Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Wie lange ist eine Überladung von NiMH-Akkus unkritisch?


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von Tim 🔆 (solarlicht)


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Hier steht (leider ohne weitere Hintergrundinfo und ob es sich auf NiCD 
oder NiMH Akkus bezieht), dass eine Überladung bei 0,1CmA bis zu 100 
Stunden zulässig sei:
https://shop.griederbauteile.ch/info/g/InfoLadegeraete.html
https://www.griederbauteile.ch/download/Manuals/Batterie/Batterie_Manual.pdf

Gibt es dazu irgendwo vernünftige Literatur?

: Bearbeitet durch User
von Jens G. (jensig)


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Tim 🔆 schrieb:
> 0,1CmA

Was ist das?

> Gibt es dazu irgendwo vernünftige Literatur?

Nein.
Denn die 100h sind sowieso rel. willkürlich festgelegt.
NiCd-Akkus haben eine gewisse Cd-Reserve, die den überschüssig 
entstehenden H2 aufnehmen können, bzw. wieder in Bindung bringen. Wie 
das bei den NiMH ist, weiß ich gerade nicht, haben aber auch eine 
gewisse Überladungsreserve, die aber begrenzter ist.
Letztendlich halten NiXX-Akkus nicht wirklich ewig - die Chance bei NiCd 
ist dabei aber deutlich höher ...
Heutzutage fängt man aber mit NiXX nicht mehr an - Li-Akkus sind dem 
weit überlegen, wenn es nicht gerade um Spezialanwendungen geht.

: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Tim 🔆 schrieb:
> Gibt es dazu irgendwo vernünftige Literatur?

Hersteller ?

https://ind.gpbatteries.com/pub/media/uploads/pdf/rechargeable_NiMH/by_series/standard_series_cylindrical/GP180AAH.pdf

Der Hersteller meint also, sein Akku hält sogar 1 Jahr Überladung aus.

Danach ist er aber hin.

Im Prinzip kannst du eine Zelle so weit uberladen, bis das 
Überdruckventil noch gerade nicht öffnet.

Alles  was an Gas drin geblieben ist, wird dann wieder zu Elektrolyten 
rekombiniert, der Druck geht wieder zurück.

Nun ist jedes Exemplar anders, anderer Federdruck, anderer Dichtrand, 
andere Umgebungstemperatur, es gibt also Exemplare die früher und welche 
die später Elektrolyten verlieren.

Jeder kennt die alten Akkus mit Salzkrustenrand, die sind dann schon 
dauerundicht.

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Danke, das bringt mich weiter. Ich wäre nicht darauf gekommen, dass das 
überhaupt im Datenblatt steht.

Also dann mache ich mir in meinem Fall keine Sorgen.

von Peter H. (rattenfaenger)


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Welche "Ladung" findet den bei 0,1mA überhaupt noch statt?
1,2V / 0,1mA = 11 mOhm
Der Strom reicht nicht einmal aus, den Klemmenwiderstand zu überwinden.

von Michael B. (laberkopp)


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Peter H. schrieb:
> Welche "Ladung" findet den bei 0,1mA überhaupt noch statt?
> 1,2V / 0,1mA = 11 mOhm
> Der Strom reicht nicht einmal aus, den Klemmenwiderstand zu überwinden.

Was hast du geraucht um solchen Unsinn zu schreiben ?

: Bearbeitet durch User
von Tim (timgabinski)


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Ich finde die Frage interessant. Ich verwende NiMH für ein 
Handfunkgerät. Ich habe festgestellt, dass die Akkus viele viele Jahre 
halten, wenn ich die Ladezeiten GENAU einhalte (10h), und NIE 
tiefentlade, UND immer erst lade, wenn der Akku leer ist. Und dass ich 
einen neuen Akku durch eine einzige Tiefentladung (während Covid, da lag 
das Ding 2J im Schubfach, und ich hatte vergessen, die Batterie zu 
entfernen/zu laden) ruinieren kann. Also viel empfindlicher als LiIon. 
Ist das nur bei mir so, oder ist das Konsens?

Tim

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Ich habe doch noch was gefunden, falls es jemanden interessiert. Bezieht 
sich allerdings auf die Sub-C Bauform:

https://www.researchgate.net/publication/223211274_Effect_of_long-term_overcharge_and_operated_temperature_on_performance_of_rechargeable_NiMH_cells

Peter H. schrieb:
> 0,1mA

0,1CmA.

: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Tim schrieb:
> Ist das nur bei mir so, oder ist das Konsens?

Das ist eher ein bekanntes Streitthema.

NiMH würde aus ökologischen Gründen erzwungen, ohne annähernd ausgereift 
gewesen zu sein. In Personenrufempfängern, die mit NiCd entwickelt 
wurden, sind NiMH nach maximal der halben Betriebsdauer reif für den 
Müll gewesen.

Als wir noch Schnurlostelefone CT1+ mit Akkupacks 3xAA NiCd hatten, 
kamen als Ersatz NiMH-Packs mit doppelter Kapazität, ebenfalls mit 
desaströser Lebensdauer.

Ich hatte mal eine Digitalkamera mit 2xAA und mehrere NiMH-Akkus, die 
entweder einen Schluß haben oder hochohmig sind.

Für mich ist NiMH ein Hassobjekt, ich hatte mit dem Müll nichts als 
Ärger. Die sind sensibel auf Überladung, tolerieren Tiefentladung 
schlecht und werden hochohmig. Nicht zu vergessen ist deren 
Selbstentladung, weit oberhalb damals üblicher NiCd.

Mit den Sanyo Eneloops wurde die Situation etwas besser, aber diese gibt 
es nur in zwei Bauformen und sie kamen mindestens 10 Jahre zu spät.

Tim 🔆 schrieb:
> Peter H. schrieb:
>> 0,1mA
> 0,1CmA.

Unübliche Schreibweise, man sagt 1/10C oder 0,1C ohne mA.

Diese 0,1C wären ein sinnvoller Wert für 14 Stunden Ladung, aber 
keinesfalls für längere Zeiten.

Wenn jemand meint, 1/10C für 100h zu vertragen, glaube ich das nicht. 
Die Zelle wird nicht brennen, aber ist ganz sicher erheblich geschädigt.

Nehme eine übliche AA um 2000mAh und messe sie mit 200mA Entladung. Dann 
schiebst Du knapp 5 Tage 200mA Ladestrom rein und misst sie erneut. Dann 
kommst Du wieder ...

von Mo (Gast)


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Tim schrieb:
> einen neuen Akku durch eine einzige Tiefentladung [...] 2J im Schubfach,
> [...] ruinieren kann.
> Ist das nur bei mir so, oder ist das Konsens?

Ein Schubfach mit einem Kühlschrank zu verwechseln ist kein Konsens. Die 
richtige Lagerung ist kühl unter ständiger 1 V-Kontrolle (Augenhöhe ;)

von Peter H. (rattenfaenger)


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Manfred P. schrieb:
> Unübliche Schreibweise, man sagt 1/10C oder 0,1C ohne mA.

Danke für die freundliche Erklärung, war mir nicht geläufig.

von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Manfred P. schrieb:
> Wenn jemand meint, 1/10C für 100h zu vertragen, glaube ich das nicht.
> Die Zelle wird nicht brennen, aber ist ganz sicher erheblich geschädigt.

Überlebt haben das schon Zellen, die ich eine Woche im einfachst 
Ladegeraet vergessen hatte.

Die NiMH wurden als Ersatz nur darauf getrimmt den gleichen 
Dauerladestrom bezogen auf die gleiche Bauform nahezu so lange, wie NiCd 
zu vertragen. Fuer Mignon waeren das 50mA.

Aber 100h zu behaupten, ist schon deutlich ehrlicher als 1000h mit 210mA 
fuer Mignonzellen.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Ich wueder die Dinger gar nicht ueberladen. Das schadet den Akkus immer.
Am besten sieht man das bei den Telefonakkkus, die i.A. mit 
"Konstantstrom" (ueber R) geladen wurden und 1-2 Jahre spaeter ihren 
Geist aufgegeben hatten.

Tim schrieb:
> da lag
> das Ding 2J im Schubfach
2 Jahre ist eine lange Zeit fuer Zersetzungsprozesse ;-)

von Norbert (der_norbert)


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Stand früher nicht auf den NiCd Zellen:
Laden: 14-16Std. mit 1/10C
Dauerladen: max 1/20C

Das heißt, wenn nach dem  Ladeschluss noch ein Stündchen mit 1/10C 
weiter geladen wird, ist's noch nicht ganz so schlimm. Aber wenn länger, 
dann noch einmal deutlich runter mit dem Strom.

Und die NiCd waren - wie schon mehrmals hier geschrieben - recht 
unempfindlich im Vergleich zu NiMH.

von Monk (roehrmond)


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Tim schrieb:
> Ist das nur bei mir so, oder ist das Konsens?

isso

von Georg M. (g_m)


Angehängte Dateien:

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Jens G. schrieb:
> Heutzutage fängt man aber mit NiXX nicht mehr an

Die billigsten Solar-Gartenleuchten werden immer noch mit NiMH bestückt, 
aber schon etwas minimal anspruchsvolleres - mit Li-Ion.

von Tim 🔆 (solarlicht)


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In meinem Fall selbstgebaute Solargläser mit einzelner NiMH-Zelle an 
Solarzelle.

Ein Überladen kann ich nicht vermeiden. Der 1600mAh Akku wird an den 
sonnigsten Tagen ca. 6 Stunden gemittelt mit 150mA geladen, in der 
restlichen Zeit entsprechend weniger. Ab mehreren Sonnentagen 
hintereinander wird er dann jeden Tag für einige Stunden überladen, über 
viele Wochen.

Ich könnte natürlich eine schwächere Solarzelle nehmen, aber ich will, 
dass die Gläser auch im Winter die Nacht über in "voller" Helligkeit 
durchleuchten. Das funktioniert.

Aber jetzt wo ich sehe dass das bisschen Überladen relativ unkritisch 
ist, brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen. Falls die Akkus 
nach einem Jahr platt sind kommen halt neue rein. In einer anderen 
Lampe, die mit 100mA geladen wird, aber mit wesentlich weniger 
Verbrauch, hält ein billiger China-Akkus allerdings schon über 2 Jahre.

Da es keine brauchbare Methode gibt einen vollen Akku zu erkennen, wäre 
meine einzige Idee ein Querregler, der den Strom ab einem bestimmten 
Wert einfach verbrät. Aber das wäre wohl Unsinn.

: Bearbeitet durch User
von Andreas B. (bitverdreher)


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Tim 🔆 schrieb:
> Da es keine brauchbare Methode gibt einen vollen Akku zu erkennen, wäre
> meine einzige Idee ein Querregler, der den Strom ab einem bestimmten
> Wert einfach verbrät. Aber das wäre wohl Unsinn.

Für LiIon funktioniert das prima (Mit einem TLVH431 auf 4.20V 
begrenzen).
Auch bei einem NiMH würde ich die Ladeschlussspannung auf 1.45V pro 
Zelle begrenzen).

von Monk (roehrmond)


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Andreas B. schrieb:
> Auch bei einem NiMH würde ich die Ladeschlussspannung auf 1.45V pro
> Zelle begrenzen).

Der Innenwiderstand von NiMH steigt durch Verbrauch recht schnell an. 
Wenn du die Ladespannung auf 1,45V begrenzt, fließt nur sehr wenig 
Strom, so dass der Ladevorgang "ewig" dauert.

Mein Ladegerät lässt bis zu 2 Volt zu. Ich hätte gerne noch ein halbes 
Volt mehr.

: Bearbeitet durch User
von Jens G. (jensig)


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Steve van de Grens schrieb:
> Mein Ladegerät lässt bis zu 2 Volt zu. Ich hätte gerne noch ein halbes
> Volt mehr.

Dann kannste die Akkus sowieso wegschmeißen, wenn die über 2V brauchen 
...

von Andreas B. (bitverdreher)


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Steve van de Grens schrieb:
> Wenn du die Ladespannung auf 1,45V begrenzt, fließt nur sehr wenig
> Strom, so dass der Ladevorgang "ewig" dauert.

Er laedt mit Solarzellen. Das ist eine andere Situation.

Jens G. schrieb:
> Dann kannste die Akkus sowieso wegschmeißen, wenn die über 2V brauchen

Das sehe ich allerdings genauso

von Monk (roehrmond)


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Jens G. schrieb:
> Dann kannste die Akkus sowieso wegschmeißen, wenn die über 2V brauchen
> ...

Eben nicht. Mit ca. 0,2 Ohm Innenwiderstand sind sie für die meisten 
meiner Geräte noch gut genug - nur das Ladegerät will sie nicht laden.

Gut dass ich noch ein anderes (dummes) Ladegerät habe, das nicht 
abbricht.

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Andreas B. schrieb:
> Steve van de Grens schrieb:
>> Wenn du die Ladespannung auf 1,45V begrenzt, fließt nur sehr wenig
>> Strom, so dass der Ladevorgang "ewig" dauert.
>
> Er laedt mit Solarzellen. Das ist eine andere Situation.

Dann sollte ich wohl mal nachmessen, was da wirklich fließt. Bei den 
diskret aufgebauten Solarlechten fallen ja schon 0,5V über die 1N5817 
ab. Ich gehe davon aus, dass auch in dem von mir verwendeten YX8050 eine 
gewöhnliche Schottky-Diode enthalten ist.

von Udo S. (urschmitt)


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Norbert schrieb:
> Und die NiCd waren - wie schon mehrmals hier geschrieben - recht
> unempfindlich im Vergleich zu NiMH.

Dafür waren sie recht schnell durch den Memory Effekt hinüber wenn sie 
dauergeladen wurden.

von Georg M. (g_m)


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von Ralf X. (ralf0815)


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Georg M. schrieb:
> Tim 🔆 schrieb:
>> Falls die Akkus
>> nach einem Jahr platt sind kommen halt neue rein.
>
> Ja, die sind ziemlich billig.

Vor zwei Jahren waren dort noch ~3,-€/4Stk normal..

Ausserdem ist es nicht die beste Idee, Elektronikmüll zu vermeiden, aber 
über die Erzeugung von Akkumüll hinwegzusehen.

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Ralf X. schrieb:
> Ausserdem ist es nicht die beste Idee, Elektronikmüll zu vermeiden, aber
> über die Erzeugung von Akkumüll hinwegzusehen.

Es gab Zeiten da habe ich mir darüber mehr Gedanken gemacht als heute. 
Ich habe schon Batterien gesammelt, da wurden die noch regulär in den 
Restmüll geworfen. Und heute muss ich mir wirklich nicht nur um mein 
Gewissen zu beruhigen den letzten Spaß weg sparen, solange es so einen 
unsäglichen Unsinn gibt, wie beispielsweise 
Einweg-Schwangerschaftstests, bei denen die Elektronik nur dazu dient, 
den Strich auf dem Teststreifen abzulesen um ein Smiley anzuzeigen und 
das Ding ein paar Sekunden nach der Benutzung samt Plastik und Batterie 
in den Restmüll zu werfen. Was für eine unglaubliche Umweltverschmutzung 
und Rohstoffverschwendung. Das ist für mich Perversität in Reinstform. 
Und das ist nur eins von tausenden, wenn nicht von millionen Beispielen. 
Da soll mir bitte niemand kommen und versuchen mir ein schlechtes 
Gewissen einreden. Das habe ich hier nicht, definitiv nicht. Ich könnte 
schließlich auch NiCd nehmen.

Das war das Wort zum Sonntag...

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Ralf X. schrieb:
> Ausserdem ist es nicht die beste Idee, Elektronikmüll zu vermeiden, aber
> über die Erzeugung von Akkumüll hinwegzusehen.

Grundsätzlich richtig, ich sehe in meinem Bekanntenkreis allerdings 
auch, wie viele Wegwerf(Primär-)Zellen noch verwendet werden, obwohl in 
den verbreiteten Formaten Mignon (AA) und Micro (AAA) seit vielen Jahren 
super Alternativen mit guten Kapazitäten zur Verfügung stehen. Die 
Wegwerfzellen dürften das eigentliche Problem sein.

Bei mir sind Eneloop-Akkus seit über zehn Jahren im Einsatz, fast ohne 
Ausfälle. Auch NiMH-Akkus von "Tronic" (Lidl) halten recht lange und 
amortisieren sich in jedem Fall.

Tim 🔆 schrieb:
> dass eine Überladung bei 0,1CmA bis zu 100 Stunden zulässig sei:

Sollte eigentlich kein Thema sein, es gibt seit Jahrzehnten Ladegeräte 
mit Ladeschlusserkennung ("Delta-U" und neuere Verfahren), die für ein 
langes Akku-Leben sorgen. Man muss nur bei wenig genutzten Geräten 
darauf achten, dass sie nicht vollständig entladen werden.

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Rainer Z. schrieb:
> Delta-U"

Davon halte ich recht wenig, das ist eine Krücke. Ist bei Solarleuchten 
auch nicht zu verwirklichen.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Tim 🔆 schrieb:
> Ist bei Solarleuchten auch nicht zu verwirklichen.

Das stimmt allerdings, daran hatte ich nicht mehr gedacht.

von Ralf X. (ralf0815)


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Tim 🔆 schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Ausserdem ist es nicht die beste Idee, Elektronikmüll zu vermeiden, aber
>> über die Erzeugung von Akkumüll hinwegzusehen.
>
> Es gab Zeiten da habe ich mir darüber mehr Gedanken gemacht als heute.
> Ich habe schon Batterien gesammelt, da wurden die noch regulär in den
> Restmüll geworfen. Und heute muss ich mir wirklich nicht nur um mein
> Gewissen zu beruhigen den letzten Spaß weg sparen, solange es so einen
> unsäglichen Unsinn gibt, wie beispielsweise....

Hast ja recht bei diesem Umfang, daher auch mein +1 für Dich. :-)
Dennoch frage ich mich mit "Sammelgen", warum man sich Mini-Solarzellen 
aus China ordert, wenn sich die Billigsolargartenleuchten gerade jetzt
wieder in den Elektroschrottboxen stapeln.
An sich sollte da doch der Spass liegen? 😉

von Monk (roehrmond)


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Rainer Z. schrieb:
> Die Wegwerfzellen dürften das eigentliche Problem sein.

Sicher? Ich dachte die werden weitgehend recycelt?!

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Ralf X. schrieb:
> Hast ja recht bei diesem Umfang, daher auch mein +1 für Dich. :-)
> Dennoch frage ich mich mit "Sammelgen", warum man sich Mini-Solarzellen
> aus China ordert, wenn sich die Billigsolargartenleuchten gerade jetzt
> wieder in den Elektroschrottboxen stapeln.
> An sich sollte da doch der Spass liegen? 😉

Hier bei uns darf man leider nichts mitnehmen, sogar etwas aus einem 
Sperrmüllhaufen zu fischen ist inzwischen ein Risiko. Da kleben manche 
"Mitnahme verboten"-Zettel dran, die man sich auf der Webseite des 
Entsorgungsunternehmens ausdrucken kann oder zeigen die Metallsammler 
an.

So was sehe ich nicht ein. Bei meiner letzten Sperrmüllanmeldung habe 
ich das Metall separat hingelegt und "zu verschenken" dran geschrieben.

Zu meinem Projekt: Ich will mir ein paar Solargläser bauen und habe 
gerade eine Platine bei JLCPCB fertigen lassen. Da soll dann eine 
leistungsstarke Solarzelle rein. Mein Ziel ist, dass die Gläser auch im 
Winter die gesamte Nacht über leuchten.

In den Lampen die jetzt entsorgt werden sind meist diese Solarzellen aus 
beschichtetem Glas drin, die kaum Leistung bringen und oft schon kaputt 
sind. Man bekommt sie auch praktisch nicht zerstörungsfrei ab.

: Bearbeitet durch User
von Malte _. (malte) Benutzerseite


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Wie wäre es hinter die Solarzelle eine Strombegrenzung zu packen? Dann 
laden die auch im Sommer langsam.

Ich habe mein Außenthermometer mit einer kleinen Solarzelle (45mA laut 
Verkäufer, 20mA gemessen) ausgestattet um nicht immer Akkus wechseln zu 
müssen. Der erste ziemlich alten 1700mAh NIMH Zellensatz hielt das ~5 
Jahre durch. Bei so einer Anwendung gehen auch Zellen mit 1Ohm 
Innenwiderstand. Jedes intelligente Ladegerät hätte da schon lange das 
Laden wegen "defekter" Zellen verweigert. Kommt halt auf den 
Anwendungsfall an welcher Innenwiderstand ok ist.

von Michael B. (michael_b528) Flattr this


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Wenns um Akkuthemen geht schau ich immer ganz gern bei 
Batteryuniversity.com nach, evtl hier noch als allgemein gehaltene 
Ergänzung, die ursprüngliche Frage an sich konnte ja schon durch den 
Blick ins Datenblatt geklärt werden ^^'

Die schreiben bei NiMh dass zur Ladungserhalting bis zu 0,05C 
praktikabel wären, und ein guter Indikator für zu starke Überladung wäre 
wenn der Akku warm wird, unter zulässigen Bedingungen kühlt er wohl 
wieder ab.

https://batteryuniversity.com/article/bu-408-charging-nickel-metal-hydride

(Interessant fand ich dass hier mit Tricklecharge im Ladungserhaltung 
gemeint ist, bei Lithiumakkus ist damit oft das vorsichtige "Anladen" 
nach Tiefwnentladung gemeint...)

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Malte _. schrieb:
> Wie wäre es hinter die Solarzelle eine Strombegrenzung zu packen? Dann
> laden die auch im Sommer langsam.

Das war ursprünglich mein Gedanke. Meine Anforderung ist aber, dass die 
Akkus nicht auch, sondern NUR im Sommer langsam laden. Ich habe extra 
eine leistungsfähige Solarzelle gewählt, damit die Lampen auch im Winter 
oder bei tagelang schlechtem Wetter ordentlich leuchten.

Spontan fiele mir daher ein, einen möglichst kleinen Widerstand in den 
Ladekreis zu setzen, die abfallende Spannung z. B. mit einem LMV951 (wir 
haben ja nur 2V Betriebsspannung) zu verstärken und damit einen 
Transistor anzusteuern der den "zu vielen" Strom verbrät. Sagt mir wenn 
Schaltung Blödsinn ist.

Aber so wie ich das jetzt sehe, ist das Überladen weniger kritisch als 
ich dachte. Die Akkus werden ja nicht permanent überladen, sondern nur 
bei tagelang sonnigem Wetter.

von Rainer Z. (netzbeschmutzer)


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Steve van de Grens schrieb:
> Rainer Z. schrieb:
>> Die Wegwerfzellen dürften das eigentliche Problem sein.
>
> Sicher? Ich dachte die werden weitgehend recycelt?!

Das hoffe ich doch. Trotzdem sind Akkus ressourcenschonender. Wie gesagt 
habe ich Eneloops seit mehr als 10 Jahren im Einsatz, und zwar überall 
(Taschenlampen, Computermäuse, Uhren, Haarschneider, ursprünglich viel 
auch für eine Fahrradlampe).

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Rainer Z. schrieb:
> Das hoffe ich doch. Trotzdem sind Akkus ressourcenschonender. Wie gesagt
> habe ich Eneloops seit mehr als 10 Jahren im Einsatz, und zwar überall
> (Taschenlampen, Computermäuse, Uhren, Haarschneider, ursprünglich viel
> auch für eine Fahrradlampe).

Die sind schon toll. Meine ältesten sind 15 Jahre alt und von der 2. 
Generation. Die habe ich mir für meine Digicam gekauft, sie 
funktionieren noch immer. Gestern bin ich allerdings erschrocken wie 
teuer die geworden sind, wesentlich mehr als andere Akkus. Mein ganzes 
Solarglas incl. Platine kostet weniger als ein Eneloop :-(

von Manfred P. (pruckelfred)


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Steve van de Grens schrieb:
> Jens G. schrieb:
>> Dann kannste die Akkus sowieso wegschmeißen, wenn die über 2V brauchen
>> ...
> Eben nicht. Mit ca. 0,2 Ohm Innenwiderstand sind sie für die meisten
> meiner Geräte noch gut genug - nur das Ladegerät will sie nicht laden.

Du wirfst Dinge durcheinander und behauptest etwas, was einer 
Nachmessung nicht standhalten wird.

Ralf X. schrieb:
> Georg M. schrieb:
>> Tim 🔆 schrieb:
>>> Falls die Akkus nach einem Jahr platt sind kommen halt neue rein.
>> Ja, die sind ziemlich billig.
> Vor zwei Jahren waren dort noch ~3,-€/4Stk normal..

Richtig, bei diesen "Randartikeln" langen die Strolche noch heftiger als 
anderweitg zu. Aber immerhin gibt es noch keine Mogelpackungen, es sind 
noch immer 4 Stück im Blister. Vielleicht kommt ja noch die andere 
Masche, Aldi-AA mit 1200mAh?

Rainer Z. schrieb:
> Grundsätzlich richtig, ich sehe in meinem Bekanntenkreis allerdings
> auch, wie viele Wegwerf(Primär-)Zellen noch verwendet werden, obwohl in
> den verbreiteten Formaten Mignon (AA) und Micro (AAA) seit vielen Jahren
> super Alternativen mit guten Kapazitäten zur Verfügung stehen.

Niemand braucht Missionare die Akkus predigen. Es gibt hinreichend viele 
Anwendungen, wo Primärzellen Sinn machen oder gar notwendig sind.

Michael B. schrieb:
> Wenns um Akkuthemen geht schau ich immer ganz gern bei
> Batteryuniversity.com nach ...
>
> Die schreiben bei NiMh dass zur Ladungserhalting bis zu 0,05C
> praktikabel wären, und ein guter Indikator für zu starke Überladung wäre
> wenn der Akku warm wird,

Das ist mal wieder halb richtig. Wenn ich eine AA mit 200mA lade, sind 
das um 300..350mW, für wirklich fühlbar warm genügen die nicht.

"Ladungserhalting bis zu 0,05C" halte ich auch für streitbar: Das ist 
ein Zwanzigstel, könnte also 100% Selbstentladung pro Tag ausgleichen. 
NiCd-Sinterzellen habe ich früher mit 1/100C erhalten.

Man müsste mal eine Meßreihe fahren, wieviel Kapazität eine Zelle nach 
ein paar Tagen Lagerung verliert und daraus die Menge rechnen, die man 
erhalten müsste. Auch dann gibt es keinen Wert für alle, je nach 
Hersteller ist das unterschiedlich.

> (Interessant fand ich dass hier mit Tricklecharge im Ladungserhaltung
> gemeint ist, bei Lithiumakkus ist damit oft das vorsichtige "Anladen"
> nach Tiefwnentladung gemeint...)

Das fiel mir auch auf, dass der Begriff für LiIon abweichend seiner 
ursprünglichen Bedeuting verwendet wird.

von Ralf X. (ralf0815)


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Manfred P. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Georg M. schrieb:
>>> Tim 🔆 schrieb:
>>>> Falls die Akkus nach einem Jahr platt sind kommen halt neue rein.
>>> Ja, die sind ziemlich billig.
>> Vor zwei Jahren waren dort noch ~3,-€/4Stk normal..
>
> Richtig, bei diesen "Randartikeln" langen die Strolche noch heftiger als
> anderweitg zu. Aber immerhin gibt es noch keine Mogelpackungen, es sind
> noch immer 4 Stück im Blister. Vielleicht kommt ja noch die andere
> Masche, Aldi-AA mit 1200mAh?

Naja, dafür praktiziert insb. Lidl jetzt immer öfter Artikel, die eh nur 
im "Aktionszeitraum" angeboten werden, mit durchgestrichenen Mond-UVP zu 
kennzeichnen.
Also 4 x AA/AAA mit angeblichem UVP von 5,99 und als Achterpack sogar 
zum dreifachen..
Wobei einzig und alleine Lidl den UVP selber festlegt und vor 
Aktionszeitraum mal eben verdoppelt, um dann mit dem Rabatt zu werben.🤬

Da lobe ich mir allerdings auch manche unbegreifliche Aktionen, wie ab 
letzten Donnerstag das Angebot:
https://www.lidl.de/p/parkside-12v-akku-papk-12-b4-4-ah/p100362831
für lächerliche 4,99 über lidl-plus in den Filialen.
Natürlich ab ~08°° überall ausverkauft.

Gut möglich, dass die "PARKSIDE X 12 V Team" Serie in Kürze kpl. 
eingestellt wird und das den Abverkauf der Geräte fördern soll.
Mir aber egal, die Lidl-LiIon Zellen hatten bisher immer weit über der 
angegebenen Nennkapazität von 2Ah, 83ct/Zelle macht die Überlegung, was 
ich mit den 3s Balancing-BMS nach Demontage anstelle, erstmal 
zweitrangig.

von Michi S. (mista_s)


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Tim 🔆 schrieb:
> Einweg-Schwangerschaftstests, bei denen
> die Elektronik nur dazu dient, den Strich
> auf dem Teststreifen abzulesen um ein Smiley anzuzeigen

Woher wissen die Hersteller eigentlich, welche Emotion das Ergebnis
auslösen wird, um den passenden Smiley darzustellen? Das ist doch sehr 
stark Nutzerinnen abhängig. Oder gibts die Tests in beiden Varianten?

von Tim 🔆 (solarlicht)


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Michi S. schrieb:
> Woher wissen die Hersteller eigentlich, welche Emotion das Ergebnis
> auslösen wird, um den passenden Smiley darzustellen? Das ist doch sehr
> stark Nutzerinnen abhängig. Oder gibts die Tests in beiden Varianten?

Zugegeben ging auch mir beim Schreiben meines Beitrags durch den Kopf, 
dass das Smiley nicht immer die Emotion der Testperson widerspiegelt.

von Georg M. (g_m)


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Tim 🔆 schrieb:
> Spontan fiele mir daher ein, einen möglichst kleinen Widerstand in den
> Ladekreis zu setzen, die abfallende Spannung z. B. mit einem LMV951 (wir
> haben ja nur 2V Betriebsspannung) zu verstärken und damit einen
> Transistor anzusteuern der den "zu vielen" Strom verbrät. Sagt mir wenn
> Schaltung Blödsinn ist.

Li-Ion hat alle diese Probleme nicht, und man kann alles mit einem 
Mikrocontroller überwachen und steuern: Strom, Spannung, Licht, Zeit, 
PIR, LED... (ich z.B. benutze den ATtiny402, Standby-Stromaufnahme: 
<2µA).
Das einzige Minus - das Solarpanelchen muss schon mehr Volt liefern - so 
wie bei Solarleuchten mit 3x NiMH.

von Monk (roehrmond)


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Tim 🔆 schrieb:
> Gestern bin ich allerdings erschrocken wie
> teuer die geworden sind, wesentlich mehr als andere Akkus.

Gleichzeitig sind die Alternativen nicht mehr so viel schlechter, wie 
vor 10 Jahren. Bei mir sind die geschätzten Eneloops inzwischen am 
aussterben.

von Andreas B. (bitverdreher)


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Steve van de Grens schrieb:
> Jens G. schrieb:
>> Dann kannste die Akkus sowieso wegschmeißen, wenn die über 2V brauchen
>> ...
>
> Eben nicht. Mit ca. 0,2 Ohm Innenwiderstand sind sie für die meisten
> meiner Geräte noch gut genug

Steve van de Grens schrieb:
> Gleichzeitig sind die Alternativen nicht mehr so viel schlechter, wie
> vor 10 Jahren.

Aehm, wirklich?
Mit Enelops habe ich noch nie 2V Ladespannung gebraucht. ;-)

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Georg M. schrieb:
> Li-Ion hat alle diese Probleme nicht, und man kann alles mit einem
> Mikrocontroller überwachen und steuern: Strom, Spannung, Licht, Zeit,
> PIR, LED... (ich z.B. benutze den ATtiny402, Standby-Stromaufnahme:
> <2µA).
> Das einzige Minus - das Solarpanelchen muss schon mehr Volt liefern - so
> wie bei Solarleuchten mit 3x NiMH.

Dem will ich gar nichts entgegensetzen und das war zuerst auch eine 
Option, aber wegen den Solarzellen entschied ich mich dann doch bei 
1xNiMH zu bleiben. Es gibt ja auch Low Power µCs, da gingen 2x NiMH, 
aber meine Programmierkenntnisse gehen derzeit noch nicht über Bascom 
bzw. LunaAVR hinaus, so dass ich sowieso an die älteren AVR gebunden 
wäre.

Meine Platinen sind jetzt im Versand, ich kann es kaum erwarten :-)

von Andreas B. (bitverdreher)


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Tim 🔆 schrieb:
> Dem will ich gar nichts entgegensetzen und das war zuerst auch eine
> Option, aber wegen den Solarzellen entschied ich mich dann doch bei
> 1xNiMH zu bleiben.

Tja, was meinst Du , warum ich die Sharp Zellen praeferiere? Zur 
Erinnerung: 5.7V ;-)

von Monk (roehrmond)


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Andreas B. schrieb:
> Mit Enelops habe ich noch nie 2V Ladespannung gebraucht

Dann hast du sie nicht so weit runter gerockt, wie ich.

Es sind auch bei mir nur einzelne Zellen, die über 2V (beim Laden mit 
400 mA) kommen. Die meisten bleiben drunter. Bei einigen (nicht nur 
Eneloops) ist der Innenwiderstand nach mehreren Zyklen sogar wieder 
gesunken.

: Bearbeitet durch User
von Tim 🔆 (solarlicht)


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Andreas B. schrieb:
> Tja, was meinst Du , warum ich die Sharp Zellen praeferiere? Zur
> Erinnerung: 5.7V ;-)

Iss ja gut ;-) Bei den nächsten Gläsern werde ich die ernsthaft in 
Erwägung ziehen, ich hab nämlich noch größere mit 11cm Durchmesser 
bestellt. Bei den jetzigen passen sie gerade so nicht drauf und meine 
Platinen sind ja auch schon unterwegs.

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