Forum: Fahrzeugelektronik Blei-Starterbatterie und Lifepo4-Wohnraumbatterie einfach machbar?


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von Michael K. (tschoeatsch)


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In meinem Wohnmobil ist eine Blei-Starterbatterie verbaut. Bislang war 
für den Wohnraum eine Agm Beibatterie eingebaut. Jetzt wird diese durch 
eine Lifepo4 
(https://www.litime.de/products/litime-12v-50ah-lithium-lifepo4-batterie?) 
ersetzt. In der Elektrik ist ein sogenannter Energieblock verbaut, in 
dem Ein Ladegerät steckt und eine Batteriespannungsüberwachung für die 
Wohnraumsbatterie. Das Ladegerät ist direkt an der Wohnraumbatterie 
angeschlossen, wenn es läd, dann wird über ein Relais die 
Starterbatterie auch geladen. Wenn D+ anliegt, werden beide Batterien 
parallel geschaltet. Gibts dadurch Probleme?

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Michael K.,

Deine Beschreibung ist leider sehr widersprüchlich.
Wer lädt wen?
Mit oder ohne "Landstrom" (wie der Segler zu sagen pflegt)?
Was soll die Aufgabe des Ladegeräts sein, wenn Starterbatterie und 
Wohnraumbatterie sowieso bei Spannung auf D+ ungesunderweise 
kurzgeschlossen werden? Dann ist das Ladegerät doch komplett 
überflüssig, oder?
Die Starterbatterie wird doch immer über die Lichtmaschine bei laufendem 
Motor geladen, oder?

Wieso wird

> über ein Relais die
> Starterbatterie auch geladen.

?
Die Starterbatterie wird doch eigentlich immer bevorzugt geladen, wieso 
denn hier nur "auch"?

Wieviel von der ganzen Ausrüstung ist serienmäßig?
Was hast Du "angebaut"?

von Udo S. (urschmitt)


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Michael K. schrieb:
> In der Elektrik ist ein sogenannter Energieblock verbaut, in
> dem Ein Ladegerät steckt und eine Batteriespannungsüberwachung für die
> Wohnraumsbatterie.

Kann dieses Teil mit einem LiFePO4 Akku umgehen?

von Michael K. (tschoeatsch)


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Bis auf einen Solarladeregler alles serienmäßig. Während der Fahrt wird 
durch D+ über das sogenannte Batterie-Trennrelais beide Batterien 
parallel geschaltet, die Lichtmaschine hängt somit an beiden Batterien. 
Bei ausgeschalteten Motor wird die Starterbatterie durch das Trennrelais 
abgetrennt. Mit Landstrom läd das eingebaute Ladegerät die 
Wohnraumbatterie und über ein Relais, das nur bei vorhandenem Landstrom 
anzieht die Starterbatterie. Der Solarladeregler ist immer an der 
Wohnraumbatterie.
In dem Elektroblock EBL 99G sind noch weitere Relais, die aber nicht 
beide Batterien verbinden, sondern nur die Versorgung des Kühlschranks 
umschalten, oder die Verbraucher bei zu geringer Spannung der 
Wohnraumbatterie abwerfen.

: Bearbeitet durch User
von Michael K. (tschoeatsch)


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Udo S. schrieb:
> Kann dieses Teil mit einem LiFePO4 Akku umgehen?

Das Womo ist Bj. 2008. Erwähnt ist in der Bedienungsanleitung nix.

von Michael K. (tschoeatsch)


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Was mir bisschen Angst macht, ist das Batterietrennrelais, das bei 
Motorlauf beide Batterien verbindet. So soll wohl während der Fahrt 
alles geladen werden und die Verbraucher wie zb. Kühlschrank von der 
Lima versorgt werden. Ich überlege, eine fette Diode zwischen 
Starterbatterie und Elektroblock einzubauen, dass kein Strom von der 
Wohnraumbatterie zur Starterbatterie fließen kann.

von Michael B. (laberkopp)


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Michael K. schrieb:
> wird über ein Relais die Starterbatterie auch geladen. Wenn D+ anliegt,
> werden beide Batterien parallel geschaltet. Gibts dadurch Probleme?

Ja, der LFP Alku enthält ein BMS das bei Überstrom abschaltet, wie er 
durch verbinden eines vollen mit einem leeren Akku auftreten kann.

Kaufe ein Victron Orion, das lädt den Wohnraumakku mit definertem Strom 
wenn der Motor läuft

https://greenakku.de/mobilPV/Einzel-Komponenten/B2B-Booster/Orion-Tr-Smart-12-12-18A-220W-DC-DC-Ladegeraet-Ladebooster-galv-Isoliert::2767.html

von Udo S. (urschmitt)


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Oder andersrum: Ist der LiFePO4 Akku als 1:1 Ersatz für einen AGM 
Bleiakku ausgelegt?
Wenn der LiFePO4 Akku sich nach außen wie ein Blei AGM Akku verhält und 
alle notwendigen Schutzbeschaltungen in dem Akku verbaut sind, sehe ich 
keine Probleme.

von Michael K. (tschoeatsch)


Angehängte Dateien:

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Hier mal die Schaltung des Elektroblocks

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Udo S.,

Udo S. schrieb:
> Oder andersrum: Ist der LiFePO4 Akku als 1:1 Ersatz für einen AGM
> Bleiakku ausgelegt?

Ein Bleiakku hat kein BMS dass oberhalb (des Betrags) eines bestimmten 
Lade- oder Entladestroms trennt.

> Wenn der LiFePO4 Akku sich nach außen wie ein Blei AGM Akku verhält und
> alle notwendigen Schutzbeschaltungen in dem Akku verbaut sind, sehe ich
> keine Probleme.

Das ist ein Widerspruch in sich. Der LiFePO4-Akku verhält sich nur ohne 
BMS wie ein Bleiakku. Sobald eine Schutzschaltung in Form eines BMS 
verbaut ist, ist er kein 1:1-Ersatz mehr für einen Bleiakku.

Bei großer Spannungsdifferenz zwischen ihm und der Starterbatterie 
schaltet er im günstigsten Fall ab, so dass er weder selbst geladen 
werden kann, noch selber die Starterbatterie lädt.

Im schlimmsten Fall gehen die Mosfets des BMS kaputt.
Ob die beim kaputtgehen trennen oder durchschalten, weiß ich nicht.

von Michael K. (tschoeatsch)


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Udo S. schrieb:
> Wenn der LiFePO4 Akku sich nach außen wie ein Blei AGM Akku verhält und
> alle notwendigen Schutzbeschaltungen in dem Akku verbaut sind, sehe ich
> keine Probleme.

Naja, die Ladespannung kann wohl etwas höher sein. Die Lifepo4 wird wohl 
durch den Elektroblock und die Lima nicht 100% geladen. Ist das schlimm?

von Michael K. (tschoeatsch)


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Peter M. schrieb:
> Bei großer Spannungsdifferenz zwischen ihm und der Starterbatterie
> schaltet er im günstigsten Fall ab, so dass er weder selbst geladen
> werden kann, noch selber die Starterbatterie lädt.

Laut Datenblatt: max Ladestrom 50A, max Entladestrom 50A durch ein 50A 
BMS geschützt.

Beide Batterien sind mit 30A zum Elektroblock hin abgesichert.

: Bearbeitet durch User
von Peter M. (r2d3)


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Hallo Michael K.,

> Laut Datenblatt: max Ladestrom 50A, max Entladestrom 50A durch ein 50A
> BMS geschützt.
>
> Beide Batterien sind mit 30A zum Elektroblock hin abgesichert.

das sind wichtige Details, die bei Todesstrafe nicht im Auftaktbeitrag 
erwähnt werden dürfen! :)

Dann schmilst die 30A-Sicherung, keiner weiß warum und die 
Ersatzsicherung muss auch daran glauben!

Das Ziel sollte schon darin bestehen, diese Situation mit der Empfehlung 
vom "Laberkopp" konstruktiv zu verhindern.

: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Das größte Problem könnte das vorhandene Landstromladegerät sein. Wenn 
das ausschließlich für Bleiakkus vorgesehen ist (egal welcher Typ Blei) 
dann hat es mindestens drei Ladestufen um den Bleiakku bestmöglich zu 
pflegen.

Eine dieser Ladestufen kann für begrenzte Zeit weit über 15Volt 
hinausgehen. Das wird das BMS des LiFePO nicht mögen und den LiFePO Akku 
intern abschalten.

Schau dir das Ledegerät genau an.

von Rolf (rolf22)


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Michael K. schrieb:
> Was mir bisschen Angst macht, ist das Batterietrennrelais, das bei
> Motorlauf beide Batterien verbindet. So soll wohl während der Fahrt
> alles geladen werden und die Verbraucher wie zb. Kühlschrank von der
> Lima versorgt werden.

Bei dem Womo aus demselben Baujahr, mit dem ich gefahren bin, waren 
beide Batterien ständig über den Trennschalter verbunden. Getrennt 
wurden die nur in einem Zustand, wenn nämlich im Stand ohne Landstrom 
die Spannung zu weit absackte. Dann wurde die Starterbatterie 
abgetrennt, damit sie noch genug Ladung behielt, um anderntags starten 
zu können.
So stand es im Handbuch, und man konnte es auch an der Spannungsanzeige 
sehen. Es waren aber beide Bleiakkus, da war das Zusammenschalten nicht 
sehr problematisch.

: Bearbeitet durch User
von Achim H. (pluto25)


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In der gleichen Zusammenschaltung arbeitet das seid Jahren problemlos in 
einem Verkaufswaagen. Und die schaffen das ca zwei mal die Woche sie bis 
kurz vor der Abschaltung (10,5V Alarmpiepen des Wechselrichters) leer zu 
saugen. Fahrer: "Dann hör ich die Lichtmaschine" ;-)
PS Eine Lifepo4 wird auch mit 13,8V voll es dauert nur ein wenig länger.

von Np R. (samweis)


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Was spricht dagegen, den alten "Energieblock" einfach wegzuwerfen, die 
Starterbatterie direkt über die LiMa und den LiMa-Regler zu laden (wie 
bei anderen Fahrzeugen auch) und in diesem Stromkreis einen 
LiFePO4-fähigen B2B-Lader (von Victron, Votronic, etc.) zu verbauen, der 
die Wohnraumbatterie lädt?

Wenn dort jetzt eine 30A Sicherung verbaut ist, dann wird Deine LiMa 
wohl eher noch weniger an Dauerlast vertragen. Bleibatterien nehmen 
nicht über längere Zeit so hohe Ströme auf wie LiFePO4, und LiMa und 
Regler sind auf Bleichemie ausgelegt. Wenn Du also Pech hast, brennt 
nicht nur die Sicherung durch sondern Deine LiMa ab.
Der B2B-Lader sorgt dann dafür, dass beide Stromkreise getrennt sind und 
die LiFePO4 mit dafür geeigneter Kennlinie geladen wird, denn:

Achim H. schrieb:
> Eine Lifepo4 wird auch mit 13,8V voll es dauert nur ein wenig länger.

... durch "trickle charge" kann man das BMS auch überlisten. Es schaltet 
den Ladestrom ab, wenn eine der Zellen die LiFePO4-Ladeschlusspannung 
erreicht. Wenn die Zelle ruht, sinkt die Spannung wieder etwas. Das BMS 
macht wieder auf. Das geht dann ein paar Mal so, bis es zu viel war.

: Bearbeitet durch User
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Es ist nicht gut, wenn unterschiedliche Zellchemien parallel geschaltet 
werden. Das trifft sogar schon innerhalb der Bleiakkus zu, weil AGM soll 
nicht mit Nicht-AGM parallel geschaltet werden.

Wenn man das macht, dann ist das mit Einschränkungen verbunden. Man muss 
aber auch bereit dafür sein, darauf über Workarounds einzugehen, was 
hier nicht der Fall sein dürfte.

von Michael B. (laberkopp)


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Np R. schrieb:
> Wenn Du also Pech hast, brennt nicht nur die Sicherung durch sondern
> Deine LiMa ab

Seit wann denn das, die sind strom und leistungsbegrenzt und hängen 
normalerweise ohne Sicherung am Akku, in dem auch mal jahrelang 1 Zelle 
defekt kurzgeschlossen sein kann, ohne Folgen für die LiMa.

FUD.

Np R. schrieb:
> bis es zu viel war.

Noch mehr Stuss.

: Bearbeitet durch User
von Np R. (samweis)


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> Np R. schrieb:
>> bis es zu viel war.
>
> Noch mehr Stuss.

"Trickle charging is not acceptable for lithium batteries. Charging a 
LiFePO4 battery with a trickle charger not designed for this type of 
battery could lead to overcharging or damage due to the different 
charging requirements of lithium batteries compared to traditional 
lead-acid batteries."
Quelle: 
https://www.litime.com/blogs/blogs/can-you-charge-a-lithium-battery-with-a-trickle-charger

Nur der erste Treffer...

von Thomas R. (thomasr)


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Michael B. schrieb:
> Np R. schrieb:
>> Wenn Du also Pech hast, brennt nicht nur die Sicherung durch sondern
>> Deine LiMa ab
>
> Seit wann denn das, die sind strom und leistungsbegrenzt und hängen
> normalerweise ohne Sicherung am Akku, in dem auch mal jahrelang 1 Zelle
> defekt kurzgeschlossen sein kann, ohne Folgen für die LiMa.
>
> FUD.
>
> Np R. schrieb:
>> bis es zu viel war.
>
> Noch mehr Stuss.

Na dann: viel Spaß (ab Minute 3 wird es interessant)

https://www.youtube.com/watch?v=jgoIocPgOug

: Bearbeitet durch User
von Np R. (samweis)


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So, wieder zu Hause kann ich mich ja mal um den "Stuss" kümmern:

Michael B. schrieb:
> Seit wann denn das, die sind strom und leistungsbegrenzt und hängen
> normalerweise ohne Sicherung am Akku, in dem auch mal jahrelang 1 Zelle
> defekt kurzgeschlossen sein kann, ohne Folgen für die LiMa.

Darf ich ganz vorsichtig fragen, auf welchen Widerstand Du denn Deinen 
"Zellenkurzschluss" schätzt und wie viel Strom dann wohl fließt?

Lichtmaschinen sind üblicherweise auf Blei-Akkus ausgelegt. Die 
angegebene Maximal-Leistung ist nicht die Dauerleistung und viele LiMa 
sind nicht temperaturgeregelt. Bei einem Bleiakku kein Problem. Ein 
Bleiakku nimmt ja nicht beliebig viel Strom an, selbst wenn er leer ist. 
Während des Ladevorgangs nimmt der Ladestrom dann recht schnell ab. 
Passt.
Ein LiFePO4-Akku nimmt aber einen sehr hohen Ladestrom konstant über 
einige Zeit auf. Für diese Dauerleistung muss die Kühlung der LiMa nicht 
ausgelegt sein.
Außerdem:
Ein Bleiakku lädt quälend langsam, wenn er fast voll ist. Die letzten 
Elektronen muss man quasi hinein quetschen.
Was macht wohl Deine LiMa, wenn sie bei einem LiFePO4 gerade noch 
Maximalleistung liefern musste, dann aber das BMS plötzlich sagt "Danke, 
reicht!" und hart abschaltet?

von Np R. (samweis)


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Dieter D. schrieb:
> Es ist nicht gut, wenn unterschiedliche Zellchemien parallel geschaltet
> werden. Das trifft sogar schon innerhalb der Bleiakkus zu, weil AGM soll
> nicht mit Nicht-AGM parallel geschaltet werden.

Das sind so alte Regeln aus der langjährigen Blei-Praxis: Niemals 
unterschiedliche Typen mischen, am besten auch nicht Batterien 
unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Historie, selbst wenn sie 
derselbe Typ sind.

Bei LiFePO4 kann man das auch anders sehen:
Nehmen wir mal an, Du lädst Deine LiFePO4 nur bis 3,4V pro Zelle. Das 
sind immer noch >90%, reicht also und soll sich ja günstig auf die 
Zyklenzahl auswirken.
Was passiert, wenn man einen vollen Bleiakku mit diesem LiFePO4-Akku 
parallel schaltet? Der Bleiakku hat voll eine Ruhespannung von 12,8V - 
13V. Der LiFePO4 gibt ihm jetzt 13,6V, vielleicht 13,8V. Schlimm?
Nö, das ist genau das, was ein Ladegerät macht: Ladeerhaltungsspannung. 
Der Bleiakku fühlt sich pudelwohl.
Beim langsamen Entladen kommt der größte Teil aus dem LiFePO4 und ein 
kleiner Teil aus dem Blei-Akku, und beim Laden wird der größere Strom 
vom LiFePO4 aufgenommen. Das passt zu der jeweiligen Zellchemie. Wenn 
die Zuleitungen balanciert sind und nicht zu hohe Ströme entnommen 
werden, d.h. die beiden als Verbraucher-Batterie-Bank benutzt werden, 
bleiben sie balanciert und es fließen nur geringe Ausgleichsströme, die 
aber für den LiFePO4 kein Problem darstellen. Der Blei-Akku ist meist 
voll - das mag er. Der LiFePO4 ist nie ganz voll und nie ganz leer - das 
mag der auch. Und wenn das BMS des LiFePO4 mal hart abschalten muss, 
dann bekommt das Ladegerät keinen Schluckauf.

von Re D. (re_d228)


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Np R. schrieb:
> Ein Bleiakku nimmt ja nicht beliebig viel Strom an, selbst wenn er leer
> ist. Während des Ladevorgangs nimmt der Ladestrom dann recht schnell ab.
> Passt.
> Ein LiFePO4-Akku nimmt aber einen sehr hohen Ladestrom konstant über
> einige Zeit auf.

Du merkst aber schon, mal die Zellen nicht direkt an die Lima 
anschließt? Eine Diesel-Lima macht ca. 150 bis 200 A denkst du, das 
würden die Zellen ohne Elektronik vertragen?

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Np. R.,

ich kenne das nur aus dem Bootsbereich.
Dein Beispiel mit dem simultanen Entladen des Bleiakkus hinkt.

Ziel des Ganzen ist es, immer die Startfähigkeit des Motors 
sicherzustellen!
Deswegen hängt beim Boot die Starterbatterie nicht als Spender in der 
"Komfortversorgung".

Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Campingbereich der Starterakku 
durch Komfortverbraucher entladen wird.

von Np R. (samweis)


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Re D. schrieb:
> Du merkst aber schon, mal die Zellen nicht direkt an die Lima
> anschließt? Eine Diesel-Lima macht ca. 150 bis 200 A denkst du, das
> würden die Zellen ohne Elektronik vertragen?

Natürlich geht es nicht um nackte Zellen ohne BMS. Das BMS schützt aber 
den Akku, nicht die LiMa.

von Re D. (re_d228)


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Np R. schrieb:
> Natürlich geht es nicht um nackte Zellen ohne BMS. Das BMS schützt aber
> den Akku, nicht die LiMa.

Und es meinst du, wieviel A das BSM dem Akku spendiert? Deine 
"Argumentation" ist Schwachsinn.

von Np R. (samweis)


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Peter M. schrieb:
> Ziel des Ganzen ist es, immer die Startfähigkeit des Motors
> sicherzustellen!

Richtig. Deshalb schrieb ich ja auch "Verbraucher-Batterie-Bank".
Die Motorbatterie hat ihren eigenen Kreis und hängt an der LiMa.
Meine Bemerkung bezog sich auf:

Np R. schrieb:
> Dieter D. schrieb:
>> Es ist nicht gut, wenn unterschiedliche Zellchemien parallel geschaltet
>> werden.

Das ist zwar grundsätzlich richtig, aber nicht immer zwingend.

Für den TO macht das alles aber keinen Unterschied: IMHO sollte er 
seinen LiFePO4-Verbraucher-Akku NICHT parallel mit der Starter-Batterie 
betreiben, auch nicht und erst recht nicht mit einem Trennrelais.

Wenn er beide Kreise trennt und die Verbraucher-Batterie durch einem 
B2B-Lader lädt, könnte er aber im Verbraucher-Kreis einen LiFePO4 mit 
einem Bleiakku paaren. Das geht. Die Lebensdauer des Bleiakkus leidet 
vielleicht geringfügig.
Aber im WoMo wäre das wohl kaum sinnvoll, d.h. der Teil der Diskussion 
ist akademisch und für ihn nicht relevant.

von Np R. (samweis)


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Re D. schrieb:
> Deine
> "Argumentation" ist Schwachsinn.

Was genau hast Du nicht verstanden?

Michael K. schrieb:
> Laut Datenblatt: max Ladestrom 50A, max Entladestrom 50A durch ein 50A
> BMS geschützt.

Re D. schrieb:
> Eine Diesel-Lima macht ca. 150 bis 200 A
Heute, ja.
Meine Diesel-LiMa von 2016 macht 120A.
Die in dem Vorgänger-Motor von 1998 machte 70A.
Bei 50A Dauerleistung wäre die abgeraucht.

Wie ist das beim TO? Kennst Du seine LiMa?

OK, mal nachgesehen, er hat offenbar einen Schaudt EBL 99G
http://www.vodeg.nl/_imagesCMS/Schaudt_EBL_99_DE.pdf

"Maximal zulässiger Lichtmaschinenladestrom zur Wohnraumbatterie 50A"
"Strombelastbarkeit: Es darf maximal 90 % des Nennstroms der zugehörigen 
Sicherung entnommen werden"

Im Schaltplan der Bedienungsanleitung von 2005 sind 50A-Sicherungen 
verbaut.
Das WoMo ist Bj. 2008. Die Bedienungsanleitung müsste also eigentlich 
passen.
Er sagt aber, es seien 30A Sicherungen verbaut.

Selbst, wenn er 50A Sicherungen einbaut - würdest Du ihm diese Kombi 
raten? Wie lange hält die Sicherung oder der EBL?
Und was machen EBL und LiMa, wenn während der Fahrt das BMS zu macht?

P.S.: Laut Bedienungsanleitung kennt der EBL keine LiFePO4 Kennlinie. 
Die Ladeschlussspannung von 14,3V ist aber OK für LiFePO4. Die 
Erhaltungsladespannung des EBL ist 13,8V. Empfehlungen für LiFePO4 sind 
meist: gar keine oder 13,5V.

: Bearbeitet durch User
von Rolf (rolf22)


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Peter M. schrieb:
> Ich kann mir nicht vorstellen, dass im Campingbereich der Starterakku
> durch Komfortverbraucher entladen wird.

Du warst noch nie auf einem Wohnmobil-Stellplatz?
Die haben da Kühlschränke mit Gefrierfach, große Fernseher, 
Elektrokochtöpfe, E-Roller, ...
Deswegen stöpseln sich viele immer möglichst gleich nach Ankunft an eine 
Landstromsteckdose an.

Ich komme nur mit Kühlschrank und etwas Licht im Sommer je nach Wetter 
auf 0,5 bis 1 kWh/Tag. Und was hat ein Akku? 12 V und 100 Ah, das sind 
1,2 kWh. Gut, wer da ein Solardach hat.

von Thomas R. (thomasr)


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Wenn das Landstromladegerät niemals über 14,4 Volt hinaus lädt, kann man 
Blei und LiFePO durchaus parallel betreiben. Jedoch  muß für WoMo und 
Schiff immer ein voller Blei Starterakku sicher gestellt sein.

Zumindest bei stark entladener LiFePO wird es bei Parallelschaltung eine 
ganze Weile dauern bis der Bleiakku "bedient" wird weil der Hauptstrom 
in den LiFePO geht. Daher sind die üblichen Schaltungen darauf ausgelegt 
daß ZUERST der Bleiakku voll geladen wird und DANN der LiFePO. An den 
meisten B2B Ladegeräten kann man das einstellen. Oder man verwendet ein 
"intelligentes" Trennrelais das genau diese Reihenfolge 
spannungsabhängig erledigt.

Mein (Schiffs) Victron Multiplus kannte keine LiFePO und mußte gegen 
einen moderneren ersetzt werden. Aber selbst der wollte in der LiFePO 
Einstellung über 14,5 Volt hinaus (das ist leider möglich weil die 
eingestellte SW Grenze und der tatsächliche Messwert im Victron nicht 
unbedingt übereinstimmen müssen) was meine (LiTime) LiFePOs sofort mit 
Abschaltung bei 14,4Volt quittieren. Also mußte der Victron "von Hand" 
auf 14,0 Volt eingestellt werden, dann war Ruhe.

Daher mein dringender Hinweis sich das Ladegerät anzusehen!

: Bearbeitet durch User
von Michael K. (tschoeatsch)


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Ich werde es mal so machen: Ich trenne den Anschluß der Starterbatterie 
vom Elektroblock ab, damit wird bei D+ aktiv, also während der Fahrt die 
Lifepo4 nicht mehr parallel zur Starterbatterie geschalten und somit 
nicht von der Lima geladen. Bei Landstrom läd der Elektroblock die 
Lifepo4 und bisschen die Starterbatterie, die sind dabei aber nicht hart 
verbunden. Ich überprüfe aber noch, ob das Ladegerät die versprochenen 
14,3V nicht überschreitet. Zudem ist noch eine PV vorhanden, die mit 
max. 150W die Lifepo4 läd, wenn kein Landstrom vorhanden ist. Das meine 
neue 50Ah Lifepo4 meine Lima ruiniert, kann ich jetzt nicht so recht 
glauben, aber wegen Restangst schaue ich mal, ob ich das Limaladen 
überhaupt brauche.

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