Forum: Haus & Smart Home Bluetooth Kompatibilität nach wie vor Glückssache.


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von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Hallole,

wir haben schon seit ein paar Jahren Raumfeld Boxen zu Hause, die wir 
regelmässig per Bluetooth mit einem iPad ansteuern, d.h wir koppeln die 
Boxen an das iPad und leiten den Soundoutput des tablets auf die Boxen 
um. Raumfeld empfiehlt das zwar nicht, aber sie bieten es an, und es 
funktioniert bei uns recht gut; Koppelzuverlässigkeit und Soundqualität 
ist absolut hinreichend. Von Smartphones geht es auch gut, aber Windows 
tablets und Laptops finden die Boxen nur unzuverlässig.

Um nun auch CDs (bitte keine Kommentare dazu, wir haben noch eine Menge 
davon, und rippen ist keine Alternative) über die Boxen hören zu können, 
haben wir uns einen portablen Discman mit BT besorgt (Lenco, also keinen 
Chinaimport). Das Gerät geht zurück, weil die Konnektivität ein Witz ist 
- das Gerät wird von umliegenden Tablets noch nicht mal gesehen, und es 
hat 45 Minuten Kopplungsversuche gebraucht, bis sich Spieler und Boxen 
gefunden haben. Danach ging es dann 5 Minuten, aber nach dem nächsten 
Reset des Players ging gar nichts mehr; die Boxen sehen zwar den 
Kopplungsversuch, aber nach 3 Sekunden wird die Verbindung dann wieder 
beendet. Im Internet findet sich ein Hinweis darauf, dass in diesem Fall 
die BT Verbindungscache gelöscht werden sollte, aber leider gibt es für 
diesen Player keinerlei Anleitung, wie das gemacht werden könnte... Und 
selbst dann halte ich meinen Atem nicht an, dass es danach zuverlässig 
funktioniert.

Laut dem (sehr gut erreichbaren und kompetenten) Support von Raumfeld 
sind nach wie vor sehr viele inkompatible BT Standards unterwegs, und 
viele BT fähige Geräte unterstützen scheinbar nur eine Untermenge der 
Standards; manchmal hilft ein Treiberupdate auf einem der Geräte, um die 
Konnektivitätsprobleme zu lösen, manchmal ruft so ein Update sie erst 
hervor. Bei Lenco gibt es keinen telefonisch erreichbaren Support,  nur 
ein Emailsystem mit sehr schlechten Turnaroundzeiten.

Habt Ihr die Erfahrungen auch gemacht? Im KfZ Infotainment Bereich ist 
es ja gut dokumentiert, dass sich mit bestimmten Modellen nicht alle 
Smartphones koppeln lassen, scheinbar ist das Problem ja flächendeckend 
vorhanden.

Hat Jemand gute Erfahrungen, speziell mit CD/DVD/Blueray Playern 
gemacht, die sich wie iPads und Smartphones gut mit vielen Geräten 
koppeln lassen? Gibt es communities, in denen solche Fragen in die Tiefe 
diskutiert werden, vielleicht sogar Kompatibilitätslisten geführt?

Leider ist eine Verkabelung mit den Boxen keine Option.

Schönen Dank!

von Thomas W. (goaty)


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Evtl auch einen Bluetooth-Transmitter ins Auge fassen, ich verwende 
einen von Conrad per Toslink am Fernseher, das geht einwandfrei.
Vor allem verbindet er mit der Bluetooth box bei jedem Einschalten des 
Fernsehers sofort wieder ohne Mucken.
(BTX-3000T)

von Oliver S. (oliverso)


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Ruediger A. schrieb:
> und rippen ist keine Alternative

Jeder ist für seine Probleme selbst verantwortlich...

Gibt es überhaupt CD-Spieler mit Bluetooth? Zu deren Zeit gabs das doch 
noch gar nicht. Ein CD-Spieler mit aktuellem Bluetooth-Protokollen ist 
daher vermutlich genauso so häufig wie ein Röhrenradio mit 
Internet-Streaming.

Thomas W. schrieb:
> Evtl auch einen Bluetooth-Transmitter ins Auge fassen

Wenns portabel sein soll, wirds schwierig, sonst kann das helfen.

Oliver

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Danke für die Antwort!

Doch, portable CD Spieler mit BT gibt es recht viele, das sind sogar 
aktuelle Modelle, also sind wir in unserer Familie scheinbar nicht soooo 
weit hinter der Zeit... ;-)

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Super, guter Tipp, hätte ich auch selber drauf kommen können... das von 
Dir empfohlene Modell ist vermutlich für uns eher ungeeignet, da in 
unserem use case der Eingang des Adapters ein Audioeingang (Cinch oder 
3.5 Klinke) sein müsste, aber der Adaptermarkt ist ja auch recht gross, 
da findet sich bestimmt was.

Danke nochmal!

: Bearbeitet durch User
von Christian B. (luckyfu)


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Ruediger A. schrieb:
> Um nun auch CDs (bitte keine Kommentare dazu, wir haben noch eine Menge
> davon, und rippen ist keine Alternative)

Na und? Die muss man ja nicht alle auf einmal rippen. Einfach in den 
nächsten Windwos pc stecken, der macht das direkt von sich aus. 
Idealerweise hat man dann ein NAS und kann sie so direkt auf eben diesem 
speichern (Richtet man einmal ein, er legt dann für jeden Interpreten 
und jede CD einen neuen Unterordner an). So hab ich das gemacht und 
seither keine Probleme mehr mit Kratzern auf CDs. Und auf ein aktuelles 
NAS passen so viele CDs, so viele könnt ihr unmöglich haben. Plus: Man 
kann dann die selbe CD von unterschiedlichen Endgeräten simultan hören. 
Ich sehe da praktisch nur Vorteile. Aber ok, die Infrastruktur (in dem 
Fall das NAS) muss natürlich vorhanden sein.

Ansonsten ist BT ja gestartet wie eine Art Funk USB, zumindest war das 
der Anspruch. Mittlerweile hat sich da aber viel getan und es gibt eine 
solche riesige Fülle an Möglichkeiten, BT zu nutzen, dass es 
zwangsläufig zu Inkompatibilitäten kommen muss.

von Harald K. (kirnbichler)


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https://www.sennheiser-hearing.com/de-DE/p/bt-t100/

Hat optischen S/PDIF- und Klinkeneingang.

Drin steckt zwar die übliche Technik, die man auch günstiger bekommen 
kann, dafür aber nervt die von Sennheiser verwendete Firmware nicht mit 
"CONNECTED!!!!!"-Durchsagen auf Chinglisch, die mit 0.5 kBit Samplerate 
auf einem Bahnhofsklo in Shenzhen aufgenommen wurden und mit maximaler 
Lautstärke aus den Lautsprechern plärren ...

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Christian B. schrieb:
> Ruediger A. schrieb:
>> Um nun auch CDs (bitte keine Kommentare dazu, wir haben noch eine Menge
>> davon, und rippen ist keine Alternative)
>
> Na und? Die muss man ja nicht alle auf einmal rippen. Einfach in den
> nächsten Windwos pc stecken, der macht das direkt von sich aus.
> Idealerweise hat man dann ein NAS und kann sie so direkt auf eben diesem
> speichern (Richtet man einmal ein, er legt dann für jeden Interpreten
> und jede CD einen neuen Unterordner an). So hab ich das gemacht und
> seither keine Probleme mehr mit Kratzern auf CDs. Und auf ein aktuelles
> NAS passen so viele CDs, so viele könnt ihr unmöglich haben. Plus: Man
> kann dann die selbe CD von unterschiedlichen Endgeräten simultan hören.
> Ich sehe da praktisch nur Vorteile. Aber ok, die Infrastruktur (in dem
> Fall das NAS) muss natürlich vorhanden sein.
>

Ok, Du darfst gerne mal bei uns vorbei kommen und unsere >200 Cds alle 
rippen. Leider sind bei einem guten Teil davon die Trackinfos nicht über 
das Internet abrufbar, also müsstest Du auch die  Titel- und Tracknamen 
manuell nachändern. Und die scans für die booklets bräuchten wir auch 
noch...

Also ich weiss wie das geht, danke trotzdem nochmal für die 
Kurzanleitung... ;-)

> Ansonsten ist BT ja gestartet wie eine Art Funk USB, zumindest war das
> der Anspruch. Mittlerweile hat sich da aber viel getan und es gibt eine
> solche riesige Fülle an Möglichkeiten, BT zu nutzen, dass es
> zwangsläufig zu Inkompatibilitäten kommen muss.

Naja, "zwangsläufig?" Bei anderen populären Netzwerktechnologien geht es 
doch auch besser, was Konnektivität angeht?

von Harald K. (kirnbichler)


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Ruediger A. schrieb:
> Ok, Du darfst gerne mal bei uns vorbei kommen und unsere >200 Cds alle
> rippen. Leider sind bei einem guten Teil davon die Trackinfos nicht über
> das Internet abrufbar, also müsstest Du auch die  Titel- und Tracknamen
> manuell nachändern.

Bei unter 300 CDs ist das ja wohl zu schaffen. Der erzielbare Komfort 
ist das ausgedehnte Wochenende wert.

> Und die scans für die booklets bräuchten wir auch noch...

In denen blätterst Du ständig und jedesmal, wenn Du Dir Musik anhörst?

Das dauert dann halt länger, aber sofern man Musik auch ohne Blättern 
hören kann, kann man das ja nebenbei machen.

Und dann hat man sich von alten Zöpfen befreit; heißt ja nicht, daß man 
die CDs dann unbedingt entsorgen muss.

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Harald K. schrieb:
> In denen blätterst Du ständig und jedesmal, wenn Du Dir Musik anhörst?

Oft genug, vor Allem wenn die Texte der songs darin abgedruckt sind, 
oder Hintergrundinfos zu einzelnen Stücken.

Schönen Dank erstmal für den Tipp mit dem Sennheisser, der ist bestellt! 
:-)

Ich finde es nur komisch, dass ich mich hier rechtfertigen sollte - 
müssen das auch Leute, die lieber Bücher auf Papier als auf Ebook 
readern lesen, oder Leute, die lieber Oldtimer als aktuelle Autos 
fahren? Was ist daran verwerflich oder zu kritisieren?

Falls es von Interesse ist: Die CD ist das letzte Medium, in dem es noch 
so etwas wie ein "Albumkonzept" gibt, d.h. die Künstler/Produzenten 
haben viel Gehirnschmalz in die Sammlung als ganzes gelegt... 
Stückauswahl und -reihenfolge, Cover und Gesamtgestaltung folgten sehr 
oft einer Vision und/oder einem Thema. Ich fand und finde es immer sehr 
spannend, auch die Gesamtidee des Albums mit zu sehen, nicht nur die 
einzelnen Titel. Dazu gehören auch Dinge wie die Farbgebung im jewel 
case oder der Aufdruck auf der CD, wo sich zuweilen noch ganz viele 
Details finden, die noch weiter Aufschluss über die Stücke geben. Manche 
Alben sind für mich echte Kunstwerke, und manche Stücke finden im 
Gesamtwerk nch mal eine völlig neue und andere Bedeutung. Und ja, in 
fast jedem Album gibt es Stücke, die einem Weniger sagen als Andere, und 
oft skippe ich die auch - aber manchmal hört man sich da durch und 
findet darüber wieder neue Aspekte in anderen Stücken.

Heutzutage gibt es nur noch Einzelstücke, die beliebig mit Titeln 
kombiniert werden, die mit dem Stück oder dem Künstler oder der Vision 
nichts zu tun haben. Ich kritisiere das nicht, finde es aber schade, 
denn ich setze mich gerne mit den Künstlern auseinander und finde den 
Weg spannend, der zu einer Aufnahme geführt hat. "Komfort" ist für mich 
keine Tugend, also wäre für mich die Zeit, die ich ins Rippen 
investieren würde, nutzlos verschwendet.

Aber das ist nur meine Einstellung zu der Sache. Ich teile die auch nur 
deswegen mit, weil leider auf diesem ansonsten grossartigen Forum auch 
Missionare unterwegs sind, die bei manchen Themen der Überzeugung zu 
sein scheinen, dass nur ihre Einstellung dazu legitim ist und anders 
darüber denken eine Form der Blödheit ist (damit meine ich nicht Dich). 
Schade. Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Es gibt sicherlich Schlimmeres, 
als CDs dem Streaming vorzuziehen (und damit meine ich nicht 
Vinylplattenconnisseure.. ;-))

Danke nochmal für den Tipp!

von Monk (roehrmond)


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Ruediger A. schrieb:
> Habt Ihr die Erfahrungen auch gemacht?

Ja. Bei mir gibt es auch zahlreiche Kompatibilitätsprobleme mit den 
Geräten. Ich habe deswegen auch schon viel umgetauscht und meide 
Bluetooth inzwischen.

Ruediger A. schrieb:
> Ich finde es nur komisch, dass ich mich hier rechtfertigen sollte

Das ist hier normal. Wer eine Schwäche zeigt, auf dem stürzen sich die 
Hyänen. Ignorieren ist die beste Art, damit umzugehen (fällt mir auch 
schwer).

: Bearbeitet durch User
von Harald K. (kirnbichler)


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Ruediger A. schrieb:
> Ich finde es nur komisch, dass ich mich hier rechtfertigen sollte -

Es ging mir nicht um "Rechtfertigung", sondern nur um eine Einordnung, 
wie wichtig Dir diese Funktionalität ist.

Zwischen "muss unbedingt erfüllt werden" und "nice to have" oder gar 
"unnötig" gibt es viele Zwischenstufen.

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Hallo, nochmal kurzer Update und Abschluss des threads:

- Der Lenco ist zurückgegangen. Er unterstützt keinen BT aptX und ist 
nicht
  upgradbar.
- Der Sennheisser hingegen koppelt verlässlich und gut mit den Boxen. 
Ihn als
  "Drahtlosadapter" zum Lenc zu nutzen ist allerdings keine Alternative; 
dafür
  reicht dann auch jeder Diskman ohne eigene BT-Anbindung; darüber 
hinaus ist
  die Ausgabelautstärke vom Lenco auch voll aufgedreht eher leise. Es 
lässt
  sich dann zwar über die Boxen mehr Volumen rausholen, aber dafür 
braucht
  man dann zum Umschalten auf eine andere Tonquelle Ohrstöpsel. WSLS.
- Der Support bei Teufel/Raumfeld ist sehr gut erreichbar und kompetent.
- Der Support bei Lenco ist miserabel erreichbar, hat sehr lange
  Umlaufzeiten und gibt aussagekräftige Hilfe nur sehr zögerlich.
- Die Dokumentation bei Lenco ist praktisch nicht existent.
- Zur Ausgangsfrage (sh. auch meinen früheren Beitrag): Ob zwei BT 
Geräte miteinander koppeln und/oder miteinander kommunizeren können, 
hängt davon ab, ob sie dieselben HL Protokolle unterstützen. Es ist 
leider extrem selten dokumentiert, welches Gerät welche Standards kann, 
also ja, es ist Glückssache.

Danke nochmal an alle Teilnehmer am thread für euren input!
Harald K. schrieb:
> https://www.sennheiser-hearing.com/de-DE/p/bt-t100/
>
> Hat optischen S/PDIF- und Klinkeneingang.
>
> Drin steckt zwar die übliche Technik, die man auch günstiger bekommen
> kann, dafür aber nervt die von Sennheiser verwendete Firmware nicht mit
> "CONNECTED!!!!!"-Durchsagen auf Chinglisch, die mit 0.5 kBit Samplerate
> auf einem Bahnhofsklo in Shenzhen aufgenommen wurden und mit maximaler
> Lautstärke aus den Lautsprechern plärren ...

von Harald K. (kirnbichler)


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Ruediger A. schrieb:
> - Der Sennheisser hingegen koppelt verlässlich und gut mit den Boxen.
> Ihn als
>   "Drahtlosadapter" zum Lenc zu nutzen ist allerdings keine Alternative;
> dafür
>   reicht dann auch jeder Diskman ohne eigene BT-Anbindung

Verstehe ich nicht. Welche bislang nicht genannte Anforderung hast Du 
jetzt geändert?

von Ruediger A. (Firma: keine) (rac)


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Sorry für die Unklarheit. Hoffe so ist es deutlich:

- Plan A war, Lenco mit "native" BT gegen die Boxen zu koppeln. Ging 
nicht.
- Plan B: Sennheisser als "Luftadapter" mit Audioausgang Lenco an 
Sennheisser Eingang. Funktioniert, aber mit o.g. Einschränkungen.
- Plan C ist somit, einen anderen CD Spieler ohne eigenes BT interface 
über den Sennheisser an die Boxen zu bringen. Hat auch den Charme, dass 
als Seiteneffekt jedes Audiogerät ohne oder mit nicht funktionierendem 
BT, aber 3,5mm Klinke Audioausgang über den "Universaladapter ohne 
grosses Gedöns an die Boxen gehen kann.

Danke nochmal!

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