Fernschreiber LO15 abzugeben

OP #7758696
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Liebe Gemeinde,

hat jemand Interesse, einmal aus der Welt der Microcontroller in die Vergangenheit der Fernmeldetechnik einzutauchen? Auseinandernehmen, reinigen, ölen, wieder zusammenbauen, justieren und dann Freude dran haben. – Das war der Alltag für damalige Spezialisten, damit die EMD-Wähler z.B. dauerhaft ihren Dienst versahen. Auch mein alter Fernschreiber LO15 hat so eine Kur nötig. Leider wird das bei mir nix mehr. Darum würde ich das Teil gerne in interessierte Hände geben. Dokumentation mit Explosionszeichnungen ist dabei und ein selbst gebasteltes Anschaltgerät (mit Microcontroller, konvertiert von ASCII nach Baudot und umgekehrt) ebenfalls.

Viele Grüße, Claus

Beitrag #7758807 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7758815
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Sowas hab ich auch noch. Spezialausführung mit automatischem Wagenrücklauf/Zeilenvorschub wenn das Zeilenende erreicht wurde. Rattata-ypsilon (RTTY= radio teletype).

Die Linienstromversorgung habe ich selbst reingebastelt, Printtrafo auf Lochraster oder so ähnlich, und Optokoppler, dass der gute AIM-65 keine Überspannung abbekommt. Irgendwo müssten auch noch ein paar 6502-Assemblerausdrucke auf Telexpapier rumliegen.

In der Uni waren Lochkarten für gewöhnliche Studenten zu teuer, für den Fortran-Kurs mussten wir Lochstreifen mit dem Fernschreiber stanzen. Die wurden dann "rasend schnell" mit einem Lochstreifenleser eingelesen, man musste an der Tür zum Computerraum Schlange stehen. Der stand unter leichtem Überdruck um Dreck vom Großrechner abzuhalten.

Hier habe ich mal ein Stück RTTY mitgeschrieben, da hat ein anderer OM das Computerspiel "Adventure" über Funk spielen lassen. https://de.wikipedia.org/wiki/Adventure_(Computerspiel,_1976) Das Telexpapier mit dem Ausdruck muss auch noch irgendwo liegen. Später hatte ich selbst eine CP/M-Diskette für den AppleII mit dem Spiel. "A huge dead dragon is lying nearby" "eat dragon" "I think I just lost my appetite".

#7758934
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hallo,

ich hätte auch an so einem teil viel interesse. ich hoffe ich schaffe es noch lebend, eine proxa-stiftung zu gründen. so würde ich es gerne als anschauobjekt hinterlassen.

wenn es in meiner nähe wäre, zum abholen oder es einer richtung köln oder nochbesser kerpen, bringen könnte.

gruß helmut proxa @axorp, früher proxa computer und ultra-electronic

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Gast #7758979
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Wow, krasses Teil!

Mein Vater hatte in den 80er einen im Büro, aber eine modernere Variante mit weniger Metall. Das war mein erster Kontakt zu IT, da war ich ungefähr 10 Jahre alt. Ich interessierte mich für den Lochstreifen, fand den Code alleine heraus und machte mir einen Spaß daraus, die Streifen aus dem Mülleimer vor zu lesen. Ein paar Jahre später saß ich bei der Bundespost im Ausbildungszentrum.

#7759147
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Holzgehäuse

Meine LO15 hat Blechgehäuse mit blauem Hammerschlaglack.

Lärmdämmung

Das war ein Problem. Man hatte in der Firma einen eigenen Raum nur für den Fernschreiber. Allerdings habe ich auch schon gelesen, dass sich damit auf einer Computerausstellung Publikum anlocken lässt.

Der Baudot-Code war schon lustig, zwei eigene Zeichen für Bu/Zi-Umschaltung und zurück. https://de.wikipedia.org/wiki/Baudot-Code Der Wagen musste innerhalb von zwei Zeichen von rechts nach links sausen, es gab keine Zwischenspeicherung. Daher wurde auch zuerst Wagenrücklauf und dann Zeilenvorschub gesendet.

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