Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Kleines Lötbad nur mit Blei betreiben


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von Herbert Z. (herbertz)


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Hallo !
Ich habe vor mir ein ganz kleines Lötbad zu basteln um damit zb. Hf- 
Stecker /Buchsen von der Leiterplatte zu trennen. Gutes Material führt 
jedoch so gut Wärme ab ,dass es mit dem Lötkolben eine braterei ist. Ein 
Lötbad wärmt alles zugleich auf, ist viel einfacher.
Frage: Kann man führ das Bad nur reines Blei verwenden, wäre einfacher 
und billiger als Lötstangen, welche man in "wenig" kaum kaufen kann. Wer 
hat schon mal?
Ich brauche nur die Wärmeübertragung, sonst nichts. In einem 
Anglergeschäft bekommt man Blei wie man will.
MfG

von Dergute W. (derguteweka)


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Moin,

Blei alleine hat halt einen deutlich hoeheren Schmelzpunkt als reines 
Zinn und noch viel hoeher als verbleites "Loetzinn". Wenn das dein Bad 
erreichen kann und deine Stecker das wegstecken...

Gruss
WK

von Thomas R. (thomasr)


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Blei allein hat den höchsten Schmelzpunkt und die Dämpfe sind giftig!

von Michael B. (laberkopp)


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Herbert Z. schrieb:
> Kann man führ das Bad nur reines Blei verwenden,

Nein.

Blei verkrustet und oxidiert prächtig.

Nimm Zinn.

100% aller klugen Leute verzinnen lieber und verbleien nicht.

von Helmut -. (dc3yc)


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Hast du dich schon mal mit dem Thema "Schmelzpunkte" von Blei, Zinn und 
Lötzinn auseinandergesetzt? Wenn ja, solltest du wissen, warum reines 
Blei ungünstig ist!

von Thomas R. (thomasr)


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Stangenlot Sn/Pb gibt es in jedem Baumarkt bei den Lötartikeln.

von H. H. (hhinz)


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Thomas R. schrieb:
> Stangenlot Sn/Pb gibt es in jedem Baumarkt bei den Lötartikeln.

In welchem soll das sein? Das bleihaltige Lot darf doch schon lange 
nicht mehr an Privat verkauft werden.

von H. H. (hhinz)


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Herbert Z. schrieb:
> In einem
> Anglergeschäft bekommt man Blei wie man will.

Das heißt nur noch Blei, ist aber schon lange keines mehr.

von Herbert Z. (herbertz)


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Helmut -. schrieb:
> Hast du dich schon mal mit dem Thema "Schmelzpunkte" von Blei, Zinn und
> Lötzinn auseinandergesetzt? Wenn ja, solltest du wissen, warum reines
> Blei ungünstig ist!

Solange ich den Schmelzpunkt erreiche, ich hätte dazu einen Gasbrenner 
wäre der Punkt nicht das Problem. Ich will nur entlöten, damit ich ihn 
wieder verwenden kann. Ich brauche nicht viel ,Pott 30mm im Durchmesser 
6mm tief.
Mal sehn, ich meine ich hätte noch irgendwo 2mm Lötdraht rumliegen.
Das Problem ist, im Internet bekommt man immer viel mehr als man 
braucht, dazu die Versandkosten...bäh... Einen Anglerladen hätte ich in 
der Gegend, deshalb meine Frage.
Früher auf der Arbeit habe ich jede Menge 48 pol. Harting Leisten am 
Schwallbad ausgelötet. Drei Sekunden reingehalten und schon hatte man 
das damals teure Teil in der Hand

: Bearbeitet durch User
von Matthias B. (turboholics)


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Hi!

Nochmal: Anglerblei ist alles Mögliche, aber kein Blei mehr.
Selbst Wuchtgewichte a Auto sindnur noch Irgendeine Metallmischung.

Wenns dir nur auf den Stecker ankommt, warum nicht direkt mit der Flamme 
entlöten?

VG

von Soul E. (soul_eye)


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H. H. schrieb:
> In welchem soll das sein? Das bleihaltige Lot darf doch schon lange
> nicht mehr an Privat verkauft werden.

Bleilot und Dachblei darf auch an privat verkauft werden, aber nur mit 
persönlicher Übergabe durch einen sachkundigen Verkäufer. Damit fällt 
der Versandhandel komplett raus.

Baumärkte dürfen das noch, da findet man Verkäufer mit Chemieschein. 
Aber die haben meist keine Lötmittel :-(

von Lotta  . (mercedes)


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Ich benutze zum Auslöten von BNC oder TNC
Buchsen einen 250 Watt - Lötkolben.
Der wird mit gut verzinnter Spitze waagerecht
in einen Schraubstock eingespannt, und die Leiterplatte
drangehalten.
Nach Erwärmung kann die Buchse dann aus der PLatine
gelöst werden.

mfg

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Herbert Z. schrieb:
> Hf- Stecker /Buchsen von der Leiterplatte zu trennen

Ich nehme dafür seit Jahren eine Heißluftpistole.

Wenn's dir nicht drauf ankommt, dass die Platine danach noch benutzbar 
ist, dann musst du dafür nicht einmal groß üben.

von Gunnar F. (gufi36)


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Lotta  . schrieb:
> Ich benutze zum Auslöten von BNC oder TNC
> Buchsen einen 250 Watt - Lötkolben.
> Der wird mit gut verzinnter Spitze waagerecht
> in einen Schraubstock eingespannt, und die Leiterplatte
> drangehalten.
> Nach Erwärmung kann die Buchse dann aus der PLatine
> gelöst werden.
>
> mfg

Dito. Irgendjemand hier im Forum hat das Megaklecks-Methode genannt. Ich 
meinte "Mist, ich dachte ich hätte das erfunden!". Aber es geht gut mit 
einem 300W Lötbrateisen (Pollin 25€) einen richtig dicken Klecks auf die 
(waagerechte) Platine geben (mit Kolophonium) und ein paarmal hin und 
her bewegen. Damit gehen auch komplexe, größere Teile runter. Schnell. 
Das Zinn für solche Aktionen "recycle" ich mir selber aus Resten: 
Einschmelzen, einen schrägen Aluwinkel runterfließen lassen, gibt nette 
kleine "Stangen" für so Scherze. Natürlich ist manchmal heißluft (nicht 
unbedingt der Gasbrenner!) auch eine gute Möglichkeit.

von Herbert Z. (herbertz)


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Also mit der puren Gasflamme geht das schon, aber es Stinkt halt 
ziemlich nach verkokelter Leiterplatte. Ich habe so ein 0815 
Heißluftgebläse, kein Vergleich zu meiner Weller Heißluft auf der 
Arbeit. Lötbad wäre viel einfacher, reinhalten und wenige Sekunden 
später hat man ein sauberes Teil in der Hand und falls notwendig ist 
auch die Leiterplatte noch akzeptabel.
Ich werde wohl den 2mm Lötdraht opfern ,den brauche ich eh nicht 
wirklich für was anderes. Rein in das Töpfchen und gut ist es.
Dass Angler ohne Blei auskommen müssen ist mir neu, und mit was schießt 
der Waidmann ?
Danke schon mal für eure Einschätzung.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Was reitest du immer auf deinem Blei herum? Schau dir doch bitte dessen 
Schmelztemperatur mal an.

Wenn du was niedrig schmelzendes haben willst, musst du Bismuth nehmen. 
Ist halt teuer.

von Jens G. (jensig)


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Soul E. schrieb:
> ... sachkundigen Verkäufer. Damit fällt
> der Versandhandel komplett raus.

Und wenns ein sachkundiger Postbote wäre? ;-)

von Frank K. (fchk)


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Herbert Z. schrieb:

> Dass Angler ohne Blei auskommen müssen ist mir neu, und mit was schießt
> der Waidmann ?
Weicheisen, Bismuth oder einer Wolfram-Legierung:
https://ljv-nrw.de/wp-content/uploads/2023/10/Bleifrei-Schwerpunkt-8-23.pdf

fchk

von Thomas R. (thomasr)


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H. H. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Stangenlot Sn/Pb gibt es in jedem Baumarkt bei den Lötartikeln.
>
> In welchem soll das sein? Das bleihaltige Lot darf doch schon lange
> nicht mehr an Privat verkauft werden.

Gerade nachgesehen: Bauhaus führt Rothenberger Typ 611 mit 199°C 
Schmelztemperatur. Das ist tatsächlich eine Sn91Zn9 Legierung, kein Blei 
drin.

Beitrag #7844645 wurde von einem Moderator gelöscht.
von 🍅🍅 🍅. (tomate)


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Nimm Blei und kipp entsprechend "bleifrei" dazu, dann hast auch 
passendes Lötzinn.
Und das Zeug vom Baumarkt und Chinesen ist irgendwas 60/40PbSn oder 
50/50, zumindest kein 40/60PbSn, weil Zinn zu teuer.

von Herbert Z. (herbertz)


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Jörg W. schrieb:
> Was reitest du immer auf deinem Blei herum?

Mach ich doch nicht, ist mir viel zu hart. 327 Grad zu 200 etwa bei 
verbleitem Lot. Ich habe noch sehr dickes Rollenlot verbleit gefunden. 
Die Menge reich locker für meine Rettungsarbeiten, weil diese HF-Teile 
richtig teuer sind wenn man namhaftes wie Suhner, Radiall, Rosenberger 
oder den andern noblen Herstellern gekauft hat.
Hab halt das Blei etwas geringer geschätzt wo die doch an Sylvester 
immer Blei gießen. Aber wahrscheinlich ist das auch jetzt was 
anderes....
Mein Gott bin ich "hinten"...

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Herbert Z. schrieb:
> wo die doch an Sylvester immer Blei gießen

Ist auch schon lange Zinn.

von Ein T. (ein_typ)


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Herbert Z. schrieb:
> und mit was schießt der Waidmann ?

Natürlich mit bleifreier Munition [1,2,3], auch wenn bleihaltige 
Munition in Europa bisher nur in Feuchtgebieten einheitlich verboten 
ist.

Ansonsten ist das bislang noch nicht einheitlich geregelt, die EU 
arbeitet jedoch aktuell an Vorschrift zum Verbot bleihaltiger Munition. 
Die meisten Waidleute begrüßen das auch und jagen auch ohne 
entsprechende Vorschriften bereits überwiegend mit bleifreien 
Munitionen, denn die wollen ihr Revier schließlich nicht vergiften und 
ihre Beute oft sogar essen.


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Bleifreie_Munition
[2] 
https://www.frankonia.de/jagd/munition/patronen-fuer-buechsen/ja/online-shop.html
[3] https://www.frankonia.de/bleifrei+schrot/shop.html

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Ein T. schrieb:
> Natürlich mit bleifreier Munition [1,2,3],

Oh, da bekommt Herbert ja auch sein Bismuth her, wenn er wirklich Wert 
auf geringe Schmelztemperaturen legt. ;-)

: Bearbeitet durch Moderator
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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H. H. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Stangenlot Sn/Pb gibt es in jedem Baumarkt bei den Lötartikeln.
>
> In welchem soll das sein? Das bleihaltige Lot darf doch schon lange
> nicht mehr an Privat verkauft werden.

Stangenlot bekommt man noch nach alter Rezeptur, habe ich selber im 
Baumarkt gesehen.

Old-Papa

von Gunnar F. (gufi36)


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Old P. schrieb:
> Stangenlot bekommt man noch nach alter Rezeptur

...aber zu modernisierten Preisen! ;-)

von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Gunnar F. schrieb:
> Old P. schrieb:
>> Stangenlot bekommt man noch nach alter Rezeptur
> ...aber zu modernisierten Preisen! ;-)

Darum ging es nicht!

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