Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Schlauchboot aus dem Drucker


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


Lesenswert?

Hallo,

ich habe wieder einmal eine Idee, die sicherlich Schwachsinn ist, aber 
ich nicht weiß warum:

Die Maschine ähnelt einem Plakatdrucker/-plotter, also einem 
Inkjet-Drucker für große Papierformate. Anstatt Papier werden allerdings 
zwei deckungsgleiche Folien aus aliphatischem Polyether-TPU eingezogen. 
Der Inkjet-Druckkopf druck THF anstatt Tinte auf die untere Folie. Die 
zweite Folie wird wenige Zentimeter später darauf fest gewalzt. Es 
sollte daher überall, wo THF war, eine Quellschweißnaht entstehen. Noch 
vor diesem "Quellschweißdrucker" kann ein Schneidplotter Aussparungen in 
die Folie schneiden.

Man könnte mit diesem Geräte spezifisch angepasste Schlauchboote etc. 
"ausdrucken". Mit mehreren Durchläufen kann man sicherlich auch 
komplexere Formen herstellen.

Ich habe dazu nichts gefunden. Weder Google noch ChatGPT helfen hier 
weiter: "Es gibt keine spezifischen Hinweise darauf, dass genau diese 
Kombination von Technologie und Material (THF zwischen TPU-Folien 
mittels Inkjet-Druck) bereits kommerziell realisiert wurde."  - Ich 
suche vielleicht mit den falschen Begriffen oder es ist Nonsens.

Was genau spricht dagegen, so etwas zu bauen? Bzw. warum gibt es dafür 
weder einen Markt, noch Wissenschaftler, noch Hobby-Bastler, die das 
probiert haben?

von Helmut -. (dc3yc)


Lesenswert?

Stefan H. schrieb:
> Bzw. warum gibt es dafür
> weder einen Markt, noch Wissenschaftler, noch Hobby-Bastler, die das
> probiert haben?

Kann es sein, dass diejenigen, die schon mal nach dieser Methode ein 
Schlauchboot gedruckt haben, untergegangen und "ersoffen" sind?

von Tilo R. (joey5337) Benutzerseite


Lesenswert?

Also nehmen wir an, das geht. (Ich will das gar nicht bestreiten.)
Von welcher Art sind dann die Schlauchboote? Welche 
Geometrien/Topologien sind möglich?
Durch das Aufeinanderlegen nur allereinfachste. Bei Luftmatratzen kann 
man sich das anschauen: da gibt es die ganz billigen, die nur aus 2 
Folien bestehen. Alles was geringfügig besser ist hat mehr Höhe und 
zusätzliches Material, z.B. an den Seiten.

Was wäre also die Zielgruppe dieser Fertigungstechnik?
Leute, die etwas ganz individuelles wollen, Losgröße 1. Und Leute, die 
gleichzeitig das qualitativ minderwertigste Ergebnis suchen. Ich 
fürchte, die Schnittmenge ist leer.
Insbesondere, wenn man dann rausfindet, dass es deutlich bessere billige 
Schlauchboote schon für unter 25€ gibt.

Der nächste Schritt ist, das ganze aus Perspektive des Produzenten zu 
betrachten. Egal was deine Maschinen kostet, bis das 
Klebstoff-Plotter-Setup einigermaßen prozesssicher läuft sind viele 
Versuche und viel Zeit notwendig. In der Zeit könnte man sich genauso 
gut das Wissen aneignen, wie man PVC-Folien manuell verklebt. Sollte man 
tatsächlich die Individualisten-Zielgruppe gefunden haben, kann man 
denen dann was deutlich hochwertigeres verkaufen.

Finde ein sinnvolles Anwendungsbeispiel! Ohne das braucht das kein 
Mensch.

von Michael B. (laberkopp)


Lesenswert?

Stefan H. schrieb:
> Was genau spricht dagegen, so etwas zu bauen?

Einfach THF und zusammendrücken reicht nicht, üblicherweise sind das 
Ultraschallschweissnähte wenn es halten sill.

Ausserdem: was willst du mit einem 20cm Schlachboot ? Quitschentchen ?

von C. D. (derschmied)


Lesenswert?

Stefan H. schrieb:
> ich habe wieder einmal eine Idee, die sicherlich Schwachsinn ist, aber
> ich nicht weiß warum:

Ist Schwachsinn.

Stefan H. schrieb:
> ich nicht weiß warum:

Weil eklatante Lücken bzgl Virtuellem und Realem bestehen. Ersteres 
haben Eltern, Bildungssystem und eigene Faulheit verbockt, letzteres ist 
unbequem und läuft der KI konträr.

Ist übel unbequem, aber Du solltest tatsächlich den Arsch hochkriegen 
und selbst mal mit dem Gummiboot quer über die Donau rudern. Nur für den 
Anfang, nach zweimal kentern und halb erstickt sieht die Welt ganz 
anders aus, eine Ruderpinne hat anderen Charakter als eine PC-Maus.

Dies Bindeglied fehlt Dir, also raus ins wahre Leben. Wird schon. 
Immerhin reicht's bei Dir noch um Dich via Tastatur mitzuteilen, es ist 
also noch nicht alles verloren.

Viel Substanz ist augenscheinlich nicht vorhanden, musst halt versäumtes 
mühsam nachholen. Oder weitermachen wie bislang, ist bequemer.

DerSchmied

von Dirk J. (dirk-cebu)


Lesenswert?

Als nächstes will er einen Fallschirm drucken...

von Marcel V. (mavin)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Stefan H. schrieb:
> Es werden zwei deckungsgleiche Folien aus aliphatischem Polyether-TPU 
eingezogen.
> Der Inkjet-Druckkopf druckt THF

Wie bekommst du das TPU-Trägermaterial zwischen der gedruckten THF-Haut 
rückstandslos entfernt, ohne dass der weiche THF-Druck dabei beschädigt 
wird?

Denn aufblasbar wird das knallrote Gummiboot erst, wenn die beiden 
THF-Häute deckungsgleich und wasserdicht zusammengenäht worden sind und 
das Trägermaterial würde dann für immer in dem Boot gefangen bleiben!

Zusätzlich benötigst du dann auch noch zwei Ventile, je eins für die 
Ober- und Unterschale! Das wäre aber nicht weiter schlimm, solange  sich 
durch das neue Fertigungsverfahren die Gesamtfertigungskosten reduzieren 
ließen.

https://youtu.be/YJrQiv-FHEg?si=E9qJC75cb_0sHOZZ

von Michael (Firma: HW Entwicklung) (mkn)


Lesenswert?

Stefan H. schrieb:
> Was genau spricht dagegen, so etwas zu bauen?

TPU ist ein Hochleistungswerkstoff, 7mal teurer als PVC.
Dafür ist die Quellschweißnaht von so minderer Qualtät das ich das nur 
für eine Poolnudel im Nichtschwimmerbecken verwenden würde.
Also Perlen vor die Säue.

Kauf Dir mal ein vernünftiges aufblasbares Kanu und mach damit ein paar 
Touren.
Dann bekommst Du eine ungefähre Vorstellung davon was ein robustes 
Tourenkanu von einer aufblasbaren Badeinsel unterscheidet.

Bei meinem hat es die 0,5mm Gewebeverstärkte PVC Plane am Boden 
aufgeschlitzt und wurde von mir mit 2mm PVC Bootshaut geflickt.
Keine der drei Luftkammern wurde dabei verletzt.
Ich hatte nur einen nassen Hintern.
Du möchtest nicht mit Deiner Konstruktion ausserhalb des Hotelpools 
unterwegs sein.

von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Wie bekommt er sein fertig ausgedrucktes Boot bis ins Pool? Schlage 
jetzt mobilen Aktentaschen-Drucker vor :-). Das erleichtert auch später 
notwendige Reparaturen.

Beitrag #7672819 wurde von einem Moderator gelöscht.
von Gerald B. (gerald_b)


Lesenswert?

Vielleicht gibt es auf der anderen Seite des Mittelmeeres Bedarf an 
ausdruckbaren Schlauchbooten, um selbiges zu überqueren...

duck und weg

von Michi S. (mista_s)


Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> Bedarf an
> ausdruckbaren Schlauchbooten, um selbiges zu überqueren...

Bei dieser Anwendung müssen die Boote auch gar nicht die volle Strecke 
schaffen...

von Rainer D. (rainer4x4)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Wie bekommt er sein fertig ausgedrucktes Boot bis ins Pool?
Pool und Wasser wird gleich mitgedruckt!

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.