LOL, typisches YT Bullshit-Video. Extrem zusammengeschnittenes Wohlfühl-Video, dass nur zeigt was für ein toller Hecht der Macher ist.
Wie ich solche Drecks-YT-Videos hasse, wo man sich mühsam alles herauspulen muss, wenn statt dessen ein paar Zeilen erklärender Text gereicht hätten. Machen wir es trotzdem mal.
Tipp: Der macht das nicht zum ersten Mal. Das Geheimnis liegt in langem Üben und Verfeinern seiner Technik. Ein paar Sachen hat er unauffällig im Video vor der Zeitmarke versteckt die du verlinkt hast. Wie das Arbeiten mit einem Lötwasser (Flussmittel):
Griffon S-39 https://www.griffon.eu/en-en/products/griffon-s-39r-universal-bottle-80-ml-ende Ein Flussmittel für Klempnerarbeiten. Daher meine Bemerkung das Elektroniklöten was anderes ist. Wer seine Sinne beieinander hat wird das nicht in der Elektronik verwenden. Säuefrei, ich betone das, weil es für verzinktes Eisen auch säurehaltiges Flussmittel gibt, wie Felder ZD (nein, nicht nehmen, es sei denn man weiß was man tut).
Auch interessant ist das Lötzinn. Sn99Cu1, 99% bzw. 99,3% Zinn, 1% bzw. 0,7% Kupfer. 0,7mm Durchmesser. Auch aus dem Klempnerbedarf. Ähnlich https://www.griffon.eu/en-en/products/griffon-solder-wire-tincopper-991-resin-core Das genaue Produkt habe ich nicht gefunden. Macht aber nichts, es geht nur um die Sn99Cu1 Legierung mit der er wohl gute Erfahrungen gemacht hat.
48W ist das Interessantestes dabei. Ich hätte sogar eher auf 60W oder 80W getippt. Auf jeden Fall, wenn ihr das 15W "Rothenberger Industrial Weichlöt-Set" erwischt habt, dann hat das definitiv zu wenig Leistung.
Und es funktioniert einfach nicht. Das Lötzinn haftet nicht am Draht,
und alles bricht ständig auseinander.
Richtiges Material (durchprobieren), richtiges Werkzeug (durchprobieren), richtige Technik (ausprobieren) und üben, üben, üben.
Ich sehe da keinen Lötkolben, nur Flussmittel (ätzend), Lötzinn und Reinigungsvlies. Und ja, es kann sein dass das Flussmittel eher weniger gut für verzinkten Stahl geeignet ist. Informationen beim Hersteller (Webseite) abrufen, was der sagt. Ich hatte da jetzt keine Lust mehr zu.
Das Lötzinn hat eine Sn97Cu3-Legierung, also 97% Zinn, 3% Kupfer. Ähnlich zu dem was er im Video verwendet.
Wir haben uns einen verzinkten Eisendraht aus dem Baumarkt geholt
Mit welchem Durchmesser?
Das Lötzinn haftet nicht am Draht, und alles bricht ständig auseinander.
Wenn die Erwärmung der Lötstelle passt, der Draht gereinigt ist und Flussmittel aufgebracht wurde, dann fehlt nur noch die Übung. Nach 500 Löstellen wird das dann schon so langsam werden.
Ich lasse das Löten mit einem Gitternetz üben: ein Brett mit Nägeln reihum
Und ja: ich nehme für diese Übungen auch verzinkten Blumendraht. Speziell den, weil er sich eher sperrig angestellt beim Löten. Aber mit Übung bekommen das auch 10-Jährige problemlos hin.
wenn ihr das 15W "Rothenberger Industrial Weichlöt-Set" erwischt habt,
dann hat das definitiv zu wenig Leistung.
Das verlinkte "Weichlötset" ist nur das Reinigungsvlies, Zinn ohne Flußmittel und extra Flussmittel. Zum Löten braucht man noch einen Lötkolben. Aber der ist tatsächlich der Knackpunkt: wenn der zu heiß oder zu kalt ist, dann wird das nichts.
Auch interessant ist das Lötzinn. Sn99Cu1, 99% bzw. 99,3% Zinn, 1% bzw.
0,7% Kupfer. 0,7mm Durchmesser. Auch aus dem Klempnerbedarf.
Untypisch ist aber, dass es wie Elektroniklot eine Flussmittelseele hat. Erkennbar dort am aufsteigenden Rauch und dem zugehörigen Kommentar:
Vermutlich ist das Material einfach ein bisschen zu "overpowered" für die Paste und den Kolben?
Könnt ihr noch was anderes empfehlen? Die Legierung des Lot scheint ja zu passen...
Klingt etwas merkwürdig, ist aber nicht ganz weit hergeholt. Ich habe Sn99Cu1 in meinen Unterlagen auch als Material zum Elektronik- bzw. Elektrotechniklöten stehen: Löten von Kupfer-Silber-Legierungen, Kupfer-Eisen-Legierungen und Vorverzinnen und Löten von Bronze. Danach ergibt es als Elektroniklot schon Sinn. Und für Dachrinnen :)
Eigene Erfahrungen im Elektronikbereich habe ich damit aber keine.
Für das Löten der Murmelbahn würde ich einen größeren Durchmesser als 0,7mm nehmen. 0,7mm wäre mir dabei zu lästig. Eher 1,5mm. Vielleicht, wenn ich mutig wäre und gerade nichts anderes da ist 2mm.
Erkennbar dort am aufsteigenden Rauch und dem zugehörigen Kommentar:
Wenn die Erwärmung der Lötstelle passt, der Draht gereinigt ist und
Flussmittel aufgebracht wurde, dann fehlt nur noch die Übung. Nach 500
Löstellen wird das dann schon so langsam werden.
Oh je, Zeit bis zur Abgabe drängt! Die ersten Lötversuche haben allerdings hervorragend gepasst, nur nach und nach wurden sie immer schlechter. Vielleicht fehlende Geduld, oder etwas anderes?
Ich lasse das Löten mit einem Gitternetz üben: ein Brett mit Nägeln
reihum [...]
Und ja: ich nehme für diese Übungen auch verzinkten Blumendraht.
Speziell den, weil er sich eher sperrig angestellt beim Löten. Aber mit
Übung bekommen das auch 10-Jährige problemlos hin.
Das schaut nach einer guten Übung aus, der ich mich nach der Abgabe mal widmen werde. Ich vermute aber, du nimmst einen deutlich kleineren Durchmesser?
Ich vermute aber, du nimmst einen deutlich kleineren
Durchmesser?
2.2mm Durchmesser (Elektroniker geben übrigens lieber den Querschnitt an, das sind in Deinem Fall 3.8mm²) sind schon sehr, sehr dick, da braucht es einen /ziemlich leistungsfähigen/ Lötkolben.
Was ist das für ein Lötkolben, den Du da verwendest?
Ich lasse das Löten mit einem Gitternetz üben: ein Brett mit Nägeln
reihum
auf diese Nägel wird in x und Y Richtung Draht gewoben. Damit kann man
dann einen "Maschendraht" wie für den Hasenstall löten:
Solche Lötgitter (allerdings 10*10 Drähte) durfte ich in der Lehre auch zuhauf löten, bis der Meister endlich mal zufrieden war...
Ich löte verzinktes Stahlblech, um abgeschirmte Gehäuse zu bauen. Früher habe ich Antennenverstärker darin untergebracht.
Zum Löten verwende ich Lötfett aus ganz alten Zeiten (weil es noch da ist und einfach nicht alle wird) und bleihaltiges Elektroniklot. Statt dem früher verwendeten 80 Watt Lötkolben, nehme ich heute einen kleinen Gasbrenner:
Das verzinkte Material vorher mit Alkohol entfetten. Danach Lötfett darauf und mit dem Gasbrenner den verzinkten Stahl gründlich erwärmen. Ggf. nochmals Lötfett nach dem Erwärmen.
Die ersten Lötversuche haben
allerdings hervorragend gepasst, nur nach und nach wurden sie immer
schlechter. Vielleicht fehlende Geduld, oder etwas anderes?
In diesem künstlerisch angehauchten Fachbereich wird es wohl kaum einen Assistenten geben, die/der sich mit Lötarbeiten auskennt, das ist eher etwas fürs Handwerk (Kirchenfenster, Dachdecker, Heizungsbauer) oder eben die Fachkräfte im Elektronikbereich.
Ich frage mich immer, weshalb man Studenten so derartig im Dunkeln
tappen läßt, anstatt Anleitung zu geben und Vorgaben zu machen.
Und ich frage mich immer, wieso es "Digital Natives", und dazu noch Studenten, nicht schaffen, eine Suchmaschine/Internet zu bedienen und sich die Infos in kürzester Zeit zusammen zu klauben.
Die sind doch nicht im Kindergarten!
Und es funktioniert einfach nicht. Das Lötzinn haftet nicht am Draht,
und alles bricht ständig auseinander.
Ist der Lötkolben Stark genug? Ist der Draht vielleicht
oxydiert? Wenn Ja, den Draht mit Sandpapier bearbeiten.
Flußmittel (Kolophonium) benutzen. Die Lötstelle vorher
mit Flußmittel benetzen. Wärmekontakt herstellen, die
Lötstelle muß so heiß sein wie die Lötspitze, sonst
nimmt sie kein Zinn an, perlt ab. Beim Wärmekontakt
herstellen erst mal ganz wenig Zinn zwischen Lötspitze
und Lötstelle zuführen, daß verbessert die Wärmeleitung.
Wenn die Lötstelle dann heiß genug ist, weiteren Zinn
zuführen, so viel wie dann noch nötig ist.
Beim Zinn drauf achten, daß sie eine Flußmittelseele hat.
Verbleiten Zinn benutzen, lötet sich einfacher.
Beim Wärmekontakt
herstellen erst mal ganz wenig Zinn zwischen Lötspitze
und Lötstelle zuführen, daß verbessert die Wärmeleitung.
Wenn die Lötstelle dann heiß genug ist, weiteren Zinn
zuführen, so viel wie dann noch nötig ist.
Frauen (auch Männer), die Bratpfannen benutzen sind damit vertraut.
Hallo zusammen, danke für die vielzahligen Antworten.
Tatsächlich war das Problem die Lötkolben-Leistung (mit 15W kommt man scheinbar nicht weit). Wir haben nun einen neuen Lötkolben gekauft, und überraschenderweise reichen auch 30W vollkommen!
Suchmaschine können wir bedienen, aber Problembehebung mit all den Faktoren, die das Löten mit sich bringt, war schwerer als Gedacht, da wir uns auf vollkommenem Neuland bewegen.
Die metallene Murmelbahn war unsere Idee, keine Vorgabe vom Lehrstuhl, daher auch kein Support und Know-How von der Seite.
Ich danke euch auf jeden Fall!
Wer unseren Fortschritt sehen möchte, siehe Anhang!
sehr umweltschinend so ein energiesparender Lötkolben.
Eine 100 Watt Lötstation nimmt im Mittel nicht mehr Strom auf, als eine 20 Watt Lötstation, da ihre Temperatur geregelt ist. Wenn man damit schneller fertig wird, spart die stärkere Variante sogar etwas Strom.
Tatsächlich war das Problem die Lötkolben-Leistung (mit 15W kommt man
scheinbar nicht weit). Wir haben nun einen neuen Lötkolben gekauft, und
überraschenderweise reichen auch 30W vollkommen!
Kompliment! In Anbetracht eines Lötkolbens mit bescheidener Leistung (und wohl ohne Regelung) sind die Lötungen gut gelungen.
Ich habe mit Ähnlichem angefangen, mit einem 30 Watt Ersa 30, direkt gespeist aus dem Netz. Ein alter Herr hatte Mitleid mit mir und vermachte mir seinen Weller-Lötkolben (Magnastat) mitsamt Trafo im Selbstbau-Gehäuse. Der Unterschied zum einfachen Kolben war wie Tag und Nacht.
Also solltest Du mal die Gelegenheit haben, eine ordentliche Lötstation (nicht Aldi/Lidl) probieren zu können, dann teste es mal damit. Du wirst vermutlich staunen wie ich. Und löten macht dann erst recht Spaß.