Hab da mal wieder so einen Kandidaten auf dem Tisch, der mich vor ein Rätsel stellt.
Also es geht um ein Netzteil in einer Sonos Play 3.
Habe die "tot" bekommen. Aufgemacht und einen Klassiker gefunden.
Varistor geplatzt, Sicherung kaputt. Soweit so gut, easyfix denkste...
Lief dann auch wieder ne Zeit. 2 Tage später war Varistor+Sicherung wieder defekt.
Hab die Teile dann nochmal ersetzt und die Box 2 Tage am Strom gelassen, alles gut. Sobald man aber Musik abspielen läßt, geht es nicht lange und die Teile gehen wieder hops.
Extern kann ich ausschließen, da das Problem in 2 Haushalten auftaucht.
Was könnte das sein?
Es gibt bei dem Netzteil häufiger das Problem, daß einer der 3 Primärkondensatoren platzt. Könnte da einer kurz vorm abnippeln sein?
Die würde ich als nächstes mal tauschen.
Wenn der Varistor anspricht, stimmt was mit deinen 230V nicht, z.B. Überspannung auf dieser Phase bei Einschalten der Waschmaschine auf einer anderen Phase wegen Nullleiterproblem.
Wenn der Varistor anspricht, stimmt was mit deinen 230V nicht, z.B.
Überspannung auf dieser Phase bei Einschalten der Waschmaschine auf
einer anderen Phase wegen Nullleiterproblem.
In zwei Haushalten? Oder das sind "Haushalte" in der selben Wohnung/Haus?
Wird da evtl. "ohne Musik" und "mit Musik" was im Netzteil umgestellt um die Standbyleistung runterzubringen?
Dein Versuch legt nahe, das im Standby noch keine Probleme sind, und "aktiv" passiert irgendwas.
Warum allerdings das aktive Netzteil den Varistor knacken sollte ist mir auch unklar. Das ist normalerweise klar ein Netzproblem. Würde aber bei "2 Haushalte" auch sagen das es die Box selber ist...
Also 2 Haushalte sind 2 Haushalte. Gute 30km entfernt.
Das NT bringt immer 15 und 5V. Die Logik/Verstärkerplatine wird auch nur damit versorgt, gibt keine Verbindung von Logik zu NT, die irgendwelche Zustände übermittelt.
Könnte aber schon sein, daß das NT da irgendwie runterfährt, wenn keine Leistung gefordert wird. Da kenn ich mich bis jetzt aber noch nicht so aus...
Hey, hab den Fehler.
Es lag tatsächlich an einem der Primärkondensatoren. Wie oben erwähnt, gibt es da oft Probleme, daß die auslaufen. Hier war es jetzt so, daß man das von außen nicht gesehen hat. Als ich den dann raus hatte, war der Fall klar.
Ein paar Fotos mal anbei.
Die Box läuft (zum Leidwesen der Familie) seit ner viertel Stunde auf 80% Power... :-)
Und der Zwischenkreiselko ist am Tod des Varistors ganz sicher
unschuldig.
Wie gesagt, hab den ersetzt und jetzt ist gut.
Könnte da irgendwie ein Schluß unter dem Kondensator entstanden sein? Ist das Elektrolyt leitfähig?
Wenn 1/3 der Kapazität wegfällt und das Netzteil Leistung bringen muß, könnten da irgendwie Spannungsspitzen entstehen, die für den Varistor reichen?
Entschuldigt eventuell blöde Fragen, ich steck da halt nicht so tief drin.
Wenn 1/3 der Kapazität wegfällt und das Netzteil Leistung bringen muß,
könnten da irgendwie Spannungsspitzen entstehen, die für den Varistor
reichen?
Ganz sicher nicht.
So ganz so kategorisch ausschließen würde ich das nicht.
Wenn die Regelung des Netzteils wegen der zu niedrigen Kapazität durcheinanderkommt und es zu Schwingen anfängt könnte z.B. mit der Induktivität der Filterdrosseln doch Überspannung entstehen.
...
Wenn die Regelung des Netzteils wegen der zu niedrigen Kapazität
durcheinanderkommt und es zu Schwingen anfängt könnte z.B. mit der
Induktivität der Filterdrosseln doch Überspannung entstehen.
Wo gibt´s originale? Muß eh bestellen, der letzte ist grade drauf
gegangen.
Bei jedem der offiziellen Distributoren bzw. Distributoren mit Lieferkettenverfolgung, insbesondere Digikey, Mouser, RS Components, Farnell, Avnet, Bürklin, Distrelec. Auch TME scheint stets einwandfreie Ware zu liefern. Reichelt ist meistens okay, aber gelegentlich fallen die auch auf gefälschte Halbleiter herein.
Könnte da irgendwie ein Schluß unter dem Kondensator entstanden sein?
Ist das Elektrolyt leitfähig?
Ja, hochgradig leitfähig. Genau darin besteht ja das Funktionsprinzip eines Elkos: der Elektrolyt fungiert als Elektrode, und nur die dünne Oxidschicht auf einer der metallischen Elektroden dient als Dielektrikum.
Wenn 1/3 der Kapazität wegfällt und das Netzteil Leistung bringen muß,
könnten da irgendwie Spannungsspitzen entstehen, die für den Varistor
reichen?
Nein. Bei defektem Varistor könnten im Falle von Überspannungsspitzen zwar nachfolgende Schaltungsteile beschädigt werden, aber nicht umgekehrt. Ein dicker Elko stirbt auch nicht direkt durch Spannungsspitzen, sondern eher im Falle eines defekten Gleichrichters.
Wie gesagt, dieser Elko ist bei diesen Netzteilen sehr oft defekt. Oben sieht man ein Bild, wie das normalerweise aussieht.
Sicherung und Varistor überleben bei dem Fehler bis jetzt immer.