Auch wenn sich hier in diesem Forum viele Anwender tummeln, die gerne das Platinenentwurfsprogramm KiCad verwenden, möchte ich trotz der kostenlosen Versionen hier einmal auf die Möglichkeit für Platinenersteller aufmerksam machen, daß die Ersteller diesen tollen Software auch ein wenig Anerkennung für ihre Arbeit geleistete benötigen. Es geht wohl nicht allein um den Kaffee- und Zigarettenkonsum während der Entwicklungsarbeit, sondern auch um Auslagen für Beschaffung und Unterhalt unterschiedlichster HW-Konfigurationen für Tests und Fehlersuche. Denn von nichts kommt nichts.
Hier ist der Link zu entsprechen Seite zum Spenden:
Wie man u.a. dem Vortrag des CERN-Mitarbeiters Tomasz Włostowski auf der KiCon 2024(*) entnehmen konnte, hatte Altium kürzlich die Preise fürs CERN so gewaltig angehoben, dass dies nicht mehr finanzierbar war. Daraufhin wurde beschlossen, alles so weit möglich auf KiCad umzustellen, was natürlich auch einen Haufen an internen Schulungen usw. bedeutete. Und es wurden und werden natürlich auch ein paar Anpassungen benötigt. Im Gegenteil zu Altium liefert Kipro Services auch die vertraglich vereinbarten Leistungen.
Letzteres war auch für mein Unternehmen einer der wichtigsten Gründe für die Umstellung von Altium auf KiCad, obwohl dies natürlich auch mit Umstellungsaufwand verbunden war/ist.
Zu (*):
https://www.youtube.com/watch?v=WJZNc3TK9J4
Ich habe mir das Video aber nicht noch einmal angeschaut, um zu prüfen, ob er die Begründung auch dort nennt oder ob das während des nicht aufgezeichneten Teils der Diskussion erfolgte.
hatte Altium kürzlich die Preise fürs CERN
so gewaltig angehoben, dass dies nicht mehr finanzierbar war.
An sich schwer vorstellbar, dass ein sehr gut finanziertes internationales Forschungszentrum, mit dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt, und daran angeschlossen einige der teuersten physikalischen Messgeräte die jemals gebaut wurden, an ein paar lumpigen Altium Lizenzen scheitert.
Im Prinzip ja, aber das fliessen satte 16% nicht an Kicad.
Aisler hatte (hat?) nicht die Möglichkeit, Spenden ohne MWst. erheben zu müssen an Kicad weiterzuleiten.
An sich schwer vorstellbar, dass ein sehr gut finanziertes
internationales Forschungszentrum, mit dem größten Teilchenbeschleuniger
der Welt, und daran angeschlossen einige der teuersten physikalischen
Messgeräte die jemals gebaut wurden, an ein paar lumpigen Altium
Lizenzen scheitert.
Genau, sie wurden mit Altium Designer entwickelt. Und weil sich Altium so sicher wog, erhöhten sie vor wenigen Jahren die Preise so gewaltig, dass es schlichtweg deutlich billiger wurde, die Umstellung auf KiCad durchzuführen. Bei Altium kommt ja schließlich hinzu, dass für immer mehr Teilfunktionen eine normale Lizenz nicht mehr ausreicht, sondern man die "Pro Subscription" benötigt; da nützt es auch nichts, wenn man eine dauerhafte Lizenz besitzt.
Hier gehen 20€ pro Jahr als Dauerauftrag raus, ebenso für FreeCAD.
In der Schweiz kostet eine Stunde Softwareentwicklung zwischen 150 bis
250 CHF.
Vernünftig. Wir nahmen hier für reine Software um die 150€ - ist aber schon einige Zeit her :-)
Wenn ich jetzt mit unseren ach so schwächelnden Chemieriesen Stunden abrechne, dann wird es deutlich teurer. Spezialisten zur nachtschlafenden Zeit kosten eben.
Daher: alle fleissig und vor allem dauerhaft spenden!
Eventuell kann ich ein wenig Licht in die Spenden-Situation rund um KiCad bringen. Es ist nämlich wirklich kompliziert geworden.
Ursprünglich wurde KiCad aus einer Stiftung des CERN gefördert, sowohl finanziell als auch personell. Neben den eigenen Mitteln des CERN konnte an diese Stiftung auch direkt gespendet werden.
Nun hat das CERN sehr strenge Richtlinien, wie das Geld verwendet werden darf. Die neuen Maintainer von KiCad Seth und Wayne haben sich daran gestört. Ein Beispiel, welches sie gerne anbringen, ist die Finanzierung von Reisen. Laut CERN Richtlinien darf das Geld nur für die direkte Weiterentwicklung der Software verwendet werden. Eine Reise, z.B. zur FOSDEM, gehört nicht dazu. Aus Perspektive der neuen Maintainer ist dies aber genauso wichtig um KiCad voranzubringen.
Aus diesem Grund wurde die Organisation der Spenden an die Linux Foundation übergeben. Dies ist die Organisation, an welche wir die 2 Euro Spenden weiterleiten.
Jetzt gibt es was die Finanzierung von KiCad angeht noch einen ganz anderen Topf, der vermutlich sogar größer ist. Dieser nennt sich "KiCad Services Corporation", eine US-Firma von Seth und Wayne, welche Beratungen rund um KiCad anbietet und über diese maßgeblich die Weiterentwicklung von KiCad finanziert. Abgesehen davon betreibt diese Firma auch den KiCad "App Store". Alle Fertiger, die dort zu finden sind, treten einen festen Prozentsatz der Umsätze an die Services Corporation ab, >nicht< an die Linux Foundation. Aktuell sind dies PCBWay, HQ PCB, NextPCB und wir mit AISLER. JLCPCB hat einen interessanten Weg um diese Unterstützung gefunden, in dem das Plugin nicht von ihnen selbst bereitgestellt wird, sondern von einem freien Entwickler. Chapeau!
JLCPCB hat einen
interessanten Weg um diese Unterstützung gefunden, in dem das Plugin
nicht von ihnen selbst bereitgestellt wird, sondern von einem freien
Entwickler. Chapeau!
Tja man sieht bei denen jeden Tag dass sie immer den besseren und günstigeren Weg gehen.