Forum: HF, Funk und Felder Gibt es einen Ringkern mit der Bezeichnung G2-3/FT16?


von Dirk (dirki)


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Hallo zusammen,

gibt es einen Ringkern mit der Bezeichnung G2-3/FT16?

Der wird in Elektors 304 Schaltungen, 55, Kurzwellen-Preselector als 
Ausgangsübertrager am Drain vom BF982 vorgeschlagen und ich möchte gerne 
etwas damit experimentieren.

Vielen Dank schon mal und viele Grüße

von Hobby B. (bastler2022)


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Dirk schrieb:
> gibt es einen Ringkern mit der Bezeichnung G2-3/FT16?

Ferritrohrkern G2/3-FT16 12x5mm Loch 2mm μ850 AL530 Breitband

von Dirk (dirki)


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Vielen Dank!
Wo hast du diese Informationen gefunden und kann man diesen Kern auch 
durch einen besser verfügbaren Kerntyp ersetzen?

Z.B. durch FT82-43?

Typ:
Ferritkern Material 43

Elektrische Werte:
Permeabilität 800 L, Windung 557 nH

Der ist zwar relativ groß, aber die Werte scheinen sich nahe zu kommen.

von Horst S. (Firma: Chaos Ltd) (hst)


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Für so etwas (RX-Filter, Breidbandverstärker, usw.) benutze ich seit 
Jahren die Doppellochkerne BN43-2402. Sind schön klein und besitzen 
gegenüber Ringkernen einen deutlich besseren Koppelfaktor.

Die etwas größere Version ist BN43-202, aber für RX-Zwecke nicht 
unbedingt nötig.
Für höhere Frequenzen (>30MHz) gibt's die gleichen Kerne mit anderem 
material (BN61-...)
Gibt's bei Tante R.

von Hobby B. (bastler2022)


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Dirk schrieb:
> Wo hast du diese Informationen gefunden

Hallo,

https://electronicparts-outlet.com/en/ferriet-tube-core-g23-ft16-12x5mm-hole-2mm-850-al530-broadband.html

aber leider nicht auf Lager z.Z.

Gruß bastler2022

Hier könntest noch Glück haben.

TORES FERRITE - Holdelec
ElecDif-Pro
http://www.elecdif-pro.com
·

TORE REF : G 2-3 FT 16 DIM : 14X9X5, HFTO1320, TORE REF : G 2-3 FT 16 
DIM : 14X9X5, Produit en stock, 2.74 EUR HT. TORE REF : 43220209706 DIM 
: 14X9X5, HFTO1330 ...

: Bearbeitet durch User
von Dirk (dirki)


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Hallo, Danke!

Horst S. schrieb:
> Für so etwas (RX-Filter, Breidbandverstärker, usw.) benutze ich seit
> Jahren die Doppellochkerne BN43-2402. Sind schön klein und besitzen
> gegenüber Ringkernen einen deutlich besseren Koppelfaktor.

Es ist für einen Breitbandverstärker und einen BN43-2402 habe ich 
zufällig hier.
Wenn der genau so gut funktioniert, nehme ich den einfach. Er soll mit 
12 Windungen primär und 4 Windungen sekundär bewickelt werden. Wie macht 
man das bei so einem Doppellochkern? Einfach 4 mal durch beide Löcher 
und darüber noch 12 mal das gleiche für die primäre Wicklung?

von Horst S. (Firma: Chaos Ltd) (hst)


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Ja, so ist es ok. Bei den 12+4 wdg muss der Draht natürlich dünn genug 
sein. Mit 0,15mm CuL dürfte es gut gehen. Noch bessere Kopplung bei 
weniger Gesamtwindungszahl ist ein Autotrafo mit 12wdg und einem Anzapf 
bei 4wdg. Durch die dadurch vorhandene galvanische Verbindung muss die 
Auskopplung dann eventuell über ein C erfolgen.

Da die BN43-2402 einen deutlich höheren AL-Wert (1250) als die G2/3-FT16 
(530) aufweisen, könntest du auch die Windungszahl versuchsweise auf 9:3 
reduzieren. Das wäre für die obere Frequenzgrenze gut.

von Stephan (m-h)


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Dirk schrieb:
> gibt es einen Ringkern mit der Bezeichnung G2-3/FT16?

Dieser 'G2-3/FT16' (Elektor schreibt manchmal auch 'G.2-3/FT16') ist 
schon ein mysteriöser Ringkern. Daten findet man weder im Internet noch 
beim angeblichen Hersteller Micrometals (s. unten).

In den 1980er Jahren habe ich von einem Elektronik-Händler (einer von 
denen, die seinerzeit Elektor-Bausätze, Platinen und Spezialbauteile 
verkauft haben) folgende Info bekommen:

- Hersteller: Micrometals
- Permeabilität: 4300
- Al-Wert: 3280 - 5500
- Frequenzbereich: 0,1 - 50 MHz

Die Größe, falls von Interesse, habe ich eben mal nachgemessen:

- Außendurchmesser: 17 mm
- Innendurchmesser: 9 mm
- Höhe: 7 mm

Dieser Ringkern wurde von Elektor in den 1980er/90er-Jahren vielfach 
eingesetzt. Bei der Suche nach einem Ersatz (AL-Wert bzw. 
Frequenzbereich), hilft dir vielleicht diese Diskussion:

https://www.radiomuseum.org/forum/richtige_ferritkerne_fuer_loop_antennenverstaerker.html?language_id=1

: Bearbeitet durch User
von Hobby B. (bastler2022)


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Stephan schrieb:
> Dieser 'G2-3/FT16' (Elektor schreibt manchmal auch 'G.2-3/FT16') ist
> schon ein mysteriöser Ringkern. Daten findet man weder im Internet noch
> beim angeblichen Hersteller Micrometals (s. unten).

Hier ist er gelistet.

https://electronicparts-outlet.com/en/ferriet-tube-core-g23-ft16-12x5mm-hole-2mm-850-al530-broadband.html

Hier auch nochmal.

http://www.elecdif-pro.com

Hier auch nochmal die Daten dazu.

Ferritrohrkern G2/3-FT16 12x5mm Loch 2mm μ850 AL530 Breitband

Stephan schrieb:
> In den 1980er Jahren habe ich von einem Elektronik-Händler (einer von
> denen, die seinerzeit Elektor-Bausätze, Platinen und Spezialbauteile
> verkauft haben) folgende Info bekommen:
>
> - Hersteller: Micrometals
> - Permeabilität: 4300
> - Al-Wert: 3280 - 5500
> - Frequenzbereich: 0,1 - 50 MHz
>
> Die Größe, falls von Interesse, habe ich eben mal nachgemessen:
>
> - Außendurchmesser: 17 mm
> - Innendurchmesser: 9 mm
> - Höhe: 7 mm

Was nun richtig ist von den Daten her, wäre ja mal Interessant.

https://electronicparts-outlet.com/media/catalog/product/cache/42b6c79bd71fbdee74f1f0c8a498c234/7/6/7694.jpg

Gruß bastler2022

: Bearbeitet durch User
von Stephan (m-h)


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Hobby B. schrieb:
> Hier ist er gelistet.
>
> 
https://electronicparts-outlet.com/en/ferriet-tube-core-g23-ft16-12x5mm-hole-2mm-850-al530-broadband.html

Der G2-3/FT16 ist ein Ringkern und kein Ferritrohr. Im Anhang kannst du 
ein Bild vom Original sehen. Die habe ich in den 1980er Jahren bei dem 
Händler gekauft, der mir auch die technischen Daten gegeben hat.

Das andere Bild (Elektor) zeigt die Platinen zu einer Loop-Antenne aus 
Elektor 3/95 bei der zwei G2-3/FT16 auf der Verstärker-Platine zu sehen 
sind.

von Hobby B. (bastler2022)


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Stephan schrieb:
> Im Anhang kannst du
> ein Bild vom Original sehen.

Danke für dir Info.

von Dirk (dirki)


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Horst S. schrieb:
> Ja, so ist es ok. Bei den 12+4 wdg muss der Draht natürlich dünn genug
> sein. Mit 0,15mm CuL dürfte es gut gehen. Noch bessere Kopplung bei
> weniger Gesamtwindungszahl ist ein Autotrafo mit 12wdg und einem Anzapf
> bei 4wdg. Durch die dadurch vorhandene galvanische Verbindung muss die
> Auskopplung dann eventuell über ein C erfolgen.
>
> Da die BN43-2402 einen deutlich höheren AL-Wert (1250) als die G2/3-FT16
> (530) aufweisen, könntest du auch die Windungszahl versuchsweise auf 9:3
> reduzieren. Das wäre für die obere Frequenzgrenze gut.

Vielen Dank, lieber Horst für die nützlichen Hinweise. Das werde ich so 
machen.

Stephan schrieb:
> Der G2-3/FT16 ist ein Ringkern und kein Ferritrohr.

In dem Elektor-Buch steht auch das Wort Ringkern. Deshalb denke ich 
auch, dass kein Ferritrohr gemeint ist.

https://www.mikrocontroller.net/attachment/678190/G23FT16.jpg
So sehen sie also aus. Auch von meiner Seite Danke für das Foto!

> Das andere Bild (Elektor) zeigt die Platinen zu einer Loop-Antenne aus
> Elektor 3/95 bei der zwei G2-3/FT16 auf der Verstärker-Platine zu sehen
> sind.

Aus Neugier gefragt, ist es diese Antenne hier?
https://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Ludger-Kreuz-Loop-Antenne/Schaltung.jpg

Die dort verwendeten Ringkerne sind andere, sie kommen mir aber auch 
bekannt vor (also die roten). Das dürften TN14-Kerne von Philips sein, 
Material 3C85, Ferroxcube (wahrscheinlich TN14/9/5 - AL = 885). Die gibt 
es als Modell auch im Mini Ringkernrechner.
https://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Ludger-Kreuz-Loop-Antenne/DSCF0010.jpg

Tolle Antenne. Großartig wäre, wenn sie auch für Kurzwelle funktionieren 
würde (wobei ich nicht verstehe, warum sie nur bis 1,6MHz arbeitet).

: Bearbeitet durch User
von Stephan (m-h)


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Dirk schrieb:
> Aus Neugier gefragt, ist es diese Antenne hier?
> 
https://www.jogis-roehrenbude.de/Leserbriefe/Ludger-Kreuz-Loop-Antenne/Schaltung.jpg

Ja

> Die dort verwendeten Ringkerne sind andere

Zu den roten Ringkernen kann ich nichts sagen. Ich denke mal, daß das 
ein Ersatz für den G2-3/FT16 sein soll.

> Tolle Antenne. Großartig wäre, wenn sie auch für Kurzwelle funktionieren
> würde (wobei ich nicht verstehe, warum sie nur bis 1,6MHz arbeitet).

Elektor schreibt: 100 kHz...50 MHz. Aber die Schaltung ist tricky, weil 
die einen DG-Mosfet einsetzen. Daher das Gefrickel mit L1, L2, L3, R5 
und R6. Für eine Breitband-Loop findest du im Internet wesentlich 
bessere Schaltungen oder auch was fertiges:

https://active-antenna.eu/amplifier-kit/

: Bearbeitet durch User
von Dirk (dirki)


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Stephan schrieb:
> Zu den roten Ringkernen kann ich nichts sagen. Ich denke mal, daß das
> ein Ersatz für den G2-3/FT16 sein soll.

Das glaube ich auch. Habe es hier einfach mal ausführlich erwähnt, weil 
diese Info zum roten Ringkern vielleicht noch irgendwann für jemanden 
nützlich sein könnte.


> Elektor schreibt: 100 kHz...50 MHz.

Auf der anderen Homepage stand nur bis 1,6MHz, das hatte mich gewundert. 
Bis 50MHz ist ja schon was anderes.


> Für eine Breitband-Loop findest du im Internet wesentlich
> bessere Schaltungen oder auch was fertiges:
https://active-antenna.eu/amplifier-kit/

Danke für den Link. Kann sein, dass ich mir sowas in Zukunft mal zulege.

von Chris (tec-tro-nix)



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Stephan schrieb:
> Der G2-3/FT16 ist ein Ringkern und kein Ferritrohr. Im Anhang kannst du
> ein Bild vom Original sehen. Die habe ich in den 1980er Jahren bei dem
> Händler gekauft, der mir auch die technischen Daten gegeben hat.

Auf der Suche nach einem Ferritkern Typ G2-3/FT16 bin ich hier gelandet.

So ein Teil hab ich schon lange auf meiner 
VielleichtIrgendwannmalProjektUnobtainiumBauteilesSucheListe stehen...

.. um vielleicht mal eine ELEKTOR Schaltung namens "Audio-Wattmeter" 
(aus 04/1993) zu bauen in der so ein  G2-3/FT16 Ferritkern in der BOM 
Liste steht. Sowohl auf dem Foto der Schaltung wie auch auf dem 
Bestückungsplan ist zu sehen (Screenshots anbei), dass es sich dabei in 
der Tat um einen Ringkern und nicht wie hier zunächst vermutet um ein 
Ferritrohr handelt.

Die hier genannten Bezugsquellen (aus Frankreich):
http://www.elecdif-pro.com/index.php?cPath=105_1018_1035cPath=105_1018_1035&products_id=96988
http://www.elecdif-pro.com/product_info.php?

...hatte ich schon vorher gefunden bevor ich hier gelandet bin aber die 
liefern leider nur an Gewerbetreibende + min. Auftragswert 100€...

Deshalb wollte ich fragen ob hier vielleicht jemand so EIN Teilchen 
rumliegen hätte das ich käuflich erwerben könnte?

von H. H. (hhinz)


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Chris schrieb:
> .. um vielleicht mal eine ELEKTOR Schaltung namens "Audio-Wattmeter"
> (aus 04/1993) zu bauen in der so ein  G2-3/FT16 Ferritkern in der BOM
> Liste steht.

Du kannst da auch einen kleinen Topfkern nehmen, und die Windungsanzahl 
anpassen. Selbst Reichelt hat da welche aus T38 mit ca 15mm Durchmesser.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Die Bezeichnung FT16 stammt wohl von der kalifornischen Firma 
Amidoncorp:

Amidon Associates, Inc.
240 Briggs Ave
Costa Mesa, CA 92626

https://www.amidoncorp.com/
https://amidoncorp.com/ft-16-61/

Es gibt einen deutschen Einzelhändler, der unter http://amidon.de/ 
firmiert, aber die Website scheint spätestens aus den 2010ern zu 
stammen:
"Der HF-Bereich wurde 1992 verselbstständigt , es entstand die Firma - 
Amidon.de-Profi-Electronic"
Vor allem gibt es dort kein Material "FT16".

Auch Reichelt hat einiges von Amidoncorp:
https://www.reichelt.de/de/de/shop/suche/Amidon?GROUPINDEX=0&search=Amidon&PAGE=1

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Die Bezeichnung FT16 stammt wohl von der kalifornischen Firma
> Amidoncorp:

Nö, die haben das nur vom Hersteller so übernommen.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Und wie heißt der Hersteller?
Dass amidon.de nur ein Trittbrettfahrer ist scheint klar zu sein. Früher 
hieß der Laden mal Elektronikladen Gießler & Danne. Der "aktuelle" 
Katalog von amidon.de ist von 2008.
Aber irgendwo muss doch noch ein echter Hersteller sitzen. Vielleicht in 
China?

von H. H. (hhinz)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Und wie heißt der Hersteller?

Amidon verkauft Metallpulverkerne von Micrometals und Ferritkerne von 
Fair-Rite an Hobbyfunker.

von H. H. (hhinz)


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Stephan schrieb:
> - Permeabilität: 4300
> - Al-Wert: 3280 - 5500
> - Frequenzbereich: 0,1 - 50 MHz
>
> Die Größe, falls von Interesse, habe ich eben mal nachgemessen:
>
> - Außendurchmesser: 17 mm
> - Innendurchmesser: 9 mm
> - Höhe: 7 mm

Das klingt doch sehr nach TDK/Epcos/Siemens R17 aus N30.

von Al (almond)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Dass amidon.de nur ein Trittbrettfahrer ist scheint klar zu sein. Früher
> hieß der Laden mal Elektronikladen Gießler & Danne. Der "aktuelle"
> Katalog von amidon.de ist von 2008.

Das verhält sich etwas anders. Amidon ist eine US-Firma

Die Amidon Associates inc. in Kalifornien und die deutsche Firma 
Profi-Elektronik (ehemals Elektronikladen Gießler & Danne), die heute 
noch die altertümliche Webseite "Amidon.de" betreibt, sind weder 
geschäftlich noch rechtlich miteinander verbunden. Die Domain 
"Amidon.de" ist ein Relikt aus früheren Zeiten, als Gießler und Danne 
als Franchisenehmer die Exklusiv-Vertretung für Amidonprodukte in 
Deutschland hatten. Das ist heute nicht mehr der Fall, nur die 
Domainrechte verblieben bei Profi-Elektronik und werden genutzt.

Die Amidon Corporation wurde 1963 von William Amidon in Kalifornien 
gegründet, sie ist eine "Fabless Company", das heißt sie unterhält keine 
eigene Fabrikation, sondern bezieht Produkte von unterschiedlichen 
Herstellern und vertreibt sie als OEM unter eigenem Namen. So stammen 
die Eisenpulverkerne vom Hersteller Micrometals, Inc in Anaheim/CA. 
Ferrit Bauteile und Ringkerne stammten früher überwiegend von Fair-Rite 
NY, und heute zunehmend auch von National Magnetics, inc PA.

https://amidoncorp.com/

Von Fair Rite wurde damals auch die Namensgebung der Ferritbauteile wie 
T50-43 übernommen.
T = Toroid (Ringkern)
50 = 0,5 Zoll Durchmesser
43 = Produktnummer der verwendeten Ferritmischung

: Bearbeitet durch User
von Hannes J. (pnuebergang)


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Chris schrieb:
> .. um vielleicht mal eine ELEKTOR Schaltung namens "Audio-Wattmeter"
> (aus 04/1993) zu bauen in der so ein  G2-3/FT16 Ferritkern in der BOM
> Liste steht.

Im Schaltplan steht dazu 4,6 mH, 0,23 Ohm. Dicht dran an Standard 4,7 
mH. Damit müsste sich passender Ersatz (Fertigspule?) finden lassen.

Du könntest auch mal die gesamte Eingangsstufe mit dem LT1028 in LTSpice 
simulieren um zu sehen ob das mit den Werten Sinn ergibt. Oder rechne 
dir das Filter aus R2, C2, L2 von Hand aus. Überschlägig nur C2, L2 
betrachtet kommt einen Eigenfrequenz von 100 Hz raus. Zufall? Ich glaube 
nicht :)

> Sowohl auf dem Foto der Schaltung wie auch auf dem
> Bestückungsplan ist zu sehen (Screenshots anbei),

Im Bestückungsplan steht 40 Wdg. Mit Al = L / N^2, ergibt das Al = 2875 
nH/Wdg^2. Auf dem Foto zähle ich allerdings 41 Wdg. und damit AL = 2736 
nH / Wdg^2.

Ziemlich dicht dran an
H. H. schrieb:
> Das klingt doch sehr nach TDK/Epcos/Siemens R17 aus N30.

AL / nH = 2710 +/-25%

von Herbert Z. (herbertz)


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Die bei Elektor haben früher oft seltsame verschleierte Bauteile 
verwendet um den Nachbau ohne Geist Elektronik zu erschweren. Ich 
erinnere mich noch an Spulen und Fest-Induktivitäten.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Danke Almond für die Ausführungen. Daraus folgt, die 16 in FT16 bedeuten 
0,155 inch oder 3,94mm Außendurchmesser. Das eigentlich noch wichtige 
Material fehlt in der Angabe.

Ich habe den Eindruck, die Ferrithersteller verschleiern die Daten ihrer 
Produkte absichtlich mit einem Brimborium und Hokuspokus um zu 
vertuschen, dass das alles nicht so wissenschaftlich ist wie sie 
vorgeben. Man hat ein Material entwickelt und misst nachträglich dessen 
Eigenschaften. Womöglich ist sogar die Reproduzierbarkeit der Daten 
nicht so toll, die nächste Charge hat wieder andere.

von Axel R. (axlr)


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Somit wäre ein *F*errite*T*orroid-16 ein ringkern mit einem Durchmesser 
von 0.16 Zoll, also nur 4millllimeterchen. Passt nicht. FT37-77 könnte 
man nehmen. Wenn bei den paar Windungen, die man auf dem Foto sieht, 
schon 4Milli(!)Henry zusammenkommen, geht der Kern nie im Leben bis 
50Mhhz. Erinnert mich dann doch eher an MF183er Material.
https://www.mikrocontroller.net/attachment/298300/Ferite_eljabu_1978.PDF

von Axel R. (axlr)


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Vier Millimeter Durchmesser ist der Gewindeschaft einer M4 Schraube. 
Jetzt schauen wir nochmal aufs Titelbild, wo der Kern abgebildet ist. Da 
kann man ne M4 Schraube locker durchstecken.

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Ein Material 16 taucht im Katalog von amidon.de auch nicht auf:

http://amidon.de/contents/de/otherurl.html?url=http://amidon.de/katalog.pdf

Hier stehen übrigens gleich zwei Jahresangaben, 2018 und 2008-2.
Die FT-Kerne beginnen auf Seite 14

"Ferrit-Ringkerne sind in zahlreichen Größen von 2,5 mm bis 127 mm
Außendurchmesser und mit Permeabilitäten von µ=20 bis mehr als µ=10.000 
lieferbar."
Die Liste beginnt aber erst mit FT23, mit 5,8mm Außendurchmesser.

Das Material soll laut einer Tabelle aus der Farbe hervorgehen.

von H. H. (hhinz)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Ein Material 16 taucht im Katalog von amidon.de auch nicht auf:

Die Kernbezeichnung im Titel hat nichts mit Amidon zu tun!

von Hannes J. (pnuebergang)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Womöglich ist sogar die Reproduzierbarkeit der Daten
> nicht so toll, die nächste Charge hat wieder andere.

>> AL / nH = 2710 +/-25%

=> 2033 ...3388

Niemand mag Spulen. Das ist einer der vielen Gründe warum. +/- 25% ist 
schlechter als E6 (+/- 20%) Bauelemente. Das ist E3, mit gerade mal den 
Abstufungen 1,0, 2,2 und 4,7 in einer Dekade.

Wie mir mal jemand sagte, Kondensatoren werden bestellt, Spulen werden 
selektiert.

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Hannes J. schrieb:
> Niemand mag Spulen.

Welches andere elektronische Bauelement kann man so einfach 
kundenspezifisch anfertigen?

von Christoph db1uq K. (christoph_kessler)


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Meine Literatursammlung zu Induktivitäten ist recht überschaubar.

RPB-Band 80 "Das Spulenbuch" von Hans Sutaner 6.Auflage 1972 ISBN 
3-7723-0806-6 noch viele Röhrenschaltungen
https://de.book-info.com/isbn/3-7723-0806-6.htm

Alte Kataloge von Neosid, Vogt (heute Sumida), Kaschke (zu Bourns), 
Hartmann (heute PTR) und Vacuumschmelze.
https://neosid.de/
https://www.sumida.com/about/index.php?categoryId=5&parentId=110&aboutId=331e
https://www.bourns.com/de/products/magnetic-products/kaschke-components
https://www.ptr-hartmann.com/de/komponenten/induktivitaeten/
https://vacuumschmelze.de/

Dazu die Würth Trilogie der Bauelemente.
https://www.we-online.com/de/components/products/TRILOGY_OF_MAGNETICS_DE

von Al (almond)


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Christoph db1uq K. schrieb:
> Ich habe den Eindruck, die Ferrithersteller verschleiern die Daten ihrer
> Produkte absichtlich mit einem Brimborium und Hokuspokus um zu
> vertuschen, dass das alles nicht so wissenschaftlich ist wie sie
> vorgeben.

Die Ferrithersteller verstehen schon ihr Geschäft ganz ohne Brimborium 
und Hokus-Polus und entwickeln Werkstoffe spezifisch nach den 
Anforderungen. Ferrit ist ein sehr komplexes Material. Ein EMV Ferrit 
hat andere Anforderungen wie ein Trafo in einem Schaltnetzteil und ander 
Anforderungen wie eine HF-Spule. Der Markt für Ferrite ist riesig: 
Ferrite für EMV Drosseln, Speicherdrosseln in Wandlern, Schaltnetzteile, 
HF-Spulen, SMD-Ferritperlen für in circuit EMV etc.

Da die großen Kunden sich oft nicht auf einen einzigen 
Ferrit-Lieferanten verlassen, gibt es bei den Ferritherstellern meist 
Mischungen, die mit denen der Konkurrenz vergleichbar oder gar 
austauschbar sind.

Ein Beispiel:
Die Ferritmischung von Amidon / Fair-Rite #43 ist fast kompatibel mit 
dem Würth Material 4W620 oder dem "H" Material von National Magnetics. 
Das zeigt ein Blick in die Datenblätter mit den Kurven.

https://fair-rite.com/43-material-data-sheet/

https://www.magneticsgroup.com/wp-content/uploads/2019/07/H.pdf

Oder das Amidon/FairRite Material #61 ähnelt sehr dem Material 4C65 von 
Ferroxcube.

Bemerkung am Rande: die meisten Ferrite der westlichen Markenfirmen 
werden mittlerweile in China gefertigt. Weil die das besser und billiger 
können.

: Bearbeitet durch User
von Stephan (m-h)


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Chris schrieb:
> Auf der Suche nach einem Ferritkern Typ G2-3/FT16 bin ich hier gelandet.
>
> Deshalb wollte ich fragen ob hier vielleicht jemand so EIN Teilchen
> rumliegen hätte das ich käuflich erwerben könnte?

Die sechs abgebildeten G2-3/FT16 habe ich noch, aber die sind schon 
lange verplant. Ich schau mal nach, ob ich noch eine alte Testplatine 
habe, die mit einem G2-3/FT16 bestückt ist...

Übrigens der Ferrit-Ringkern B64290-L45-X830 von EPCOS ist eine 
Alternative und sollte gut passen:

https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/Ferritkern_5_75_h_material_n30-245926

: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Stephan schrieb:
> Übrigens der Ferrit-Ringkern B64290-L45-X830 von EPCOS ist eine
> Alternative und sollte gut passen:

Hatte ich ja schon bemerkt. Allerdings ist N30 nicht gerade ein 
HF-Material.


> https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/Ferritkern_5_75_h_material_n30-245926

Und sogar bei Reichelt gibts den. Hätte ich nicht erwartet.

von Chris (tec-tro-nix)


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Stephan schrieb:
> Die sechs abgebildeten G2-3/FT16 habe ich noch, aber die sind schon
> lange verplant. Ich schau mal nach, ob ich noch eine alte Testplatine
> habe, die mit einem G2-3/FT16 bestückt ist...

Das wär prima, ich sag schon mal vorab dankeschön auch für den Fall das 
sich nix findet...

>
> Übrigens der Ferrit-Ringkern B64290-L45-X830 von EPCOS ist eine
> Alternative und sollte gut passen:

Danke auch für alle Alternativvorschläge.
Die Sache ist die. Normalerweise hab ich eine einigermaßen gute 
Vorstellung davon welche alternativen Bauteile man in einer 
elektronischen Schaltung oder Gerät evtl. verwenden könnte, wenn das an 
einer bestimmte Stelle vorhandene oder genau dafür spezifizierte nicht 
aufzutreiben ist. Von Induktivitäten mit anderem Kernmaterial als Luft 
habe ich allerdings Null Plan...

von Stephan (m-h)


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Chris schrieb:
> Danke auch für alle Alternativvorschläge.
>
> Von Induktivitäten mit anderem Kernmaterial als Luft
> habe ich allerdings Null Plan...

Ist das hier der original Elektor-Artikel?

http://www.hifimuseum.de/das-elektor-wattmeter-1993.html

von Chris (tec-tro-nix)


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Stephan schrieb:
> Ist das hier der original Elektor-Artikel?
>
> http://www.hifimuseum.de/das-elektor-wattmeter-1993.html

Ja, das isser (bis auf den Schalt- und Bestückungsplan und die 
Teileliste die bei dem Artikel unter dem Link fehlt).

Hier nochmal rauskopiert was darin bezüglich der besagten Ferritkern 
Induktivität (L2) steht. In der Teileliste ist die bezeichnet als 
"G2-3/FT16" (4mH6, 40 Windungen CuL. 0,3mm, 0,23R):

"Zunächst montiert man die Drahtbrücken (inklusive JP1 und JP2), dann 
ist L2 an der Reihe.

Verwenden Sie nur den in der Stückliste angegebenen Ringkern. Andere, 
auch Äquivalent-Typen sind angesichts des Frequenzbereichs von 20 Hz bis 
20 kHz nicht geeignet. Auch der Drahtdurchmesser und die Windungszahl 
darf nicht verändert werden, da dem ohmschen Widerstand des Drahtes eine 
wichtige Rolle beim Integrieren zukommt."

: Bearbeitet durch User
von Stephan (m-h)


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Hallo Chris,

sorry für die späte Rückmeldung, aber die letzten Tage waren stressig.

Da wir die exakten Daten von dem Ringkern nicht wirklich kennen, lassen 
wir das Geschreibsel von Elektor einfach mal so stehen. :-)

Ich habe die alte Testplatine mit dem G2-3/FT16 gefunden. Daher kann ich 
dir einen von den unbenutzten Ringkernen überlassen, dann bist du auf 
der sicheren Seite.

Schreib mir eine PN zwecks Klärung...

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