Welche Verdrahtung und Masseflächengestaltung man verwendet, hängt von der Applikation ab.
Wenn man z.B. einen Störer auf der Platine hat, wie einen Transceiverbaustein oder sonstige Treiber, dann wird eine Sternverdrahtung dazu führen, dass dessen GND mehr springt, weil die Kapazität benachbarter Masseflächen fehlt und der Widerstand steigt. Aus HF-Sicht ist es dabei entscheidend, welche Frequenzen emititert werden und wie sich diese durch die Flächen bewegen. Da spielen die Größe der Verbindungen eine Rolle.
Durch das Separieren werden damit genau diese benachbarten GND-Flächen vor eventuellen Störungen geschützt. Das gilt insbesondere bei Analog-Digital-Schaltungen. Dort sind AD-Parts gegrennt zu versorgen und feinsäuberlich voneinander zu trennen, wenn man nicht Spektralteile des digitalen Gemüses auf dem Analogteil sehen möchte.
Bei der Beurteilung kommt es darauf an, wie das im Einzelnen gestaltet ist: Eine symmetrische Verbindung zwischen zwei Digitalteilen ist sehr resistent gegen einen minimalen GND-Hub und kann / sollte immer gekapselt ausgebildet werden. Das gilt auch für symmetrische Analog-Ausgänge.
Die Restschaltung profitiert dann von einem sauberen GND.
Berücksichtigen muss man aber auch, um welche Lage es sich handelt: Wenn die zur Abschirmung dienen soll, dann muss die weitgehend ununterbrochen laufen und auch regelmäßig an GND kontaktiert werden, vor allem wenn es um HF-Abschirmung geht.
Zu dem Thema geäbe es viel zu sagen - oft sind Kompromisse zu schließen.
Was man pauschal sagen kann, ist dass die Entscheidung "pro große Masse" um so eher zu treffen ist, wenn es um hohe Frequenzen geht, spätestens wenn deren Wellenlängen im Bereich der PCB-Leitungslängen liegen. Wenn es um niederfrequente und genau Schaltungen geht, ist GND-Separation zu bevorzugen.
Am Einfachsten geht das dann mit getrennten Massen auf getrennten Lagen, die dann natürlich NICHT durchkontatkiert und verbunden werden dürfen, d.h. der digitale Schmutz darf sich erst erst einmal in der Digi-Masse mit anderen Störungen kurzschließen, dann in Richtung Sternmasse totlaufen, wodurch nur die niederfrequenten Reste in die analoge Masse einfließen könn(t)en. Bei einem Präzisionswandler für Ultraschall habe ich so einst das Rauschen auf den DACs gedrittelt - einfach die großzügig spendierten Vias raus und ein paar Trenner in die Versorgungslagen der DACs zum Rest.