Moin,
Ich möchte da eine LNG philosophische Frage in den Raum werfen.
..."sollte ein 7805 auch
einen Regeldefekt noch verkraften, ggf. wird er höchstens wegen zu hoher
Verlustleistung runterdrosseln."...
Ich war eigentlich auch immer der Meinung, daß Labornetzteil eigentlich nur als elektronische Spannungsquelle benutzt werden sollten. Obwohl ich allen meiner LNGs vertraue was, Zuverlässigkeit angeht, Überschwingverhalten, etz., bin ich wie Johannes der Meinung, daß im Spannungsbereich begrenzte Komponenten wie Digital Logik und uC mit sehr knappen Margen, sie besser mit ihren ohnehin zugedachten Versorgungsschaltung betreiben sollte.
Sicher, man kann die LNG Ausgangsspannung genau einstellen und überwachen, aber ein versehentlicher Fehlgriff oder Einstellung kann irgendwann die Last in die ewigen Jagdgründe befördern. So viele moderne Komponenten habe extrem wenig Spannungstoleranz, wenn man z.B. an OPVs denkt mit 6V Maximum. Wer nicht daran denkt, kann sie leicht versehentlich abstechen.
In meiner Praxis, aber natürlich nicht ausschließlich, ziehe ich es vor meine Schaltungen mit ihrer zugedachten Versorgungsschaltung zu betreiben. Auch wenn ich mich auf meine LNG verlassen kann. Ab und zu versorge ich uC schon direkt vom LNG, mache es aber nicht gerne.
Als zusätzliche Versicherung, stelle ich im Versuchsstadium die Eingangsspannung meist an die Grenze des Regler-Dropouts ein, um bei einem zufälligen "Unfall" noch eine Chance zu haben, daß es die Komponenten überleben.
Auch LEDs lassen sich mit dem LNG alleine, leicht versehentlich überlasten. Da ist es auch dort besser, die LED mit ihrem zugehörigen Vorwiderstand bzw. Strombegrenzungsschaltung zu betreiben. Wer eine LED direkt mit dem LNG in Strombegrenzungsmodus betreiben will, sollte zumindest den Strom vorher richtig einstellen und erst dann mit der Spannung vorsichtig hochgehen. Dann passiert in der Regel nichts. Sonst könnte es passieren, daß der noch auf der EMF gehaltene Ausgangselko, die Last zerstört.
Kann man halten wie man will. Ich jedenfalls, verhalte mich die meiste Zeit vorsichtig und bedächtig. Hudeln und übertriebene Neugierde oder Hast, führt oft zu vermeidbaren Unfällen. Bei uns heisst es "Measure twice, cut once"
Auf dieses Thema bezogen, heisst das, daß man zuerst überlegt was man betreiben will, die richtigen Einstellungen bewirkt und mit Vorsicht und Überlegung vorgeht. Damit lässt sich viel Lehrgeld ersparen. Das gebrannte Kind,scheut bekanntlich das Feuer. Das gilt aich hier.
Wie oft liest man im Forum über durch AKKU Laden zerstörte LNGs. Kaum jemand macht sich Gedanken, daß LNGs fast ausschliesslich, Serien Dioden für die Hintereinanderschaltung von LNGs und Falschpolung enthalten. Dann wundern sich die Leute, wenn bei Falschpolung Kleinholz gemacht wird. Den wenigsten fällt ein, zumindest eine schnelle Sicherung in Serie mit dem Akku zu schalten. In der Firma passierte das auch und ich musste ein LNG wiederholt reparieren. Ohne Sicherung hat ein Akku an einem LNG nichts zu suchen. Falschpolung passiert so leicht. Der hohe mögliche Strom eines Akkus zerstört Leiterbahnen, die Diode und verursacht Hitzeschäden und Verschmoren betroffener Schaltungsteile. Dieser Schaden ist die Hudelei nicht wert. Bedachtsamkeit und methodisches Vorgehen sollte der Leitfaden in der Technik sein.
Glaubt mir, ich musste das auch schon von. Aber man sollte aus den Fehlern lernen und sie nicht wiederholen. Ich musste im Betrieb mit Laserdioden arbeiten, wo das Stück $5000 kostet. Da geht man fachmännisch vor und arbeitet nur mit den vorgesehenen und getesteten Vorschalteinrichtungen. Unvorschriftsmässiges Verhalten kann zu empfindlichen finanziellen Verlust führen. Gewisse Komponenten schliesst man nicht "so einfach" ohne zugehörige Schutzelektronik an.
Das wären meine Gedanken dazu als alter Fuchs mit Kampfnarben und Löcher im Fell...
Gerhard