Forum: HF, Funk und Felder Rauschgenerator modifizieren


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Dirk (dirkb)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo,
ich habe einen Rauschgenerator wie diesen hier (NOSE SOURCE BG7TBL)
https://global.discourse-cdn.com/business5/uploads/flightaware/original/3X/a/9/a9df1bc0e82bfa64d4abd999a40e1acec9af7bf4.jpeg

Auf dem PCB ist als Betriebsspannung 12V angegeben. Der Generator läuft 
aber auch schon mit 5V und das würde mir als Spannung auch sehr gut 
passen.

Die drei Verstärker-Elemente (MMICs vom Typ SBB5089Z) sind lt. 
Datenblatt sowieso für 5V ausgelegt.

Der von mir ermittelte Schaltplan ist im Anhang (in Orange die 
DC-Werte).
Eigentlich stören nur die 100R-Widerstände. Kann ich die einfach mit 
kurzen Drähten überbrücken?

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


Lesenswert?

Dirk schrieb:
> Kann ich die einfach mit
> kurzen Drähten überbrücken?

Besser nicht, weil du dann den max. Strom druch die MMIC überschreitest. 
Aber du kannst sie proportional kleiner machen, also so etwa 39 Ohm (als 
nahen Normwert).

: Bearbeitet durch User
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


Lesenswert?

Für andere MMIC-Verstärker gilt das so, aber hier sagt das Datenblatt
"SBB5089Z designed to run directly from a 5V supply, does not require a 
dropping resistor as compared to typical Darlington amplifiers."
https://www.qorvo.com/products/d/da001309
( auf SUPPORT Klicken, warum macht Qorvo das so umständlich?)

Aus einer Nasenquelle? "NOSE Source"

: Bearbeitet durch User
von Dirk (dirkb)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Hallo und Danke für die Antworten!

Christoph db1uq K. schrieb:
> Aus einer Nasenquelle? "NOSE Source"

Ja, so steht es auf dem PCB:
https://global.discourse-cdn.com/business5/uploads/flightaware/original/3X/a/9/a9df1bc0e82bfa64d4abd999a40e1acec9af7bf4.jpeg
;)

Die 100R-Widerstände sind jetzt überbrückt, die Spannungen haben sich 
wie im Anhang zu sehen verändert. Das Ausgangsrauschen ist nun auf 
6,53Vss angestiegen (was eigentlich unrealistisch klingt bei 4,55V am 
MMIC, vielleicht ein Messfehler).

Welches Rauschspektrum hat eigentlich eine Zenerdiode und gibt es dabei 
Unterschiede zu dem Rauschen von "verpolten" NPN-Transistoren?

Und weiß zufällig jemand, ob man statt der Verpolungsschutzdiode in der 
positive Zuleitung (SS110) einen P-Ch-MOSFET als Verpolungsschutz 
einsetzen kann und wenn ja, wie man ihn anschließen muss?

von Gerhard H. (ghf)


Lesenswert?

Da mag zwar viel Rauschen rauskommen, aber mit dem Großsignal-
betrieb beschädigst Du die Statistik, weil gelegentliche
Extremspitzen vom Vielfachen des Mittelwertes auch mal vorkommen
müssen.

Echte Zenerdioden rauschen sehr wenig. Das sind die unter, sagen
wir mal 3V. Die mit größeren Durchbruchspannungen sind eigentlich
Avalanche-Dioden. Die rauschen WESENTLICH stärker.
Zener & Avalanche-Effekt haben einen unterschiedlichen TK, wenn
man auf eine stabile Referenzspannung aus ist. Das kompensiert
sich so bei 6-7V, darum ist das der typ. Wert für eine Z-Dioden-
Referenz. Für niedrige Rauschwerte ist das aber schon zu viel.

Prof. Zener hat übrigens mal gegen die Halbleiter-Industrie
geklagt: Avalanche-Dioden sollten nicht Zenerdioden genannt
werden, weil das nicht "sein" Effekt wäre. Das nenne ich mal
ehrlich!
Man hat sich dann auf z-Diode geeinigt und die Kennlinienform
vorgeschoben, aber der Geist war aus der Flasche.

< 
https://www.flickr.com/photos/137684711@N07/24411798996/in/album-72157662535945536/ 
>
Man sieht schön, wie mit steigender Durchbruchspannung das
Rauschen immer stärker wird, innerhalb der BZX84-Familie.
Gemessen mit Agilent 89441A Fourieranalyzer, Vorverstärker
mit 220 pV/rtHz Spannungsrauschen, gnuplot und einem programm
das viele FFTs macht und zu einem log. Frequenzsweep
zusammenbaut.
Das Bild nebenan zeigt LEDs, die als rauscharme Referenzen
missbraucht werden.

Oberhalb des 1/f-Gebiets rauschen Avalanche-Dioden ziemlich
flach. Typ. Beispiele sind HP346 A/B/C. Die BE-Sperrschicht
eines HF-Transistors schlägt sich da auch ganz gut.

Gruß, Gerhard

: Bearbeitet durch User
Beitrag #7686476 wurde vom Autor gelöscht.
von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Als Anhang das Inhaltsverzeichnis der VHF-Communications (engl. Ausgabe
der UKW-Berichte) bis 2013

Ein Artikel von Henning von 2014:
http://www.df9ic.de/doc/2014/mmrt_2014/mmrt14_CANFI.pdf#page=20
Eine Professionelle Rauschquelle (HP346A) im Vergleich zu einer
Zenerdiode.

UKW-Berichte 3/81, englische Ausgabe 1/82
https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1982.1.pdf#page=29
Rauschgenerator mit BFR34

UKW-Berichte 3/82, englische Ausgabe 1/83
https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1983.1.pdf#page=9
mit Zenerdiode
https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1983.2.pdf#page=4
Fortsetzung des Artikels

Grundlagenartikel zur Rauschmessung, leider sind die Seitenzahlen
durcheinandergekommen:
https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1982.1.pdf#page=23

UKW-Berichte 2/84, englisch in 3/84
https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1984.3.pdf#page=11
Rauschgenerator mit Rauschdiode BAT31

https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1992.2.pdf#page=14
Absoluteichung einer Rauschquelle, Grundlagenartikel

https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.1997.2.pdf#page=41
Rauschverhalten von Zenerdioden

usw.

10MHz - 10GHz Noise source diodes:
https://www.worldradiohistory.com/Archive-DX/VHF-Communications/VHF-COMM.2008.4.pdf#page=51

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.