QNAP Datenrettung

OP Persönliche Seite #7974254
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Hallo zusammen,

der Versuch, die Daten von meinem nicht mehr laufenden QNAP zu retten, waren einigermaßen erfolgreich. Weil das nicht ganz trivial ist, schreibe ich hier auf, wie ich das gelöst habe. Einige Details kann man sicher anders machen.

  1. Neue Platte (größer als die existierende besorgen), partitionieren und ein großes Dateisystem darauf formatieren (z.B. ext4)
  2. Beide Platten an ein Linux-System anschließen (USB-SATA-Adapter können ggf. hilfreich sein)

Im Folgenden nehme ich an, dass die neue Platte /dev/sdc ist und die Platte aus dem kaputten QNAP /dev/sdb.

  1. Daten auf die neue Platte kopieren
1
sudo mount /dev/sdc1 /mnt
2
sudo dd if=/dev/sdb of=/mnt/disk.img

Warten und Daumen drücken. Nach dem Abschluss kann man die alte Platte entfernen.

  1. Jetzt müssen wir die Partition in der Image-Datei finden. Das geht mit
1
cd /mnt/
2
sudo fdisk -l ./disk.img

fdisk liefert nun die Partitionen. Die größte ist in der Regel richtig. Von dieser brauchen wir den "Start"-Wert (bei mir 2120584) und müssen ihn mit 512 multiplizieren (bei mir also 1085739008).

  1. Nun beginnt die Magie. Erst mal als Loopback die Partition mounten:
1
sudo losetup -o 1085739008 /dev/loop10 ./disk.img
  1. Mit vgscan nun die "Volume Group" suchen.
1
sudo vgscan

Bei mir steht dann da:

1
Found volume group "vg1" using metadata type lvm2
  1. Mit dieser Information können wir nun die Volume Group (bei mir vg1) aktivieren und anschließend das (mehrfach virtualisierte) Laufwerk mounten:
1
sudo vgchange -ay vg1
2
sudo mkdir /drive
3
sudo mount /dev/vg1/lv1 /drive

Die Daten sollten jetzt unter /drive vorhanden sein.

Vielleicht kann es ja mal jemand brauchen...

Grüße Max

#7974313
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Max G. schrieb:

sudo losetup -o 1085739008 /dev/loop10 ./disk.img

Schritt 4-5 etwas einfacher:

1
losetup /dev/loop10 disk.img
2
partprobe /dev/loop10
3

4
->
5

6
ls -l /dev/loop10*
7
brw-rw---- 1 root disk   7, 10  1. Dez 21:56 /dev/loop10
8
brw-rw---- 1 root disk 259,  4  1. Dez 21:56 /dev/loop10p1
9
brw-rw---- 1 root disk 259,  5  1. Dez 21:56 /dev/loop10p2
10
brw-rw---- 1 root disk 259,  6  1. Dez 21:56 /dev/loop10p3
OP Persönliche Seite #7975414
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Danke. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass man mit "Thin Volume" bei QNAP noch viel mehr Spaß haben kann :(

Diese Seite hier https://www.industrialdreams.com/qnap-disk-drive-recovery-on-linux-part-i/ erklärt, wie man mittels eines Kernelpatches (den es hier https://github.com/czankel/qnap-kernel-ramdisk zum Glück schon fertig gibt) wieder auf die Daten kommt. Das vgchange -a y brauchte ewig, lief aber am Ende durch.

#7975437
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Wenn der Rest der Platte mit Nullen gefüllt ist, könnte das komprimierte Image viel kleiner werden. Deswegen habe ich bei MS den Befehl sdelete -z geliebt, bevor ich von gesunden Platten Images gezogen habe. Das dauert jedoch ewig, hat aber den Vorteil, dass man dann weiß, dass die dieser Datenträger bis zum bitteren Ende der Partition beschreibbar ist. Frühausfälle sind dann schon aufgefallen.

: Bearbeitet durch User
(Firma: 1984now) #7976901
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Thomas S. schrieb:

@Max: Redest Du vom einer Single-Platte? - Oder von einem Raid?

Bei QNAP werden alle Platten mittels LVM verwaltet, egal ob Single, JBOD oder RAID.

Wäre eigentlich kein Problem. Wird es nur dadurch, dass QNAP halt proprietäre Erweiterungen verwendet. Bzw. (schlimmer): Die Volumes IMMER für die Verwendung dieser Erweiterungen markiert, auch wenn sie im konkreten Fall in Wirklichkeit überhaupt nicht verwendet werden.

Das ist ein absichtlich eingebaute Inkompatibilität mit dem einzigen Zweck der "Kundenbindung".

So kann man die Sachlage wohl zusammenfassen.

OP Persönliche Seite #7976983
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Die Daten sind inzwischen alle gerettet und liegen auf einer Platte mit einem ganz normalen ext4. Ich wollte auch keine Unterstützung, sondern den Misthaufen für den Fall dokumentieren, dass jemand anders mal damit Probleme hat. Hat gleichzeitig den Vorteil, dass ich selbst die Beschreibung wieder finde, falls ich sie jemals wieder brauche - allerdings werkelt neuerdings hier TrueNAS, das Thema ist für mich also hoffentlich durch.

#7990595
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Hi. Schön das Du es hin bekommen hast!

Gleiches Thema mit RAID-Verbund gibt es bei Synology. Darauf bin ich einmal rein gefallen, als nach 1,5Monaten die neue Diskstation nicht mehr an ging. Synology brauchte zwei Monate zum Austausch mit Versand nach England. Hier wird ein abgewandeltes mdadm (oder war es ein LUKS?) verwendet.

Danach wieder selbst gebaut und OMV aufgespielt.

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