Forum: HF, Funk und Felder 4G Signat durch Stahlbeton


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von Tom (tommm)


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Hallo,
ich muss ein Videosignal möglichst verzögerungsfrei aus dem Kellerraum 
in unser Uni streamen, das Problem dabei ist, dass wir eine eigene 
Lösung per 4G/5G Modem aufbauen müssen - das vorhandene LAN dürfen wir 
nicht nutzen.
Gibt es Empfehlungen welches Modem wir am besten nutzen bzw. wie ich die 
Signalstärke erhöhen kann (eine Antenne kann leider nicht aus dem Raum 
rausgeführt werden). Erste Test mit einem GlobeSurfer III waren leider 
nicht erfolgreich, der Empfang war leider zu schwach.
Danke für Eure Hilfe

von Harald K. (kirnbichler)


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Tom schrieb:
> ich muss ein Videosignal möglichst verzögerungsfrei aus dem Kellerraum
> in unser Uni streamen, das Problem dabei ist, dass wir eine eigene
> Lösung per 4G/5G Modem aufbauen müssen - das vorhandene LAN dürfen wir
> nicht nutzen.

Woher kommen derartig idiotische Vorgaben?

von Steve van de Grens (roehrmond)


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Harald K. schrieb:
> Woher kommen derartig idiotische Vorgaben?

Knast? :-)

von Frank K. (fchk)


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Tom schrieb:
> dass wir eine eigene Lösung per 4G/5G Modem aufbauen müssen -
> das vorhandene LAN dürfen wir nicht nutzen.

Seid ihr darauf beschränkt, oder dürfen es auch andere Funktechnologien 
sein (z.B. WLAN oder irgendwas im 433MHz-Band)? Bei Mobilfunk könnt Ihr 
nur eine Seite kontrollieren, bei WLAN oder so beide.

Ansonsten: Die Physik diskutiert nicht. Wenn Ihr irgendwas von der 
Stange nehmt (was Ihr ziemlich sicher machen müsst), dann könnt Ihr an 
so Dingen wie Frequenzbereich, Modulation und Sendeleistung nicht 
drehen, weil das durch die Funkstandards und die gesetzliche Zulassung 
vorgegeben ist.

Woran Ihr drehen könnt, ist an den Antennen. Anstelle in alle Richtungen 
zu senden und zu empfangen, könnt Ihr Richtantennen einsetzen. Damit 
wird die verfügbare Leistung in eine bestimmte Richtung gebündelt. Je 
nach Funkstandard mag das zwar auch nicht legal sein, aber lassen wir 
das jetzt mal.

Eine andere Strategie ist, die zu überbrückende Entfernung der 
Funkstrecke zu reduzieren und ggf Zwischenstationen aufzubauen, die das 
Signal empfängen und weiter senden.

Wenn diese beiden Strategien nicht zum Erfolg führen, dann seid ihr halt 
gekniffen. Das ist dann halt so.

fchk

von Björn W. (bwieck)


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Früher™ haben wir Spickzettel gemalt..

von Tom (tommm)


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Frank K. schrieb:
> Seid ihr darauf beschränkt, oder dürfen es auch andere Funktechnologien
> sein (z.B. WLAN oder irgendwas im 433MHz-Band)? Bei Mobilfunk könnt Ihr
> nur eine Seite kontrollieren, bei WLAN oder so beide.

Wir sind technologisch frei, an ein 4G/5G Moden haben wir nur gedacht, 
da das Videosignal am Ende sowieso ins Netz gestreamt wird.

> Woran Ihr drehen könnt, ist an den Antennen. Anstelle in alle Richtungen
> zu senden und zu empfangen, könnt Ihr Richtantennen einsetzen. Damit
> wird die verfügbare Leistung in eine bestimmte Richtung gebündelt. Je
> nach Funkstandard mag das zwar auch nicht legal sein, aber lassen wir
> das jetzt mal.
>
> Eine andere Strategie ist, die zu überbrückende Entfernung der
> Funkstrecke zu reduzieren und ggf Zwischenstationen aufzubauen, die das
> Signal empfängen und weiter senden.

Daran haben wir noch gar nicht gedacht, wir würde also zB auf jeder 
Etage einen repeater setzen und dann am Ende "im Freien" das Modem für 
die Internetanbindung.
Welche Funkstandard würdest du empfehlen (am besten wie du schon sagtest 
"von der Stange").
Danke
Tom

von Wolf17 (wolf17)


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Frank K. schrieb:
> Eine andere Strategie ist, die zu überbrückende Entfernung der
> Funkstrecke zu reduzieren und ggf Zwischenstationen aufzubauen, die das
> Signal empfängen und weiter senden.
LTE Repeater?
https://www.wimo.com/de/bt-20lte?queryID=020d3bd4b0a8a4304156fb0dac6c460e&objectID=25406&indexName=wimo_live_wimo_b2c_eu_de_products

von Frank K. (fchk)


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Tom schrieb:

> Daran haben wir noch gar nicht gedacht, wir würde also zB auf jeder
> Etage einen repeater setzen und dann am Ende "im Freien" das Modem für
> die Internetanbindung.
> Welche Funkstandard würdest du empfehlen (am besten wie du schon sagtest
> "von der Stange").

WLAN ist - wenn es funktioniert - am billigsten.

z.B.
https://www.amazon.de/dp/B081HFWWSV/

Aber bei mehr wie zwei oder drei hintereinander ist dann auch eine 
Grenze erreicht. Das ganze ist experimentielle Datenverarbeitung. 
Manchmal hilft schon ein halber Meter nach links oder rechts für eine 
deutliche Verbesserung.

Am Ende der Kette dann einen WLAN/LTE-Router Eurer Wahl.

fchk

von Rüdiger B. (rbruns)


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Powerlan ?

von Wolf17 (wolf17)


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Frank K. schrieb:
>> Welche Funkstandard würdest du empfehlen (am besten wie du schon sagtest
>> "von der Stange").
> WLAN ist - wenn es funktioniert - am billigsten.
Ist die Vorbedingung vom OP inzwischen überholt?
Tom schrieb:
> das Problem dabei ist, dass wir eine eigene Lösung per
> 4G/5G Modem aufbauen müssen

von Reinhard S. (rezz)


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Tom schrieb:
> das vorhandene LAN dürfen wir nicht nutzen.

Legt halt ein neues LAN parallel bis zur Stelle, wo ihr Empfang habt.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Harald K. schrieb:
> Woher kommen derartig idiotische Vorgaben?

Vielleicht kann Dir das ein Informatiker oder der Informatiker 
beantworten, was für Ursachen zu solchen Aufgaben führen könnte.

Tom schrieb:
> GlobeSurfer III

Der kann auch nur 3G, wenn die Angaben stimmen. Da 3G fast überall 
abgeschaltet wurde, ist das auch kein Wunder, wenn da nichts gegangen 
sein sollte.

von Jens G. (jensig)


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Tom schrieb:
> Videosignal möglichst verzögerungsfrei

Damit sind doch sämtliche digitalen Varianten schon gestorben ...

von Reinhard S. (rezz)


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Jens G. schrieb:
> Tom schrieb:
>> Videosignal möglichst verzögerungsfrei
>
> Damit sind doch sämtliche digitalen Varianten schon gestorben ...

Wenn das Signal später eh einen Stream füttert kommt’s auf ein paar ms 
mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an.

von Hannes J. (Firma: _⌨_) (pnuebergang)


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Jens G. schrieb:
> Tom schrieb:
>> Videosignal möglichst verzögerungsfrei
>
> Damit sind doch sämtliche digitalen Varianten schon gestorben ...

Insbesondere sind damit die 4G Varianten mit einem deutlich bessere MCL 
gestorben.

NB-IoT (ca. 20 dB besserer MCL) würde sowieso nicht gehen da es schon 
nominell eine zu niedrige Bandbreite für einen Videostream in halbwegs 
erträglicher Auflösung hat. Bei schlechter Verbindung aus einem 
Kelleraum dann noch weniger.

Cat-M würde für ein HD-Signal auf dem Papier gehen (immerhin noch ca. 15 
dB besserer MCL). Aber die Bandbreite geht auch hier runter je 
schlechter die Verbindung ist, da die schlechte Verbindung mit 
Übertragungswiederholungen über Funk ausgeglichen wird. Womit dann noch 
Jitter und Delay hinzu kommen.

Ich hoffe mal, dass dieses "Aus einem Kellerraum ohne Verzögerung ein 
Video streamen" ein Hirnfurz von ein paar BWLern ist. E-Techniker 
sollten im Zuge des Lösungsversuches ihren Arsch mal in die 
Unibibliothek bewegt haben.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Tom schrieb:
> ein Videosignal möglichst verzögerungsfrei aus dem Kellerraum
> in unser Uni streamen,

Ein Kabel zu verlegen, wird sicher auch nicht gerne gesehen werden.

mfg

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


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Tom schrieb:
> möglichst verzögerungsfrei

Das ist leicht.
Video auf SD karte speichern und einmal am Tag die Karte nach oben 
bringen.
Erfüllt die Definition.

Mal ehrlich, ich kann dieses 'möglichst' echt nicht mehr hören.
Entweder habt Ihr eine klare Definition was benötigt wird, oder das ist 
nur ein sinnloses Füllwort für 'ich habe keine Ahnung aber es kann nicht 
schaden wenn...'.

Also:
Was für eine Datenrate wir MINIMAL benötigt und welche MAXIMALE 
Verzögerung darf es zwischen gefilmten Ereigniss und anzeige auf dem 
Zielmonitor geben?
Welche Entfernung ist abzudecken?

von Res (resmon)


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Wolf17 schrieb:
> LTE Repeater?
> 
https://www.wimo.com/de/bt-20lte?queryID=020d3bd4b0a8a4304156fb0dac6c460e&objectID=25406&indexName=wimo_live_wimo_b2c_eu_de_products

"Bitte beachten Sie vor Inbetriebnahme die jeweiligen Regelungen zum 
Betrieb solcher Geräte in ihrem Land."

Benötigt wird eine Bewilligung von sämtlichen Mobilfunkbetreibern deren 
Signal damit verstärkt wird.

"Antrag auf Genehmigung abgelehnt"
https://www.teltarif.de/repeater-funkloch-genehmigung/news/53267.html?page=2

von Jakob L. (jakob)


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Als erstes würde ich alle relevanten Netzbetreiber ausprobieren, 
vielleicht hat ein Betreiber einen Antennenstandort in der Nähe und das 
Link Budget reicht gerade so aus. Und natürlich kann man den Standort 
des Routers im Raum variieren.

Wenn das nichts hilft man kein Kabel verlegen kann dann könnte man 
Sub-GHz-Wifi (802.11ah) versuchen für die Verbindung zwischen dem 
Kellerraum und dem Standort für den Mobilfunk-Router, damit kommt man 
deutlich besser durch Wände als mit 2.4 GHz. Die Datenrate ist natürlich 
begrenzt aber mit heutigen Video-Codecs (z.B. H265) sollte immer noch 
eine brauchbare Video-Qualität möglich sein.

von Rainer W. (rawi)


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Frank K. schrieb:
> Woran Ihr drehen könnt, ist an den Antennen.

Bei vielen Funkstandards ist in der Frequenzzuteilung die maximale ERP 
vorgegeben. Da lässt sich dann effektiv nur an der Antenne auf der 
Empfangsseite drehen.

von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Tom schrieb:
> ich muss ein Videosignal möglichst verzögerungsfrei aus dem Kellerraum
> in unser Uni streamen,

Haltet ihr eueren Prof im Keller gefagen und schaut, wie lange er durch 
reine Anwendung von Mathematik braucht, um sich aus eigener Kraft zu 
befreien?

mfg

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Christian S. schrieb:
> Haltet ihr eueren Prof im Keller gefagen und schaut,...

Ist der/die Prof schon herausdiffundiert gemaess 
Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Materie?

von Fritz G. (fritz65)


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Das Einfachste wäre doch: Loch bohren, Video von der Kamera per Kabel 
durchführen und auf der anderen Seite der Wand das Modem montieren.

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