Hallo,
konnte bei der Begehung der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses (16
Stellplätze, 16 Eigentumswohnungen) dabei sein. Problem ist dort, dass
nun der erste Eigentümer sein E-Auto laden will. Laut Gesetzgeber hat
jeder Eigentümer ein Recht auf eine Wallbox mit 11kW. Die Verkabelung
der Tiefgarage wird auf alle umgelegt, die Wallbox muss jeder selber
bezahlen.
Dann ging es um die Bereitstellung der zusätzlichen Leistung (16 x 11kW
= 176kW), wenn im ungünstigsten Fall an allen 16 Plätzen geladen wird.
Hier teilt die anwesende Hausverwaltung mit, dass dies kein Problem sei
und es fällt das Wort "Lastmanagement". Dazu würde 2 Wochen lang der
Stromverbrauch bzw. der Spitzenverbrauch des gesamten Objekts gemessen.
Der wird dann an das Lastmanagement übermittelt und selbiges stellt
sicher, dass der Spitzenverbrauch des Mehrfamilienhauses nicht
überschritten wird. Der Vorteil des ganzen ist, dass am zentralen
Hausanschluss nichts geändert werden muss.
Wenn allerdings an allen 16 Plätzen gleichzeitig geladen werden soll und
alle 16 Parteien ihr Mittagessen kochen und die Wäsche waschen, dann
wird das Lastmanagement für das Laden der E-Autos keine Energie zur
Verfügung stellen.
Das würde dann aber heißen, dass man vorab nie abschätzen kann, wie
lange der Ladevorgang dauert. Habe ich das richtig verstanden?
Gustav
Gustav K. schrieb:> Das würde dann aber heißen, dass man vorab nie abschätzen kann, wie> lange der Ladevorgang dauert. Habe ich das richtig verstanden?>> Gustav
Nein!
Es kocht halt auch nicht jeder um 11:12 sein Mittagessen.
Der Ladevorgang kann unterschiedlich gestaltet sein.
Dann ist die Situation abhängig davon, wie der Umbau erfolgt.
Die Leistung des Hausanschlusses sollte ausreichend sein.
Deine Ausführungen sind hier nicht sehr genau, eher fast Null!
Lastmanagement schalt halt die Lasten nach Priorisierung.
Es gibt eine Priorisierung der Ladesäulen z.B.
Nr.1 ist Hoch Nr. 16 ist ganz unten in der Reihenfolge.
Es wird eine min Ladung für alle freigegeben je nach Ladezustand.
Es wird .....
Eigentlich ist die Situation noch gar nicht relevant für dich.
Es will ja nur einer sein Auto an einer 11kW Wallbox laden.
-----> aktuell kein Problem!
Gustav K. schrieb:> Das würde dann aber heißen, dass man vorab nie abschätzen kann, wie> lange der Ladevorgang dauert. Habe ich das richtig verstanden?
Logischerweise ja. Wenn Du beim Auto 40kWh nachladen musst, also um 18
Uhr heim kommst, kannst Du nicht abschätzen, dass um 22 Uhr das Auto
wieder voll ist, damit die Kids einen langen Nachtausflug machen können.
Mit anderen Worten: wenn irgendwann ein Dutzend E-Autos da sind, trefft
ihr euch noch einmal.
Und ja, möglicherweise reicht es dann an 3 Tagen im Jahr nur für 500km
nachladen in einer Nacht.
Gustav K. schrieb:> Wenn allerdings an allen 16 Plätzen gleichzeitig geladen werden soll und> alle 16 Parteien ihr Mittagessen kochen und die Wäsche waschen, dann> wird das Lastmanagement für das Laden der E-Autos keine Energie zur> Verfügung stellen.
Und vergiss nicht den Heizlüfter den sich die Tocher ins Bad stellt um
es schön muggelich zu haben.
Und Papa wirft pünktlich zur Mittagszeit noch den Holzspalter an. Kennen
wir ja alles.
Genau, wenn alle Autofahrer in der Mittagspause an die Tanke wollen,
dann bildet sich auch ein Stau dass keiner mehr durchs Ort fahren kann.
Weil aber nicht jeder 400km jeden Tag fährt passiert in der Realität
nix.
Der nächste E-Auto Thread von Gustav ...
Das eigentliche Problem bei Eigentümergemeinschaften ist, dass es kaum
Systemanbieter für solches Lastmanagement gibt, und die, die es gibt
sich das massiv vergolden lassen.
Das wäre eigentlich eine Marktlücke, da ist in den nächsten Jahren viel
Geld zu verdienen.
Udo S. schrieb:> Genau, wenn alle Autofahrer in der Mittagspause an die Tanke wollen,> dann bildet sich auch ein Stau dass keiner mehr durchs Ort fahren kann.> Weil aber nicht jeder 400km jeden Tag fährt passiert in der Realität> nix.
Du hast wohl noch nie Reiseverkehr zu Ferienbeginn beobachtet. Da staut
es sich schon an normalen Tankstellen ganz enorm. Dass dies alles
E-Autos wären, die min. 1 Stunde laden müssen will man sich gar nicht
vorstellen.
J. S. schrieb:> Der Tag muss erstmal kommen das 16 von 16 Mietern ein BEV fahren. Alles> theoretische Hirngespinste hier.
Ich dachte das ist der Plan der EU deshalb ja auch das Verbrenner
Verbot.
Gustav K. schrieb:> Wenn allerdings an allen 16 Plätzen gleichzeitig geladen werden soll
Das ist das ungefähr so, als ob alle 10.000 Einwohner eines Ortes
gleichzeitig an der gleichen Tankstelle Schlange stehen.
(prx) A. K. schrieb:> Gustav K. schrieb:>> Wenn allerdings an allen 16 Plätzen gleichzeitig geladen werden soll>> Das ist das ungefähr so, als ob alle 10.000 Einwohner eines Ortes> gleichzeitig an der gleichen Tankstelle Schlange stehen.
Dass abends alle Bewohner eines Hauses ihr E-Auto Parken und Laden ist
keineswegs unwahrscheinlich. Zumindest eine Quote von 80-90% wird
realistisch sein. Wenn erst mal alle ein BEV haben müssen natürlich.
Cyblord -. schrieb:> Dass abends alle Bewohner ihr E-Auto Parken und Laden ist keineswegs> unwahrscheinlich.
Bis das zum echten Problem wird, ist eine Technik verbreitet, in der man
dem Ladesystem sagt, man hätte gerne wie üblich bis morgen früh 15 kWh
im Akku fürs Büro und zurück. Den Rest organisiert das System zusammen
mit den Auto und verteilt es auf die Tage und die Uhrzeit.
Technisch möglich ist das bereits jetzt.
(prx) A. K. schrieb:> Bis das zum echten Problem wird, ist eine Technik verbreitet, in der man> dem Ladesystem sagt, man bräuchte wie üblich bis morgen früh 15 kWh im> Akku fürs Büro.
Das ist Utopie. Jeder wird sein Auto so voll wie möglich laden wollen.
Und zwar immer. Es ist schon erstaunlich was für Prämissen E-Auto Dullis
aufstellen müssen um sich den Kram schön zu saufen.
(prx) A. K. schrieb:> Bis das zum echten Problem wird, ist eine Technik verbreitet, [...]
Man darf dabei nicht vergessen: niemand redet davon dass ab 2035 (eine
Jahreszahl, die ich momentan eh nicht als unverrückbar bezeichnen würde)
zu 100% BEV unterwegs sein werden.
Das ist eher ein Prozess der sich bis weit nach 2050 ziehen wird.
Beispiel aus dem Ausland:
Norwegen hat ja momentan eine Neuzulassungsquote von BEV > 90% (übrigens
ganz ohne Verbot), in absoluten Zahlen sind die Verbrenner aber noch die
große Mehrheit.
Ist ja auch nachvollziehbar, bis die Neuzulassungen richtig aufs
Gesamtbild durchschlagen dauerts halt einfach.
Gebrauchte Verbrenner dürfen natürlich weiter gehandelt und gefahren
werden.
2035 markiert also lediglich den Zeitpunkt, ab dem die
BEV-Neuzulassungskurve in der EU etwas steiler wird. Bis der Verbrenner
wirklich abgelöst sein wird dauert es noch mehrere Jahrzehnte.
Cyblord -. schrieb:> Dass abends alle Bewohner eines Hauses ihr E-Auto Parken und Laden ist> keineswegs unwahrscheinlich. Zumindest eine Quote von 80-90% wird> realistisch sein. Wenn erst mal alle ein BEV haben müssen natürlich.
Und bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 40km pro Tag dauert
das Laden dann bei 11kW weniger als eine Stunde.
Oder anders: durchschnittlich 8kWh mal 16 Autos über 10 Stunden (Nacht)
laden sind gerade einmal 13kW. Irgendwann in 20 Jahren.
Gustav K. schrieb:> Das würde dann aber heißen, dass man vorab nie abschätzen kann, wie> lange der Ladevorgang dauert.
Ja, so ist das. Aber das ist beim Tanken eines Knalltreiblings nicht
anders. Wenn da mal eine feurige Schlange an der Tanke steht, dann kann
aus den geplanten 3 Minuten schnell mal eine viertel Stunde werden. Also
5x länger als egentlich geplant.
Gustav K. schrieb:> Wenn allerdings an allen 16 Plätzen gleichzeitig geladen werden soll und> alle 16 Parteien ihr Mittagessen kochen und die Wäsche waschen, dann> wird das Lastmanagement für das Laden der E-Autos keine Energie zur> Verfügung stellen.
Kein Versorgungsnetz ist für die absolute Maximallast ausgelegt.
Denn garantiert werden nicht alle Herde die Platten und alle
Waschmaschinen ihre Heizung und zudem alle Durchlauferhitzer für lange
Zeit gleichzeitig dauerhaft einschalten. Und wenn schon, dann sicher
nicht so lange, dass der Ladevorgang der E-Kutsche um viele Stunden
verzögert wird.
Gustav K. schrieb:> E-Auto in TG laden: Mehr Fragen als Antworten
Ich sehe in deinem Post nur eine einzige Frage. Und die kann einfach mit
"Ja" beantwortet werden. Thread zu Ende.
Le X. schrieb:> Norwegen hat ja momentan eine Neuzulassungsquote von BEV > 90%
Bei einem Strompreis von 19,9cnt. pro kWh kein Wunder.
Gustav K. schrieb:> Die Verkabelung> der Tiefgarage wird auf alle umgelegt
Das bedarf einer Mehrheitsentscheidung der Eigentümerversammlung.
Schorsch M. schrieb:> Le X. schrieb:>> Norwegen hat ja momentan eine Neuzulassungsquote von BEV > 90%>> Bei einem Strompreis von 19,9cnt. pro kWh kein Wunder.
Wenn wir an unseren Strompreisen was ändern wollen ist es vielleicht
doch keine gute Idee, die Kraftwerke mit den niedrigsten
Gestehungskosten abreissen zu wollen und stattdessen wieder auf die
teuerste Art der Stromerzeugung zu setzen.
Le X. schrieb:> Wenn wir an unseren Strompreisen was ändern wollen ist es vielleicht> doch keine gute Idee, die Kraftwerke mit den niedrigsten> Gestehungskosten abreissen zu wollen und stattdessen wieder auf die> teuerste Art der Stromerzeugung zu setzen.
Vielleicht sollten wir einfach Bohrinseln bauen und mit der Kohle aus
dem Öl unsere Strompreise subventionieren. Für die Umwelt und das Klima
weißte. Bei Norwegen klappts ja.
Cyblord -. schrieb:> die min. 1 Stunde laden müssen will man sich gar nicht> vorstellen.
müssen sie ja nicht. mindestens 5 Minuten trifft es eher, in der Regel
20-25Minuten
J. S. schrieb:> Der Tag muss erstmal kommen das 16 von 16 Mietern ein BEV fahren. Alles> theoretische Hirngespinste hier.
das zum Einen und dann müssen die auch alle komplett leer sein und am
nächsten Tag vollgeladen sein sollen - eher unwahrscheinlich
Cyblord -. schrieb:> Zumindest eine Quote von 80-90% wird> realistisch sein.
ja, klar. Und die laden dann die 50km, die sie am Tag fahren nach. Das
sind dann so maximal 1h pro Fahrzeug bei 11kW Ladeleistung. bei 16
Fahrzeugen würde das dann für 8h einen Anschluss von 22kW erfordern. Man
wird in der Realität wohl deutlich mehr einbauen, sodass man auch mal 2
oder 3 mit Urlaubsfahrten gewappnet ist. Aber die Wahrscheinlichkeit,
dass das alles Langstreckenfahrer sind, die über Nacht dann 80kWh
Nachladen müssen, ist eher nicht so groß.
Cyblord -. schrieb:> Das ist Utopie. Jeder wird sein Auto so voll wie möglich laden wollen.> Und zwar immer.
Nein, das denken nur die, die mit e Mobilität nicht wirklich Erfahrung
haben. Die denken auch, man muss unterwegs immer auf 100% laden, weil
man das vom Verbrenner so gewohnt ist (Daher die Stunde Wartezeit),
macht halt keiner, esseidenn, man selbst ist in der Stunde noch
anderweitig gebunden.
Schorsch M. schrieb:> Bei einem Strompreis von 19,9cnt. pro kWh kein Wunder.
und? wir zahlen 10 cent mehr... nicht so tragisch finde ich. Und
immerhin nur halb so teuer wie flüssige Treibstoffe, jetzt schon. Ab
2027 wird der Abstand noch größer werden.
Christian B. schrieb:> Ab> 2027 wird der Abstand noch größer werden.
Aber nur weil künstlich verteuert wird. Das sind rein politische
Entscheidungen die auch noch anders getroffen werden können.
Christian B. schrieb:>> Das ist Utopie. Jeder wird sein Auto so voll wie möglich laden wollen.>> Und zwar immer.>> Nein, das denken nur die, die mit e Mobilität nicht wirklich Erfahrung> haben. Die denken auch, man muss unterwegs immer auf 100% laden
Es ging ums Laden abends in der TG. Richtig lesen, nicht nur Querlesen.
Cyblord -. schrieb:> Vielleicht sollten wir einfach Bohrinseln bauen und mit der Kohle aus> dem Öl unsere Strompreise subventionieren.
Ich denke nicht dass das notwendig ist.
Außerdem ist noch lange nicht geschwätzt dass Ölförderung tatsächlich
Geld zum Quersubventionieren abwirft.
Die USA bswp. fracken wie wild, tun sich aber schwer nennenswerte
Renditen zu erwirtschaften weil die Förderung zu teuer und der Ölpreis
zu niedrig ist.
Deswegen wollen die Ölkonzerne trotz Ansage ihres Lautsprechers jetzt
auch nicht unbedingt mehr drillen, weil das Geschäft sonst unrentabel
werden würde.
Cyblord -. schrieb:> Jeder wird sein Auto so voll wie möglich laden wollen. Und zwar immer.
Genau, dann soll doch der doofe Nachbar sein Auto nachts auf 15km
Reichweite programmieren. Ich will jedenfalls immer meine 500km haben,
die stehen mir schließlich zu, die Reichweite habe ich doch beim Kauf
des Fahrzeugs mitbezahlt! Also, liebe Hausverwaltung macht mal voran und
seht zu! Ich lehne mich so lange in meinem Fernsehsessel zurück und dreh
Däumchen.
Ironie Ende
Le X. schrieb:> Außerdem ist noch lange nicht geschwätzt dass Ölförderung tatsächlich> Geld zum Quersubventionieren abwirft.
Du willst jetzt ernsthaft in Frage stellen dass Ölförderung Gewinn
abwirft? D.h. die OPEC Staaten melden demnächst Insolvenz an? Die Saudis
gehen Pleite?
Cyblord -. schrieb:> Du willst jetzt ernsthaft in Frage stellen dass Ölförderung Gewinn> abwirft? D.h. die OPEC Staaten melden demnächst Insolvenz an? Die Saudis> gehen Pleite?
Es wäre schön wenn du mich ganz zitieren würdest, ich habe sogar ein
Negativbeispiel genannt.
Cyblord -. schrieb:> Es ging ums Laden abends in der TG
Nein, es geht darum, dass morgens alle ein voll geladenes Auto haben.
Ob die ihre durchschnittlich 30-40km um 21 oder um 0 Uhr oder um 4:40
Uhr nachladen ist scheißegal.
Christian B. schrieb:> Schorsch M. schrieb:>> Bei einem Strompreis von 19,9cnt. pro kWh kein Wunder.>> und? wir zahlen 10 cent mehr... nicht so tragisch finde ich.
Schön für Dich!
Und was sagen die 75% der Bevölkerung, denen 1/3 Mehrpreis nicht egal
ist?
Es kann sich eben nicht jeder eine grüne Weltanschauung finanziell
leisten.
Darüber stolpert die moralisch-woke überhebliche Blase ja gerade in der
Realität.