Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Raclette Heizelement mit Fehlstrom


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von Franc W. (franc)


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Hallo
Bei einem älteren Raclette Grill fliegt der Fi raus.
Ich habe also das Heizelement gemessen und stelle fest, dass es gegen 
die Erdung (Gehäuse) einen Widerstand hat, der wie bei einem großen Elko 
immer größer wird und auch recht klein anfängt, im Kilo Ohm Bereich 
(eben klein genug um den Fi zu schmeißen).
Drehe ich die Pole des Messgeräts um, wird der Widerstand tatsächlich 
auch kurz negativ, als ob sich da was aufgeladen hätte.
Da ist aber kein Kondensator zu sehen, das Gerät ist auch sehr einfach.

Das Messgerät zeigt bei einem normalen Widerstand auch einen konstanten 
Wert, scheint also nicht daran zu liegen.

Was kann das sein?
Den Raclette Grill habe ich schon weg geworfen, bin aber doch neugierig 
was da hinter steckt, so was kam mir bisher nicht unter.

Danke

von Klaus H. (hildek)


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Vermutlich irgend ein Feinschluss in dem Heizelement, vielleicht ist 
Feuchtigkeit eingedrungen. Was die schwankende Anzeige verursacht, weiß 
ich im Moment auch nicht.
Wenn du eine Steckdose ohne FI hast (ich habe zumindest eine in meinem 
Hobbyraum - rot gekennzeichnet, gerade für solche Fälle ...), dann 
betreibe das Teil mit entsprechender Vorsicht daran mal für einige Zeit.

von Udo S. (urschmitt)


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Klaus H. schrieb:
> dann
> betreibe das Teil mit entsprechender Vorsicht daran mal für einige Zeit.

Der TO schrieb er hat das Teil schon weggeworfen.
Und ganz ehrlich. Ein Heizelement mit einem Schluss gegen Masse würde 
ich nicht mehr einsetzen wollen. Auch wenn es sich durch Erwärmung 
wieder selbst "heilt".

von Torsten B. (butterbrotstern)


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Das ist ein ganz normales Verhalten, wenn die Heizung feucht gelagert 
wurde.
Langsam ! ausheizen mit langsam steigender Leistung über Stunden / Tage.
Das Wasser hat lange Zeit gehabt hineinzudiffundieren, es braucht auch 
lange, wieder herauszukommen.
Nur mit Wechselstrom, sonst Elektrolyse.

Er hat den Grill weggeworfen und nur die Heizplatte behalten.

: Bearbeitet durch User
von Klaus H. (hildek)


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Udo S. schrieb:
> Und ganz ehrlich. Ein Heizelement mit einem Schluss gegen Masse würde
> ich nicht mehr einsetzen wollen. Auch wenn es sich durch Erwärmung
> wieder selbst "heilt".

Da gebe ich dir recht. Er wollte jedoch den Grund wissen, warum sich das 
so verhält. Wenn es durch Aufheizen (ohne FI) wieder stabil sein sollte, 
muss er dem Teil natürlich noch immer nicht trauen, aber meine 
Vermutung, dass z.B. Feuchtigkeit eingedrungen ist, wäre bestätigt.
Grundsätzlich interessiert einen doch schon, war die Ursache ist - oder?

von Roland E. (roland0815)


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Klaus H. schrieb:
> Udo S. schrieb:
>> Und ganz ehrlich. Ein Heizelement mit einem Schluss gegen Masse würde
>> ich nicht mehr einsetzen wollen. Auch wenn es sich durch Erwärmung
>> wieder selbst "heilt".
>
> Da gebe ich dir recht. Er wollte jedoch den Grund wissen, warum sich das
> so verhält. Wenn es durch Aufheizen (ohne FI) wieder stabil sein sollte,
> muss er dem Teil natürlich noch immer nicht trauen, aber meine
> Vermutung, dass z.B. Feuchtigkeit eingedrungen ist, wäre bestätigt.
> Grundsätzlich interessiert einen doch schon, war die Ursache ist - oder?

Das mit der Sandisolierung der Heizelemente, die Wasser zieht habe ich 
auch schon gehört. Kann aber nicht beurteilen, was da dran ist oder 
nicht.

Ursache? Die Heizstäbe sind meistens Metallrohre, die an den Enden 
zugecrimpt sind. Da die Teile nicht getaucht werden sollen, nicht 
hermetisch dicht. Temperaturschwankungen und etwas Kondenswasser an der 
falschen Stelle, und die Dinger saugen den Wassertropfen buchstäblich 
ein. Und einmal Wasser drin vergrößert das Problem, weil Wasserdampf 
sich sehr viel mehr Volumenhub pro K gönnt, als Stickstoff.

Warm in den Keller gestellt, atmet die Heizung feste die feuchte Luft 
ein. Die Steigerungsform wäre: Das Teil an der falschen Stelle feucht 
abgewischt, wenns noch heiß war. Ich habe so was nicht, ich kenne die 
Reinigungsprozeduren danach nicht. Ich bin mehr der Fonduetyp mit 
richtigem Feuer drunter...

Wenn das Teil aber wieder "heil" geheizt ist, so dass der Fi nicht mehr 
auslöst, kann man es aber an einer FI-geschützten Steckdose weitgehend 
unbedarft wieder verwenden. Denn der Schutzleiter scheint ja an den 
betroffenen Teilen hinreichend intakt zu sein, sonst wär' der Fi nicht 
gekommen. Im schlimmsten Falle wirds wärend der Party wieder dunkel, 
weil der Fi doch wieder fällt...

Man muss halt im Hinterkopf behalten, nicht nur alle zwei Jahre zu 
Sylvester Raclette zu machen, sondern evtl auch mal das Jahr über zu 
anderen Feierlichkeiten, damit es nicht wieder "absäuft".

: Bearbeitet durch User
von Franc W. (franc)


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Ist tatsächlich alles (bis auf den ausgeschlachteten Bimetallregler und 
die Glimmlampe) in der Tonne (ich könnte es zwar noch raus holen).

Danke für die Erklärungen!

Immer noch nicht klar ist mir dieser Kondensator Effekt, also der 
ansteigende Widerstand.
Eingedrungene Feuchtigkeit ist gut möglich, aber ein fetter Elko eher 
nicht ;)

Kann das doch irgendwie mit meinem Messgerät zusammenhängen?

: Bearbeitet durch User
von Rolf (rolf22)


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Franc W. schrieb:
> Kann das doch irgendwie mit meinem Messgerät zusammenhängen?

Das Messgerät legt eine Gleichspannung an. Wer weiß, was da für ein 
Elektrolyse-Effekt an unbekannten (eingedrungenen?) Materialien 
auftritt? Vielleicht entsteht ein winzigschwache Batteriezelle?

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