Jasson J. schrieb:
Ich stelle mir vor, die Energiemenge die durch Farbe und vll.
Grautonabstufung vom Display gefiltert - also absorbiert wird, setzt
sich in Wärme um.
Im Prinzip richtig, aber als erste Maßnahme kann man ja ein Kühlgebläse verwenden. Ein LCD besteht ausserdem aus verschiedenen Schichten, die unterschiedliche Absorptionen haben und unterschiedliche Temperaturen aushalten, und die man nicht unbedingt zusammenkleben muss.
Projektionsoptiken für konventionelle Lichtquellen, -Glühlampen oder Gasentladungslampen- verwendeten immer schon Wärmeschutzfilter aus Glas, die vorab das nutzlose Infrarotlicht entfernten. Dabei wurden sie zwar glühend heiss, aber Mineralglas hält in dieser Hinsicht einiges aus.
LED erzeugen diese nutzlosen Spektralanteile gar nicht erst, und wenn man Laser als Lichtquellen nimmt, kann man auf das erste Polarisationsfilter und seine Verluste (etwas über 50%) verzichten.
Der Flüssigkristall hat -mit oder ohne Ansteuerung- fast keine Absorption. Er dreht i.W. nur die Polarisationsebene des Lichtes. Allenfalls die zur Ansteuerung auf die Glasplatten aufgedampften ITO-Elektroden und Dünnfilmtransistoren schlucken ein wenig Licht.
Damit bleibt nur der zweite Polarisator, der das Bild dunkel steuert, als nennenswerte Wärmequelle.
Wie erwähnt, kann man diese Polarisatoren problemlos getrennt von dem Flüssigkristall montieren, und da nur sehr dünne Folien erforderlich sind, kann man sie auch gut von beiden Seiten kühlen.
Das andere verbreitete Verfahren DMD bzw. DLP verwendet Pixel aus winzigen beweglichen Spiegeln, die das Licht wahlweise in die Projektionsoptik oder auf einen Absorber schicken. Auch hier treten im Lichtmodulator theoretisch keine Verluste auf, sondern nur durch Unvollkommenheiten der Spiegel und deren Aufhängung.
Übrigens hat es schon länge vor diesem Techniken sehr leistungsstarke "Beamer" gegeben, aber die erforderliche Technik war definitiv nichts für das Heimkino:
https://de.wikipedia.org/wiki/Eidophor
https://www.ethistory.ethz.ch/besichtigungen/objekte/eidophor/