https://www.heise.de/news/Cariad-VW-Tochter-stellt-eigene-Software-Entwicklung-weitgehend-ein-10711997.html Gibt es Insidererfahrungen dazu, wie das abläuft?
Das wird wohl ablaufen wie überall: Das System wird in China gekauft, der Service zukünftig im Osten gemacht und die deutschen Ingenieure entlassen. So maches die großen Telekom-Anbieter seit längerer Zeit. Tja. Wenns ums Geld geht Moralverlust. Wer dann die Autos kaufen wird, wenns keine Arbeitsplätze mehr gibt, erfährt man aus alten DDR-Schulbüchern für Staatsbürgerkunde. ;-P mfg
Rolf R. schrieb: > Gibt es Insidererfahrungen dazu, wie das abläuft? Nein, aber eine Pressemeldung mit zusätzlicher Info zu dem Thema. ------------------ The German Manager Magazin has gathered sources close to the company and reports in a detailed article on the challenges surrounding the software partnership between Rivian and Volkswagen. According to the report, Audi’s SUV Q8 e-tron and the electric A4 are apparently delayed by at least a year, moving to mid- and late 2028. Porsche’s electric Giga-SUV K1, previously scheduled for late 2027, is said to be postponed indefinitely. Even an “emergency comeback” of VW CEO Oliver Blume’s downsized in-house software division, Cariad, may be looming. ------------------ Quelle: https://www.electrive.com/2025/09/19/volkswagen-rivian-software-joint-venture-allegedly-hits-turbulence/
Mein Eindruck ist man wollte da ganze Abteilungen loswerden und hat die erst mal in Cariad ausgegliedert um so sie später loszuwerden, das wohl das Hauptziel bei dem Ganzen, die hatten nie die Absicht irgendwas selber zu machen, da hat es genug Erbsenzähler die von Anfang an dagegen waren, viel zu teuer, kaufen ist billiger...
Frank D. schrieb: > Mein Eindruck ist man wollte da ganze Abteilungen loswerden und hat die > erst mal in Cariad ausgegliedert um so sie später loszuwerden, Das hätte man eleganter, einfacher und ohne äußerlichen Schaden (verschobene Modelle) schaffen können.
Frank D. schrieb: > die hatten nie die Absicht irgendwas > selber zu machen, Glaube ich nicht, VW ist einfach nicht fähig, mit der Technik mitzuhalten. Das ist ein erzkonservativer Laden, der schon vor Jahrzehnten eine Firma zukaufen musste, weil er mehr als Käfer-Boxer nicht selbst konnte.
Rolf R. schrieb: > https://www.heise.de/news/Cariad-VW-Tochter-stellt-eigene-Software-Entwicklung-weitgehend-ein-10711997.html "Cariad werde dabei zum Koordinator und Integrator externer Partner herabgestuft, insbesondere von Rivian in den USA und Xpeng in China." Also die Hansel, die die Software auf die Elektronik flashen, dürfen bleiben. Natürlich lässt ein Dementi nicht lange auf sich warten: " Eine Cariad-Sprecherin dementierte gegenüber heise online die Darstellung, dass die Sparte die eigene Software-Entwicklung weitgehend einstellen würde und künftig nur noch als Integrator von Code von Partnern fungieren sollte: Volkswagen habe im Rahmen der eigenen Software-Strategie "die Zusammenarbeit zwischen Cariad und den Marken neu geordnet". Die Tochter spiele dabei "weiterhin eine zentrale Rolle für die Skalierung markenübergreifender Softwarelösungen" Skalierung übersetzte ich mal mit "Erstellung von Fahrzeugmodell spezifischen config dateien". Auch Golem beteiligt sich am Abgesang: https://www.golem.de/news/cariad-vw-gibt-software-entwicklung-in-eigenregie-auf-2510-200790.html
Lotta . schrieb: > Wenns ums Geld geht Moralverlust. Warum soll es dort anders sein, wie bei den Meisten hier im Forum? Liest man hier oft genüg, wenn es um Bauteile, Platinen und Geräte geht.
Bradward B. schrieb: > Natürlich lässt ein Dementi... Naja, das kommt dabei heraus wenn ein Bereich mehr über Quotenmasse statt Qualitätsmasse ausgebaut wird. Die Stellenangebote in Hochschulaushängen und Internet waren überwiegend in dieser Richtung. Es hat aber auch mit den IT-Sicherheitsvorschriften und Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz zu tun, dass es dem Management sinnvoller erscheinen läßt, dieses außerhalb der EU zu verlagern. https://www.itsicherheit-online.com/security-management/herausforderung-cybersicherheit-in-der-automobilindustrie/ Wenn hier die Stilllegung aller Autos eines bestimmten Modells verlangt würde, dann wären auch die Fahrzeuge im Ausland betroffen, wenn die SW in DEU programmiert würde. Kommt diese aus dem Ausland, dann kann auch das Ausland seine eigene SW dazuintegrieren (z.B. die das remote abschalten umgeht), die hier aus rechtlichen Gründen untersagt wäre. Gleiches gilt für die Sammlung von Personendaten durch Apps im Fahrzeug, die im Ausland verlangt werden, aber ein Fahrzeug von DEU aus nicht bekommen dürfte (Datenschutz und LieferkettenSPG).
Cariad ist auf jeden Fall noch in der "Automated driving alliance" mit Bosch verhaftet. Dass da gar nichts mehr entwickelt wird stimmt so auf jeden Fall nicht. Wie erfolgreich das allerdings ist, keine Ahnung.
Lotta . schrieb: > Das wird wohl ablaufen wie überall: > Das System wird in China gekauft, der Service zukünftig > im Osten gemacht und die deutschen Ingenieure entlassen. > So maches die großen Telekom-Anbieter seit längerer Zeit. > Tja. > Wenns ums Geld geht Moralverlust Nicht Moralverlust, sondern Realitätsschock. Diess hat Cariad ins Leben gerufen 'VW kann Software selbst entwickeln, man muss nur ausreichend viele Leute einstellen' und Millionen verbrannt. Dann musste man vergleichen was Rivian und XPeng hinbekommen in einem Bruchteil der Zeit und sah ganz ganz blass aus. Man braucht eben Helden, und Strukturen die sie fördern, nicht 99 Manager mit 999 Scrum- Meetings und keinen Programmierer der was von der Sache versteht. Man sollte Cariad einfach wieder zu machen, es ist ein Haufen Inkompetenter. Frank D. schrieb: > Mein Eindruck ist man wollte da ganze Abteilungen loswerden und hat die > erst mal in Cariad ausgegliedert Nein, alles Neue Leute.
Michael B. schrieb: > Frank D. schrieb: >> Mein Eindruck ist man wollte da ganze Abteilungen loswerden und hat die >> erst mal in Cariad ausgegliedert > > Nein, alles Neue Leute. Also wenn ich mich nicht täusche wurde damals versucht auch Alte nach Cariad abzuschieben, die hatten z.T. die Wahl, das wählte aber keiner, weil die wussten was da im Busch war, gleichzeitig hat man nat. zig neue junge Hansel eingestellt aber halt eben bei der Cariad. Vorher waren die Frischlinge über Dienstleister beschäftigt, ich hatte damals selber dauernd Anfragen von Headhuntern, das wurde dann immer als Job bei VW verkauft, war aber bei Cariad zu viel mieseren Konditionen.
Michael B. schrieb: > Dann musste man vergleichen was Rivian und XPeng hinbekommen in einem > Bruchteil der Zeit und sah ganz ganz blass aus. Man braucht eben Helden, > und Strukturen die sie fördern, nicht 99 Manager mit 999 Scrum- Meetings > und keinen Programmierer der was von der Sache versteht. Das Stichwort ist: Technische Exzellenz. Fachwissen wurde in den letzten Jahren in D schlicht als vernachlässigbarer Faktor angesehen. Etwas dass man auch einfach bei Bedarf zukaufen kann. Wie eine Schraube. Die Magie passiert doch bei den Managern, bei den Visionären. Das rächt sich halt.
Lotta . schrieb: > Wenns ums Geld geht Moralverlust. Sagt sich immer leicht und gibt auch am Stammtisch sofort Zuspruch. Aber ich denke doch, die allermeisten hier tragen ihr Geld zu der Bank/Anlage, wo es die größte Rendite gibt. Oder? Wo ist die Moral jetzt?
Stefan H. schrieb: > Die komplette Vernichtung: > > https://youtu.be/EIS0GYt70Q0 Meine Güte, was ist das? Das dort sprechende muss anscheinend nie atmen.
Max M. schrieb: > Stefan H. schrieb: >> Die komplette Vernichtung: >> >> https://youtu.be/EIS0GYt70Q0 > > Meine Güte, was ist das? Das dort sprechende muss anscheinend nie atmen. Ich fand den Sprecher jetzt auch eher semi, aber der Punkt ist mir überhaupt nicht aufgefallen.
Jetzt, da Cariad bald Geschichte ist, kann sich da noch jemand an den Finanzberater erinnern? Er hatte alles vorhergesagt.
Cyblord -. schrieb: > Michael B. schrieb: >> Dann musste man vergleichen was Rivian und XPeng hinbekommen in einem >> Bruchteil der Zeit und sah ganz ganz blass aus. Man braucht eben Helden, >> und Strukturen die sie fördern, nicht 99 Manager mit 999 Scrum- Meetings >> und keinen Programmierer der was von der Sache versteht. > > Das Stichwort ist: Technische Exzellenz. > > Fachwissen wurde in den letzten Jahren in D schlicht als > vernachlässigbarer Faktor angesehen. Etwas dass man auch einfach bei > Bedarf zukaufen kann. Wie eine Schraube. Die Magie passiert doch bei den > Managern, bei den Visionären. > Das rächt sich halt. Technische Exzellenz und “einfach die Entwickler machen lassen” reicht selten, ordentliche Software pünktlich abzuliefern. In Deutschland erlebe ich immer wieder viel Besserwisserei, Selbstüberschätzung und binäres denken (es gibt nur eine richtige Lösung, alles andere ist Mist) bei den Entwicklern die dafür sorgt dass sie die Teamarbeit und damit die Projektziele sabotieren. Es ist wirklich keine leichte Aufgabe, Teams zum funktionieren zu bekommen und sich mit anderen Teams so abzustimmen dass am Ende ein komplexes Produkt halbwegs im Zeitplan fertig wird. Und dann noch mit wechselnden Anforderungen umzugehen und den Entwicklern einigermaßen den Rücken frei zu halten. Da braucht es einiges an Management, gutes Management.
Richard W. schrieb: > Technische Exzellenz und “einfach die Entwickler machen lassen” reicht > selten Es ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. D.h. aber auch, wenn sie fehlt, liefert man niemals gute SW ab. Egal wie viele Manager man hat.
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Richard W. schrieb: > In Deutschland > erlebe ich immer wieder viel Besserwisserei, Selbstüberschätzung und > binäres denken (es gibt nur eine richtige Lösung, alles andere ist Mist) > bei den Entwicklern die dafür sorgt dass sie die Teamarbeit und damit > die Projektziele sabotieren. Das ist richtig und deckt sich mit meinen Erfahrungen. Allerdings sind es doch gerade diese sich selbst überschätzenden Besserwisser, die vom Management und den CEOs mit Kusshand eingestellt werden. Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass Narzissten die bestens Erfolgsaussichten bei Vorstellungsgesprächen haben, da sie durch ihr Auftreten den Eindruck erwecken, besonders kompetent zu sein. Und je weniger Ahnung das Gegenüber hat, desto mehr lässt es sich vom bloßen Auftreten beeindrucken, da es fachlich den Bewerber ja gar nicht beurteilen kann. Immer wieder erlebt, wie Vorgesetzte und CEOs meinen, den Superentwickler mit entsprechend überdurchschnittlicher Bezahlung angeworben zu haben, der sich dann als Luftnummer erweist. Interessanterweise sind es meiner Erfahrung nach häufig die Nicht-Studierten (Fachinformatiker und Autodidakten), die sich besonders überschätzen und mit denen keine Diskussion über Vor- und Nachteile verschiedener Lösungswege möglich ist.
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Gunni schrieb: > Interessanterweise sind es meiner Erfahrung nach häufig die > Nicht-Studierten (Fachinformatiker und Autodidakten), die sich besonders > überschätzen und mit denen keine Diskussion über Vor- und Nachteile > verschiedener Lösungswege möglich ist. Nein, die überschätzen sich nicht. Die machen genau das was für sie richtig ist und das meiste Geld bringt. Dass das funktioniert ist nicht deren Schuld. Sie nutzen nur die Inkompetenz Anderer aus. Eigentlich ist derjenige der Dumme der für seinen Lohn tatsächlich hart und gewissenhaft arbeitet.
Gustl B. schrieb: > Nein, die überschätzen sich nicht. Die machen genau das was für sie > richtig ist und das meiste Geld bringt. Wenn sie es nur des Geldes wegen machen würden, dann könnten sie ja eine ruhige Kugel schieben und sich unauffällig verhalten, damit niemand auffällt, wie inkompetent sie sind. Aber nein, diese Narzissten sind hypermotiviert, versuchen das Projekt an sich zu reißen und wollen Chef spielen. > Dass das funktioniert ist nicht deren Schuld. Sie nutzen nur die > Inkompetenz Anderer aus. Eigentlich ist derjenige der Dumme der für seinen > Lohn tatsächlich hart und gewissenhaft arbeitet. Das ist richtig.
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