RSA2048 Schlüssel ab 01012026 (in Embedded) unsicher?

OP (Firma: Starfleet) #7978528
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Servus,

bei eine Recherche zu Anti-Tamper im Embedded (Firmware manipulationssicher machen) bin ich auf die Ansage vom BSI gestossen, das in ca. 3 Wochen der RSA-2048 als unsicher eingestuft wird und damit die Aufforderung zum Wechsel auf längere Schlüssel einher geht.

Heisst das jetzt für Entwickler, die beispielsweise Elektronik konstruieren, die dem Cyber-resilience-Act o.ä. unterliegt (wie Medizintechnik oder kritische Infrastruktur) das bspw. die RSA-2048 Verschlüsselung von Firnware keine adequate Massnahme -Stichwort manipulationssichere Mikrocontroller- mehr darstellt ?

Persönlich würde ich auch bei Neugeräten bei den bisher bewährten (RSA-2048) bleiben. Allgemein ist ja selbst bei TLS den Betreibern unklar, was der "Verlust der Eignung" ab 1.1.2026 bedeutet:

Aber wahrscheinlich kratzt das hier niemanden.

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#7978530
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Bradward B. schrieb:

Allgemein ist ja selbst bei TLS den Betreibern unklar, was der "Verlust der Eignung" ab 1.1.2026 bedeutet

Ob ein Verschlüsseleungsverfahren geeignet ist, hängt am Erwartungswert für den Aufwand, der zum Knacken erforderlich ist. Die Rechenleistung verfügbarer Rechner steigt nicht sprunghaft zum 1.1.2026. Dieses Datum ist willkürlich.

Wenn ein neues Giga-Rechenzentrum für KI-Training in Betrieb geht und der Betreiber beschließt, dies zur Entschlüsselung einzusetzen - das würde die Verfahrensbewertung ändern.

#7978531
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Natürlich machen sich die Arztpraxen am meisten Sorgen darüber, daß Malte und Torben mit ihrer zum Quantenrechner umgebauten Kühltruhe im Keller Patientendaten brutforcen. Die Schwachstellen der elektronischen Patientenakte und nicht funktionierende E-Rezepte treten völlig in den Hintergrund. Welch ein Glück, daß die Europäische Union über unsere Sicherheit wacht!

OP (Firma: Starfleet) #7978540
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Natürlich machen sich die Arztpraxen am meisten Sorgen darüber, daß Malte und Torben mit ihrer zum Quantenrechner umgebauten Kühltruhe im Keller Patientendaten brutforcen.

Naja, mancherorts schätz man das reale Risiko durch manipulierte Medizin-Gerätschaften ab, Abfluß von Patientendaten ist da Pillepalle.

Beispiel Insulinpumpe, davon hats 100 000 Patienten mit in .de. Da pumpt die falsche Firmware mal ratz-fatz ne tödliche Dosis Insulin in den Träger.

https://www.aerzteblatt.de/news/johnson-und-johnson-warnt-vor-moeglicher-manipulation-von-insulinpumpe-1b61e20c-9ca0-43a9-8cac-1b49fc2729f4

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#7978590
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Bradward B. schrieb:

Da pumpt die falsche Firmware mal ratz-fatz ne tödliche Dosis Insulin in den Träger.

Und wie kommt, unabhängig von irgendwelchen kryptographischen Verfahren, die falsche Firmware in die Pumpe?

Da wird doch keiner so wahnsinnig sein, ein OTA-Update vorzusehen, also erfordert das physischen Zugriff auf die Pumpe.

Oder denkst Du an das völlig realistische Szenario, daß nachts auf einer verschneiten Landstraße der LKW, der die aktuelle Charge Insulinpumpen ausliefert, von maskierten Männern mit hartem osteuropäischem Akzent angehalten wird, jemand auf die Ladefläche springt, mal eben die Pumpen auspackt, und "bessere" Firmware aufspielt, um danach die Pumpen wieder zu verpacken und abzuhauen?

Oder werden im Internet auf windigen Seiten Firmwaredownloads für Insulinpumpennutzer angeboten, die potenz-, leistung- oder benutzererlebnissteigernd wirken sollen?

Manchmal habe ich den Verdacht, daß diejenigen, die sich um Sicherheit gedanken machen, die Realität etwas zu weit abstrahiert haben.

OP (Firma: Starfleet) #7979991
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Da wird doch keiner so wahnsinnig sein, ein OTA-Update vorzusehen,

Doch, genau das! Zitat: "Ein Hacker müsste sich demnach nicht weiter als 800 Meter entfernt von der Pumpe aufhalten"

Drahtloser Datenaustausch hat für Medizingeräte ein paar Vorteile, weswegen man diesen verwendet:

  • manche Geräte sind schlicht zu klein für Kabelbuchsen und so ne Buchse ist automatisch ein Einfalltor in das Gerät das eigentlich Sterilitätsanforderungen genügen sollte
  • mance reagieren allergisch auf die an Buchsen verwendeten Metalle
  • eingeschränkte Bewegungsfreiheit durch angeschlossen Kabel

Und in den Risikobewertung solche Geräte finden sich ganz realistischen Szenarien wie "Batterie wird durch viele sinnlosen Anfragen schneller leer gelutscht als im Normalbetrieb." Heisst für den Parienten, das er weit häufiger zum Service mit seinem Gerät muss und wohl auch mal Zeiten ohne überbrücken muß. Hoffentlich teilt ihm das Gerät den (kritischen) Ladezustand rechtzeitig mit.

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