenn du nach der Recherche weiterhin von „LiFePo4“ 
schreibst, war das Material, das du dabei gefunden hattest, Schrott und 
die daraus entnommenen Informationen sind zu verwerfen.

Tatsächlich ist’s so, dass ältere LiFePO₄-Zellen zu erhöhter 
Selbstentladung neigen. Und die haben dabei einen deutlich höheren 
Innenwiderstand, als neue Zellen.

: Bearbeitet durch User
von Fred F. (fred08151)


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Bei LiFePO4 sortiert und gruppiert man die Zellen vorher.
Weil das Zeit und Geld kostet, macht das kaum jemand, also muss man es 
selbst machen.
Am besten läd man die Zellen auf 3,6 Volt und lässt sie dann einen Monat 
oder so stehen, misst dann die Spannung der einzelnen Zellen und 
gruppiert die, die am wenigsten Abweichung haben.

von Hans H. (wen_h)


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Jobst Q. schrieb:
> Hans H. schrieb:
>> Bleibt die Frage, ob solche extrem abweichenden Innenwiderstände bei
>> Lithium-Eisenphosphat normal sind. Denn das hieße ja, dass diese Zellen
>> nicht länger als ein Jahr lagerfähig sind.
>
> Wie kommt man bei der Messung der Leerlaufspannung auf abweichende
> Innenwiderstände?

Sorry, ich meinte natürlich die Selbstentladung und nicht den 
Innenwiderstand.

von Hans H. (wen_h)


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Peter M. schrieb:
> Wenn Du keine Zeit zur Zellprüfung hast, solltest Du vielleicht auf
> fertigkonfektionierte Akkupacks zurückgreifen.

Würde ich glatt machen, wenn ich sicher wäre, dass dann einwandfreie 
Zellen verbaut würden. Da habe ich aber so meine Zweifel, denn ein 
Händler wird das verbauen, was er geliefert bekommt.

Peter M. schrieb:
> Dein Befund hat keine Aussagekraft. Deine Zellen können aus
> verschiedenen Chargen stammen und dementsprechend ein unterschiedliches
> Alter aufweisen und eben auch unterschiedlich weit aufgeladen sein.
>
> Soll jetzt der Händler für Dich testen?

Du meinst, es ist das Normalste von der Welt, dass 24 Zellen aus einer 
Verpackungseinheit aus verschiedenen Chargen stammen und unterschiedlich 
alt sind? Und du meinst, der Kunde sollte seine neuen Zellen aufwändig 
testen und nicht brauchbare Zellen (über 50%) entsorgen?

Fred F. schrieb:
> Bei LiFePO4 sortiert und gruppiert man die Zellen vorher.
> Weil das Zeit und Geld kostet, macht das kaum jemand, also muss man es
> selbst machen.

Also eine Verpackungseinheit kaufen und einen Akku daraus bauen geht 
nicht? Sondern man muss erst voll laden, 1 Jahr liegen lassen, nach 
Selbstentladung selektieren, dann Kapazität und Kennlinie aufnehmen und 
nochmals selektieren. Was macht man mit den restlichen Zellen?

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Hans H. schrieb:
> Was macht man mit den restlichen Zellen?

Die legst Du Dir unter das Kopfkissen. Irgendwann wird es schon schön 
warm werden.

: Bearbeitet durch User
von Peter M. (r2d3)


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Hans H. schrieb:
> Peter M. schrieb:
>> Wenn Du keine Zeit zur Zellprüfung hast, solltest Du vielleicht auf
>> fertigkonfektionierte Akkupacks zurückgreifen.
>
> Würde ich glatt machen, wenn ich sicher wäre, dass dann einwandfreie
> Zellen verbaut würden. Da habe ich aber so meine Zweifel, denn ein
> Händler wird das verbauen, was er geliefert bekommt.

Und bei den Einzelzellen ist es anders?
Akkus oder Einzelzellen mit der von Dir präferierten Qualität gehen an 
Großkunden bzw. Kunden, die die Akkus vermutlich trotzdem noch einmal 
maschinell durchtesten.

> Peter M. schrieb:
>> Dein Befund hat keine Aussagekraft. Deine Zellen können aus
>> verschiedenen Chargen stammen und dementsprechend ein unterschiedliches
>> Alter aufweisen und eben auch unterschiedlich weit aufgeladen sein.
>>
>> Soll jetzt der Händler für Dich testen?
>
> Du meinst, es ist das Normalste von der Welt, dass 24 Zellen aus einer
> Verpackungseinheit aus verschiedenen Chargen stammen und unterschiedlich
> alt sind? Und du meinst, der Kunde sollte seine neuen Zellen aufwändig
> testen und nicht brauchbare Zellen (über 50%) entsorgen?

Du wiederholst lediglich Deine unbegründeten Vermutungen. Offensichtlich 
suchst Du hier im Forum nur Bestätigung Deiner Meinung anstatt schnell 
und effizient den Zustand Deiner Akkus zu testen.
In der Zwischenzeit hättest Du schon 8 Zellen durchnummerieren können, 
mit einem BMS versehen und auf über 90% aufladen können.
Stattdessen gibt's nur Blindflugpalaver von Dir.
Hast Du schon wenigstens ein BMS für 8 LiFePO4-Zellen?
Labornetzteile mit etwa 90 V Spannung und 5 A für 24 Zellen in Reihe 
sind auch nicht gerade billig. Gibt es BMS für 24 Stück in Reihe? Da 
wirst Du vermutlich in Etappen vorgehen müssen.
Ich erwähne diese Anordnung deswegen, weil man damit die Zellen am 
schnellsten voll bekäme.

> Fred F. schrieb:
>> Bei LiFePO4 sortiert und gruppiert man die Zellen vorher.
>> Weil das Zeit und Geld kostet, macht das kaum jemand, also muss man es
>> selbst machen.
>
> Also eine Verpackungseinheit kaufen und einen Akku daraus bauen geht
> nicht?

Natürlich geht das. Der schlechteste Akku bestimmt den Abschaltzeitpunkt 
des BMS. Dessen Güte bestimmt die weitere Vorgehensweise!

> Sondern man muss erst voll laden, 1 Jahr liegen lassen, nach
> Selbstentladung selektieren, dann Kapazität und Kennlinie aufnehmen und
> nochmals selektieren. Was macht man mit den restlichen Zellen?

Was erforderlich und für Dich relevant ist, hängt von Deinem geheimen 
Einsatzprofil ab, das Du selbstverständlich hier noch nicht offenbart 
hast.

Fred F. schrieb:
> Bei LiFePO4 sortiert und gruppiert man die Zellen vorher.

Ohne zu wissen, in welcher Anordnung die Zellen zur Anordnung kommen, 
sind Gruppierungsratschläge nicht so sinnvoll...

Vielleicht möchte Hans die Zellen ja alle in Reihe schalten?
Da kann er sortieren bis er schwarz wird. :)

: Bearbeitet durch User
von Hans H. (wen_h)


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Peter M. schrieb:
> anstatt schnell und effizient den Zustand Deiner Akkus zu testen.

Der Test bzgl. Selbstentladung ist bereits zufällig von selbst erfolgt.

Habe das Projekt gestoppt, die Zellen sind dafür nicht brauchbar. In 
einem Jahr sind Zellen im Akku, denen 10 Amperestunden fehlen. Habe 
bereits umdisponiert, die 24 Zellen gehen wieder weg.

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Hans H.,

Hans H. schrieb:
> Peter M. schrieb:
>> anstatt schnell und effizient den Zustand Deiner Akkus zu testen.
>
> Der Test bzgl. Selbstentladung ist bereits zufällig von selbst erfolgt.
>
> Habe das Projekt gestoppt, die Zellen sind dafür nicht brauchbar. In
> einem Jahr sind Zellen im Akku, denen 10 Amperestunden fehlen. Habe
> bereits umdisponiert, die 24 Zellen gehen wieder weg.

danke für die Rückmeldung! Auf Ebay werden für die Entladefähigkeit von 
10C astronomische Aufschläge gegenüber Rundzellen, die nur für maximal 
3C spezifiziert sind, bezahlt.

von Jobst Q. (joquis)


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Hans H. schrieb:
> In
> einem Jahr sind Zellen im Akku, denen 10 Amperestunden fehlen.

Was spricht dagegen, die Akkus aufzuladen, bevor man sie benutzt?

von Jobst Q. (joquis)


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Hans H. schrieb:
> Sondern man muss erst voll laden, 1 Jahr liegen lassen, nach
> Selbstentladung selektieren, dann Kapazität und Kennlinie aufnehmen und
> nochmals selektieren. Was macht man mit den restlichen Zellen?

Nehme ich dir gerne ab. Versandkosten zahle ich.

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