Kann man "Messing vernickelt" löten?

OP #7965512
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Guten Morgen! Eigentlich sollte das doch kein Problem sein, notfalls mit Kolophonium? In eine normale Platine sollen Einpressbolzen für arme Leute:

https://www.tme.eu/de/details/tfm-m2.5x6_dr212/distanzelemente-aus-metall/dremec/212x06/

Vielen Dank für Trost und Rat.

#7965516
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Messing lässt sich sehr gut löten. Das enthält ja auch einen hohen Anteil Kupfer. Nickel wird bei ENIG auf Kupferlötpads aufgetragen. Das sollte also auch nicht grundsätzlich ein Problem sein. Bauform B. schrieb im Beitrag #7965512:

Eigentlich sollte das doch kein Problem sein

Das denke ich auch. Die Schichtdicke könnte noch ein Problem sein, aber die scheint auch bei vernickelten Bauteilen nicht so hoch zu sein.

Moderator Persönliche Seite #7965537
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Florian schrieb:

Nickel wird bei ENIG auf Kupferlötpads aufgetragen.

… als Diffusionssperre, damit die paar Goldatome nicht gleich ins Kupfer abhauen.

Da Löten was mit Diffusion zu tun hat, erklärt das auch, warum die vernickelten Teile nicht ganz so gut lötbar sind. Funktionieren sollte es am Ende aber schon. Bei ENIG sind es halt nur wenige Mikrometer, bei vernickeltem Messing schon ein ganzes Stück mehr.

#7965590
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Bauform B. schrieb:

sollte das doch kein Problem sein,

Jein.

Nickel lässt sich gut löten, aber es muss heiss genug werden und dein Teil ist ziemlich gross Also vorwärmen oder viel Leistung, und dann braucht das Teil viel Zeit zum abkühlen in der die Lötstelle nicht bewegt werden darf, inzwischen verkokelt die Platine.

Aber warum sollte man Gewindebolzen löten ?

Wenn überhaupt, wird eine Lötöse angeschraubt und an die was angelötet.

#7965933
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Uwe S. schrieb:

Messing lässt sich gut löten, Nickel noch viel besser.

Blankes Nickel lässt sich gut löten. An der Luft bildet sich auf der Nickelobefläche aber eine Passivschicht die vor dem oder beim Löten entfernt werden muss, mechanisch oder chemisch z.b. durch ein geeignetes Flussmittel.

Jörg W. schrieb:

Florian schrieb:

Nickel wird bei ENIG auf Kupferlötpads aufgetragen.

… als Diffusionssperre, damit die paar Goldatome nicht gleich ins Kupfer abhauen.

Und das Gold wird auf die Nickelschicht aufgetragen um die vor der Luft zu schützen. Beim Löten löst sich das Gold schnell im Zinn und spielt dann fast keine Rolle mehr in der Verbindung Lot/Nickel. Zuviel Gold, z.B. beim Verlöten von hartvergoldeten Bauteilen, kann die Lötstelle verspröden, bei der hauchdünnen Goldschicht einer ENiG-Beschichtung passiert dies nicht. Wäre Nickel auch nach Lagerung problemlos lötbar gäbe es Leiterplatten mit ENi-Oberfläche ohne Goldschicht. Auf die zusätzlichen Arbeitsschritte und das teure Gold würde man sicher gerne verzichten.

Moderator Persönliche Seite #7965937
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Stefan K. schrieb:

Auf die zusätzlichen Arbeitsschritte und das teure Gold würde man sicher gerne verzichten.

Naja, wer darauf gern verzichten will, nimmt normalerweise das billigere HASL. Gut, bei sehr feinen Strukturen / Öffnungen hat ENIG einen Vorteil, ansonsten ist es sicher an vielen Stellen auch ästhetisch gewollt, die Gold-Oberfläche zu haben.

#7965945
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Doppelseitig vollflächig das doppelte.

Auf einer normalen Leiterplatte, selbst wenn die aus dekorativen Zwecken ohne Lötstopplack gefertigt werden soll, wird nur ein kleiner Teil der Fläche mit Gold beschichtet. Mit Lötstopplack bleiben nur noch die Pads und die Durchkontaktierungen die vergoldet werden.

Beitrag #7966315 wurde von einem Moderator gelöscht.

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