Forum: Haus & Smart Home Gastronomie-Kühlschrank, Condensor = völlig verpekt. Welches Material?


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von Frank E. (ffje)


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Guten Tag,
in der Küche steht seit ca. 3 Jahren ein Kühlschrank, dessen Condensor 
lt. Hersteller 2-mal im Jahr gereinigt werden soll. Dazu kam es jedoch 
NIE. Als ich mich dort über ca. 3 Stunden aufhielt, und das Gerät 
derweil von einer Kühlraumtemperatur von +20°C auf ca. 2°C runterkühlte 
und dann weiterlief, kam es (dank meiner Anwesenheit?) natürlich zu 
keinem Ausfall.
Aber u.s.w., mal ein Blick auf die Seite 40 der Anleitung dort:
https://static.ggmgastro.com/K%C3%BChlung/kuehlschrank/kgi%26tgi/KGI%20TGI%20Anleitung%20DE.pdf
Auf dem rechten Bild erkenne ich, dass die Medium-Leitungen des 
Condensor aus Kupfer bestehen; am realen Gerät ist das nicht (mehr) 
erkennbar, war aber anzunehmen und ist nun bestätigt.
FRAGE(N): Aus welchem Material/Metall sind die Lamellen?
Aluminium oder ein Stahl?
Zum Putzen ist eine passende Reagenzglasbürste angedacht. Als 
(Fett-)Reinigungsmittel/Flüssigkeit ist dort etwas Gastronomieübliches 
vorhanden. Die Zusammensetzung aus meiner Erinnerung: NaOH, 
Ammonium-Ethanol o.s.ä.. Mit NaOH (Natronlauge) wird Aluminium 
geschädigt/gelöst, daher die Frage nach dem Metall der Lamellen des 
Condensor.
mfG  fE

: Bearbeitet durch User
von Andreas B. (bitverdreher)


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Mit haerterem als Spueli wuerde ich da nicht drangehen. Wenn da noch 
etwas Fett dranhaengt: So what? Das wird nach 1 Wo eh wieder da sein.
Auf dem Bild kann man das Material nicht erkennen.

von Thomas R. (thomasr)


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Das IST Aluminium und sollte nur mit Spülmittel gereinigt werden! 
Wichtig ist aber eigentlich die Entfernung von gesammeltem Staub, die 
Oberflächen müssen nicht "blank" sein. Vorsicht bei Verwendung von zu 
harten Pinseln o.ä. Die Lamellen müssen gerade stehen bleiben. Falls 
doch geschehen: es gibt dafür "Lamellenkämme" mit denen man die Lamellen 
wieder gerade aufrichten kann.

: Bearbeitet durch User
von Martin S. (sirnails)


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Thomas R. schrieb:
> Vorsicht bei Verwendung von zu
> harten Pinseln

lt. PDF soll eine harte Bürste benutzt werden.

Frank E. schrieb:
> daher die Frage nach dem Metall der Lamellen des
> Condensor.

Du weißt es nicht, deshalb gehe von Aluminium aus.

Glasreiniger ist Dein Freund. Oder nur Spiritus-Wasser (70%ig). Dann 
hast Du ein hydrophiles und lipophiles Reinigungsmittel. Nicht optimal, 
weil die Enzyme fehlen, aber das sollte in jedem Fall reichen, um am 
Fett angeklebten Staub zu entfernen.

von Frank E. (ffje)


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Also doch Alu, so, wie ich es befürchtet hatte. Schade, ich habe kein 
Foto gemacht, nur mit 'nem Papier den Abstand der Lamellen zur Auswahl 
einer geeigneten Bürste bestimmt. Von NUR Staub kann man nicht mehr 
reden, der Condensor ist komplett mit bräunlicher 
Wasser-Fett-Partikel-Masse verpekt, es besteht entlang der Lamellen nur 
ca. 20% Durchsicht. Eine Asia-Restaurante, dort wird an 4 
Gas-Kochstellen mit offenen Pfannen gebrutzelt; im Kühlschrank wird eine 
enorme Vielzahl an Kräutern, Salaten... = botanisches Frischkrams 
zwischengelagert.
Auf geht's dann an einem betriebsfreien Tag mit verdünntem Alkohol, ich 
habe ein 10L-Behältnis mit IPA, danke.
mfG  fE

von Lu (oszi45)


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Wennn das Gerät nicht so sensibel wäre, hätte ich es eingeseift, dann 
auf dem Hof mit dem Kärcher mit warmen Wasser behandelt.

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Durch mein umfangreiches Wissen, welches ich durch intensives Gucken von 
Youtubevideos von u.a. "Drain Addict", "shango066" und nicht zuletzt von 
"HVACR VIDEOS" angesammelt habe, ist mir voellig klar, dass das ein Fall 
fuer den gelben "Viper venom pack condenser cleaner" ist. :-)

scnr,
WK

von Thomas R. (thomasr)


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Lu schrieb:
> Wennn das Gerät nicht so sensibel wäre, hätte ich es eingeseift, dann
> auf dem Hof mit dem Kärcher mit warmen Wasser behandelt.

Und dabei die Lamellen mit dem Hochdruck flachgelegt!! Völlig typisches 
Bild im Service: Kunde hat die Kondensatoren "gereinigt", nur leider 
jetzt keine Leistung mehr.

Auf keinen Fall mit hartem Strahl drangehen.

Hier noch ein Link zu einem Lamellenkamm, mit Bildern zur Anwendung.

https://www.ebay.de/itm/156223328204

: Bearbeitet durch User
von Martin S. (sirnails)


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Thomas R. schrieb:
> Und dabei die Lamellen mit dem Hochdruck flachgelegt!!

Die Lamellen sind nicht so hauchdünn, wie bei einem Auto-Kühler. Keine 
Äpfel mit Birnen vergleichen. Vermutlich kann man die als Tomaten und 
Gurkenschneider benutzen. Zumindest bei den Gastro-Kühlschränken, die 
ich bisher gesehen habe.

von Frank E. (ffje)


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Es sind zwar die Arbeitsschutzbestimmungen bzgl. der Breiten von Flucht- 
und Durchgangswegen eingehalten... aber das Ding da rausschaffen..., 
dann müsste zuvor ALLES raus.
Ich habe gerade eine Liste zur chemischen Beständigkeit von Aluminium 
gefunden:
https://catalog.item24.de/images/medienelemente/DOK/DATA/DOK_DATA_Aluminium__SDE__AIN__V1.pdf
Hurra, ich kann die Base (fettlösend) Ammoniak zum IPA mischen. Mit 
einem improvisierten i.w.S. chemischen Kampfanzug hätte ich wegen der 
Alkohol-Dämpfe ohnehin antreten müssen; ich habe Bing-Horton-Syndrom 
bzw. Clusterkopfschmerz, bei mir triggern Alkohole, auch als Dampf, 
'geht aber nicht abrupt los.
mfG  fE

von Frank E. (ffje)


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Oh, es gibt sogar Werkzeuge dafür (der ebay-Tip), bei "Kunden kauften 
auch" ist scheinbar auch etwas zu den Abmessungen (Tiefe) des Condensor 
passendes dabei.
Zu "Viper venom pack condenser cleaner" such ich mir das 
Savety-Data-Sheet raus, müsste sich nachbauen lassen; in unserer 
privaten Küche ist im Sinne gesunder Ernährung meine Frau Chef, 
ansonsten lassen wir Schmalhans den Finanzminister sein.
mfG  fE

von Frank E. (ffje)


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Am kommenden Do. kann ich von der Peke eine Probe nehmen. Dann versuche 
ich meine rudimentäre Mixture, wenn's nicht taugt, wird "Viper venom 
pack condenser cleaner" besorgt. Es wird zukünftig dort periodisch 
sowieso wieder eingesetzt werden müssen.
mfG  fE

von Sebastian W. (wangnick)


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Martin S. schrieb:
> Die Lamellen sind nicht so hauchdünn, wie bei einem Auto-Kühler. Keine
> Äpfel mit Birnen vergleichen. Vermutlich kann man die als Tomaten und
> Gurkenschneider benutzen. Zumindest bei den Gastro-Kühlschränken, die
> ich bisher gesehen habe.

Ich habe es geschafft, bei unserem Wärmetauscher-Wäschetrockner dessen 
Lamellen mit Druckluft (!) zu verbiegen. War eine elende Pfriemelei mit 
einem Messer, die Knicke wieder rauszubiegen.

LG, Sebastian

von Thomas R. (thomasr)


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Martin S. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Und dabei die Lamellen mit dem Hochdruck flachgelegt!!
>
> Die Lamellen sind nicht so hauchdünn, wie bei einem Auto-Kühler. Keine
> Äpfel mit Birnen vergleichen. Vermutlich kann man die als Tomaten und
> Gurkenschneider benutzen. Zumindest bei den Gastro-Kühlschränken, die
> ich bisher gesehen habe.

Uff, und so eine Antwort auf einen Einwand von jemandem der das 
jehrelang professionell gemacht hat. Aua.

von Martin S. (sirnails)


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Thomas R. schrieb:
> Uff, und so eine Antwort auf einen Einwand von jemandem der das
> jehrelang professionell gemacht hat. Aua.

Beitrag "Re: Gastronomie-Kühlschrank, Condensor = völlig verpekt. Welches Material?"

Du sagst "kein zu harter Pinsel" und der Hersteller sagt "Bürste mit 
harten Borsten" (Siehe S.40).

Ich denke, der Hersteller kennt sein Produkt.

von Lu (oszi45)


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Jedenfalls wäre ich mit einer chemischen Mischung mit Alkohol vorsichtig 
in Räumen. Die Menge der Dämpfe würde Dich vermutlich besoffen machen. 
Mir reichte schon das Auspinseln von Maschinenteilen um was zu merken.

von John B. (craftsman)


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Frank E. schrieb:
> die Frage nach dem Metall der Lamellen des
> Condensor.

Was sagt der Hersteller, bzw der Lieferant dazu?

Waschsoda ist das Beste bei oxydiertem Fett. Ich würde von einer Lamelle 
eine Ecke mit 1mm abknipsen und in Waschsodalösung legen. Da sieht man 
ob es vetragen wird.

Mit Tensiden oder Alkohl geht das unerträglich langsam, so viel Zeit 
bezahlt niemand.

von H. H. (hhinz)


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John B. schrieb:
> Waschsoda

Nicht bei Alu anwenden!

von John B. (craftsman)


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H. H. schrieb:
> Nicht bei Alu anwenden!

das ist doch bekannt, deshalb schrieb ich von einer Überprüfung des 
Materials und von einer Anfrage beim Hersteller/Lieferanten. Einfach 
lesen, was da steht.

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