Forum: Fahrzeugelektronik Taster für Bordcomputer


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von Thomas F. (kezy_mezy)


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Hallo,
beim Bordcomputer meines Ford Granada Bj.82 reagieren die Tasten nicht 
mehr richtig. Nur noch mit starken Druck.
Auf der Platine sind kleine Bleche aufgelötet, die man auf einen Kontakt 
drückt. Die Bleche federn dann selbstständig zurück, wie der Deckel von 
einem Marmeladenglas. Derartige Taster habe ich zuvor noch nie gesehen.
Die sind aber schon so verformt, dass der Kontakt nur bei hohen Druck 
zustande kommt.
Wurden früher öfters solche Taster verbaut, und gibt es eventuell noch 
Ersatz dafür?
Oder gibt es eine einfache Möglichkeit, diese auf Microtaster umzubauen.
Ich kenne mich leider nicht so gut mit Elektronik aus und würde mich 
über Hilfe freuen.
Grüße Thomas

von Thomas R. (thomasr)


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Solange der Knackfrosch der Bleche noch funktioniert wird es wohl 
lediglich Korrosion der Platine bzw. der Rückseite der Knackfrösche 
sein. Da hilft nur reinigen und evtl. vergolden. Ob da gewöhnliche 
Mikrotaster passen kann man nur mit Ansicht der Mechanik beurteilen. Da 
gibt es ja sehr flache Versionen zum Einlöten.

Diese Art Taster gibt es selbst heute noch in billigen Geräten 
allerdings meist rund.

: Bearbeitet durch User
von Thomas F. (kezy_mezy)


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Danke für die Antwort. Korrosion ist nicht zu sehen. Man sieht eher, 
dass die Knackfrösche leicht eingedrückt sind. Vielleicht hilft auch ein 
dünner Film Kontaktfett...

von Oliver R. (orb)


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Die Knackfrösche brechen gerne nach einigen Jahren.
Diese Schnappscheiben bekommt man inzwischen bei Ebay und Ali im 
Sortiment, wenn da die richtigen bei sind kann man den Rest ja 
'einlagern'.

von Thomas R. (thomasr)


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Die Korrosion würdest du vermutlich nicht erkennen können! Das ist kein 
"Rost"! Die Schnappscheiben bestehen aus Federstahldraht der mit 
Kupfer/Nickel überzogen wird. Diese dünnen Schichten gammeln an der 
Kontaktstelle weg und dann sieht man einen grauen Fleck (den nackten 
Stahl). Der leitet nicht so gut und läßt dann keinen Kontakt mehr zu. 
Auch die Gegenseite auf der Platine kann gammeln. Oft steckt da ein 
kleiner Niet als Kontaktfläche in einer Bohrung; auch der kann oxidiert 
sein.

Du kannst ja mal mit einem Glasfaserpinsel probieren die Konatktfläche 
zu reinigen; wird allerdings nicht lange halten weil der Luftsauerstoff 
das wieder oxodieren läßt.

Deshalb: vergolden. War völlig ernst gemeint. Extra für solche kleinen 
Flächen gibt es die elektrolytische Streichvergoldung. Dann ist für 
lange Zeit Ruhe.

: Bearbeitet durch User
von Thomas F. (kezy_mezy)


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Dass das mit dem vergolden ernst gemeint ist, ist mir schon bewusst. Ich 
stelle mir eben nur die Frage, ob man diesen Aufwand betreibt, wenn die 
Knackfrösche schon so "verschlissen" sind. Der Knackfrosch, den ich 
ausgelötet hatte, reagiert jetzt wieder besser, knackt aber kaum noch. 
Alternativen wird es kaum geben da es (zumindest im Netz) keinen Ersatz 
mehr gibt. Ich habe den Bordcomputer erstmal wieder eingebaut, da ich im 
Sommer noch etwas mit dem Auto fahren möchte. Das wird dann mal ein 
"Winterprojekt".
Trotzdem danke für die Hilfe!

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> beim Bordcomputer meines Ford Granada Bj.82 reagieren die Tasten nicht
> mehr richtig.

Echt jetzt? Ich hab so eine Kiste in den 90ern als armer Student 
gefahren
weil ich den fuer 400DM bekommen habe. Hatte sogar Holzseitenteile wo 
man seinen Namen reinschnitzen konnte, aber an einen Bordcomputer kann 
ich mich jetzt nicht erinnern.

> Auf der Platine sind kleine Bleche aufgelötet, die man auf einen Kontakt
> drückt.

Das glaube ich nicht. Die Teile sind normalerweise nur aufgelegt und 
werden durch die Konstruktion an Ort und Stelle gehalten. Ueberleg mal 
wie schnell du da eine kalte Loetstelle alleine durch die Bewegung beim 
druecken der Taste haettest.

> Wurden früher öfters solche Taster verbaut, und gibt es eventuell noch
> Ersatz dafür?

Die werden auch heute noch verbaut. Aber diese Stanzbleche sind in der 
Regel kundenspezifisch.

> Ich kenne mich leider nicht so gut mit Elektronik aus und würde mich
> über Hilfe freuen.

Du hast doch sicher ein Multimeter. Das auf Widerstandsmessung stellen 
und dann an der Leiterbahn jeweils eines Taster, aber nicht direkt am 
Taster messen. Also z.B an einem anderen Taster wo die Leiterbahnen halt 
noch hinfuehren.
Im ungedrueckten Zustand musst du dort irgendeinen hohen Wert messen. 
Sagen wir mal alles ueber 100k sollte okay sein. Haengt etwas von der 
restlichen Schaltung ab.
Gedruckt solltest du dort Werte <10R messen.

Vermutlich wirst du aber Werte von >1k messen. Das ist der Zahn der 
Zeit. :-D

Alle Tasten runternehmen und dann sowohl die Platine wie auch die 
Knackfroesche mit Kontakt 60 reinigen. Ruhig 30min einwirken lassen.
Das ist eine leichte Saeure die Oxydschichten entfernt. Kanns du z.B bei 
Reichelt kaufen.
Danach muss das Zeug wieder entfernt werden! Da geht einfach Isoprop 
oder Kontakt LR oder Kontakt WL.

Wenn das alles so schoen sauber ist, dann wiederholst du den Test. Bist 
du jetzt <10R alles zusammenbauen. Wenn nicht wuerde ich jetzt zum 
Glasfaserpinsel greifen. Aber WENIG und mit GEFUEHL!

Ausserdem mal die Stellen wo die Knackfroesche auf der Platine aufliegen 
mit der Lupe betrachten. Nicht das dort die Platine beschaedigt wurde 
weil der Frosch ja beim druecken der Taste immer auf der Leiterbahn 
rumschubbert.
Beschaedigungen hier koennten im schlimmsten Falle bedeuten das die 
Platine nachgefertigt werden muss, oder du kannst etwas pfuschen indem 
man Fehlstellen mit Faedeldraht ueberbrueckt. Das duerfte aber deine 
Faehigkeiten uebersteigen.

> Der Knackfrosch, den ich ausgelötet hatte, reagiert jetzt wieder
> besser, knackt aber kaum noch.

Das kannst du so in der Hand nicht beurteilen. Der muss hart aufliegen.
Ich wuerde nicht erwarten das die Teile beschaedigt sind.

> Oder gibt es eine einfache Möglichkeit, diese auf Microtaster umzubauen.
> Ich kenne mich leider nicht so gut mit Elektronik aus und würde mich

Auf keinen Fall ohne eine Neukonstruktion der Platine und selbst dann 
vielleicht nicht, aber zur Beurteilung muesste man das gesamte Teil 
sehen. Es uebersteigt aber auf jedenfall deine Faehigkeiten.

Und sonst? Womit schweisst man den Schweineeimer heute? CuSi3? Gibt es 
noch Stirnraeder und Wasserpumpen? :-D

Vanye

von Stefan M. (derwisch)


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Vanye R. schrieb:
> Alle Tasten runternehmen und dann sowohl die Platine wie auch die
> Knackfroesche mit Kontakt 60 reinigen. Ruhig 30min einwirken lassen.
> Das ist eine leichte Saeure die Oxydschichten entfernt. Kanns du z.B bei
> Reichelt kaufen.
> Danach muss das Zeug wieder entfernt werden! Da geht einfach Isoprop
> oder Kontakt LR oder Kontakt WL.

Das wäre auch meine Methode.
Bei Kontakt 60 ist wirklich wichtig, dass das Zeug wieder abgewaschen 
wird.

Der ausgelötete Knackfrosch sieht verbogen (beschädigt) aus.
Kein Wunder, wenn der nicht mehr richtig knackt.

Wenn Deine Fähigkeiten und Möglichkeiten ausreichen, um mal alle 
Knackbleche auszulöten, würde ich auch die Innenseite der Bleche mit 
Wattestäbchen und Kontakt 60 reinigen.
Alternativ gibt es auch ein Spray "Oszillin T6" von Teslanol.
Das muss nicht wieder ausgewaschen werden.
Damit einfach unter die Bleche sprühen (nicht auslöten).
Es sieht so aus, als wäre da genug Spalt, um das Zeug unter die Kontakte 
sprühen zu können(?)

von ●DesIntegrator ●. (Firma: FULL PALATINSK) (desinfector) Benutzerseite


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Gibt es einen Tasterfrosch, den man im Grunde nie benötigt?
dann könnte man wenigstens den mit dem defekten tauschen

von Vanye R. (vanye_rijan)


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> Der ausgelötete Knackfrosch sieht verbogen (beschädigt) aus.

Ich kann eigentlich nicht glauben das die geloetet sind.
Das ist doch eine krasse Scheissloesung weil man da halt
drauf rumdrueckt. Normalerweise werden solche Bleche
entweder durch eine aufgeklebte Folie oder durch die
Taster selber in Position gehalten.

Wenn die aber wirklich gelotet sind dann wird das einer
der Gruende der Probleme sein. Weil man dann naemlich
da ueberall kalte Loetstelle hat und zum anderen
braucht die Reparatur dann Loeterfahrung weil man
weder zuwenig noch zuviel Loetzinn haben will.
Das darf ja nicht das Blech im Biegebereich benetzen.

Vanye

von H. H. (hhinz)


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Am besten eine neue Platine entwerfen, mit handelsüblichen Tastern.

Wie dick tragen denn die bisherigen auf?

von Thomas R. (thomasr)


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Die sind üblicherweise nicht gelötet! Die Knackfrösche haben zwei 
Laschen die durch die Platine gesteckt und auf der Rückseite umgebogen 
sind so daß sie nicht rausfallen können. Beim Drücken werden die ja 
mechanisch "länger" und eine Lötung würde nicht lange halten.

Es gibt aber sehr flache Mikrotaster die man da aufkleben könnte. 
Anschluß in Freiluftverdrahtung. Würde aber vermutlich länger halten als 
das Fahrzeug.

Im Sommer 82 habe ich die in Niehl als Werkstudent vom Band gefahren 
;-))

: Bearbeitet durch User
von Thomas F. (kezy_mezy)


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Du könntest Recht haben, dass die nicht verlötet sind. Die "Beinchen" 
sehen aus wie kleine Hohlstifte. Da hatte ich mich schon gewundert, aber 
nicht weiter drüber nachgedacht. Dann sind vermutlich nur die Bohrungen 
in der Platine und die Auflageflächen verzinnt und die Knackfrösche mit 
etwas Druck reingesteckt. Das wäre ja auch eine Stelle, an der ein 
Übergangswiderstand entsteht...
Flache Taster aufkleben wäre in der Tat noch eine Möglichkeit. Ob die 
Taster dann länger halten wie der Kölner Grauguss V6 wird man sehen. :-)
Den Aufwand, eine neue Platine anzufertigen, würde ich nicht betreiben. 
Der Bordcomputer ist ja nicht lebensnotwendig und es gibt noch genug 
andere Baustellen an dem Auto.

Meiner ist übrigens schon im März 82 vom Band gelaufen, den hast du dann 
wahrscheinlich nicht gefahren...

von Thomas R. (thomasr)


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Du hast eine PN

von Thomas F. (kezy_mezy)


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Könntest du die bitte nochmal senden. Bei meinen Einstellungen war noch 
eine Emailadresse hinterlegt, die es nicht mehr gibt.

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