Forum: Offtopic HGÜ: Übergang Freilieitung <=> Erdkabel


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von Matthias S. (da_user)


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Servus,

in diesem Bericht 
https://www.br.de/nachrichten/bayern/mehr-hochspannungsleitungen-statt-erdkabel-soeders-neuer-kurs,UFxp4RQ 
steht geschrieben:

"Ein mehrfacher Wechsel zwischen Freileitung und Kabel sei aufwendig in 
der Planung und in der Technik, sagt Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht 
auf BR-Anfrage. Es brauche dazu jedes Mal so etwas wie ein kleines 
Umspannwerk – was auch die Zuverlässigkeit der Stromübertragung senke."

Was meint den der mit diesem "so etwas wie ein kleines Umspannwerk"? 
Wird da beim Übergang großartig "rumtransformiert" oder darf man das "so 
etwas wie" ähnlich flexibel sehen, wie ich gerade das Wort 
"transformiert" für Gleichspannung benutzt habe? Was soll in diesen 
Umspannwerken mehr passieren, als ein mehr oder weniger überdachtes Loch 
in dem die Leitung verschwindet?

VG
da_user

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Je mehr Verbindungen eine Leitung hat, desto anfälliger ist diese

von Peter D. (peda)


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Freileitungen lassen sich schnell errichten, sind aber wesentlich 
wartungsaufwendiger als Erdkabel. Das ist mir im Norden oft aufgefallen, 
daß zuerst mal Freileitungen errichtet werden, die dann später in der 
Erde verschwinden.
Eine Freileitung muß hohe Temperaturschwankungen aushalten, bzw. 
Eislasten tragen und kann bei Wind oder durch Bäume gerne mal 
kurzschließen. Auch müssen die Isolatoren regelmäßig gereinigt werden.
Erdkabel sind dagegen weitgehend wartungs- und verschleißfrei und daher 
über die Jahre günstiger.

Das Gesabbel in dem Link habe ich mir nicht zugemutet. Die Söder 
Überschrift reicht.

von Stefan K. (stk)


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Matthias S. schrieb:
> Was meint den der mit diesem "so etwas wie ein kleines Umspannwerk"?

Endmast der Freileitung, Überspannungsableiter, Trenner und 
Endverschlüsse des Erdkabels brauchen Platz. Eine Darstellung gibt es 
z.B. hier auf Seite 11:
https://kiebitzgrund-aktiv.de/wp-content/uploads/2014/10/Infranetz-Systembeschreibung-vom-09.08.15.pdf

von Foobar (asdfasd)


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> Was soll in diesen Umspannwerken mehr passieren, als ein mehr
> oder weniger überdachtes Loch in dem die Leitung verschwindet?

Er geht wohl jeweils von einem Wechsel von Gleich- auf Wechselspannung 
und umgekehrt aus (HGÜ-Freileitungen sind nur in Ausnahmefällen 
erlaubt[1]) und die Umrichtstationen sind schon ganz schöne Klopper. 
Selbst so etwas popeliges wie ein Gleichspannungsschalter (man will ja 
evtl mal die Leitung abklemmen) sind bei diesen Leistungklassen schon 
sehr aufwendig (und räumlich groß).


[1] 
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/FAQ/Energieleitungsbau/faq-energieleitungsbau.html

: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Foobar schrieb:
>> Was soll in diesen Umspannwerken mehr passieren, als ein mehr
>> oder weniger überdachtes Loch in dem die Leitung verschwindet?
>
> Er geht wohl jeweils von einem Wechsel von Gleich- auf Wechselspannung
> und umgekehrt aus (HGÜ-Freileitungen sind nur in Ausnahmefällen erlaubt)
> und die Umrichtstationen sind schon ganz schöne Klopper.  Selbst so
> etwas popeliges wie ein Gleichspannungsschalter (man will ja evtl mal
> die Leitung abklemmen) sind bei diesen Leistungklassen schon sehr
> aufwendig (und räumlich groß).

Selbstverständlich wird jede der geplanten Fern-HGÜ-Trassen von Anfang 
bis Ende als HGÜ, also als DC-Übertragung ausgeführt und nicht 
zwischendurch auf AC gewechselt.
Egal ob als Frei- oder Erdleitung.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hochspannungs-Gleichstrom-%C3%9Cbertragung#Ausblick

von Purzel H. (hacky)


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Das Umspannwerk wuerde dann zwischen DC-Kabel und AC-Freileitungen 
umspannen. DC Freileitungen sind nicht fuer Ueberall geeignet.

von G. K. (zumsel)


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Matthias S. schrieb:
> Servus,
>
> in diesem Bericht
> 
https://www.br.de/nachrichten/bayern/mehr-hochspannungsleitungen-statt-erdkabel-soeders-neuer-kurs,UFxp4RQ

Will Söder die Planungen noch weiter verzögern, die Trassen wurde jetzt 
auf Erdkabel geplant und soll das alles neu hochgeworfen werden?

Will Söder das nur weiter verzögern?

Und bei solchen Aussagen ist doch klar wo der Söder hin will:

> Um das zu erreichen, soll nach dem Willen Söders für künftige
> Gleichstromtrassen gelten: "Überirdisch, wo möglich, unterirdisch, wo nötig.
> Das heißt, in belasteten Gebieten ist Erdverkabelung da, aber bei allen
> anderen müssen wir die Möglichkeit nutzen, schneller zu werden."

von Falk B. (falk)


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Peter D. schrieb:
> Freileitungen lassen sich schnell errichten, sind aber wesentlich
> wartungsaufwendiger als Erdkabel.

Spricht einer, der so unglaublich viel davon versteht . . .

Bei Freileitungen für ECHTE Hochspannung >110kV (AC) oder HGÜ ist der 
Wartungsaufwand DEUTLICH geringer als für Erdkabel! Und damit auch die 
laufenden Kosten. Gleiches gilt für die VErlegung. Die geplante Südlink 
(schwachsinniges Denglich) kostet als Erdkabel ca. 3x soviel wie als 
Freileitung.

> Eine Freileitung muß hohe Temperaturschwankungen aushalten, bzw.
> Eislasten tragen und kann bei Wind oder durch Bäume gerne mal
> kurzschließen. Auch müssen die Isolatoren regelmäßig gereinigt werden.

So ein Käse!

> Erdkabel sind dagegen weitgehend wartungs- und verschleißfrei und daher
> über die Jahre günstiger.

Du hast exakt NULL Ahnung von der Materie. OMG!

> Das Gesabbel in dem Link habe ich mir nicht zugemutet. Die Söder
> Überschrift reicht.

Gesabbel ist dein Stichwort.

von Falk B. (falk)


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Matthias S. schrieb:
> Was meint den der mit diesem "so etwas wie ein kleines Umspannwerk"?

Mann braucht ziemlich große Übergangsverbinder von der Freileitung zum 
Erdkabel, das sind sehr große und auch recht aufwändige Isolatoren. Die 
brauchen Platz, ggf. sogar eine Halle.

von Uwe (neuexxer)


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Mal gelernt:

Auch der 'einfache' Übergang
(ohne Verzweigung, natürlich gleiche Spannungsebene)
Freileitung-Erdkabel ist bei ausgedehnten 3~Netzen
NICHT trivial.

In "Energieerzeugung und -Verteilung" wurden wir u.a. mit sowas
lästigem wie "Wanderwellen" beschäftigt:

(Für Nachrichtentechniker:)
Der Wellenwiderstand spielt auch bei 50 Hz eine Rolle.
Eine Freileitung hat irgendwas in der Gegend von 300 Ohm,
ein Kabel z.B. 100 Ohm.

Solche Übergänge benötigen dann ggf. Drosseln im XXL-Format uvm.

von Falk B. (falk)


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Uwe schrieb:
> Solche Übergänge benötigen dann ggf. Drosseln im XXL-Format uvm.

Aber kaum bei HGÜ, denn das ist Gleichspannung. Und eine Anpassung des 
Wellenwiderstands macht man da nicht.

von Uwe (neuexxer)


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> Aber kaum bei HGÜ,...

Ich schrieb ja bei "3~Netzen".
Und die 'Wanderwellen'
(durch Schalthandlungen; Blitze bei Freileitungen)
werden auch in HGÜ-Netzen an Wellenwiderstandssprüngen reflektiert.

von (prx) A. K. (prx)


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G. K. schrieb:
> Will Söder das nur weiter verzögern?

Der hat vielleicht gemerkt, dass die bayrische Industrie ohne Strom 
nicht funktioniert und der Bau von Erdkabeln zu lange dauert. Oder 
genauer: Ein paar Industrie-Spezln werden ihm gesteckt haben, dass sie 
sonst nach Preussen auswandern. :)

: Bearbeitet durch User
von Udo S. (urschmitt)


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Es war doch ausgerechnet Söders Vorgänger der auf Erdverkabelung pochte, 
weil er Angst hatte sein schönes Bayern würde durch Stromtrassen 
verschandelt.
Nachdem Söder und Konsorten als letzter begriffen hat, dass Erdleitungen 
im Hochspannungsbereich alles andere als einfach, sind will er das jetzt 
als seine tolle Idee verkaufen.

von G. K. (zumsel)


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(prx) A. K. schrieb:

> Der hat vielleicht gemerkt, dass die bayrische Industrie ohne Strom
> nicht funktioniert und der Bau von Erdkabeln zu lange dauert. Oder
> genauer: Ein paar Industrie-Spezln werden ihm gesteckt haben, dass sie
> sonst nach Preussen auswandern. :)

Hat Intel doch schon gemacht.

von Stefan K. (stk)


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Bei Tennet gibt es auf der Seite "Nachgefragt: Welche Aufgabe erfüllt 
eine Kabelübergangsanlage?" die Broschüre KÜA.pdf als Download. Darin 
wird der Aufbau von Kabelübergangsanlagen im 380-kV-Drehstrombereich 
gezeigt. Bei HGÜ dürften die Anlagen wegen Gleichspannung und der noch 
höheren Spannung noch größer ausfallen aber sonst recht ähnlich 
aussehen.
https://www.tennet.eu/de/blog/nachgefragt-welche-aufgabe-erfuellt-eine-kabeluebergangsanlage

von Uwe (neuexxer)


Angehängte Dateien:

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> die Broschüre KÜA.pdf

Und siehe da,
die Kompensationsspulen für 3~Netze sind nicht in SMD verfügbar.
;-)

von Matthias S. (da_user)


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Danke für die Infos.

Ich hatte da gedanklich einfach den 20kV(?) Masten für unsere Siedlung 
vor Augen bei dem die Leitungen einfach am Masten entlang nach unten 
gelegt sind und in der Erde verschwinden.

Nun weiß ich, dass da doch ein bisschen mehr dahinterhängt. Wieder was 
gelernt.

von Peter M. (r2d3)


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Hallo Peter D.,

Peter D. schrieb:
> Erdkabel sind dagegen weitgehend wartungs- und verschleißfrei und daher
> über die Jahre günstiger.

warum gibt es dann so wenige Erdkabel?
Deiner Darstellung nach dürfte es doch aus wirtschaftlichen Gründen nur 
noch Erdkabelneuverlegungen geben?

Mein Übertragungsnetzbetreiber (Tennet) favorisiert Kabel auf Masten.
Die werden mit dem Hubschrauber abgeflogen und kontrolliert.

von Stefan K. (stk)


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Matthias S. schrieb:
> Ich hatte da gedanklich einfach den 20kV(?) Masten für unsere Siedlung
> vor Augen bei dem die Leitungen einfach am Masten entlang nach unten
> gelegt sind und in der Erde verschwinden.

Bei dem Endmast der 110 kV Freileitung nahe Tesla in Grünheide war das 
wohl so.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/03/brandenburg-oder-spree-erkner-strom-ausfall-tesla-trafo-station-brand.html
https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/tesla-darum-zuendeten-die-oeko-terroristen-diesen-strommast-an-87416970.bild.html

von Falk B. (falk)


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Peter M. schrieb:
> Peter D. schrieb:
>> Erdkabel sind dagegen weitgehend wartungs- und verschleißfrei und daher
>> über die Jahre günstiger.
>
> warum gibt es dann so wenige Erdkabel?

Woher nimmt du denn diese Weisheit? Es gibt sowohl in Deutschland als 
auch weltweit gigantische Mengen an Erdkabel, einige teilweise 100 Jahr 
und älter und immer noch in Betrieb!
ABER halt nicht auf Langstrecke! Die Masse der Erdkabel liegt in den 
Städten, logisch. Dort haben sie trotz höherer Kosten halt gewisse 
Vorteile.
Die einzigen Langstreckenerdkabel sind Seekabel, dort ist die 
Alternative Freileitung weder technisch machbar noch billiger.

https://de.wikipedia.org/wiki/Viking_Link

Das Ding ist seit ~6 Monaten ganz frisch in Betrieb. Und heizt mit 24MW 
die Nordsee unter Vollast ;-)

> Deiner Darstellung nach dürfte es doch aus wirtschaftlichen Gründen nur
> noch Erdkabelneuverlegungen geben?

Hehehe ;-)

> Mein Übertragungsnetzbetreiber (Tennet) favorisiert Kabel auf Masten.
> Die werden mit dem Hubschrauber abgeflogen und kontrolliert.

Heute mehr und mehr Dohnen, ist deutlich billiger und risikoärmer. Einen 
Drohnenabsturz oder gar Leitungsberührung tut niemandem weh.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Matthias S. schrieb:
> Was meint den der mit diesem "so etwas wie ein kleines Umspannwerk"?
> Wird da beim Übergang großartig "rumtransformiert" oder darf man das "so
> etwas wie" ähnlich flexibel sehen, wie ich gerade das Wort
> "transformiert" für Gleichspannung benutzt habe? Was soll in diesen
> Umspannwerken mehr passieren, als ein mehr oder weniger überdachtes Loch
> in dem die Leitung verschwindet?
Feldsteuerung ist das Problem!
Der Übergang vom Kabel zur Freileitung ist mit einer Änderung der 
Dielektrizitätskonstante verbunden.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Falk B. schrieb:
> einige teilweise 100 Jahr
> und älter und immer noch in Betrieb!
Ähh??? 100Jahre ++++, ist wohl eine Wunschvorstellung.
Solche Kabel sind eher Brandquellen als sichere Energieübertrager!

von Falk B. (falk)


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Cha-woma M. schrieb:
>> einige teilweise 100 Jahr
>> und älter und immer noch in Betrieb!
> Ähh??? 100Jahre ++++, ist wohl eine Wunschvorstellung.

Nö, Realität. Frag mal ein paar lokale Energieversorger. Wieviel Prozent 
das sind, weiß ich nicht.

> Solche Kabel sind eher Brandquellen als sichere Energieübertrager!

Brennen tut das nicht allzu viel, es knallt eher und dann kommt die 
Schutzschaltung des Kabels.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Falk B. schrieb:
> Nö, Realität. Frag mal ein paar lokale Energieversorger. Wieviel Prozent
> das sind, weiß ich nicht.
Ich mal solche "alten" Kabel in einer Muna (Munitonsanstallt von 1935) 
gegen kunststoffisolierte Kabel im Jahr 1982 getauscht.
Die Muna war in einem Kiefernwald versteckt gelegen, der Boden war 
üerwiegend sandig was den Kabel gut tat. Nur stellen wo durch 
Grundwasser die Kabel dauerhaft im feuchten lagen hat denen der. nicht 
gut getan. Da war deren Stahlseilummantelung weggerostet.
>> Solche Kabel sind eher Brandquellen als sichere Energieübertrager!
>
> Brennen tut das nicht allzu viel, es knallt eher und dann kommt die
> Schutzschaltung des Kabels.
Deshalb hat man die schon in den 80' ausgetauscht.

von Cha-woma M. (Firma: --------------) (cha-ar-196)


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Falk B. schrieb:
> Nö, Realität. Frag mal ein paar lokale Energieversorger. Wieviel Prozent
> das sind, weiß ich nicht.
Ich mal solche "alten" Kabel in einer Muna (Munitonsanstallt von 1935) 
gegen kunststoffisolierte Kabel im Jahr 1982 getauscht.
Die Muna war in einem Kiefernwald versteckt gelegen, der Boden war 
üerwiegend sandig was den Kabel gut tat. Nur stellen wo durch 
Grundwasser die Kabel dauerhaft im feuchten lagen hat denen def. nicht 
gut getan. Da war deren Stahlseilummantelung weggerostet.
>> Solche Kabel sind eher Brandquellen als sichere Energieübertrager!
>
> Brennen tut das nicht allzu viel, es knallt eher und dann kommt die
> Schutzschaltung des Kabels.
Deshalb hat man die schon in den 80' ausgetauscht.

von Uwe (neuexxer)


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> Der Übergang vom Kabel zur Freileitung ist mit einer Änderung der
> Dielektrizitätskonstante verbunden.

L' (Induktivität/Stecke) ändert sich natürlich auch. >>
Wellenwiderstand s.o.

von Giovanni (Gast)


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Kann mich erinnern, es gab vor Jahren eine Landkarte von D, in der 3 
vertikale Linien gezeichnet waren - genannt Stromautobahn. Heute ist der 
19.Juni 2024.

jetzt technisch und €€€:

3~AC: Kabel sind teuer und in der Länge begrenzt!! 50km ?? Daher für 
400kV nur in der Stadt. Der Grund: Kabel verhalten sich wie große 
Kondensatoren und brauchen am Ende dicke Drosseln zur Kompensation.
Problemzonen sind Endverschlüsse und Kupplungen. Dort passieren die 
meisten Fehler. Die größte Gefahr für das Kabel selbst sind jedoch 
Baggerfahrer ohne Plan.

Daten für 500kV (60Hz)
* Kabel Z=300 Ohm, SIL=5000MW
* Freileitung Z=50 Ohm, SIL=1000MW

(SIL = Surge Impedance Load - bei dieser Übertragungsleistung ist die 
GESAMT-Bildleistung = 0)
Kabel werden UNTER SIL betrieben, daher kapazitiv. Freileitungen 
umgekehrt.

Freileitungen sind ebenfalls in der Länge begrenzt. Grund: Stabilität. 
Kein Problem in Bayern aber in Brasilien, Kanada, China, ...

Dort daher DC Übertragung - HGÜ:
* Aufwendig da Konverter an beiden Enden => €€€
* Aber Vorteile im Betrieb, da die Übertragungsleistung geregelt werden 
kann.
* Kabel und Freileitungen
* Spannungen bisher gebaut: +/-1100kV
* das längste Seekabel Schottland-Norwegen. ~700km 
https://en.wikipedia.org/wiki/North_Sea_Link . ==> ist mit Sicherheit 
wasserdicht

von Uwe (neuexxer)


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* Kabel Z=300 Ohm, SIL=5000MW
* Freileitung Z=50 Ohm, SIL=1000MW

Was die Wellenwiderstände betrifft, genau andersrum. S.o.

: Bearbeitet durch User
von Giovanni (Gast)


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Giovanni schrieb:
> Daten für 500kV (60Hz)
> * Kabel Z=300 Ohm, SIL=5000MW
> * Freileitung Z=50 Ohm, SIL=1000MW
Ist nicht richtig (danke => @Uwe )

UPDATE
* Kabel Z=50 Ohm, SIL=5000MW
* Freileitung Z=300 Ohm, SIL=1000MW

von Werner H. (werner45)


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Ich sehe neben den Kosten der Erdkabel noch weitere latente Probleme, 
kann aber keine Einzelheiten zu den Teilbereichen rausfinden.
Es geht um DC-HV-Kabel. Wieviel nF hat 1 km Erdkabel, ist ja Koaxial. 
Für 1 Megavolt ist Gasisolierung mit Schwefel-Hexafluorid nötig, sonst 
wird der Durchmesser abartig groß. Wieviele Kilo-Tonnen SF6 braucht man 
für die Füllung?
Das blöde ist, daß SF6 das schlimmste Atmosphärengift ist, das wir 
kennen. Wie dicht das Kabel in der Praxis wirklich ist, kann man im 
Nachhinein an den nachbestellten Mengen von SF6 leicht ermitteln, aber 
die Fehlmenge ist dann schon in der Luft...
Wenn man die Kabelkapazität kennt, kann man auch die gespeicherte 
Energie in 700 km Leitung bei 1 MV DC ausrechnen. Dann kommt ein 
Besoffener und fängt das Baggern an. Den Fehlerort findet man schnell, 
weil man ihn hört und sieht...
Die Reparatur dauert viele Wochen, das Gas muß zum Schluß wieder gekauft 
und eingefüllt werden. In der Zwischenzeit rechnen die Anwälte der 
stromlosen bayrischen Großfirmen schon mal die Schadenersatzsumme aus, 
die sie von der bayrischen Staatsregierung erstattet bekommen wollen. 
Der Initiator des Erdkabels, Herr Ex-Innenminister Seehofer, spielt als 
Rentner mit seiner Eisenbahn im Keller und ist sich keiner Schuld 
bewußt...

ich mein ja nur

von Falk B. (falk)


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Werner H. schrieb:
> Ich sehe neben den Kosten der Erdkabel noch weitere latente Probleme,
> kann aber keine Einzelheiten zu den Teilbereichen rausfinden.
> Es geht um DC-HV-Kabel. Wieviel nF hat 1 km Erdkabel, ist ja Koaxial.

Ca. 350nF/km.

> Für 1 Megavolt ist Gasisolierung mit Schwefel-Hexafluorid nötig, sonst
> wird der Durchmesser abartig groß.

Unsinn. Erstens gibt es kaum 1MV HGÜ, soweit mir bekannt nur als 
Freileitung. Die "Standard" HGÜ die so in den letzten Jahren verbaut 
wurde und demnächst wird (Südlink), hat +/-525kV (jeder Leiter gegen 
Erde). Die Kabel haben gerade mal 150mm Durchmesser, der Kupferkern hat 
ca. 50mm (1800mm^2 Querschnitt) bei 1400A.

https://www.viking-link.com/cables/offshore-work/

https://suedlink.com/s-h
(Dämliches Denglisch!)

https://www.nkt.com/products-solutions/high-voltage-cable-solutions/high-voltage-offshore-solutions/high-voltage-offshore-dc-cables


> Wieviele Kilo-Tonnen SF6 braucht man
> für die Füllung?

Gar keine.

> Das blöde ist, daß SF6 das schlimmste Atmosphärengift ist, das wir
> kennen.

Jaja, schön den woken Blödsinn nachgeplappert. Schlimmer als Chlor, 
Senfgas und VX zusammen, was?

> Wie dicht das Kabel in der Praxis wirklich ist, kann man im
> Nachhinein an den nachbestellten Mengen von SF6 leicht ermitteln,

Ich würde mir eher Gedanken um die "Dichtheit" vieler Mitmenschen machen 
. . .

> aber
> die Fehlmenge ist dann schon in der Luft...
> Wenn man die Kabelkapazität kennt, kann man auch die gespeicherte
> Energie in 700 km Leitung bei 1 MV DC ausrechnen.
1
E = 0.5 * C * U^2 = 0.5 * 300uF * 525kV^2 ~ 42MJ

Das ist die Rechnung für Viking Link. Wie heftig 42MJ knallen kann ich 
dir nicht sagen, meine Erfahrung reicht nur bis 1/10.000, 4kJ. Da stand 
ich auch schon mal 1m daneben 8-0.

> Dann kommt ein
> Besoffener und fängt das Baggern an. Den Fehlerort findet man schnell,
> weil man ihn hört und sieht...

In der Nordsee baggert keiner mal so schnell.

> ich mein ja nur

In der Tat. Das "Meinen" ist Volkssport! Sehr beliebt und für jedes 
Alter und Bildungsstand bestens geeignet! Sachkenntnis kann jede 
lebhafte Diskussion nur behindern!

von Werner H. (werner45)


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Hallo Falk! Danke für die fachliche Aufklärung!

Zum Schwefelhexafluorid: Wikipedia gibt Erhellung:
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelhexafluorid

Gruß - Werner

von Giovanni (Gast)


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Werner H. schrieb:
> Ich sehe neben den Kosten der Erdkabel noch weitere latente Probleme,
> kann aber keine Einzelheiten zu den Teilbereichen rausfinden.
> Es geht um DC-HV-Kabel. Wieviel nF hat 1 km Erdkabel, ist ja Koaxial.
> Für 1 Megavolt ist Gasisolierung mit Schwefel-Hexafluorid nötig, sonst
> wird der Durchmesser abartig groß. Wieviele Kilo-Tonnen SF6 braucht man
> für die Füllung?

Um es richtig zu verstehen. Weil Einzelheiten nicht auffindbar waren, 
werden Annahmen getroffen, deren Problem dann diskutiert werden.

Nur um die Realität wieder zurückzuholen. Es gibt mittlerweile 
Multi-Infeed HVDC  (zB 8000MW in Indien). Es gibt auch DC Schalter für 
500kV. Die Energie, die beim Abschalten umgesetzt wird entspricht 40t 
LKW bei 80km/h.
Und TenneT plant eine künstliche Insel in der Nordsee, wo Offshore 
Windkraft zusammengefasst wird und dann nach DK, D, NO, NL, ... 
übertragen wird.

Also. War sagt es dem Söder.

von Uwe (neuexxer)


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> Also. War sagt es dem Söder.

Der Robäärt, notfalls sekundiert von Annalena!

Wer denn sonst?   SCNR

von Jens G. (jensig)


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Werner H. schrieb:
> Zum Schwefelhexafluorid: Wikipedia gibt Erhellung:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelhexafluorid

Ja, erhelle uns mal: wo steht da was von SF6-Isolierung von 
kilometerlangen HGÜ-Leitungen?

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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SF6 ist allerdings auch ein hervorragendes Treibhausgas.
CO2 ist garnix dagegen.

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